Für Eltern, die ihre Kinder mit Strafen zum Gehorsam zwingen, sind nicht die Kinder wertlos, sondern es ist ihnen die Mühe nicht wert, auf ihre Kinder Rücksicht zu nehmen, wenn sie ihnen die Notwendigkeit des blinden Gehorchenmüssens vermitteln, solange die den Sinn dessen, was sie ihnen erklären wollen, noch nicht verstehen.

Ja, seltsam ist schon, dass Eltern die ein unempathisches Verhalten ihrer Eltern erleiden mussten, es genauso weiterführen (müssen?) ohne sich darüber jemals gedanklich auseinandergesetzt zu haben.
Nun wissen wir aber längst, dass nicht alle Eltern mit gleich viel Mitteln belohnt werden und ihnen auch nicht gleich viel Zeit zur Verfügung steht, daher auch keine Chancengleichheit besteht, wie gut in's Leben gestartet werden kann.
Dass dies auch noch von anderen Faktoren abhängig ist, wird absolut nicht in Zweifel gezogen aber wo sind Ansätze zur Veränderung erkennbar?

Von Kindern erwarten, dass sie Erwachsene verstehen und für sie Verständnis aufbringen können, bedeutet das Zusammenleben mit Kindern auf den Kopf stellen wollen, was in den ersten Lebensjahren gar nicht möglich ist und im Kleinkindalter sowie später verheerende Auswirkungen auf die betreffenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Folge hat.

Damit dies jedoch verhindert wird, muss die Basis so geregelt sein, dass genügend Zeit, Wissen und auch die Mittel zur Verfügung stehen um angemessen mit Kindern umgehen zu können, was mit einem Grundeinkommen, zumindest mal vom Materiellen her gesehen, garantiert wäre und damit eine Gesundung von Familienmitgliedern bewirkt sowie ein stressärmeres Miteinander im familiären Alltag aufkommen liesse.
Denn Symptome erkennen und somit noch grösseren Schaden abwenden ist noch immer kostengünstiger als alles in gewohnter schlechter Manier weiter so ablaufen zu lassen wie es in vielen Familien leider läuft.

https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8

So ist es geradezu ein Wunder der Anpassung, dass der chronisch Misshandelte nicht schon bereits als Jugendlicher gegen dieses Gesetz rebelliert, indem er es eigenmächtig bricht, sondern geduldig solange wartet, bis er eine Machtposition erlangt hat, die ihn regulär dazu berechtigt, ebenfalls das Vorrecht des Stärkeren in Anspruch nehmen zu dürfen, .....

Natürlich gibt es immer mehr verhaltensauffällige Kinder die daran sind zu rebellieren, doch da stehen ihnen meist eher unwissende, verständnislose Erwachsene mit drohenden Gebärden gegenüber, sodass dem Kinde nur noch der Rückzug und die Scheinanpassung bleibt.
Selten gelingt es dann sich dauerhaft aus dieser Zwangshaltung zu befreien, das Gehirn hat offensichtlich eine ganz spezielle Dynamik.

https://www.youtube.com/watch?v=5NU8HGB ... Z5bcACJlJW
….Ja, seltsam ist schon, dass Eltern die ein unempathisches Verhalten ihrer Eltern erleiden mussten, es genauso weiterführen (müssen?) ohne sich darüber jemals gedanklich auseinandergesetzt zu haben.....

Das durch Vorbilder gelernte Verhalten wird immer als richtig angesehen, so lange es erfolgreich ist. Also erscheint dem Gewalttätigen die Gewalt auch als ein folge-richtiges und damit angemessenes Mittel zur Lösung seiner sozialen Probleme, wie etwa bei der Durchsetzung seiner eigenen Interessen gegen die Interessen Anderer.

…..Nun wissen wir aber längst, dass nicht alle Eltern mit gleich viel Mitteln belohnt werden und ihnen auch nicht gleich viel Zeit zur Verfügung steht, daher auch keine Chancengleichheit besteht, wie gut in's Leben gestartet werden kann.
Dass dies auch noch von anderen Faktoren abhängig ist, wird absolut nicht in Zweifel gezogen aber wo sind Ansätze zur Veränderung erkennbar?.....


Die Tatsache, dass verschiedene Eltern, denen ähnliche Mittel zur Verfügung stehen, dennoch unterschiedlich handeln, falls die Kinder nicht gehorchen, zeigt, dass sie schon einen Ermessensspielraum haben, den sie auch gesetzlich verpflichtet sind, - selbst unter erschwerten Bedingungen wie Armut oder Krankheit - zum Wohle des Kindes zu nutzen, und nicht nur zum Eigenwohl.

Insofern geht’s nicht um die Veränderung bestehender Gesetze, die als Moral im Sinne eines konventionsbedingten, sozialen Grundgesetzes fungieren, sondern um deren Beibehaltung zwecks konsequenter Befolgung.

….Von Kindern erwarten, dass sie Erwachsene verstehen und für sie Verständnis aufbringen können, bedeutet das Zusammenleben mit Kindern auf den Kopf stellen wollen, was in den ersten Lebensjahren gar nicht möglich ist und im Kleinkindalter sowie später verheerende Auswirkungen auf die betreffenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Folge hat....

Kinder verstehen nur, dass sie gehorchen müssen, um zu überleben, und da macht die Androhung von Strafen bei Nichtbefolgen einer Regel Sinn. Sobald das Kind allerdings älter ist, kann man ihm auch den Sinn einer Regel erklären, den sie für denjenigen Kreis von Menschen hat, dem auch das Kind angehört, wie zB Kinder- oder Jugendschutzgesetze, auf die sich besonders unreife Jugendliche gerne besinnen, weil sie meinen, es seien keine Pflichten damit verbunden, wenn man sie in Anspruch nimmt, solange man noch nicht volljährig ist, um ungestraft Verbrechen begehen zu dürfen, wofür man als Erwachsener bestraft werden würde.

….Damit dies jedoch verhindert wird, muss die Basis so geregelt sein, dass genügend Zeit, Wissen und auch die Mittel zur Verfügung stehen um angemessen mit Kindern umgehen zu können, was mit einem Grundeinkommen, zumindest mal vom Materiellen her gesehen, garantiert wäre und damit eine Gesundung von Familienmitgliedern bewirkt sowie ein stressärmeres Miteinander im familiären Alltag aufkommen liesse.....


Ein unentgeltliches Grundeinkommen ist wie ein Recht ohne Pflicht, was es nicht gibt. Insofern ist es - sozial gesehen – besser, man schafft eine Sozialversicherung für Alle, die durch Krankheit oder Alter keine Eigenfürsorge und Fürsorge für ihre Anvertrauten mehr leisten können, wie das in den Wohlstandsländern bereits der Fall ist, und ein Arbeitsamt, womit nicht nur die Arbeitslosigkeit durch Zuteilung von Arbeitslosenhilfe verwaltet wird, sondern wo man den Arbeitslosen einen vernünftig bezahlten Job vermittelt, wovon sie auch bei einem angemessenen Mindesteinkommen für eine entsprechende Leistung leben können, ohne auf die zusätzliche Hilfe Anderer angewiesen zu sein.

….Denn Symptome erkennen und somit noch grösseren Schaden abwenden ist noch immer kostengünstiger als alles in gewohnter schlechter Manier weiter so ablaufen zu lassen wie es in vielen Familien leider läuft. …...

Da nur der Kreis der Nicht-Privilegierten den Schaden davon hat, liegt dies leider nicht im Interesse derer, die von deren Armut profitieren, und die die Macht haben, ihr asoziales Verhalten auch noch gesetzlich legitimiert zu bekommen.

Das, was den Machtmissbrauch von Anführern einer großen Nation im internationalen Rahmen kennzeichnet, macht ihn auch im kleinen, familiären Rahmen aus, sodass die Vorbilder für elterlichen Missbrauch an ihren Kindern überall im täglichen Leben zu finden sind, und der dann irgendwann sogar nicht nur als natürlich gilt, sondern schon als normal - auch wenns keine Norm gibt, durch die der Machtmissbrauch explizit erlaubt oder sogar vorgeschrieben wird.

Insofern ist die Gefahr, die man als solche erkannt hat, noch lange nicht gebannt, solange man nicht die Macht dazu hat, dieses auch tatsächlich in der Realität zu bewirken.

.... https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8 ...

.....Demokratische Abstimmung muss entschleunigt werden, damit sie stimmungsunabhängiger wird.....

Das ist eine gute Idee, die nur nicht dazu führen darf, dass sozial notwendige Entscheidungen auf den St- Nimmerleinstag verschoben werden.

....Smartphone oder Wahlrecht?....

Das Wahlrecht ist kein Alleinbestimmungsrecht, sondern bedeutet nur ein Recht auf Meinungsäußerung, welches dazu führt, dass entsprechend viele Stimmen dazu beitragen, dass ein Abgeordneter diese Interessen im Parlament vertritt, der seinerseits nur seinem Gewissen verpflichtet ist, aber nicht seinem Wählerauftrag. Da ist für Manchen sein Smartphone, mit dem er ständig seine eigenen kommunikative Macht öffentlich unter Beweis stellen kann, schon eine Menge mehr wert.

..... Man sollte den Abgeordneten mehr (an-)vertrauen!....

Es fehlt kein Vertrauen gegenüber Abgeordneten, die mal vertauenswürdig waren, sondern es fehlen Abgeordnete, die es immer noch wert sind, dass man die Macht der zukünftigen Entscheidungen im Sinne derer, die sie gewählt haben, in ihre Hände legt, und sich darauf verlassen kann, dass sie das damit verbundene Vertrauen nicht zum eigenen Vorteil missbrauchen..

....Ökonomen sagen: Technologie zerstört Arbeitsplätze und schafft neue, aber in Wirklichkeit nur Arbeit für Maschinen, die billiger und profitabler als Menschen. Abschaffung der Lohnarbeit schafft Armut....

Darum gings schon bei der vorletzten Jahrhundertwende im Utopismus-Streit, oder bei Dürrenmatts „Die Physiker“, wo man versuchte, die Wissenschaftler für den Machtmissbrauch der Politiker verantwortlich zu machen, die sich mit dieser Technologie einen Vorteil gegenüber denen verschafften, die sie gewählt hatten, anstatt sie zum Wohle Aller zu verwenden.

....Den Wahn kann nur der erkennen, der ihn nicht teilt!....

Dieser Satz leitet wunderbar über zur nächsten Frage, nämlich, ob es nur eine Frage der Erkenntnis des Übels ist, welche dem Geisteskranken leider nicht möglich ist, solange er krank ist, bzw dem Unreifen noch nicht bekannt ist, solange er noch nicht aufgeklärt ist, oder ob es eine Frage des bösartigen Nicht-Wollens Desjenigen ist, der sehr wohl Bescheid weiß, und die Alternative hat, sich notfalls auch anders entscheiden zu können?

….Natürlich gibt es immer mehr verhaltensauffällige Kinder die daran sind zu rebellieren, doch da stehen ihnen meist eher unwissende, verständnislose Erwachsene mit drohenden Gebärden gegenüber, sodass dem Kinde nur noch der Rückzug und die Scheinanpassung bleibt.....

Die Flucht in die Scheinanpassung ist eines der erfolgreichsten Tarnmanöver, die es gibt, um sich als der Schwächere aus der Schusslinie Stärkerer zu halten, und dient damit unmittelbar dem Überleben. Wer dazu nicht in der Lage ist, weil er lieber sein falsches Selbstbild von der Unverletzbarkeit pflegen will, anstatt in den Spiegel zu schauen, um zu sehen, wie stark er wirklich ist, muss erst durch schlechte Erfahrung klug werden – nämlich, indem er sich erstmal den Kopf einrennt, um zu kapieren, dass die Wand stärker ist, als er.

Dass Kinder stärker werden können, als ihre Eltern, solange sie noch Kinder sind, ist eher nicht anzunehmen, sodass der Rückzug für Kinder das Vernünftigste ist, was sie tun können, bis sie selber erwachsen sind, und ihrerseits stärker, als ihre eigenen Kinder, und vielleicht auch sogar stärker, als ihre verhassten Eltern, sodass sie ihnen das, was sie durch sie erlitten haben, auch erfolgreich heimzahlen können.

….Selten gelingt es dann sich dauerhaft aus dieser Zwangshaltung zu befreien, das Gehirn hat offensichtlich eine ganz spezielle Dynamik.....

An der Tatsache der eigenen Machtlosigkeit kann weder das Gehirn etwas ändern, weil es keine Person ist, noch Derjenige, dem das Gehirn gehört, denn die mit Hilfe des Gehirns geistig vorgestellte Macht ist noch nicht die Macht, die man tatsächlich hat, und die man dazu braucht, um Etwas machen zu können, was die eigene soziale Situation der Machtlosigkeit verbessert.

…. https://www.youtube.com/watch?v=5NU8HGB ... Z5bcACJlJW ….

Machtstreben ist ein natürliches und kein krankhaftes Phänomen auf dem Weg aus der kindlichen Unmündigkeit zum gemeinschaftsfähigen Erwachsenen, während Herrschsucht eine Krankheit darstellt, die auf einer Zwanghaftigkeit beruht, aufgrund derer kein sozial angemessenes Verhalten, wie etwa das Praktizieren von Empathie bzw gesetzlich vorgeschriebene, pflichtbewusste Rücksichtnahme auf Schwächere mehr möglich ist.

Es ist weder das Gehirn oder seine Areale, die unsere Entscheidungen bestimmen, und auch nicht die Gewohnheit oder die Zwangsneurose, die Jemanden dazu zwingt, und daher dafür verantwortlich zu machen wäre, was er tut - genauso wenig, wie es die Digitalisierung (der Kommunikation) oder die Globalisierung (der Handelsbeziehungen) sind, oder ein nicht vorhandener Gemeinschaftsgeist namens Zeus, Jahwe, Gott oder Allah, sondern immer nur der Mensch selber - selbst wenn man ihn nicht dafür zur Verantwortung ziehen kann, weil er die Macht hat, die Antwort zu verweigern, oder aber Garnichts besitzt, um für den angerichteten Schaden einen angemessenen Ersatz leisten zu können.

Etwas Anderes ist es mit der tatsächlichen Bedürftigkeit, wodurch – sobald man den Mangel gespürt hat – die Notwendigkeit erzeugt wird, ihn beheben zu müssen, sodass man sich so lange Gedanken darüber macht, bis man ein Konzept entwickelt hat, mit dem dieses erreicht werden kann. Sind erfolgreiche Konzepte bereits vorhanden, werden sie auch unbewusst, dh automatisch angewendet.

So wird in einem richtigen Sozialgesetz Jemand gnädigerweise bei Mundraub vor der Bestrafung verschont, wenn ihm die Hilfe in der Not verweigert wurde, und statt dessen Derjenige bestraft, der sie dem Bedürftigen verweigert, obwohl seine Speisung für ihn zumutbar wäre, weil er selber genug besitzt, sodass er ohne Not Etwas davon abgeben könnte.

Was die sozial angemessene und daher vernünftige Reaktion auf ein Trauma betrifft, so ist die Angst vor Wiederholung zB von Armut und Hunger ein natürliches Regulativ, um Vorsorge zu treffen, damit man gar nicht mehr unnötigerweise von Anderen abhängig wird, was auch die gesetzliche Verpflichtung zur Eigenvorsorge beinhaltet, damit Niemand Anderen leichtfertigerweise zur Last zu fallen kann.

Tut der Asoziale dies vorsätzlich, ist das blinde Vertrauen dem vielleicht bisher sogar immer treu Gewesenen gegenüber, dem man sich bedenkenlos ausliefert, sofern man überhaupt die Wahl hat, nicht angemessen, sondern erfordert vielmehr vorher eine Vergewisserung, ob er immer noch treu ist, indem er seine Versprechen einhält, und daher nicht nur der Ehrung seiner bisher geleisteten Treue würdig (dh vertrauenswürdig), sondern auch eines zu treuen Händen (An-)Vertrauens in der Zukunft wert ist.

Anders ist es mit der zwanghaften Angst vor Wiederholung einer traumatisierenden Ohnmachtssituation, die durch bekannte Begleitumstände auftaucht, und bis zum Schockzustand reichen kann, wobei das System auf Sparflamme schaltet, und eine Betäubung des Körpers gegen den übermäßigen Schmerz bewirkt wird, damit der Mensch überhaupt noch lebensfähig bleibt.

Dieses kann der Psychiater mit Hilfe von Betäubungsmitteln erreichen, wobei es erstmal unwichtig ist, ob die Ursache für die Angstzustände rein somatisch (körperlich) bedingt ist, wie etwa aufgrund einer Drüsenfehlfunktion (Psychose) oder durch die Beschädigung des Gehirns, wobei auch nicht die Ursache der Fehlfunktion behoben, sondern nur die Angst als deren Folge auf ein erträgliches Maß eingedämmt wird

Der Psychotherapeut hingegen heilt die erfahrungsbedingte Angstneurose dadurch, indem er dem Angstpatienten bewusst macht, dass die Traumatisierung der Vergangenheit angehört, und in der Form nicht noch einmal möglich ist, sofern er die dafür erfoderlichen Vorsichtsmaßnahmen trifft, indem er sich zB gar nicht erst unnötig in Gefahr begibt, was auch einem natürlichen Lernvorgang entspricht.

Die Sicherheit allerdings, dass diese Situation nie wieder kommt, ist selbst gesetzlich nicht zu garantieren, denn der Täter ist dem Opfer immer um einen Schritt voraus, sodass die Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist, um nicht auch noch durch selbstbewirkte Leichtfertigkeit das Nachsehen zu haben, was aber auch nicht übertrieben werden sollte, indem man sofort mit Kanonen auf Spatzen schießt, sobald man sich bedroht wähnt, obwohl gar keine Bedrohung vorliegt, weil das ebenfalls negative soziale Folgen für den Betreffenden hat.
Das, was den Machtmissbrauch von Anführern einer großen Nation im internationalen Rahmen kennzeichnet, macht ihn auch im kleinen, familiären Rahmen aus, sodass die Vorbilder für elterlichen Missbrauch an ihren Kindern überall im täglichen Leben zu finden sind, und der dann irgendwann sogar nicht nur als natürlich gilt, sondern schon als normal - auch wenns keine Norm gibt, durch die der Machtmissbrauch explizit erlaubt oder sogar vorgeschrieben wird.

Im folgenden Beispiel kann man die eigenmächtigen Vereinnahmung des Kleinkindes durch Erwachsene gut erkennen.

Küssen und schmusen kann was köstliches sein aber nicht an beliebigen Orten,
zu beliebigen Zeiten und nicht ohne gegenseitiges Bedürfnis und Einverständnis.
So kann man bei Kleinkindern oft ihre Abwehr solcher Übergriffe dadurch erkennen, dass sie, auf den Armen ihrer Mütter, den Kopf stark nach hinten neigen, was eine Ablassbitte demonstriert.
Anders kann ein Kind sein Nichtwollen kaum deutlicher zum Ausdruck bringen.

Lassen sich Erwachsene davon nicht beeindrucken so übertreten sie da Grenzen an welchen die Kinder oft mit grösster Anstrengung und Abwehr dennoch erfolglos bleiben.

So lernt der kleine Mensch schon ziemlich schnell was im Umgang miteinander „normal“ ist, wo und wann es alles über sich ergehen lassen und sich darauf einstellen muss.


Aus „Dem Verrat am Selbst“ von A. Gruen kann man unter dem Kapitel „Die Angst vor der Lebendigkeit“ lesen:

„Wenn das Kind nie zu fühlen bekommt, dass es um seiner selbst willen geachtet und geliebt wird, wird aus der Hilflosigkeit, mit der es auf all seinen Entwicklungsstufen konfrontiert ist, eine unaufhaltsame Angst.
Die Winzigkeit des Kindes, seine Machtlosigkeit, seine Bedeutungslosigkeit - ausser als Objekt anderer Menschen Bedeutung zu geben - , kurz: seine Minderwertigkeit, machen es unmöglich sein eigenes Selbst
zu finden.“ (sich nach seiner Authentizität zu entwickeln mehusae)

und Seite 44:

Unser wahres Selbst, dasjenige, das wir hätten sein können, wird vom Szenarium der Macht verdeckt.
Wir wurden in ihre Ausprägungen gepreßt, weil keiner uns in unserer Echtheit mochte.
Kinder im ersten und manchmal bis zum zweiten Jahr erkennen noch die Wahrheit in ihrer nicht-verbalisierten Verzweiflung.
Ich nenne es »nicht-verbalisiert«, weil die Erwachsenen sie nicht als solche erkennen, sie als Übellaunigkeit und Trotz verstehen.
Es ist jener Widerstand, den sie in sich selbst vor langer Zeit hatten abtöten müssen, den sie jetzt bei ihren Kindern als Widerstand empfinden.
Das ist das allgemeine Beispiel für Projektion in unserer Gesellschaft, die Projektion der Feindseligkeit und Aggression auf unsere Kinder.

http://www.irwish.de/PDF/Gruen/Gruen-De ... Selbst.pdf
…..Im folgenden Beispiel kann man die eigenmächtigen Vereinnahmung des Kleinkindes durch Erwachsene gut erkennen.

Küssen und schmusen kann was köstliches sein aber nicht an beliebigen Orten, zu beliebigen Zeiten und nicht ohne gegenseitiges Bedürfnis und Einverständnis.
So kann man bei Kleinkindern oft ihre Abwehr solcher Übergriffe dadurch erkennen, dass sie, auf den Armen ihrer Mütter, den Kopf stark nach hinten neigen, was eine Ablassbitte demonstriert.
Anders kann ein Kind sein Nichtwollen kaum deutlicher zum Ausdruck bringen.

Lassen sich Erwachsene davon nicht beeindrucken so übertreten sie da Grenzen an welchen die Kinder oft mit grösster Anstrengung und Abwehr dennoch erfolglos bleiben.

So lernt der kleine Mensch schon ziemlich schnell was im Umgang miteinander „normal“ ist, wo und wann es alles über sich ergehen lassen und sich darauf einstellen muss.....


Das Recht auf „Schutz vor der eigenmächtigen Vereinnahmung durch einen Anderen gegen den eigenen Willen“ lässt sich natürlich sinnvoll mit dem generellen Recht auf „allgemeine Unversehrtheit aufgrund von Machtmissbrauch durch Andere“ verbinden, ist jedoch nicht in jedem Falle auch mit einem „vertraglich zugesicherten Nutzungsrecht trotz momentanen Unwillens des Anderen“ zu vereinbaren.

Hierbei stellt sich nicht nur die Frage nach dem „gefühlten Schaden“, der davon abhängt, wie viel der Geschädigte aushält, sondern auch die nach dem Ausmaß des „Nutzungsrechtes für Andere in Verbindung mit Selbstschädigung“, welches man Denjenigen zu gewähren verpflichtet ist, mit denen man zusammen in einer Nutzgemeinschaft, wie der Familie oder einer Sekte lebt, und bei der man - im Gegenzug dafür - auch adäquate Schutzrechte vor der Willkür Außenstehender genießt.

Das Problem hierbei ist nicht nur die auf Unfreiheit beruhende Unfreiwilligkeit des Schwächeren und damit Bedürftigen, sich zur Einwilligung in einen „Knebelvertrag gegen seine Interessen“ nötigen lassen zu müssen, wie es auch im Berufsleben der Fall ist, wenn er seinen Arbeitsplatz und die damit verbundene Freiheit des Selbstversorgens nicht unnötig gefährden will, sondern auch die Unfähigkeit, im Falle der kindheitsbedingten Rechtsunmündigkeit sein Recht mit in diesen Vertrag einfließen lassen zu können, und – einer vorsintflutlichen Konvention entsprechend, wo Kinder noch als beweglicher und damit sogar veräußerlicher Besitz ihrer Eltern gewertet werden, bis sie erwachsen sind – es auch gar nicht in Anspruch nehmen zu dürfen, wenns die Eltern, die für das Kind auch eine gesetzgebende Instanz sind, es nicht zulassen.

Ähnlich gelagert sind mittelalterliche, exklusive sexuelle Nutzungsrechte, die man bereits als Jugendlicher von seinen Sexpartnern verlangt, obwohl es noch gar nicht um das gemeinsame Ziel der Familiengründung geht, bei welcher dann die Pflicht zum Schutz der Kinder vor dem Recht der Eltern auf freie Ausübung ihrer Neigungen rangiert, was auch das Verbot der individuellen Verwirklichung ihrer familienfeindlichen Ziele beinhaltet, bei der nicht nur das Kind, sondern auch der ebenfalls mit Versorgungspflichten betraute Ehepartner unnötig zu Schaden kommt, und die daher in diesem speziellen Falle zu gewähren sogar gesetzlich vorgeschrieben, und daher auch gerichtlich einklagbar sind.

…...Aus „Dem Verrat am Selbst“ von A. Gruen kann man unter dem Kapitel „Die Angst vor der Lebendigkeit“ lesen:....

Ethisch gesehen, besteht ein Verrat immer in der wahrheitsgemäßen Offenbarung eines unter der Zusage der Verschwiegenheit anvertrauten Geheimnisses, wie zB des Versteckes eines Verfolgten an seine Verfolger, oder auch des Versteckes von Diebesgut, oder eines Planes, der nicht in die Hände Desjenigen geraten soll, der ihn vereiteln könnte.

Insofern gilt der Verrat - ähnlich wie die Lüge – nur dann als unehrenhaft und damit verwerflich, wenn er Jemandem schadet, und nicht, wenn er Jemandem nutzt.

Leider gibt es bei Alledem immer zwei Parteien, wobei eine die Nutznießerin ist, und die andere die Geschädigte, sodass eine gerechte Bewertung, mit Hilfe derer ein angemessener Schadensausgleich bewertet werden soll, den der Schädiger dem Geschädigten schuldet, höchstens nach dem Gesichtspunkt der sozialen Bedürftigkeit vorgenommen werden kann, und nicht nach der Höhe des real bewirkten oder gar auf beiden Seiten jeweils nur „gefühlten“ bzw. „vorgestellten“ Schadens.

Das Interesse am Lebendigsein, welches dem realen Bedürfnis danach entspringt, ist auch durch ein Menschenrecht auf Leben zu rechtfertigen, wobei ein spezielles Recht grenzenlose Selbstverwirklichung NICHT die Grundlage eines sozialen Gesetzes sein kann, welches auf Schadensausgleich beruht und nicht auf der Zementierung bestehender Machtverhältnisse, wobei der Stärkere nach Belieben auf Schwächeren rumtrampeln darf, während er seine Ziele (und nicht etwa sich selber) auf Kosten Anderer verwirklicht.

…..„Wenn das Kind nie zu fühlen bekommt, dass es um seiner selbst willen geachtet und geliebt wird, wird aus der Hilflosigkeit, mit der es auf all seinen Entwicklungsstufen konfrontiert ist, eine unaufhaltsame Angst.....

Das Selbst ist nichts, was man - unabhängig von Einem selber – achten kann, sondern es ist immer der Mensch selber, den man menschenpflichtgemäß achten kann und auch soll – und zwar ganz unabhängig von seinem vorgestellten, zukünftigen Nutzwert oder von seiner in der Vergangenheit durch für den Anderen nützliche Taten bewirkten Würde.

Das Recht auf achtsame Rücksichtnahme von Seiten Stärkerer, welches auch der Unwürdige genießt, der noch nicht die Gelegenheit zur Erwerbung einer Würde hatte, aufgrund derer er eine entsprechende Gegenleistung verlangen kann, oder auch niemals erwerben wird, damit man ihn zumindest für seinen zukünftigen, erhofften Nutzwert lieben könnte, weil er gar nicht dazu in der Lage ist, nennt man auch das Recht auf Gnade und Barmherzigkeit, welches die wichtigste Säule christlicher Moral darstellt.

Dieses ist nicht unentgeltlich, weil es auf dem gegenseitigen Wohlwollen beider Parteien beruht, sodass Demjenigen, der dem Anderen nicht wohlgesonnen ist, und ihn bewusst und vorsätzlich gegen seinen Willen schädigt, auch kein Recht auf Gnade zusteht, wenn es darum geht, den Schadensausgleich ebenfalls - gegen seinen Willen - per Gericht zu erzwingen, was noch keine Strafe oder Rache bedeutet.

Was nun die Moral (Rechtsbewusstsein) des Kindes betrifft, so gleicht die willkürliche Gewährung von Rechten und die Forderung von Pflichten der eines mächtigen Gesetzgebers, der seine Macht dazu missbraucht, dem Volke seinen Willen aufzuzwingen und es dadurch zu schikanieren, indem er es ständig verunsichert darüber, welche Gesetze denn nun gerade gültig sind, sodass es keinerlei sichere Gesetzesgrundlagen für die Beherrschten gibt, die sie auch gegebenenfalls gemeinsam gegen den launenabhängigen Willen des Gesetzgebers einfordern könnten.

Die mit dieser Rechtsunsicherheit verbundene Angst vor Strafen, weil man gegen ein Gesetz verstoßen hat, welches gestern noch nicht gültig war, treibt die von der Willkür ihres HERRN abhängigen DIENER zur Hinterlist und zur Lüge aus Selbstschutz, die vor einem ordentlichen Gericht als lässlich gilt, dh nicht strafbar ist, sofern sie nur darin besteht, die Wahrheit zu verschweigen, ohne den Richter vorsätzlich mit Falschaussagen in die Irre zu führen.

Dass sowohl das Kind, als auch der durch Gesetze in seiner freien Entfaltung eingeschränkte Erwachsene hier die Grenzen ihrer Macht und damit ihre reale Unfreiheit erfahren müssen, dient dem Schutze des Personenkreises, der sonst darunter leiden müsste, und zu dem sie selber auch gehören, sobald sie mit Stärkeren zu tun bekommen, sodass die Kenntnis ihrer tatsächlichen Machtbefugnis wichtig ist, um sich sozial angemessen verhalten zu können.

Dass ein Kind, welches sich im Umfange seiner bescheidenen Fähigkeiten auch um ein harmonisches Miteinander mit seinen Geschwistern oder auch mit seinen Eltern bemüht, indem es ihnen keinen unnötigen Kummer bereitet, um sie zu einem Machtkampf herauszufordern, den es sowieso verlieren würde, macht bereits seine redlich erworbene Würde aus, die es damit zu entlohnen gilt, dass man dem Kinde die Verehrung als Dank für seine Verdienste erweist, den es auch verdient hat, sodass es moralisch gesehen, keineswegs auf das Lob in Form eines erbärmlichen Brosamen von Seiten eines überheblichen Gönners, der seinerseits als Dank dafür einen unangemessen hohen Preis verlangt, angewiesen ist.

Hier gilt es also, dem Kinde seinen tatsächlichen Selbstwert bewusst zu machen, den es sich bei seinen Eltern durch sein Wohlverhalten zu Recht erworben hat, und nicht nur den eingebildeten, den es haben sollte, um von seinen Eltern versorgt zu werden, oder den es gerne hätte, aber leider gar nicht hat, und vielleicht auch niemals haben wird, um von ihnen gegenüber seinen Geschwistern bevorzugt behandelt zu werden.

….Die Winzigkeit des Kindes, seine Machtlosigkeit, seine Bedeutungslosigkeit - ausser als Objekt anderer Menschen Bedeutung zu geben - , kurz: seine Minderwertigkeit, machen es unmöglich sein eigenes Selbst zu finden.“ (sich nach seiner Authentizität zu entwickeln mehusae)....

Sein Selbst kann man weder verlieren noch wiederfinden oder ändern, denn man HAT kein Selbst, sondern man IST man Selber.

Im Gegensatz dazu HAT man änderbare Vorstellungen davon, WIE man sei, oder wie man sein soll, oder wie man sein will, was auch die Vorstellung des Wertes betrifft, den man selber bei Anderen genießt (vorgestellter aktueller, vergangener oder zukünftiger Selbstwert, den man für Jemanden hat).

Wird dem Kinde rechtzeitig vermittelt, dass es nicht mit jedem Verhalten einen Blumentopf bei denen gewinnt, von deren Toleranz es lebt, sondern sich auch darum bemühen muss, Anderen zu gefallen, um von ihnen dafür zum Dank das zu bekommen, was es haben will, entwickelt sich das Kind auch eines Tages zu einem fairen, sozial geschäftsfähigen Handelspartner – auch was den Handel mit nichtmateriellen, seelischen Gütern betrifft.

….und Seite 44:

Unser wahres Selbst, dasjenige, das wir hätten sein können, wird vom Szenarium der Macht verdeckt. ….


Das, was wir nicht geworden sind, weil wir es nicht werden konnten, bleibt leider nur eine nicht erfüllte Hoffnung, dh eine Illusion ohne jeden realen Wert, von der man sich möglichst schnell verabschieden sollte, um sich statt dessen besser auf das konzentrieren zu können, was tatsächlich machbar ist, weil es bisher auch immer machbar war, und obendrein auch allgemein gefördert wird. Da spart man sich eine Menge Kraft, die andernorts mehr von denen gebraucht wird, die sie nicht haben, und die Einem im Gegenzug dafür Etwas geben, was man selber nicht hat.

Das macht das symbiotische Verhältnis einer Vertragspartnerschaft aus, die nur dann funktioniert, wenn die eigenen Bedürfnisse und die dazu notwendige Leistungsfähigkeit auf Seiten des Partners mit denen des Partners kompatibel sind.

Da man mit der Zeit weiß, wer wozu in der Lage ist, und wer nicht, steuert man meist intuitiv auf einen passenden Partner zu, indem man ihm seine eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse offenbart, sodass auch der Andere die Möglichkeit zu einer richtigen Einschätzung der Situation geboten bekommt.

…..Wir wurden in ihre Ausprägungen gepreßt, weil keiner uns in unserer Echtheit mochte. ….

Es gibt auch echte, authentische Vollidioten, die ihr Verhalten ums Verrecken nicht ändern wollen, obwohl klar ist, dass sie damit keine Chance haben auf eine funktionierende Partnerschaft, sodass man hier weder von einem natürlichen, noch von einem künstlichen Zwang zur Vernunft sprechen kann, der dem Menschen gar keine andere Chance ließe, als sich sozial angemessen zu verhalten und damit auch erfolgreich zu sein.

Daher gibt’s auch keine Rechte, die dieses ausdrücklich befürworten, sondern nur die Pflicht, es nicht zu tun, wenn man nicht für die Missachtung der Freiheitsrechte Anderer bestraft werden will, denn die gesetzlich erlaubte eigene Freiheit endet immer vor der Grenze zur Unfreiheit des Anderen.

…..Kinder im ersten und manchmal bis zum zweiten Jahr erkennen noch die Wahrheit in ihrer nicht-verbalisierten Verzweiflung. ….

Die individuelle Erkenntnis der Realität (statt Wahrheit) richtet sich immer nach dem bisherigen Wissen, welches durch Erfahrung als richtig bestätigt worden ist, und nicht danach, was man Anderen blind geglaubt hat, ohne sich von dessen Richtigkeit vergewissert zu haben. Hier besteht im eigenen Interesse, sich nicht zu irren, die Vergewisserungspflicht, bevor man sich für ein bestimmtes Verhalten entscheidet, von dem man ausgeht, dass es den eigenen Zwecken dienlich ist.

So gesehen, werden Verkehrsregeln auch nur dann gerne befolgt, wenn man ihren Sinn auf plausible Weise vermittelt bekommen hat, sodass man sich jederzeit von der Richtigkeit der Aussage und auch der Angemessenheit der Regel vergewissern kann.

Die Verzweiflung (durch unerträglichen Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Verkündern von Gesetzen) tritt dann ein, wenn man Niemandem mehr blind glauben kann, was natürlicherweise bei Kleinkindern, die sich noch nicht selber vergewissern können, öfters vorkommt, als bei Erwachsenen.

Die Verzweiflung als das Gegenteil von Hoffnung hingegen ist der falsche Ausdruck, weil es hier Niemanden gibt, der glaubwürdig sein kann, sondern weil es die zukünftige Realität betrifft, die - sobald sie zur Gegenwart geworden ist - anders aussieht, als man es erhofft hat.

Hier kann man nicht die Zukunft als falsch bewerten, sondern nur die Hoffnung, die man sich von einer möglichen (hypothetischen) Zukunft gemacht hat, die man mag, wobei das Schöne daran ist, dass man diese Vorstellung – im Gegensatz zu dem, was gegenwärtig tatsächlich der Fall ist – jederzeit ändern kann, indem man sie dem, was nach einer Enttäuschung tatsächlich erreichbarer zu sein scheint – anpasst.

Die bittere Enttäuschung ist zwar immer mit einer Abwertung dessen verbunden, was man vorher höher bewertet hat, als sie es tatsächlich wert ist, oder sein wird, aber ermöglicht auch immer die Chance auf Änderung der Erwartungen – sogar wenn sie gegen den eigenen dummen Willen erzwungen wird, damit man nicht an der falschen Sichtweise hängen bleibt, bis man daran zugrunde gegangen ist.

…..Ich nenne es »nicht-verbalisiert«, weil die Erwachsenen sie nicht als solche erkennen, sie als Übellaunigkeit und Trotz verstehen.
Es ist jener Widerstand, den sie in sich selbst vor langer Zeit hatten abtöten müssen, den sie jetzt bei ihren Kindern als Widerstand empfinden. …


Ob der Widerstand gegen notwendige, eigene Verhaltensänderungen - wozu auch die Denkgewohnheiten gehören – von einem eloquenten Menschen verbal bewirkt, oder von einem weniger eloquenten durch eine trotzige Verweigerung der Pflichten praktiziert wird, um seine Macht zu demonstrieren, seine Rechte auch ohne die Erledigung der damit zusammenhängenden Pflichten erzwingen zu können, macht in der Auswirkung gegenüber einem Stärkeren keinen Unterschied.

Hier sollte der Schwächere, wenn er klug ist, nachgeben, um nicht am Ende auf der ganzen Linie der Dumme zu sein, indem er sein Verhalten der Situation anpasst, wenn er schon nicht in der Lage ist, die Situation seinen Vorstellungen von dem anzupassen, wie sie sein sollte, um sich seine Bedürfnisse so bequem befriedigen lassen zu können, wie er es gerne hätte.

So gesehen ist Widerstand als Zweck zur Durchsetzung eigener Interessen nur dann sinnvoll, wenn man als asozialer, sich kindisch aufführender Faulpelz zum Einen das nötige Durchhaltevermögen besitzt und der dazu passende Partner mit dem Helfersyndrom zum Anderen obendrein auch noch so sehr auf Einen angewiesen ist, dass er es sich nicht leisten kann, den Rücksichtslosen einfach stehen zu lassen, um sich einen besseren Partner zu suchen.

…..Das ist das allgemeine Beispiel für Projektion in unserer Gesellschaft, die Projektion der Feindseligkeit und Aggression auf unsere Kinder.....

Das eigenmächtige Anmaßen von allen Rechten und gleichzeitige Verweigern aller Pflichten kann sich nur der Mächtigere von Zweien erlauben, und ist keineswegs nur eine Illusion, oder eine Projektion eigener Vorstellungen auf den Anderen, die keinerlei reale Auswirkungen auf ihn hat, sondern soziale Wirklichkeit.

Die Misshandlung von zur Fürsorge Anvertrauten bedeutet nicht einmal, dass der stärkere Täter sein schwächeres Opfer dafür hassen muss, sondern bedeutet sogar, dass er es besonders dafür liebt, dass er es so prima für seine Zwecke missbrauchen kann, was aus der Sicht des Opfers natürlich anders aussieht, sodass es immer das Opfer ist, was den Täter hasst – umso mehr, als dass es weder einen Schadensausgleich erzwingen kann, noch die Genugtuung einer Rache erleben darf, um wenigstens sein angeknackstes, falsches und daher illusionäres Selbstbild von der eigenen Unverletzbarkeit wieder reparieren, und sich kurzfristig gut dabei „fühlen“ zu können.

Hier wäre es besser, es würde sich eine realistischere Bewertung seiner Fähigkeiten zulegen, um nicht in seiner Blauäugigkeit und Eitelkeit durch eigenes unvorsichtiges Opferverhalten der Schädigung durch Andere noch Vorschub zu leisten, und dann womöglich noch auf einem eingebildeten Recht zu beharren, so viele Fehler machen zu dürfen, wie man will, und dafür sturerweise einen viel zu hohen Preis bezahlen zu müssen, indem man den dadurch entstandenen eigenen Schaden hoch erhobenen Hauptes alleine trägt.

So etwas hat nichts mit Stolz auf die eigene, erfolgreiche Leistung zu tun, sondern nur mit selbstbezogener Eitelkeit, die auch den Stärksten aufgrund seiner Blindheit für soziale Zusammenhänge und der damit verbundenen Rechte und Pflichten im Umgang mit Anderen irgendwann kurz über lang zu Fall bringt.
Hierbei stellt sich nicht nur die Frage nach dem „gefühlten Schaden“, der davon abhängt, wie viel der Geschädigte aushält, sondern auch die nach dem Ausmaß des „Nutzungsrechtes für Andere in Verbindung mit Selbstschädigung“, welches man Denjenigen zu gewähren verpflichtet ist, mit denen man zusammen in einer Nutzgemeinschaft, wie der Familie oder einer Sekte lebt, und bei der man - im Gegenzug dafür - auch adäquate Schutzrechte vor der Willkür Außenstehender genießt.

Du stelltest Eingangs deines Threads auch folgende Fragen:

Wie weit geht das Recht im Einzelnen, auf welches Jeder oder auch nur bestimmte Personen einen Anspruch haben können oder sollten?

Indem man Menschen diese zugesicherten Grund- oder Menschenrechte verweigert, schädigt man sie (man begeht eine Sünde).

Hierbei stellt sich weitere Fragen wie zB:

Wo fängt die Schädigung an?



In der Kinderstube wird festgelegt, was sich Stärkere erlauben dürfen und was man sich auch später gefallen lassen wird.
Wer hier gegenüber dem Kinde Grenzen überschreitet (oder keine setzt) legt so den Grundstein, Stolperstein für die Auswirkungen seines späteren Verhaltens bezüglich Übergriffen.

Die Schädigung fängt genau hier an, nicht erst im Kindergarten, während den ersten Schulklassen oder im späteren Umgang mit Partnern.

Wie du den oben eingefügten Satz auf meine Darlegung (So lernt der kleine Mensch schon ziemlich schnell was im Umgang miteinander „normal“ ist, wo und wann er alles über sich ergehen lassen und sich darauf einstellen muss...) verstanden haben willst, kann ich leider nicht nachvollziehen:

Mir scheint es nämlich so, dass der „Feind“ hier im Innern am wirken ist.

Ich meine vorallem hinsichtlich der Tragweite der Prägung des übergrifflichen Verhaltens von Seiten der Eltern dem Kinde gegenüber, dass aufgrund der unterschiedlichen Stärken der beiden Partners dem Kinde ein Sonderrecht zustehen MUSS.

"Das Selbst ist nichts, was man - unabhängig von Einem selber – achten kann, sondern es ist immer der Mensch selber, den man menschenpflichtgemäß achten kann und auch soll – und zwar ganz unabhängig von seinem vorgestellten, zukünftigen Nutzwert oder von seiner in der Vergangenheit durch für den Anderen nützliche Taten bewirkten Würde."

Das Kind vom Säugling bis zum Jugendlichen als im Wachstum stehende Menschen, sind nicht nur auf verlässlich verhaltende Menschen angewiesen, sondern auch auf eine korrekte, bzw. nicht krankhaft und somit verzerrte Spiegelung seines eigenen Verhaltens.
(Daher wäre ein Elterntest so dringend notwendig, denn auch hier gilt, vorbeugen wäre besser als über Generationen hinweg heilen zu müssen.)

Findet dies nur ungenügend oder gar nicht statt, so verstehe ich dieses von
A. Gruen bezeichnete unsichere und von Angst besetzte Wesen, welches sich nicht getraut sein lebendiges „Selbst“ nach aussen zu zeigen, es zu leben.
Also muss das unterdrückte, verratene, verleugnete oder das sich nicht erkennen könnende „eigene so Sein“ durch ein vorgestelltes „so bin ich“ ersetzt und gelebt werden.
Du bezeichnest es als falsches von sich gemachtes Selbstbild welches hingegen davon auch noch unterschieden werden müsste.

Der Mensch geniesst also nicht nur eine gewisse Ordnung durch Rechte und Pflichten, sondern leidet auch unter ungeschriebenen und auch unsichtbaren festgefahrenen Gesetzmässigkeiten, die er schwer erkennen und ändern kann.
….In der Kinderstube wird festgelegt, was sich Stärkere erlauben dürfen und was man sich auch später gefallen lassen wird......

Die Grenzen der Freiheit werden schon vor der Geburt erfahren, und als eine Art Naturgesetz verinnerlicht, welches – nach animistischer Vorstellung - eine übermächtige Person festgelegt hat, sodass man in dem Moment, wo man sie zu überschreiten im Begriff ist, von ihr auf schmerzhafte Weise (Strafe) daran gehindert wird.

Das bezieht sich beim weltanschaulich noch begrenzten Geiste des Kindes nicht nur auf echte, übermächtige Menschen sondern auch auf leblose Gegenstände, die personifiziert und ihrerseits vom Kinde dafür bestraft werden, dass sie es scheinbar vorsätzlich in seiner freien Entfaltung behindert haben.

Ähnlich geht es in archaischen Lebensgemeinschaften zu, wo der Medizinmann die Menschen in Angst und Schrecken versetzt, indem er ihnen mit Höllenqualen droht, wenn sie ihm, der sich der Naturkräfte, wie Wind und Wasser zu bedienen weiß, nicht gehorchen wollen.

Das wird dann irgendwann als notwendiges Regulativ akzeptiert – nicht etwa, weil man sich als gleichberechtigter Verhandlungspartner beim Aushandeln der Rechte und Pflichten dazu bereit erklärt hätte, sondern weil Einem gar keine andere Wahl bleibt, wenn man nicht mit Strafen zum Gehorsam gezwungen werden will.

Diese Ohnmachtserfahrung setzt sich später folgerichtig im Umgang mit dem heiligen Familienvater fort, der so grundgütig ist, dass er Einen notfalls mit Strafen davon abhält, im Übermut Andere und vor Allem sich selber zu schädigen, und als Erwachsener wird diese Rolle vom Arbeitgeber, vom Hauptverwaltungsbeamten der Stadt oder des Landes, oder von den Regierungsbeauftragten im Parlament, bzw. vom Gottkönig himself übernommen, um die Menschen alle vor seinem Gesetze gleich (schwach) zu machen.

Indem er ihr Bedürfnis nach unbegrenzter Freiheit auf ein für Alle erträgliches Maß durch Pflichten beschränkt, die ihnen selber ebenfalls als Recht zugute kommen, sofern Andere diese Rücksichtnahme als ihre Pflicht akzeptieren und praktizieren, sorgt ER für einen gerechten, aber unsozialen Ausgleich, bei dem die Stärkeren immer die Nase vorn haben, weil die es IHM als seine „Kinder im Geiste“ gleichmachen können, sobald sie genügend Macht erworben haben, um ihrerseits Regeln aufstellen und deren Einhaltung mit Gewalt (Strafen) erzwingen dürfen.

…..Wer hier gegenüber dem Kinde Grenzen überschreitet (oder keine setzt) legt so den Grundstein, Stolperstein für die Auswirkungen seines späteren Verhaltens bezüglich Übergriffen....

Das Problem bei der Grenzsetzung durch Gesetzgebung besteht vor Allem in der adäquaten Vermittlung, die bei Kleinkindern rational nicht möglich ist, weil das Kind noch nicht in größeren Zusammenhängen denkt, sodass der Spruch: „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem Anderen zu!“ ohne eine stichhaltige Begründung keinen Sinn macht, wie man leicht sehen kann, wenn Kinder – OHNE MITLEID - den Fliegen die Beine rausreißen, um zu sehen, was passiert, weil sie sich eben nicht vorstellen können, wie es ist, wenn Einem die Beine ausgerissen werden.

Das Unverständnis setzt sich später im Kopfe von Erwachsenen etwa bei der (vorsätzlich?) falschen Definition des Begriffes „Naturschutz“ fort, wobei nicht gesagt wird, vor wem die Natur zu schützen sei, und was Naturschutz mit Menschenschutz zu tun haben soll, weil man es sich eben nicht vorstellen kann, wie sich eigenes Verhalten, was gleichzeitig auch von Millionen Anderer praktiziert wird, auch in millionenfach schädlicherer Weise auf die Umwelt auswirkt, als wenn man es nur alleine täte, und worunter dann auch all Diejenigen leiden müssen, die sich nicht so verhalten, weil eben alle Menschen auf eine menschengerecht gestaltete Umwelt angewiesen sind, um zu überleben.

So wird die Grenze des gesetzlich Zulässigen oft erst dann schmerzhaft spürbar, wenn man gegen die Gesetze zum Schutze der Grenze überschreitet, indem man im Übereifer darüber stolpert, wobei die Strafe auf dem Fuße - also unmittelbar – erfolgen muss, und nicht erst ein Jahr später, wenn der Zusammenhang im Bewusstsein des Missetäters längst nicht mehr erinnert wird, sodass sie als reine Willkür eines ungerechten Gesetzgebers empfunden wird.

Die Strafe als nachhaltige Rechtsbelehrung und nicht als ein Instrument der Rache für die Beschädigung des falschen Selbstbildes eines Narzissten, der meint, ihm stünden Sonderrechte zu, weil er den Vorteil des Überraschungsangriffs genutzt hat, und somit gerade der Stärkere war, stellt die notwendige Ent-täuschung von diesem Irrtum dar, um eine realistischere - und in dem Falle eben auch scheinbar minderwertigere - Idealvorstellung von sich zu bekommen, was ihn dann tatsächlich zu einem wertvollen Mitglied der Gemeinschaft macht, sobald er die Grenzen, die ihm im Interesse Aller gesetzt werden, auch akzeptiert.

….Die Schädigung fängt genau hier an, nicht erst im Kindergarten, während den ersten Schulklassen oder im späteren Umgang mit Partnern.....

Die Schädigung, die in der Beschränkung der eigenen Möglichkeit unbeschränkten Wachstums begründet liegt, wozu es keinerlei sozial vertretbare Rechtsgrundlage gibt, auch wenn sie ganz natürlich ist, ist im Rahmen einer moralischen Erziehung von Kindern nicht nur moralisch vertretbar sondern sogar notwendig, damit das Kind keinem falschen Größenwahn erliegt, und schon vorzeitig das Regiment in der Familie übernimmt, wie es Grönemeyer in seinem Lied „Kinder an die Macht!“ in seinem blauäugigen Idealismus empfiehlt.

Durch Erziehung zum sozialverträglichen Mitglied der Gemeinschaft wird zwangsläufig das narzisstischen Idealbild eines nach unbeschränkter Macht strebenden Helden beschädigt, welches in den Köpfen der meisten Jugendlichen herumgeistert, die meinen, das Leben selber gäbe ihnen das Recht dazu, ihre Idealvorstellungen auf Kosten Anderer zu verwirklichen, die ihrerseits diese Art des Geschädigtwerdens zu tolerieren haben.

Damit wird das Opfer zum Mittäter gemacht, der durch seine Schwäche vorgeblich selbst dazu beigetragen hat, ein Opfer zu werden, und daher auch die Pflicht habe, gefälligst ein gutes Opfer zu sein hat, nachdem es - nach dem Willen des Stärkeren, und damit scheinbar Allmächtigen womöglich sogar schon von Geburt an - dazu bestimmt wurde, eines zu sein.

...Wie du den oben eingefügten Satz auf meine Darlegung (So lernt der kleine Mensch schon ziemlich schnell was im Umgang miteinander „normal“ ist, wo und wann er alles über sich ergehen lassen und sich darauf einstellen muss...) verstanden haben willst, kann ich leider nicht nachvollziehen:....

Ich wollte damit nicht sagen, dass ich es befürworte, dass der Schwache sich Alles vom Starken gefallen lassen muss, sondern dass dieses leider die bittere Realität ist – auch wenn noch so viele gutgemeinten Gesetze existieren, die das Kind vor dem Missbrauch ihrer Eltern schützen sollen, aber nicht können, weil der Täter sowohl dem Opfer, als auch dem strafenden Gesetz immer einen Schritt voraus ist.

Hinzu kommt erschwerend, dass weder die unbeabsichtigte, noch die vorsätzliche Schädigung nicht wieder rückgängig gemacht werden kann – selbst wenn nachträglich ein erzwungener Schadensausgleich stattfindet, oder auch nur ein später Racheakt zur Befriedigung der gekränkten Eitelkeit durch die Genugtuung erfolgt, dass der Täter auch geschädigt wurde.

..Mir scheint es nämlich so, dass der „Feind“ hier im Innern am wirken ist.....

Die durch Grenzerfahrung erworbene Kenntnis für das Mögliche und für das Unmögliche ist oft der durch Belehrung erworbenen Kenntnis entgegengesetzt, sodass hier die Entscheidung von jedem selber gefällt werden muss, ob man das Mögliche auch tatsächlich tut, um zu beweisen, dass es möglich IST, indem man beispielsweise seinen Todfeind einfach umbringt, um ihn für alle Zeiten loszuwerden, oder ob man drauf verzichtet im Bewusstsein, dass es danach sowieso einen neuen Todfeind geben wird, sodass man Alle umbringen müsste, die potenziell dafür in Frage kämen, wie es manche Despoten, die die Macht und daher auch das Recht dazu haben, ja auch täglich vormachen – sogar ohne dafür bestraft zu werden.

Hier steht der „innere Feind“ als das künstliche, verinnerlichte freudsche Über-ICH des elterlichen Befehls, zu gehorchen, besonders dem hemmungslos gierigen „ES“ gegenüber, welches man als Advocatus diaboli notfalls sogar alleine für den Gesetzesbruch verantwortlich machen kann, damit der von Gewissensbissen gequälte Täter sich wieder besser fühlt, indem man auf „nicht schuldig“ plädiert - selbst wenn die Gesetzeslage eine ganz andere ist.

Hier wird der Straftäter widerwillig als mutmaßliches Justizopfer seine Strafe absitzen, und im Leben nicht einsehen, dass Er der Täter war und der Andere das Opfer, und nicht umgekehrt, was ihn dann in seiner Vorstellung dazu berechtigt, sich anschließend seinerseits am Opfer dafür zu rächen, oder sich einen Stellvertreter dafür zu suchen, der ihm ähnlich ist.

….Ich meine vorallem hinsichtlich der Tragweite der Prägung des übergrifflichen Verhaltens von Seiten der Eltern dem Kinde gegenüber, dass aufgrund der unterschiedlichen Stärken der beiden Partners dem Kinde ein Sonderrecht zustehen MUSS.....

Kinder, Alte und Kranke genießen natürlich Vorrechte vor allen Anderen, die auch einklagbar sind, wobei die Frage offen bleibt: „Wer vertritt ihre Interessen vor Gericht, wenn sie selber dazu nicht in der Lage sind?“

Eine weitere Frage ist die nach dem Schutze vor der möglichen Rache des Täters, welcher sich zu Unrecht übertrieben hart bestraft wähnt, und der nicht garantiert werden kann, sodass die Opfer von vorneherein lieber ganz auf Anklage verzichten, um nicht nochmal von ihm geschädigt zu werden.

Abgesehen davon, kann mit einem nachträglich erzwungenen Schadensausgleich meist auch nur das angeknackste Selbstbild repariert, aber der Schaden nur in den seltensten Fällen ausgeglichen, und die Schädigung selber schon gar nicht ungeschehen gemacht werden, sodass hier der schöne Begriff der „Opferentschädigung“ auch weit an der Realität vorbeigeht.

….Das Kind vom Säugling bis zum Jugendlichen als im Wachstum stehende Menschen, sind nicht nur auf verlässlich verhaltende Menschen angewiesen, sondern auch auf eine korrekte, bzw. nicht krankhaft und somit verzerrte Spiegelung seines eigenen Verhaltens. ….

Da der Wert, den man gerade für Andere hat, je nach deren Bedürfnislage ganz unterschiedlich ist, ist es unsinnig von einem feststehenden Selbstwert auszugehen, den man Jemandem einzusuggerieren versucht, damit der weiß, was er von Anderen für seine Leistungen verlangen kann und was nicht.

Das selbe gilt auch für den Wert des Geldes, was man als Entgelt für eine entsprechend gleichwertige Ware oder Leistung verlangen kann, der ebenfalls ständig im Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage schwankt – je nachdem, wie seine Benutzer es gerade bewerten.

So dient auch die Spiegelung eines nicht korrekten, kindlichen Verhaltens durch eine unangenehme (vom Irrtum ent-täuschende) Reaktion von Seiten der Eltern oder Geschwister (oder später der Handelspartner) der eigenen Orientierung im sozialen Raume, um sein Verhalten entsprechend darauf abzustimmen, was tatsächlich der Fall ist, und nicht auf das, was man sich eben mal zurechtspinnt, weil es Einem gerade gelegen käme.

Dem Kinde begreiflich zu machen, dass es auch dann noch wohlgelitten sei, wenn es sich vorsätzlich über die sozialen Regeln eines für Alle erträglichen Miteinanders hinwegsetzt, ist sicher kein geeigneter Selbstbewertungsmaßstab für sein Leben als Erwachsener, wo es diese Regeln beherzigen muss, um nicht straffällig zu werden – ganz gleich, ob es ihren Sinn nun begriffen hat, oder nicht.

Anders ist es mit dem versehentlichen Bruch des Gesetzes, mit dem verboten wird, Andere zu schädigen, der zwar als Fehler gekennzeichnet werden sollte, damit er überhaupt bemerkt wird, aber nicht als bösartige Absicht bestraft. Hier hat Buddha bereits festgestellt, dass der Umgang mit Unwissenden schwieriger ist, wenn sie Jemanden geschädigt haben, weil sie es gar nicht bemerken, solange man sie nicht extra drauf aufmerksam macht, als mit Täter, die es wissentlich tun, denn bei denen kann man sich die Aufklärung über die Unrechtmäßigkeit ihres Verhaltens sparen.

….(Daher wäre ein Elterntest so dringend notwendig, denn auch hier gilt, vorbeugen wäre besser als über Generationen hinweg heilen zu müssen.)....

Da junge Eltern selber noch halbe Kinder sind, was ihre Erfahrungen in der Kindererziehung betrifft, obwohl sie ja schon selber mal Kind waren, und wissen, wie es ist, von Stärkeren geschädigt zu werden, können sie dennoch nicht wissen, wie man es richtig macht, sodass ein Test bestenfalls den Grad ihrer Unwissenheit zutage fördern könnte, was aber auch noch nicht bedeutet, dass damit ihre gesamte Unwissenheit dokumentiert wird, sodass sie dieses Wissen in weitergehenden Schulungen nachrüsten könnten.

Hier wäre eine erziehungsbegleitende, soziale Einrichtung von Nutzen, die nicht gleich damit droht, den unwissenden Eltern ihre Kinder wegzunehmen, sondern ihnen lebenslang mit Rat und Tat zur Seite steht – auch wenn die Kinder längst aus dem Hause sind, denn danach bleiben Eltern und Kinder ja immer noch in dieser Eigenschaft miteinander verbunden.

Dabei wäre eine permanente Hilfe durch Belehrung sinnvoller, als eine Heilung, die eine Rückkehr auf einen verlassenen Weg innerhalb eines Lernprozesses bedeuten würde, der sowieso ein Leben lang anhält, und bei dem man aus gemachten Fehlern, bzw. sogar Fehlentwicklungen lernen kann, wie man es in Zukunft richtig und damit besser machen kann, als vorher, anstatt sich ständig mit Gewissensbissen herumzuschlagen, womöglich die falschen Entscheidungen getroffen zu haben, wo man damals gar nicht die Alternative hatte, es nach heutigem Wissensstand richtig zu machen.

Der Gesetzgeber unterscheidet deshalb auch zwischen versehentlich und vorsätzlich begangenen Schädigungen, die mit einem unterschiedlichen Strafmaß geahndet werden, wobei der versehentlich bewirkte Schaden als eine Art von unbewusster Nachlässigkeit gewertet wird, bei der man seine Aufmerksamkeit auf Etwas Anderes gerichtet hat, als auf das, wozu man verpflichtet gewesen wäre, und dabei die Schädigung Anderer damit billigend (bewusst?) in Kauf genommen hat.

….Findet dies nur ungenügend oder gar nicht statt, so verstehe ich dieses von A. Gruen bezeichnete unsichere und von Angst besetzte Wesen, welches sich nicht getraut sein lebendiges „Selbst“ nach aussen zu zeigen, es zu leben. ….

Dieses lebendige Selbst stellt eine Idealvorstellung des Menschen von sich und dem Leben, was er verdient zu haben meint, dar, aber nicht seine real existierenden Rechte und Pflichten, und wenn er beides miteinander vertauscht (sich täuscht), weil ihm die ideale Version lieber ist, wird sich irgendwann mit der enttäuschenden Realität konfrontiert sehen, dass er doch nicht der Kaiser von China ist, auch wenn man ihm diese Vorstellung als richtig bestätigt hat, damit er die Freude am Leben nicht verliert.

Typisch für Diejenigen, die tatsächlich unter einem Minderwertigkeitskomplex leiden, ist es, dass sie ständig meinen, ihre Machtposition nicht zu Recht verdient zu haben, während die mit dem Überwertigkeitskomplex meinen, ihnen stünde eine Machtposition schon alleine wegen ihrer adeligen Abstammung zu – auch ohne sich selber darum verdient gemacht haben zu müssen.

…..Also muss das unterdrückte, verratene, verleugnete oder das sich nicht erkennen könnende „eigene so Sein“ durch ein vorgestelltes „so bin ich“ ersetzt und gelebt werden.,,,,

Es geht nicht um das Sein, sondern um das ideale Selbstbild, was man von anderen vermittelt bekommen, oder selber von sich gemacht hat, und was man pflegt, weil es Einem so und nicht anders gefällt. Würde es einem nicht gefallen, nähme man sich ein anderes, was Einem mehr schmeichelt, und nicht etwa eines, was dem Bedürfnis nach für ideal befundenen Lebensumständen zuwiderläuft.

Hier hat der Betreffende wesentlich mehr Freiheit über seine Idealvorstellungen, als es sich ein Arno Gruen träumen lässt, wenn er den zwingenden Einfluss von Einflüsterungen aus der Kindheit überbewertet, und davon das Naturrecht ableitet, seine infantilen Lebensziele auch notfalls gegen den Willen Anderer durchsetzen zu dürfen, wobei für die solcherart ermutigten Dummdreisten der selbstsüchtige Zweck jedes Mittel heiligt.

….Du bezeichnest es als falsches von sich gemachtes Selbstbild welches hingegen davon auch noch unterschieden werden müsste.....

Das falsche Bild kann einerseits das Bild von dem betreffen, was man tatsächlich gerade ist, bzw wie man sich gerade verhält, und andererseits das Idealbild davon, wie man sein will, oder wie man sein, bzw. sich verhalten, sollte.

Um diesem gewünschten Idealbild tatsächlich zu entsprechen, sollte man entweder sein falsches Verhalten dem richtigen Bild von sich selber anpassen, oder aber das falsche Bild dem richtigen Verhalten, anstatt das richtige Ideal einfach eigenmächtig für ungültig zu erklären, um lustig weiterhin falsch handeln zu können in der irrigen Meinung, dass es ja dem (selber als richtig definierten) Ideal entspricht und damit gar nicht falsch sein kann.

Und wer tatsächlich im Unklaren darüber ist, was als richtig und als falsches Verhalten gilt, ohne erst das Gesetz übertreten zu müssen, kann sich vorher darüber informieren, was auch seine Pflicht als erwachsener ist, um nicht leichtfertigerweise Fehler auf anderer Leuts Kosten machen zu müssen, um erst durch deren Anzeige hin im Nachhinein drauf aufmerksam gemacht zu werden, dass es falsch war, wo er nichts mehr dran ändern kann.

….Der Mensch geniesst also nicht nur eine gewisse Ordnung durch Rechte und Pflichten, sondern leidet auch unter ungeschriebenen und auch unsichtbaren festgefahrenen Gesetzmässigkeiten, die er schwer erkennen und ändern kann. ….

Wenn er begriffen hat, dass Freiheit ohne Grenzen ins Chaos führt und nicht genutzt werden kann, sodass die Grenzen vor allem auch den Rahmen der Freiheit kennzeichnen, die man tatsächlich nutzen kann, wird sie auch in vollem Rahmen auskosten können, und die Pflicht, diese Grenzen zu respektieren, sogar mit Freuden erfüllen, anstatt wie blöde dagegen anzukämpfen, um letzten Endes - nachdem er für den Gesetzesbruch im Knast gelandet ist - mit weniger Freiheit dazustehen, als vorher.

Insofern erfüllt ein soziales Gesetz erst dann seinen Zweck für Alle, wenn es von Allen möglichst freiwillig befolgt wird, während ein Strafgesetz vor Allem dazu dient, Diejenigen, die es nicht verstehen wollen, unfreiwilligermaßen zur Einhaltung zu zwingen, was bekanntlich gar nicht funktionieren kann, solange der subjektiv bewertete Vorteil durch den Gesetzesbruch größer ist, als der Nachteil durch die dafür in Kauf zu nehmende Strafe.
Insofern erfüllt ein soziales Gesetz erst dann seinen Zweck für Alle, wenn es von Allen möglichst freiwillig befolgt wird, während ein Strafgesetz vor Allem dazu dient, Diejenigen, die es nicht verstehen wollen, unfreiwilligermaßen zur Einhaltung zu zwingen, was bekanntlich gar nicht funktionieren kann, solange der subjektiv bewertete Vorteil durch den Gesetzesbruch größer ist, als der Nachteil durch die dafür in Kauf zu nehmende Strafe.

https://www.srf.ch/play/tv/sternstunde- ... 5cd6e895a7

Und wer tatsächlich im Unklaren darüber ist, was als richtig und als falsches Verhalten gilt, ohne erst das Gesetz übertreten zu müssen, kann sich vorher darüber informieren, was auch seine Pflicht als erwachsener ist, um nicht leichtfertigerweise Fehler auf anderer Leuts Kosten machen zu müssen, um erst durch deren Anzeige hin im Nachhinein drauf aufmerksam gemacht zu werden, dass es falsch war, wo er nichts mehr dran ändern kann.


Im Beitrag kommen Leute zu Wort, die aus nächster Nähe mit „dem Bösen“ im Menschen zu tun haben.

Eingehend durch den Kommentator in Frage gestellt:

Steckt das Böse in Jedem von uns?
Welche Faktoren müssen wirken, bis das Böse die Stufe des Subjektes verlässt und als Kollektiv wirkt?

Ziemlich salopp noch die Fragen hingeworfen, ob die „Welt“ ohne das Böse langweiliger wäre und wer das schon wolle.

Ich denke, das Böse an sich kann nicht in der Natur so ohne Weiteres, wie gefragt, angelegt sein.
Benötigt es nicht immer eine Ursache und Jemanden der mit bösem, schlechtem, destruktivem Tun, auf und aus einem Mangel reagiert?
Und ja, wo kann man dann von absichtlich bewirkten bösen Taten sprechen? Gibt es Menschen die grundlos bewusst Böses tun und von Grund auf auch böse sind?
Zunächst einige Bemerkungen zu dem Interview eines bösen Saulus, der nach Abbüßung seiner Strafe und anschließender meditativer Introspektion zum gütigen (scheinheiligen?) Paulus wurde, sowie zur Funktion des strafenden Gesetzgebers in der Gesellschaft allgemein:

In dem Gespräch geht es unter Anderem um die Frage der Menschenrechte für Diejenigen, die nicht Anderen lediglich ihre Würde nehmen (oder besser gesagt: ihrem guten Ruf schaden, indem sie sie öffentlich diskreditieren), sondern sie auch des scheinbaren Schutzes durch das Gesetz berauben, welches Ihnen den Besitz eines Rechtes auf körperliche Unversehrtheit garantiert (was nur mit einem ständigen Polizeischutz möglich wäre), bzw. auf einen angemessenen Schadensausgleich, sofern die Schädigung nicht zu verhindern war, nachdem Jemand einen Anderen einfach umgebracht hat, weil er ihm bei seiner durch Menschenrechte garantierten, freien Selbstverwirklichung (bzw der Verwirklichung seiner Vorhaben) im Wege stand.

Wie bereits an früherer Stelle festgestellt, besteht die Bösartigkeit bei einer Schädigung darin, dass sie vorsätzlich und GEGEN den Willen des Geschädigten erfolgt, anstatt MIT seinem Willen, wie es etwa bei einer Handelspartnerschaft der Fall ist, wo sich beide Partner im gemeinsamen Einverständnis gegenseitig schädigen indem sie einen Dank vom Anderen dafür verlangen, dass sie sich vorher selbst geschädigt haben, indem sie üblicherweise in Vorleistung gegangen sind.

Speziell bei Betrug durch Übervorteilung, welche in der Wirtschaft als Profitstreben (Profit ist der eigene, einseitige Vorteil zum einseitigen Nachteil des Anderen) bekannt ist, ohne welches ein Geschäftsmann mittlerweile als Depp dastünde, sofern er seine Handelspartner nicht übervorteilte - wie es unter Ganoven nicht nur üblich ist, sondern sogar als ehrenvoll gilt - , wird dieser asoziale Egoist sogar noch gesetzlich geschützt, indem man ihm das Recht auf freie Preisgestaltung mit selbstbestimmter Gewinnspanne zum Nachteil seiner Kunden einräumt, denn der Kunde MUSS ja nicht bei Demjenigen kaufen, der das Produkt teurer anbietet, weil er seine Konkurrenten erfolgreich aus dem Wege geräumt hat, sondern könnte auch einen weiteren Weg zu Jemandem in Kauf nehmen, der das Selbe etwas preisgünstiger anbietet.

Das Gesetz gegen die Preisabsprache schützt nicht den Käufer vor gemeinschaftlicher Nötigung durch Händler, die sich gegen ihn verbündet haben, um ihn gemeinsam zu zwingen, einen durch Spekulation festgelegten Höchstpreis zu zahlen, sodass die Wettbewerbssituation zwischen den Händlern aufrecht erhalten bleibt, in der der Kunden ja angeblich als lachender Dritte dasteht, sondern soll den schwächeren Händler vor dem stärkeren schützen, sofern Letzterer es wagt, sich mit einem Billigangebot einen Vorteil gegenüber dem schwächeren Konkurrenten zu erschleichen, sodass jener die rechtliche Möglichkeit hat, ihn dafür vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen, bzw zu einer Strafe verurteilen zu lassen.

Mit dieser asozialen Regelung wird also die Machthierarchie aufrecht erhalten, indem der Starke (Händler) vor dem Unmut der Schwachen (Käufer) geschützt wird, anstatt umgekehrt die Schwachen vor der Willkür des Starken, denn selbst wenn der stärkere Konkurrent bei den Händlern im unfairen Kampf um den Kunden zu einer Strafe verurteilt wird, zahlt der die gerne aus der Portokasse, um dafür auf der anderen Seite einen ungleich höheren Gewinn einzustreichen, wozu sein Konkurrent nicht in der Lage ist, wenn er diese bezahlte Strafe NICHT zum Ausgleich für seinen erlittenen Schaden durch Wettbewerbsnachteil selber beanspruchen darf, denn Strafe wir nicht als Schadensausgleich für das geschädigte Opfer betrachtet, sondern dient nur dem durch den Gesetzesbruch beleidigten Gesetzgeber zur Wiederherstellung seines beschädigten Selbstbildes, allmächtig zu sein, und wird anschließend an irgendwelche anderen Bedürftigen verteilt.

Hier stellt sich die Frage, ob die Menschenwürde des Stärkeren ihn auch dazu berechtigt, böse sein zu dürfen, wobei „böse“ nicht gleich „wütend“ ist und auch nicht gleich "ungehorsam", sondern die einmalige bösartige Tat betrifft, die mit dem Vorsatz begangen wird, einem Anderen gegen seinen Willen aus Rache zu schädigen, nachdem man von ihm - auch gegen den eigenen Willen – vorher ebenfalls geschädigt worden ist, was einem Recht auf Selbstjustiz entspräche, wie es etwa bei den Adeligen im Mittelalter in bestimmten Fällen erlaubt war, indem man Jemanden, dessen man nicht habhaft wurde, um ihn vor Gericht zu zerren, als vogelfrei erklärte, sodass ihn Jedermann, der ihn antraf - und damit vor Allem Derjenige, der ein Interesse an einer Rache an ihm hatte – ohne Weiteres erschlagen durfte.

Bei 00:22:00 in dem Videogespräch wird der ehemalige Mörder, der seine 20 Jahre dauernde Strafe im Knast abgebüßt hatte, gefragt, wie er denn nun mit seiner Schuld umgegangen sei, die hier als Verursachung eines Schadens interpretiert wird, und nicht als die Schuld im Sinne einer Verpflichtung gegenüber dem Opfer, den durch ihn erlittenen Schaden auszugleichen.

Der Mörder geht mit seiner Schuld so um, dass er nicht etwa Diejenigen, die er geschädigt hat, um Vergebung der Schuld bittet, weil er keinen Schadensausgleich leisten kann, sondern ihnen seinerseits ihre scheinbare Untat großkotzig verzeiht, die darin besteht, sich nach seinem Gefängnisaufenthalt immer noch über sein Versäumnis des Schadensausgleichs zu beschweren – so, als sei mit der Tilgung seiner Bußschuld gegenüber dem Gesetzgeber auch bereits die Schuld zur Entschädigung der Geschädigten getilgt worden.

Indem Jemand sich dazu bekannt hat, dass er die Tat begangen hat, mag er vielleicht eine Strafminderung zugebilligt bekommen, weil er die Behörden nicht bei der Ermittlung des Verursachers (anstatt des Schuldigen) behindert hat, aber es enthebt ihn aber nicht der Schadensersatzpflicht gegenüber dem Geschädigten.

Dass der Geschädigte erst selber sein Recht auf Schadensersatz in Form einer Zivilklage geltend machen muss, anstatt dass die Opferentschädigung zur ersten Pflicht einer staatlichen Gerichtsbarkeit gemacht wird, kennzeichnet diese Art der Gesetzgebung als asozial - genau so, wie die Erfindung eines Strafgesetzes selber, welches nicht dazu taugt, mit Hilfe eines Richters Etwas gerade zu richten, was schief gelaufen ist, sondern leistet der Spirale von Rachen und Gegenrache nur noch mehr Vorschub, wodurch die Versöhnung zwischen Täter und Opfer immer unmöglicher wird.

Zu meinen, indem man einfach das Zauberwort „Schulligung“ murmelt, dürfe man danach mit dem Menschenrecht des Stärkeren dem Geschädigten die Ent-Schuldigung durch eine Leistung zum Schadensausgleich mit dem Segen eines allmächtigen römischen Gesetzgebers, dessen man sich durch meditatives Ignorieren der Wirklichkeit vergewissert hat, schuldig bleiben, weil ja im biblischen Grundgesetz des mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Testamentes geschrieben steht, dass die Opfer die Pflicht haben, nicht nur dem Täter seine Sünden zu vergeben - womit er ihnen allerdings immer noch zu Dank verpflichtet wäre - sondern ihnen obendrein auch noch unentgeltlich die Schuld des Schadensausgleiches zu erlassen, ist natürlich auch meilenweit von jeder, dem deutschen Zivilrecht entsprechenden Moralvorstellung entfernt.

Hier wäre also dringend eine Filotherapeutische Nachbesserung nötig, um das verdrehte Rechtsverständnis beim Täter zu korrigieren, anstatt ihm auch noch schweigend beizupflichten, dass ihm Unrecht geschehen sei, wenn man ihn nach Abbüßung seiner Gefängnisstrafe immer noch als Mörder bezeichnet hat, der den Hinterbliebenen des Toten - die ja die immer noch die lebenden und tatsächlich geschädigten Leidtragenden sind, und nicht der Tote selber - eine Entschädigung für den entgangenen Nutzwert des Menschen schuldig ist, den er ihnen durch Mord entwendet hat.

Daran knüpft sich die Frage nach einem Menschenrecht an, aus einem außergewöhnlich großen Bedürfnis nach Sicherheit heraus einen totalen, exklusiven Besitzanspruch an einen anderen Menschen geltend machen zu dürfen, sofern die Notwendigkeit dazu besteht, wie etwa für einen Säugling, der ohne die Fürsorge seiner Mutter sterben würde, oder für die mittellose Ehepartnerin, die ohne die Fürsorge ihres "Herrn" in einer Gesellschaft, wo sie keine andere Möglichkeit zur Selbstversorgung hat, ebenfalls dem Untergang geweiht wäre.

Bei den Menschenrechten für Alle gibt es leider kein Recht auf Verwirklichung sämtlicher Vorstellungen, als freien Ausdruck der Persönlichkeit, was auch ein Recht auf eigenmächtig betriebene Rache zum Zwecke des Selbstschutzes einbezöge, welches man aufgrund eines rechtskräftigen Paktes mit dem Teufel als dem personifizierten Bösen erwirbt, um von der Lust des Ungehorsams gegen den höchsten Gesetzgeber zu leben, anstatt im Sinne eines Gottes als Inbegriff der Güte, dem zu gehorchen es noch mehr Freude bereitet, weil dessen vorgebliche Stellvertreter auf Erden ja tatsächlich die Macht haben, die Abtrünnigen im Namen ihres Herren eigenmächtig zu bestrafen, wenn sie es nicht freiwillig tun.

Die Vertreter des Klerus als moralischer (gesetzgebende) Instanz in einer Gesellschaft erfanden daher schon immer gerne einen allerhöchsten Gesetzgeber, um ihre Kontrollfunktion auch über den stärkeren Adel, das Militär und über die Wirtschaft ausüben zu können. Dabei dienen ihnen eigenwillige Ursachenzuschreibungen dazu, das Zweckdienliche zur eigenen Machterhaltung selbstgerecht als göttlich legitimieren zu können, womit sie sich auch das, was für alle Anderen schlecht und nur für sie selber gut ist, angeblich von höchster Stelle aus nicht nur als rechtens, sondern auch als richtig legitimieren lassen.

Der im Video erwähnte Satan als römischer Hüter der Ordnung war übrigens nicht das personifizierte Böse, sondern die personifizierte Strenge, die das Strafgesetz im Sinne des Gesetzgebers anwendete, um das Machtstreben der Menschen durch Maßregelungen und auch durch Strafen auf das allgemein erträgliches Maß zu beschränken. Damit war er nicht nur der Gefängniswärter, der die Gefangenen ihrer Freiheit beraubte, sondern auch der Henker, der - vom Volke gefürchtet und verachtet und mit einer Kapuze vermummt, damit man ihn nicht wiedererkennen kann - seinem blutigen Handwerk nachging.

Mit einem Strafgesetz setzt man also, wie gesagt, Rache als Strafe für Gesetzesbruch ein, um Gehorsam zu erzwingen, aber nicht um die Geschädigten zu entschädigen und somit die positive Beziehung zwischen Täter und Opfer wiederherzustellen, die durch die eigenmächtige Schädigung gegen den Willen des Opfers in eine negative umgewandelt worden ist.

Den hasserfüllten, eigenmächtigen Rächer deshalb bereits als krank zu bezeichnen, und ihm sein gutes Gewissen, in dem er handelt, psychotherapeutisch abzutrainieren, nur weil er sich das selbe Recht anmaßt, wie das Gericht, sich eigenmächtig mit Bestrafung am Täter zu rächen, dient genau dem Zweck, gegen den sich der Rächer durch Selbstjustiz wehrt, nämlich: den Schwächeren dazu zu zwingen, die Schädigung durch einen Stärkeren widerspruchslos hinzunehmen.

Hier dient die gerichtlich praktizierte Rache weder dazu, das beschädigte Selbstbild des Opfers, welches sich dem vorgeblichen Schutze des Gesetzgebers anvertraut hat, wieder zu reparieren, noch das durch den Gesetzesbruch beschädigte Bild vom idealen, allmächtigen Gesetzgeber, der über Allem steht, und Kraft seines Amtes dazu in der Lage ist, Alles, was schief gelaufen ist, wieder herzustellen, nachdem er die Schädigung selber schon nicht verhindern konnte.

An der Stelle 01:34:00 im Interview wird vom Täter behauptet, es verlange dem Opfer keinen Mut ab, Ja zu sagen, wenn es darum geht, mit dem Täter in einen Dialog einzutreten, sondern Nein zu sagen. Auch hier zeigt sich eine völlig autistische Sichtweise, bei der Täter und Opfer miteinander verwechselt werden, denn die eigenmächtige Rache durch Verweigerung der Vergebung der Schuld, ohne dabei nochmal mit dem Täter in Berührung kommen zu müssen, was sogar gesetzlich legitimiert ist, ist für das Opfer wesentlich leichter, als der Verzicht auf diesen Racheakt mit – womöglich noch unentgeltlicher – Vergebung, um die der Täter gar nicht gebeten hat, und die ihm darüber hinaus sowieso nicht gedankt wird, sondern die ihm höchstens noch als Schwäche ausgelegt wird, weil er sich sowieso nicht durch einen eigenmächtigen Racheakt gegen weitere Schädigungen des Stärkeren wehren kann.

Dieser Verzicht würde für das Opfer nämlich einen erneuten Anschlag auf das verletzte Selbstbild seiner eigenen Allmächtigkeit darstellen – umso mehr, als dass ihm vielleicht dabei bewusst würde, dass es überhaupt kein Recht auf Rache in Form der Verweigerung der weiteren Fortführung der Beziehung hat, sondern dass ihm mit der Pflicht auf Racheverzicht sogar noch eine zusätzliche Versöhnungspflicht mit Verzicht auf Schadensausgleich auferlegt wird, damit die Spirale von Rache und Gegenrache nicht bis ins siebente Glied andauert,

So wird es auch in der biblischen Geschichte vom verlorenen Sohn beschrieben, wo der Vater nicht nur auf die Bestrafung des untreuen Sohnes verzichtet hat, sondern ihm zuliebe sogar noch ein Willkommensfest veranstaltete, was in den Augen des anderen Sohnes, der immer seine Pflicht erfüllt hatte, wie ein Hohn aussah, weil hier ein offensichtliches Fehlverhalten auch noch belohnt wurde, und eine korrektes nicht, was der Nicht-Belohnte bereits als eine ungerechtfertigte Strafe empfand.

In dem spontanen jovialen Impuls seines Vaters, der sich über die Wiederkunft des Sohnes freute, und versuchte, ihn mit einem Willkommensgruß zum zukünftigen Bleiben zu verpflichten, sah der andere Sohn eine nicht zu rechtfertigende Abwertung seiner Leistung und damit auch seiner Person gegenüber der seines Bruders, welcher lediglich seinen durch pflichtvergessene Abwesenheit selber erzeugten Seltenheitswert in die Waage zu werfen brauchte, um beim Vater gleich gut oder sogar noch besser angesehen zu werden, als er.

Dieses Eifern nach mehr Geltung entspricht noch keiner krankhaften Geltungssucht (oder auch Eifersucht, wie sie fälschlich genannt wird) sondern der legitimen Inanspruchnahme des Gleichbehandlungsgrundsatzes, der für Alle gilt, die vor dem Gesetz bzw. vor dem Gesetzgeber gleich viel oder wenig wert sind – auch wenn die dadurch bekundete Missgunst, die darin besteht, dem Bruder diesen Vorteil nicht zu gönnen, als schäbig gilt, und nicht dazu geeignet ist, mit ihm ein freundschaftliches (statt brüderliches) Einvernehmen zu erzielen.

Ähnlich ungerecht verhielt sich auch der Vater von Kain und Abel, indem er die Bestechungsgeschenke des Einen denen des Anderen vorzog, was einer Diskriminierung des Berufsstandes eines Schäfers zugunsten eines Gemüsebauern bedeutete, sodass die folgerichtige Rache des Kain an seinem Vater nicht darin bestand, den Vater zu erschlagen, sondern seinen Lieblingssohn.

Ähnlich war es auch im altorientalischen Gesetz üblich, wo Derjenige, der den Ehemann einer Frau erschlug, und damit der Familie auch den Vater nahm, danach selber seine Stelle mit den dazugehörigen Pflichten einnehmen musste, um den entstandenen Schaden wieder auszugleichen, womit allerdings nicht gemeint war, dass man seinen Nebenbuhler einfach erschlagen durfte, um das Recht auf Alleinbesitz der Frau des Anderen zu erwerben.

Nun zu den in dem Beitrag gestellten und von dir explizit nochmal aufgegriffenen Fragen:

…..Im Beitrag kommen Leute zu Wort, die aus nächster Nähe mit „dem Bösen“ im Menschen zu tun haben.

Eingehend durch den Kommentator in Frage gestellt:

Steckt das Böse in Jedem von uns?.....


Die Personifizierung der Güte und des Bösen führt leicht zu der Vorstellung, es handle sich hierbei um eigenständig handelnde Personen, und keine Eigenschaften der Absichten von echten Personen, welche aufgrund einer positiven Einstellung gegenüber einem Anderen gütig oder mit einer negativen Einstellung ihm gegenüber böse handelten.

Das Böse ist also genau so ein Abstraktum, wie die Güte, die man auch ohne einen konkreten Personenbezug filosofisch betrachten und analysieren kann, was aber nicht heißt, dass es deshalb auch ein Eigenleben führt.

So wenig, wie einzelne Gehirnregionen bestimmen können, was der Mensch denkt, so wenig kann es auch das geistig Böse oder die Güte, in deren Sinne er handelt, sondern es ist immer der Mensch als komplexes Lebewesen, welches das tut – selbst wenn es sich über seine Motive nicht im Klaren dabei ist, oder sogar völlig unbewusst und spontan auf Etwas reagiert, was er als angenehm oder unangenehm empfindet, indem er es als genau so oder so ähnlich wiedererkennt, wie er es bereits vorher schon mal erlebt hat, sodass er sich spontan dieser damals gewonnenen Vorurteile dabei bedient.

Hier ist - wie bereits gesagt – das „Im-Sinne-des-Bösen (oder in böser Absicht)- Handeln“ vom „Böse-Sein“ (als ein „Wütend-Sein“) zu unterscheiden, denn das Erstere ist geistiger Natur, während das Andere körperlicher Natur ist, wenngleich Beide eine seelisch-soziale Ursache haben.

Wenn also der Vater sagt: „Ich werde gleich böse, wenn du nicht aufisst!“, dann meint er damit, dass er wütend wird, und damit seine Beherrschung verliert, und wenn er sagt: „das war aber böse von dir, dass du nicht aufgegessen hast, wie ich es dir befohlen habe!“ meint er damit nicht nur, dass sich das Kind nicht an seine Anweisungen gehalten hat, sondern dass es mit der Absicht, ihm damit schaden zu wollen, den Gehorsam vorsätzlich verweigert hat, also ungehorsam war.

Die aus einer unbeherrschten Wut heraus praktizierte, vorsätzliche Schädigung des Anderen im Sinne eines Racheaktes kommt auch bei Tieren vor und kann als natürliche, spontane Boshaftigkeit gewertet werden, was noch nicht bedeutet, dass der Mensch deshalb ausschließlich boshaft ist, weil er aus einer verächtlichen Einstellung gegenüber Anderen Menschen heraus immer in böser Absicht handelt, sodass es mittlerweile zum festen Bestandteil seines Wesens als Misanthrop geworden sei.

Insofern gibt’s den bösen oder gütigen Menschen nicht, den man – weil sein Charakter nicht mehr zu ändern ist – grundsätzlich verachten oder verehren sollte.

Dass das Böse meist dem Guten gegenübergestellt wird, entspricht einer falschen Zuordnung, denn das Böse ist zwar meistens schlecht für Andere, aber gut für Einen selber, wohingegen die Güte immer gut für Andere ist, und meistens auch für den Gütigen selber, weil er damit auch eine positive Resonanz beim Anderen erzeugt, die zumindest darin besteht, dass er ihm damit keinen Anlass für eine negative Resonanz bietet.

Man kann demnach nur einen Menschen verbessern, der schlecht für Andere ist (oder auch nur nicht gut genug, um von ihnen geliebt und begehrt zu werden), was unter Anderem auch seine bösartige Gesinnung ausmacht, die man ändern kann, indem man ihn eines Besseren belehrt, aber nicht, weil er charakterlich böse wäre, und vom Teufel besessen, den man statt seiner in den Knast stecken oder zumindest dem Besessenen wieder mit Gewalt austreiben müsse, wenn er selber keine Kontrolle mehr über ihn hat.

Die Entscheidung für das Gute, was die Güte (oder das Wohlwollen) und für das Schlechte, was das Böse (oder das Übelwollen) im Menschen ausmacht, wird in Goethes Faust bildhaft beschrieben, wo dem Bösewicht nach dem Tode verschiedene Höllenqualen erwarten – je nachdem, worin seine Lasterhaftigkeit bestand, unter denen seine Mitmenschen leiden mussten.

Hierhin gehört auch der Begriff der Todsünde, welche nicht etwa schon darin besteht, dass Jemand in seiner Habgier, die im Extremfall zur (zwanghaften) Habsucht führt, gegen das Gesetz verstößt, indem er Jemanden beraubt, sondern Jemanden obendrein erschlagen haben muss, um dann als Mörder hingerichtet zu werden, weil auf Mord die Todesstrafe steht, und nicht darauf, dass er Jemanden um sein Hab und Gut bringt.

Der mittelalterliche Begriff der „Sünde“ ist demnach mit „Verbrechen“ gleichzusetzen, welches zum Einen darin besteht, Jemanden gegen seinen Willen vorsätzlich (also in böser Absicht) geschädigt zu haben, und zum Anderen auch noch den Gesetzgeber (den Vater im Himmel) beleidigt zu haben, indem man seine Gesetze missachtet und damit seine Autorität in Frage zu stellen gewagt hat, sodass man als böse im Sinne von ungehorsam gilt, selbst wenn sonst Niemand dabei zu Schaden gekommen ist.

Die Wut moralfilosofisch mit dem Hass gleichzusetzen und als Untugend zu bezeichnen, ist genau so unangemessen, wie wenn man die Gier mit Geiz und Missgunst gleichsetzt oder den Stolz mit Hochmut und Eitelkeit, denn die Wut ist temperamentsbedingt, und schädigt vor Allem dem Wütenden selber.

Der Hass beruht – genau wie die Liebe - auf einer unbewussten, negativen Bewertung, die höchstens die Basis für zukünftige Schädigungen des Gehassten darstellt, und der Stolz bezieht sich zu Recht auf eine selbst erbrachte Leistung und bedeutet noch keinen Verächtlichmachung Anderer, sodass diese angeblichen Laster eigentlich noch gar keine sind, solange sie Niemandem schaden, und sind somit auch nicht moralisch verwerflich.

….Welche Faktoren müssen wirken, bis das Böse die Stufe des Subjektes verlässt und als Kollektiv wirkt? …..


Das Böse wird dann für den Einzelnen nicht mehr als falsch begreifbar, wenn es Jeder tut, nachdem man es salonfähig gemacht hat, wie es zB mit dem Spruch: „Geiz ist geil!“ geschehen ist, denn Geiz beruht – im Gegensatz zur Gier, die durch einen Mangel ausgelöst wird, aufgrund dessen das Begehren entsteht, ihn zu beheben – auf der mangelnden Bereitschaft, seinen Besitz mit Anderen teilen zu wollen, selbst wenn man davon nicht arm wird.

Das Argument: „Wenn es Alle tun, kann es ja nicht falsch sein!“ ist nur dann gerechtfertigt, wenn es vorher offiziell legitimiert worden ist, und das ist bei einem asozialen Gesetz, welches den Stärkeren gegenüber dem Schwächeren begünstigt, leider Gang und Gäbe, sodass sich auch Diejenigen, die sich nicht auf der Seite der Starken befinden, bemühen, auch dazu zu gehören, um ebenfalls ganz legal auf Schwächeren rumtrampeln zu können, und nicht etwa freiwillig in der Rolle des Benachteiligten verharren, nur um ein im sozialen Sinne besserer Mensch zu sein.

Die Moralvorstellung des Einzelnen richten sich im Weitesten Sinne also immer nach denen, die im für ihn überschaubaren, sozialen Umfeld als richtig gelten, was bei Nationalisten zB bis an die jeweilige Landesgrenze reicht, und für die Anhänger eines global verbreiteten Weltbildes, wie das Christentum, auch noch weit über die Landesgrenzen hinaus.

….Ziemlich salopp noch die Fragen hingeworfen, ob die „Welt“ ohne das Böse langweiliger wäre und wer das schon wolle. …...

Wer es kurzweiliger findet, Anderen zu schaden, statt ihnen zu nutzen, für den ist Letzteres natürlich langweilig, aber gemeint ist wohl die Herausforderung, die bestehenden, gesetzlich vorgeschriebenen Grenzen zu sprengen, um eigene Vorstellungen als legal und damit auch als richtig legitimieren zu können, was natürlich mit dem Risiko des Erwischt- und Bestraft-Werdens einhergeht, wie es auch der Kleptomane eingeht, um den wohligen Schauer der Gefahr im Rücken zu spüren, beim Diebstahl Etwas gewinnen, aber auch Alles verlieren zu können, was man bereits hat (wie zB seine Freiheit, wenn man dafür in den Knast wandert).

Gutes zu tun, kann hingegen auch sehr aufregend sein - besonders dann, wenn sich Niemand freiwillig zu Dank dafür verpflichten lassen will, sodass man all seine Überredungskünste aufbringen muss, um dennoch Erfolg damit zu haben.

…..Ich denke, das Böse an sich kann nicht in der Natur so ohne Weiteres, wie gefragt, angelegt sein.
Benötigt es nicht immer eine Ursache und Jemanden der mit bösem, schlechtem, destruktivem Tun, auf und aus einem Mangel reagiert? …....


Mit einem guten Beweggrund seine böse Tat zu rechtfertigen, ist eine beliebte Methode, um die Schuld des Schadensausgleichs an jemand Anderen zu delegieren, um selber als Einer dazustehen, der unter Zwang gehandelt hat, und gar keine Alternative hatte.

Hier ergibt sich die Frage der Mitverursachung, nachdem man die Tat nicht verweigerte, woraus auch eine Mitschuld folgt, den Schaden auszugleichen. Da jedoch auch eine nicht-vorsätzliche Schädigung eines Schadensausgleichs bedarf, damit der Geschädigte nicht auf dem Schaden sitzen bleibt, ist bei der Schuldfrage die Frage der bösen Absicht irrelevant.

…..Und ja, wo kann man dann von absichtlich bewirkten bösen Taten sprechen? Gibt es Menschen die grundlos bewusst Böses tun und von Grund auf auch böse sind? ….

Grundlos im Sinne einer kausalen Verursachung geschieht Nichts im Universum, aber absichtslos schon.

Absichtliches Handeln setzt eine lebende Person voraus, die man nicht nur zur Verantwortung, sondern auch zum Schadensersatz heranziehen kann, was zB beim Wind nicht der Fall ist, wenn durch ihn das Haus abgedeckt wird, sodass man da von höherer Gewalt spricht, und die Gemeinschaft der Versicherten die Reparatur bezahlt.

Es kann Jemand allerdings auch unbewusst und spontan eine böse Tat begehen, wenn er ein Motiv hat, sodass es ihm erst nachträglich auffällt, dass er die Person, der er scheinbar versehentlich gerade den heißen Kaffee über die Hose gekippt hat, ja hasst, und es ihr daher zu Recht geschieht, dass sie den Schaden alleine begleichen muss.

Aus diesem Grunde wird der Täter dem Opfer auch nicht freiwillig einen Schadensausgleich anbieten, was als Beweis seiner bösen Absicht gelten kann, sodass das Opfer diesen Schadensausgleich erst vor Gericht erzwingen muss. Durch diesen erwiesenen Vorsatz wird seine Tat auch zur Straftat, weil vorsätzliches Schädigen Anderer gegen ihren Willen laut Strafgesetz verboten ist.
Mit dieser asozialen Regelung wird also die Machthierarchie aufrecht erhalten, indem der Starke (Händler) vor dem Unmut der Schwachen (Käufer) geschützt wird, anstatt umgekehrt die Schwachen vor der Willkür des Starken, denn selbst wenn der stärkere Konkurrent bei den Händlern im unfairen Kampf um den Kunden zu einer Strafe verurteilt wird, zahlt der die gerne aus der Portokasse, um dafür auf der anderen Seite einen ungleich höheren Gewinn einzustreichen, wozu sein Konkurrent nicht in der Lage ist, wenn er diese bezahlte Strafe NICHT zum Ausgleich für seinen erlittenen Schaden durch Wettbewerbsnachteil selber beanspruchen darf, denn Strafe wir nicht als Schadensausgleich für das geschädigte Opfer betrachtet, sondern dient nur dem durch den Gesetzesbruch beleidigten Gesetzgeber zur Wiederherstellung seines beschädigten Selbstbildes, allmächtig zu sein, und wird anschließend an irgendwelche anderen Bedürftigen verteilt.

https://www.km-kongress.de/konfliktmana ... as_181.pdf

Ich beschränke mein Kommentar darüber auf den Absatz über die Strafbedürfnisse aus unterhalb eingefügtem Link vom „UlmerEcho“.

Es stellt sich natürlich schon die Frage, was ein Gemeinschaftsbewusstsein überhaupt ist und ob Sanktionen einen Tatbestand nicht nur nicht in Vergessenheit geraten lassen und somit für alle Beteiligten ein Neubeginn verhindern, sondern Rache fortwährend geschürt wird.
Genugtuung für einen angerichteten Schaden könnten statt des „natürlichen Rechtsempfindens“ (anerzogene Denkweisen, Ohnmacht und Vergeltungsbedürfnis) tatsächliche Alternativkonzepte sein.

Diese müssten gar nicht auf einer Inhaftierung beruhen sondern könnte durch die Wiedergutmachung mit sinnvollen Hilfeleistungen, welcher Art auch immer, an den Geschädigten oder seine Angehörigen direkt erfolgen.
Selbstverständlich sind da vermittelnde Personen unerlässlich.
Dies wäre unter Umständen für den Verursacher von einem Schaden vielleicht nicht im bisherigen Sinne eine Strafe aber vermutlich ein ebensolcher „Reinigungsprozess“.

http://www.ulmerecho.de/ArchivUlmerEcho ... /T-12.html
Strafbedürfnisse
Nach Ansicht des Soziologen Emil Durkheim (1858-1917) verlangt das Gemeinschaftsbewusstsein bei Normverletzungen nach Sanktionen zur Genugtuung. Solche Maßnahmen sind Strafen oder Schritte zur Wiederherstellung des „Rechtsfriedens“. Die Beweggründe hierfür sind auf „natürliches Rechtsempfinden“, anerzogene Denkweisen, Ohnmacht, Mangel an Alternativkonzepten oder einfach Vergeltungsbedürfnis zurück zu führen. Lynchjustiz ist ein Beispiel für überzogenes Bestrafen; hier werden irrationale kollektive Bedürfnisse kanalisiert. Dahinter steht der Gedanke, dass Opfer schwerer Straftaten das Erlittene besser verarbeiten können, wenn sie sicher sein können, dass dem Täter Gleichwertiges widerfährt. Oft findet sich in Straftheorien die Überzeugung, dass ohne offizielle Strafe keine psychisch stabilisierenden „Reinigungsprozesse“ in Gang kommen. Demnach sei Strafe für Täter wie Gesellschaft notwendige Voraussetzung zur Verarbeitung von Schuld.


…..Nach Ansicht des Soziologen Emil Durkheim (1858-1917) verlangt das Gemeinschaftsbewusstsein bei Normverletzungen nach Sanktionen zur Genugtuung. …....

Wenn mit Gemeinschaftsbewusstsein gemeint ist, dass jeder Einzelne in einer Gemeinschaft, das selbe Bewusstsein hat, ist das natürlich falsch, denn zum Einen ist das Bewusstsein nicht das, WAS Jemandem gerade bewusst ist, sondern nur die Tatsache, DASS ihm irgend Etwas bewusst ist, und das können ganz unterschiedliche Dinge sein, obwohl er derselben Gemeinschaft angehört.

Also scheint es hier eher um das zu gehen, WESSEN sich Mitglieder einer Gemeinschaft bewusst sind, nachdem sie sich auf eine gemeinsame Sicht- Bewertungs- und Vorgehensweise geeinigt haben, wie zB die, dass man einige (von ihnen selber dazu) bestimmte Sünden mit dem Tode bestraft, und andere damit, dass man dem Sünder die Hand abhackt, etc....

Da sich nur ein elitärer Kreis von Personen das Recht anmaßt, sich – durch die Vormachtstellung des Stärkeren legitimiert - als Gesetzgeber, Richter und Henker über Andere aufzuspielen, obwohl sie nicht unbedingt deshalb dazu berufen wurden, weil sie besonders dafür geeignet gewesen wären, sondern weil sie lediglich unbeirrbar nach der Vormacht strebten, welche mit diesem Amt verbunden ist, um sie zum eigenen Vorteil zu missbrauchen, geht es hier zum Anderen auch nicht um die Gemeinschaft ALLER Menschen in einem Staat, sondern nur um die Mitglieder einer Priesterkaste (Kaste der Adeligen und innerhalb von okkulten Vereinigungen machtpolitisch Vorgebildeten ), die sich in selbstgerechter Weise um allgemeine Rechtsangelegenheiten kümmert.

Wird hier das eigenmächtige Wort des jeweiligen Herrn missachtet, indem man seinen Gesetzen nicht folgt, sinnt dieser natürlich – ähnlich wie der Herr der Israeliten namens Jahwe – nach Rache, um seinen Ruf als allmächtiger Herrscher nicht zu gefährden, welcher beschädigt würde, wenn er sich den Gesetzesbruch straflos gefallen ließe.

Hierbei tendiert er dazu, beim reuigen Sünder (der sich ihm dann doch freiwillig unterwirft, indem er ihm huldigt) willkürlich Gnade vor Recht ergehen zu lassen, die aber in seinem Gesetz nicht regulär vorgesehen ist, um einerseits den Anschein von Objektivität nicht zu gefährden, und andererseits um vor Allem zu verhindern, dass man ihn im Zweifelsfalle selber darauf festnageln kann, indem man ihn vor sein eigenes Gericht zerrt, um sich an ihm für diesen willkürlichen Machtmissbrauch zu rächen, wenn er widerrechtlich nach seinem Gusto die Schwachen hängt, und die Starken laufen lässt.

…..Solche Maßnahmen sind Strafen oder Schritte zur Wiederherstellung des „Rechtsfriedens“. …..

Dass der Sieger in einem Kampf anschließend seinen Frieden haben will, ohne die Rache des Besiegten fürchten zu müssen, ist zwar ganz natürlich, kennzeichnet diesen Frieden aber noch nicht zwangsläufig als ein Gut, welches auch für den Besiegten gut ist.

Hier kann man den Gesetzgeber, der sich selber die Krone aufgesetzt hat, indem er ein (ebenfalls selber bestimmtes) Recht des Stärkeren in Anspruch genommen hat, wovon er sich selber ausgenommen hat, nicht als (all-)gemeinnützig bezeichnen, sondern nur als eigennützig, weil der von ihm mit Hilfe des Gesetzes aufgezwungene Frieden vor Allem dem eigenen Machterhalt dient.

…..Die Beweggründe hierfür sind auf „natürliches Rechtsempfinden“, anerzogene Denkweisen, Ohnmacht, Mangel an Alternativkonzepten oder einfach Vergeltungsbedürfnis zurück zu führen.....

Das natürliche Rechtsempfinden des Machtlosen ist ein soziales, weil der mit dem geforderten sozialen Ausgleich auch seine gesellschaftliche Benachteiligung gegenüber dem Stärkeren auszugleichen trachtet.

Hat er dann die Gleichberechtigung mit Anderen erreicht, die früher stärker waren, als er, beginnt, wie bei allen anderen Mächtigeren auch die Forderung nach Vorrechten gegenüber den Schwächeren, damit die es mit ihm nicht genauso macht, wie er mit ihnen, indem er sie ungleich behandelt, um nicht seinerseits von ihrer Willkür abhängig zu werden.

Damit bleibt als natürlicher Impuls sowohl beim Machtloseren als auch beim Mächtigeren das Vormachtstreben übrig, was in seiner zwanghaften, und damit krankmachenden Ausprägung zum Allmachtstreben wird, und bereits in der durch die Stärkeren bestimmte Hackordnung in der Familie, welche die Brutstätte für jede spätere nationale und internationale Tyrannei darstellt, angelegt wird.

Das natürliche Vergeltungsbedürfnis zeigt sich in der negativen Form als Rachebedürfnis, wenn kein freiwilliger Schadensausgleich bei versehentlicher Schädigung erfolgt, was der Geschädigte dann ebenso natürlich als vorsätzliche, und obendrein grundlose Schädigung interpretiert, die es allerdings auch nicht gibt, denn jede Wirkung hat auch eine Ursache.

Hier wäre es wichtig, nach dem Grund der vorsätzlichen Schädigung zu fragen, der meist in der Rache für einen selber erlittenen Schaden besteht, für den der Geschädigte keinen Schadensausgleich vor Gericht zugebilligt bekommen hat, nachdem dort die Schädigung für unerheblich betrachtet wurde, weil sie entweder den mit dem Schadensausgleich Beauftragten nicht genügend Profit eingebrächte, oder weil es die Belastungsgrenzen überschreiten würde, wenn Jeder schon beim geringsten Anlass nach gerichtlich regulierter Rache schreien täte.

….Lynchjustiz ist ein Beispiel für überzogenes Bestrafen; hier werden irrationale kollektive Bedürfnisse kanalisiert. ….

Die eigenmächtige Bestrafung wird vom bestrafenden Rächer immer als angemessen angesehen, und dient nicht nur dem erzwungenen Schadensausgleich, sofern der Betreffende nicht freiwillig bußbereit ist, sondern auch der Verhinderung von weiteren Schädigungen, die seine Opfer erwarten müssen, wenn er sich nochmal dazu erdreistet, sie eigenmächtig zu schädigen. Je nach dem, was von ihm zu befürchten ist, scheint hier den potenziellen Opfern eine dauerhafte Inhaftierung angemessen, oder aber auch die Eliminierung des Täters, um zu verhindern, dass er jemals wieder Jemandem in der Weise schadet, wie er es getan hat.

Da spielt natürlich die Vorstellung eine Rolle, dass der Täter seine Opfer aus reiner Profitgier auf deren Kosten schädigen wolle, und nicht, um sich für einen seinerseits erlittenen, und noch nicht regulierten Schaden an ihnen zu rächen.

Die Tat wird dann von den Selbstgerechten als asoziales und damit irrationales Verhalten kriminalisiert, und mit derselben asozialen, kriminellen Einstellung zu therapieren versucht, wie die, die man selber dabei ganz bewusst praktiziert, oder unbewusst, um das eigene schöne Selbstbild vom gerechten Rächer nicht zu gefährden.

….Dahinter steht der Gedanke, dass Opfer schwerer Straftaten das Erlittene besser verarbeiten können, wenn sie sicher sein können, dass dem Täter Gleichwertiges widerfährt. ….

Die Rache hat nicht nur den eingebildeten Effekt, das Machtverhältnis zwischen Opfer und Täter eigenmächtig zu regulieren, sondern es wird damit tatsächlich verändert, sodass das Opfer sich fortan nicht mehr zwanghaft damit beschäftigen muss, dass es die Tat ungerächt hinnehmen musste, nur um als guter Diener zu gelten, der seinem Herrn gehorcht, indem es seine Gesetze befolgt, mit denen ihm die eigenmächtige Rache verboten wird, – selbst wenn er dafür einen hohen Preis bezahlen muss.

Dadurch, dass mit der vollzogenen Rache das Problem der Machtlosigkeit gelöst ist, ist auch das beschädigte schöne Selbstbild von einem Menschen, der auch Menschenrechte in Anspruch nehmen kann, die ihm nicht vom Gesetzgeber zugestanden werden, repariert, und er kann sich wieder beruhigt anderen Dingen zuwenden, ohne ständig an seine Machtlosigkeit erinnern zu müssen.

...Oft findet sich in Straftheorien die Überzeugung, dass ohne offizielle Strafe keine psychisch stabilisierenden „Reinigungsprozesse“ in Gang kommen. Demnach sei Strafe für Täter wie Gesellschaft notwendige Voraussetzung zur Verarbeitung von Schuld. …..

Durch öffentlich praktizierte Rache von Seiten derer, die dazu befugt sind, wird natürlich auch das beschädigte Bild repariert, welches das Opfer in der Öffentlichkeit genießt - also sein guter Ruf als Jemand, den man nicht ungestraft schädigen darf.

Hiermit wird nicht das gestörte Verhältnis zwischen Täter und Opfer bereinigt, wie es bei einer einvernehmlichen Schadensregulierung aufgrund von versehentlicher Schädigung mit anschließender Versöhnung der Fall ist, sondern dient vor Allem der Aufrechterhaltung bestehender Machtverhältnisse, sowie dem dazugehörigen Machtkampf, wozu auch die Beseitigung der totalen Ohnmachtsvorstellung des Opfers zählt, welches aufgrund eines Überraschungsangriff überhaupt nicht in der Lage war, sich rechtzeitig zu wehren, um den Schaden zu verhindern.

Die Selbsttäuschung besteht hier darin, zu meinen, eine nachträgliche Rache könne spätere Schäden verhindern – ganz egal, wie auch immer die Machtverhältnisse gerade aussehen, was sich natürlich spätestens dann als falsch herausstellt, wenn die nächste nicht vorhersehbare Schädigung erfolgt, sodass es besser wäre, eine aus Rache erlittenen Schaden ungerächt über sich ergehen zu lassen, und NICHT noch provokativ bei laufender Kamera die andere Wange hinzuhalten, um den rächenden Täter als alleinigen Bösewicht öffentlich zu diskreditieren, denn damit macht man sich zum Mitverursacher der Gegenrache, die unausweichlich ist.

Dass das Opfer einer Schädigung dem Täter die Rache schuldet, in der Weise, wie man gerne behauptet, dass sich Jemand angeblich eine Strafe zu recht verdient hat, ist nicht nur begrifflich falsch, sondern auch von der Wirkungsweise her, denn es suggeriert eine naturgesetzliche Pflicht des Ausgleichs von Wohltaten in Form von Dankbarkeit und von Übeltaten in Form von Buße, die es als natürliche Notwendigkeit nicht gibt, denn sonst würde ja nicht ständig Jemand dem Anderen den Dank erfolgreich schuldig bleiben, und andererseits tatsächlich auf Rache verzichten, und damit dem Streitsüchtigen, der es nicht erträgt, einen offenen Machtkampf mal nicht zu gewinnen, den Anlass zur Gegenrache verweigern.
https://www.kulturrat.de/themen/buchmar ... rint=print

Aus dem Inhalt:

Auch und gerade im digitalen Zeitalter, das die Menschen auf der Welt mehr und mehr zusammenführt und staatliche Grenzen überwindet, brauchen wir klare und rechtsverbindliche Regeln zur Einhaltung der Menschenrechte wie Meinungs- oder Publikationsfreiheit, weil die digitale Technik leider auch die Möglichkeiten zur Manipulation von Meinungsbildung extrem erhöht hat.

Es darf beispielsweise nicht sein, dass Menschenrechte ignoriert werden, wenn es um die Erschließung neuer Märkte geht. Das jüngst bekannt gewordene Vorhaben von Google, wieder in China tätig zu werden und dafür Suchbegriffe wie Menschenrechte oder Meinungsfreiheit einfach zu sperren und damit die kritischen Stimmen zu benachteiligen, ist inakzeptabel, zumal es keine konkurrierenden Unternehmen gibt, die dem entgegenwirken könnten.
…..Auch und gerade im digitalen Zeitalter, das die Menschen auf der Welt mehr und mehr zusammenführt und staatliche Grenzen überwindet, brauchen wir klare und rechtsverbindliche Regeln zur Einhaltung der Menschenrechte wie Meinungs- oder Publikationsfreiheit, weil die digitale Technik leider auch die Möglichkeiten zur Manipulation von Meinungsbildung extrem erhöht hat. …..

Die Vorstellung, dass eine bessere Technik auch zu sozial besseren Lebensumständen führt, war der Hauptirrtum des Utopismus Anfang des letzten Jahrhunderts, denn auch wenn vorher viel wertvolle menschliche Kraft für Routinearbeit verschwendet, und nun mit Maschinenkraft bewältigt wurde,
ist das System der Ausbeutung von Dienern durch ihren Herrn das selbe geblieben, wie vor 3000 Jahren, als noch ausländische Sklaven in den Kupferminen des ach so weisen gerechten und gleichzeitig grundgütigen Gottkönig Salomo schufteten, dem bei der Ermittlung der rechten Mutter vor Allem das Kindeswohl am Herzen lag, wie es sonst nirgendwo in der Bibel erwähnt wird.

Das bedeutete aber, dass er die Freiheit der angemaßten Mutter zugunsten der echten einschränken musste, womit noch gar nicht klar gesagt war, ob die echte Mutter hinsichtlich ihrer positiven Einstellung gegenüber dem Kind auch gleichzeitig die leibliche Mutter war.

Tatsächlich kommt es viel öfters vor, als man denkt, dass auch eine überforderte, leibliche Mutter ihr Kind in die Mülltonne schmeißt, oder in einem Bastkörbchen auf dem Nil aussetzt, wo es dann von einer anderen Frau als Findelkind gerettet und großgezogen wird, wie es das biblische Beispiel von Moses beweist, sodass man sich fragen muss, wie es überhaupt zum Verlust der Mutter kam.

Die Unsicherheit über die eigene Herkunft nimmt dann der Sprössling gerne zum Anlass, sich eigenmächtig die bessere auszusuchen, indem er sich eine „echt Mutter“ zulegt, die er dann - sobald sich seine Ziehmutter mal nicht so verhält, wie es idealerweise zu erwarten wäre - , als Ersatzmutter benutzt, um seiner Gönnerin bei der nächstbesten Gelegenheit untreu zu werden, was seine Dankespflicht betrifft.

Dass die ihm das dann großzügigerweise auch noch verzeiht, ohne dass er darum bitten muss, liegt dann natürlich nicht daran, dass sie etwa selbstlos ist, sondern auch nur sein Bestes will - nämlich sein uneingeschränktes Wohlwollen ihr gegenüber als Zeichen seiner endlosen Dankbarkeit.

Nun ist es nicht so, als ob es keine Gesetze gäbe, mit denen sich diese familiären Schuldverhältnisse regeln ließen, sondern das Problem ist, dass es nur Empfehlungen sind, wie die Menschenrechte auch, die die einzelnen Mitglieder, bzw. ihre politischen Anführer, zwar gerne für sich beanspruchen, nur denen nicht zugestehen, die sie gewählt haben.

Hier siegt im Zweifelsfalle immer der stärkere Herrscher über das schwächere Volk - auch wenn das im Gesetz nicht explizit legitimiert worden ist, denn wo kein mächtiger Kläger ist, kann auch kein Richter Etwas ausrichten – selbst wenn er einem internationalen Gericht vorsteht, dessen Autorität nur von einigen wenigen Staatenlenkern anerkannt worden ist, und nicht von allen.

Hinzu kommt noch das Nicht-verantwortlich-SEIN (und nicht nur irgend ein ominöses Fühlen) dafür, was der Vorgänger entschieden hat, sodass eigentlich jeder neue Herrscher zuerst mal persönlich darauf eingeschwört werden müsste, sich an die Menschenrechtsvereinbarungen zu halten. Das jedoch erforderte eine Instanz, die in der Lage wäre, dem angehenden Herren notfalls auch den Zugang zu dem Amt zu verweigern, bzw. es ihm nachträglich sogar wieder entziehen zu können, wenn er sich nicht daran hält., die es nur dann gäbe, wenn sie überirdischen, bzw. außerirdischen Ursprungs wäre.

Dass man zu diesem Zwecke himmlische Herren erfunden hat, deren Existenz nur in der Wunschvorstellung von Angehörigen der geistigen Elite (des Clerus) besteht, macht die Kontrolle der ebenfalls nach Allmacht strebenden weltlichen Herren, die sich ihre Menschenrechte selber machen, ebenfalls unmöglich.

…..Es darf beispielsweise nicht sein, dass Menschenrechte ignoriert werden, wenn es um die Erschließung neuer Märkte geht. ….

Doch sicher darf es sein, wie man in den verschiedensten Staaten sieht, wo andere Gesetze gelten, oder dieselben Gesetze, wie woanders, nur eben nicht für Alle gleichermaßen, weil sie von den Finanzschwachen im Lande nicht gegen den Willen der Starken durchsetzbar sind.

...Das jüngst bekannt gewordene Vorhaben von Google, wieder in China tätig zu werden und dafür Suchbegriffe wie Menschenrechte oder Meinungsfreiheit einfach zu sperren und damit die kritischen Stimmen zu benachteiligen, ist inakzeptabel, zumal es keine konkurrierenden Unternehmen gibt, die dem entgegenwirken könnten. ….

Wenn die Betroffenen gar nicht die Freiheit haben, diesen Umstand ihrer Machtlosigkeit zu akzeptieren (was sie sowieso nie freiwillig täten) oder zu verweigern (wozu ihnen die Macht fehlt), stellt sich diese Frage erst gar nicht.

Genauso unrealistisch ist die Vorstellung, dass irgendwo freiwillig ein Recht auf freie Meinungsäußerung gewährt wird, die dazu dient, die Macht eines Herrschenden zu brechen, sodass Derjenige, der sich da allzu weit aus dem Fenster lehnt, indem er seine Handlungsmöglichkeiten überschätzt, sehr schnell mit Vergeltungsmaßnahmen rechnen muss.

So bleiben die Menschenrechte Etwas für die Starken und die Menschenpflichten für die Schwachen, die – wenn sie klug sind – nachgeben, um einen Machtkampf, den sie unweigerlich auch vor Gericht verlieren würden, tunlichst zu vermeiden.

Der gleiche internationale Machtkampf um die Vorherrschaft beim Bestimmen von allgmeingültigen Menschengesetzen, um die Machtposition der Stärkeren auch strafrechtlich als „gottgegeben“ zu legitimieren, findet auch bei der verbesserten Kommunikationstechnik auf militärischem Gebiet statt, wobei der nächste Weltkrieg von Demjenigen gewonnen wird, der sie am effizientesten für seine Zwecke nutzen, bzw. sie auch nötigenfalls außer Kraft setzen kann.

Gleichzeitig könnten sie jedoch auch zu friedensstiftenden Zwecken benutzt werden, was aber meist erst dann geschieht, nachdem der Aufstand niedergeschlagen und der Gegner besiegt am Boden liegt, wobei damit lediglich verhindert werden soll, dass er nicht so schnell wieder aufsteht, sondern erst mal froh ist, dass er in Ruhe gelassen wird, bis er sich wieder erholt hat, denn auch der schönste Frieden ist nicht von Dauer, wenn er aufgezwungen worden ist.
Der gleiche internationale Machtkampf um die Vorherrschaft beim Bestimmen von allgmeingültigen Menschengesetzen, um die Machtposition der Stärkeren auch strafrechtlich als „gottgegeben“ zu legitimieren, findet auch bei der verbesserten Kommunikationstechnik auf militärischem Gebiet statt, wobei der nächste Weltkrieg von Demjenigen gewonnen wird, der sie am effizientesten für seine Zwecke nutzen, bzw. sie auch nötigenfalls außer Kraft setzen kann.

Dazu noch ein interessanter Diskurs zum lnterview mit Raymond Geuss von
Lawrence Hamilton ab Seite 149 und
der Replik darauf von Georg Lohmann ab Seite 160.

https://drive.google.com/file/d/1MjTxEk ... p=drivesdk


https://drive.google.com/file/d/1G8AI5G ... p=drivesdk
Ehrlich gesagt, diese unendlich langen Texte in den philosophischen Foren vergraulen mir die Lust am Lesen.
Wenn ich wirklich Philosophisches lesen möchte, nehme ich mir den Trine oder den Emerson.
Den Schopenhauer oder meinetwegen auch einen von den ganz alten Weißen.
Das ist dann tatsächlich unterhaltsam und bereichernd.
Die Weisen meinte ich natürlich.
Wobei, ich möchte mit meinem Kommentar nicht die Beiträge gering schätzen, die wirklich Aussagen beinhalten.
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