Im Zeitalter der Globalisierung,Digitalisierung und der technisch hochgerüsteten Welt, fällt es zunehmend schwerer Menschlichkeit zu leben.
Sie passt nicht mehr in Gesellschaften der Industriestaaten. Stimmt das ?
Passt sie nicht mehr oder ist sie nicht mehr gewollt? Oder gab es sie nie?

Auch die Ethik unterliegt einem gesellschaftlichen Wandel, nicht so sehr inhaltlich sie gilt nur nicht mehr für alle Menschen, sondern nur in sehr engem Rahmen.
In diesem engen Rahmen ist alles machbar, zum Mond fliegen, Waffen ohne menschliches Zutun zum Töten von Menschen, künstliche Intelligenz die Leben "erleichtern" soll, Medizin die den Menschen als Objekt der Machbarkeit sieht, Nahrung im Überfluss, ungeheure Reichtümer in den Händen von wenigen.
Aber außerhalb des Rahmens sieht das Menschsein anders aus, 1 Milliarde Menschen, die nicht lesen und schreiben können, nochmal 1 Milliarde Menschen die hungert, auf der Flucht von Elend und Not sind nochmals Millionen Menschen.

Das ist sozusagen der Ist-Zustand, eine Welt, die wir so unseren Kindern hinterlassen.

Vielleicht gab es sie wirklich nie, die Menschlichkeit und wir unterliegen keinem göttlichen Prinzip, sondern dem darwinistischen Prinzip und der kraftvolle Starke, nimmt sich was er braucht, ob andere vegetieren oder sterben, spielt dann keine Rolle.
ich denke, es gibt sie heute genauso, wie es sie gestern und vorgestern gegeben hat, die menschlichkeit. bei vielen, sicher nicht bei jedem.

nur heutzutage wird vieles offensichtlicher, was es auch einfach früher nicht gab.

knipsen bei unfällen auf der autobahn, nur glotzen, ohne zu helfen ....nur ein beispiel.

oder die vielen situationen in der ganzen welt, die vielleicht in ähnlicher art und weise auch früher waren, heute werden sie öffentlich. allerdings durch das viele sehen der grausamkeiten wird man auch etwas abgestumpfter, man kann nicht mit jedem mitleiden, dem schreckliches passiert.

ich danke es so ... man/mann/frau/ich kann nicht die probleme der ganzen welt lösen, aber es gibt sicherlich auch menschen in der nähe, die hilfe benötigen, mitgefühl, anteilnahme an einem vielleicht nicht einfachen schicksal .... ich denke, darin zeigt sich menschlichkeit, oder auch, wie offen ich für andere menschen bin, oder will ich einfach nur "nicht berührt werden", nicht berührt vom leiden anderer .....vielleicht auch, weil es dann etwas unbequem werden kann, ich mal über meine grenzen hinausschauen und auch gehen muss ......

und doch, wir unterliegen dem göttlichen prinzip ob ich will oder nicht ......und wenn es auch manchmal oder oft nicht so zu sein scheint.
Der Ist-Zustand ist für mich dass das Wesen Mensch 'nur' seine äußerst vielfältigen Möglichkeiten auslebt. Dies immer so war und sich auch nicht so schnell wandelt in eine einseitigere Einschränkung. Vor Jahren gab es mal eine ernsthafte Studie über die wachsende zeugungsunfähigkeit bei Männern. Eine Möglichkeit der Natur einzuschränken.
Überholt!
Eine Gegenfrage: Wie würde sich die Bevölkerung eines hungernden Landes oder Erdteils eintwickeln, wenn dort plötzlich hohe Naturschätze wie z. B. Erdöl, endeckt und gerecht verteilt werden würden?
Sie würden ihr altes Leben schnell vergessen und sich anpassen. Grenzen und Zäune bauen und sich vor Anforderungen Unglücklicher schützen wollen.
Dies lässt sich auch ins kleine Einzelgeschehen übertragen. Z. B. eine Pflegedienstleitung die ganz schnell ihre Zeit der Arbeit am Bett vergisst und knallharte Arbeitsbedingungen aufstellt und viele ähnliche Begebenheiten. Wie im Großen ein Unternehmer der Gewinn erwirtschaften will und vom System zu immer mehr Wachstum getrieben wird - und vieles mehr.

Eine greifende Möglichkeit für die ganz bewusst gelebte Menschlichkeit der vielen würde ich anführen wollen. Die Gemeinsamkeit, Verbundenheit und damit eine "Überzeugung", deren Gesichter sehr vielfältig sind. Glauben an eine Ethik/Religion und auch Demokratie und Gleichstellungsbestreben. Individualität ist noch unser/mein extrem hoch geschätzes Gut, verträgt sich aber eher weiniger mit angewandter Menschlichkeit im Sinne von einer Entwicklung die zum Guten für alle gestaltet sein soll.

In anderen Worten: Ideale im Gemeinschaftssinn für große Bereiche.
Für alle? So weit sind wir noch nicht in der Entwicklung unserer Art!

Somit eine, nämlich meine individuelle Antwort auf Deine Frage: darwinsche Erkenntnisse als auch ein Prinzip des großen Geistes sind uns gegeben. :-)
Es gibt sie noch und dennoch sagt man, wenn man auf sie trifft, bei einer Behörde,
beim Arzt, einer Krankenschwester, einer Altenpflegerin, einer Verkäuferin:
Der/die war noch so menschlich. "Noch", also schon eher die Ausnahme, echtes
menschliches Interesse wahrzunehmen, sich angenommen zu fühlen.

Man müsste mal die Flüchtlinge befragen, wo und wie ihnen bei uns die Menschlichkeit begegnet ist. Ob sie sich überhaupt noch trauten, Bischof Tutu zu zitieren?:

"Ich bin ein Mensch, weil ich dazugehöre. Ich nehme teil, ich teile mit anderen."
die Grundvoraussetzung von Menschlichkeit ,ist so glaube ich die Akzeptanz des Menschseins aller Menschen.
Da fängt es schon an, dass einigen, immerhin fast 3 Milliarden das Existenzrecht abspricht, denn man ordnet sie "wichtigeren Interessen" unter.
Liebe EmmaKlein,

deine Artikel hier sind sehr fein..

Deutschland hat jetzt gewählt...
jetzt wird schon wieder gezählt..

Du und vielleicht ein paar sparsame Schwaben..
möchten gerne weniger Politiker haben...

In der Familie bzw.Schule ist vor dem Bild üblich (Vorbild)
das gibt es wohl nicht mehr und ist betrüblich...

Nochmals danke für deine Zeilen...
ich tat heut zum Yoga eilen...

Dieses Thema ist ein Pulverfass..
vielleicht kommt noch ein Erlass:

Sich selber besser anzuschauen..
um sich und Anderen zu vertrauen...

Liebe Grüsse
Katharina
EmmaKlein hat geschrieben: die Grundvoraussetzung von Menschlichkeit ,ist so glaube ich die Akzeptanz des Menschseins aller Menschen.
Da fängt es schon an, dass einigen, immerhin fast 3 Milliarden das Existenzrecht abspricht, denn man ordnet sie "wichtigeren Interessen" unter.


Tja, Politik muss wohl irgendwie "ordnen". :(
@Emma
gute Frage und gute Antworten darauf......

ich möchte jetzt mal den Begriff "Globalisierung" herausgreifen......für mich bedeutet Globalisierung nicht nur eine weltweite wirtschaftliche Zusammenarbeit....
Globalisierung bedeutet für mich auch der Gedanke, dass wir ALLE Menschen sind und dass wir nur diese EINE Erde haben.....

neulich habe ich ein Buch gelesen, da ging es u.a. um unseren Verbrauch an Rohstoffen und die Endlichkeit der Rohstoffe auf unserer Erde....seit der Industrialisierung haben wir in nur 100/150 Jahren mehr verbraucht als die Menschheit seit Beginn der ersten geschmiedeten eisernen Waffen - vor wie vielen zehntausenden von Jahren ?....

da tauchen solche Berechnungen auf wie:
wenn wir sparsam umgehen mit unseren Ressourcen - dann reichen die noch 100 Jahre - evtl. auch mehr.....was sind 100 Jahre - zwei Generationen - 200 Jahre drei Generationen ?

da wir bis heute nicht mehr als eine (annähernde) Lichtgeschwindigkeit zur Verfügung haben, sind die nächsten ausbeutbaren Welten zu weit entfernt von uns....

Fazit:
heute leben wir - noch - wie die Maden im Speck......doch die nächsten Generationen werden riesige Probleme zu bewältigen haben....
@Gundulabella ja die Ressourcen der benötigten Rohstoffe der Erde sind endlich, wie alles auf der Erde endlich ist.
Sie, die Ressourcen, sind über Jahrmillionen entstanden, und werden so gnadenlos ausgebeutet, dass es jedem klar sein muss, in einem von uns Menschen überschaubaren Zeitraum von 300 Jahren, werden vermutlich Verteilungskämpfe entstehen, die die Menschheit nicht überleben kann.
Es müsste ein Umdenken stattfinden, dahingehend pfleglicher mit Mensch Tier und Umwelt umzugehen und wie du richtig feststellst global, alle Menschen betreffend.

Ich sehe aber zur Zeit eher den umgekehrten Weg, egoistisches, nationalistisches Denken ist auf dem Vormarsch, dessen Motive weit entfernt von Menschlichkeit sind.

Ich weiß nicht ob dieser Prozess noch aufzuhalten ist.
und dieser Prozess wird sich irgendwann umkehren.....

das Problem ist nur, dass das - wieder einmal - sehr spät geschehen wird.....
die Geschichte hat gezeigt, dass den Menschen erst das Wasser bis zum Hals stehen muss, bevor sie wirklich - und konsequent - reagieren/gegensteuern.....

ein Beispiel im kleineren Bereich ist die Autoindustrie:
vor 20 Jahren glaubte ich noch, dass die e-Autos zügig kommen und sich durchsetzen würden.....
doch ein Jahr nach dem anderen verging - mit halbherzigen Versuchen....
die Produzenten sagten:
"wenn ihr so wenige e-Autos von uns kauft - können wir diese Autos nicht billig produzieren".....
die Konsumenten sagten:
"weil eure e-Autos so teuer sind, kaufen wir sie nicht"....."außerdem gibt es zu wenige Ladestationen - eure Akus halten nicht lange und auch die Ladezeit ist zu lang"

die Asiaten haben in diesem Fall sogar schneller reagiert als wir im Westen......

ich könnte mir vorstellen, dass in der nächsten Zukunft Rohstoffe teurer werden als Gold und nur die Reichen sich noch Industriegüter leisten können.....

wobei es jahrelang hieß:
Recycling macht es möglich....u.a. werden die Handys auseinandergenommen, um Kupfer und seltene Erden nochmals verwenden zu können....
bei dem aktuellen Verbrauch ist das aber ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn nicht nur in der Industrie sondern auch im Gesundheits-/ Krankenhausbereich ist ein enormer Bedarf vorhanden....
Dieser Prozess ist aufzuhalten, wenn wir bereit sind, uns ihm entgegen zu stellen.
Wir in Deutschland, wir in Europa, wir in aller Welt, die Mehrheit der Völker will in Frieden und Freiheit leben. Das gilt es zu verteidigen.

Oftmals gerade nach Wahlschlappen oder - desastern fallen etliche Menschen in ein Vakuum, bedauern sich und die Welt, bejammern Gegebenheiten, anstatt sich sortieren und aufzurichten.
Gerade miserable politische, kulturelle Zustände sowie geistige Verstrickungen brauchten schon immer Frauen und Männer, die den Mut hatten, Menschlichkeit auf ihre Fahne zu schreiben.

Ob bei uns, in Polen, in der Türkei, in den USA, oder den diktatorisch regierten Ländern überall stellen sich Menschen dem Unrecht, dem Elend entgegen, riskieren dafür Leib und Leben.

Sie sollten für viele von uns Vorbild sein und wenn es allein dazu dient, meinen einsamen Nachbarn
zum Kaffee einzuladen.
mir ging es um unseren weltweit explodierenden Rohstoffverbrauch, der auch mit Recycling nicht mehr gedeckt werden kann......

nachdem ich gegoogelt hatte, habe ich mit Erstaunen gemerkt, dass zur Zeit - entgegen meiner Einschätzung - bereits versucht wird, den Mond und auch den Mars für die Rohstoffgewinnung zu nutzen....
denn:
ohne Rohstoffe können wir unsere bequemen alltäglichen Gewohnheiten in unseren Industriestaaten nicht mehr aufrecht erhalten...
eine Drehung am Hahn und das Wasser läuft ......klick - und das Licht geht an......klick - und die Heizung geht an.....klick - und das Auto springt an.....
klick - und der Fernseher geht an....klick - und das Handy geht an.....der Bus hält vor dem Flieger und wir steigen ein und denn hebt das Flugzeug ab....
klick - und während wir im Krankenhaus liegen, kontrollieren die Monitore unsere Lebensfunktionen...

die große Frage ist - und ja - auch und gerade von wegen der Menschlichkeit:
....wer kann sich dieses schöne Leben, das wir zur Zeit führen - einige Generationen später noch leisten ?
dann, wenn die Rohstoffe immer teurer geworden sind ? und sie werden teurer werden - denn nachdem die Erde ausgebeutet ist, geht es zu den Nachbar-Planeten und das wird teuer....

die einen können sich dann vielleicht den automatischen Wasser-Strom-Rundum-Technik-Klick noch leisten.....die anderen müssen vielleicht Feuer machen mit dem Holz, das sie noch finden können .....
Auto ? Handy ? Internet ? shoppen gehen ? Krankenhausversorgung ?
und nix mehr mit Fahrstuhl - da ist Treppensteigen angesagt.... :wink:
ps:
seit einiger Zeit wird bei mir auch auf der anderen Seite gebaut.....Riesenbohrer waren da zugange, um erstmal die Fundamente für die Tiefgarage auszuheben, die unter der Wohnanlage entstehen soll - abgesehen davon, mußte der ganze Bereich trockengelegt werden......
die Erschütterungen waren so stark, dass mein Laptop vibriert hat - gegenüber auf der anderen Straßenseite - im dritten Stock :!: .....
und ein riesiger Krahn schwenkt jeden Tag über meinen Balkon.....welche enormen Energiemengen werden da verbraucht...... :!:
Hat Mensch und Menschlichkeit jemals zusammengepasst?

Die menschliche Geschichte ist eine der Schlachten, der Eroberungen, von Gewalt und lustvollem Töten.
Die Helden in den Geschichtsbüchern sind die größten Verbecher und Massenmörder - es ist die Geschichte der skrupellosen Sieger.

Menschlichkeit kann man eigentlich nur als moralischen Imperativ sehen - über die Definition von Humanität wird auch weiterhin gestritten werden.
so wie die (anderen) höheren Säugetiere auch, will sich die Spezies Mensch als Spezies durchsetzen....

und weil wir Menschen diesen neuartigen "reflektierenden" Verstand entwickelt haben, haben wir einen riesigen Vorsprung vor den anderen Spezies....
wobei es auch in den menschlichen Gruppen immer Mitläufer und Anführer gibt....

ziemlich früh ist der Nachteil dieses neuartigen Verstandes erkannt worden......
deshalb kamen dann die Religionen und die Moral ins Spiel - als Kontrollfunktionen .....

leider haben diese Kontrollen bis heute noch nie 100%ig funktioniert.....

ein Anführer muss stark und dynamisch sein - neue Ideen haben - sich durchsetzen können.....
wo ist aber die Grenze zum "umkippen" ?
wann wird aus einem Anführer, der sich für seine Gruppe - sein Volk - verantwortlich fühlt, ein Diktator, der sich für unfehlbar und gottähnlich hält, im Machtrausch dem Größenwahn verfällt und deshalb keine Ratgeber mehr akzeptieren kann ?
Ich habe einmal gelesen:"Gib einem Menschen Macht , und Du erkennst seinen Charakter"