Hallo,
meine Schwester hat am 2. Mai vorigen Jahres die Diagnose Lungenkrebs im Endstadium gekommen. Wir waren alle geschockt. Da sie Witwe war und im 3. OG wohnte (konnte nach kurzer Zeit die Treppe nicht mehr bewältigen) habe ich Sie bei mir aufgenommen. Ich finde, man sollte offen über die Situation sprechen. Auch wenn es sehr schwer ist. Man muss zusammen lachen und auch weinen können. Offenheit und Ehrlichkeit ist ganz wichtig.Es ging sehr rapide bergab. Es ist furchbar, wenn man zusehen muss, wie der Körper langsam stirbt. Dann kam ein Zeitpunkt, wo ich es nicht mehr konnte. Ich habe auch nachts nicht mehr geschlafen und war am Ende. Sie ist dann ins Hospitz gegangen und nach 2 Wochen dort friedlich im Kreise ihrer Kinder eingeschlafen .Mit 66 Jahren starb sie dann am 25. August. Nach der Diagnose nicht mal 4 Monate. Ich bin aber dankbar für diese schwere Zeit und es war für mich selbstverständlich sie so weit es ging auf diesem Weg zu begleiten.Ich wünsche Dir sehr viel Kraft und Du must davor keine Angst haben. Liebe Grüsse meggisolo
Genau so ist es Meggisolo, nur dass ich jetzt nachts nicht schlafen kann, ich denke ununterbrochen daran, ob ich nicht etwas anderes machen hätte können, um ihr Leben zu verlängern, denn hätte ich Sie, wie ich es eigentlich wollte nach Hause geholt, wäre sie in ihren 4 Wänden verstorben....doch es wurde mir davon abgeraten (und ich habe mich der Meinung der Ärzte gebeugt), da eine Verlegung angeblich meiner Schwester nicht überlebt hätte, weil die Hüfte schon durch die Metastasen gebrochen war und entlang der Wirbelsäule fühlte ich 12 dicke Murmeln (Metastasen), wenn ich ihren Rücken streichelte....ich komme nicht zur Ruhe, da ich denke, dass ich nicht ALLES versucht und nicht genügend für Petra gekämpft habe...Am Ende trainierten wir das Atmen....durch die Nase ein, durch den Mund aus atmen... Ich weiß nicht mehr wie oft ich dies zu ihr innerhalb meiner AnwesenheitsStunden gesagt habe...sie hatte kaum Kraft den Mund zu schließen, ich unterstützte sie dabei, in dem ich mein Zeigefinger unter ihren Kinn legte...Irgendwann sagte sie dann:" Geli ich möchte, dass du jetzt gehst, ich trainiere bis morgen alleine weiter"...(hätte ich da schon gewußt, was ich heute weiß, ich wäre nicht gegangen...ich hätte sie weiter beim atmen unterstützt)...das alles ist zu schnell passiert und plötzlich ist sie nicht mehr da...meine Petra...mein Fels in der Brandung...sie fehlt mir so...
Rabea

sie hat Dich nach Hause geschickt. Sie wollte es so, wollte Ruhe,
hatte keine Kraft zum Kämpfen mehr, war zu Tode erschöpft..
Es ist gut so, wie es ist.
Du hättest ihr Leben nicht verlängern können,
und wenn, wäre es eine
Qual für Deine Schwester gewesen.
Irgendwann liegt das Weiterleben nicht mehr in unserer Hand.
Deiner Schwester geht es jetzt sicher viel besser.
Gönn es ihr, auch wenn Du sie noch so sehr vermißt.
Rabea ...

Meine Mama hat vor vielen Jahren mal zu mir gesagt, dass es Menschen gibt, denen man das Sterben gönnen muss. Und sie hatte recht.

Es ist immer schlimm, einen so nahestehenden Menschen zu verlieren.

Aber was hätte Deine Schwester noch gehabt außer Schmerzen und immer stärker werdende Atemnot? Nichts! Im Gegenteil, die Schmerzen sowie die Atemnot wären immer noch schlimmer geworden. Und glaub mir Rabea ... Keine Luft zu bekommen ist ganz schlimm.

Nun kann sie in Frieden ruhen. Und Du Rabea solltest auch versuchen, Deinen Frieden zu machen. Du hättest der Krankheit nichts entgegensetzen können. Das kann niemand.

Als unsere Mama gestorben ist, haben wir ins Sterbebild schreiben lassen:

"Du bist nicht von uns gegangen,
sondern nur vor uns."


Das tröstet mich heute noch.

Alles Gute - AK
Liebe Rabea,

ich wollte dir hiermit mein tiefstes Beileid aussprechen. Es ist immer wahnsinnig schwer einen lieben Menschen gehen zu lassen.

Du hast alles menschenerdenkliche getan, damit es deiner Schwester gut geht. Es war noch einmal eine ganz intensive Zeit für euch beide. Nun ist sie nicht mehr.

Irgendwann ist der Körper einfach des Kämpfens müde. Nun ist deine Schwester befreit von allen Qualen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit und drück dich mal ganz fest.
@ rabea 1960!

Du hast alles richtig gemacht, denn du hast deine Schwester sehr geliebt und unterstützt, befreie dich von dem Gedanken, hätte ich es nur anders gemacht? Ich bewundere dich, wie du das alles geschafft hast und hoffe von Herzen, dass ich genauso viel Kraft wie du habe, meine Schwester zu unterstützen?
Ich hoffe, ich nerve nicht, doch möchte ich mich bei euch ALLEN bedanken....ich fühle mich angenehm in eurer Mitte aufgefangen, da ich hier doch soo viel Mitgefühl erfahre, was ich zuvor niemals vermutet hätte....bitte versteht, dass ich keine Kraft zur Zeit habe, auf jede einzelne Mail zu antworten...ist sonst nicht meine Art...
Wer mich vom Schreiben her kennt, weiß dass ich sehr realistisch bin...Daher weiß ich, dass ihr alle Recht habt, was ihr schreibt, was ich nicht weiß, wie ich das schlechte Gewissen ausschalten kann, abends fühlt sich alles so unwirklich an und schmerzt, dann ist die Traurigkeit besonders groß, dann lassen mich meine Gedanken nicht los, sie sind so, als sind sie eingemeiselt und ich kann dann nicht schlafen....

Zur Zeit vertiefe ich mich in Dinge, die oft in letzter Zeit liegen geblieben sind...also Frühlingsputz im Sommer...es gab Zeiten, wo ich mich an die anschließende Sauberkeit erfreute, heute fühlt es sich so anders an...alles grau in Grau obwohl geputzt...
Meine Nachbarin erkennt mich nicht wieder und meint, ich sollte eine Trauergruppe aufsuchen, dies werde ich nun in Angriff nehmen und hoffe, dass der Schmerz bald aufhört...
Danke fürs Lesen...
Liebe Rabea,
ich kenne dich natürlich nicht, weil ich relativ neu hier bin. Ich kann dir auch nur empfehlen zu einer Trauergruppe zu gehen, das hat mir damals sehr geholfen. Das Gefühl des sich schuldig Fühlens kenne ich wohl .Mein krebskranker Mann wollte damals keine Therapie mehr, wir haben dem zugestimmt und es auch so mit der Ärztin besprochen. Ich hatte lange danach noch ein schlechtes Gewissen,weil ich dachte, dass er noch viel länger hätte leben können, Irgendwann ging es mir besser und ich weiss inzwischen auch, dass es so richtig für ihn war.Ich wünsche dir alles Gute,
ganz liebe Grüsse
ariann06e
,
Ich habe erst jetzt gelesen, dass Du Deine Schwester hast gehen lassen müssen. Es tut mir so leid !
Deine momentanen Aktivitäten sind ganz normal und ich denke, sie helfen Dir einfach in dieser schwierigen Zeit.

Ich mußte ziemlich alt werden, um zu verstehen, warum Menschen z.B. bei Trauerfeiern lachen können. Seit einigen Jahren weiß ich, dass sie sich der vielen schönen Erlebnisse mit den Verstorbenen erinnern und das ist gut so!. Deine Schwester muß nicht mehr leiden, aber die schönen Erinnerungen kann Dir keiner nehmen. Hole sie Dir in's Gedächtnis und genieße sie.
Rabea
Mein Mitgefühl und mein Beileid.....
Lg. Lulumanu
Hallo Rabea nebst Schwesterchen,
dein letzter Beitrag hier ist ja schon ein Weilchen her, und ich habe die Beiträge nur überflogen, allerdings scheint mir, trotz herzlicher Anteilnahme und wunderbarem Mitgefühl, wurde keine alternative, wirklich aussichtsreiche Therapiemöglichkeit erwähnt,. und ich weiß auch nicht in welchem Stadium sich deine Schwester gerade befindet, doch vielleicht ist es ja kein Zufall, dass ich heute hierher geriet. (außerdem gibt es keine Zufälle)...

Nur soviel schon mal, die Heilungschancen bei Chemo usw. liegen wahrhaft bei in etwa nur 3%
und selbst die, die da durchkommen verschwinden nach 7 Jahren aus der Statistik. Und Zufall oder nicht, spätestens genau da beginnt für die meisten, dann auch die kritische Zeit bezüglich eines 1. Rückfalls.. Bei meiner Frau war es nach dem 8. Jahr, statistisch allerdings, gilt sie als geheilt.

Tue Euch beiden den Gefallen und schau bei Google und auch bei Youtube unter Rüdiger Dahlke nach, hier wird wirklich und wahrhaftig geholfen und ganz andere Statistiken können hier die Wirksamkeit belegen ... Auch über deine aktuelle Thematik hinaus findet, sich hier Heilung, die bei der allopathischen Medizin oftmals schon allein durch die Nebenwirkungen nicht erzielt werden kann.

Wenn Du dazu noch Fragen hast, kannst Du mich darüber hinaus gerne unter kontaktieren@. gmail.com erreichen - anschließend könnten wir telefonieren. Ich schau heute Abend und die nächsten Tage dort immer abends mal nach...

Ich wünsche Euch beiden Sonne ins Herz, einen nicht endenden Mut und viele Gelegenheiten dennoch auch mal zu lachen.
Mögen die unter uns hier, die zu beten vermögen, dies für euch tun, den selbst die handelsübliche Wissenschaft hat dies inzwischen tatsächlich bestätigt.: Unter denen, für die gebetet wurde, heilen nachweislich mehr. Ich werde dies jetzt gleich vor dem Einschlafen für deine Schwesterchen tun, obwohl ich gar kein Christ bin. Doch dies kann machen und sofort machen, weil ich darum weiß...

Ich zwinker euch beiden zu, lieb gedrückt von Schubiduu
ät schubiduuu

rabea1960 » 04.07.2017, 21:08

Heute habe ich die Kraft das Tagebuch leider zu schließen, da meine Schwester den Kampf gegen den Krebs am 30.06. um 21:15 uhr verloren hat... Petra hatte zu große Schmerzen,NICHTS half mehr, außer mehr Morfin und diese erschweren das Atmen...meine Bemühungen verloren sich im Sand..

FYI
qualcuno