Mein Lieblingsbaum ist eine ganz bestimmte Weide. Wäre sie ein Mensch, würde man sie als „behindert“ bezeichnen. Denn in jungen Jahren fällte sie ein Sturm, so dass ihr Stamm waagrecht am Boden liegt und ein Teil ihrer Wurzeln als Luftwurzeln sichtbar sind. Doch ihre Krone streckt sich mächtig gegen den Himmel. Diese Weide zeigt mir jedes Mal, wie wertvoll das Leben ist.

DIE WEIDE

Vom Sturm gefällt liegt er am Boden
der dicke Stamm, dem Tode nah.
Die Wurzeln rissen aus dem Erdreich,
als man die Weide fallen sah.

Halb tot ließ man die Weide liegen,
dem schönen Garten fast ein Dorn.
Doch Lebenswillen zu besiegen
vermag nicht einmal Gottes Zorn.

So liegt sie heute noch am Boden,
gezeichnet, vielfach überseh’n.
Doch trägt sie ihre Ästekrone
so stolz als würd‘ sie aufrecht steh‘n.
schönes Gedicht, mein Lieblingsbaum ist auch die (Trauer)weide!