weil ja anscheinend großer Bedarf besteht, und ich gerne in den Blogs wieder eigene Erlebnisse oder Gedanken lesen würde, dachte ich mir hier wäre der richtige Platz dafür

Ich fang dann mal mit der heutigen Geschichte an ( Kopieridee ist nicht von mir)


Taschen-taser Elektroschockpistole, ein super Geschenk für die Frau.


Ein Mann der seiner lieben Frau zum Hochzeitstag einen Taschen-taser gekauft hat, schrieb daraufhin das Folgende:


Letztes Wochenende ist mir in Larry's Pistolen & Pfandladen etwas aufgefallen, das sofort mein Interesse weckte.


Der Anlass war unser 15. Hochzeitstag und ich war auf der Suche nach 
etwas Besonderem für meine Frau Julie: Ich stieß auf einen 100.000-Volt 
Elektrotaser in Taschengröße.


Die Auswirkungen des Taser sollten wohl nur von kurzer Dauer sein und 
keinerlei langzeitige Folgen hervorrufen, wodurch Julie dann aber genug 
Zeit hätte sich in Sicherheit zu bringen...??


SO WAS COOLES GIBT'S JA WOHL NICHT! Lange Rede, kurzer Sinn, ich kaufte das Gerät und nahm es mit nach Hause.


Ich legte zwei AAA Batterien in das Gerät und drückte auf den Knopf - 
NICHTS! Ich war total enttäuscht. Schnell fand ich jedoch heraus dass 
ein blauer elektrischer Lichtbogen zwischen den Gabeln entstand, wenn 
ich das Gerät auf eine metallische Oberfläche hielt während ich den 
Knopf drückte.


GEIL!!!!


Leider wartet Julie noch immer auf eine Erklärung für die beiden Brandpunkte auf der Vorderseite ihrer Mikrowelle.


Okay, ich war also alleine zu Hause mit diesem neuen Spielzeug und 
dachte mir dass es ja wohl nicht so schlimm sein kann es waren ja 
schließlich nur zwei AAA Batterien, stimmt's?


Da saß ich also in meinem Liegesessel, meine Katze Gracie schaute mich 
aufmerksam an (treue kleine Seele), während ich mir die 
Bedienungsanleitung durchlas und mir dachte dass ich dieses Gerät 
definitiv an einem richtigen Zielobjekt aus Fleisch und Blut testen 
muss.


Ich gebe es ja zu, der Gedanke Gracie zu tasern war da (aber nur für den
Bruchteil einer Sekunde), aber dann hat die Vernunft natürlich gesiegt.
Sie ist so eine liebe Katze. Aber ich musste natürlich sichergehen dass
dieses Teil auch hielt was es versprach, schließlich war ich drauf und 
dran es meiner Frau zur Selbstverteidigung gegen Verbrecher zu geben. 
Das ist ja wohl richtig so, oder?


So saß ich also da in meinen Shorts und Trägerhemd, Lesebrille 
vorsichtig auf dem Nasenrücken positioniert, in einer Hand die 
Bedienungsanleitung, in der anderen den Taser.


Laut Bedienungsanleitung sollte ein Stoß von einer Sekunde reichen um 
den Gegner zu desorientieren; ein zwei Sekunden Schlag sollte 
Muskelkrämpfe und Kontrollverlust über den Körper hervorrufen und drei 
Sekunden sollten dazu führen dass der Gegner wie ein gestrandeter Wal am
Boden liegt und nichts mehr bewegt. Alles über drei Sekunden wäre 
Batterieverschwendung.


Die ganze Zeit habe ich dieses Gerät im Auge dass etwa 12 cm lang ist 
und einen Umfang von circa 2 cm hat (und dann auch nur zwei winzig 
kleine AAA Batterien); eigentlich recht niedlich. Ich konnte das einfach
nicht glauben.


Was dann passierte ist wirklich kaum zu beschreiben, aber ich gebe mein bestes...


Ich sitze da allein, Gracie schaut mich an, ihren Kopf leicht zur Seite 
gedreht als wenn sie sagen will "Tu es nicht du Idiot!". Ich komme zu 
dem Schluss dass ein Stoß von nur einer Sekunde von so einem winzigen 
Teil ja wohl nicht grade große Schmerzen hervorrufen kann. Ich 
entscheide mich also mir selbst einen Stromschlag von einer Sekunde zu 
verpassen. Ich halte die Gabeln an meinen nackten Oberschenkel, drücke 
den Knopf und...


ACH DU HEILIGE...MUTTER DER MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN...WAS ZUM...!!!!!!


Ich weiß ganz genau dass Hulk Hogan in dem Moment durch die Hintertür 
gekommen ist, mich und meinen Liegesessel hochgehoben hat und uns dann 
beide mit voller Wucht auf den Teppich geschleudert hat. Und das immer 
und immer wieder. Ich erinnere mich vage daran in der Fötenstellung 
aufgewacht zu sein, mit Tränen in den Augen, mein Körper war 
klatschnass, meine beiden Nippel rauchten, meine Eier waren 
verschwunden. Mein linker Arm war in einer ziemlich unkonventionellen 
Stellung unter meinem Körper eingeklemmt und meine Beine kribbelten.


Die Katze machte Geräusche die ich noch nie zuvor gehört hatte, sie 
hatte sich an dem Bilderrahmen über dem Kamin festgekrallt. Damit hatte 
sie wohl versucht meinem Körper auszuweichen, der sich zuckend quer 
durchs Wohnzimmer geworfen hat.


Nur zur Anmerkung: Sollten Sie jemals den Zwang verspüren sich selbst zu
tasern, sollten Sie das folgende beachten: Es gibt so etwas wie einen 
Ein-Sekunden Schlag nicht wenn man sich selbst tasert. Sie werden dieses
verdammte Ding nicht loslassen bis es durch das wilde umherwirbeln am 
Boden aus Ihrer Hand geschlagen wird!! Ein Drei-Sekunden Schlag währe in
diesem Fall noch sehr zurückhaltend.


Etwa eine Minute später (Ich bin mir nicht genau sicher, da Zeit in dem 
Moment relativ war), sammelte ich meinen Verstand (was noch übrig war), 
setzte mich auf und begutachtete meine Umgebung.


Meine verbogene Lesebrille lag auf dem Kaminsims. Der Liegesessel war 
auf den Kopf gedreht und etwa zweieinhalb Meter von seiner eigentlichen 
Position entfernt.


Mein Trizeps, rechter Oberschenkel und beide Nippel zuckten noch immer. 
Mein Gesicht fühlte sich an als stände es unter Vollanästhesie und meine
Unterlippe wog etwa 88 kg.


Anscheinend hatte ich meine Shorts vollgeschissen, aber alles war zu 
betäubt um sicher zu sein und riechen konnte ich auch nichts mehr. Ich 
sah noch eine leichte Rauchwolke über meinem Kopf, welche -glaube ich- 
aus meinen Haaren kam. Ich bin noch immer auf der Suche nach meinen 
Eiern und habe eine hohe Belohnung ausgesetzt, damit sie sicher wieder 
nach Hause finden.


P.S.: Meine Frau kann nicht aufhören über den Vorfall zu lachen, liebt 
das Geschenk und benutzt es regelmäßig um mir zu drohen.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht :lol: :lol:
War das nicht die Geschichte, die gestern( leicht abgewandelt) Thema eines Blogs war ??
Es gibt auch zu Weihnachten sehr sinnige Geschichten im Internet...

Die rechte Weihnachtsfreude von Elke Bräunling

»Vati, was wünschst du dir zu Weihnachten?«
Seit Tagen verfolgten wir Vater mit dieser Frage; denn wir wollten ihm gerne etwas Besonderes schenken, etwas, was ihn immer an uns erinnerte. Und, ganz wichtig, es durfte nichts kosten. Unser Taschengeld war nämlich längst alle. Außerdem sagte Vati, etwas Selbstgemachtes sei viel schöner. Über unsere Basteleien hatte er sich ja auch immer mächtig gefreut, doch nach Weihnachten landeten sie in einer dunklen Ecke im Schlamperschrank, wo alles Überflüssige aufbewahrt wurde.

Dieses Mal mußte es deshalb ein Geschenk sein, das er so schnell nicht vergessen würde. Aber was? Wir dachten lange darüber nach und löcherten jeden, der uns über den Weg lief, mit bohrenden Fragen. Aber alles Grübeln half nichts. Wir hatten keine Idee.

»Was sollen wir dir schenken?« Zum x-ten Male störten wir Vati bei der Arbeit, und sein Gesicht wurde immer unfreundlicher.
»Weiße Mäuse mit karierten Schwänzen«, brummte er.
»Hihi.« Wir kicherten albern. »Das gibt es doch gar nicht.« »Müssen es karierte Schwänze sein?« fragte Lena, meine kleine Schwester, vorsichtig nach. »Hm?« Er sah uns erstaunt an. »Bitte, was?« Wir waren sauer. Er hatte uns gar nicht zugehört. »Karierte Schwänze!« brüllten wir ihm ins linke Ohr.
Vati starrte uns entgeistert an. »Ihr wollt mich wohl zum Narren halten?« Stöhnte er. »Raus jetzt!«

Doch wir ließen nicht locker. Schließlich rückte Weihnachten immer näher. »Du mußt nur sagen, was du dir wünschst! Dann lassen wir dich arbeiten.« »Schenkt mir zwei ganz liebe brave Mädchen, die mir nicht dauernd auf die Nerven gehen«, knurrte Vati.
Zwei liebe brave Mädchen? Lena war empört. »Aber du hast doch uns«, sagte sie und zupfte ihn am Ärmel. »Wozu brauchst du noch zwei Mädchen?«
Vati, der schon wieder in seine Arbeit vertieft war, sprang auf und brüllte. »Es würde mich unglaublich freuen, wenn ihr auf der Stelle verschwindet. Das wäre für mich das aller schönste Geschenk. Wie soll ich sonst ruhig arbeiten?« Er fuchtelte mit den Armen und scheuchte uns aus dem Zimmer.

Wir waren ratlos. Verschwinden? Ob das die rechte Weihnachtsfreude für Vati war? Wir konnten daran nichts Erfreuliches sehen, wenigstens nicht für uns. »Man muss nicht immer alles so wörtlich nehmen«, trösteten wir uns und schlichen leise zu Vati zurück.
»Könnte es nicht sein«, flötete ich ihm ins Ohr, »dass es etwas gäbe, was dir noch mehr Freude macht? Vielleicht ein Wunsch, bei dem wir nicht verschwinden müssten?«
»Hä?« Vati kapierte überhaupt nichts mehr. »Was wollt ihr?«
Verlegen drucksten wir herum. »Es ist noch immer wegen Weihnachten!«
Vati fuhr sich verzweifelt durch die Haare, und er sah uns so mitleiderregend an, dass wir freiwillig gingen. »Wünschen ist doch langweilig«, rief er hinter uns her. »Ich lasse mich lieber überraschen. Das ist schöner.«

Grrr! Wir nahmen uns vor, ihn nie wieder nach einem Wunsch zu fragen. Eher würden wir uns die Zunge abbeißen. Doch wir beschlossen, wie die Luchse aufzupassen. Irgendwann wird er sich bestimmt verraten, dachten wir. Jeder hat schließlich Wünsche. -
Jawohl! Er sollte seine Überraschung haben! Und wir belauerten Vati bei allem, was er sagte, und konnten es nicht erwarten, dass ihm versehentlich ein Wunsch herausrutschte.

So verging die Zeit, und Weihnachten war nicht mehr weit. Und eines Tages hatten wir Glück: Beim Frühstück fragte Mutti: »Soll ich heute Nachmittag Tante Ida zum Tee einladen?«
Vati drehte gequält die Augen und stöhnte: »Die fehlt mir gerade noch zu meinem Glück!«
Tante Ida? Es würde Vati glücklich machen, Tante Ida zu sehen?
Als ersten Wunsch notierten wir: >Tante Ida zu Weihnachten einladen!< Das fiel uns nicht leicht, denn von allen Tanten mochten wir Tante Ida am aller wenigsten leiden. Doch wenn sie Vati glücklich machte, sollte es uns recht sein.

Vatis zweiter Wunsch folgte bald. Wir saßen noch immer am Frühstückstisch, und Vati meckerte über seinen Chef, den Herrn Kniesig. »Dem würde ich gerne ein Liedchen singen«, knurrte er böse, »wenn ich nur könnte.«
Wir notierten unter zwei: >Für Vati dem Herrn Kniesig ein Lied singen. In Klammern: Vielleicht ein Weihnachtslied?< Na bitte, schon zwei Wünsche! Es war unser Glückstag.

Wir konnten noch mehr wundervolle Wünsche notieren: »Ein Königreich für einen hungrigen Kater«, schrie Vati laut, als eine Maus im Keller an ihm vorbeihuschte. >Einen Kater für die Mäusejagd ausleihen<, schrieben wir auf unsere Liste.
Dann die Sache mit der Heinoplatte, die Mutti für Oma gekauft hatte. Vati lachte und verzog das Gesicht. »Diese Schmalzplatte«, rief er aus, »würde ich nur meinem größten Feind schenken, aber nicht Oma!«
Mutti legte die Platte ärgerlich zur Seite, und wir schrieben: >Heinoplatte zu Weihnachten an Vatis größten Feind verschenken. In Klammern: Das ist bestimmt Nachbar Locke, der alte Meckerkopf, der keine Kinder und Tiere mag.<

Ja, und dann Vatis Weihnachtswunsch für die olle Meyer: Viele im Ort mochten sie nicht leiden. Ich weiß nicht, warum das so war. Zu uns Kindern war die olle Meyer immer nett. Sie sprach nie mit uns, doch wenn wir ihr begegneten, lächelte sie uns freundlich an. Das gefiel uns. Auch Vati konnte nicht verstehen, warum alle über sie schimpften.
»Was habt ihr nur gegen die olle Meyer«, sagte er an unserem Glückstag. »Ich finde, die ist ganz okay, wenn sie auch nicht ganz richtig tickt.« Und er tippte sich mit der Fingerspitze an die Stirn. »Dafür kann sie nichts«, fuhr Vati fort. >Ich würde der Meyer mein letztes Hemd hergeben, wenn ich ihr damit eine Freude machen könnte«.
So sprach Vati! Und wir notierten: >Vatis Weihnachtsfreude an Frau Meyer: Sein letztes Hemd!< Da wir aber nicht wussten, welches wohl sein letztes Hemd war, schrieben wir dazu: >Bestimmt werden sich Vati und die olle Meyer noch mehr freuen, wenn es nicht nur ein Hemd ist.< Damit waren wir fein heraus.

Wir jubelten: Schon fünf Wünsche, und keiner kostete Geld.
Toll! Welchen aber sollten wir Vati erfüllen?
»Schenken wir ihm alles«, schlug Lena vor und grinste. »Wo's doch kein Geld kostet!«
Ich war einverstanden. »Vati wird sehr glücklich sein.«
»Hihi!« Wir freuten uns diebisch.

In den nächsten Tagen hatten wir viel zu tun. Gleich fünf Wünsche, die man noch dazu nicht kaufen konnte, zu erfüllen, war nicht einfach, und wir machten uns einen richtigen Plan.
Dann kam auch schon Heiligabend. Was waren wir aufgeregt!

Gleich nach dem Mittagessen machten wir uns leise davon. Zuerst gingen wir zu Nachbar Locke, und unsere Knie fühlten sich an wie Pudding! Den Herrn Locke fürchteten wir nämlich fast so sehr wie die Poltergeister aus dem Gruselbuch.
»Wir werden es schon schaffen!« »Ja, Vati zuliebe.«
Unsere Herzen pochten laut, als wir dem verdutzten Locke die Heinoplatte überreichten und stotternd unsere Weihnachtsgrüße aufsagten. Und dann staunten wir ganz schön: Nachbar Locke beschimpfte uns nämlich nicht wie sonst. Er sah uns nur ganz komisch an, und mir war, als hätte er auch ein bisschen gestottert. »Das ist ... das ist ...«, sagte er ein um das andere Mal.
Mehr hörten wir nicht, denn wir rasten wie der Blitz davon.
Aber merkwürdig war's trotzdem.

Auch der Besuch bei der ollen Meyer verlief anders als geplant: Wir wollten nur unser Paket mit Vatis Hemden abgeben und frohe Weihnachten wünschen. Die Meyer aber machte uns einen Strich durch die Rechnung. Zuerst lächelte sie uns wie immer freundlich an, doch dann purzelten die Worte wie ein Wasserfall aus ihrem Mund: »Danke, danke, danke schön. Ach, wie mich das freut. Was für eine nette Überraschung. Ich danke euch. Ach, ist das schön ...«
Sie redete und redete, lachte zwischendurch und redete weiter.
Wir erschraken. Nie hätten wir gedacht, dass die olle Meyer soviel reden konnte. Und sie unterbrach ihren Redefluss nicht ein einziges Mal. Das war uns unheimlich, und wir zogen uns vorsichtig zurück. Doch Frau Meyer kam uns zuvor. Sie packte uns, schloss uns in die Arme und murmelte: »Was seid ihr für liebe nette Mädchen. Denkt an einem Tag wie heute an eine olle Frau wie mich. Das ist lieb von euch, so lieb ...«
Und dicke Tränen kullerten über ihr faltiges Gesicht. Wir hielten mucksmäuschenstill. Nun mochten wir die olle Meyer noch besser
leiden, und insgeheim wünschten wir uns, wir hätten sie auch ohne Vatis Weihnachtswunsch besucht. Einfach so!
Später zog uns Frau Meyer in die Küche, wo es süß nach Lebkuchen duftete. Dort saßen wir dann gemütlich auf der alten Eckbank, tranken heiße Schokolade und probierten alle Lebkuchensorten aus. Frau Meyer zündete Kerzen an und erzählte uns von früher, von Weihnachten, damals, als sie ein kleines Mädchen war. Das war richtig kuschelig gemütlich, und wir vergaßen alle Zeit.
Als wir endlich wieder an Vati dachten, war es schon spät. Wie gerne wären wir noch in der gemütlichen Küche sitzen geblieben, doch wir mussten weiter. Aber wir versprachen, bald wieder zu kommen. Ich glaube, Frau Meyer hatte sich arg über unseren Besuch gefreut. Und dabei hatte sie Vatis Hemden gar nicht ausgepackt. Merkwürdig!

Merkwürdig verlief auch unser Singen bei den Kniesigs: Den Herrn Kniesig hatten wir uns als einen dicken, mürrischen Mann vorgestellt. Aber er war ganz anders und sehr nett. Seine Frau übrigens auch, und ganz besonders der wuschelige Hund der Kniesigs, der uns gleich begrüßte und fröhlich bellte, während wir Weihnachtslieder sangen.
Das klang ungefähr so: »Leise - wau, wau - rieselt der - wau - Schnee - wau, wuff...«
Es machte großen Spaß. Ja, und zum Schluss mussten die Kniesigs sogar ein bisschen weinen, weil sie sich so freuten. »Noch nie haben Kinder für uns gesungen«, sagte Frau Kniesig und umarmte uns. Und Herr Kniesig rief ein um das andere Mal: »Danke schön. Danke. Vielen, vielen Dank!« Dann wollten die beiden uns noch zu einem Stück Kuchen einladen, aber wir waren schon so satt. Wir hatten auch keine Zeit mehr. So riefen wir nur schnell »Frohe Weihnachten« und rannten weiter.

Es war höchste Zeit, denn nun mussten wir zu Onkel Udo sausen und Kater Mimo abholen, den wir uns für Vati ausleihen wollten. Wegen der Mäuse! Onkel Udo und Mimo standen am Fenster und warteten auf uns.
»Wir dachten schon, ihr kommt nicht mehr«, rief uns Onkel Udo entgegen. Er packte Mimo in einen großen Korb und deckte ihn mit einem bunten Tuch zu. »Damit es eine Überraschung wird«, sagte er und grinste. Das war merkwürdig, denn immer, wenn Onkel Udo grinste, passierte etwas Schreckliches. Onkel Udo ist nämlich Vatis kleiner Bruder, und es macht ihm immer Spaß, Vati zu ärgern. Auch heute noch, wo er doch längst erwachsen ist.
»Dann feiert mal schön«, rief Onkel Udo uns lachend nach. Wirklich merkwürdig! Wir hätten gerne gewusst, warum er so grinste. Heute war doch Weihnachten.

Doch zum Nachdenken blieb keine Zeit. Wir mussten uns sputen. Bald nämlich würde Tante Ida mit Dackel Püppi zu Hause eintreffen, und wir wollten sie bis zur Bescherung in unserem Zimmer verstecken.
Wir rannten so schnell wir konnten, und weil wir es so eilig hatten, achteten wir nicht auf den Schneematsch, der schmierig auf der Straße lag. So spritzte >plitsch, platsch< ein grauer Matschfleck nach dem anderen auf unsere Festtagsröcke und die neuen weißen Strümpfe. Au weia!
Als wir endlich vor unserer Haustür standen, sahen wir aus wie die Räuber: über und über mit Schmutz bespritzt. Eine schöne Bescherung!

Aber das war erst der Anfang. Was jetzt noch alles passierte, werde ich bestimmt nie mehr vergessen: Wir wollten uns leise ins Haus schleichen, doch da riss Vati schon die Tür auf. Im Unterhemd stand er vor uns, und er sah überhaupt nicht weihnachtlich-fröhlich aus. 0h nein! Er musterte uns von oben bis unten, atmete tief durch, und dann brüllte er los: »Wo habt ihr gesteckt? Wisst ihr eigentlich, wie spät es ist? Und überhaupt: >>Wie seht ihr nur aus? Ihr Schmutzfinken! Und das an Weihnachten...«

Seine Stimme wurde immer lauter. »... und was habt ihr mit meinen Hemden angestellt? Im ganzen Haus ist kein einziges Hemd zu finden.« Er zerrte wild an seinem Unterhemd. »Soll ich vielleicht so Weihnachten feiern?« Oh weh!
Vati tobte wirklich.
Und weil er gar nicht mehr aufhörte, kam Mutti pitschnass aus der Badewanne gerannt, denn sie dachte, es sei etwas passiert.
Tropfend, in ein Badetuch gehüllt, Lockenwickler auf dem Kopf und eine hellgrüne Gurkenmaske im Gesicht, stand sie neben Vati und starrte uns an.

Doch gerade als sie etwas sagen wollte, hörten wir hinter uns eine meckernde Stimme: »Was ist hier los! Feiert man heutzutage sooo Weihnachten?« Tante Ida! O je! Die hatten wir ja ganz vergessen!
Vati und Mutti standen wie zwei Steinfiguren an der Haustür und stierten Tante Ida an, die in ihren besten Festtagskleidern auf uns zu trippelte. Was war sie voll beladen: rechts ein Koffer, links ein Korb mit Weihnachtspäckchen und Püppis Hundeleine, unter dem Arm Tannenzweige. Ein Bild, das keiner von uns so bald vergessen wird.

»Frohe Weihnacht«, sagte Tante Ida und reichte Mutti den Korb mit den Geschenken. »Nimm mir das mal ab!« befahl sie. »Und schau nicht zu, wie sich deine alte Tante abschleppt! Und überhaupt: Wie seht ihr denn aus? Bin ich etwa zu früh?« Sie schob Mutti beiseite und betrat das Haus.
»Ah, wir freuen uns, mit euch Weihnachten zu feiern«, rief sie fröhlich. »Das ist schön, nicht wahr, Püppilein?« Vorsichtig hob sie Püppi hoch und setzte ihn auf Muttis Lieblingssessel.

Mutti atmete laut ein, doch es war, als hätte sie ihre Sprache verloren. Kein Wort kam über ihre Lippen. Vati fasste sich als erster. »Guten Tag, Tante Ida«, sagte er leise und hustete. »Was machst du eigentlich ...« Weiter kam er nicht; denn Püppi hatte sich neugierig Mimos Korb, den wir noch immer in den Händen hielten, genähert.
Erst schnupperte er, dann begann er wütend zu bellen. Das war zuviel für Mimo, der sich die ganze Zeit mäuschenstill verhalten hatte. Mit einem schrillen Miau sprang er aus dem Korb und jagte an uns vorbei ins Wohnzimmer. Püppi war empört.

Ein Kater! Mit einem wütenden Knurren, den Schwanz steil aufgerichtet, sauste er wie eine Rakete hinter Mimo her.
Was waren wir erschrocken, doch es blieb keine Zeit für Erklärungen. Als der ganze Schreck vorbei war, rannten wir fast gleichzeitig den beiden Kampfhähnen hinterher.
»Püppi, mein armes Püppilein!« schrie Tante Ida ein um das andere Mal. »Mistköter, wirst du wohl still sein!« »Wo kommt nur dieser wildgewordene Kater her?«
Schimpfend und fluchend versuchten Vati und Mutti, die beiden Ausreißer einzufangen. Das sah vielleicht komisch aus: Mutti im Badetuch, mit grünem Gesicht und Lockenwicklern, Vati im Unterhemd und Tante Ida auf hohen Stöckelschuhen - so rannten sie um den Weihnachtsbaum herum.

Wir konnten nichts dafür, doch es war wirklich so komisch, dass wir einfach lachen mussten. Wir lachten und lachten, und das machte die drei noch wütender. Natürlich schafften sie es nicht, Mimo und Püppi einzufangen. Die Jagd wurde immer wilder und Vatis Gesicht immer röter. Und als es gerade am schönsten war, erklang plötzlich von draußen Weihnachtsmusik - laut und falsch:
>O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit... < Im gleichen Moment sauste ein großes weiß-braunes Wollbündel mit lautem Gebell ins Wohnzimmer. Es war Hüna, der freundliche Hund der Kniesigs. Der Gesang wurde auch immer lauter, und dann standen die Kniesigs mit vielen Tüten im Arm mitten im Wohnzimmer.
»Die Tür war offen«, sagte Herr Kniesig entschuldigend. »Wir wollten nur frohe Weihnachten wünschen und danke schön sagen!«

»Ich auch!« rief es von hinten. Eine knurrige Stimme, die uns schon so manchen Schrecken eingejagt hatte. Nachbar Locke.
Und in den Händen balancierte er eine schöne große selbstgebackene Weihnachtstorte. Nun fehlt nur noch die olle Meyer...

Lena zupfte mich am Ärmel. »Glaubst du nicht, es wäre besser, wir würden verschwinden?« fragte sie leise. Ein guter Vorschlag. Ich nickte. »Ja, weg! Nichts wie weg!«
Und während unsere Eltern, hilflos und nichts begreifend, unsere Weihnachtsüberraschungen »auspackten«, zogen wir uns vorsichtig zurück. Langsam, Schritt für Schritt. Fast wäre uns die Flucht geglückt. Wir hatten schon die immer noch offenstehende Haustür erreicht, doch da plötzlich packte uns eine Faust am Kragen.

»Na, herrscht bei euch schon das große Chaos? Wie geht's denn dem armen Mimo? « Uh! Onkel Udo. Gott sei Dank, nur Onkel Udo: »Ich war einfach neugierig«, sagte er grinsend. »Und ich habe etwas mitgebracht!«
Er ging zur Tür und trug einen Korb Flaschen herein, und - hinter ihm - stand die olle Meyer. Sie hatte ein richtig freundliches Weihnachtsmannlächeln im Gesicht, und sie war beladen mit einem köstlich bunten Esskorb - und unserem Hemdenpaket. Au weia!

Es wurde dann doch noch ein schönes Weihnachtsfest. Irgendwann hatte Vati den ersten Schreck überwunden. Dann dauerte es auch nicht mehr lange, und alle hatten sich beruhigt. Vieles wurde gesagt, erklärt und belächelt. Zum Schluß rief Mutti: »Und nun feiern wir Weihnachten - gemeinsam!«

Da freuten sich alle, denn eigentlich fand es jeder schöner, mit uns zu feiern, als an diesem Tag alleine zu sein. Und - wer hätte das vorher gedacht? - alle verstanden sich ganz prima. Es war ein Weihnachtsfest, das keiner von uns jemals vergessen würde - lustig, fröhlich, feierlich und sehr weihnachtlich -, und am allerwenigsten würde Vati unsere fünf Geschenke, die kein Geld kosteten, jemals irgendwo in einer Ecke im Schlamperschrank vergraben.
Die Geschichte vom Lametta von Markus Simon

Weihnachten, das Fest der Feste,
das Fest der Kinder und der Gäste.
Hektisch geht es vorher zu,
von früh bis abends keine Ruh',

Ein Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab kurz darauf ich schon geschwitzt:
Ein Hetzen, Kaufen, Backen, Messen;
hat man auch niemanden vergessen?

So ging's mir, keine Ahnung habend,
vor ein paar Jahren Heilig-Abend,
der zudem noch ein Sonntag war.
Ich saß grad bei der Kinderschar.
Da sprach mein Weib: ,,Tu dich nicht drücken,
du hast heut noch den Baum zu schmücken!«

Den Baum auf Zimmermaß gesägt
und in den Ständer eingelegt;
dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne.

Zum Schluss - ja Herrschaft-Donnerwetta!
Nirgends fand ich das Lametta!
Meiner Frau ward' es ganz heiß
und sie sprach: „Jawohl, ich weiß,
voriges Jahr war's stark verschlissen,
drum haben wir es weggeschmissen.
Vergessen hab‘ ich, neues zu besorgen,
doch werden wir uns nachbarlich was borgen!“

Doch die Nachbarn links, rechts, drunter, drüber,
keiner hat Lametta über!
Die Geschäfte sind geschlossen,
beide Eltern schau‘n verdrossen.

Als Psychologe zu den Knaben
sprach ich: »Wir werden heuer haben
einen Baum, altdeutscher Stil,
weil mir Lametta nie gefiel."

Da gab es Tränen, Schluchzen, Heulen.
Ich tat mich drum sehr schnell beeilen
zu sagen: »Stoppt mir sofort das Gezeta,
ihr kriegt ‘nen Baum mit viel Lametta!

Trotzdem konnte ich nicht begreifen,
woher bekomm ich Silberstreifen?!
Als ich holte grad ein Messer,
las ich: ,Hengstenberg-Mildessa'.
So stand's auf der Sauerkraut-Konserve.
Ich kombinier' mit Messerschärfe:
Hier ist die Lösung eingebettet,
das Weihnachtsfest, das ist gerettet!
Schnell den Deckel aufgedreht,
das Kraut gepresst, so gut es geht,
zum Trocknen einzeln aufgehängt
und dann geföhnt, doch nicht versengt.

Die trockenen Streifen, sehr geblichen,
mit Silberbronze angestrichen.
auf beiden Seiten Silberkleid;
oh freue dich, oh Christenheit!

Der Christbaum strahlt einmalig schön,
wie selten man ihn hat geseh'n.
Zwar roch's süß-sauer zur Bescherung.
Geruchlich gab's ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
mit Nitro reinigte ich Hos' und Wände.

Vereint mit Räucherkerz und Myrthe
Gesamt-Odeur etwas verwirrte.
Und jedermann sprach still verwundert:
„Hier riechts nach technischem Jahrhundert!"

Acht Tage drauf: Ich döste fest und fester,
wieder Sonntag und man schrieb Silvester.
Da sprach mein Weib:
,,Es kommen Schulzen, Lehmann, Meier,
heut‘ Abend zur Silvesterfeier.

Wir werden leben wie die Fürstel,
ich gebe Sauerkraut und viele Arten Würstel."
Dann folgt ein Schrei, wobei entsetzt sie schaut,
sie stöhnt: »Am Christbaum hängt das Sauerkraut.
Vergessen hab‘ ich, neues zu besorgen,
doch werden wir uns nachbarlich was borgen."

Doch Nachbarn links, rechts, drunter, drüber,
Sauerkraut hat keiner über.
Die Geschäfte sind geschlossen,
beide Eltern schau‘n verdrossen.

Und so ward ich wieder Retter,
Holte vom Baume das Lametta.
Mit Terpentinöl und Bedacht,
hab‘ ich das Silber abgemacht.

Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
mit reichlich Essig leicht verbessert;
dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz,
Curry, Ingwer, Gänseschmalz

Dann als das Ganze sich erhitzte,
das Kraut, es funkelte und blitzte,
da konnte ich nur nach Oben flehen:
»Lass diesen Kelch vorübergehen!«

Als das Sauerkraut serviert,
ist dann folgendes passiert:
Eine Dame musste niesen.
Man sah aus ihrem Näschen sprießen
tausend winzige Silbersterne.

Mach es noch mal, ich seh‘ das gerne.“
So rief man ringsum, hocherfreut,
doch sie, sie wusste nicht Bescheid.

Franziska Lehmann sprach zum Franz:
„Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!“
So gab's nach dieser Kraut-Methode,
noch manche nette Episode.

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir,
„Es hat mit gut gefallen hier,
doch wär' die Wohnung noch viel netter,
hätt'st Du am Weihnachtsbaum Lametta!"
Ich konnte da gequält nur lächeln
und frische Luft mir noch zufächeln.
Ich sprach und klopfte ihm aufs Jäckchen:
„Gleich morgen kauf ich hundert Päckchen!“
Der verrückte Christbaumständer - Verfasser unbekannt

Beim Aufräumen des Dachbodens - ein paar Wochen vor Weihnachten - entdeckte ein Familienvater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten Christbaum- ständer. Es war ein besonderer Ständer mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied "Oh du fröhliche" erkennen. Das musste der Christbaumständer sein, von dem Großmutter immer erzählte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah fürchterlich aus, doch da kam ihm ein wunderbarer Gedanke... Wie würde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum säße und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu "Oh du fröhliche" spielte. Nicht nur Großmutter, die ganze Familie würde staunen.

Es gelang ihm, mit dem antiken Stück ungesehen in seinen Bastelraum zu verschwinden. Gut gereinigt, eine neue Feder, dann müsste der Mechanismus wieder funktionieren, überlegte er. Abends zog er sich jetzt geheimnisvoll in seinen Hobbyraum zurück, verriegelte die Tür und werkelte. Auf neugierige Fragen antwortete er immer nur "Weihnachtsüberraschung". Kurz vor Weihnachten hatte er es geschafft. Wie neu sah der Ständer aus, nachdem er auch noch einen Anstrich erhalten hatte.

Jetzt aber gleich los und einen prächtigen Christbaum besorgen, dachte er. Mindestens zwei Meter sollte der messen. Mit einem wirklich schön gewachsenen Exemplar verschwand Vater dann in seinem Hobbyraum, wo er auch gleich einen Probelauf startete. Es funktionierte alles bestens. Würde Großmutter Augen machen!

Endlich war Heiligabend. "Den Baum schmücke ich alleine", tönte Vater. So aufgeregt war er lange nicht mehr. Echte Kerzen hatte er besorgt, alles sollte stimmen. "Die werden Augen machen", sagte er bei jeder Kugel, die er in den Baum hing. Vater hatte wirklich an alles gedacht.
Der Stern von Bethlehem saß oben auf der Spitze, bunte Kugeln, Naschwerk und Wunderkerzen waren untergebracht, Engelhaar und Lametta dekorativ aufgehängt. Die Feier konnte beginnen.

Vater schleppte für Großmutter den großen Ohrensessel herbei. Feierlich wurde sie geholt und zu ihrem Ehrenplatz geleitet. Die Stühle hatte er in einem Halbkreis um den Tannenbaum gruppiert. Die Eltern setzten sich rechts und links von Großmutter, die Kinder nahmen außen Platz.

Jetzt kam Vaters großer Auftritt. Bedächtig zündete er Kerze für Kerze an, dann noch die Wunderkerzen. "Und jetzt kommt die große Überraschung", verkündete er, löste die Sperre am Ständer und nahm ganz schnell seinen Platz ein.

Langsam drehte sich der Weihnachtsbaum, hell spielte die Musikwalze "Oh du fröhliche". War das eine Freude! Die Kinder klatschten vergnügt in die Hände. Oma hatte Tränen der Rührung in den Augen. Immer wieder sagte sie: "Wenn Großvater das noch erleben könnte, dass ich das noch erleben darf." Mutter war stumm vor Staunen.

Eine ganze Weile schaute die Familie beglückt und stumm auf den sich im Festgewand drehenden Weihnachtsbaum, als ein schnarrendes Geräusch sie jäh aus ihrer Versunkenheit riss.

Ein Zittern durchlief den Baum, die bunten Kugeln klirrten wie Glöckchen. Der Baum fing an, sich wie verrückt zu drehen. Die Musikwalze hämmerte los. Es hörte sich an, als wollte "Oh du fröhliche" sich selbst überholen.

Mutter rief mit überschnappender Stimme: "So tu doch etwas!" Vater saß wie versteinert, was den Baum nicht davon abhielt, seine Geschwindigkeit zu steigern.
Er drehte sich so rasant, dass die Flammen hinter ihren Kerzen herwehten. Großmutter bekreuzigte sich und betete. Dann murmelte sie: "Wenn das Großvater noch erlebt hätte."

Als Erstes löste sich der Stern von Bethlehem, sauste wie ein Komet durch das Zimmer, klatschte gegen den Türrahmen und fiel dann auf Felix, den Dackel, der dort ein Nickerchen hielt. Der arme Hund flitzte wie von der Tarantel gestochen aus dem Zimmer in die Küche, wo man von ihm nur noch die Nase und ein Auge um die Ecke schielen sah.

Lametta und Engelhaar hatten sich erhoben und schwebten wie ein Kettenkarussell am Weihnachtsbaum. Vater gab das Kommando "Alles in Deckung!"

Ein Rauschgoldengel trudelte losgelöst durchs Zimmer, nicht wissend, was er mit seiner plötzlichen Freiheit anfangen sollte. Weihnachtskugeln, gefüllter Schokoladenschmuck und andere Anhängsel sausten wie Geschosse durch das Zimmer und platzten beim Aufschlagen auseinander.

Die Kinder hatten hinter Großmutters Sessel Schutz gefunden. Vater und Mutter lagen flach auf dem Bauch, den Kopf mit den Armen schützend. Mutter jammerte in den Teppich hinein: "Alles umsonst, die viele Arbeit, alles umsonst!" Vater war das alles sehr peinlich.

Oma saß immer noch auf ihrem Logenplatz, wie erstarrt, von oben bis unten mit Engelhaar und Lametta geschmückt. Ihr kam Großvater in den Sinn, als dieser 14-18 in den Ardennen in feindlichem Artilleriefeuer gelegen hatte. Genau so musste es gewesen sein.

Als gefüllter Schokoladenbaumschmuck an ihrem Kopf explodierte, registrierte sie trocken "Kirschwasser" und murmelte: "Wenn Großvater das noch erlebt hätte!" Zu allem jaulte die Musikwalze im Schlupfakkord "Oh du fröhliche", bis mit einem ächzenden Ton der Ständer seinen Geist aufgab.
Durch den plötzlichen Stopp neigte sich der Christbaum in Zeitlupe, fiel aufs kalte Buffet, die letzten Nadeln von sich gebend.

Totenstille!

Großmutter, geschmückt wie nach einer New Yorker Konfettiparade, erhob sich schweigend. Kopfschüttelnd begab sie sich, eine Lamettagirlande wie eine Schleppe tragend, auf ihr Zimmer.

In der Tür stehend sagte sie: "Wie gut, dass Großvater das nicht erlebt hat!"

Mutter, völlig aufgelöst zu Vater: "Wenn ich mir diese Bescherung ansehe, dann ist deine große Überraschung wirklich gelungen."

Andreas meinte: "Du, Papi, das war echt stark! Machen wir das jetzt Weihnachten immer so?"
Alltag im Advent - Verfasser unbekannt

Nicht nur wir Normalbürger haben mit der Polizei zu tun.
Auch einem Nikolaus kann es passieren, dass er mit einem ganz irdischen "Blauen" in Kontroversen kommt.

So wartete am Montagabend, dem berühmten 6. Dezember, ein Streifenbeamter der Polizei an einem ganz gewöhnlichen kleinen Auto, das der Fahrer völlig unvorschriftsmäßig und keck in ein deutlich bezeichnetes Parkverbot gestellt hatte.

Der Polizist, - es war nicht gerade in der kritischen Innenstadt - war eben am überlegen, ob er seinen Block mit vorgedruckten Aufforderungen, sich auf dem Revier zu melden, ziehen solle, aber da es so kalt war, ließ er die Hände lieber in den Handschuhen. Unschlüssig stand er, ob er besser weitergehen oder amtliche Kenntnis zu nehmen hätte.

In diese Überlegung hinein trat eine vermummte Gestalt aus dem Hauseingang, schritt auf den Wagen zu und erwies sich als der Fahrer des falsch geparkten Fahrzeugs. Als Polizist kann man nun nicht mehr den Ahnungslosen markieren, sondern ist zur Amtshandlung gezwungen.

"Sie", sagte der Ordnungshüter, dem der Autofahrer den Buckel hinstreckte, "Sie, haben sie nicht gesehen, dass sie im Parkverbot stehen?" Der Fremde drehte sich um.

Wahrscheinlich haben dem Polizeibeamten, der ja auch einmal ein Junge war, in diesem Augenblick die amtsblauen Hosenbeine geschlottert. Denn der Autofahrer trug eine Kutte, einen mächtigen weißen Bart, eine Rute in der Hand und sah ehrfurchtsvoll drein.


"....im Parkverbot stehen", monierte der Beamte nur noch schwach und hätte sich eigentlich am liebsten unverzüglich auf seinen Rundgang begeben.

"Stimmt!" brummte der Nikolaus und ließ lässig die Rute in den Fingern kreisen.

"Das ist ein Parkverbot. Aber sie wissen, dass auch im Parkverbot das Be- und entladen des Fahrzeugs erlaubt ist!"

"Allerdings", stimmte der Polizist froh ein.

"Und wie sie hier sehen", fuhr der Nikolaus fort und schwang einen leeren Sack, "habe ich in diesem Haus einiges entladen. Dieser Sack war einmal voll mit Äpfeln, Nüssen und anderen Sachen. Oder wollten sie, dass ein Nikolaus von heute einen Sack zu Fuß schleppen soll, wo jedes Bierfahrzeug im Halteverbot halten darf?"

"Oh!" lächelte der Polizeibeamte, "das wollte ich keineswegs. Das geht in Ordnung. Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest!"

Am liebsten hätte er noch "lieber Nikolaus" angefügt. Aber da genierte er sich. Ein Polizeibeamter ist ja schließlich kein Kind mehr.
Hallo Fuchs, die Geschichte "Der Christbaumständer",
ist von Tom May.
Danke Dir, liebe Inge, werde es vermerken. Leider kann ich es dem Text nicht mehr zufügen.

Wünsche Dir ein schönes Weihnachtsfest und sende liebe Grüße aus Paderborn
Fuchs50
Moderatorin Regionalgruppe Paderborn


Mi., 10.04.2019, 14 Uhr Kino - Kaffee & Kuchen im Pollux, Paderborn

Fr., 12.04.2019, 18 Uhr, März-Stammtisch - 1 Woche früher wegen Ostern!!!


Alles wirkliche Leben ist Begegnung...
Auch diese Geschichte wiederholt sich alljährlich zum Weihnachtsfest:

Dem Kinde langweilt sehr,
d'rum muss ein neues Spielzeug her.
Hobbies, Internet und Telefon
- hat es alles schon.

Ein Welpe wär doch fein...
Ach, wie werden alle glücklich sein!
Kurz gegoogelt und auch gleich gefunden,
wird der Weg zum Verkäufer überwunden.

Nun ist er da und alle sind entzückt,
der Welpe die ganze Familie beglückt.
Man hofft auf endlos glückliche Wochen,
doch plötzlich hat es streng gerochen.

Täglich muss er raus bei Wind und Wetter.
In der Vorstellung war's irgendwie netter.
Schon bald ist er ein pubertierender Wicht,
doch gehorchen will er einfach nicht.

Des Kindes Interesse ist anderweitig vergeben,
d'rum bleibt nun alles an den Eltern kleben.
Nur selten wird man sich zum Trainer wagen.
Wer soll sich mit dem ganzen Aufwand plagen?

Kastration hat nicht von Problemen befreit,
längst vergessen ist die einstige Niedlichkeit.
Der Hund war der Familie stets gewogen,
doch diese hat ihn nie erzogen.

Sein Tatendrang blieb immer ungestillt,
weshalb er nun die Möbel killt.
Die Eltern sind entsetzt:
"Nicht dass er noch das Kind zerfetzt!"

Eine Lösung muß nun sofort her.
Der Weg zum Tierheim fällt nicht schwer.
Dort sitzt er nun ganz einsam:
"Wie schön war die Welpenzeit... Gemeinsam."

Was der Hund nicht wissen kann:
Nur seine Menschen sind schuld daran!
Sie erfüllten sich spontan 'nen Traum,
doch gründlich überlegt, war dies wohl kaum.


Verfasser: Juliane Lange von der Hundeschule Potsdam
Der Weihnachtsmann

Es war einmal ein Weihnachtsmann,
der hatte Ren und Schlitten,
doch sah ich ihn gar irgendwann,
da kam er nur geritten.

Da fragte ich den Weihnachtsmann,
wer ihm den Schlitten nahm,
da nahm er fast schon Haltung an
und sprach wie ´s dazu kam.

Ich bin nun schon der Weihnachtsmann,
seit vielen hundert Jahren,
hielt niemals an den Kneipen an,
bin stets vorbei gefahren.

Nur heute bin ich Weihnachtsmann,
einmal schwach gewesen,
erlag dem warmen Kneipenbann,
ich wollt nur einen Heben.

Traurig sprach der Weihnachtsmann,
es waren dann wohl mehr,
ich war dann mit dem Zahlen dran,
doch war der Sack schon leer.

Nun, mein lieber Weihnachtsmann,
sprach der Wirt zu mir,
dann bleibt von deinem Rehngespann
der tolle Schlitten hier.

Jetzt reit ich armer Weihnachtsmann,
hinauf zum Himmelszelt
und hol, damit ich zahlen kann
noch einen Säckel Geld.

Da ritt der arme Weihnachtsmann,
die Weihnacht fiel heut aus,
bevor sie überhaupt begann,
so ging ich schnell nach Haus.

Wünsche allen, die hier reinschauen und lesen ein frohes Weihnachtsfest!
Fuchs50
Moderatorin Regionalgruppe Paderborn


Mi., 10.04.2019, 14 Uhr Kino - Kaffee & Kuchen im Pollux, Paderborn

Fr., 12.04.2019, 18 Uhr, März-Stammtisch - 1 Woche früher wegen Ostern!!!


Alles wirkliche Leben ist Begegnung...
Schneechaos
8. Dezember Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Meine Frau und ich haben unsere Cocktails genommen und stundenlang am Fenster gesessen und zugesehen, wie riesige, weiße Flocken vom Himmel herunter schwebten. Es sah aus wie im Märchen. So romantisch - wir fühlten uns wie frisch verheiratet. Ich liebe Schnee.

9. Dezember Als wir wach wurden, hatte eine riesige, wunderschöne Decke aus weißem Schnee jeden Zentimeter der Landschaft zugedeckt. Was für ein phantastischer Anblick! Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben? Hierher zu ziehen war die beste Idee, die ich je in meinem Leben hatte. Habe zum ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und den Bürgersteig freigeschaufelt. Heute nachmittag kam der Schneepflug vorbei und hat den Bürgersteig und die Einfahrt wieder zugeschoben, also holte ich die Schaufel wieder raus. Was für ein tolles Leben!

12. Dezember Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee geschmolzen. Was für eine Enttäuschung. Mein Nachbar sagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll, wir werden definitiv eine weiße Weihnacht haben. Kein Schnee zu Weihnachten wäre schrecklich! Bob sagt, dass wir bis zum Jahresende so viel Schnee haben werden, dass ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Bob ist sehr nett - ich bin froh, dass er unser Nachbar ist.

14. Dezember Schnee, wundervoller Schnee! 30 cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf -20 Grad gesunken. Die Kälte lässt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt. Das ist das Leben! Der Schneepflug kam heute nachmittag zurück und hat wieder alles zugeschoben. Mir war nicht klar, dass ich soviel würde schaufeln mussen, aber so komme ich wieder in Form. Wünschte, ich würde nicht so pusten und schnaufen.

15. Dezember 60 cm Vorhersage. Habe meinen Kombi verscheuert und einen Jeep gekauft. Und Winterreifen für das Auto meiner Frau und zwei Extra-Schaufeln. Habe den Kühlschrank aufgefüllt. Meine Frau will einen Holzofen, falls der Strom ausfällt. Das ist lächerlich - schließlich sind wir nicht in Alaska.

16. Dezember Eissturm heute morgen. Bin in der Einfahrt auf den Arsch gefallen, als ich Salz streuen wollte. Tut höllisch weh. Meine Frau hat eine Stunde gelacht. Das finde ich ziemlich grausam.

17. Dezember Immer noch weit unter Null. Die Straßen sind zu vereist, um irgendwohin zu kommen. Der Strom war fünf Stunden weg. Musste mich in Decken wickeln, um nicht zu erfrieren. Kein Fernseher. Nichts zu tun als meine Frau anzustarren und zu versuchen, sie zu irritieren. Glaube, wir hätten einen Holzofen kaufen sollen, würde das aber nie zugeben. Ich hasse es, wenn sie recht hat! Ich hasse es, in meinen eigenen Wohnzimmer zu erfrieren!

20. Dezember Der Strom ist wieder da, aber noch mal 40 cm von dem verdammten Zeug letzte Nacht! Noch mehr schaufeln. Hat den ganzen Tag gedauert. Der beschissene Schneepflug kam zweimal vorbei. Habe versucht, eines der Nachbarskinder zum Schaufeln zu überreden. Aber die sagen, sie hatten keine Zeit, weil sie Hockey spielen mussen. Ich glaube, dass die lügen. Wollte eine Schneefräse im Baumarkt kaufen. Die hatten keine mehr. Kriegen erst im Marz wieder welche rein. Ich glaube, dass die lügen. Bob sagt, dass ich schaufeln muss oder die Stadt macht es und schickt mir die Rechnung. Ich glaube, dass er lügt.

22. Dezember Bob hatte recht mit weißer Weihnacht, weil heute Nacht noch mal 30 cm von dem weißen Zeug gefallen ist. Es ist so kalt, dass es bis August nicht schmelzen wird. Es hat 45 Minuten gedauert, bis ich fertig angezogen war zum Schaufeln, und dann musste ich pinkeln. Als ich mich schließlich ausgezogen, gepinkelt und wieder angezogen hatte, war ich zu müde zum Schaufeln. Habe versucht fur den Rest des Winters Bob anzuheuern, der eine Schneefräse an seinem Lastwagen hat, aber er sagt, dass er zu viel zu tun hat. Ich glaube, dass der Wichser lügt.

23. Dezember Nur 10 cm Schnee heute. Und es hat sich auf 0 Grad erwärmt. Meine Frau wollte, dass ich heute das Haus dekoriere. Ist die bekloppt ? Ich habe keine Zeit - ich muss schaufeln! Warum hat sie es mir nicht schon vor einem Monat gesagt? Sie sagt, sie hat, aber ich glaube, dass sie lügt.

24. Dezember 20 Zentimeter. Der Schnee ist vom Schneepflug so fest zusammengeschoben, dass ich die Schaufel abgebrochen habe. Dachte, ich kriege einen Herzanfall. Falls ich jemals den Arsch kriege, der den Schneepflug fährt, ziehe ich ihn an seinen Eiern durch den Schnee. Ich weiß genau, dass er sich hinter der Ecke versteckt und wartet, bis ich mit dem Schaufeln fertig bin. Und dann kommt er mit 150 km/h die Strasse runtergerast und wirft tonnenweise Schnee auf die Stelle, wo ich gerade war. Heute Nacht wollte meine Frau mit mir Weihnachtslieder singen und Geschenke auspacken, aber ich hatte keine Zeit. Musste nach dem Schneepflug Ausschau halten.

25. Dezember Frohe Weihnachten. 60 Zentimeter mehr von der !*?#@$. Eingeschneit. Der Gedanke an Schneeschaufeln lässt mein Blut kochen. Gott, ich hasse Schnee! Dann kam der Schneepflugfahrer vorbei und hat nach einer Spende gefragt. Ich hab ihm meine Schaufel über den Kopf gezogen. Meine Frau sagt, dass ich schlechte Manieren habe. Ich glaube, dass sie eine Idiotin ist. Wenn ich mir noch einmal Wolfgang Petry anhören muss, werde ich sie umbringen.

26. Dezember Immer noch eingeschneit. Warum um alles in der Welt sind wir hierher gezogen? Es war alles IHRE Idee. Sie geht mir echt auf die Nerven.

27. Dezember Die Temperatur ist auf -30 Grad gefallen und die Wasserrohre sind eingefroren.

28. Dezember Es hat sich auf -5 Grad erwärmt. Immer noch eingeschneit. Die Alte machte mich verrückt!

29. Dezember Noch mal 30 Zentimeter. Bob sagt, dass ich das Dach freischaufeln muss, oder es wird einstürzen. Das ist das Dämlichste, was ich je gehört habe. Für wie blöd hält der mich eigentlich?

30. Dezember Das Dach ist eingestürzt. Der Schneepflugfahrer verklagt mich auf 50.000$ Schmerzensgeld. Meine Frau ist zu ihrer Mutter gefahren. 25 Zentimeter vorhergesagt.

31. Dezember Habe den Rest vom Haus angesteckt. Nie mehr Schaufeln.

8. Januar Mir geht es gut. Ich mag die kleinen Pillen, die sie mir dauernd geben. Warum bin ich an das Bett gefesselt?


Verfasser unbekannt....
Das Christkind beim Finanzamt

Denkt Euch ich habe das Christkind gesehen,
es war beim Finanzamt zu betteln und fleh`n.
Denn das Finanzamt ist gerecht und teuer,
verlangt vom Christkind die Einkommenssteuer.

Das Amt will noch wissen, ob es angehen kann,
dass das Christkind so viel verschenken kann.
Das Finanzamt hat so nicht kapiert,
wovon das Christkind dies finanziert.

Das Christkind rief: "Die Zwerge stellen die Geschenke her",
da wollte das Finanzamt wissen, wo die Lohnsteuer wär..
Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben,
und die Erlöse wären anzugeben.

"Ich verschenke das Spielzeug an Kinder" wollte das Christkind sich wehren,
dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären.
Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben,
wäre dieses jetzt besser zu sagen.

"Meine Zwerge besorgen die Teile,
und basteln die Geschenke in Eile"
Das Finanzamt fragte wie verwandelt,
ob es sich um innergemeinschaftliches Gewerbe handelt.

Oder kämen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz,
von einem illegalen Spendenkonto aus der Schweiz?
"Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld",
Ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt."

"Aus allen Ländern kommen die Sachen",
mit den wir die Kinder glücklich machen."
Dieses wäre ja wohl nicht geheuer,
denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer.

Das Finanzamt von diesen Sachen keine Ahnung,
meinte dies wäre ein Fall für die Steuerfahndung.
Mit diesen Sachen, welch ein Graus,
fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus.
Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein,
und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.

Verfasser unbekannt
Mein schönstes Weihnachtsfest

"Mein Kind", so sprachen meine Eltern
damals war ich noch sehr klein –
"der Weihnachtsmann, der kann nicht kommen,
doch du darfst nicht traurig sein.

Ich schaute nur mit großen Augen,
fragend meine Eltern an,
ich war doch lieb, nur manchmal böse,
ob man da gar nichts machen kann?

Mama meinte unter Tränen,
"Liebe kostet gar kein Geld"
und davon hab nen´ganzen Sack voll,
beim Christkind ich für dich bestellt.
Auch einen Sack Geborgenheit, Vertrauen
und Zuversicht, dass es einmal besser wird,
auf unserm Gabentisch.

Und Papa nahm mich in die Arme,
sagte leis "wir lieben dich"
und wenn ich heut` darüber nachdenk´
war dass das schönste Fest für mich.

Geschenke gab es noch sehr viele,
Jahre später zum Weihnachtsfest, das ist klar,
doch keines mit so viel Gefühlen,
wie in diesem einen Jahr.

Mein schönstes Geschenk, das war die
Liebe, die ich als Kind geschenkt bekam,
als meine Eltern gar nichts hatten,
und mich in ihre Arme nahmen.

unbekannter Verfasser
Aus Schlesien

Immer, wenn fenkt ein neuen Jahr an, da sag ich immer auf mir: „Mensch, bei den neuen Jahre da wirscht du aber endlich jeze zusamm nehmen und bissel aufpassen mehr auf deinen Gesundheit!“

Nemlich der Mensch, da wird er immer elter und elter und ganzem Gesundheit, da is ihm schnuppe. Bis auf einen mal plezulich, da hat er den Bescherunk und ligt er bei Bette und is kaputt und holt ihm der Deiwel.
Und die andern Menschen, da zucken sie mit die Axeln und grinsen sie: No ja, natirlich, da kommt davon.
Wie treibt man, so geht man!

Aber bei mir , da hat geschnappt jeze! Und deswegen bei jeden Neuen Jahre, da fang ich immer an mit die Hauptsache! Hauptsache, da musst du nemlich immer machen dreie gutten Forseze!

Erschte Forsaz, no was wird ihm sein? Natirlich dem Fusel verfluchten! Also nimms du dem Schnabsflasche, und wenn is noch bissel drinne, da saufst du ihm aus und stellst ihm bei Ecke und sagst du. „So! Is auch Schluß jeze!“

Zweite Forsaz, da is dem Tabakfeife! Da kost nemlich Haufen Geld so allmehlich und macht bloß dem ganzen Lunge kaputt und hat kein Zweck! Also nimms ihm und kloppt ihm aus und stellst ihm auch bei Ecke und sagst du: „So! Schluß jeze!“

Dritte forsaz, na weißt du schon, da is dem schlimmsten! Da is nemlich dem Liebe! Unbedingt da musst du ihm auch Schluß machen. Da musst du dir doch bloß ärgern immerfort und da is iberhaupt bloß großen Schwindel. Und macht sie dir bloß kaputt am meisten! Also nimmst du dem Album mit die ganzen Bilder fon die Medchen und ganzen Haufen Briefe, was haben sie geschrieben wegen die ewige Treue und so weiter ganzem Unfuk, und steckst du ihm bei Ofenloche und zindst du ihm an und sagst du:“So! Pierona! Da is ihm aber auch Gottseidank Schluß jeze!“

Und jeze, da wirst du aber arbeiten und arbeiten alle Tage und feste ausschlafen und feste dem ganzen Geld sparen auf Urlaup, da is viel mehr fernimftiger. Und wenn kommt aber doch fileich dem Versuchunk auf Fusel oder Tabakpfeife oder dem Liebe. Mensch, da machst du aber sofort feste Kniebeuge auf hundertmal oder zweihundertmal, bis fällst du bei Nase, und dem Versuchunk is wek. Und bloß auf diesen Art und Weise, da kannst du noch zu was bringen und kannst du hundert Jahre alt werden.

Aber paß auf mit die Forseze! Da is nemlich sehr hintergelistik! Nach dreie Wochen, da seh ich dir schon wieder rumlaufen mit der Tabakpfeife und abens mit die Lonja bei die Kneipe sitzen, wie haust du vom vollen Portmanneh bei Tische und lachst du:“ Wschistko jedno! Ganz egal heute! Was nutzt dem schlechten Leben!“

No immer mach du! Immer mach du! Wie treibt man, so geht man .

Erich Koinkis
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