Leute, mir ist nicht zum Lachen,
was die mit unsrer Sprache machen:


Hast du etwas zu besorgen
gehst du shopping in the city morgen,
bei Sale and action wirst du reich,
auch wenn die labels bleiben gleich.

Statt einfach nur hinauszugehen,
wollen mich meine Sneakers outdoor beim Walken sehen,
meine Eier kommen vom Bauernhof
und farmers ranch findet auch mein Bauer doof.
Er hat dort Hähne, Hühner und Kücken
und nennt sie keinesfalls selbst Chicken.
Wohl dem, der viele nuggets hat,
von früher aus einer Goldgräber-Stadt.

Dein Boss nennt sich jetzt Manager,
und Headhunter bringen mehr Personal daher.
Im Job da herrscht viel Lobbying,
und big money beherrscht das Ding.

Cool finden teenies viele Sachen,
bei denen uns nicht ist zum Lachen.
Das smartphone klingelt dort im bag,
oder vibriert sich in den leggings weg.
Mein Vorturner ist auch so einer,
denn er nennt sich jetzt personal trainer.
Ganz vieles wird als free angenommen,
bis dann plötzlich ein account ist gekommen.

I think, vor der future ist mir etwas bang,
weil ich doch sorry no English kann. :lol: :lol:

Zum sport-event nimmt mich das Kid
nur mit dem passenden outfit mit.
Mach ich ein race auf meinem bike
finden die kids das gar nicht like.

An den viel umworbenen ladies day
bin ich zum breakfast mit dabei.
- 2 -


im business musst du clever sein.
Ein master-Titel wäre fine.
protection, die gehört auch dazu,
sonst bleibst du undercovered immerzu.

Ein Modell brauchte man früher als Butterform,
heut stolziert ein model auf highheels ganz enorm
abgemagert auf dem catwalk herum
und niemand findet das crazy, dumm.
Mein car goes auf Rädern und ebenso
ging es dem Kaffee, er wurde zum coffee to go.

Ich versuch es mir einzurichten
und auf meiner Insel ganz auf DEUTSCH zu verzichten. :lol: :lol:

Für Pearcing und auch für Tattoo
fehlte mir noch das deutsche Wort dazu.
der dictionary gab Auskunft ganz quick,
was für ein Glück.

Wer Enkel im Kindergarten-Alter hat,
der kennt die kleine Raupe Nimmersatt.
Meine Fünfjährige, das ist wahr,
spricht von der Little, very hungry caterpillar!

Um zu relaxen meine Hände
komm ich nun zum finish, Ende
Ein ghostwriter ist nicht dabei gewesen,
ich wünsch euch etwas fun beim Lesen.
Es sind nicht true lies wenn
ich nun gestehe English, yes I can!
(know reimt sich nicht)

unbekannter Verfasser
Fuchsi :!: :lol: :lol:
Eine kleine Weihnachtsgeschichte, die ich heute am 4. Advent im Internet fand:

Papa muss Weihnachten...
von Conny Cremer

Als Katharina das Klingeln hörte, wusste sie schon vor dem abheben des Hörers, dass er wieder mal nicht rechtzeitig zum Abendessen da sein würde.
Aber nicht die Tatsache, dass er wieder später kommen würde, sondern der traurige Blick ihrer Tochter schmerzte sie. Gerade mal 4 Jahre alt wusste Kassandra schon, dass es immer das Gleiche bedeutete, wenn um diese Uhrzeit das Telefon klingelte. „Papa muss noch einen Bericht fertig machen!“, „Papa muss noch einen Kollegen in die Arbeit einweisen!“, „Papa muss noch an einer Besprechung teilnehmen!“, und so weiter, und so weiter.
Das waren die Sätze, die Kassandra von ihrer Mutter hörte, wenn das Telefon die Verspätung eingeläutet hatte. Und auch die Mama fand das immer sehr traurig, denn so viel gemeinsame Zeit ging dem Vater und Ehemann verloren, weil er immer so viel anderes noch „musste“.
Und dabei war doch jetzt Advent. Die Zeit von Ruhe und Besinnlichkeit. Die Zeit, die mit der Familie verbracht werden sollte um gemeinsam Vorbereitungen für Weihnachten zu machen oder auch nur gemeinsam zur Ruhe zu kommen.
Im Kindergarten hatten sie Geschichten gehört vom gemeinsamen Backen der Plätzchen, denn dafür brauchte das Christkind Hilfe. Wäre ja auch viel zu viel Arbeit für’s Christkind all’ die Weihnachtsplätzchen für die ganze Welt alleine zu backen. Schließlich hat das Christkind ja auch Adventszeit sobald die erste Kerze brennt.
Und die ganze Familie bastelt zusammen für den Weihnachtsbaum oder vorher für den Adventskranz und evtl. auch einen Adventskalender für jeden. Aber eben zusammen, also auch mit dem Papa.
Musste Papa denn außer seiner Arbeit nicht auch für sie da sein? Für sie und ihre Mutter um alle diese schönen Sachen zusammen zu erleben? Bisher hatte er keinen Tag Zeit gehabt und morgen war schon Nikolaus. Also auch gar nicht mehr so lange hin bis Weihnachten. Ja und den Nikolaus hatte Papa letztes Jahr auch schon verpasst, so wie er es wohl auch dieses Jahr tun würde.
Katharina hob den Hörer ab und noch bevor sie sich hatte melden können hörte sie Gabriel sagen: „Nein, mein Schatz, ich werde heute nicht zu spät sein“.
Sie stutzte und fragt: „Wie meinst du das? Besser gefragt – wozu zu spät oder eben nicht?“
„Heute Abend bin ich zum Essen zu Hause. Und wenn dann der Nikolaus zu uns kommen will, dann bin ich auch da. Und überhaupt werde ich jeden Abend da sein und ganz besonders auch am Heiligen Abend“.
Katharina glaubt nicht, was sie soeben gehört hat. Noch nie hat Gabriel angerufen, wenn er pünktlich Heim kam – was sowieso selten genug passierte. Immer nur Verspätungen hatte er angekündigt oder gar plötzliche Geschäftsreisen. Dann hatte sie ihm sogar den Koffer gepackt zum Bahnhof oder Flughafen bringen müssen.
Vorsichtig fragte Katharina nach: „Also, Gabriel, versteh’ mich bitte nicht falsch, Kassandra und ich freuen uns sehr, wenn du heute da bist. Aber was ist passiert? Noch nie hast du angerufen, wenn du nicht später oder gar nicht Heim gekommen bist? Und jetzt kündigst du dich an zum pünktlich sein für heute und die ganzen kommenden Tage. Also, was ist passiert?“
Tja, was war passiert? So ganz genau wusste das Gabriel selbst nicht. Und genau erklären konnte er es genau so wenig, wie selbst genau verstehen was mit ihm heute passiert war. Er fühlte sich ein bisschen in das Charles Dickens-Märchen „Scrooge“ versetzt, wenn er an den heutigen Nachmittag zurück denkt.
Seinen neuen Kunden, mit dem er heute den ersten Termin gebucht hatte, hatte er sich doch ganz anders vorgestellt.
Die Sekretärin brachte ein kleines zierliches Mädchen in sein Büro mit den Worten: „Dein Termin, Gabriel“, und verschwand verschmitzt lächelnd.
Er hatte aufgeschaut und blickte direkt in die großen tiefblauen Augen des zierlichen Kindes, die ihn fest und durchdringend ansahen.
Eigentlich hatte es in dem Gespräch um die wesentlichen Strukturen von Gemeinschaft gehen sollen und jetzt stand da dieses Mädchen vor ihm.
Er hatte sich geräuspert und dann gesagt: „Tja, ich glaube, du bist hier bestimmt falsch. Oder hast du dir einen Scherz mit mir erlaubt?“
„Nein“, hatte die Kleine daraufhin gemeint, „ich bin hier genau richtig und ein Scherz ist das auch nicht.“ Sie war direkt auf Gabriel um den Schreibtisch herum zugekommen, hatte sich auf seinen Schoß gesetzt und den völlig Überraschten bei den Händen gegriffen. Dann sagte sie folgendes:
„Gabriel, ich habe immer tolle Dinge erlebt genau in den Zeiten, in denen er den Menschen nur um die Familie ging. So schöne Dinge kann man gemeinsam tun und sich dabei die herrlichsten Geschenke machen. Und alles was mir wirklich etwas bedeutet war bisher selbst gemacht oder einfach nur die Zeit, die mit mir verbracht wurde. Alles kann man mit Geld kaufen, aber davon ist rein gar nichts wirklich wichtig. Denn alles, was wirklich wichtig ist, ist mit Geld nicht zu kaufen oder zu bezahlen. Zeit, miteinander und für einander. Liebe für den nächsten und besonders alle die uns nah sind.“
Dann war sie aufgesprungen und zur Tür gegangen, hatte sich zu dem mit offenem Mund da sitzenden Gabriel umgedreht und gesagt: „Merk dir das, denn genau das allein ist wichtig!“
Dann hatte sich die Tür hinter dem Kind geschlossen und Gabriel hatte da gesessen und nicht gewusst, ob er gerade geträumt hatte. Auch sich an den Kopf klopfen hatte ihm das nicht bestätigen könne. Er wollte sich gerade wieder seinen Akten widmen, aber zog dann seine Hand doch wieder zurück. Dieses Kind, wer war es und wieso hatte sie einen Termin bei ihm haben können. Er hatte seine Sekretärin dazu gerufen und diese schwor Stein und Bein, dass er weder gerade einen Termin gehabt habe, noch dass sie ihm ein kleines Mädchen ins Büro gebracht hätte. Im Gegenteil erkundigte sie sich ob bei ihm alles in Ordnung sei bevor sie das Büro wieder verließ.
Lange hatte er da gesessen und über das Geschehene oder eben nicht Geschehene nachgedacht. Dann hatte er den Hörer genommen und seine Frau angerufen, der er jetzt einfach alles so erzählte, wie er es erlebt hatte.
„Komm jetzt nach Hause, mein Schatz“, sagte Katharina zu Gabriel „und lass uns gemeinsam zu Abend essen, denn jetzt ist auch Kassandra wieder da. Sie war einige Zeit nicht zu finden.“
Und als alle drei zusammen beim Abendessen saßen, da kam der Nikolaus. „Das wird das Christkind sehr freuen“, sagte er zu Gabriel und alle drei bekamen ein kleines Geschenk.
Bild
Eine Weihnachtsgeschichte zum Nachdenken....

Weihnachten unter der Autobahn
von Burkhard Strunk


...tja, das war Klasse, wie er gestern noch diesen Geschäftspartner über’s Ohr gehauen hatte. In nur fünf Minuten hatte er seinen Gewinn um 5% gesteigert, ohne mit der Wimper zu zucken. Sicher hatte der Andere jetzt einen Schaden, aber schließlich ist das sein Problem und nicht meins, dachte er bei sich. Jeder ist sich selbst der Nächste und schließlich war ja Weihnachten, da konnte man jeden Cent gut gebrauchen.

Er fuhr gerade auf die Autobahn, in Richtung City.



Weihnachten, ja, das ist was. Wenn schon langsam Ende September die Nikoläuse und Dominosteine die Regale füllten und die ersten Lebkuchen auf den Paletten standen, ging es los.

Die Menschen stimmen sich langsam, noch vom Sommer gebräunt, auf Weihnachten ein. Die Kassen fangen an zu klingeln, die Ladenöffnungszeiten werden immer länger, die Sonntage verkaufsoffen und alle seine Kunden fangen an durchzudrehen, weil ja noch im Herbst und zum Jahresende hin investiert werden muss.

Genau die richtige Zeit um schon mal den Ein oder Anderen abzuzocken. Kurz um, es war eine schöne Zeit, diese Vorweihnachtszeit.

Wenn er seine Geschäftskontenstände sah, wie sie wuchsen und wie sich das ein - oder andere Sommerloch jetzt stopfte, wurde ihm ganz warm ums Herz. Richtig weihnachtlich.

Er konnte die Menschen nicht verstehen, die in solch eine Melancholie verfielen, die Kerzen aufstellten, Lieder sangen und all diesen Herzschmerzkram zu Weihnachten rauskramten und von einem Fest der Liebe sprachen.
Das war doch.... Er träumte und von hinten kam ein schnelleres Fahrzeug und drängte ihn mit Blinker und Lichthupe nach rechts ab. ...“Ja doch du Esel, ich fahre ja schon rechts rüber. Du blöder Idiot, haste ’nen neuen Blinker bekommen, im Set mit Fernlicht, oder was?“ „Man schleich dich, ja ich zeig dir auch gleich ’nen Vogel, Freundchen“... wo war er stehen geblieben? Ach ja, Fest der Liebe. Er wusste, wenn er nicht gleich alles das finden würde, was auf seinem Zettel stand, dann wird das höchstens für ihn ein Fest der Hiebe. Es war mal wieder plötzlich Heiligabend geworden und er hatte wie immer keine Geschenke. Gut, dass in seiner Stadt am Heiligen Abend die Geschäfte jetzt bis 20:00 Uhr geöffnet hatten, sonst wäre er aufgeschmissen.
Jetzt war es zwar erst 17:00 Uhr, aber wenn er wieder an den Stau in der City dachte, der von den ganzen Kirchgängern verursacht wurde, bekam er jetzt schon Beklemmungen. Dieses Volk, das glaubte, dass dieser Abend ein besonderer sei für die Menschheit. Die dann ihre Kinder in kratzige Stoffhosen packten, Feiertagsgesicht befahlen und die Mundwinkel der Kinder noch mal schnell mit Papas Stofftaschentuch und Mamas Spucke reinigten. Das waren seiner Meinung nach lauter ewig Gestrige.
Diesen ganzen Firlefanz hatte er in seiner Familie schon länger abgeschafft. Da gab es die Geschenke sofort gegen Abend ohne diesen ganzen Quark vorher. Apropos Geschenke, jetzt wurde es aber Zeit.

Seiner Frau ́ne Rolex, die, die sie schon so lange wollte. Dem Sohn ein I-Pod, bei diesem Wort dachte er zuerst sein Sohn wollte einen Eierbecher zu Weihnachten, aber dieser erklärte ihm dann, das es sich dabei um einen mp3 – Player handelt, der einen Bildschirm hat, auf dem man Videos sehen kann, und wahrscheinlich in 5 Jahren zum Mond fliegen wird, oder so.

Seine Tochter wollte dieses tolle Handy aus Finnland, mit dem man jetzt chatten konnte, Bilder machen, Radio hören, seinen Zyklus berechnen, den Biorhythmus bestimmen und ja er war sich sicher, man konnte damit auch telefonieren.

Für seine Schwiegermutter holte er wie immer einen Gutschein bei Douglas. Sie hatte dieses 4711 so gerne. Für ihn roch das zwar eher wie 08/15, aber er konnte seine Schwiegermutter sowieso nicht riechen, ob mit oder ohne Parfüm.

Zwei Stunden später. Es hatte geklappt. Er hatte alles in Sack und Tüten. Diese Verkäufer. Jeder und Jede flötete „ gesegnete Weihnachten“, oder „frohes Fest.“ Er erwiderte immer nur ein kurzes „Jou“ und sah zu, dass er zurück zum Auto kam und nichts wie nach Hause. Na toll! Stau im Parkhaus!!! Und warum? Diese Tussi zwei Autos vor ihm hatte den Arm zu kurz um ihr Parkticket in den dafür vorgesehenen Schlitz zu stecken. Beim Versuch den Oberkörper hinauszuschieben, fiel das Zettelchen auch noch runter. Jetzt reichte es ihm aber. Er drehte seine Scheibe runter und rief. „Keine Eile Gnädigste, nächstes Jahr ist doch wieder Weihnachten, dann feiern wir das halt.“

Die Frau stieg mit hochrotem Kopf wieder ein und es ging weiter. Er war jetzt an der Reihe. Ticket rein und ab. Was war das? Er wollte gerade losfahren, da stand eine ältere Dame vor seiner Motorhaube, mit einer Sammelbüchse in der Hand. „Sie sammle für Irgendjemanden in Not.“ „Er sei auch in Not, denn wenn er jetzt nicht schnell zu seiner Familie käme, würde wahrscheinlich der Handyvertrag seiner Tochter ablaufen, der I-Pod veraltet, und die Batterie der Rolex leer sein und überhaupt, für ihn sammle auch niemand.“

Er brauste los und ließ eine verschreckte ältere Dame zurück. Weit kam er nicht. Es hatte plötzlich angefangen zu schneien, und die Autobahn war komplett zu. Die LKW ́s hatten sich quer gestellt und die lang anhaltende Kälte, hatte alles zu einer Rutschbahn werden lassen. Er stand still. Eine Stunde, zwei Stunden, nichts bewegte sich. Nach dem 20sten Versuch seine Familie zu erreichen hatte er aufgegeben. Zuerst war das Netz belegt, dann der Akku leer und ihm fiel wieder ein, dass er seine Ladevorrichtung schon länger reparieren lassen wollte. Im Radio meldete man, dass die Autobahn voll gesperrt sei, weil sich ein LKW quer gestellt hatte, und die Räumfahrzeuge, auf Grund der Witterung nicht durchkamen. Man solle die Vollsperrung weiträumig umfahren. Bei diesem Tipp hätte er fast ins Lenkrad gebissen. Danach sang noch so ein Knabenchor „Stille Nacht, heilige Nacht.“ Ihm platzte innerlich der Kragen. Seine Familie saß jetzt zu Hause im Wohnzimmer und wartet auf sein Kommen. Aber er war ja hier mit diesen Idioten, die auf den letzten Drücker aus der Stadt kamen, gefangen. Seine Frau wollte unbedingt dieses Jahr noch einmal einen Weihnachtsbaum, der Kinder wegen, aber er hatte sich schon vor Jahren dagegen durchgesetzt. Immer dieses genadel. Außerdem störten die Kerzen im Fernseher. Sie spiegelten halt, und das gefiel ihm nicht. Die Krippe hatten sie auch weggeworfen, nachdem das Jesus - Kindchen einen Arm verloren hatte, bei seinem Versuch, damit das Innenteil eines Kerzenständers zu reinigen.

Nach drei Stunden auf der Autobahn musste er raus. Er wollte sich die Beine vertreten und es drückte ihn ein inneres Bedürfnis. Er ging zur Seite, über die Leitplanke an den Rand. Bei dem Versuch ein geeignetes Plätzchen zu finden, rutschte er aus und purzelte den Hang hinunter.

Unten angekommen blickte er geradewegs in zwei große braune Augen, die ihn neugierig ansahen. Sofort kam unterhalb der Augen eine warme rosarote Zunge heraus, die ihn begann abzulecken. Er wehrte sich und hörte jemanden rufen: “Keine Angst, der tut nix, der will nur spielen.“ Er blickte sich um und sah, dass er am Fuße einer kleinen Autobahnbrücke lag. Unter dieser Brücke saßen drei Gestalten, die ziemlich übel aussahen. Einer kam auf ihn zu, half ihm auf die Beine, wünschte ihm gesegnete Weihnachten und lud ihn ein, an dem kleinen Lagerfeuer Platz zu nehmen, das unter der Brücke brannte.

Die Drei waren gerade dabei sich einen Glühwein aus einer Tetra – Pack – Tüte, die sie zum warm werden dicht ans Feuer gestellt hatten, auszugießen. „Gesegnete Weihnachten?“ erwiderte er. „Gesegnete Weihnachten?“ „Was ist denn daran gesegnet.“ Ich stehe da oben im Stau, seit Stunden, zerreiße mir den Frack beim Versuch auszutreten, werde von diesem Aushilfswolf vollgesabbert, sitze mit fragwürdigen Typen unter einer kalten Brücke und meine Familie wartet zu Hause. Nicht dass sie mich vermissen, sie sind es gewohnt, dass ich immer später nach Hause komme als geplant. „Und sie sagen zu mir gesegnete Weihnachten?“

Das Einzige das vielleicht noch an Weihnachten erinnert, sind die gelben Engel, die oben im Stau warmen Zitronen - Tee ausgeben. Man reichte ihm einen Becher warmen Glühweins, den er nahm und trank. Das tat gut. Es war eine Wohltat und es störte ihn gar nicht, dass der Becher aussah, als ob er seit seiner Inbetriebnahme nie Spülwasser gesehen hatte. Nach dem er sich etwas beruhigt hatte, fiel ihm auf, dass es hier unter der Brücke absolut ruhig war. Kein Lärm, Keine Autobahn. Nichts. Er blickte sich um. Die Drei hausten hier scheinbar schon länger. Paletten lagen da, auf die so etwas wie Matratzen gelegt waren. Drei Einkaufswagen standen dort, ordentlich nebeneinander geparkt. Vermutlich war all ihr Hab und Gut darin verstaut. Zwei Hunde gehörten zu diesem Gespann, wobei einer aussah, als ob fünf verschiedene Rassen in ihm ein zu Hause gefunden hatten. Die Drei hatten alte, zerrissene Mäntel an und aus ihren Schuhen schauten Zeitungen heraus, die die Füße warm halten sollten. „Tja, gesegnete Weihnachten ihr traurigen Gestalten. Von mir aus dann, es kommt nicht mehr darauf an. Wenn ihr in eurem Elend das so seht, ist es okay.“ „ Wieso elend?“ Sagte einer der Drei. “Wir haben alles was wir benötigen und wollten gerade anfangen Heilig Abend zu feiern. Du bist herzlich eingeladen, nun setz dich halt.“ Er setzte sich und einer der Drei, der Größere, holte ein kleines abgegriffenes Buch, das in Leder eingebunden war, aus seiner Manteltasche.

Er schlug es auf, ziemlich in der Mitte, und begann zu lesen: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die Allererste und geschah zu der Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.“ Wie lange hatte er diese Geschichte schon nicht mehr gehört? In ihm stiegen Erinnerungen an die Kindheit hoch, er roch förmlich die Plätzchen, die seine Mutter gebacken hatte, er sah sie, wie sie in der Küche stand. Heiße Backbleche vor sich und jede Menge Teig noch auf dem Tisch, der darauf wartete gebacken zu werden. Sie wischte sich die Hände an der Kittelschürze ab, und gab ihm wie jedes Jahr die Teigschüssel zum Auslecken. Wie jedes Jahr machte sie ihm mit ihren mehligen Fingern eine weiße Nase.

Im ganzen Haus roch es nach Gewürzen, nach Orangen und die selbst gedrehten Bienenwachskerzen dufteten. „...und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge...“ Wie hatte er diese Geschichte geliebt, die Opa jedes Jahr an Heilig Abend vorlas. Er stellte sich dann immer alles genau vor. Die Könige, die Hirten, die vielen Schafe und Maria und Josef, die glücklichen Eltern, wie sie so auf dieses kleine Baby schauen. Er konnte das immer genau sehen. Dann diese Engel, die zu den Hirten kamen, zu den Menschen, mit denen sonst niemand etwas zu tun haben wollte, und gerade die erfuhren es zuerst.

Und dann dieser mächtige Stern, der am Himmel stand und zu dem Ort hinzeigte, in dem das alles vor nun 2000 Jahren geschah. „...und fürchtet euch nicht, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr...“ Er blickte auf, und sah in drei Gesichter, deren Augen sich mit einem wässrigen Glanz gefüllt hatten. Sie sahen so glücklich aus, so zufrieden, wie er das schon lange nicht mehr gesehen hatte. Diese Drei hier feierten Weihnachten. Sie feierten das größte Geschenk, dass es je gab. Sie strahlten so eine Zufriedenheit aus.

„Weißt du“, sagte einer, „wir haben dieses Geschenk in uns. Wir tragen dieses Geschenk, dass dort in der Krippe lag in unseren Herzen.“ Es ist Gott, der uns da seinen Sohn geschenkt hat, und wer dieses Geschenk annimmt ist frei von Schuld und Bitterkeit, das ist für uns der Segen an Weihnachten.“ Jetzt füllten sich auch seine Augen, denn das waren fast auf den Punkt die gleichen Worte, die auch sein Opa nach dieser Geschichte zu sagen pflegte.
„Deine Geschenke, die du oben im Wagen hast, sind vergänglich und gehen kaputt. Die Technik überholt sich selbst, die Düfte die du da hast verfliegen. Aber dieses Geschenk, wenn du es in deinem Herzen trägst, bleibt und wird dich immer begleiten. Dieses Geschenk wird dir in deinem Leben immer wertvoller. Diese anderen Geschenke befriedigen dein Verlangen nach mehr Besitz, aber dein Herz bleibt leer.“ „Das Kind in der Krippe, ist ein Geschenk, das dein Herz füllt und dein Verlangen nach mehr schrumpfen lässt.“

Er blickte in drei Gesichter, die so erfüllt waren mit Freude, dass es ihn völlig aus der Fassung geraten ließ. Er stand auf, kletterte den Hang hinauf, lief zu seinem Auto und kam gerade rechtzeitig an, um als nächster loszufahren, denn der Stau hatte sich aufgelöst. Woher hatte denn dieser Mann gewusst, was er im Auto hat? Es war 04:00 Uhr morgens, als er zu Hause ankam.

Der erste Weihnachtsfeiertag. Er hatte den ganzen Heiligen Abend unter dieser Brücke verbracht. Seine Frau und seine beiden Kinder kamen ihm entgegen, sie hatten die ganze Nacht gewacht und Ängste um ihn ausgestanden. Sie schlossen ihn in die Arme und freuten sich, dass er endlich da war. Er erzählte ihnen alles. Von dem Stau, seinem Sturz, der nassen Hundeschnauze, den Dreien unter der Brücke und seinem Erlebnis. Er erzählte ihnen, dass er Weihnachten neu erlebt hatte, dass er das wahre Weihnachten gefühlt hatte. Und man beschloss noch am gleichen Tag diese Brücke aufzusuchen und den Dreien einen schönen großen Christ - Stollen zu bringen. Über alldem vergaß die Familie ganz, dass der Kofferraum des Autos noch voller Geschenke war und man machte sich auf, um den Stollen zu verschenken. Als sie unter der Brücke ankamen, war dort keine Spur von Irgendjemandem. Auch an der Stelle, an der das Lagerfeuer gebrannt hatte war nichts. Keine Asche, keine Steine, keine einzige Spur. Er suchte nach Hundespuren, aber auch die konnte er nicht finden. Nachdenklich über all das gingen sie zurück zum Auto und fuhren nach Hause.

Er kaufte noch schnell einen Weihnachtsbaum bei dem total verdutzten Händler und stellte diesen auf. Auch einer Frau, die mit einer Sammelbüchse daher kam, tat er reichlich hinein. Per online Banking überwies er einem Geschäftspartner 5% seines Gewinns und danach verschwand er auf dem Dachboden seines Hauses um nach etwas zu suchen. Als er wieder ins Wohnzimmer kam, in dem die Familie Platz genommen hatte, schlug er ein total verstaubtes Buch auf und las mit dem gleichen Gesichtsausdruck wie die Drei unter der Brücke: „ Es begab sich aber zu der Zeit....!“ Frohe Weihnachten euch allen.