Hallo und ein Gutes Neues Jahr, Euch Allen.

Vllt. stelle ich mich kurz vor: Ich bin gebürtiger Münchener im (Un-)Ruhestand und habe mich in den letzten 40 Jahren intensiv mit dem Thema "Wohnen im letzten Lebensdrittel" beschäftigt. ("Wohnen im Alter" kommt m.E. etwas abwertend daher)
Als Spezialmakler habe ich etliche Anlagen für Betreutes Wohnen sowie Pflegeheime und auch private Senioren-WG's kennenglernt - verwaltet - verpachtet - verkauft. Insofern glaube ich, mich in diesem Thema ein wenig auszukennen.

Und obwohl ich auch besonders schöne und gut ausgestattete Anlagen für betr. Wohnen, Pflegeheime und Privat-WG's und deren Bewohner und Betreiber kennengelernt habe (z.B. mit Schwimmbad, off. Kamin, Gymnastikraum, großen Gärten mit Terrassen etc.) fiel mein persönliches Fazit nach vielen Jahren eher ernüchternd aus. Es gipfelte letztlich in der Gewißheit, so nicht "im Alter" leben zu wollen.

Das mag jetzt überheblich klingen und ich bitte alle in den genannten Einrichtungen tätigen Mitarbeiter, Leiter, Fachkräfte etc. um Nachsicht und Verständnis. Ich will hier nichts und niemanden abwerten - im Gegenteil ich habe in all den Jahren viel Empathie und fürsorgliche Mitarbeiter kennen- und schätzen gelernt. Es handelt sich hier lediglich um mein ganz persönliches Resümee, bei dem die Qualität der Immobilien oder die Qualifikation und das Engagement der Mitarbeiter so gut wie keine Rolle gespielt hat.

Logisch - das Wetter ist schuld, wäre etwas zu kurz gefasst, ich würde eher sagen die klimatischen Verhältnisse und die landestypischen Umstände sind ausschlaggebend. Um es kurz zu machen, hierzu nur einige Schlagworte: Lange halbdunkle Winterwochen, fehlendes Sonnenlicht, Altersdepressionen, Dauerfernsehen, Bewohner, die monatelang keinen Besuch erhalten oder sich nicht vor die Türe trauen, fehlende Ansprache usw.

Auf der Suche nach Alternativen habe ich relativ früh damit begonnen, einige Male Winterurlaube an meinem Lieblings-Sommerziel, dem Gardasee zu "geniessen". Fazit: Viel zu kalt, zu einsam (geschlossene Restaurants, Läden und Märkte) und der See selbst meistens grau und diesig und bei Dauerregen alles andere als gemütlich.
Auch Teneriffa hat mich schlußendlich nicht überzeugt: Durch den Massentourismus sind der Lebensunterhalt und speziell die Restaurants Jahr für Jahr teurer geworden und das vermehrte Auftreten von russischen Eigentümern und Urlaubern hat uns schliesslich dazu bewogen unser geplantes "Altersdomizil" wieder abzugeben.

Ich mach's kurz: Seit einigen Jahren halten wir uns viel auf den Philippinen auf, wo ich in einer überschaubaren "Ufer-Residenz" für bis zu 12 Mitmachern komfortabel lebe. (Wens interessiert: In der Galerie habe ich einige Fotos hochgeladen)

Die Philippinen bieten so ziemlich alles, was ich mir vorgestellt habe: Paradiesische Natur mit viel Wärme und Sonnenschein, unschlagbar günstige Lebenshaltungs- und Personalkosten, Krankenhäuser und Ärztepraxen mit hohen Standards in der City, Ausflugs- und Besichtigungsziele, weisse Strände und: unglaublich freundliche und hilfsbereite Bewohner. Das Durchschnittslalter liegt bei etwa 20 Jahren, die Amtssprache ist Englisch, was auch von den meisten Filipinos einigermassen verstanden wird und die Lebensfreude der Einheimischen, die einen bei Fiestas, Parties, Karaoke-Abenden oder Tanzeinlagen förmlich anspringt, ist einfach mitreissend. Hinzu kommt, dass sich hier bereits etliche deutschsprachige "expats" niedergelassen haben (manche nur für das Winterhalbjahr), mit denen man am Stammtisch oder auf Parties und gemeinsamen Ausflügen ebenfalls viel Spaß haben kann.

Natürlich hat dieses Paradies auch seine Schattenseiten, die man aber als "foreigner" eher aus den Medien kennt. Freilich, jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Träume, aber für uns sind die Philippinen und so wie wir hier leben, eine der besten Alternativen zu erschwinglichen Lebens- und Wohnformen im letzten Lebensdrittel.