Ich habe es an unterschiedlichsten Stellen in Foren und Blogs schon oft geschrieben:
Es wird Zeit, dass Männer endlich entschlossen und solidarisch das anpacken, wofür Frauen anfangs (12./13. Jahrhundert) ohne oder mit geringem Erfolg, dann aber dem Prinzip „steter Tropfen höhlt den Stein“ entsprechend, immer erfolgreicher, auch dank der Unterstützung einsichtiger Männer, kämpften:
ihre Emanzipation!

Emanzipation = Selbstbefreiung aus die Persönlichkeit einengenden Traditionen, aus sinnlosen oder nicht mehr sinnvollen gesellschaftlichen Normen und Weltanschauung, von Vorurteilen und Unwissenheit.

Und es wird Zeit, dass Frauen das tun, was tolle Männer in der Geschichte der Frauenbewegung getan haben und immer noch tun, sich nämlich mit den für ihre Selbstbefreiung Kämpfenden solidarisch erklären und verhalten und sie in ihrem Kampf unterstützen!

Nur so ist das doch sehr erstrebenswerte Ziel grösstmöglichen gegenseitigen Respekts, Toleranz und Akzeptanz und damit ein friedliches Miteinander zu erreichen!

Was ich in diesem Thread besonders witzig und auch traurig finde ist, dass ausgerechnet die größte Gruppe von CDern (Crossdressern), nämlich Frauen, sich in dieser Diskussion über Männer lustig machen, die crossdressen!
Sie haben, z.T. unterstützt oder zumindest geduldet von Männern, lange für das Recht kämpfen müssen, als männliche geltende Kleidung tragen zu dürfen!
Sie wurden im Kampf für dieses Recht verurteilt, inhaftiert und noch bis in die 70er Jahre in vielen Berufen/Branchen diskriminiert, in denen Frauen untersagt war, Hosen zu tragen!
Warum kämpften sie für das Recht, als männlich geltende Kleidung tragen, also crossdressen zu dürfen?
Wurden ihnen damals auch „sexuellen Spezialinteressen“ unterstellt?
Hatten sie tatsächlich solche „ sexuellen Spezialinteressen“?
Und selbst wenn, machte und machen eventuelle „sexuellen Spezialinteressen“ Männerkleidung tragende Frauen automatisch zu minderwertigen, lächerlichen, mitleiderregenden Wesen?

Mensch Mädels, schaut Euch doch mal die Kleidung, einschließlich Unterwäsche, an, die Ihr ganz selbstverständlich heute in aller Öffentlichkeit tragen dürft und tragt!
Zu einem ganz großen Teil handelt es sich dabei um Kleidung, die in unseren westlichen Kulturen ursprünglich Männern vorbehalten war:
Hosen und Hosenanzüge
Hemden
T-Shirts
Pants und Retropants, Hipster, Boxershorts
lange Unterhosen, die Ihr heute sogar offen sichtbar als Oberbekleidung „Leggins“ tragt
Badeanzüge (Frauen hatten Badekleider zu tragen) ...

Es gibt zu dem Thema viele Bücher und auch Internet-Seiten, z.B. diese:
https://www.was-war-wann.de/mode/
https://www.wissenschaft.de/geschichte- ... und-heute/
https://www.galatea-ziss.de/journal/fra ... hosen.html

In anderen Kulturen sah das ganz anders aus, da waren Kleider/Röcke ( Sarong,Toga, Lungi, Tunika …) Männern vorbehalten , (Pluder)Hosen den Frauen!

Hängt der Wert eines Menschen denn tatsächlich von ein paar Fetzen Stoff ab?
Ist es überhaupt gut und richtig, wenn Menschen sich anmaßen, Normen aufzustellen und, auf Teufel komm raus, in alle Ewigkeit oft bis aufs Blut verteidigen?
Und was die Verurteilung von Genderthemen, Crossdressing etc. durch Männer angeht:
Erschreckend und traurig, dass ausgerechnet ErWachSene? Männer so mit ihren Geschlechtsgenossen umgehen!
Wovor habt Ihr solche Angst, Männer, dass Ihr zu Mitteln wie Beschimpfungen, der Lächerlichkeit preisgebenden verbalen Ausbrüchen (Absonderlichkeit, Schrulle, Macke, Tick, lächerliche Bekleidung, mitleiderregende Accessoires, sexuellen Spezialinteressen …) bis hin zu physischer Gewalt greifen müsst?
Wer bestimmt denn, was normal ist?

Was die Frage des Threads betrifft
„Kann eine Frau einen CD / DWT lieben“
so kann das ganz ehrlich und letztendlich wohl nur eine Frau sagen, die mit dieser Situation schon konfrontiert war oder ist.
Ich lerne in der Regel ja keinen Menschen kennen, der ein entsprechendes Schild um den Hals trägt.
Solange Menschen sich nicht trauen und, wenn man realistisch ist, im Interresse ihrer Sicherheit und Unversehrtheit meist auch nicht trauen können, offen ihre Wünsche und Vorlieben zu leben, so lange werde ich, wie von vielen anderen Dingen im Leben, davon überrascht, wenn ich schon schon in engerem Kontakt mit einem Menschen bin.
Und vielleicht schon viele liebenswerte Wesenszüge an ihm entdeckt und ihn schätzen gelernt, ja mich vielleicht schon verliebt habe.
Wie es mir damit gehen würde, wie ich damit umgehen würde, weiß ich nicht, ich war noch nie in dieser Situation.
Beifall
Nur Antwort auf die Eingangsfrage:
ja, ich kann so einen
Mann ernst nehmen und lieben.
Wenn ich mich in einen Menschen verliebe, dann auf Grund bestimmter Eigenschaften, die ja wohl auch dann noch bestehen, wenn ich von für mich absonderlichen Neigungen erfahre. Warum sollte ich diese dann nicht einfach am geliebten Menschen akzeptieren können?
Etwas anderes ist es, wenn eine solche Neigung mir den ganzen Menschen absonderlich erscheinen lässt. Allerdings hätte ich mich dann wohl kaum jemals in ihn verliebt!

Ich habe diesen Thread gerade erst entdeckt. Ich finde das Thema spannend - wegen der Reaktionen darauf, aber nicht die der meisten anderen, sondern der eigenen. Da geht dann plötzlich das Kopfkino los...

Interessanterweise erscheint darin eine Figur, die ich sehr schätze - ein Schauspieler, den ich schon in sehr vielen Charakterrollen brillieren sehen konnte: Lars Eidinger!

Als ich ihn vor einiger Zeit mal in einem „Polizeiruf 110“ in der Rolle eines Transsexuellen spielen sah, war ich zuallererst peinlich berührt - natürlich wegen all meiner Vorurteile bezüglich vermeintlich fehlender Männlichkeit. Aber dann gewannen Faszination und Neugierde die Oberhand - ganz abgesehen vom Mitgefühl für die wirklich sehr gut gespielte Figur.

Link: Tagesspiegel - Polizeiruf 110 - Im Herzen der Finsternis

Meine gemischten Gefühle wegen dieser Eindrücke blieben aber mehr oder weniger unaufgelöst im Erinnerungsraum hängen - bis vorhin, als ich diesen Thread las...

Jetzt stellte ich mir einen Mann (wie z.B. Eidinger) vor, den ich wegen seines männlichen Aussehens und seiner vielschichtigen Persönlichkeit sowohl begehren als auch lieben könnte - wenn die Chemie zwischen uns auch sonst stimmen sollte.

Was würde in mir vor sich gehen, wenn er eines Tages geschminkt und in Frauenkleidern an den Frühstückstisch treten würde?

Er hätte mich natürlich in Gesprächen darauf vorbereitet - und ich hätte alle meine Vorurteile vorher schon durchdacht. Hätte ich mich darauf eingelassen? Wenn ja, weshalb?

Es käme wie immer auch sonst, auf den individuellen Menschen selbst an. Es existieren natürlich auch bei den Geschlechterrollen bezüglich anders Orientierten die ganze Bandbreite und alle Tiefenvarianten menschlicher Persönlichkeiten.

Mein Partner wäre nicht mein Partner, wenn er nicht sehr selbstreflektiert wäre und seine Neigung, im privaten Bereich auch Frauenkleider zu tragen, nicht als tiefes Bedürfnis, seine weibliche Seite auch äußerlich auszuleben, erkannt hätte und in der Lage wäre, mir das zu vermitteln.

Ich könnte mich darauf einlassen und seine weibliche Seite mögen, gar lieben - zumindest respektieren lernen.

Ja, ich kann unter den gleichen Bedingungen, unter denen ich mich in jemanden als Mann verlieben kann, auch dies für möglich halten und mir vorstellen: Mich in seine weibliche Seite zu verlieben, die durch das weibliche Outfit gelegentlich deutlicher sichtbar wird.

Der nächste Gedanke löst sich aber wieder von diesem konkreten Bild und geht in eine mehr allgemeine Richtung: Sollte nicht jeder Mann seine weibliche Seite wahrnehmen und ausleben dürfen (auch ohne äußere Attribute)? Wenn ich das strikt ablehnen sollte, stimmte mit mir selbst etwas nicht, finde ich!

KuK's Beitrag ist natürlich sachlich richtig und politisch korrekt. So wäre m.E. nur noch zu ergänzen, dass die Emanzipation der Frauen aufgrund ihrer Jahrtausende währenden Unterdrückung in anderen Bereichen erfolgte - nämlich in denen der Wissenschaft, der Rechte und der Politik (und damit dort auch die Anerkennung ihrer männlicher Eigenschaften und Attribute mit sich brachte) - als in denen, wo die der Männer erforderlich wäre: nämlich der Gefühle und der Empathie - die allerdings wegen „Unmännlichkeit“ von der „normalen“ männlichen wie weiblichen Gesellschaft leider eher verachtet und belacht werden. Immer noch!




Genau, dann geht ds Kopfkino plötzlich los. Und eben dieses Kopfkino ist es letztendlich, worüber die meisten stolpern, denn das Kopfkino ist immer nur etwaus aus demjenigen heraus, der Kopkino hat und hat so gut wie nichts mit den Fakten der - in meinen Augen überhaupt nicht - absonderlichen Eigenheiten eines anderen Menschen zu tun.
@Verdandi

Du schreibst:
‚Der nächste Gedanke löst sich aber wieder von diesem konkreten Bild und geht in eine mehr allgemeine Richtung: Sollte nicht jeder Mann seine weibliche Seite wahrnehmen und ausleben dürfen (auch ohne äußere Attribute)?‘

Ich stimme mit Dir überein. Das Äußere (besser das ‚darunter Getragene‘, also DWT) kann ich nicht verstehen. CD ist für mich vielleicht dann akzeptabel, wenn’s kein Dauerzustand ist bzw. zu häufig erfolgt. Die innere weibliche Seite dagegen sagt mir bei einem Geschlechtsgenossen sogar sehr zu. Ich würde sagen, es ist eine menschliche Seite. Die sexuelle Orientierung ist mir dabei unwichtig. Ich orientiere mich lieber an Frauen, das muss ich betonen.

Insgesamt ist dein Beitrag umfassend, und ich finde ihn ausbalanciert.

@ Shekinah
Die Eingangsfrage lautete nun mal "Was empfindet eine Frau, wenn...?" Das lässt sich allerdings nicht "faktisch" beantworten, sondern nur persönlich. Und wenn die konkrete Situation noch nicht erlebt wurde, kommt halt das Kopfkino - sprich Vorstellungsvermögen ins Spiel. - So what?


@Alkaios
Vielen Dank!


@Verdandi

Soll heißen: . . . bzw. nicht . . .

Freut mich!
Alkaios hat geschrieben: @Verdandi

Du schreibst:
‚Der nächste Gedanke löst sich aber wieder von diesem konkreten Bild und geht in eine mehr allgemeine Richtung: Sollte nicht jeder Mann seine weibliche Seite wahrnehmen und ausleben dürfen (auch ohne äußere Attribute)?‘

Ich stimme mit Dir überein. Das Äußere (besser das ‚darunter Getragene‘, also DWT) kann ich nicht verstehen. CD ist für mich vielleicht dann akzeptabel, wenn’s kein Dauerzustand ist bzw. zu häufig erfolgt. Die innere weibliche Seite dagegen sagt mir bei einem Geschlechtsgenossen sogar sehr zu. Ich würde sagen, es ist eine menschliche Seite. Die sexuelle Orientierung ist mir dabei unwichtig. Ich orientiere mich lieber an Frauen, das muss ich betonen.

Insgesamt ist dein Beitrag umfassend, und ich finde ihn ausbalanciert.



Ja, in der kopfigen Vorstellung scheint das alles so zu sein...., bei den ungelegten Eiern kommt jeder selbst "GUT" dabei weg.... ;-)

...wie es dann aber konkret ist - trifft diese Situation ein - wenn mein Partner auf einmal in Frauenkleidern neben mir gehen möchte, kann niemand wissen....
...und seine weibliche Seite zu leben, sollten doch erst und besonders die Frauen wieder, die inzwischen oft und gerne die Hosen anhaben, praktizieren.

Der Mann, der seine weibliche Seite lebt, kommt ins Fühlen und das hat nichts mit einer weiblichen Garderobe zu tun....

Wie tolerant jemand ist, zeigt sich nicht in Worten......sondern in Verhaltensweisen und da habe ich doch bei einigen, die sich so darstellen wollen, meine Bedenken,....zumindest ist es meine Erfahrung hier.
Verdandi, Fakten sind und bleiben Fakten, da ist die jeweilige Eingangsfrage völlig unwesentlich dazu. Und dass Kopfkino alles ist ausser Fakten kann nicht geleugnet werden.
@Nowhere

wie tolerant jemand ist, zeigt sich nicht in Worten......sondern in Verhaltensweisen und da habe ich doch bei einigen, die sich so darstellen wollen, meine Bedenken,....zumindest ist es meine Erfahrung hier.

‚Die Erfahrung hier‘ kann sich doch nur auf Kommentare in diesem Blog beziehen. Ich fixiere dabei das Wort ‚hier‘.

Auf Verhaltensweisen kann man schließen, aber ob sie sich in Wirklichkeit auch so zeigen würden, wie sie geschrieben stehen, ist fraglich. Für mich sind es eher Eindrücke, die in mir beim Lesen entstehen. Positive oder negative. Positive bleiben mir länger im Gedächtnis. ‚Neutrale‘ Eindrücke gibt es für mich nicht, das führt zur Langeweile.
Alkaios, ja...... es ist gut, zu bemerken worauf "man" anspringt.
Das ist wohl ein grundsätzliches Problem, die eigenen Verhaltensweisen, bzw. die eigenen Vorstellungen über sich zum Maßstab für alle zu machen. Nur so lässt sich schließlich ein Werturteil über andere fällen.
Sehr fragwürdig ist es allerdings für mich, wenn jemand bereits aus hier vernommenen Bemerkungen Menschen, die er gar nicht kennt, in Schubladen einsortiert, und aus seiner subjektiven Sicht Verhaltensweisen unterstellt, die sich keineswegs auf „Erfahrungen“ gründen können.
@Verdandi, meine persönliche Meinung: (mit) Klasse beschrieben!