Hallo Felix,

vielen Dank für Ihre Offenheit und dass Sie vermittelt haben, wie die Sicht von Seiten eines Arztes ist. Interessant und hilfreich! Eine Bekannte von mir ist vor kurzem an einem Unterleibskrebs verstorben, knapp 1 Jahr nach der OP. Sie war sehr tapfer und ertrug eine Reihe von Chemotherapien. Leider ließ sich das Tumorwachstum nicht stoppen. Die Prognose war allerdings von vornherein schlecht. Ich habe sie zu einer ganzen Reihe von Arztgesprächen begleitet. Alle Ärzte haben fachlich wie menschlich auf mich sehr integer gewirkt, hatten sich Zeit genommen und Fragen bereitwillig beantwortet. Tröstlich war, dass meine Bekannte auf der Palliativstation in Großhadern eine schöne Umgebung hatte und sehr gut umsorgt wurde - es hätte alles auch noch schlimmer kommen können.
Das Internet war eine gute Informationsquelle, vor allem, was die Erklärung medizinischer Begriffe angeht. Wenn man die Erfolgschancen einer Chemotherapie einschätzen will, kann man aber das Internet vergessen. Hier muss man sich auf das Wissen und die Erfahrung des Arztes verlassen - ohne Vertrauen geht das nicht.
Indirekt habe ich auch das Wirken von 2 Heilpraktikern mitbekommen. Mit einer Krebsdiagnose greift man verständlicherweise nach jedem Strohhalm. Mein Eindruck von den Behandlungen beider Heilpraktiker: wirkungslos bis geldgierig und betrügerisch. Von einer Heilpraktikerin (die dubiose Ernährungsempfehlungen gab, welche meine Bekannte fast in die Verzweiflung gestürzt hätten) sah ich nur umfangreiche Rechnungen, sonst nichts. Diverse Arztberichte der Klinikärzte hingegen verstand ich zwar nicht im Detail. Aber es war zu erkennen, dass diese umfangreichen Berichte mit großer Sorgfalt verfasst wurden und dass da ein umfassendes Wissen und Können dahintersteckt.