Hallo,
bin gerade von einer Rundreise durch Rajastan zurückgekehrt.
Einige Erlebnisse und Gepflogenheiten möchte ich anderen interessierten Leuten mitteilen.
- Indien als (geeinte) Nation gibt es quasi erst seit der Unabhängigkeit.
- Momentan verändert sich Indien grundlegend und sehr schnell in vielen
Bereichen, zum Beispiel sucht die Jugend bessere Lebensbedienungen
und trennet sich teilweise von "althergebrachtem".
- Indien investiert sehr hohe Summen in seine Infrastruktur, z.B. Straßenbau
und Kommunikationstechnik.
- Die offiziellen Landessprachen sind Hindi und Englisch, daneben gibt es
landesweit sehr viele Sprachen und Dialekte. Vor nicht langer Zeit konnte ein
Südinder seinen Landsmann aus dem Norden nicht verstehen !
Englisch hat gute Chancen sich als die von allen Indern genutzte Sprache
landesweit durchzusetzen, in den Städten und bei den jungen Indern wird jetzt
schon überwiegend Englisch gesprochen.
- Bei den Jugendlichen setzt sich mehr und mehr Fußball als "Nationalsport"
durch.
- Viele Paläste haben drei Eingangstore, diese symbolisieren die drei
Hauptgottheiten:
Brahma der die Welt erschaffen hat
Vishnu der die Welt erhält
Shiva er löst die Welt am Ende der Zeit auf, bevor sie neu erschaffen
wird
- In vielen Häusern gibt es eine Figur des Gottes Ganesha - der mit dem
Elefantenkopf und mit der Ratte.
Ganesha gilt als häuslicher Glücksbringer.
- Unser Guide hat uns während den Busfahrten auch einige Yogaübungen
vermittelt, ich habe mir die Atemübung und die Lachübung gemerkt.
- Inder und Alkohol passten früher nicht gut zusammen, heute gibt es sowohl
indische Weine als auch in Indien erzeugtes Bier; beides wird momentan noch
sehr hoch besteuert und ist dementsprechend teuer.
- Indien gehört zu den wenigen Ländern weltweit in denen einige Monumental-
bauten komplett aus Marmor gebaut wurden.
- Einige Religionen führen auch heute noch von unserem Kalender
abweichende Jahresangaben.
- Die heiligen Kühe und mit Ihnen Schweine und Hunde bewegen sich
tatsächlich frei und hindern oft den Verkehr.
Laut unserem Guide werden jetzt mehr und mehr Tiere eingefangen, diese
können dann in einer " Pension" ihr Leben fristen. Hauptsächlich geschieht das
in und um den Großstädten.

Reisebeschreibung
1. Tag Flug nach Neu Delhi mit Zwischenaufenthalt in Istanbul.
Da der Aufenthalt in Istanbul ca. 8 Stunden dauerte sind wir mit Taxi in die
Altstadt zur Haiga Sophia gefahren.
20:55 Uhr Nachtflug nach Neu-Delhi (Ortszeit in Istanbul).

2. Tag Landung morgens um ca. 06:00Uhr Ortszeit in Delhi.
Nach der Begrüßung durch den Reiseleiter und den schon eingetroffenen
Reiseteilnehmern mussten wir noch ca. 1,5 Stunden auf die Leute aus Berlin
warten, Grund - Ihre Koffer wurden nicht mitgeliefert
Meine Partnerin und ich waren jetzt ca. 30 Stunden auf den Beinen.
Nach dem Einschecken im Hotel und etwas frischmachen erfolgte eine kleine
Stadtrundfahrt u.a. durch das schöne Regierungsviertel, nach einer - für
unsere Begriffe - waghalsigen Rikschafahrt ging es zurück ins Hotel, nach
dem ungewohnten Abendessen (wegen der teilweise scharf gewürzten
Gerichte ) wollten wir nur noch schlafen.

3.Tag Zugfahrt von Delhi nach Ajmer mit dem Shatabdi-Express. Dann mit dem
Tuck Tuck ca. 5 km durch die Innenstadt zu unserem wartenden Bus.
- Laut unserem Guide ist Ajmer die heilige Stadt für die in Indien lebenden
Muslime das sind immerhin ca. 15% der Gesamtbevölkerung. Damit ist Indien
nach Indonesien der zweitgrößte Muslimstaat -.
Weiterfahrt nach Pushkar, unterwegs ein Fotostop wegen einer uralten
Wasserschöpfmühle die immer noch mit zwei Kühen angetrieben und zur
Bewässerung der Felder genutzt wird.
In Pushkar Besuch des Brahma-Pilgertempels und Rundgang
um den heiligen Pushkar-See, hier kann man auch heute noch und speziell
Abends feiernde Hippies treffen.
Der Rundgang musste Barfuss oder in Socken erfolgen
Unser Reiseleiter erklärte uns das es in Indien zig verschiedene Religionen
gibt, die wichtigste Religion ist der Hinduismus - wobei das eher eine
Lebenslehre als eine Religion ist.
Die Übernachtung erfolgte in einem Hotel außerhalb von Pushkar.

4.Tag Busfahrt ca. 300 km nach Udaipur. Die Tagestemperatur liegt ab jetzt bei
ca.40 Grad. Irgendwo auf unserem Weg hielt ein Fernbus, unser
Guide wurde plötzlich sehr aktiv und forderte die Leute aus Berlin auf
auszusteigen und ihre Koffer von dem wartenden Bus abzuholen. Nach
einigen Minuten war alles erledigt.
Diese ungewöhnliche Art der Kofferwiederbeschaffung hatte schon etwas
magisches.
Am Spätnachmittag einschecken im auch hier etwas außerhalb
gelegenen Hotel.

5.Tag in Udaipur, zunächst Besuch des riesigen Stadtpalastes mit seiner Fülle
an Zimmern und Dekorationen, es ist der größte Palast-Burgkomplex in
Rajastan.
Danach Besuch des Jagdish -Tempels, anschließend eine Bootstour auf dem
Pichola-See und Besuch des auf einer künstlichen Insel gelegenen
Wasserpalastes Jag Mandir.
Tagesabschluss im gleichen Hotel.

6.Tag einige Reiseteilnehmer klagen über Unwohlsein. Heute fahren wir mit
dem Bus ca. 250 km nach Jodhpur. Unterwegs besuchen wir in Ranakpur
einen Jain- Tempel, ein wirklich beeindruckendes Bauwerk; auch dieses
Bauwerk darf nur barfuß oder mit Socken betreten werden.
Anschließend Weiterfahrt und Einschecken im Hotel nahe Jodhpur.

7. Tag Jodhpur wird auch als blaue Stadt bezeichnet. Besuch der Festung
Fort Mehrangarh, hier können Waffen, Musikinstrumente, Miniaturen etc.
besichtigt werden. Anschließend erfolgte die Besichtigung des
Jaswant Thada-Mausoleums.
Das Abendessen bot kaum noch Abwechselung zu den voherigen
Abendessen, die Auswahl der Speisen erfolgte auch schon mit Vorsicht..

8. Tag Busfahrt über ca. 280 km nach Jaisalmer am Rande der Wüste Thar.
Die Tagestemperatur liegt weiterhin bei 40 Grad.
Am Spätnachmittag einschecken im gebuchten Hotel.

9: Tag Besuch des Fort Jaisalmer, anschließend Besuch des Nathmal Ki Haweli
bei diesem Haveli handelt es sich um den Palast eines früheren Ministers
und Besuch des Patwon Ki Haveli.
Abends konnte man bei einem Kamelritt oder einer Kamelkutschenfahrt den
Sonnenuntergang in der Wüste Thar erleben.
Das war mein erster Kamelritt und schon etwas besonderes denn speziell
beim Auf- und Absteigen ist Vorsicht geboten (mit fachkräftiger Hilfe aber
kein Problem).
Mein Kamelführer war ein elfjähriger Junge, hinter uns ging sein Freund ein
vierzehnjähriger Junge der ein sehr gutes Englisch sprach - mein Kamel
wurde von den beiden Jungen "Fiedel Castro" genannt ?!
Mir hat der Kamelritt gut gefallen, meine Partnerin hat die Kutschenfahrt
bevorzugt.
Anschließend Rückfahrt zum Hotel.

10. Tag Busfahrt über ca. 380 km nach Bikaner ein ehemaliges Handelszentrum
an der Karawanenstraße und ebenfalls am Rande der Wüste Thar liegend.
Am Spätnachmittag einschecken im gebuchten Hotel.
Abends erlebten wir eine bunte Folklore-Veranstaltung mit Abendessen
im Wüstenlager während des Sonnenunterganges.
Uns hat der Abend in der Wüste gut gefallen.
Anschließend Rückfahrt zum Hotel.

11. Tag Start der ca. 350 km langen Busfahrt nach Jaipur mit Zwischenstopp zur
Besichtigung der Palastfestung Junagarh in Bikaner.
Am Spätnachmittag erreichen wir unser Hotel in der Hauptstadt Rajasthans
(ca. 3,5 Mio. Einwohner)
Dieses Hotel gehört zu einer höheren Kategorie. Das Abendessen war in
allen Belagen besser als in den meisten anderen Hotels.

12. Tag Morgens zunächst mit dem Bus zum Palst der Winde, Touristen sollten
wissen das sie nur die Fassade zu sehen bekommen.
Anschließend bis in die Nähe von Fort Amber, ca. 2 km vor dem Fort
umsteigen in einen ziemlich engen Jeep dann mit dem Jeep hinauf zu
diesem UNESCO- Welterbe. Dort haben wir das einzigste mal
Schlangenbeschwörer gesehen und in großer Zahl Lastelefanten die
geduldig Touristen spazieren trugen.
Nach der Rückfahrt zur Bushaltestelle wieder mit zu engem Jeep haben wir
in Jaipur ein weiteres UNESCO-Welterbe nämlich das historische
Observatorium Jantar Mantar besucht, freundlicherweise hat unser Guide
nützliche Erläuterungen gegeben, dieses Observatorium fand ich sehr
interessant, als Laie benötigt man aber einen Guide.
Danach haben wir den Stadtpalast besichtigt.
Abends erfolgte noch eine ca. 20-minütige Rikschafahrt in der Altstadt bevor
wir zum Hotel zurückfuhren.

13. Tag Start der ca. 190 km langen Busfahrt nach Bharatpur, unterwegs
Besichtigung des beeindruckenden aber abseits gelegenen Stufenbrunnens
Chand Baori dann Weiterfahrt zu einem weiteren UNESCO-Welterbe der
Geisterstadt Fatehpur Sikri.
Weiterfahrt zum nächsten UNESCO-Welterbe dem Keoladeo-Nationalpark.
Die Besichtigung erfolgte wieder mit dem Rikscha und einem
wissenschaftlichen Begleiter. Die Tierwelt war wirklich beeindruckend
zusätzliche Hinweise bekamen wir von unserem Rikschafahrer der uns auf
etliche Termitenhügel und vermeintliche Schlangenlöcher am Wegesrand
hinwies.
Als wir den Rückweg antreten wollten kündigte sich ein Gewittersturm an
also nichts wie zurück zum Bus der war aber noch weit weg.
Den ersten Kilometer zurück haben wir alle noch ziemlich gemeinsam
absolviert dann lichteten sich die Reihen, inzwischen hatte sich der Sturm zu
einem richtigen Sandsturm ausgeweitet und der Wind blies zu allem
Unglück von vorne, unser Fahrer war am Ende seiner Belastbarkeit
angekommen und hat uns geschoben, absteigen sollten wir aber nicht
so konnten wir den Sturm, die bizarren Blitze und den einsetzenden Regen
in "vollen Zügen" genießen.
Gott sei Dank ist niemanden etwas passiert und der Starkregen setzte ein
nachdem alle im Buss untergekommen waren.
Vor dem Hotel haben wir uns gegenseitig vom Sand befreit.
Beim Abendessen im Hotel hatten wir diesmal besonders viel zu
besprechen.

14. Tag Start der ca. 220 km langen Busfahrt zurück nach Delhi, unterwegs
Besichtigung der beiden UNESCO-Weltkulturerben Taj Mahal und Rotes
Fort von Agra, beide liegen am Fluss Yamuna, diese Orte gehören bereits
zu einem anderen indischen Bundesstaat (Uttar Pradesh).
Wir sind sehr früh gestartet um den heißen Mittagstemperaturen und dem
großen Besucheransturm beim Taj Mahal zu entgehen.
Das eigentliche Taj Mahal darf nur mit Schutzfolie für die Schuhe betreten
werden, filmen ist streng verboten und die Menge der Besucher wird
ständig geregelt.
Das Taj Mahal (sichtbare Teile) sind innen und außen komplett aus Marmor
gebaut worden.
Nach ca. 2 Stunden erfolgte die Weiterfahrt zum Roten Fort, diese
beeindruckende Riesen-Festung ist ebenfalls einen Besuch wert.
Laut unserem Guide sind nur ca. 10% der Festung für Touristen zugänglich.
Am Spätnachmittag erfolgte die Ankunft im Hotel.
Hier wurden zunächst unsere Reisepässe für die bevorstehende Ausreise
gescannt.
Nach dem Abendessen hatten wir letztmalig Gelegenheit uns vor der
Abreise etwas auszuruhen.

15. Tag Wecken um 02:30 Uhr, Abfahrt beim Hotel um 03:30 Uhr, Einschecken
im Flughafen Delhi um ca. 04:00 Uhr, Abflug etwas verspätet um 06:55 Uhr
Ortszeit mit Zwischenziel Istanbul.
Ankunft in Deutschland pünktlich um 17:50 Uhr.

Die Indienreise war wirklich sehr interessant !

Anmerkung: Ich wusste garnicht das Montezuma sein Unwesen auch in Indien treibt, bei manchen Mitreisenden war das ziemlich heftig.
Es ist daher ratsam Mittel gegen Durchfall, Bakterien etc. bei sich zu haben.