@ Akkelei:

Naja, das definieren Nichthochsensible ganz gern mal über Hochsensible, wenn sie das, was Hochsensible ihnen spiegeln, nicht wahrhaben wollen oder eben abwehren wollen, was nicht sein darf.

Kunvivanto hat beschrieben, wie Hochsensible sich selbst wirlich sehen und wahrnehmen. Jedenfalls gilt das für ihn und mich. Hochsensibilität erfordert, dass man sich selbst nicht so wichtig nimmt..... weil halt die nichtsensible Umwelt in den meisten aller Fälle mit dem, was ein Hochsensibler äußert, so gar nichts anfangen kann.... es nicht ernst nimmt...... und das halt in etliche Ecken schiebt, in die es mitnichten gehört.

Ich verstehe zum Beispiel nicht annähernd, wie man als einer von 7,5 Milliarden Menschen, die es auf der Erde gibt, alles, was einem so widerfährt, auf sich selbst beziehen kann.... aber es passiert.... immer, überall, durchgängig, und fast ohne jede Ausnahme.
Eine meiner Enkelinnen wird mit Reizüberflutungen schlecht fertig.
Sie steht dann ersteinmal da und muss sortieren.
Manchmal muss man sie in ihrem Gedankenwust anstupsen und herausholen.
Andererseits findet sie sich auch nicht in der Welt ihrer Altersgenossen zurecht.
Die Welt ihrer fröhlich schnatternden Cousinen ist ihr verschlossen,die Themen fremd.
Natürlich beobachten wir das mit großer Sorge.
Ich dachte an das Aspergersyndrom, aber ist sie vielleicht "nur" hochsensibel?
agapanta hat geschrieben: Schon anhand der Kommentare sieht man wer welcher Gruppe eher zuzuordnen ist.


Kannst du das bitte näher erklären?!
Milafranzi hat geschrieben: Eine meiner Enkelinnen wird mit Reizüberflutungen schlecht fertig.
Sie steht dann ersteinmal da und muss sortieren.
Manchmal muss man sie in ihrem Gedankenwust anstupsen und herausholen.
Andererseits findet sie sich auch nicht in der Welt ihrer Altersgenossen zurecht.
Die Welt ihrer fröhlich schnatternden Cousinen ist ihr verschlossen,die Themen fremd.
Natürlich beobachten wir das mit großer Sorge.
Ich dachte an das Aspergersyndrom, aber ist sie vielleicht "nur" hochsensibel?


Einer meiner Söhne hat ADS (also ohne Hyperaktivität) verbunden mit einer Hochbegabung. Die Symptome sind sehr ähnlich. Auch da fehlt dieser "Filter" im Gehirn. Er hat es mit in sein Erwachsensein nehmen müssen.

Wenn ich mir die Beiträge zum Thema Hochsensibilität so durchlese, denke ich, dass er zumindest auch große Anteile davon hat.

Vielleicht sind die Grenzen da sehr fließend....
@ Milafranzi:

Das, was Du über Deine Enkelin beschreibst, hört sich ganz nach Hochsensibilität an.

"Ferndiagnosen" sind natürlich immer schwierig.... :-)

Gebt ihr die Zeit, die sie braucht, den Wust, der auf sie einstürmt, zu sortieren. Und vor allem Rückzugsmöglichkeiten, das in aller Ruhe zu tun.

Und bevor bei ihr irgendetwas mit Krankheitswert diagnostiziert werden sollte, würde ich erstmal diese Spielart der Natur annehmen. Denn eine Asbergerdiagnose zieht Etliches nach sich, das dann auch wieder überfordert.

Im Übrigen sind Rückzugsmöglichkeiten das A und O für Hochsensible. Ist für Nichthochsensible weder verständlich, noch wirklich gut auszuhalten. Ist aber eben unerlässlich, wenn man wenigstens einigermaßen in der Welt der Nichthochsensiblen zurecht kommen möchte.

Was man ja muss.... denn ca. 85% der Menschen, mit denen man zu tun hat, sind eben nicht hochsensibel.... ;-)
@ sonnenkind:

Ich warte darauf, dass die Wissenschaft sich mal ausführlicher mit der Hochsensibilität beschäftigt und eine klare Abgrenzung vornimmt, zu den Ausprägungen mit Krankheitswert, wie ja z. B. ADHS oder auch das Asbergersydrom. Denn es würde mal Zeit, auch um wirklich Hochsensible nicht umsonst und unter Stress für sie von der Hochsensiblität wegtherapieren zu wollen. Was nicht gelingen kann.... es geht halt nicht.

Ich bin meistens die Ruhe selbst....... :lol: .........also ADHS auf gar keinen Fall...... :wink:

Und das Asbergersyndrom trifft auch nicht zu, weil ich ein wirklich zugewandter Mensch bin. Man könnte es annehmen, weil ich halt auch Rückzüge brauche. Aber nach den Rückzügen, die wirklich dringlich sind, ab und zu, bin ich wieder vollkommen zugewandt.

So bin ich halt....... :lol:

Man braucht halt auch Zeit, um die vielen Eindrücke, die man hat, auch zu sortieren, um dann ..... sortiert .... wieder neue Eindrücke aufnehmen zu können. Und ich glaube, dass ist auch Nichthochsensiblen nicht gerade fremd. Sie brauchen es nur sehr viel seltener als hochsensible Menschen.
@ Schneeweiß

ADS und ADHS sind schon unterschiedlich.

Hier ein kleiner Auszug zum Thema:

Bei ADS, also einem Aufmerksamkeitsdefizit, handelt es sich nicht primär um zu wenig Aufmerksamkeit, sondern um eine Überempfindlichkeit der Wahrnehmung und einem „Nicht-aussortieren–können“ von Reizen. Für Menschen mit AD(H)S sind große Kaufhäuser, hektische, große Straßenkreuzungen oder riesige Menschenmassen ein Graus, da ihre Sinne auf alle Situationen und Begebenheiten gleich reagieren und ihr Gehirn nicht schnell genug die wichtigen von den unwichtigen Impulsen unterscheiden und filtern kann.

Oftmals sind solche Menschen dann aber in bestimmten Bereichen weit über dem Durchschnitt. Das führt dann eventuell zu Unterforderungen im schulischen Bereich oder auffälligem Verhalten auch unter Gleichaltrigen.

Sorry, schweift jetzt ein wenig vom Thema ab. Aber wie gesagt, Tendenzen zu einer Hochsensibilität sehe ich in unserem Fall auch.
Das kann ich bestätigen und mich, auch als Mutter, hat mal das Buch
"AD(H)S - Die Einsamkeit in unserer Mitte"
v. Karsten Dittrich,
in dem beide Formen beschrieben sind,
nach Jahren auf die richtige Spur gebracht.
ich finde die Idee einer Rückzugsmöglichkeit sehr gut - egal in welche Sparte man gehört.....
jeder Mensch braucht seine "Traumzeiten" ......vielleicht hat man sie sich früher zu wenig gegönnt - sie sich zu wenig leisten können....
als Rentnerin kann ich in die Bücher und in die Musik eintauchen....
als Kind hatte ich Angst vor jedem neuen Tag - also habe ich nachts lange gelesen....
Schneeweiss, ich kann alles bestätigen was du schreibst, nur das Aspergersyndrom auf der Krankheitsschiene, das weise ich entschieden zurück, da ich die Asperger in nächster Nähe habe. Manchmal ist Hochsensibilität mit Asperger gepaart, was die Sache nicht einfacher macht.

Aber die Selbstwahrnehmung der Hochsensiblen wie ihr sie beschreibt, die trifft bei mir zu 100 % zu. Die Welt kommt ganz gut ohne mich zurecht, aber viele Menschen sind dankbar, dass sie von meinen Fähigkeiten der Hochsensibilität profitieren konnten und ich hoffe, dass auch weiterhin noch ganz viele davon Nutzen ziehen.
Hochsensibilität ist eine Gabe welche die Menschen im Zuge der Industrialisierung verlernt/verloren haben.............
Zb. Zu Beginn der Menschheit wurde das Wetter beobachtet........nach Geruch.....Wind....Strömungen. ......Himmel-Beobachtung.....................und die Menschen wussten......es gibt Gewitter....Schnee............schon lange bevor wir es heute erkennen.........heute wird der Wetterbericht eingeschaltet....

Auch hörten die Menschen sehr gut.......jedes kleinste Geräusch konnten sie wahrnehmen und sich dementsprechend in Sicherheit bringen oder anderweilig handeln......

Sie mussten Feinde und Freunde auseinanderhalten können.....................mussten spüren wie der Gegenüber eventuell reagiert......

Sie hatten noch eine Gabe wie sie die Tiere noch heute haben..............aber sie ist verkümmert im Laufe der Evolution. .........im Zuge der Industrialisierung. .............sie verkümmerten weil sie nicht mehr gebraucht wurden....



Tiere spüren noch unsere Stimmung ohne das wir es ihnen "erzählen"...
Unsere Hunde und Katzen sind hochsensibel......

Tage vor dem verheerenden Beben in China sind hunderttausende Kröten und Schlangen aus ihren Löchern gekrochen und sind geflüchtet......

Elefanten und andere Tiere flüchteten Stunden vor der ersten Flutwelle vor der indonesischen Küste......

Katzen bringen vor einem Beben ihre Jungen in Sicherheit.....

Stalltiere werden unruhig wenn eine Katastrophe naht...........Mäuse verlassen ihre Löcher...........Vögel werden unruhig.......



Diese Hochsensibilität haben sich manche bewahren können................nur in der heutigen schnelllebigen lauten hektischen Zeit ist es für betroffene schwer dies manchmal auszuhalten. ..................sie brauchen ihre Auszeiten um diese gesamten Eindrücke zu verarbeiten...........


Menschen leben gegen ihre Natur......nicht mehr im Rhythmus der Natur............
Ganz genau so ist es.
@Lulumanu
jedem Deiner Sätze kann ich voll zustimmen......

wir leben bereits zu lange gegen die Natur und haben deshalb unsere Instinkte fast gänzlich verloren......
ich habe lange nahe an der Natur gelebt - kann (konnte ?) u.a. riechen, wann es Schnee gibt.....
das alles wird immer weniger - von Generation zu Generation...
Wer wir? Ich jedenfalls habe sie nicht verloren, habe sie von meinem Vater geerbt und an meine Kinder weitervererbt. Die erkennen vieles zuverlässiger als die teuren Forschungen.
Menschen leben gegen ihre Natur......nicht mehr im Rhythmus der Natur...
(von @Lulumanu)