Bei mir wurde Histaminintoleranz festgestellt.
Eigentlich kam ich selbst nach monatelangen Qualen, diversen eigenartigen Empfindungen und einem Allergie-Schock (nach intensivem googeln) selbst darauf.
Der Gastro-doktor hat Reizdram bei mir diagnostiziert, was wohl falsch war.
Indem ich bereits Laktoseintoleranz und Weizenunverträglichkeit habe, wird mein Leben nich einfacher...

Ich bitte hiermit Betroffene im Portal über ihre Erfahrungen zu berichten (Symptome, Ernährung, Medikamente usw.) Danke schön vorab.
Ich bin Betroffene. Das Thema ist äußerst umfassend, ich schicke dir nachfolgend ein paar Links zu Seiten, dir mir sehr geholfen haben (Foren und Infos, keine Werbung):

http://www.symptome.ch/vbboard/histamin-intoleranz/
http://www.histaminintoleranz-es.de/index.php/ausloeser
http://www.histaminintoleranz.ch/histam ... ndrom.html
http://hitaminintoleranz-info.npage.de/ ... anzch.html
http://www.giftzwergs-seite.de/Medi/HIT ... _frame.htm

Medikamente gegen Histaminintoleranz gibt es nicht. Es handelt sich um einen Mangel oder eine mangelnde Aktivität des histaminabbauenden Enzyms Diaminooxydase (DAO). Diese muss aufgebaut werden, das geht in erster Linie über sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine.

Laut deinem Profil bist du Veganerin. Veganer neigen zu Vitamin B12 Mangel. Das könnte in deinem Fall Auslöser der Histaminose sein, lass also unbedingt deinen Vitamin B12 Status ermitteln.

Im Bereich Lebensmittel und Getränke wirst du feststellen, dass da drei Themen zu beachten sind:
- Histaminreich -
- Histaminliberatoren -
- DAO-Blocker -

Es kann also sein, dass ein Lebensmittel oder Getränk selbst kein oder wenig Histamin enthält, aber im Körper eingelagertes Histamin freisetzt (Histaminliberator). Hier spielen auch viele Medikamente eine große Rolle, z.B. Aspirin an Histaminliberato. Andere Medikamente (z.B. Ambroxol-Hustensaft) blockieren den Histaminabbau, also die Diaminooxydase-Aktivität (Histaminblocker).

Ein weiteres Thema sind biogene Amine in Lebensmittel, die selbst kein Histamin, dafür aber andere biogene Amine enthalten und im Rahmen der Histaminintoleranz Probleme bereiten. Dazu gehören z.B. Bananen und Schokolade (Glückshormon Serotonin kann bei Histaminintoleranz depressive Verstimmungen auslösen).

Du siehst also, ein wirklich unglaublich vielschichtiges Problem. Wenn du gezielte Fragen hast, melde dich. Mir persönlich helfen Vitamin C hochdosiert und Multivitamin sehr.

lg Mambo
Vielen Dank Mambo für Dein Bericht.
Als Veganerin nehme ich von Anfang an B12 (konsequent täglich), abwechselnd auch sublingual.
Nun fange ich an Vitaminkomplexe zu nehmen. Damit kann ich gleich anfangen.

Es kann sein, dass ich viel von den histaminreichen Lebensmitteln gegessen habe, weil a) ich ausgerechnet diese sehr gerne mag, b) Hülsenfrüchte sind wegen pflanzlichem Eiweiss bei veganer Ernährung wichtig. Und meinen Körper "überstrapaziert" habe.

Ich werde mich mit der Materie tiefer beschäftigen müssen, herzlichen Dank für die Links.
Liebe Grüße Figges
Es ist auf jeden Fall eine Frage der Gesamthistaminbelastung. Trinkst du zum Frühstück ein Glas Orangensaft und isst eine Banane, dann hast du schon reichlich Histamin und biogene Amine zugeführt.

Vielleicht nimmst du die Vitamine mal eine Weile abends vor dem Schlafen gehen? Das Histamin soll ja nachts im Darm gebildet werden, da macht es doch Sinn, die Vitamine als Gegenspieler auch nachts ins Rennen zu werfen. Mir hilft es scheinbar.

lg Mambo
Mambo,

genau so habe ich es gemacht: Orangen- und Grapefruitsaft zu Frühstück, dann Brot mit Avocado (oder Kichererbsebaufstrich) und Tomate beträufelt mit Crema di Balsamico, dazu Schwarztee mit Zitrone....
Abgesehen von Linsen oder Erbsen, jetzt im Frühjahr frischen Spinat, zum Mittagessen und wieder 1 - 2 Tomaten.
Am Abend einen Glas Rotwein getrunken.
Alles falsch. Mein Verdauungstrakt war einzige Katastrophe. Herzrasen, Schüttelfrost, Zittern, Gelenkschmerzen, Übelkeit kamen dazu - fast das volle Programm.

Ich habe gerade selbst Sauerteig erstellt und backe demnächst mein Brot ohne Hefe selbst.
Seitdem ich mich ca. 5 - 6 Tagen histaminfrei ernähre, geht es mir auf Anhieb wesentlich besser.
Ja, Danke für den Tipp, die Multivitamine nehme ich dann am Abend.
In der Früh die B12, dann sind sie verteilt, die Vitamine.

LG Figges
Herzprobleme hatte ich keine, aber furchtbare Unterbauchschmerzen, für die niemand einen Grund fand. Ein Schluck Rotwein oder Sekt reichte für allergieähnliche Symptome, ohne dass Allergiemedikamente geholfen hätten. Von den Ärzten kam die übliche Aussage, was ich nicht vertrage müsse ich eben lassen.

Irgendwann habe ich dann mit "Rotwein + verstopfte Nase" gegooglet und siehe da, da stand plötzlich der Begriff "Histaminintoleranz". So kam die Geschichte ins Rollen.

Da fällt mir noch etwas wichtiges ein: ich nehme an, du trinkst Mineralwasser? Dann schau dir mal die Analyse an, wieviel Sulfat enthält das Wasser? Ob nun Sulfat im Wasser oder Sulfit im Wein, letzten Endes ist beides Schwefelsäure und bei Histaminintoleranz nicht angebracht, speziell wenn man 2 oder 3 Liter von dem Wasser täglich trinkt. Das einzige deutsche Wasser mit sehr niedrigen Sulfatgehalt ist Gerolsteiner Naturell, dann noch das französische Contrex und Evian.

Was die Vitamine anbetrifft, mit dem bisschen Vitamin C im Multivitamin ist es wahrscheinlich nicht getan. In meinem Multivitamin sind 120mg enthalten, zusätzlich nehme ich eine Kapsel Vitamin C Retard und Zink mit 300mg Vitamin C (das Zink hilft gegen die Allergien).

lg Mambo
Also ich hatte weder verstopfte Nase noch Hautprobleme.
Dafür massive Verdauungsprobleme (daruf gehe ich hier nicht näher ein), Herz-Kreislaufprobleme, so dass ich z.B. nachts mit Herzrasen aufgewacht bin, Gelenkprobleme.
Urplötzlich habe ich auch keinen Rotwein vertragen (nach einem Glas Rotwein war mein Kreislauf im Keller). Der Allergieschock war das schlimmste. Und niemand konnte mir helfen.
Dann Tante Google wie bei Dir.

Ja, beim Mineralwasser nehme ich zufällig die richtige Marke, weil mir Sulfat im Wasser eklig schmeckt.

Grundsätzlich muss ich mich an Nahrungergänzungen gewöhnen, ich mag sie nicht (Ausnahme B-Vitamine). Im Normalfall esse ich viel frisches Obst und Gemüse.
Naja, ich muss nun umdenken...

LG und einschönes WE Figges
Figges hat geschrieben: Also ich hatte weder verstopfte Nase noch Hautprobleme.
Dafür massive Verdauungsprobleme (daruf gehe ich hier nicht näher ein), Herz-Kreislaufprobleme, so dass ich z.B. nachts mit Herzrasen aufgewacht bin, Gelenkprobleme.

Genau das macht ja die Histaminintoleranz so ungeheuer schwierig zu diagnostizieren. Es gibt eine Unzahl von möglichen Beschwerden, die sicher bei keinen zwei Betroffene übereinstimmen und es hat auch jeder Betroffene andere Unverträglichkeiten.

Selbst die Laborergebnisse sind nicht 100% zuverlässig. Da müssten Blutproben sofort eingefroren und eingefroren transportiert werden, Stuhlproben müssten innerhalb eines engen Zeitfensters analysiert werden. Manchmal ist das einfach nicht möglich, dann ist das Ergebnis eben auch nicht wirklich zuverlässig.

Dir auch ein schönes WE
lg Mambo
Ich finde es schon seltsam, dass nur wir zwei hier diskutieren und Erfahrungen austauschen.

Es gibt offensichtlich keine(n) Betroffene(n) im Forum, der/die mitdiskutieren möchte...

Liebe Grüße Figges
@Figges, ich gehe davon aus, dass es gerade bei der Histaminintoleranz eine wahnsinnig hohe Dunkelziffer gibt. Da sind diejenigen, die sich für Allergiker halten; diejenigen, die Allergiker sind und ihre Symptome den Allergien zuschreiben; diejenigen, denen die Ärzte was von Reizdarmsyndrom erzählen; diejenigen, die kaum noch etwas essen aus purem Horror, dass sie Beschwerden, für die niemand einen Grund findet, bekommen; diejenigen, die ständig todmüde und antriebslos sind; diejenigen, die keinen Schluck Wein oder Sekt vertragen; u.s.w. Dann bekommen sie womöglich noch Medikamente verordnen, die Histaminliberatoren oder DAO-Blocker sind und es wird immer schlimmer.

Wenn diese Leute nicht selbst die Initiative ergreifen und googlen, googlen, googlen oder vielleicht das Glück haben einen naturheilkundigen Arzt zu haben, wird die Histaminintoleranz wahrscheinlich nie erkannt.

lg Mambo
Liebe Figges,
liebe Mambo2013,
ich leide schon seit vielen Jahren unter multiplen Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eben auch an einer Histaminintoleranz. Musste mich leider auch selber durchgoogeln und viel ausprobieren. Keiner konnte mir helfen und ich bekam auch mehrfach die Diagnose "Reizdarm". Mittlerweile komme ich ganz gut zurecht und weiß, was ich meiden muss. Meine größten Probleme sind Weizen- und Milchprodukte. Auch bei Glutamat muss ich vorsichtig sein. Wenn ich das alles gut beachte, kann ich auch mal ein Glas Rotwein, oder geräucherten Schinken essen. Mache ich allerdings nicht zusammen. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür. Ich esse auch wenig Tomaten, oder Citrusfrüchte.
In den letzten Jahren hatte ich einige OP's und musste die Ärzte "aufklären" welche Narkose- und Schmerzmittel ich nicht vertrage. Habe auch vor ein paar Jahren eine Kur abgebrochen, weil ich mit der "Massenverpflegung" immense Probleme bekam. Die waren leider auch total überfordert mit mir.

Am besten geht es mir, wenn ich jeden Tag frisch für mich koche. Das kostet halt leider immer viel Zeit am Abend und ich bin erst um 18.00 Uhr von der Arbeit daheim.

Liebe Figges, ich wünsche Dir, dass Du auch bald damit klarkommst. Als Veganerin ist das wohl noch schwieriger.

LG
Loni
Hallo Loni,

Willkommen im Bunde!
Loni60 hat geschrieben: In den letzten Jahren hatte ich einige OP's und musste die Ärzte "aufklären" welche Narkose- und Schmerzmittel ich nicht vertrage. Habe auch vor ein paar Jahren eine Kur abgebrochen, weil ich mit der "Massenverpflegung" immense Probleme bekam. Die waren leider auch total überfordert mit mir.

Das Problem ist leider, dass JEDER mit diesem Thema überfordert ist. Mit dem Thema befasste Ärzte haben allenfalls die Verdachtsdiagnose und wissen, welches Material sie an welches Labor schicken müssen. Trifft der Verdacht dann zu, wissen sie, dass die Diaminooxydase erhöht werden muss und welche Nahrungsergänzungsmittel dazu geeignet sind. Die Begriffe Histaminliberatoren oder DAO-Blocker sind ihnen nicht unbedingt geläufig.

Inzwischen setze ich mich mit einem Rezept erst mal an den PC und suche den Online-Beipackzettel um die Inhaltsstoffe und Allergikerwarnungen abzuchecken.

Das Problem mit dem Medizinbetrieb ist leider auch, dass es heute üblich ist, Alibi-Anamnesen zu erheben. Die Anamnese einschl. Allergien und Unverträglichkeiten wird nicht mehr vom Arzt, sondern im Vorfeld im Wartezimmer mittels eines Fragebogenvon den Mediziner ins Jenseits befördert zu werden, wenn wir selbst nicht imstande sind, klare Ansagen zu machen, also z.B. bei einer Bewusstlosigkeit aufgrund eines Unfalles o.ä.
Loni60 hat geschrieben: Am besten geht es mir, wenn ich jeden Tag frisch für mich koche. Das kostet halt leider immer viel Zeit am Abend und ich bin erst um 18.00 Uhr von der Arbeit daheim.

Es gibt aber doch so viele Dinge, die man schnell und unkompliziert zubereiten kann. Das eine oder andere kann, wenn es grundsätzlich histaminarm ist und bis zum Verzehr gut gekühlt wird, auch mal aufgewärmt werden.

Wie schon erwähnt, nachdem ich jetzt seit etwa 2 Monaten abends hochdosiert Vitamin C nehme, bin ich eigentlich beschwerdefrei, wobei ich bei histaminreichen Dingen natürlich äußerst zurückhaltend bin und auf Histaminliberatoren und DAO-Blocker aufpasse.

lg Mambo
Loni,

willkkommen im "Club".
Ich wollte auch gerade schreiben, dass Du in der Tat viele Gerichte sehr schnell abends kochen kannst. Je einfacher, desto besser.
Und lass einfach Milchprodukte weg, iss nur Schaaf- und Ziegenmilchprodukte, Pflnzenmilch und auf Weizen kannst Du auch verzichten. Es gibt Dinkel, Einkorn, Roggen.

Ansonsten habe ich damit angefangen ca. zweimal die Woche Fleisch zu essen. Bis ich es heraugefunden habe, wie sonst ich zu Eiweiss kommen. Hülschenfrüchte sind ja gestrichen.

Mir geht es im Moment sehr gut, seitdem ich auf die Liste mit verbotenen Lebensmitteln schaue und diese nicht esse. Die Verbesserung meines Allgemeinzustandes kam relaiv schnell.

Ich glaube es sollte ein "Histamin-Pass" geben, welchen wir bei uns tragen sollten.
Stellt euch mal vor, es passiert uns etwas auf der Straße, die 1.- Hilfe-Ärzte müssten wissen, welche Medikamente sie uns nicht verabreichen DÜRFEN.

Was ich nocht nicht gelöst habe ist das Brot. Hefe und Sauerteig sind gestrichen. Brot mit Weinsteinbackpulver backen? Muss ich mal ausprobieren.

Ich werde das mit meiner Ärztin besprechen.

Liebe Grüße und eine gute Zeit Figges
Mambo2013 hat geschrieben: Das Problem mit dem Medizinbetrieb ist leider auch, dass es heute üblich ist, Alibi-Anamnesen zu erheben. Die Anamnese einschl. Allergien und Unverträglichkeiten wird nicht mehr vom Arzt, sondern im Vorfeld im Wartezimmer mittels eines Fragebogen......

Da habe ich vor dem Absenden was geändert und einen halben Satz gesendet. :oops:
Hier der Rest:
......erhoben, der dann ungelesen in den Akten abgelegt wird. Dann werden Medikamente verordnet, die für Allergiker und/oder Histaminintolerante nicht verträglich sind.
Figges hat geschrieben: Ich glaube es sollte ein "Histamin-Pass" geben, welchen wir bei uns tragen sollten.
Stellt euch mal vor, es passiert uns etwas auf der Straße, die 1.- Hilfe-Ärzte müssten wissen, welche Medikamente sie uns nicht verabreichen DÜRFEN.

Das Problem ist ja, dass im Falle eines Unfalles oder Notfalles sofort gehandelt werden muss, da bleibt keine Zeit für das Durchsuchen einer Handtasche und der Patient wird nicht gefragt, selbst wenn er vielleicht gefragt werden könnte.

Ich vertrage z.B. keine Kontrastmittel. Ich hatte im letzten Jahr eine MRT und auf dem Fragezettel Kontrastmittelunverträglichkeit angekreuzt und Histaminintoleranz ausdrücklich erwähnt, trotzdem wollte die med. techn. Assistentin Kontrastmittel spritzen. Ich habe sie dann aufgefordert, gefälligst mal den Fragebogen zu lesen den sie in der Hand hält! :cry: Die bringen uns aus Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit um! :evil: Ich nehme jetzt zu solchen Gelegenheiten Neontextmarker und einen Rotstift mit, Allergie- und Histaminintoleranzhinweise werden dann markiert und rot unterstrichen. :twisted:

lg Mambo
Hallo,
habe leider erst heute eure Beiträge über Histaminintoleranz gelesen...
Ich bin auch seit Juni 2010 betroffen....langer Leidensweg und bei den Ärzten als Spinner abgestempel.
Meine Hände brennen, Herz rast und und....
Durch Zufall fand ich die Selbsthilfegruppe in Stuttgart.übers Internet gefunden...Der Erfahrungsaustausch hat mit sehr geholfen. Habe auch jetzt Ärzte die mich ernst nehmen... Meine Hausärztin, Zahnazt und und...
Habe seit März hier in Weingarten auch eine Selbsthilfegruppe gegründet....sehr guter zulauf.
Die Stuttg, Gruppe arbeitet mit der Uni Erlangen zusammen...
Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung..
Ich leide auch noch unter Lactoseint. aber bei den Loctosefreien sachen ist der Histaminanteil viel höher als bei normalen Lebensmittel..
Die Stuttg. Gruppe hat auch eine Lebenmittelampel entwickelt, wo man gut erkennen kann was darf ich, was nicht.findet ihr auf der Homepage
LG Amelie