In unserer „lärmverschmutzten“ Zeit und jetzt im Advent ist es angebracht, sich über STILLE Gedanken zu machen. Und dazu gibt es mehrere Gründe. Jetzt in der „Stillen Zeit“ bietet Stille die Möglichkeit, vermehrt über Verschiedenes nachzudenken, wofür wir uns oft zu wenig Zeit nehmen. Es gibt Menschen, die Stille nicht ertragen können. (Eine Teilnehmerin einer Yoga-Woche in einem stillen Seitental fuhr nach Hause, weil sie diese Stille nicht ertragen konnte.)

Stille auf einer tieferen Ebene ist wie ein Raum, in dem man Geborgenheit und ein
Glücksgefühl spürt. Was ich oft besonders wohltuend empfinde, ist die Stille der Nacht - auch wenn ich nicht schlafen kann. Sinn können wir finden, wenn wir still werden. Stille ist fern
von Kauf- und Genuss-Sucht. Zu viel Lärm, vielleicht auch zu viel Aktivität (um nicht über Dies und Jenes nachdenken zu müssen) sind nicht zuträglich.
Ein Lob der Stille!
Bild
GBPicsOnline.com - Adventszeit Jappy Pics

es ist richtig, lieber Solist, die Stille gibt uns Kraft, Hektik macht unruhig. Nur in der Stille finden wir zu uns selbst und lernen, wieder auf unsere innere Stimme zu hören. Gerade in der schönen,gemütlichen Adventszeit ist zu beobachten, wie die Menschen hektisch werden und nach Geschenken suchen, die sie ihren Lieben schenken können. Das ist aber nicht der Sinn des Weihnachtsfestes. Ich kenne auch viele Menschen, die Ruhe nicht ertragen und nicht entspannen können. Sie suchen außen,um nicht nach innen zu schauen.

Dir, lieber Solist, wünsche ich eine friedliche Adventszeit.
Lieber Solist, ich freue mich über diesen Thread. Weil ich auch heute schon den Gedanken hatte, einen Thread zum Advent zu eröffnen (allerdings im Religionsforum), in dem Platz für alles sein sollte, was jedem dazu einfällt. Ich hab´s aber gelassen, aus verschiedenen Gründen.

Vielleicht sollte man den Advent nicht nur auf die Stille festlegen? Ich z. B. möchte sehr gern ein paar Menschen einladen, die mir wichtig sind und die ich viel zu selten sehe.

Ich merke auch, dass mich, je älter ich werde, umso mehr die Erinnerungen an früher anrühren: Welche Bräuche es im Advent gab; welche Plätzchen meine Mutter gebacken hat; welche Lieder mir damals gefallen habe; welche Gedichte wir in der Schule gelernt haben...

Man muss, finde ich, sich auch nicht aufregen über die ganze Hektik im Advent (das bezieht sich jetzt ausdrücklich nicht auf deinen Beitrag). Und solange man kleinere Kinder hat, kann man auch nicht allem entkommen - ich jedenfalls habe es nicht geschafft. Das geht erst jetzt, wo sie groß sind.

Advent ist das, was man selber draus macht. Und ich hoffe, mir gelingt in diesem Jahr Besseres als so viele Jahre vorher....

Marcella.

http://www.youtube.com/watch?v=orqIQpJQBJ4

Bild




P.S.: Sehe gerade: In der Zwischenzeit hatte jemand eine ähnliche Idee...
Also ich kann mich nicht über Lärm beschweren.
Und seit dem ich Rentnerin bin, ganz besonders nicht.
Ganz im Gegenteil... es ist sehr still geworden seit dem.
Also Besinnung bis zum Besinnungslosigkeit - jeden Tag!
Ist mir lieber, als auf Kommando...

Aber Advent habe ich erst hier in Deutschland kennengelernt.
Viele Länder haben ja gar keinen Adventszeit... und es geht auch.
Stille - etwas sehr schönes. Aber muss sie auf den Advent beschränkt sein? Ich denke, nicht. Wer Stille nicht mag, Angst davor hat, wird es auch zur Adventszeit nicht schaffen.
Stille kann Angst machen, deshalb füllen so viele ihre Zeit mit hektischem Umtrieb. In der Stille findet man zu sich selbst. Aber was findet man da? In seinem Selbst? Genau das ist der Punkt, davor haben viele Angst oder fühlen sich mit sich selbst nicht wohl.

Ich bin kein Mensch, der meditiert, oder in die Kirche geht oder so. Ich bin sehr aktiv und mein tägliches Pensum an Arbeit ist heftig. Vor Jahren war es noch schlimmer, ich hab mich ganz verloren und mir begann alles über den Kopf zu wachsen. Irgendwann - den Anlass weiß ich nicht mehr - hab ich die Notbremse gezogen. Ich hab mein Leben entrümpelt und mir Freiräume geschaufelt - ich hab die Stille für mich entdeckt.

Egal, ob ich heute im Wald bin, nachts in die Dunkelheit des Gartens lausche, ganz ruhig dasitze und auf die Geräusche des Hauses höre - es gibt mir Kraft. Da habe ich die besten Gedanken, spüre eine wohltuende Zufriedenheit, freu mich über Verzicht und vieles mehr.
Diese Minuten der Stille, die mir ganz allein gehören, geben mir nicht nur Kraft, sondern auch das Wissen, dass ich mich und mein Leben liebe.
Heilende Stille .........................ist eine Frage des Zeitraumes, der Dauer.
Ist es nicht auch eine Frage der Intensität ?
Für den einen reicht 1 Minute beim Blick auf die Kerze des Adventskranzes, um sich zu erholen, der andere braucht länger, um sich zu sortieren.
Was heißt Stille ? Absolute Lautlosigkeit oder z. B. leise Hintergrundmusik, wenn ich meine Gedanken schweifen lasse ?
Viele Ältere, die ich gut kenne, sagen mir, Stille habe ich genug, ein gemütliches Zusammensein in der Adventszeit, das ist es was meiner Seele gut tut.
Als ständig beschäftigte Mutter und /oder nocht im Beruf Stehende wünschen sich viele, sich jetzt Sonntag nachmittag gemütlich ins Sofa zu kuscheln und die gute alte Weihnachtsplatte aufzulegen.
Dazu vielleicht gemeinsames angenehmes Schweigen kann den Lebensakku wieder aufladen.
Danke, Marinadelrey, für deine guten Wünsche. Auch ich wünsche dir einen friedlichen,
glücklichen Advent.

@ Marcella.
Danke für deinen Beitrag. So wie dir wird es wahrscheinlich auch manch' Anderen gehen.
Wer schwelgt nicht gerne in glücklichen Erinnerungen. Ich wollte diesen Thread nicht
im religiösen Forum eröffnen, denn ich glaube, dass Stille auch für nichtreligiöse Menschen
von großer Bedeutung ist und eine heilende Wirkung haben kann. Wünsche dir alles
Gute und in diesen Tagen noch schöne Erinnerungen!
[quote="ginger_55"]     "Stille - etwas sehr schönes"! ........... Minuten der Stille, die mir ganz allein gehören, geben mir nicht nur Kraft, sondern auch das Wissen, dass ich mich und mein Leben liebe. 

..........wunderbarer Weg in die Stille und zu sich Selbst !
Hallo Solist,
der wirklich einzige Grund, warum ich einen ähnlichen Thread im Religionsforum platziert hätte wäre gewesen, weil ich befürchtet hätte, dass er hier nicht "toleriert" wird. Aber er wird offenbar, und das find´ ich gut.

Es ist ja auch bekannt, dass Vieles, was man überwiegend im religiöse Zusammenhang kennt, seinen Ursprung im "profanen" Bereich hatte: Weihnachten liegt ganz nahe bei der Wintersonnenwende (auf die ich mich jedes Jahr freue!), Ostern am Frühlingsanfang usw. Und auch die Bedürfnisse nach gelegentlicher Stille und Besinnung (Advent, Fastenzeit) oder die Betonung der Nächstenliebe und der Gemeinschaft (Weihnachten) usw. sind ja keine Angelegenheiten, für die nur religiös orientierte Menschen ansprechbar wären, ganz bestimmt nicht. Das alles macht auch ohne Religion sehr viel Sinn, weil es eben um zutiefst menschliche Bedürfnisse geht.

Von daher hast du es absolut richtig gemacht, den Thread hier zu eröffnen - wie auch aus den bisherigen Antworten erkennbar ist.

Adventlicher Gruß -

Marcella.
nettestierfrau hat geschrieben:
Viele Ältere, die ich gut kenne, sagen mir, Stille habe ich genug, ein gemütliches Zusammensein in der Adventszeit, das ist es was meiner Seele gut tut.
Als ständig beschäftigte Mutter und /oder nocht im Beruf Stehende wünschen sich viele, sich jetzt Sonntag nachmittag gemütlich ins Sofa zu kuscheln und die gute alte Weihnachtsplatte aufzulegen.
Dazu vielleicht gemeinsames angenehmes Schweigen kann den Lebensakku wieder aufladen.


Natürlich tut ein gemütliches Zusammensein in der Adventzeit fernab der Hektik der Seele gut - ja sehr gut. Und alte Menschen haben meist genügend Stille - oft leider auch gesundheitlich aufgezwungen. Ich esse mittags oft in einem Altersheim, da bekomme ich Verschiedenes über das Alt-Sein mit, positives wie auch negatives. Den alten Menschen Zeit schenken - ein eigenes Thema.
Morgenandacht im Deutschlandfunk am Montag, 01.12.2008
von Beate Hirt, Frankfurt



Am liebsten würde ich einfach mal eine Minute schweigen, jetzt und hier im Radio. Das geht natürlich nicht, ich tue es auch nicht. Aber so ein, zwei Minuten Stille: Die wünsche ich Ihnen und mir immer mal wieder. Weil sie so unglaublich gut tun können. Weil sie einen zur Besinnung bringen können. Ganz besonders heute und in den kommenden Wochen wäre das nicht schlecht. Der Advent hat begonnen. Besinnlich und ruhig wird der für immer weniger Menschen ausfallen. Ganz im Gegenteil: Die meisten rüsten sich am heutigen Montag für eine Zeit, die ganz besonders laut und hektisch zu werden verspricht. In der Zeit bis Weihnachten: Da steigt fast überall der Lärm- und Stressspiegel. In den Geschäften, auf den Straßen, in den Firmen und Büros und auch in den Familien. Es werden Geschenke gekauft, Weihnachtsfeiern finden statt, es geht in das Jahresendgeschäft. Und bis zum 24. kann man die Weihnachtslieder kaum noch hören, weil sie in den Kaufhäusern und auf den Weihnachtsmärkten schon rauf und runter gedudelt wurden. Es bleibt dabei: Der Advent ist zweifellos eine besonders laute Zeit.

Und deswegen find ich sie für die nächsten Wochen besonders wichtig: die Momente der Stille. Ich werde im Advent erst recht versuchen, ganz bewusst still zu werden, gelegentlich zumindest. Auch, wenn das natürlich gar nicht so einfach ist. Denn das ist ja das Seltsame: Wir stöhnen oft über zu viel Lärm und zu viel Hektik, wie beschweren uns über Stress, über all das Gedudel auf der Straße, in der Firma, in den Geschäften. Aber einfach mal den Lärm für kurze Zeit ausknipsen: Das tun wir denn doch kaum. Dabei könnten wir es ja oft, wenn wir wirklich wollten - und, ok, wenn vielleicht nicht gerade ganz kleine Kinder um uns herum sind. Wir könnten gelegentlich Ruhepausen einlegen, Stillschweigen.

Ich gebe zu: Auch ich schaffe es selten. Aber ab und zu gönne ich mir die Stille. Und jetzt für den Advent habe ich sie mir besonders vorgenommen. Morgens, bevor ich starte zum Beispiel. Vielleicht schaffe ich es dafür sogar, ein bisschen früher aufzustehen. Um Stille zu tanken für den lauten Tag, bei einer Kerze und einer ersten Tasse Kaffee. Stille ist aber auch tagsüber möglich, irgendwann nachmittags im Büro, gerade wenn die Hektik besonders schlimm wird. Tür zu, alle Geräte aus, nichts hören und sehen und einfach nur da sein. Gut gebrauchen kann ich einen Moment Stille vor allem aber auch abends, nach dem Nachhausekommen. Wenn der Lärm noch nachhallt und ich k.o. bin vom Tag. Auch da werde ich ab und zu probieren, üben: still sein, nicht gleich wieder Geräte einschalten, nicht gleich wieder reden. Und es sind wunderbare Momente, die ich dann erlebe: Ein bisschen ist es, als ob ich dem ganzen Körper Kurzurlaub gönne: Die Ohren entspannen sich, alle Sinne kommen zur Ruhe. Und ich kann mich selbst ganz anders wahrnehmen. Plötzlich fühl ich meinen Atem. Ich werd innerlich entspannter. Und die Seele entspannt sich mit, wird sanft und milde.

Stille im Advent: Ich finde, sie passt auch gut zur Jahreszeit. In den nächsten drei Wochen werden die Nächte immer noch länger und länger, zur Wintersonnenwende hin. Die Dunkelheit: Auch die lädt dazu ein, ruhiger zu werden. Gerade nicht zu lärmen und zu hetzen, sondern die Nacht auszuhalten und sie als Chance zu nützen: als Chance zur Stille. Und dann ist da natürlich auch noch das Ereignis, auf das der Advent zuläuft: Weihnachten. Ein seltsames und besonderes Ereignis: Gott lässt sich herab zu den Menschen, in einem kleinen Kind. Vielleicht kann ich auch das anders verstehen und feiern, wenn ich im Advent ab und zu stille Momente hatte. Ab und zu ganz still geworden bin, in mich hinein gehört habe. Vielleicht kann ich so am Ende des Advents auch anders ankommen: bei der Stillen Nacht.

Quelle: http://www.bistummainz.de/bistum/glaube ... tille.html
Mit diesem Text kann ich mich gut identifizieren, weil es mir genau so geht: Ich weiß, dass ich mehr Stille bräuchte (nicht nur im Advent) und schaffe es doch oft nicht. Aber es ist ja schon viel, wenn das Bewusstsein dafür da ist und man es immer wieder versucht.

Die Weihnachtsbotschaft im religiösen und wörtlichen Sinn kann ich "so" nicht mehr glauben. Aber Weihnachten verbinde ich mit der Wintersonnenwende, es bedeutet daher für mich die Hoffnung, dass es, auch noch während man gerade eine kalte und dunkle Zeit durchmacht, schon wieder aufwärts gehen kann, auch wenn man es noch nicht wahrnimmt. Das habe ich selber oft so erlebt, darum ist diese Hoffnung für mich eine sehr realistische.

Und Weihnachten ist für mich eine Hommage an das Kleine, Bescheidene, und ein Ausdruck dessen, was ich selber auch dreimal erleben durfte: Dass die Geburt eines Kindes zu den absoluten Sternstunden eines Menschen zählt.

Marcella.
Danke für den wunderbaren Text, Marcella. :)
Die Methode, früher als alle anderen in den Tag zu starten, mit einem grossen Kaffee,
und um diese Jahreszeit auch mal mit Kerze, wende ich seit Jahren an.

Ich mag Stille. So oft denke ich beim Einkaufen "Ooh - diese ewige Be-rieselung!"
Natürlich kann man es bei guter Form auch da schaffen, das Gedudel auszublenden.
Aber eben nicht immer.
"Sei still und wisse, dass ich Gott bin" ist mir als erstes eingefallen. :wink:
Und - dass die Intuition sich besser melden kann, wenn man still ist, die Gedanken mal anhält.
Ich finde es immer angenehm, hier zu Hause allein zu sein, nichts zu hören,
nicht nur, wenn meine drei Enkelkinder mit ?Dezibel gerade abgezogen sind.
Ob das immer noch so sein wird, wenn meine Söhne endgültig ausgeflogen sind, werde ich dann sehen.

Draussen ist jetzt auch Schweigen, wenn der Wind mal Ruhe gibt. Auch die Vögel, bis auf ein paar Ausnahmen, m-ein Rotkehlchen zum Beispiel.
Diese Stille macht mich nicht traurig - gehört einfach zu "Stirb und Werde"
An meine Garage ist ein Haselnuss-Strauch "geweht" - ganz von selbst gewachsen
und ich habe ihn -lassen, schneide nur den Wildwuchs am Tor. Unter ihm war eine Menge Laub wegzuräumen, aber er hängt schon über-voll von dem, was im Frühling die Blüten sein werden.
Winter-Stille finde ich auch schön, wie vor zwei Jahren.
Da hatten wir hier eine Postkartenlandschaft, dick Schnee, weisse Wege, dazu richtig kalt und einen pastelligen Winterhimmel. Und dann beim Spaziergang hörte mal wirklich "nichts" bis auf die eigenen Schritte, höchstens Hundegebell von ganz fern. Das war Winter - wie früher. :D .
Schön zu lesen, die Beiträge von Euch!

Stille.
Ich denke, so wie der Körper seine tägliche Regeneration in Form von Schlaf braucht, benötigt unsere Seele auch, nicht nur hie und da, sondern ebenfalls täglich eine Regeneration von den vielen Eindrücken und Informationen, die Tag und Nacht auf sie hereinprasseln und die sie verarbeiten muss.
Und eine solche Erholung können wir ihr über die Stille, über ein nur mit sich Selbst alleine sein erreichen.

Ich denke, wir können uns kein schöneres Geschenk machen, als das der Stille und des Alleinseins.
Die Stille -hören - und dabei wohlfühlen,hab ich lernen müssen!
Besonders in schöner abgelegener Natur,im Wald , auf einem/mehreren Kraftplatz in Irland! Es ist ein Erlebnis ganz besonderer Art und es kann süchtig machen!

Nicht alles was Stille ist, ist auch heilsam! Ich bin immer wieder offen dafür--für dieses Erleben, eine heilsame ,spirituelle Erfahrung!
Soziale Kontakte gehören auch dazu, können heilsam sein, aber nicht immer -still - :)