Wenn du mich so direkt fragst, würde ich im nächsten Leben
ALLES anders machen. :mrgreen:
Ich hab's nicht gelebt
......ich leb es immer noch! :D
Im Gegensatz zu Jelly, bin ich der Meinung, nichts falsch gemacht zu haben.
Mein Leben hab ich gelebt und bin glücklich, dass ich mich immer noch darüber freuen kann
.
Maricka, ich habe nichts falsch gemacht,
sondern ich würde es ANDERS leben wollen, als es ist. :shock:
Eine gewisse Lebensplanung hatte ich als junger Mann schon, aber die war wohl doch ziemlich diffus. Ich versuche gar nicht erst mir selbst einzureden, dass die Wege, die sich im Nachgang als richtig erwiesen haben, alle von mir bewusst ausgewählt wurden. Das wäre schon ziemlich vermessen.

Da hat so oft der Zufall eine entscheidende Rolle gespielt. Jahre später kann ich mir zwar nach wiederholtem Durchdenken oder Erzählen der Story eine andere Deutung zurechtbasteln, die mir das Gefühl gibt, selbst die „richtigen“ Entscheidungen getroffen zu haben. Was ist außerdem in dem Zusammenhang „richtig“? Hätte der Zufall (oder die damaligen Umstände oder vielleicht meine wirklich bewusst gemachten Entscheidungen) mein Leben in andere Bahnen gelenkt, hätte sich mein Leben sowohl besser oder weniger gut entwickeln können.

Wenn ich auch sonst ein großer Befürworter von „Was wäre wenn…? Betrachtungen“ bin, möchte ich den Verlauf meines bisherigen Lebens lieber doch nicht zu tiefgründig analysieren. Hier misstraue ich einfach der Verlässlichkeit meiner Erinnerungen, egal, ob es sich um besonders negative oder positive Erlebnisse handelt.

Um auf die Eingangsfrage einzugehen: Die Vorstellung eines „neues Lebens“, wie es Sonnenelb formuliert, würde ja immer auf dem aktuellen Erfahrungsschatz basieren und die derzeitigen Randbedingungen berücksichtigen müssen – es sind also aus meiner Sicht keine wie auch immer gearteten vergleichbaren Aussagen möglich.

Wenn die Fragestellung lauten würde:

Möchtest Du noch einmal jung sein und frisch anfangen? Die Antwort wäre ein klares „Nein!“

Wenn die Fragestellung allerdings lauten würde:
Möchtest Du nur etwas jünger sein und dafür noch etwas länger mitmachen? Die Antwort wäre ein klares „Ja!“
"Natürlich haben sie alle ihr Leben gelebt - welches denn sonst ?- aber es gibt nicht wenige Menschen, die in ihrem Leben die Träume Anderer zu verwirklichen haben". (Babera)

Ich habe wohl nicht mein Leben gelebt, es war fremdbestimmt durch das Elternhaus. Ich weiß nicht warum ich Ingenieur geworden bin, wollte damit wohl Anerkennung einheimsen, da ich nicht gesehen wurde.

Ich glaube die meisten "werden gelebt" sonst würde die Werbung nicht so gut funktionieren. Auf einmal müssen Millionen eine Kreuzfahrt machen und mit tausenden anderen den Hügel in Santorini besteigen - das kann doch nicht wirklich lustig sein ? Das ist nur ein Beispiel - mit nachdenken würden mir noch dutzende einfallen. Und genau das ist es - ES WIRD NICHT NACHGEDACHT SONDERN DEM ZEITGEIST UND DER HERDE HINTERHERGERANNT
"Wer der Herde hinterher läuft,sieht nur Ärsche"...

(Interressantes Buch von Hannes Jaenicke)

Rückblickend kann ich sagen.dass ich eigentlich nie gelebt wurde und viele meiner Wünsche verwirklichen konnte.
Über das Santorini-Beispiel musste ich jetzt grinsen.

Nachdem ich angefangen habe, mein Leben wieder bewusst als mein Leben zu leben, war er wieder da..der Wunsch, Santorini zu sehen.

Als junges Mädchen hatte ich immer wieder dieses Bild als den Inbegriff von Griechenland vor Augen.

Eine Kreuzfahrt wäre für mich nicht infrage gekommen. Hinter einer Herde zum Postkartenmotiv-Aussichtspunkt zu traben, gruseliger Gedanke.....

Ich habe eine Wanderreise gemacht. Ganz kleine Gruppe, 14 Tage Kykladen.
Die Wanderung über die Caldera von Fira nach Oia war der krönende Abschluss.
Unglaublich schön.Zu Fuß erobert, bei ziemlicher Hitze.
Als wir dort ankamen war die Kreuzfahrt-Truppe auch unterwegs. Jedem das Seine...Wir waren ziemlich fertig, aber auch stolz und sehr glücklich.

Also was ich eigentlich sagen will, man kann sein Leben auch leben ohne der Herde hinterher zu rennen.
Im vergangenen Herbst lernte ich Rosi kennen.
Ich durfte mir aus ihrem grossen Bauerngarten Zwetschgen und Äpfel mitnehmen soviel ich nur wollte.
Als kleines Danke dafür habe ich sie zu einer Tagesfahrt nach Landshut eingeladen.
Ein wunderschöner Tag.
Sie erzählte mir dabei, dass sie Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium habe und jeder Tag ein Geschenk Gottes sei.
Laut ihrer Ärztin müsste sie eigentlich schon längst tot sein.
Sie trägt eine Perücke und alle 2 Wochen muss sie erneut an die Dialyse.
Wenn man sie erlebt, dann strahlt sie Lebensfreude pur aus.
Ach, sie ist übrigens so alt wie ich.
Heute haben wir miteinander telefoniert und sie sagte mir, dass sie Anfang Januar einen Schlaganfall erlitten hätte und nun das Sprechen wieder üben müsse, dass sie seit dem nicht mehr rechnen könne und auch mit Zahlen nicht mehr umgehen könnte.

Dann
kam während des Gesprächs folgender Satz:

Weisst du R. ich mag jetzt nicht mehr. Ich habe mein Leben gelebt.
Meine Kinder habe ich zu guten Menschen erzogen, mein Leben hatte Höhen und Tiefen, aber jetzt mag ich nicht mehr. Ich möchte jetzt ganz einfach g e h e n.


Ich habe m e i n Leben gelebt.



............................................

Und ich,
ich bin traurig,
weiss aber auch,
dass sie dann von ihren Qualen erlöst ist.






Ja, es kam dann noch ein weiterer Satz von ihr:
R., ich habe meinen Kindern gesagt, dass Du, auch wenn ich nicht mehr bin, jeden Herbst Äpfel und Zwetschgen holen darfst....





EINE Freunschaftsgeste über den Tod hinaus......
Mir fehlten die Worte.
Ein Danke wäre da viiiiiel zu wenig.
ja Streicheleinheit, genau so fasse ich diesen Satz auch auf
......wenn man sein Leben gelebt hat, dann reicht es, dann kann man in Ruhe gehen

das schönste Danke wäre wahrscheinlich, wenn du das Geschenk annimmst, denn dann erinnerst du dich immer wieder mit jeder Ernte an sie
Ja, der Tod kann auch eine Erlösung sein.
Das habe ich oft genug erlebt.

Aber noch leben wir unser Leben!!!


Das erinnert mich an dieses schöne Gedicht.


https://www.youtube.com/watch?v=6E7Cz2tb2Wo
Es ist wahr.
Der Tod kann eine Erlösung sein.
Oft für den Verstorbenen selbst!
Aber auch manchmal für die Hinterbliebenen.
Doch ein Vergessen gibt es nicht!
Egal,wie und was für ein Mensch der Verstorbene war!
Für sich selbst wünscht man sich,
daß man den Hinterblieben
immer in guter Erinnerung bleibt.
Und so sollte man Leben!
Die Fragestellung des Threaderöffners ist ein unglückliche Floskel:
Hast Du Dein Leben gelebt? Ist eigentlich blöd.

Genau wie: mit beiden Beinen im Leben stehen..... :lol:

Erinnert mich an IKEA-Werbung:
Wohnst Du noch, oder lebst Du schon........... :shock: :shock:
Figges, es gibt durchaus Menschen, die nur mit einem Bein im Leben stehen, weil sie nur eines haben. Sind vielleicht aber standfester, als einige, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Allerdings weiss ich nicht, wie das geht, im Leben zu stehen. Ich stehe einfach immer nur auf den Füssen. egal auf welchem Untergrund.
Das ist mir klar, was Du meinst.

Zu dem Threadthema:
wenn ich nochmal anfangen sollte, würde ich:
etwas Anderes studieren
einen anderen Mann heiraten (die Auswahl war da, ich habe mich falsch entschieden)
mehr Kinder bekommen....

Und jetzt? Ich denke nicht daran. Das ist Vergangenheit und sie ist nicht zu ändern.
Ich lebe in der Gegenwart und genieße mein Leben.
Auf beiden Beinen. :lol: :lol: