Hallo Ihr Lieben!

Gestern hat mich meine betagte Nachbarin ganz verstört rausgeklingelt. Sie konnte am Schlüsselbund ihren Hausschlüssel nicht finden und dachte etwas stimmt nicht mit dem Schloss. Das war jetzt das zweite mal hintereinander. Sie war völlig aufgelöst und wir haben nachdem ich das aufklären konnte (falscher Schlüssel) ein bisschen gequatscht. Da meinte sie, dass ihr die Apothekerin Lasea empfohlen hat, als Hilfe gegen ihre plötzlichen Ängste. Weil sie in solchen Momenten denkt, sie steht kurz davor Panikattacken zu bekommen. Deshalb hat sie in der Apo nachgefragt. Sie meinten da, es wäre ein rein pflanzliches Mittel.

Kennt ihr es bzw. würdet ihr es empfehlen? Hat jemand damit eigene Erfahrungen gemacht? Ich würd die Frau gern ein bissl unterstützen.
Sollte die Betroffene nicht besser mit einem/ihrem Arzt, der auch Alternativmedizin anbietet, darüber sprechen?
Ob Lavendelöl als medizinisch wirksamer Inhaltsstoff derartige Symptome bewirkt ist zumindest fragwürdig und es bringt rein gar nichts, darüber zu spekulieren.

Wenn Du Deiner betagten Nachbarin nachhaltig helfen möchtest, wäre es möglicherweise eine gute Idee, ihr den Besuch eines geriatrisch orientierten Arztes zu empfehlen und vielleicht den Kontakt herzustellen oder sie sogar zu begleiten.

Derartige, sehr unspezifische Symptome können gerade bei betagteren Menschen auf viele unterschiedliche Erkrankungen hinweisen. Manche sind völlig harmlos und können leicht behandelt werden, andere leider nicht.

Klarheit und evtl. erforderliche wirkliche Hilfe können in so einem Fall nur eine spezialdiagnostische Untersuchung und darauf aufbauende Maßnahmen bringen.
Lasea (Lavendel) in Kapselform ist relativ teuer und hilft ganz bestimmt einem,
dem Apotheker!
Ein Gang zum Arzt wäre sicher sinnvoller.
Lasea ist pflanzlich, besteht aus Lavendelöl!
Würde ich nie nehmen.

Bei Angstzuständen und/ oder Panikattacken braucht es verschreibungspflichtige Medikamente, die meistens auch vorsichtig "eingeschlichen " werden, bei engmaschiger Kontrolle durch den behandelnden Arzt.
Sollte ich irgendwann in einen psychisch derart besorgniserregenden und dramatischen, Mitmenschen und mich selbst gefährdenden, Zustand geraten, würde ich mir wünschen, daß besorgte Nachbarn -so es denn keine eigentlich dafür zuständigen Angehörigen gibt- ihr Helfersyndrom unterdrücken und sich darauf beschränken, mir schnellstens fachmännische Hilfe bei den dafür zuständigen und kompetenten Stellen zu vermitteln :shock:
Das "ein bißchen unterstützen" ist sicher gut von dir gemeint, zögert aber unter Umständen sinnvolle reale Hilfe nur unnötig hinaus.
Vielleicht gelingt es dir, mit ihr mal ihre Wohnung anzuschauen und dann zu entscheiden, ob du jemanden einschalten willst. Du könntest sie auch nach ihrem Arzt fragen und den dann ggf. informieren.

Möglicherweise reicht es nicht, ihre Panikattacken zu verhindern, egal jetzt durch welche Medikamente.
In einer ähnlichen Situation bekam ich von einem Neurologen einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, hat vom 2.Tag an geholfen, Naturmittel sind m.E. hier viel zu schwach. Das wieder Ausschleichen war kein Problem, oft genügen nur wenige Tage.
@TE
ich antworte dir hier einfach auf deine Frage nach meinen Erfahrungen mit Lasea...


ich habe dieses Mittel bewusst und gezielt dosiert genommen bei meinen Langstreckenflügen nach Australien. Mir hat es geholfen, allerdings ja dann auch gezielt. Ich habe keine Beeinträchtigungen gespürt, weder Müdigkeit noch Bewusstseinsbeeinträchtigungen, ich habe gut "funktioniert", einfach entspannt.

Aber wie gesagt, das war bewußt eingesetzt und ich kann mich da meinen Vorschreiber*innen nur anschließen. Panikattacken haben ein anderes Niveau und das muss ärztlich abgeklärt werden.

Sprech es mit deiner Nachbarin ab, so wirst du ihr dann hoffentlich auch helfen können. Alles Gute
Ich war, speziell was die Gesundheit angeht, schon immer übervorsichtig, und dementsprechend waren meine Angstzustände zu Beginn der Corona-Epidemie bei uns. Als ich mit meiner Schwester darüber gesprochen habe, war sie darüber alles andere als überrascht und sie hat mir von den Erfahrungen einer Kollegin mit diesen Weichkapseln berichtet. Die übrigens nicht Lavendelöl, sondern Arzneilavendel enthalten. Mir haben sie damals geholfen, ich war und bin natürlich immer übervorsichtig, aber es geht dann eine Zeit lang gut. Bei Verschlimmerungen der Situation werden die Angstzustände wieder schlimmer und bislang habe ich es immer den Griff bekommen. Ein Arztbesuch kann natürlich ebenfalls eine Option sein, aber das würde ich momentan nur dann so machen, wenn es mit anderen Ansätzen nicht funktioniert.
Hallo!

Vielen Dank für eure Erfahrungen und dass ihr mir Einblick gebt, wie ihr mit diesen Dingen umgeht. Meine Nahchbarin ist in laufender ärztlicher Behandlung und geht auch regelmäßig zur Physiotherapie, soweit sie mir bei den seltenen Begegnungen darüber erzählt. Ihre Familie kümmert sich, es kommt regelmäßig jemand vorbei und bringt Einkäufe, ihre Wohnung ist übrigens tiptop soweit ich das bei offener Tür gesehen habe. Kein Staubflankerl. Sie ist viel drinnen, geht also wenig an die frische Luft, das ist das einzige was mir bei ihr auffällt. Ansonsten ist sie voll da. Ansprechpartner gibt es und sie kann alle medizinischen Fragen auch abklären.

Ich habe mir ein wenig Sorgen gemacht, weil sie so verzweifelt gewirkt hat wegen des Schlüssels. Es war ihr eigenes Empfinden, das mit den Panikattacken, keine Diagnose. Danke für eure Beschreibung @saphira12 und @prezzemola, ja ich habe gelesen es ist Arzneilavendel und man kann es über einen längeren Zeitraum nehmen und jederzeit absetzen. Warum würdest du pflanzliche Mittel nicht nehmen @translation? Ich selber habe einige Kräuter in Verwendung, als Tee oder ich mache mir selber Öle und Essenzen.
saphira12 hat geschrieben: @TE
ich antworte dir hier einfach auf deine Frage nach meinen Erfahrungen mit Lasea...

ich habe dieses Mittel bewusst und gezielt dosiert genommen bei meinen Langstreckenflügen nach Australien. Mir hat es geholfen, allerdings ja dann auch gezielt. Ich habe keine Beeinträchtigungen gespürt, weder Müdigkeit noch Bewusstseinsbeeinträchtigungen, ich habe gut "funktioniert", einfach entspannt.



Ich kenne auch eine Freundin, die Lasea gegen ihre Flugangst nimmt. Sie fängt damit allerdings schon ein paar Tage vor dem Flug an. Ich bin schon öfter mit ihr geflogen, das ist nicht schön:)
Wenn alles passt, geht es einigermaßen. Sobald Turbulenzen aufkommen, sollte man sich die Ohren zuhalten.
@ KindaChola: Alles klar, dann kennst du selbst bereits gewissermaßen Erfahrungen mit der Thematik. Wobei es beispielsweise beim Lavendel etliche Arten gibt. Du schreibst von Duftölen und Essenzen, was verwendest du dafür? Auch Lavendelarten? Ich weiß zum Beispiel von unseren Duftsäckchen in den Schränken, dass dafür kein Arzneilavendel, sondern für Motten sowie Insekten unangenehmere Arten verwendet werden.

@ TanteEmilia: Liege ich richtig in der Annahme, dass der bisher letzte Flug gemeinsam mit deiner Freundin vor dem Beginn der Einnahme stattgefunden hat? Und war die Situation besonders massiv ausbaufähig?
@prezzemola ja das stimmt. Es gibt sehr unterschiedliche Lavendelarten. Für Duftsäcke & Co. verwendet man Wolllavendel (Lavandula lanata), Schopf-Lavendel und Speiklavendel (Lavandula latifolia), die Heilpflanze ist aber Lavandula officinalis, auch Lavandula angustifolia. Der sog. Arzneilavendel, der auch im Lasea Präparat als Inhaltsstoff angeführt wird.

Ich finde es sehr spannend, aber eigentlich auch naheliegend, dass das Mittel gut bei Flugangst wirkt. Wirklich sehr brauchbar zu wissen! Danke euch!
Ich habe inzwischen auch von einer Freundin gehört, dass ihr die Weichkapseln gegen die Flugangst geholfen haben. Genauer gesagt hat sie vor einigen Jahren an einer Art Seminar für diesen Zweck teilgenommen und ergänzend nimmt sie eben vor Flugreisen das Mittel ein.

Und @ KindaChola ich denke, dass die Bezeichnung Arzneilavendel aussagt, dass diese Sorte stärker als jene, die man für Duftsäckchen und Essenzen verwendet. Wie geht es deiner Nachbarin mittlerweile?