Ich würde gern einmal nachfragen, ob jemand bereits Erfahrungen im gleichzeitigen Erlernen von zwei Fremdsprachen gesammelt hat. Damit meine ich aber nicht in der Schulzeit, sondern eher im 50+ Bereich.

Im Moment denke ich über Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch und Russisch nach. Dabei geht es mir nicht um den Erwerb fortgeschrittener Sprachkenntnisse, sondern einfach um das erforderliche Niveau, um als Individualtourist einigermaßen über die Runden zu kommen (also irgendetwas zwischen A1 und A2 des GER). Talent zum Lernen von Fremdsprachen hat mir übrigens schon während der Schulzeit kein einziger Lehrer bescheinigt. Den Mangel an Talent könnte ich jetzt aber vielleicht durch mehr Motivation etwas ausgleichen.

Wichtig für mich wäre jetzt erst einmal zu wissen, ob es grundlegend besser ist, sich auf Sprachen zu konzentrieren, die sich ähnlich sind oder eher andersherum.

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In unserem Alter ist es schon eine Hausnummer überhaupt eine Sprache gänzlich neu zu lernen. Ich würde also erst mal mit einer Fremdsprache anfangen und zwar die, die Dir am besten gefällt und die Du am ehesten gebrauchen kannst.

Wenn Du dann merkst, dass Du hirnmäßig noch nicht ausgelastet bist dann würde ich über eine zweite Sprache nachdenken, auch wieder die auf die Du am meisten Lust hast sie zu lernen.

Ich habe mit 40 versucht spanisch und katalan gleichzeitig zu lernen, das hat nicht geklappt. Hauptsächlich wohl weil ich auf katalan gar keine Lust hatte, mein Umfeld das aber erfordert hatte.
Russisch? Das hatte ich in der Schule , Fleißarbeit , weil allein die Buchstaben völlig anders sind und Vokabeln wirklich gelernt werden müssen, Grammatik : Nur 6 Fälle und auch sonst logisch aufgebaut.
Mit Spanisch kam mein Sohn zB in vielen Ländern zurecht.
Ich selbst arbeite an der Erweiterung von Englisch , damit kommt man fast überall in Kontakt und wird verstanden .
Ich würde keine Sprachen wählen, die sich ähnlich sind, wie z.B. Spanisch und Italienisch. Da sind Verwechslungen vorprogrammiert.
Vielen Dank für Eure Beiträge!

Agapanta, natürlich wäre es klüger und effektiver, eine Sprache nach der anderen zu lernen. Das würde ich auch genauso handhaben, wenn ich denn ein paar Jahrzehnte jünger wäre. Allerdings befürchte ich, dass mir die Zeit etwas davonläuft. Einerseits erwarte ich nicht, dass meine Fähigkeit, Neues zu lernen jetzt von Tag zu Tag besser wird. Andererseits ist auch die Zeitspanne, die mir für Individualreisen in der angedachten Form zur Verfügung stehen könnte, ziemlich begrenzt.

Es wäre auch sinnvoll, mit der Sprache zu beginnen, die am meisten Nutzen bringt und die mir zugleich am meisten Spaß macht. Da ich aber noch keine genauen Vorstellungen habe, wann ich evtl. welche Reise machen möchte, ist eine Auswahl schwierig.

Als großen Vorteil sehe ich, dass ich mich nicht an irgendeiner Sprachprüfung orientieren muss, sondern z.B. Schreibfähigkeiten gewissermaßen komplett ignorieren kann und mich ganz stark auf Verstehen, Reden und etwas Lesen konzentrieren könnte. Außerdem kann ich den sprachlichen Inhalt ja selber festlegen und bin wie gesagt an keinen Lehrplan gebunden. Was Deine Erfahrungen mit Spanisch / Katalanisch angeht: Etwas Vergleichbares befürchte ich bei Spanisch / Portugiesisch – hier könnte es auch zu „Überlagerungseffekten“ bzw. Verwechslungen kommen.

Marzipanchilli, ich habe mich erst durch einen Blick auf die ganz alten Zeugnisse vergewissern müssen, ob ich auch irgendwann einmal Russisch gelernt habe. An die Existenz der sechs Fälle erinnere ich mich jetzt auch wieder, aber ich habe nie irgendeine innewohnende grammatikalische Logik festgestellt. Und ich habe auch jetzt kein Aha-Erlebnis, was irgendwelche Vokabeln oder grammatikalische Regeln angeht. Was man nie gekonnt hat, kann man eben auch nicht abrufen. Du warst sicherlich eine sehr fleißige Schülerin.... Aber ich gebe auch offen zu, ich habe das fehlende Sprachtalent durch mangelnden Fleiß zu kompensieren versucht.

Klar kommt man bis zu einem gewissen Grad mit Englisch irgendwie klar, aber ich möchte aus den verschiedensten Gründen wenigstens ein ganz kleines bisschen die Grundlagen der jeweiligen Landessprache erlernen. Mal sehen, ob das, was in der Jugend überhaupt nicht klappte jetzt besser geht. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem Englischstudium, Marzipanchilli!

Ich sehe das ähnlich wie Du, verena33. Wenn die zwei Sprachen zu viele Gemeinsamkeiten aufweisen, würde ich auch ständige Verwechslungen und einen generell noch langsameren Fortschritt erwarten, weil sich eben noch mehr Fehler einschleichen, die man aber selber gar nicht als Fehler erkennt. Ich stelle es mir richtig schwer und langwierig vor, eingefahrene Fehler zu beseitigen.

Im Moment tendiere ich zu Französisch (da graut es mir allerdings vor dem Problem mit der schwierigen Aussprache) und – vielleicht - zu Russisch.
Auch wenn romanische Sprachen denselben Sprachstamm haben, ist die Bedeutung teilweise unterschiedlich und die Aussprache schon sehr krass divergent.

Italienisch 'andare' (gehen) heisst in portugiesisch 'ir' in der Grundform und 'io vado' bzw 'eu vou' (Aussprache vo, ich gehe). Dafür ist in portugiesisch 'andar' das Stockwerk. Während der spanische 'playa' (Strand) in Portugal der 'praia' ist und in Italien der 'spiaggia' (fem).

Besonders verwirrend (hier italienisch - portugiesisch, ist auch 'vedere' - 'ver' (sehen), 'venire' - 'vir' (kommen).

Dazu ist die portugiesische Aussprache sehr schwer.

Ich würde mich auf eine Sprache konzentrieren und zwar eine, die Du auch benötigst, man vergisst schnell, wenn man nicht in Übung bleibt. Italienisch oder spanisch, sollte erlernbar sein.

Ich selbst hatte italienisch als zweite Fremdsprache, und später einige Jahre portugiesisch and der VHS gelernt, da Portugal lange so was wie eine zweite Heimat war für mich.

Russisch ist im Übrigen auch extrem schwer, dazu kommt auch die kyrillische Schrift und 6 Fälle.
Vokabeln sind in jeder Fremdsprache das A und O ,neben der Grammatik natürlich. VerwandteSprachen bedeuten noch nicht gleiche Bedeutung gleicher Wörter (s. burro auf italienisch und spanisch). Von daher würde ich dem Erlernen von nur einer Sprache erst mal den Vorzug geben. Der Zeitaufwand für das Einüben des Vorgenannten ist nicht zu unterschätzen.
Nach Englisch ist Spanisch die zweite Weltsprache.
Wenn man eine der romanischen Sprachen (ital., span., frz.) einigermaßen kennt, fällt das Verständnis für die grammatikalischen Besonderheiten der anderen leichter. Natürlich besteht die Verwechslungsgefahr.
Vor einigen Jahren sendete alpha, das Studienprogramm von BR, jeden Samstag den ganzen Nachmittag Sprachkurse. In unserem Alter braucht es sehr viel mehr Übung und Wiederholungen, bis etwas "sitzt".
Russisch habe ich begonnen, aber bald gelassen, es dürfte m.E. die Schwerste sein.
Eine Fremdsprache zu erlernen ist das beste Gehirnjogging, Kreuzworträtsel sind dazu unbrauchbar, da man nur etwas hervorholt, das man schon weiß.
PS: Die Sprachkurse Italienisch, Englisch . ..? kommen auf Alpha noch vormittags , am Wochenende ,glaub ich.
Die schwerste Sprache, die ich mal begann zu lernen war Polnisch .
Man sagt, Finnisch wär die schwerste. Das dauert eine Ewigkeit, bis man sie beherrscht. :lol:
Hallo,

Danke für Eure Ratschläge und Hinweise. Irgendwie ist es auch das, was ich selber schon vermutet habe, aber eine Bestätigung der eigenen Meinung kann ja nicht schlecht sein.

Ich werde also ab morgen mit französisch beginnen (Neujahrsvorsatz!) und hoffe, dass ich in einem Jahr soweit bin, dass ich Euch alles Gute, viel Gesundheit und Lebensfreude in französisch wünschen kann.

Also, in dem Sinn dann erst einmal „Guten Rutsch!“ ins Neue Jahr!

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Auch in Leipzig gibt es ein "Institut Francais". Dort werden bestimmt gute
Kurse angeboten und Du lernst die Sprache sehr schnell.
Ich finde es ist wichtig eine Sprache "a fond" zu lernen.
Liebe Grüsse aus Basel
Titirangi
[quote="Patriarch"]


Ich werde also ab morgen mit französisch beginnen (Neujahrsvorsatz!) und hoffe, dass ich in einem Jahr soweit bin, dass ich Euch alles Gute, viel Gesundheit und Lebensfreude in französisch wünschen kann.



Wenn du dein Vorhaben tatsächlich schnell verwirklichst, bin ich sicher, dass deine in einem Jahr erworbenen Französischkenntnisse uns noch wesentlich mehr bieten können! :)
Ich 50+, spreche deutsch, französisch. Mir fällt es leicht, artverwandte Sprachen, zu lernen wie spanisch. Englisch geht auch. Die Sprachen, die man gerne hört und ausspricht, lernt man auch leichter. Empfehle hierfür die gratis Fremdsprachen-app duolingo. Dort kann man auch gleichzeitig 2 Fremdsprachen lernen. Jedenfalls kann immer und überall lernen. Kann mitlerweile in Spanien ein Auto mieten, ein Zimmer, nach der nächsten Apotheke oder Tankstelle fragen. Könnte also selbst meine Reise zusammenstellen. Da verreist man dann gerne, auch auf sich alleine gestellt. L.G. Petra
Nachtrag: Französisch und spanisch hat schon viel gemein: chambre auf spanisch und chambre auf französisch heißt beides Zimmer. Wird nur anders ausgesprochen. Dagegen kann ich mich ans Italienische nicht so leicht gewöhnen.
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