Fortsetzung

Einzelne Folgeschäden
Gehirn:
Das Gehirn untergliedert sich in
Großhirn, Zwischenhirn, Kleinhirn und Stammhirn.
Der größte Teil des Gehirns ist das

Großhirn
Dort sind vor allem das
logische Denken, das Gedächtnis und der Wille angesiedelt. Diese
Funktionen des Gehirns sind als erstes vom Alkohol oder anderen
Suchtmitteln betroffen. Geringer Alkoholkonsum verändert bereits die
Wahrnehmungen. Ab etwa 0,3 Promille beginnt ein Leistungsabbau. Ab 0,8
Promille ist mit Kontrollverlusten zu rechnen. Die Gefahr eines Unfalls ist
bereits um das 15fache erhöht.
Die Wirkung des Alkohols erreicht dann das
Zwischenhirn
Es ist vor allem
der Sitz der Gefühle: Lust, Unlust, Freude oder Schmerz, Angst und Trauer
u.a.
Bis zu einer individuellen Trinkmenge wird das Zwischenhirn in
angenehmer Weise stimuliert. Es kann zu Enthemmungen wie auch
Lustgefühlen kommen. Ab etwa 1,4 Promille kommt es zu einer immer
stärkeren Betäubung von Gefühlen.
Danach wird die Funktion des Kleinhirns durch Alkohol beeinträchtigt.
Das Kleinhirn dient vor allem der Steuerung des Gleichgewichts und derBewegungskoordination.
Es kommt zu einem schwankenden Gang, Übelkeit und Erbrechen.
Ab etwa drei Promille greift der Alkohol in die lebenswichtigen Funktionendes
Stammhirns ein wie die Steuerung von Herzrhythmus, Blutkreislauf und
Atmung. Bei großen Alkoholmengen kann der Betroffene daher bewusstlos
zusammenbrechen oder gar an einer Alkoholvergiftung sterben.

Gehirnschrumpfung:
Der Mensch besitzt ca. 100 Milliarden Hirnzellen. Bei jedem Alkoholrausch
werden viele Tausend solcher Zellen vernichtet. Sie sterben ab und sind
nicht wiederbelebbar. Es gibt kein Maß, ab wann das passiert, also kein
Unbedenklichkeitsmaß.
Die allmähliche Schrumpfung des Gehirns (Atrophie) ist eine der
häufigsten Schädigungen im Verlaufe einer Abhängigkeitsentwicklung.
Röntgenaufnahmen (Computertomographie) zeigen, dass bei ca. 96%
aller Alkoholiker der Abstand zwischen Schädeldecke und Gehirnmasse
vergrößert ist.
Sinkende geistige Leistungsfähigkeit:
Gedächtnisstörungen
gesteigerte Ermüdung
Konzentrationsschwankungen
erhöhte Reizbarkeit
Gefühlsschwankungen
langsameres, schwerfälliges, eingleisiges Denken

Delirium
Bei ca. 10% aller Alkoholiker kommt es beim plötzlichen Absetzen des
Alkohols nach 2- 6 Tagen zu dramatischen Fehlschaltungen des Gehirns.
Das Delirium tremens ist eine besonders schwere Form von Entzugser
-scheinungen.
Merkmale:
Sinnestäuschungen (Halluzinationen); der Betroffene kann nicht mehr
zwischen Realität und Einbildung unterscheiden („weiße Mäuse“)
Unruhe, starke körperliche Erregung, orientierungslos, Gefahr des
Kreislaufkollaps, Schlafstörungen, starkes Schwitzen und Zittern,
häufige Erinnerungslücken. Sofortige ärztliche Hilfe ist erforderlich.

Epileptische Anfälle
Bei ca. 20-30% aller Alkoholabhängigen treten epileptische Anfälle auf.
Statistisch ist jedes dritte Delirium davon betroffen.
Der Anfall tritt urplötzlich auf in Form von Bewusstlosigkeit. Der
Betroffene fällt zu Boden, der Körper ist starr und verspannt, verbunden
mit starken Zuckungen an Armen und Beinen (Gefahr Zungenbiss). Der
Anfall kann zu vorübergehenden Atemstillstand führen und dauert
Sekunden bis Minuten. Der Betroffene weiß meist nichts von diesem
Geschehen, ist müde und hat starke Gliederschmerzen. Bei jedem epilep
-tischen Anfall kommt es zum Absterben vieler Gehirnzellen.

Korsakow-Syndrom
Das Korsakow-Syndrom ist die schwerste Form der Gehirnschädigung
durch Alkohol. Es ist benannt nach dem russischen Psychiater Sergej
Korsakow (1854-1900).
Durch das Absterben entsprechender Gehirnregionen erleidet der
Betroffene einen weitgehenden Gedächtnis- und Orientierungsverlust. Im
Extremfall lebt er in der Vergangenheit oder es gibt für ihn kein „gestern“
und kein „morgen“. Er weiß nicht mehr wer oder wo er ist und kann
mitunter auch engste Bezugspersonen nicht wieder erkennen.
Das Thema hier ist:

Gesundheitliche Schäden durch übermäßigen Alkoholkonsum


Hat irgendwer zu diesem Thema einen Kommentar abzugeben? - Smalltalk findet anderswo statt!
barbera.

Was ist denn z. B. "ein gegebener Anlass"?
Es ist ein schmaler Grat zwischen Genuss und Sucht..nicht nur beim Alkohol..

selber plädiere ich eher für den Genuss..
Das was hier redet wird ist schon Alkoholsucht , aber ein Glas Sekt , Wein oder Bier soll ein Genuss sein. :wink:
Was ist denn z. B. "ein gegebener Anlass"?

Geburtstage, Essen mit Freunden, Rotwein zum Einschlafen, Orgien nach Vernissagen etc
Weintrinken gehört hierzulande zur Kultur, und Weinbauern sind Philosophen.
Ich kenne im Weinland Italien eine andere Kultur.
Nachdem das Rauchen in Lokalen strikt verboten ist, zieht man sich dort in der Familienrunde ein Näschen Kokain nach der Mahlzeit in die Birne.
So hat jedes Land seine Kultur, und die Summe der Laster bleibt immer die gleiche.
Während meiner Suchtbetreuung habe ich einige Betroffene mit Hirnschädigung durch den Alkoholabusus kennen gelernt. Für mich damals schon ein triftiger Grund, Alkohol nur in Ausnähmefällen und in minimalster Menge zu trinken. Dass ich seit einigen Jahren überhaupt keinen Alkohol mehr trinke, hat aber ein anderen Hintergrund.

Besonders schlimm war, dass ich mitansehen musste, wie ein mir nahestehender Mensch sich durch seine Alkoholkrankheit veränderte, sowohl charakterlich wie auch physisch durch irreversible Schäden.

Die Droge Nummer eins wird immer noch viel zu sehr verharmlost.
Die USA, Russland und Deutschland sind wohl die einzigen Nationen, die keine Trinkkultur haben.
Es wird "getrunken" bis die Schwarte knackt.
Anlässe findet man immer; sei es das Fernsehprogramm oder ein Paar neue Schuhe.

Der Abhängige braucht keinen Abnlass. Er selbst ist sich Anlass genug.
Shekinah.

Du bringst es absolut auf den Punkt.

Wenn es interessiert, der komme doch mal Altweiber in die Düsseldorfer Altstadt. Da kann man schon kurz vor 12 Uhr die ersten Vierzehnfjährigen im komatösen Zustand in den Sanizelten "betrachten".

Danach können wir uns hier gerne weiter austauschen.
Alkoholismus ist eine Krankheit. Alw Mensch daneben, zuerst als Mitkranke, später als sich Befreiende durch eine Angehörigenselbsthilfegruppe weiss ich, von was ich schreibe.

Suchtkrankheit ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Krankheit, die nichtbehandelt zum Tod führen kann. Der Angehörige ist noch viel verrückter, weil er ohne Chemie, ohne Alkohol, ohne irgend etwas, allein durch den Kontakt mit einem suchtkranken Menschen sich so verrändert, dass er sich echt um seine eigene Genesung kümmern muss. Tut er das nicht führt seine Co-Abhängigkeit zur Krankheit und später auch zum vorzeitigen Tod.
@lioness
was du schreibst, das passt! :wink:
Einzelne Folgeschäden durch Alkohol

Krebsrisiko
Bereits relativ geringe Mengen Alkohol können zu Krebsrisiko führen. Der
tägliche Konsum von einem Liter Bier erhöht das Krebsrisiko für
Mundschleimhaut, Kehlkopf und Speiseröhre. Bei Frauen reicht ein „Viertel“
Wein pro Tag aus, um das Brustkrebsrisiko um 10% zu erhöhen.
Leber
Die menschliche Leber wiegt etwa 1500 bis 2000 g. Sie ist ein weiches,
gleichmäßig strukturiertes Organ. Die Leber ist das größte Organ des
menschlichen Körpers und gleichzeitig das chemische Labor unseres
Körpers. Sie muss Giftstoffe in harnpflichtige Stoffe umwandeln und
abbauen. Wird ihre Leistungskapazität ständig überschritten, verlaufen die
Schäden über folgende drei Stadien:


Fettleber
Fett als Abbauprodukt des Alkohols kann nicht mehr vollständig abtrans
-portiert werden und wird zwischen den Leberzellen eingebaut. Das Volumen
der Leber kann sich verdoppeln. Da die Leber keine Schmerzzellen hat,
bleibt dies oft unbemerkt, kann aber an den erhöhten Gamma-GT-Werten
erkannt werden. Der Arzt kann die Vergrößerung ertasten.

Leberentzündung
Große Bandbreite von relativer Beschwerdelosigkeit über Gelbsucht
(Hepatitis) bis zum lebensbedrohlichen Leberversagen durch das giftige
Abbau-Zwischenprodukt Acetaldehyd. Leberzellen sterben ab und werden
nicht wieder ersetzt. Anstieg mehrerer Leberwerte (sog. Transaminasen).


Leberzirrhose
Die Leberzirrhose ist die Folge von weiterem Alkoholkonsum nach einer
Leberentzündung. Die massiv abgestorbenen Leberzellen bilden ein hartes
Narbengewebe was zur allgemeinen Schrumpfung der Leber mit höckeriger
Oberfläche führt. Weitere Folgen: durch Behinderung des Pfor
taderkreislaufes kann es zu Krampfader-Bildung in der Speiseröhre (Blut-
sturz beim Aufplatzen - kann tödlich sein) kommen, Wasserstau, dadurch
Entwicklung eines Wasserbauches , Selbstvergiftung des Körpers durch
Ammoniak im Blut, langsamer qualvoller Tod. Einzige Überlebenschance:
Strikte Abstinenz! (ca. 18.000 Tote jährlich durch Zirrhose!)

[b]Bauchspeicheldrüse


Die Bauchspeicheldrüse liefert Verdauungsfermente (chemische Aufspal
tung der Nahrung in z.B. Traubenzucker, Fettsäuren, Aminosäuren)
Sie wird durch Alkohol in dreifacher Weise geschädigt:
a)
Erhöhte Fermentbildung
b)
Behinderung Eiweißtransport, dadurch Eiweißablagerungen, was zur
Verengung des Ausführganges des Bauchspeicheldrüse führt
c)
bei starkem Alkoholkonsum kann es zum Verschluss des Muskels am
Ausführgang der Bauchspeicheldrüse kommen.
a) bis c) führt zum Stau der vermehrt gebildeten Fermente. Dadurch kann
es zur Selbstverdauung den damit der Selbstzerstörung der
Bauchspeicheldrüse kommen.

[b]Nerven

Häufig beginnt die Schädigung in den Beinen, kann aber auch alle Ner
venbahnen betreffen.
Das ist die Folge von Vitamin B Mangel, was zur Schädigung der
Nervenscheide führt. Die Folgen hiervon sind
-ziehende, stechende oder brennende Schmerzen Ausfall des Hautgefühls, unangenehmes Kribbeln
Unsicherheit beim Gehen, Störung der Lagewahrnehmungsfähigkeit
Druckempfindlichkeit der Nervenstränge
-Lähmungserscheinungen bzw. Verlangsamung der Bewegungsfähigkeit
Insgesamt gesehen werden alle körperlichen Funktionen durch ein Übermaß
an Alkoholkonsum geschädigt.
@froggybln
alles was man übermäßig konsumiert ist schädlich. :wink:
so ist es., nur manche Dinge machen nicht blöd im Kopf.
@froggybln
gilt es auch für Sex? :oops: