Der EU Gerichtshof lehnt eine Lockerung der Regeln für gentechnische Verfahren, die auf der sogenannten Genschere Crispr/Cas9 beruhen, ab. Das bedeutet, dass entsprechende Produkte weiterhin als GVO (gentechnisch verändert) gelten und strenge Auflagen erfüllen müssen.
Also erst einmal Entwarnung; denn in Deutschland lagen schon 3 entsprechende Anträge vor (d.h. Produkte ohne die Kennzeichnung in Umlauf zu bringen): Äpfle, Raps und Krautsorten.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/e ... 07297.html
Ein Video, das zeigt, wie toll alles funktioniert
https://www.youtube.com/watch?v=ouXrsr7U8WI
Rechtliche Aspekte

Das Urteil ist ein wesentlicher Meilenstein bei der Einführung gentechnisch veränderter Produkte. Nun hat das Thema Gentechnik eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte. Bleiben wir zunächst bei den rechtlichen Aspekten.
Von Gentechnik-Konzernen und industriefreundlichen Politikern und Behörden wird die Meinung verbreitete, die (durch die neuen Technologien) entstandenen Veränderungen des Genoms seien von chemischen, radioaktiven oder natürlichen Mutationen nicht zu unterscheiden und daher seien diese Technologien keine Gentechnik.
Gültig in der EU sind aber das Vorsorgeprinzip sowie der prozessorientierte Ansatz. Mit beiden ist die obige Argumentation nicht verträglich.
Das Vorsorgeprinzip besagt: Wenn wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen werden kann, dass ein Produkt sicher für Mensch, Tier und Umwelt ist, kann es in der EU aus Vorsorgegründen verboten werden. Bei den neuen Gentechnologien muss also ebenfalls das Vorsorgeprinzip gelten und eingehalten werden!
Der prozessorientierte Ansatz besagt, dass zur Beurteilung maßgeblich ist, wie das Produkt hergestellt wurde und nicht, ob die angewendete Technik im Endprodukt nachweisbar ist. Gentechnik bleibt Gentechnik – egal ob alt oder neu.
Wesentliche Grundlage für die Zulassungen in der EU ist die Voraussetzung, dass die stoffliche Zusammensetzung genmanipulierter Organismen als gleichwertig mit herkömmlich gezüchteten Organismen oder als substanziell äquivalent angesehen wird. Beispielsweise wird gentechnisch veränderter Mais mit konventionellem Mais gleichgesetzt. Das macht eine aussagekräftige Risikobewertung unmöglich.
In Deutschland müssen Freisetzungen und Anbau genmanipulierter Pflanzen in ein öffentliches Standortregister eingetragen werden. Die deutschen Äcker sind allerdings derzeit gentechnikfrei und das Register somit leer. Denn seit 2009 gibt es in Deutschland ein Anbauverbot für den gentechnisch veränderten Mais. Dieser Mais ist die einzige zum Anbau zugelassene genmanipulierte Pflanze innerhalb der EU.

Zur Erläuterung noch einige Sätze zu Risiken und Nebenwirkungen. Die Folgen des Inverkehrbringens von Saatgut, Lebens- und Futtermitteln, die mit Hilfe dieser Technologien hergestellt wurden, sind unabsehbar.

Gerade diese neuen Methoden bieten die Möglichkeit, noch gravierender in das Genom einzugreifen, als es die bisherigen Gentechnik-Methoden können. Zum Beispiel wurden von einem chinesischen Forscherteam mit Hilfe von Crispr-Cas9 in lebenden Mäusen ganze Chromosomen "gelöscht". Dabei sind die komplexen Zusammenhänge in Pflanzen und Tieren bis heute unverstanden. Derartige Eingriffe ins Erbgut können ungeahnte Folgen haben für diese Lebewesen, wie auch ihre Nachkommen.

Beim Einsatz der neuen Gentechnologien kann es auch zu ungewollten Nebeneffekten kommen. Und das an verschiedensten Stufen während des Herstellungsprozesses. Veränderungen des Erbguts sind also auch an ungeplanter Stelle im Genom möglich. Dies kann zum Beispiel die Funktion von nicht-Ziel-Genen beeinflussen oder im Falle ganzer Chromosomen auch andere nicht-Ziel Chromosomen zerstören.

Eine Kontamination von Umwelt, Saatgut, Futter- und Lebensmitteln kann nicht verhindert werden, wie viele Beispiele weltweit belegen. Die Gentech-Konzerne Monsanto, Bayer und Co. lassen sich die neuen Methoden natürlich auch patentieren. Damit bringen sie Bauern in ihre Abhängigkeit, diktieren die Saatgutpreise und monopolisieren den Saatgutmarkt. Auch würdigen sie Lebewesen damit zu ihrem persönlichen Eigentum herab.
Ein Teufelskreis

Mit den neuen Gen-Technologien geraten wir in einen Teufelskreis, aus dem es dann kein Entkommen geben wird. Ich möchte das am Beispiel der Agrarindustrie veranschaulichen.

a) Multiresistenz

Dazu zunächst eine bekanntes Szenario: die Krankenhauskeime oder besser MRE, Multiresistente Erreger. Davon gibt es inzwischen schon ziemlich viele.
https://de.wikipedia.org/wiki/Multiresistenz
Diese Erreger sind z.B. gegen ganze Gruppen von Antibiotika resistent. Ursache ist der durch die massiv erhöhte Verwendung von Antibiotika insbesondere auch in der Tierhaltung ( Profit für Fleisch- und Futtermittelindustrie ==> Multiresistente Keime für die Bevölkerung. Weltweit gehen 50% !! der Antibiotika in die Tiermast. Allein in Deutschland werden jährlich 735 Tonnen Antibiotika an Tiere verfüttert. Die Resistenzen, die die Bakterien in den Tieren entwickeln werden auf die Bakterien im Menschen übertragen!)
https://www.n-tv.de/wissen/Antibiotika- ... 53881.html

b) Herbizid und Designerpflanze

Das haben wir ja gut hinbekommen, daher wenden wir die gleiche Methodik zur Generierung von Profit und multiresistenter Schädlinge im Ackerbau an.
Über Jahrtausende hat der Mensch Pflanzenschutz ineffektiv betrieben mit Maßnahmen wie Fruchtfolgen, Mischbepflanzung, Unkraut manuell vernichten etc.. Mitte des 19. Jh. kamen dann die Herbizide auf, zunächst selektiv d.h. gegen bestimmte Schädlinge und inzwischen auch als Breitbandherbizid gegen sehr viele unterschiedliche Schädlinge (allerdings auch gegen die Nutzpflanzen!). Das wohl bekannteste Beispiel ist hier Glyphosat.

Also was tun? Wir führen ein neues System ein! Wir nutzen ein Breitbandherbizid und verändern aber die Nutzpflanze so, dass sie dagegen tolerant ist. Das Roundup-System.

Dieses 1996 von Monsanto eingeführte System aus gv-Pflanzen (gentechnisch veränderte Planzen) und dem dazu passenden Herbizid (Glyphosat, Markenname Roundup) ist einfach und effektiv: Da nur die ausgesäten gv-Nutzpflanzen gegen Glyphosat tolerant sind, kann der Landwirt das sonst gegen alle grünen Pflanzen wirksame Herbizid während der Wachstumsphase jederzeit ausbringen, ohne die Nutzpflanze zu schädigen. Rasch setzte sich dieses Konzept in Nord- und später auch in Südamerika bei Sojabohnen, Mais und Baumwolle durch. Inzwischen verfügen fast alle dort angebauten Sojabohnen, sowie viele Mais- und Baumwollsorten über eine gentechnisch eingefügte Glyphosat-Toleranz, oft auch mit zusätzlichen Resistenzen gegen weitere Herbizid-Wirkstoffen. (Das sind die Sojabohnen, die Herr Juncker bei Herrn Trump für die EU eingekauft hat!)
Also sind jetzt alle glücklich: Monsanto verdient am System, der Farmer am Ertrag und der Verbraucher am Preis!
c) Der Erfolg und sein Preis

Das 1996 von Monsanto eingeführte System aus gv-Pflanzen und den dazu passenden Herbizid (Glyphosat, Markenname Roundup) ist einfach und effektiv: Da nur die ausgesäten gv-Nutzpflanzen gegen Glyphosat tolerant sind, kann der Landwirt das sonst gegen alle grünen Pflanzen wirksame Herbizid während der Wachstumsphase jederzeit ausbringen, ohne die Nutzpflanze zu schädigen. Rasch setzte sich dieses Konzept in Nord- und später auch in Südamerika bei Sojabohnen, Mais und Baumwolle durch. Inzwischen verfügen fast alle dort angebauten Sojabohnen, sowie viele Mais- und Baumwollsorten über eine gentechnisch eingefügte Glyphosat-Toleranz, oft auch mit zusätzlichen Resistenzen gegen weitere Herbizid-Wirkstoffen.

Der Erfolg des Roundup-Systems brachte es mit sich, dass auf vielen Anbauflächen jahrelang ein und dasselbe Herbizid gespritzt wurde. Dadurch waren Unkräuter einem hohen Selektionsdruck !! ausgesetzt. In jeder Unkrautpopulation treten früher oder später einzelne Pflanzen auf, bei denen zufällig durch Mutation eine Resistenz entstanden ist. Gerade wenn das betreffende Herbizid über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich verwendet wird, sind diese Pflanzen erheblich im Vorteil und können so die nicht-resistenten zurückdrängen.

Systemimmanente Mechanismen wie Kostendruck etc. führten dazu, dass es Landwirte und Agro-Unternehmen versäumten, die Ausbreitung resistenter Unkräuter mit geeigneten Maßnahmen hinauszuzögern, etwa durch weitere Fruchtfolgen oder den Wechsel zwischen verschiedenen Herbizid-Wirkstoffe. Inzwischen gibt es zahlreiche Unkrautarten, die mit Glyphosat nicht mehr oder nur schlecht bekämpft werden können. Gerade besonders aggressive Unkräuter wie Palmer Amaranth oder Waterhemp sind damit in vielen Regionen kaum noch in Schach zu halten. Bei starkem Befall können in Sojafeldern die Erträge um 30 bis 50 Prozent zurückgehen. Die Landwirte versuchen, durch höhere Wirkstoffmengen ihre Verluste in Grenzen zu halten. Viele klagen über sinkende Erträge und steigende Kosten für die Unkrautbekämpfung.

Dies ist aber nur die Spitze des Eisberges wie wir sehen werden!
d) “骑虎难下 (qí hǔ nán xià)
Wer den Tiger reitet, kann nur schwer absteigen!

Schon seit einiger Zeit planen die großen Agro-Konzerne für die Zeit nach Glyphosat - und setzen dabei auf andere Wirkstoffe. Die meisten von ihnen sind schon vor längerer Zeit als herkömmliche Herbizide entwickelt wurden - damals ohne Kombination mit dazu passenden gv-Pflanzen. Bei einigen dieser älteren, nun wieder neu auf den Markt gebrachten Wirkstoffe ist das umwelttoxikologische Profil deutlich schlechter als das von Glyphosat.

Im Januar 2015 erhielt Monsanto die US-Zulassung für gv-Baumwolle (MON88701) und gv-Sojabohne (MON88708), in die Resistenzen gegen den Wirkstoff Dicamba eingeführt worden sind. Entsprechende Maissorten sollen folgen (Markenname: Xtend). Gegen den schon 1965 zugelassenen Wirkstoff sind bisher nur wenige Resistenzen bei Unkräutern bekannt.

Und was dann?

Zunächst einmal: Wir züchten das Super-Unkraut!
Herbizid Einsatz wie bei den Antibiotika nach dem Motto: Darf’s ein wenig mehr sein. Das Doping für die multiresistenten Unkräuter!
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/supe ... r-den-kopf

Und weil’s so schön war: Antibiotika Resistenzen zum Zweiten:

https://www.deutschlandfunk.de/glyphosa ... _id=401841
Wissenschaftler untersuchten wie Bakterien auf Antibiotika reagieren, wenn gleichzeitig Herbizide wie Glyphosat (Roundup), Dicamba, 2,4-D verabreicht werden.
In dieser Studie untersuchten die Wissenschaftler drei Herbizide. Das am meisten eingesetzte Glyphosat (Roundup), 2,4-D, Dicamba, herbizidresistente gv-Pflanzen und die Wirkung auf Bakterien und Antibiotika. Die Untersuchungen ergaben, dass die Herbizide ein weiteres Gesundheitsrisiko darstellen: Antibiotika-Resistenzen, durch die Entstehung eines multiresistenten Phänotyps eines potenziellen Krankheitserregers.
Durch die Herbizide mussten Antibiotika, Ampicillin (Amp; β-Laktam-Antibiotika), Ciprofloxacin (Cip, Fluorchinolone), Chloramphenicol (Cam), Kanamycin (Kan, Aminoglykoside) und Tetracyclin (Tet), die häufig verwendet werden, um eine Reihe von tödlichen Erkrankungen zu behandeln, nicht nur um das Drei- bis Sechsfache höher dosiert werden. Antibiotika würden hierdurch unwirksam und lösen die Entstehung von Resistenzen aus.
„Roundup“ (Glyphosat) erhöhte das Wachstum der Bakterien, obwohl diese mit Antibiotika behandelt wurden. Ohne die Verabreichung des Herbizids, hätten sich die Bakterien nicht weiter vermehren können und das Antibiotikum wirkte wie beabsichtigt.

Aber es geht noch besser:

Über die Nahrungskette kommt das Herbizid (Soja, Tier, Mensch) auch zu uns; der Vegetarier darf gleich ins Tofu beißen. Bei Arzneimitteln steht die Warnung für Schwangere auf dem Beipackzettel – beim Soja, Mais, Fleisch etc. wird nicht gewarnt!
https://youtu.be/JWMdFfH1LRQ
Bevor wir einen Blick auf einzelne Verfahren werfen noch eine kurzes Fazit aus dem Vorhergehenden:

1. Geld: Es geht um sehr, sehr viel Geld – viele Milliarden und den Weltmarkt an Saatgut! Auf der Welt wird zu ca. 90% gv-Soja produziert. Also innerhalb von 20 Jahren von 0 % auf 90 %. Das Besondere am gv-Soja: Das Gen ist patentiert und die Patente gehören nur wenige Firmen wie Monsanto, Syngenta, Dow. Die deutsche Firma Bayer hat Monsanto für über 60 Milliarden $ gekauft. Jetzt muss der Profit kommen, da verbietet sich übertriebene Rücksichtnahme auf Bedenkenträger.
2. Risiko: Ein einfaches Herbizid wie Glyphosat erzeugt Antibiotika Resistenzen! Beim Genom kommt es zu Auskreuzungen d.h. Erbgut wird von der gv-Pflanze auf andere Arten übertragen (Beispiele in Kanada). Vorgenommene Veränderungen im Erbgut lassen sich nicht wirklich kontrollieren und eindämmen, dafür gibt es genügend Beispiele. Wir haben es somit mit eine Hochrisiko-Technologie zu tun und müssen diese mit großer Vorsicht behandeln.
3. Regularien: Wie das Urteil zeigt, wird in der EU eine Regulierung vorgenommen, die sich auch am Risiko orientiert. Das ist in Amerika nicht so.

Was ist Gentechnik

Einige Daten:

1973
Erste Genmanipulation bei Mikroorganismen
1980
Erster Gentransfer bei einzelnen Pflanzenzellen (mit Agrobacterium)
1983
Herstellung einer vollständig gentechnisch veränderten Pflanze in USA
1987
Erste Freisetzungen in den USA
1990
Erste Freisetzung in Deutschland (Petunien); deutsches Gentechnik Gesetz (GenTG) wird erlassen
1994
Transgene Anti-Matsch-Tomate (Flavr-Savr) auf dem Markt
1996/1997
erster Anbau von Gen-Soja ("Roundup Ready" von Monsanto), -Mais, -Raps und -Baumwolle in Nordamerika
1997
EU: erstmals wird Kennzeichnung von genmanipulierten Pflanzen vorgeschrieben (Novel-Food-Verordnung)
1998
EU: Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen
2001
EU: erlässt Richtlinie zur Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVOs)
2004
EU: Wiederaufnahme von Zulassungen genmanipulierter Organismen
2008
Gentechnikanbau in Europa fast ausschließlich in Spanien
2009
Erstmaliger Rückgang des Gentechnikanbaus in Europa durch Anbauverbot von MON810 in Deutschland
2012
Zwei Länder, die erstmals GVOs anbauen: Sudan/Baumwolle, Kuba/Bt-Mais
2013
EU: erster Antrag auf Freisetzung genveränderter Insekten (Olivenfliegen). Weltweiter Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wird auf 175 Millionen Hektar beziffert.
2014
Bayern ist 5 Jahre Gentechnikanbau-frei
2015
USA: Erstmals Gentechnik-Tier ("Turbolachs") als Lebensmittel zugelassen

Um zu beschreiben, was Gentechnik eigentlich ist, möchte ich die rechtliche Definition eines GVO „gentechnisch veränderter Organismus“ anführen sowie verschiedene Verfahren der Gentechnik beschreiben.

Ein gentechnischer Eingriff hat nichts mit herkömmlicher Züchtung zu tun, wie oft behauptet wird: Bei traditionellen Methoden werden Pflanzen oder Tiere, die zu gleichen oder nah verwandten Arten gehören, nach den natürlichen Vererbungsregeln gekreuzt.
Gentechnische Methoden umfassen die Analyse von Erbanlagen, besonders aber deren Übertragung und Veränderung über Artgrenzen hinweg. Drastische Beispiele für diesen Eingriff sind Kartoffeln mit dem Giftgen von Skorpionen, Erdbeeren mit Frostschutzgenen von arktischen Fischen oder Salat mit Rattengenen zur Erhöhung des Vitamin C-Gehalts. Die Artgrenzen, die sich im Laufe der Evolution zwischen Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und Menschen gebildet haben, werden durch die Gentechnologie bewusst durchbrochen.

Das Gentechnikgesetz unterscheidet daher klar zwischen Gentechnik und Züchtung. Ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) wird dort definiert als „ein Organismus, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt“.

Bei der Manipulation am Erbgut werden also fundamentale Steuerprozesse des Lebens verändert. Doch das wissenschaftliche Modell, nach dem das Genom eine Art Legobaukasten ist, in das man nach Belieben neue Gene einfügen kann, ist inzwischen überholt. Der Ansatz weicht der Gewissheit, dass die DNA als hochkomplexes Netzwerk funktioniert. Gene werden von einem zellspezifischen Informationssystem gesteuert, das ihnen sagt, wann und wie sie aktiv werden sollen. Gentechnische Eingriffe an Pflanzen und Tieren sind daher ein Lotteriespiel mit unvorhersehbarem Ausgang.

Die Methoden:

Genome Editing:
Unter dem Begriff Genome Editing werden 3 Methoden zusammengefasst: Zinkfingernukleasen, das CRISPR/Cas-System und TALEN (Transcription Activator–Like Effector Nuclease). Sie haben gemeinsam, dass sie DNA schneiden können, und das an einer laut Industrieangaben „ganz bestimmten“ Position. Sie werden deshalb auch als „Gen-Scheren“ bezeichnet. Genutzt werden sie, um neue Gene in das Genom einzubringen, Gene auszulöschen oder zu "korrigieren".

CRISPR/Cas:
CRISPR/Cas9 wird als Gen-Schere bezeichnet. Es stammt ursprünglich aus Bakterien, denen es zur Immunabwehr gegen Viren dient. In der Theorie schneidet CRISPR/Cas9 die DNA einer Pflanze, eines Tiers oder auch eines Menschen an einer bestimmten Stelle und kann dort entweder einzelne DNA-Bausteine herausschneiden oder einfügen. Im Extremfall kann man damit sogar ganze Chromosomen zerschneiden, indem CRISPR/Cas9 mehrfach hintereinander eingesetzt wird.

Oligonukleotid-Technologie:
Künstlich erzeugte DNA-Elemente sollen dazu genutzt werden, an einer bestimmten Stelle des Genoms eine Mutation auszulösen. Dazu wird (wahrscheinlich) der Reparaturmechanismus der Wirtszelle ausgenutzt, der die Veränderung dauerhaft ins Genom des Zielorganismus integriert. Die genauen Mechanismen der Genomveränderung sind aber nicht bekannt.
Cis- und Intragenese:
Bei der Cisgenese werden gentechnisch ganze Gene oder DNA-Fragmente ins Erbgut einer Pflanze eingebracht, die von derselben Art oder von Arten stammen, die sich miteinander kreuzen können. Intragenese hingegen nutzt Gene aus Organismen, die sich nicht miteinander kreuzen lassen.


RNA-abhängige DNA-Methylierung:
Mit Hilfe bestimmter Ribonukleinsäuren, kurz RNAs, wird die Umsetzung der genetischen Information in Proteine (genannt Expression) verändert, und das von einem oder auch mehreren Genen gleichzeitig. Dabei kann es passieren, dass fremde RNA oder DNA im Organismus verbleiben. Zudem kann die entstandene Veränderung über mehrere Generationen weiter vererbt werden. (Wie die entstandenen Veränderungen vererbbar werden kann, obwohl die DNA nicht verändert wurde, hatte ich schon einmal in „Epigenetik“ beschrieben.)


Pfropfung auf einen gentechnisch manipulierten Wurzelstock:
Das Pfropfen selbst ist eine konventionelle Züchtungsmethode zur sogenannten Veredelung. Dabei werden zwei Pflanzen mit unterschiedlichen Merkmalen durch „Anhaften“ kombiniert.
Ist der Wurzelstock von einer genmanipulierten Pflanze, der obere Teil der Pflanze aber von einer konventionellen Pflanze, so enthalten die entstehenden Blätter, Stängel, Samen und Früchte wohl keine transgenetische DNA, der obere Teil kann allerdings von dem genmanipulierten Teil beeinflusst werden (was von den Konzernen so gewollt ist). Es können dabei Gene abgeschaltet oder die Vererbung der Gene beeinflusst werden. Aus dem genveränderten Teil können sich außerdem spontan Sprosse bilden, die die veränderte DNA in sich tragen und sich damit unkontrolliert ausbreiten!

Reverse Breeding (auf Deutsch etwa: Reverse "Züchtung"):
Reverse "Züchtung" ist eine relativ neue Technik, bei der reinerbige Pflanzenlinien aus mischerbigen hergestellt werden. Dies funktioniert durch das Ausschalten von bestimmten Genen. Die Reverse Züchtung wird zur Entwicklung von Hybriden verwendet. Hintergrund ist, dass Hybride zumeist nicht oder nur sehr eingeschränkt fertil sind also zur Reproduktion nicht geeignet. Durch gentechnische Verfahren lassen sich nun „geeignete reinrassige Elternteile“ herstellen, die dann das Hybrid in beliebiger Menge produzieren.

Agro-Infiltration:
Agrobakterien können dazu genutzt werden, Gene in eine Pflanze einzuschleusen oder Gene dort vorübergehend abzuschalten. Je nachdem, in welches Pflanzen-Gewebe die Agrobakterien eingebracht werden ist das Genom der resultierenden Pflanze "nur" lokal verändert (zum Beispiel in einzelnen Blättern), die ganze Pflanze trägt das veränderte Erbgut in sich, oder die Nachkommen beinhalten die eingeschleuste DNA.
Aktuell:

Ein brasilianisches Bundesgericht hat den Einsatz von Glyphosat und weiterer Herbizide ausgesetzt. Das Urteil ist allerdings noch keine endgültige Entscheidung.
Brasilien ist ein Musterbeispiel für einen großskalierten Ackerbau, der auf genverändertem Soja und Mais und dem Totalherbizid Glyphosat basiert. Die Pflanzen sind gegen Glyphosat resistent. Allein in Brasilien beackern die Farmer auf diese Weise über 30 Millionen Hektar (Deutschland ist ca. 36 Millionen Hektar groß) mit gv-Soja!! Allerdings mit gravierenden Folgen für die Boden-Ökosysteme und das Landschaftsbild. Insbesondere der zentralbrasilianischen Bundesstaat Mato Grosso wird von den „Soja-Wüsten“ geprägt.
Ein schwerer Schlag für Monsanto (und Bayer), den Produzenten von roundup. Aber die Lobby ist schon alarmiert und aktiv. Der Landwirtschaftsminister Blairo Maggi hat angekündigt, dass die Anwaltschaft des Bundes bereits eine Eingabe gegen das erstinstanzliche Urteil vorbereite. Maggi ist Eigentümer von Amaggi, eines der größten Sojakonzerne und –exporteure Brasiliens. „Unsere gesamte Landwirtschaft funktioniert mit Direktsaat“, sagte Maggi jetzt. Ohne Glyphosat sei Direktsaat nicht möglich. Wie in der EU müssen sich die Konzerne also keine allzu großen Sorgen um ein Verbot machen.
Maggi hat auch viel zu verlieren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Amaggi
Hallo Dick,
habe Dich "zufällig" entdeckt. Also --- Dein Forumbeitrag.
Du hast da jede Menge informationen zusammengetragen ... für mich erschlagend.
Könntest Du das zusammenfassen?
Im übrigen finde ich das toll, dass Du Dir die Mühe machst, das hier alles den Usern zugänglich zu machen.
Vielen Dank. Da bin ich aber auch etwas eigennützig, denn ich zwinge mich selbst dazu, mich mit einem Thema detailliert auseinanderzusetzen. Die wichtigsten Infos , selbstverständlich subjektiv, fasse ich dann zusammen; im Wiki steht z.B. einiges mehr. Ein komplexes gentechnisches Verfahren in wenigen Sätzen zu beschreiben ist ohnehin problematisch, noch weniger heißt dann "Name und Link", was dem Verständnis nicht unbedingt förderlich ist, oder irgendein inhaltsloses Statement. Ich mache das auf meine Art, weil ich denke: Wenn sich jemand nicht einmal die Mühe macht, seine Frage oder Information vernünftig und verständlich auszuformulieren - weshalb soll ich mich dann dafür interessieren?
Hallo!
Immer das gleiche.......Die sog. "Fortschritlichen" , Rote und Grüne, die Medien, die der unwissenden Bevölkerung Angst einjagen, und alle Leute die in einem Industriestaat eigentlich nichts zu suchen haben, lehnen jeden Fortschritt ab.
Man kann die Gentechnik drehen und wenden wie man will, technikfeindliche Propagandisten erzählen Lieschen Müller immer wieder.....ganz gefährlich, wer weiss, wer weiss, vielleicht wird aus einer gentechnisch veränderten Maispflanze ein Ungeheuer, das uns alle auffrisst! ........
Nebenbei bemerkt, in den Leuten, die sich mit Wissenschaft und Technik befassen steckt mehr ethisch-moralische Verantwortung als im ganzen Journalismus und in der Politik zusammen.
Die erste offizielle Buslinie in England mit einem Dampfmaschinenbus mußte ihren Betrieb einstellen, da von Politikern verlangt wurde, das einer mit einer Fahne zur Warnung voran lief. .......
Ein biotechnischer Fortschritt im Lande der "fortschrittlichen" Lehrer und Professoren, die eine hehre, ach so "fortschrittliche Jugend", leider etwas benebelt und durch den Lehrstoff nicht ganz auf der Höhe, erziehen, scheint nicht mehr durchsetzbar. ..
Gentechnisch veränderte Produkte kommen durch Hintertüren in alle Kaufhallen. .....Man kann den wirklichen Fortschritt sowieso nicht aufhalten.

Aber die anderen machen das Geschäft in der Gentechnik. .....Das wird sich auf unseren Lebensstandard auswirken...........und die Renten!
......Ist das gewollt?......
Ein Versäumnis möchte ich nachholen. Mit Gentechnik meine ich hier die sogenannte „grüne“ Gentechnik. Es gibt ja noch die weiße, rote, graue usw. Gentechnik und es werden immer mehr Farben, das übliche Spiel der Lobbyisten. Mir geht es um Pflanzen (und Tiere). In diesem Kontext macht die Terminator-Technologie den Kern dieser Gentechnik anschaulich.

Terminator-Technologie

Was ist Terminator-Technologie eigentlich?
Terminator-Technologie ist eine Methode, die bewirkt, dass Pflanzen keine keimfähigen Samen mehr hervorbringen. Den Pflanzen wird dazu ein Programm eingebaut, das den Embryo im ausgereiften Korn abtötet oder stark schädigt. Das gekaufte Saatgut keimt aus, die Pflanzen wachsen, doch die geernteten Samen sind steril. Die Technologie wurde zunächst vom Saatgutkonzern Delta & Pine Land (gehört Monsanto also Bayer!) in Zusammenarbeit mit der US-Regierung entwickelt, um die "Wettbewerbsfähigkeit" der US-Landwirtschaft zu sichern und, so die US-Regierung, "neue Märkte in Ländern der Zweiten und Dritten Welt zu erobern". Vor allem sollte die Wiederaussaat (Juristisch „der Nachbau von genmanipulierten Pflanzen“, also eine „Patentrechtsverletzung“) verhindert werden.

Aufgrund des weltweiten Widerstandes ist Terminator-Saatgut bislang nicht im Freiland getestet oder zugelassen. Weltweit protestieren Bauern- und Umweltorganisationen, vor allem in den Ländern des Südens:

- Die Ethikkommission der UN-Welternährungsorganisation FAO hat erklärt, es sei „unakzeptabel, Saatgut zu verkaufen, dessen Erntegut die Bauern nicht wieder verwenden können“

- Die Vertragsstaaten der UN-Konvention über die biologische Vielfalt haben im Jahre 2000 ein Moratorium für die kommerzielle Nutzung gentechnisch sterilisierter Pflanzen beschlossen
- Staaten wie Indien oder Brasilien haben zusätzlich nationale Verbote erlassen

Es gibt die „Terminator I“ und „Terminator II“ Technologie:

Die Terminator I Technologie verhindert, dass keimfähige Samen entstehen. Dies geschieht durch den Einbau eines „Selbstmord-Gens“, das in der Spätphase des Embryonalstadiums aktiv wird und dafür sorgt, dass sich der Embryo selbst vergiftet.

Im Gegensatz zur „Terminator I“-Technik können Pflanzen, bei denen die „Terminator II“-Technik zum Einsatz kommt, nur dann keimfähige Samen bilden, wenn sie mit einem speziellen chemischen Induktor behandelt wurden. Hier müssen die Samen also mit Chemikalien behandelt werden, um ihre Keimfähigkeit zu erlangen, während beim Terminator I das Selbstmord-Gen erst durch Chemikalien aktiviert wird. Beim „Terminator“-Patent ist also nach chemischer Behandlung der ersten Generation die Saat in der zweiten Generation zwar vollwertig, jedoch keimunfähig. Beim „Terminator II“ ist die Pflanze nur fortpflanzungsfähig, wenn sie mit einer bestimmten Chemikalie behandelt wurde. Im Idealfall ist diese Chemikalie genau das Totalherbizid, das der Bauer sprühen (und beim Gentechnik-Produzenten einkaufen!) muss.

Die Anwendungen der Terminator-Technologie beziehen sich nicht nur auf Pflanzen: Auch Insekten, landwirtschaftliche Nutztiere und Fische sollen mit gentechnischen Sterilisierungstechniken ausgestattet werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Genetic_U ... Technology


https://www.alnatura.de/de-de/ueber-uns ... echnologie
Hallo!
Pflanzensorten, die einen Abwehrmechanismus gegen Insektenfraß in sich haben und Unkraut auf den Feldern unterdrücken würden viele Gifte in der Landwirtschaft unnötig machen.

Nutzpflanzen können robuster und wiederstandsfähiger gegen Dürre, Nässe, Kälte gemacht werden. Ihre nützlichen Eigenschaften kann man verstärken.
Das würde dazu beitragen den Hunger auf der Welt besiegen.
Kapazitäten für eine nachwachsende Energiegewinnung würden frei!
Anfangs waren alle skeptisch.
Doch jetzt hat in Ländern, die Wissenschaft und Technik aufgeschlossen und offen gegenüberstehen eine rasante Entwicklung eingesetzt.
Der Fortschritt setzt sich durch.....
Nur Europa und sein stärkstes Land Deutschland ist nicht dabei. Es wird dominiert vom geistigen Rückschritt roter Ideologien.
Eine gleichgeschaltete Medienlandschaft in Deutschland verhindert neue Ideen.
Man will das Land und Europa vom Fortschritt der Welt abkoppeln!
Schüttelt die Last gleichgeschalteter und fremdgesteuerter Medien ab.
Die Dummheit darf nicht siegen!
Was sollen die Beschimpfungen?

Tatsächlich finden sich auch ein paar sachbezogene Schlagworte wie „Nutzpflanzen können robuster und widerstandsfähiger gegen Dürre, Nässe, Kälte gemacht werden. Ihre nützlichen Eigenschaften kann man verstärken.
Das würde dazu beitragen den Hunger auf der Welt besiegen.
Kapazitäten für eine nachwachsende Energiegewinnung würden frei!“

Was steckt hinter den Schlagworten? Dahinter steckt die Vorstellung, dass es eine „technische“ Lösung des Hunger- und Klimaproblems geben kann: Die Böden werden trockener, die zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Flächen nehmen ab – also braucht man einen Hightech-Anbau, der unter diesen Bedingungen funktioniert, so die Logik der Gentechnikbefürworter.
Gentechnik gibt es seit 1973, also fast ein halbes Jahrhundert. Schauen wir uns also einmal bezogen auf den Hunger die Realität an und nicht die Versprechen, die seit Jahrzehnten gemacht werden: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.


1. Welche gentechnisch erzeugten Eigenschaften werden genutzt?
Was existiert auf dem Markt:
1973 gelang US-Wissenschaftlern die erste Genmanipulation. Sie schleusten fremde Erbsubstanz in Bakterien ein. Heute, über 40 Jahre später, werden in den USA, Brasilien, Argentinien, Indien, Kanada und China großflächig genmanipulierte Soja, Mais, Raps und Baumwolle angebaut. Seit der Einführung transgener Pflanzen gibt es auf dem Markt praktisch nur zwei "neue" Eigenschaften: Insektenresistenz, also Pflanzen die permanent ein bakterielles Gift produzieren, das bestimmte Schädlinge abtöten soll. Und Herbizidresistenz, also Pflanzen die das Spritzen mit Totalherbiziden wie Roundup von Monsanto überleben.

Was nicht existiert auf dem Markt:
Trotz jahrzehntelanger Forschung und ständigen Ankündigungen der Industrie: Bislang gibt es weltweit keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem Markt, mit denen dauerhaft höhere Erträge erzielt werden können oder die sonstige Eigenschaften aufweisen, die sie als besonders geeignet erscheinen lassen für den Anbau bei schlechter werdenden Produktionsbedingungen etwa im Zuge des Klimawandels. Während es zahlreiche konventionelle, gentechnikfreie Pflanzenzüchtungen gibt, mit denen genau dies erreicht werden kann.

Dabei ist der konventionelle Weg der Züchtung viel erfolgreicher. Beispiele:
Reis - hohe Ernten; wächst auch bei Überflutung (Indien); wächst auch bei Dürre (Nepal); wächst auch in versalzten Böden (Gambia, Philippinen)

Das Internationale Reisforschungsinstitut IRRI stellte im Jahr 2014 allein 28 neue Reissorten vor, die nun in Asien und Afrika angebaut werden können.

Kartoffeln - können in versalzten Böden wachsen (Niederlande, Pakistan)

Versalzte Böden sind für Landwirte, vor allem in armen Ländern, ein großes Problem (zur Versalzung kommt es zum Beispiel, wenn in trockenen Gebieten viel bewässert wird und dieses Wasser verdunstet – das Salz aus dem Wasser bleibt im Boden zurück; auch zu viel künstlicher Dünger kann zu Versalzung führen). Auf einer holländischen Insel testeten Forscher der Universität Amsterdam dutzende Kartoffelsorten. Einige kamen mit dem Salz im Boden besser zurecht. Sie bearbeiteten die Züchter weiter, bis eine salztolerante Sorte entstanden war. Diese wurde 2015 in Pakistan getestet, die Ernte soll „sehr vielversprechend“ gewesen sein.


Mais - kann auf Böden mit wenig Nährstoffen wachsen (Afrika)

Kleinbauern in armen Ländern können sich nur wenig oder keinen Dünger leisten. Künstlich hergestellte Düngemittel belasten zudem die Umwelt, da ihre Produktion viel Energie verschlingt und sie Gewässer verunreinigen können. Ein Forschungsprojekt (Improved Maize for African Soils) hat seit 2010 über 20 Maissorten gezüchtet, die mehr Ertrag aus stickstoffarmen Böden holen können. (Das Projekt auch mit der Gentechnik. Gegenüber dem Wissenschaftsmagazin Nature gaben Vertreter 2014 zu: für eine vergleichbare Gentechnik-Maissorte bräuchten sie noch mindestens zehn Jahre.)




2. Den Hunger auf der Welt besiegen?
Zunächst einmal eine plakative Zahl: Es gibt 800 Millionen Hungernde und 1,9 Milliarden Übergewichtige!
Gibt es zu wenig Nahrungsmittel?
Tatsächlich werden nur 43% der angebauten Nahrungsmittel auch als menschliche Nahrung genutzt. Der Rest wird an Tiere verfüttert oder industriell genutzt (verflüssigt, verbrannt,..). Würden alle Nahrungsmittel zur Ernährung genutzt und so effektiv wie möglich eingesetzt, so könnten schon jetzt 12 – 14 Milliarden Menschen ernährt werden (Weltagrarbericht der UNO).
https://www.weltagrarbericht.de/themen- ... fluss.html
Und selbstverständlich der Fleischkonsum. Denn dieser beruht nicht auf Weidewirtschaft sondern auf der Verfütterung von Nahrungsmitteln (siehe oben). Und selbstverständlich Verschwendung und Vernichtung von Nahrung: In Deutschland landen laut einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (März 2012) jedes Jahr insgesamt 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

Es gibt nicht zu wenig Nahrungsmittel, sie sind nur schlecht verteilt und werden verschwendet!


3. Bioenergie:
Sogenannte Energiepflanzen wie Raps, Ölpalmen, Zuckerrohr oder Mais sollen mithilfe der Gentechnik so verändert werden, dass sie eine bessere Ertrags- und Energiebilanz haben. Im Februar 2011 hat die US-amerikanische Landwirtschaftsbehörde einen gentechnisch veränderten Mais der Firma Syngenta zugelassen, der die Umwandlung von Maisstärke in Biokraftstoff effektiver machen soll. Bislang gibt es jedoch kaum Praxiserfahrung mit diesen Pflanzen, zudem fürchten die Lebensmittelhersteller eine Verunreinigung ihrer Produkte mit diesem Industrie-Mais. Auch ist die Nutzung von Biokraftstoffen für den Umweltschutz höchst umstritteN.

Wichtig: Die Energiepflanzen stehen in direkter Konkurrenz zu den Nahrungspflanzen bei der Nutzung der begrenzten Ressourcen!!