Freude am Leben

"Wie mit den Lebenszeiten
so ist es auch mit den Tagen.
Keiner ist uns genug,keiner ist ganz schön,
jeder hat seine Unvollkommenheit.
Aber rechne sie zusammen,so kommt eine Summe
Freude und Leben heraus!"

(FRIEDRICH hÖLDERLIN)
Still

So many dreams that flew away,
so many words we didn' t say.
Somehow I know deep in my heart, you need me
cause I needed you so desperately!
we were to blind too see.
But then most of all - I do love you!

Still!


(Verfasser unbekannt)
@ Freysine

Bin regelrecht ergriffen - lass dich umarmen und dir danken ♥♥♥
SM
Danke, meine Liebe :)

Etwas Melancholie :wink:

Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,
in welchen meine Sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,
mein täglich Leben schon gelebt gefunden
und wie Legende weit und überwunden.

Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum
zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe.
Und manchmal bin ich wie der Baum,
der, reif und rauschend, über einem Grabe
den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe
(um den sich seine warmen Wurzeln drängen)
verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926)
Zum Ausgleich etwas Lustigeres

Die Schraubenmutter

Ein Eisenstück, nach alter Sitte
hat's ein Gewinde in der Mitte.
Wie kann man diesem Ding im Leben,
den schönen Namen "Mutter" geben?
Es kann ja auch kein Kind gebären!
Der Umstand drängt, ihn aufzuklären.
Und wenn man nachdenkt, dann, fürwahr,
wird uns das Mütterliche klar:
Sie sorgt, solang sie lebt und leibt,
dass alles schön beisammenbleibt!

Von Wilhelm Rudnigger, Kärntner Heimatdichter
Betrachtung

"Mein sind die Jahre nicht,
die mir die Zeit genommen.
Mein sind die Jahre nicht,
die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein,
und nehm ich den in Acht
so ist der mein
der Jahre und Ewigkeit gemacht!"

(Andres Gryphus)
Joseph Brodsky: „Mir warfen sie alles vor“ / „Меня упрекали во всем“ :)

Mir warfen sie alles vor – minus das Wetter,
und oft hab ich mir selber gedroht grausam gern.
Doch bald leg ich die Schulterstücke ab und werde
ganz einfach zum einzelnen Stern.

Ich werd flimmern durch die Drähte
als Leutnant des Himmels,
mich in eine Wolke verziehn,
hören wie der Donner rollt,
nicht mehr sehn wie die Truppe unterm Ansturm
des Massengebrauchsartikels
kopflos flieht, von einer Feder verfolgt.

Wenn ringsum nichts mehr ist von allem was war,
ist egal, nimmt man dich durch Umkreisung oder Blitz.
Ein Schüler der einmal im Traum Tinte sah –
und jetzt bessere Muster für Multiplikationen besitzt.

Und erwartest du für Lichtgeschwindigkeit
kein Danke am Ende,
so weiß vielleicht die Panzerung des allumfassenden Nichts
die Versuche ihrer Verwandlung ins Sieb anzuerkennen
und wird mir für Öffnung danken:
den lichtdurchbrochenen Riss.

Aus dem Russischen von Ralph Dutli
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