Zum
""Erkenne Dich selbst."

gehört für mich auch die Ahnenreihe, und auch die Seelen, keine Ahnen, die um mich rumstehen... , und auch der eigene bezug zu Gott ( Was auch immer dieser Begriff für den einzelnen Menschen sein mag. )

Weil: Ich bin Teil eines grösseren (leiblichen, genetischen) Ganzen, das mich aus der Vergangenheit geboren hat und das durch mein Kind in die Zukunft getragen wird...

Aber auch Teil einer Nicht- Leiblichen Meta-Ebene, der ich schon immer angehört habe und in der ich immer geborgen bin, jetzt und auch, wenn ich meinen Leib wegwerfe wie einen kaputten Gartenhandschuh.

Einen Leib kann man auch ausziehen!
man kann nach Selbsterkenntnis streben und ja - das ist ganz wichtig im Leben....
man kann jedoch niemals zu einer völlig objektiven Selbsterkenntnis gelangen....
dazu müßte man aus sich heraustreten können und sich dann betrachten.....
das geht aber nicht, weil man mit seinem Ich immer in seinem Inneren drin ist....
in dem Moment, indem man sich selber versucht zu verstehen, sind die Bewertungen, die man vornimmt, nicht mehr objektiv......
Erkenne dich selbst?

Was soll dieser Spruch heute?
Ich habe mich oft auf Bildern erkannt und ...?
Wenn ich mich nicht mehr auf Bildern erkenne, dann wir es doch kritisch.

Was weiß ich über mich, wenn ich mich selbst erkenne. -> Nichts mehr - wie davor.

Da ist es mit dem Erkenntnisprozess schon anders. Ich muss mir Fragen stellen oder mich in bestimmten Situationen beobachten (können und auch wollen). Dieser Erkenntnisprozess ist natürlich wichtig, für die Berufswahl, für die Partnerwahl ...

Leider gibt es immer wieder User / Userinnen den den Spruch: "Erkenne dich selbst?" in einer abwertenden Art gegenüber anderen verwenden. Das ist schon eigenartig.
Ich möchte zum Nutzen des Themas zwei einfaches Beispiele beschreiben:
Ein Mensch neigt zu angeborenen Wutausbrüchen. Innerhalb von einigen Sekunden erschüttert er das aufgebaute Vertrauen gegenüber seinen Mitmenschen wesentlich. Er ist ja "außer sich". Natürlich, ist der Emotionsschub vorbei, dann bereut er.
Nun, soll er "natürlich" weiterleben wie bisher? Hat er sich erkannt, kennt er diese Schwäche und seine dramatischen Folgekosten, dann kann er reagieren. Er geht zum Beispiel wortlos aus dem Zimmer und hackt Holz oder er joggt ein Stück. Dann ist das Adrenalin abgebaut. Das dauert weniger als eine Minute.

Zum zweiten Beispiel. Einem Introvertierten wird geraten, Autoverkäufer zu werden. Ein Missgriff.

@Translation,
ein sehr weiser Spruch:
"Einen Leib kann man auch ausziehen." Er erinnert mich sehr an die Stoiker um Seneca. Da versammeln sich die Seelen dann an einem magischen Ort. Doch ich verstehe es auch so, in den Genen unserer Kinder leben wir weiter und lassen unseren Leib zurück.

Und da ich ein frecher Felix bin, sage ich jetzt das:
"Einen Leib kann man auch ausziehen, eine begehrenswerte Frau auch."

Grüße

Felix
41acul hat geschrieben: "Einen Leib kann man auch ausziehen, eine begehrenswerte Frau auch."
Felix


Jaaaaa :D :D :D
Ist es nicht eine Krankheit, wenn man ständig neben sich selbst 'steht' und sich beobachtet?
Also: Wenn einer den Raum sieht und sich in der Mitte....
Ich hab das einmal gelesen....
Kommt bei 1% der Bevölkerung vor....
(Depersonalisation- Selbstentfremdung)
Trait und State

Persönlichkeitspsychologen beschäftigen sich mit Differentieller Psychologie: wie unterscheiden sich die Menschen im Verhalten. Der zentrale Kern der menschlichen Persönlichkeit bezeichnet man mit dem Begriff Trait. Es sind die zentralen Eigenschaften eines Menschen, die sich nur wenig oder langsam verändern. Es ist das was einen Menschen über einen langen – eventuell lebenslang – Zeitraum ausmacht.
Um Traits zu erfassen, werden üblicherweise Fragebögen benutzt. Die Menschen können sich also selber einschätzen.
Unterschied von Begriffen „Trait“ und „State“
Trait: Ich bin generell ängstlich.
State: Jetzt bin ich ängstlich. Denn jeder kommt einmal in eine Situation, wo er ängstlich ist.

Felix
In einer speziellen Situation sind Zwillinge.
Anfangs, ca 3 Jahre lang, gibt es kein 'Ich', sondern nur ein 'wir'.
Wir gaben einander sogar den selben Namen....
Das 'Erkenne dich selbst' dauerte länger,-
es war aber nicht belastend, sondern eher ein Vorteil:
Wir hatten immer ein 'Klon', einen Freund, neben uns,
der uns verstand und uns gut war.

Ein bißchen bin ich noch immer den Pluralismus Modestiae gewöhnt....
Vor allem, wenn ich von der früheren 'wir- Phase' erzähle.
Zwillinge sind nicht eifersüchtig oder besitzergreifend,-eher großzügig
und für Fairness. Teilen war 'von Geburt an normal'.
Ich habe auch Zwillings-Enkel, mit denen ich im selben Haus wohne.
Sie sind zwar zweieiig und grundverschieden, aber die von leonetta beschriebenen Eigenschaften sind sehr ausgeprägt.
Wenn einer nur durch einen Tagesausflug vom anderen getrennt war, überlegte er schon, was er dem anderen als Souvenir mitbringen könnte. Von Osternest bis Weihnachtsgeschenke, alles wurde getauscht oder verschenkt.
Nun sind sie 23 J. alt und helfen sich gegenseitig bei der Haushaltsgründung.
leonetta hat geschrieben: Ist es nicht eine Krankheit, wenn man ständig neben sich selbst 'steht' und sich beobachtet?
Also: Wenn einer den Raum sieht und sich in der Mitte....
Ich hab das einmal gelesen....
Kommt bei 1% der Bevölkerung vor....
(Depersonalisation- Selbstentfremdung)


Hallo Leonetta,

wer weiß, ich denke, es könnt auch unsere ursprüngliche Wahrnehmung sein. Selbstentfremdung find ich in diesem Zusammenhang etwas seltsam. Es kommt mir vor, als ob alles was vom Mainstream abweicht pathologisiert und kritisiert wird. Ein bissal so wie bei Aufmerksamkeitsdefizit ADHS, wenn es doch so ist, dass das KInd bewegtes Lernen brauchen würde.
Die Vernunft in der Achtsamkeit

Nun, Achtsamkeit war die erste Stufe der hier dargestellten Meditation, sozusagen der erste Schritt des „Medikaments“: Psychische Gesundheit, seelisches und soziales Wohlbefinden. Hier in der Achtsamkeit wird die Gegenwart angenommen. Das Bewusstsein mit seinem engen Flaschenhals wurde auf dem Weg dorthin beschäftigt mit Konzentration auf Atemübungen, Bodycheck. Nach einiger Übung stellte sich heraus, dass auch das intensive Betrachten einer schönen Blume, das Genießen einer köstlichen Speise mit dem Nachspüren des Geschmacks, einen ähnlichen Zustand erreicht. Denn immer dann, wenn unser enges Bewusstsein mit der Gegenwart nahezu ausgefüllt ist, da ist Achtsamkeit nicht weit. Denn das Verlieren in ängstliche Gedanken in die Zukunft oder in die Vergangenheit mit Wut und Ärger ist „ausgesperrt“. Die wenigen Plätze (fünf bis acht)des engen Bewusstseins für die bewussten Phänomene sind jetzt nahezu besetzt. Und mit diesem Auslassen der andrängenden Gedanken sind auch die unangenehmen Emotionen wie z.B. Angst, Wut usw., erst einmal nicht mitgekommen. Der so berühmten Spiegel zur Vernunft ist nicht getrübt.
Achtsamkeit bedeutet die Einsicht, dass es im Grunde immer nur den gerade erlebten Augenblick gibt. Achtsamkeit bedeutet, diesen Augenblick anders zu erleben und zu beobachten.
Jetzt hat unser Bewusstsein dafür den „Spiegel“ freibekommen.

Felix
Die Kraft der Achtsamkeit

Und was gibt ihr soviel Kraft? Es ist der seltene Zustand des Bewusstseins, indem ich "gedankenfrei" bin. Sozusagen der blanke Spiegel oder das Fernrohr. Und jetzt kommt es: In der Achtsamkeit bemerke ich die auftauchenden Gedanken, ich bemerke ihr Kommen. Ich kann sie beurteilen. Bin ich nicht in der Achtsamkeit, dann werkeln im engen Bewusstsein allerlei Gedanken, sie sind präsent und wirksam ohne wesentliche Kontrolle. Mit ihren anhängenden Emotionen sind sie plötzlich da und färben meine Bemühungen um "verständliche" Entscheidungen. Der Spiegel ist deshalb nicht mehr blank, er ist emotional getrübt. In diesem Nebel kommt dann das Gefühl auf, ich grübele, Steigerung Gedankenkarussell. In der buddhistischen Lehre nennt man das dann das Affengekreich. Ängste können dabei den Cortex erobern. Dann ist das Bewusstsein davon beherrscht und übernimmt die Lebenskontrolle. Nun aber die Achtsamkeit: Wie wäre es, wenn ich den Cortex über den Weg der Achtsamkeit benutzte, um die Angst von außen (Fernrohr, blanker Spiegel) anzusehen, statt in ihr zu leben? Damit würden wir diese Emotion als Erfahrung betrachten können. Achtsamkeit ist eine cortexbasierte Technik, die genau darauf abzielt: Ich beurteile und werte.

Felix