Der Herrscher der Welt, Schutzprogramm mit Verstand: Mensch mit Bewusstsein

Das bewährte Schutzprogramm Emotionen wurde in der Evolution erwachsen. Das Erfassen seiner Körperreaktionen im neu entwickelten Bewusstsein - erfühlt, was ist los = Gefühle -, ermächtigte den Verstand zur Feinsteuerung. Denn nur im Bewusstsein sind Überlegungen mit Verstand möglich. Das Schutzprogramm konnte sich mit Denken, Überlegungen anpassen. Jetzt wurde gelernt, dass man nicht jedem (Papier-)Tiger, Adlerattrappe, davonzulaufen hatte. Die Instinktreaktion musste nicht mehr automatisch ablaufen. Ein Küken im Nest weiß nicht, was Adler sind. Es reagiert aber sofort mit Entsetzen und versteckt den Kopf, wenn Objekte mit weitgespannten Flügeln es mit einer gewissen Geschwindigkeit überfliegen. Die Amygdala hat ganze Arbeit geleistet. Doch alles ohne Vernunft und Überlegung. Trotzdem "wusste" das Küken mit angeborenem A-priori-Wissen, das kann gefährlich sein, kann!

Das neu geschaffene Bewusstsein ermöglicht erweiterte Schutzstrategien:

Anpassungsfähigkeit, das war das gnadenlose Erfolgsprogramm des Homo sapiens. Die Welt gehört ihm bis in jeden Erdenwinkel. 1950 gab es zwei Milliarden Menschen, jetzt sind es 7,6 Milliarden. Aber Achtung, in jedem Einzelnen läuft treu und brav das Erstprogramm der Emotionen als Basisreaktion weiter. Sozusagen das Podest – Untergrund - der Bühne für den Arbeitsspeicher des Bewusstseins mit seinem „phänomenalen Selbstmodell“, oder einfacher gesagt, seinem „Ich“. Und ohne Bühne keine Vorstellung im Bewusstsein.

Doch mit dem ersten Schritt der Meditation haben wir gelernt, als Zuschauer die Brille zu putzen, das Fernrohr scharf einzustellen. In der Achtsamkeit ist der Spiegel unverzerrt. Und nicht nur das, wir erlauben uns den zweiten Schritt, wir führen Regie. Wir bestimmen das Geschehen im begrenzten Arbeitsspeicher = Flaschenhals des Bewusstseins. Die Schauspieler = Gedanken mit ihren angehängten Emotionen werden jetzt von uns aufgerufen.
Die Geschichten, die dann erzählt werden, sind allerdings sehr unterschiedlich, etwas nach Bedarf. Die tibetischen Mönche „verkleiden“ alles mit Liebe und Empathie. Mystiker nach Meister Eckhart spüren Gott in sich. Die Anhänger des Gewahrseins haben gefühlmäßig alles von der Bühne verjagt und behaupten, sie sehen das Nichts. Dabei berichtet ihr "Ich" - ein sehr bewusstes Kerlchen, dass sie den Eindruck haben = Gefühl, keiner da, die Bühne aber doch.
Es wurde ja auch versprochen: Die Rocky Horror Pictures Show.. Was für eine Vielfalt bei 7,6 Milliarden Gehirnen. Nur mal als fantastische Überlegung, jetzt tritt auch noch die "Ich-Illusion" dazu. Doch es dämmert der Eindruck, das unbewusste Schutzprogramm wollte die bewährten lebenswichtigen Kontrollen behalten. "Ich" darf zwar auch mitreden, aber niemals ohne Mama, sie ruft mit dem Bereitschaftspotential: "Junge, höre auf deine erfahrene Mutter = Schutzprogramm."

Felix

Unterschied Gefühle und Emotionen


Einmal ein ganz anderer Bericht von Gefühlen und Emotionen. Und es arbeitet ganz fürchterlich in ihm, dem Cherubino. Er ist sich bewusst: Hitze und Kälte und jetzt:
"Quilt mir die Träne, ich weiß es kaum." Er spürt das Weinen, er weiß aber nichts von der Emotionen, traurig. Kann man es besser sagen? Singen schon gar nicht, Weltklasse.

Das singt derr verliebte Cheubino in "Die Hochzeit des Figaro" von Mozart.

"Voi che sapete"

https://www.youtube.com/watch?v=1nRObrCLKNs

Sagt, holde Frauen, die ihr sie kennt
Sagt, ist es Liebe, was hier so brennt.
Was mir geschehen ist mir so neu
Kann´s nicht verstehen, was es nur sei.
Sehnend Verlangen schwellt mir die Brust
Freudiges Bangen, leidvolle Lust.
Durch alle Glieder strömt´s glühend heiß
Ach, und dann wieder werd ich zu Eis
In weiter Ferne winkt mir das Glück
Doch will ich´s fassen, weicht es zurück
Ich seufze und stöhne als wie im Traum
Es quillt die Träne, ich weiß es kaum
Bei Tag und Nacht durchwühlt mich der Schmerz
Und doch wie gerne trägt ihn mein Herz
Sagt nun, ihr Frauen, die ihr sie kennt
Sagt, ist es Liebe, was hier so brennt.

So ist es dann mit Schmetterlingen im Bauch, schrecklich schön!

"Bei Tag und Nacht durchwühlt mich der Schmerz
Und doch wie gerne trägt ihn mein Herz"


Die Sängerin kann sich bewusst in diesen Zustand versetzen. Sie ist ihm aber, im Gegensatz zum richtig Verliebten nicht ausgeliefert - die Träne quilt nicht -, denn es bleibt ihr bewusst, dass sie es nur singt. Am Ende des Liedes ist sie nicht verliebt, nicht durch das Lied.

Felix
Geschüttelt:

"Fühlen, Denken, Handeln"
Will der damit anbandeln?
Ich sag es gleich, das ist nicht sexy.
Viel Arbeit ist´s, sie schläft, nun weck sie!
Verschlafen zeigt sie ihren Po
Er bleibt mit Laptop, der spinnt ja so.

Felix
Der Sinn, bewusste Gefühle im Bewusstsein zusammen mit „Ich“ zu haben. Es ermöglicht uns neue Schutzstrategien.

Es wird auch für die moderne Meditation von größter Bedeutung sein. Denn der zweite Schritt, nach dem Erreichen der Achtsamkeit, ist eigentlich fast Verhaltenstherapie. Sie gibt es eigentlich schon längere Zeit und heißt „kognitive Verhaltenstherapie“. Sie hat große Ähnlichkeit mit dem weiteren Weg.
Abgekürzt kann man sagen: Klassische Meditation + Verhaltenstherapie ist moderne Meditation. Denn was der eine nicht hat, das hat der andere.

Es geht hier ja nicht um Krankheiten. Hier geht es um "psychische Gesundheit: seelisches und soziales Wohlbefinden". Das "Dritte Medikament" von "Schulmedizin als Ganzheitsmedizin".
Ein Beispiel: Eine Person ist jähzornig veranlagt. Innerhalb von wenigen Minuten zerstört er - besonders bei Kindern - die Vertrauensbasis, die er sich liebevoll über viele Wochen verdient hat. Wie wäre es mit Mäßigung, zur Abregung ein kleiner Spaziergang? Das wäre dann Verbesserung des sozialen Wohlbefinden. Und die Erkenntnis durch Meditation erworben.

Sie entdecken ein großes Tier X, das ruft unbewusst die Emotion Angst hervor und Amygdalo (Amygdala) bellt fürchterlich. Dabei fühle ich (bewusst) Gefühle: Herzklopfen, Zittern usw.. Es werden mir die Körperreaktionen der unbewussten Emotionen bewusst.
Die erste Reaktion ist angeboren und nicht zu steuern. Unspezifisch reagiert sie bei jedem großen Tier mit Angst.
Jetzt die durch die Evolution zusätzliche geschaffene zweite Möglichkeit mit Bewusstsein. Diese Vorgehensweise beruht auf den abgespeicherten Erfahrungen und Erinnerungen und ist spezifisch für das Tier X. Ich erkenne es wieder. Die Kenntnis von Tier X erlaubt vorauszudenken und vorherzusagen:
A) Das war das letzte Mal ein leckerer Braten, zunächst aber Rückwärtsgang und warten auf die Gruppe zum gemeinsamen Angriff. Alleine? Das kann ich aus früheren Erfahrungen abschätzen, es ist nicht zu schaffen.
B) Das Tier X grast hier häufig. Ich gehe ihm vorher aus dem Weg.
C) Das ist der Stier vom Nachbarn und er steht schön eingezäunt. Er schaut zwar sehr grimmig, doch ich weiß, meinen Weg kann ich weiter gehen, er kann mich nicht erwischen.

Es hat aber noch weitere Vorteile, die emotionalen Körperreaktionen „empfinden“ zu können – mit Gefühl bewusst erfassen . Ich kann es jetzt mit „Ich“ und Abwägungen mit meinen Erfahrungen im Bewusstsein bewerten . Ich gewinne damit Flexibilität der Reaktionsfähigkeit, die auf meinen besonderen Verhaltensweisen aus meiner Vorgeschichte beruhen:
D) Ich entscheide, alles was wie Tier X aussieht, begegne ich allgemein mit Vorsicht. Wenn ich das allerdings übertreibe, dann werde ich phobisch, das hat dann aber auch Nachteile.
E) Bei der ersten Begegnung entdeckte ich bei Tier X etwas Verwundbares. Es ist verletzt. Das mache ich mir zu Nutze.

In meinem ersten Blog „Schmetterlinge im Bauch“ wurde mir eine wunderbare Geschichte dazu erzählt. Wenn die Person verliebt war, dann begann sie bei Anwesenheit, oder schon alleine durch die geistige Vorstellung der attraktiven Person, unwillkürlich zu zittern und zu erröteten. Welch eine Dramatik, man möchte attraktiv sein und dann das. Selbstwertgefühl dahin. Doch sie hatte durch frühere Erfahrung gelernt: Nicht flüchten, standhalten. Denn bei Flucht erreiche ich gar nichts, beim Standhalten habe ich eine Chance. Tatsächlich, „er“ nahm das angeschlagene Nervenbündel tröstend in die Arme. Denn er sah es ganz deutlich: Sie liebt mit wirklich.
Felix
Vom Bewusstseinszustand Achtsamkeit wurde schon der
weitere Weg beäugt: Wut und Zorn mussten vorangehen.
Doch jetzt geht es richtig los. Es wird nicht nur mit Abstand begutachtet, es wird auch verbessert:

Das „Dritte Medikament“:
„Psychische Gesundheit: seelisches und soziales Wohlbefinden“


Was haben Goethe, Freud und Brecht gemeinsam? Sie waren erfolgreiche Schriftsteller. Und?
Sie litten alle drei unter Panikstörungen.

Goethe bewältigte seine Panikanfälle und Phobien (übermäßiges Vermeidungsverhalten) mit einer frühen Form von Verhaltenstherapie.

Freud versuchte Angstanfälle (Todesangst) und „Reisefieber“ durch Selbstanalyse in den Griff zu bekommen. Die Traumanalysen und alles Grübeln nutzten nichts. Später wies er selbst auf die Grenzen der psychoanalytischen Therapie seiner Probleme hin. Er bekräftigte die Bedeutung konfrontativer (verhaltenstherapeutischer) Maßnahmen bei Phobien. Konfrontativ: "Nicht flüchten, standhalten."

Brecht litt unter „herzneurotischen“ Ängsten. Er „starb“ bewusst mehrere Tode, ohne zu sterben. Seine Gegenmittel sind nicht bekannt.
Da haben wir es jetzt doch etwas besser.
Diese Störungen treffen nicht nur berühmte Künstler und Wissenschaftler, sie machen den größten Teil der Angstpatienten aus. Angstprobleme sind überhaupt die häufigste Form für psychische Störungen.

Verhaltenstherapie ist die Erfolgsgeschichte auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit. Mehr denn je ist sie die am besten abgesicherte Form von Psychotherapie. Die ständige Weiterentwicklung hat dazu geführt, dass die Verhaltenstherapie in einer „eigenen Liga“ spielt. Und wir nähern uns ihr durch die Meditation, durch die kognitive Verhaltenstherapie. Denn das ist der zweite Weg: Durch Instrospektion will ich meine Gedanken begutachten - kognitiv - und mein Verhalten bei Bedarf anpassen. Ein Wunschprogramm.

Mittlerweile zeigen Krankheitsverläufe eine besondere Nachhaltigkeit der Verhaltenstherapie. Rund drei Viertel verbessern sich nach der Therapie weiter. Das Schlagwort von der „Hilfe zur Selbsthilfe“ trifft hier in vielen Fällen zu.

Felix
Goethe und Verhaltenstherapie

Hilfe zur Selbsthilfe. Standhalten, nicht flüchten! Das war konfrontative Verhaltenstherapie. Heute macht man sie nicht so brutal, die Leute würden ja davonlaufen. Man baut Hierarchien, immer Schritt für Schritt. Und in der kognitiven Verhaltenstherapie stellt man sich die Schrecknisse vor und stellt sich ihnen durch Introspektion - Innenbesichtigung. Und wir? ganz raffiniert" Wir führen das ganze "Theater" auf der Bühne der Achtsamkeit mit Meditation auf, mit Abstand! Jetzt schließt sich der Kreis der ewigen Predigt: "Haltet Abstand in der Achtsamkeit und lasst die bedrohlichen Gedanken mit angehängten Emotionen nur kommen." Wir begegnen ihnen mit Gelassenheit und Übersicht.

Goethe:
"Ein starker Schall war mir zuwider, krankhafte Gegenstände erregten mir Ekel und Abscheu. Besonders aber ängstigte mich ein Schwindel, der mich jedes Mal befiel, wenn ich von der Höhe herunterblickte. Allen diesen Mängeln suchte ich abzuhelfen, und zwar, weil ich keine Zeit verlieren wollte, auf eine etwas heftige Weise. Abends beim Zapfenstreich ging ich neben der Menge Trommeln her, deren gewaltsame Wirbel und Schläge das Herz im Busen zersprangen mögen. Ich erstieg ganz allein den höchsten Gipfel des Münsterturms und saß in dem sogenannten Hals, wohl eine Viertelstunde lang, bis ich es wagte, wieder heraus in die freie Luft zu treten, wo man auf einer Platte, die kaum eine Elle im Gevierte haben wird, ohne sich sonderlich anhalten zu können, stehend das unendliche Land vor sich sieht, indessen die nächsten Umgebungen und Zieraten, die Kirche und alles, worauf und worüber man steht, verbergen. Es ist völlig, als ob man sich auf einer Montgolfiere in die Luft erhöhen sähe. Dergleichen Angst und Qual wiederholte ich so oft, bis der Eindruck mir ganz gleichgültig war, und ich habe nachher bei Bergreisen und geologischen Studien, bei großen Bauten, wo ich mit den Zimmerleuten um die Wette über die freiliegenden Balken und die Gesinse der Gebäude herlief, ja in Rom, wo man eben dergleichen Wagstücke ausüben muss, um bedeutende Kunstwerke näher zu sehen, von jenen Vorübungen großen Vorteil gezogen. Die Anatomie war mir auch deshalb doppelt wert, weil sie mich den widerwärtigen Anblick ertragen lehrte, indem sie meine Wissbegierde befriedigte, Und so besuchte ich das Klinikum des alten Doktor Ehrmann sowie die Lektionen der Entbindungskunst seines Sohnes, in der doppelten Absicht, alle Zustände kennenzulernen und mich von allen Apprehensionen gegen widerwärtige Dinge zu befreien. Ich habe es darin auch wirklich so weit gebracht, dass nichts dergleichen mich jemals wieder außer Fassung setzen konnte." (J. W. Goethe, Dichtung und Wahrheit, 2.Teil Insel, Frankfurt a.M. S.337-338)

Felix
Mit Panik fertig werden, die gigantische Fehleinschätzung erkennen

Der Schlüssel zur Erlösung ist die Erkenntnis, dass hinter der Maske des Schreckens immer nichts ist, dass diese ganzen dramatischen Erlebnisse nur ein Konstrukt meines Gehirns sind. Es ist eine übersteigerte Reaktion der zweiten Schutzfunktion – es wurde oben darüber berichtet - im Bewusstsein mit „Ich“. Die Bewertung ist aus den Fugen geraten, es kommt zu irrsinnigen Fehleinschätzungen:

Drohender Herzinfarkt: wegen gefühlten Herzklopfens, Schwitzen, Herzrasen, Stechen beim Atmen in der Brust
Ich werde ohnmächtig: Schwächegefühl
Ich ersticke: Kloß im Hals, Würgegefühl
Ich bin schwer krank, gleich gelähmt: Kribbeln im Körper
Ich verliere die Kontrolle über mich: Fremdheitsgefühl des Körpers, des „Ichs“
Ich werde verrückt: rasende Gedanken, das Affengeschrei der Buddhisten
Die Angst bringt mich um: intensive Angstsymptome

Damit entsteht ein überwältigendes Gefühl des Entsetzens darüber, dass man sterben oder völlig die Kontrolle verlieren würde.

Da hat jeder Verständnis, wenn man das wirklich glaubt, dann ruft man den Notarzt. Und wenn dann der Rettungswagen unterwegs ist, die vermeintliche Erlösung naht, dann beruhigt sich alles. Und der Retter wird erleichtert begrüßt, „Herr Doktor, mir geht es schon wieder besser, Sie sind ein Zauberer."

Mit der Zeit dämmert es dem Betroffenen schon. Komisch, jetzt geht das schon über Jahre, einen Herzinfarkt hatte ich noch nie und mein Hausarzt sagt, ich bin kerngesund.
Doch es ist ein Unterschied, ob man diese Personen befragt ohne Panikattacke oder in der Panikattacke.

Das Monster Panikattacke schleicht sich langsam an und entwickelt sich selbst – verstärkt sich selbst - zu solch einem extremem Szenario, dass die Vernunft einfach weggefegt wird, der begrenzte Arbeitsspeicher Bewusstsein ist ganz von den Gefühlen der Körperreaktionen besetzt. Die zweite Schutzfunktion, Einschätzung von Gefahren mit Bewusstsein und Abwägung aus früheren Ereignissen, ist über Bord gegangen. Sie führt sich selbst ins Absurde.

Hilfe zur Selbsthilfe? Es braucht Erkenntnis, Kognition. Entweder mit Anleitung eines Therapeuten und kognitiver Verhaltenstherapie. Oder ich komme aus der Achtsamkeit in der Meditation ebenfalls auf die Schliche dieser Fehlreaktionen. Es ist sozusagen auch eine "kognitive Verhaltenstherapie" im zweiten Schritt der Meditation. Aus der Achtsamkeit betrachte ich mit Abstand: „Was geht hier eigentlich ab?“

Wie und was will sich da in meinem Bewusstsein entwickeln? Nicht flüchten, standhalten. Konfrontation. Es ist möglich, denn wir haben die Barrieren zum Schutz aufgebaut, Erkenntnis - Kognition –, mit Abstand beurteilen wir aus der Achtsamkeit: Dieses gespielte Monster ist aber schwach, und immer das Gleiche, wie langweilig auf Dauer. Dass ich darauf immer reingefallen bin!?

Felix
Hilfe zur Selbsthilfe bei Panikstörungen:

Hackmann und Kollegen zeigten, dass Behandlungen gegen Panikstörungen auch bei minimalem Kontakt zu einem Therapeuten effektiv sein können – die Teilnehmer benutzten im Rahmen eines vierwöchigen Behandlungs- und Testprogramms Selbsthilfehandbücher. Von den Teilnehmern wurden 87% von ihnen von ihren Paniksymptomen befreit.

Hackmann, A., Clark, D., (1992). Making cognitive therapy for panic more efficient: Preliminary results with a four-session version of the treatment. Paper presented at World Congress of Cognitive Therapie, Toronto.


Das Behandlungsprogramm:

1. Aufklärung über das Wesen von Panik – darüber, was sie verursacht und wie man sie unter Kontrolle bringen kann.
2. Meditationstraining mit Atemkontrollübungen zur Erlangung des Bewusstseinszustandes Achtsamkeit. Und „zweiter Schritt“ durch Introspektion, Kognition der „aufdämmernden“ Gedanken und Konfrontation mit ihnen. , s. (3) + (4),
3. Kognitive Umstrukturierung – Förderung der Fähigkeiten, beängstigende körperliche Krankheitszeichen umzudeuten und Katstrophengedanken unter Kontrolle zu bringen.
4. Interozeptive Desensibilisierung – eine Technik, die auf ungefährliche und kontrollierte Weise mit dem am stärksten gefürchteten körperlichen Empfindungen konfrontiert und in die Lage versetzt, sie für unbedenklich zu werten.

Interozeption (von lateinisch inter „inmitten von“ und recipere „aufnehmen“) ist der Oberbegriff für diejenigen Komponenten der Wahrnehmung von Lebewesen, die Informationen nicht über die Außenwelt, sondern aus eigenen Körperabschnitten und über eigene Körperabschnitte erfassen

Bei der Meditation kommt die Introspektion ( intro = hinein) hinzu, die Beobachtung des bewussten geistigen Geschehens in uns = kontemplatives (Besinnung nach innen) Erforschung des Geschehens im Bewusstsein. Selbstbeobachtung.

Felix
Panik verstehen:

Vermittlung der heutigen Erklärungsmodelle: das Psychophysisches Modell (Margraf, J. 2018), das Teufelskreismodell.

Und was sagt uns das?

„Psychophysisch“: Es heißt nichts anderes, als dass die Person seine Aufmerksamkeit (psycho) auf die eigenen Körpersignale (physisch) richtet (Emotionen). Denn die Panik unterscheidet sich von den meisten Formen der Angst, weil bei ihr nicht äußere Gefahren und Ereignisse im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Diese Aufmerksamkeit bei Panikstörungen betrifft also die Beobachtung des eigenen Körpers und dabei kommt es zu gravierenden Fehleinschätzungen. Dadurch werden heftigste Ängste (Emotionen) mit ihren zugehörigen Körpersignalen immer weiter aufgeschaukelt. Die betroffenen Personen sind ständig wachsam gegen bestimmte körperliche Symptome. Sie beobachten fortwährend, ob ihr Körper irgendwelche Anzeichen von Schwäche, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Verwirrtheit usw. zeigt. Selbst das Hinlegen zum Schlafen kann durch die Stille und das plötzliche Spüren des Herzschlags der Beginn des Teufelskreises sein. Denn diese erzeugen sofort Angst, Befürchtungen. Das verstärkt die körperlichen Symptome über die jetzt zusätzlich auftretenden Ängste weiter und der Teufelskreis beginnt sich zu drehen bis zu Gefühlen: Ich sterbe gleich, ich werde verrückt. Die Fehleinschätzung liegt also besonders ganz am Beginn, an der Übervorsicht, einer übertriebenen „Sensibilisierung“ auf Körpersignale. Außerdem merkt sich der Patient, wann solche Ereignisse auftereten und beginnt solche Situationen zu meiden. Deshalb sind Panikstörungen sehr häufig mit Vermeidungsverhalten vergesellschaftet, der Agoraphobie. In Extremfällen verlassen diese Personen über Jahre nicht mehr die Wohnung.
Die übertriebene Wachsamkeit gegen körperliche Symptome und die Angst (Sorgen) vor ihnen, verursacht die Panikanfälle, löst den Teufelskreis der sich immer mehr verstärkenden Attacke aus.

„Mein Herz schlägt ziemlich schnell. Wie kommt das? Und mir wird heiß – bin ich dabei, die Kontrolle zu verlieren? Sterbe ich gleich?“

Felix

Fortsetzung folgt
Fortsetzung:

Der Teufelskreis der Panikstörungen (das Aufschaukeln durch gravierende Fehleinschätzungen):

„Mein Herz schlägt ziemlich schnell. Wie kommt das? Und mir wird heiß – bin ich dabei, die Kontrolle zu verlieren? Sterbe ich gleich?“

Und was hat das jetzt mit dem Thema des Threads zu tun ,[b] „Fühlen, Denken, Handeln“[/b]?

Ich habe das Gefühl (bewusst) mein Herz schlägt anders. Ins Bewusstsein mit meinem integrierten „Ich“ drängen sich mächtige Sorgen (denken): Ich sterbe gleich. Trotz völliger Fehlbeurteilung muss das Körperschutzprogramm mit Notfalleinsatz und Adrenalinausschüttung und mehr reagieren. Und wie handelt „Ich“? Es vermeidet (Agoraphobie) und ich gehe jahrelang nicht mehr aus dem Haus.

Nun, lassen wir den Teufelskreis richtig beginnen:

Psychophysisches Modell

Bei solch intensiven Sorgen (psycho) hatte der Körper ja allen Grund gehabt mit der ersten Schutzreaktion der Emotionen zu reagiere (physisch). Der Organismus muss sich auf eine Katastrophe einstellen. Für diese Alarmklingel hat die Evolution das Bewusstsein ja geschaffen. Kampf- oder Fluchtprogramme: Steigerung der Herzfrequenz, verstärkte Atemtätigkeit, Kältegefühl in den Gliedmaßen – Adrenalinschub für die Kampfbereitschaft, Schwitzen.

Jetzt ist die Gedankenseite wieder dran (psycho):

Damit hinein in die nächste Spirale der Katastrophengedanken:
„Ich bekomme einen Herzinfarkt.“
„Ich werde ersticken“
„Ich werde beim Autofahren ohnmächtig“
„Ich kann nicht mehr richtig denken, arbeiten“

Und noch mehr Angstreaktionen mit Adrenalinausschüttung und Körperveränderungen (physisch). Hyperventilation, Zittern, Herzrasen, Depersonalisationsgefühl, Schwindel, „Affengeschrei“ durch Gedankenkarussell.

„Ich werde sterben“. Todesangst.
„Ich werde verrückt.“

(Zwischenbemerkung: Ein gesundes Herz kann mehrere Wochen mit einer Frequenz von 200 Schlägen pro Minute arbeiten, ohne dass es zu krankhaften Veränderungen am Organ kommt. Nur die Füllzeiten der Herzkammern sind sehr kurz, niedrigeres Schlagvolumen, niedrigerer Blutdruck, Schwindel, Gefühl der drohenden Ohnmacht:
„Ich werde verrückt!“)

Doch vergessen wir nicht die wichtigste Tatsache über Panik: Sie kann nicht länger als drei Minuten dauern, denn dann ist das Adrenalin abgebaut. Voraussetzung natürlich, Sie haben aufgehört sich selbst durch immer neue angsterregende Gedanken zu erschrecken und nicht neues Adrenalin ausgeschüttet. Wenn man seine Panik unter Kontrolle bringen will, dann muss man lernen, die Gedanken unter Kontrolle zu bringen. und was bietet sich hier an? Meditation.

Es gibt es ein interessantes Beispiel, das sicher schon jeder erlebt hat. Sie sind mit einem oder Kind unterwegs, es zeigt sich ihnen eine bedrohliche Situation. Ihr Partner ist außer sich vor Angst und sie beruhigen und trösten. Und? Der begrenzte Arbeitsspeicher ihres Bewusstseins ist jetzt mit den Gedanken des Tröstens besetzt und ihre Ängste klingen ab, sie fühlen plötzlich Übersicht.. Ihr Adrenalin hat sich abgebaut. Und in der Achtsamkeit schütten sie keine Adrenalinschübe aus = Hände und Füße warm.


Felix
Wenn das zweite Schutzprogramm des Menschen, mit Bewusstsein Gefahrensituationen einschätzen und danach handeln und Erfahrungen sammeln, in die Krise rutscht: Krasse Fehlbeurteilungen und deren Folgen.

[/b[b]]Panikanfälle

Der sich ergebende Teufelskreis wurde schon beschrieben, das Psychophysische Modell (was für ein Wort!)

Jetzt käme doch die Meditation gerade recht. Von der Achtsamkeit aus auf die Spur der Falschbewertungen kommen? Es ist ja alles nur fehlgeleitete Gedankenarbeit und die liefern zwanghaft die anhängenden Emotionen und Körperzeichen. Die Gedanken sind Sorgen, Befürchtungen, sie sind in die Zukunft gerichtet. Die fantasierte Katastrophe ist ja gar nicht da im Jetzt. Und sie ist auch noch nie eingetreten: Ich hatte noch nie einen Herzinfarkt, ich bin noch nie verrückt geworden. Nach einem Anfall hat sich alles wieder normalisiert. Von der immer strenger werdenden Aufpasser Funktion meines „Ichs“ einmal abgesehen. Ja, es ist das zweite Schutzprogramm mit Bewusstsein, „Ich“ und Vernunft. Und diese Vernunft versagt mit extremen Fehleinschätzungen.

Wichtig bei der Spurensuche aus der Achtsamkeit ist, das unangenehme und erschreckende Gedanken als Teil des normalen Bewusstsein Stroms akzeptiert werden. Kein Aufwand der Unterdrückung, das verstärkt die Gedanken nur. Sie verschwinden dann von selbst wieder.

Man muss mit Übung lernen aus der Achtsamkeit die andrängenden Gedanken mit Abstand unter sicherer Kontrolle zu werten und zu sortieren. Und das alles mit Gelassenheit und warmen Händen und Füßen. Das Training könnte sich lohnen. Die immer größer werdenden Gespenster – Sorgen - im Teufelskreis wären schnell durchschaut. Ich bin wieder Herr der Lage. Freiheit: Ich trau mich was!

Eine zusätzliche Hilfe: Verhaltensexperimente.
(damit es nicht nur bei Worten bleibt)
Korrektur der Fehlinterpretationen durch Handlungen, um die erarbeiteten Erklärungsalternativen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.
Ich fürchte, im Kaufhaus in Ohnmacht zu fallen. Überprüfung in Begleitung einer Person
Aufforderung zu Hyperventilation: Der Schwindel würde zu Ohnmacht führen, macht er aber nicht.

Diese Verhaltensexperimente erleichtern oft mit die Korrektur der Fehlinterpretationen, da der Patient nicht nur im Dialog mit Worten die widersinnigen Befürchtungen einsieht. Er erlebt durch gezieltes Handeln – Verhalten -, dass die Befürchtungen unangemessen sind.

Felix
Und immer noch Meditation und Panikstörungen

Hier jetzt die Konfrontation. Eine Selbstbehandlung von Goethe. Es ist wohl die erste berichtete erfolgreiche Verhaltenstherapie. Er machte es aber nicht mit innerer Vorstellung, er ging die Sache beherzt direkt an.

Konfrontation geht auch mit bewussten inneren Vorstellungsbildern und deren Beurteilung aus der Achtsamkeit. Wie sieht diese Entstehung der drastischen Fehlbeurteilung aus, welche angsterregenden Vorstellungsbilder für die erwartete Zukunft werden mir aus meinem deklarativen Gedächtnis geliefert?

Bei neuesten Untersuchungen ergaben systematische Untersuchungen, dass die Konfrontationsbehandlung bei phobischen Vermeidungsverhalten die Methode der Wahl ist (Michael et al 2009).

Jetzt aber direkt (nach Goethe
):
Auch eine Konfrontation mit den gefürchteten Symptomen ist zur Überprüfung der Fehlinterpretationen sinnvoll:
Ähnlich wie bei den Konfrontationsbehandlungen mit Phobien. Hier ist es natürlich nicht der externale Reiz von außen, sondern es geht um internale Reize wie Herzklopfen, Schwindel, Atemnot, Hyperventilation usw.
Starkes Herzklopfen oder -rasen ist das häufigste Symptom von Panikanfällen und viele Patienten befürchten eine Herzerkrankung (Herzneurose).
Durch körperliche Belastung wie Treppensteigen, Kniebeugen oder Laufen lassen sich rasch Pulsanstiege in der Größenordnung herstellen, die deutlich über den bei Panikattacken liegen.

[b]Freud, S. wurde ein prominenter Befürworter der Konfrontationstherapie[/b]. Er litt selbst viele Jahre unter schwersten Panikattacken mit Todesängsten und seinem Vermeidungsverhalten (Agoraphobie) Reiseängste. Seine Versuche die Lösung durch Traumdeutung und Selbstanalyse zu erreichen blieben ohne befriedigenden Erfolg:

In „Wege der psychoanalytischen Therapie“ aus dem Jahre 1919, S. 191:

]„Unsere Technik ist an der Behandlung der Hysterie erwachsen und noch immer auf diese Affektion eingerichtet. Aber schon die Phobien nötigen uns, über unser bisheriges Verhalten hinauszugehen. Man wird kaum einer Phobie Herr, wenn man abwartet, bis sich der Kranke durch die Analyse bewegen lässt, sie aufzugeben. Man muss anders vorgehen. Nehmen Sie das Beispiel eines Agoraphoben. Man macht seinen ärztlichen Einfluss geltend, dass der Patient wieder das Alleingehen auf der Straße durchführt und mit der Angst kämpft. Dann wird der Kranke jener Erinnerungen und Einfälle habhaft, welche die Lösung der Phobie ermöglicht.“

Das wäre genau genommen eine Empfehlung unserer Meditation mit Vorstellungsbildern und Beurteilung aus der Achtsamkeit.

Freud kannte allerdings noch nicht den begrenzten Arbeitsspeicher des Bewusstseins und die dadurch zu erreichende Achtsamkeit. Schopenhauer war mehr als hundert Jahre vorher schon weiter vorgedrungen und kannte die Meditationspraktiken der östlichen Welt. Es hat sein Werk und Denken stark beeinflusst: "Die Welt als Wille und Vorstellung".

Ein Gefühl erfühlt (erkennt) die Körperreaktionen, doch es macht sie nicht, das machen die Emotionen. Und die Vorstellungsbilder im Bewusstsein lösen Emotionen aus.
Felix
Schüchternheit = soziale Phobie = soziale Angststörung

Es ist eine übertriebene Angst peinlich oder ungeschickt zu wirken. Meist kommt es durch die starken Ängste zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensführung und Genussfähigkeit.

Schüchternheit, soziale Zurückgezogenheit, Scham, Verlegenheit und Unsicherheit in sozialen Kontakten (Selbstunsicherheit) oder auch vorübergehende leistungsbezogene Ängste (z.B. Prüfungsängste) können normale, nicht pathologische Formen sozialer Angst sein.

Der evolutionäre Vorteil einer Bereitschaft zu sozialer Angst und der damit verbundenen Anpassung (Unterwürfigkeit, Anerkennung von Dominanz) zu Dominanzhierarchien in Gruppen könnte darin bestehen, dass man auch als unterlegenes Mitglied aus der lebensnotwendigen Gruppe nicht ausgeschlossen wird. Dadurch bleibt eine höhere Wahrscheinlichkeit erhalten, an den Ressourcen der Gesellschaft teilhaben zu können.

Soziale Ängste sind dann behandlungsbedürftig, wenn dauerhaft oder häufig wiederkehrend, eine übertriebene Angst vor sozialen Kontakten oder Leistungssituationen bestehen bei denen Begegnungen mit Menschen stattfinden oder erwartet werden: Ich bin ein Versager, ich fühle mich gedemütigt, es ist mir peinlich, sicher bin ich schlecht rübergekommen. Ich setze eine negative Bewertung voraus.

Deshalb, drei wesentliche Merkmale:

1.Dysfunktionale Gedanken: Erwartung negativer Bewertung durch andere.
Oder (besonders wichtig):
Ungünstige gedankliche Rückblicke (Clark 2002) und die nachträglich negativen Bewertungen von erlebten sozialen Situationen. Die Betroffenen denken über die erlebte Situation wiederholt nach, sie interpretieren das eigene Verhalten als unzulänglich, ungeschickt oder peinlich, sie überlegen sich – oft in grüblerischer Weise – viele Varianten, wie hätte ich mich besser verhalten sollen, sie strafen sich für das so empfundene „Versagen“ und reihen es somit in die persönlich so wahrgenommene Serie von Misserfolgen und sozial ungeschickte Verhaltensweisen ein.

2. Die Situation oder Befürchtungen müssen körperliche Reaktionen hervorrufen: Herzklopfen, Erröten.

3. Eine Kontrolle der akuten Angstgefühle und Körperreaktionen wird durch Vermeidungsverhalten versucht. Ich gehe den unangenehmen Begegnungen aus dem Weg.

Unbehandelt hat die soziale Phobie meist einen chronischen Verlauf. Es besteht die große Gefahr für die Entwicklung anderer psychischer Störungen: Depressionen, weiterer Angststörungen, Suchtmittelmissbrauch.


Felix
Soziale Angststörung und die Behandlung mit kognitiven Techniken durch Introspektion aus der Achtsamkeit mit Meditation als zweiten Schritt:

Negative Gedanken tolerieren, aber nicht daran festhalten
Die negativen Gedanken zur Seite zu stellen (auf Wolken?), sie zu beobachten und sie zu prüfen. In der Regel kann man dann feststellen, dass das Wiederholen negativer Gedanken und das Grübeln über das erwartete Versagen nicht hilfreich ist.

Positive Gedanken ermöglichen
Man versucht neutralen und gar positiven Gedanken eine Chance zu geben. Welche Gedanken könnten neutral sein, welche könnten Mut machen?

[Experimentieren mit alternativen Gedanken
Wie ist das Gefühl, wenn angenommen wird, dass man durch die gegenüberstehende Person nicht negativ beurteilt oder abgelehnt wird? Das Gegenüber ist eigentlich neutral.


Auch Befunde zum Erfolg internetbasierter therapeutischer Ansätze für Menschen mit sozialen Angststörungen weisen darauf hin, dass bei gegebener Qualität des Online-Angebotes die Nutzung neuer Medien eine Alternative für eine Psychotherapie im direkten Kontakt sein kann (Margraf 2018 S. 65, Andrews, G. 2011). Sie wurden aus Australien und Neuseeland berichtet. Es war eine Hilfe für Menschen, die in entlegenden Gebieten wohnen.


Felix
Jetzt kann der Bau Meditation beginnen, jetzt sind alle Steine zusammengetragen. Es fehlen nur noch die Bewohner, die wir beispielhaft begutachten wollen. Es sind die unendlichen Sorgen bei der generalisierten Angststörung. Und es fehlen noch die Handwerker, die die Achtsamkeit bewahren, der Körper-Scan. Ein Jahr Zeit wurde für das Herbeischaffen der Zutaten und der Einrichtung des Labors für das „Dritte Medikament“ verwendet: „Psychische Gesundheit, seelisches und soziales Wohlbefinden“. Es ist das zugesagte dritte nach „Gutes Gewicht“ und „Körperliche Bewegung“ bei Schulmedizin als Ganzheitsmedizin.
Start des Threads „Fühlen, Denken, Handeln“ war der 27.11.2017 um 04.15 Uhr. Da staunt der TE selbst, ganz schön beharrlich.


„Fühlen, Denken, Handeln“
Will der Kerl anbandeln?
Ich sag es gleich, es ist nicht sexy.
Viel Arbeit ist´s, Sie schläft, nun weck Sie!
Verschlafen zeigt Sie ihren Po
Er bleibt am Laptop, er spinnt ja so! (Felix)


TE kann nur hoffen, dass auch geübt wurde, das „Fahrradfahren lernen“, der erste Schritt, denn ohne Übung wird der Bau eher eine Bruchbude. Doch jetzt wird es richtig spannend.

Zu den Wurzeln der Meditation, nochmal der erste Schritt und dann der zweite Schritt am Beispiel der generalisierten Angst.

Atemübungen und Körper-Scan zum Erreichen der Achtsamkeit im Hier und Jetzt:

Es gibt viele Möglichkeiten die Achtsamkeit zu erreichen und einige Zeit zu halten. Sie sind sicher alle gleichwertig, ob mit Mantra (heilige Silbe, heiliges Wort), intensive Beobachtung einer Kerze, Yoga, beten des Rosenkranzes usw. Wichtig ist das Hinausdrängen und Abwehren belästigender Gedanken aus diesem engen Arbeitsspeicher Bewusstsein = Flaschenhals und damit dem Verweilen im Hier und Jetzt. Denn der Bewusstseinszustand im Hier und Jetzt hat damit keine Gedanken mehr über Befürchtungen, Sorgen (Ängste), die in die Zukunft weisen. Dieser Zustand ist auch befreit von Vorstellungsbildern aus der Vergangenheit, die Ärger oder Wut begleiten können. So zwischenzeitlich „erlöst“ von stressbedingten mitgetragenen negativen Emotionen aus Vergangenheit und Zukunft – ausgelöst von ihren Vorstellungsbildern -, stellt sich das Gefühl von Entspannung und Wärmegefühl ein. Der Adrenalinspiegel ist herabgesetzt, denn es muss weder eine Flucht (Angst) noch eine Kampfbereitschaft (Ärger) im Körper vorbereitet werden.

Zusammengefasst ist also der Weg zur Achtsamkeit das Leeren des Bewusstseins von unangenehmen Gedanken und damit das Betonen des Hier und Jetzt. Denn dort verharrt man ja entspannt, wenn Vergangenheit und Zukunft nicht präsent sind. Und dieses Erwarten auf neue unvermeidlich hereindrängende Gedanken, ist jetzt in einem unverzerrten Spiegel möglich, blickt man durch ein geschärftes Fernrohr. Eine Verzerrung oder Überfüllung durch Vorstellungsbilder (Zukunft und Vergangenheit) ist nicht gegeben. Denn unscharf wir der Betrachtungsspiegel natürlich auch beim Grübeln, dem Affengeschrei der Buddhisten. Man kann zu keinem klaren Gedanken durch Überfüllung kommen. Zu viele Vorstellungsbilder übereinander, da sieht man im Spiegel eben nicht genau, verschwommen durch Überlagerung.

Felix

Fortsetzung folgt