Hallo

Habe schon ab und zu in diesem Forum rumgeschaut und viele Hundekenner /-innen ausmachen können. Nun habe ich mal ein ganz persönliches, konkretes Anliegen:

Seit 6 Tagen sind wir glückliche Besitzer/Halter eines 8 Wochen alten Labrador-Mädchens. Sie ist so süss und ich könnte sie einfach immer nur kuscheln. Das Problem oder wohl besser die Herausforderung ist unsere 5 Jahre alte Dobermann-Hündin. Am ersten und zweiten Tag haben sie zusammen gespielt und an einem Dummy herumgezerrt, ohne Probleme. Doch danach hatte bzw. hat unsere Dobermann-Hündin ein Problem mit der Kleinen. Sie knurrte sie an und packte sie, ohne sie zu verletzen. Seither bin ich sehr verunsichert und lasse die beiden nicht aus den Augen und auch nicht mehr zusammen kommen/zusammen spielen.

Hat jemand hier im Forum Erfahrung mit einer vergleichbaren Situation oder ist "Experte" im Zusammenführen von Welpen mit erwachsenem Hund?  Wir achten sehr darauf, dass die 5-jährige Dobermann-Hündin mindestens die gleiche Aufmerksamkeit, Bewegung, etc. erhält wie zuvor, bevor das Labrador-Mädchen eingezogen ist. 
Hallo Primia,

als Expertin würde ich mich nicht bezeichnen aber ich habe immerhin seit mehr als 15 Jahren Hunde, zuerst einen dann zwei, dann lange Zeit drei und momentan habe ich einen alten Labradormischling und einen jungen ’wilden' Riesenschnauzer-Labrador-Mischling. Ab und zu habe ich auch noch Gasthunde.

Ich muss sagen, dass ich mich nie eingemischt habe bei Raufereien, die es immer gibt wenn ein neuer Hund oder auch eine Katze hinzukommt. Die Tiere klären ihre Rangordnung ab und dabei bin ich nur Zuschauer. Voraussetzung ist, dass genug Platz ist, so dass sich die Vierbeiner auch aus dem Weg gehen können. 

Die Jungen sind halt oft sehr frech und werden dann von den Älteren in ihre Schranken gewiesen.

Wie bei den Menschen :D  
Solang sie sich nicht verletzen ist alles O.K.

Hunde gehen anders, direkter mit einander um als Menschen..und das muss man auch zulassen.
Welpen werden auch von anderen Hunden erzogen..
Es ist ein Problem.
Zwei Weibchen zu halten ist schwieriger als m/w oder zwei Welpen, die zus. aufwachsen.
Hatte da auch mal massive Schwierigkeiten mit zwei gleich "starken" Rassen.
Als der Welpe einzog war die Ältere 6Jahre alt. Sie schnappte sich (als klar wurde, es handelt sich nicht um einen Gasthund), die Kleine im Genick und warf sie quer durch den Raum. Wir waren geschockt, das hatten wir von unseren gut sozialisierten erwachsenem Hund nicht erwartet.
(Welpe schrie wie am Spiess, war aber unverletzt).
Aber mit dieser Handlung hat die Chefin zu Hause ihre Rangordnung geklärt, die auch unbedingt eingehalten werden mußte (zuerst Chefin = Futter, spielen, streicheln usw.).
Richtig gefährlich wurde es erst mit der Geschlechtsreife des Junghundes (als diese ca. 1 1/2 Jahre alt war).
Wir hatten mehrere Beißereien bis auf Blut (u.a. Not-OP).
Anlässe waren jedesmal nichtige Gründe: Streit um Ball, Futtererwartung in der Küche, Umzug/neues Territorium usw. .
Mein Mann wollte den jüngeren Hund (meinen Liebling) wieder abgeben, ich heulte nur noch.
Wir liessen uns von einem Tier-Therapeuten helfen.
Die Hündinnen wurden getrennt. Nicht räumlich, sondern besitzerbezogen.
Eine strenge Rangordnung innerhalb des Haushalts, wir mußten da wirklich sehr diszipliniert sein.
Jeder von uns war ausschließlich für seinen Hund da, der andere Hund konnte nur heimlich im anderem Raum beschmust u. bespielt werden. Spielzeug gab es nicht mehr offen herumliegend. Gefüttert wurde separat, niemals durfte es Anlass zu Neid u. Eifersucht geben, usw. usw. 
Immer positive belegte Situation schaffen, die nur/immer zusammen erfolgen, wie Gassigehen
Klappte schließlich alles sehr gut.
Die beiden Streithennen lagen nun gerne zus. auf dem Sofa. Als die Ältere eine schwierige Krebs-OP überstehen mußte, lag die Jüngere tagelang still u. tröstend neben ihr. 
Draussen waren die Beiden immer ein Dream-Team zusammen gegen die Welt. 
ich sehe aus meinen Erfahrungen auch zwei Probleme:

Es sind zwei Mädchen
und
Der   Altersunterschied..

Es gibt diesen "Welpenschutz" nur in Familien, also Mutter/Welpen.  

Bei Euch wird sich erst mal die Ältere durchsetzten.
Da gibt es nur eine klare Grenzsetzung von Eurer Seite.

Mit 8 Wochen ist Euer Welpe noch nicht mal vollständig sozialisiert, sie ist viel zu früh von der Mutter weg. Die Kleine kann gerade selbstständig fressen, hätte noch bis wenigstens zur 12.Lebenswoche bei der Mutter bleiben müssen.

Und Eure Hündin ist mit 5 Jahren langsam auf der Seite der älteren Hunde, vor allem bei einer Rasse, die nur ca.9 -10 Lebensjahre im Schnitt zu erwarten hat. 

Da hilft nur klare Regeln, für Beide.
Ruheplätze, die beide gegenseitig akzeptieren, so als  Rückzugsorte.

Ich würde beim Füttern sehr aufpassen, gleich Rituale einführen, so dass kein Streit wachsen kann.
Bei mir hat jeder Hund seinen Platz auf dem Sofa zum Kuscheln, da gibt es keinen Streit.

Viel Glück. 
Ich habe seit Jahrzehnten Hunde, zur Zeit ein Rudel von fünf. Alles verschiedene Rassen und verschiedenen Alters. Vier Hündinnen, ein Rüde. Zwei kamen als Welpen dazu. Ich hatte zum Glück nie größere Probleme. Die spielen, toben und kuscheln zusammen, klar gibt es auch mal kleinere Gefechte. Da mische ich mich nicht ein. Problematischer kann es bei Dir noch werden, wenn die Kleine geschlechtsreif wird. Dann kann die Ältere, die ja spürt, dass ihre Kräfte nachlassen, eine noch größere Konkurrenz in der Kleinen sehen. Überlegt rechtzeitig, ob eine Kastration in Frage kommt. 
Viel Glück 
jULIA;  welche Hündin soll dann kastriert werden??

Alle Beide, oder wie???

Meine kastrierte super soziale ehemalige Straßenhündin wird ständig von Hündinnen angezickt.

 
 
Wenn sich die Rudelführung nicht geändert hat, würde ich die jüngere kastrieren lassen. 
Ich habe auch nur "Straßennotfelle", teils in katastrophalem Zustand übernommen. Es sind auch die Ängstlichsten sehr selbstbewusst geworden. Ich fahre öfters auf den Hundeplatz, da sind sie zusammen und doch allein. Notfälle sind manchmal unterwürfig, weil sie so viel erlebt haben und nur noch dankbar sind. Das nutzen aber viele andere aus und wollen zeigen, wer die Stärkere ist. Das haben meine natürlich im Rudel gelernt - sich durchzusetzen und sich nichts gefallen zu lassen.
Danke vorerst für die vielen gutgmeinten Tipps. Werde nun versuchen, die beiden nach und nach aneinander zu gewöhnen. Im Moment herrscht strikte Trennung, nicht nur bzgl. Futterplatz. Kurzes wiederholtes Beschnuppern ist möglich. 

@marionlein: Dass es viel zu früh war, die Kleine schon mit 8 Wochen von der Mutter/den Geschwistern zu trennen, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen/wissenschaftliche "Beweise". Tatsache ist, dass die Mutter unserer Kleinen ihre Welpen nicht mehr an sich heranliess, weil diese sie beim Säugen mit ihren spitzen Zähnen verletzten. Zudem hat mit meine Hundetrainerin gesagt und habe ich an vielen Orten gelesen, dass die Zeit zwischen der 8. und 16. Woche eine sehr, sehr wichtige Zeit ist, in der das Gehirn eines Welpen sich formt und die Welpe in dieser Zeit besonders lernfähig ist, was ich in den 9 Tagen, die sie nun bei uns ist, auch bestätigen kann. 

Unsere 5-jährige Dobermann-Hündin, übrigens total kastriert, kam auch mit 8 Wochen zu uns und wir haben zu keiner Zeit bemerkt, dass das nicht gut war. 
Genau so ist es, in diesen Wochen lernen Welpen das Sozialverhalten von der Mutter !

Aber ist ja egal, Mensch will eben süßen Welpen und Welpenschule bringt Trainer viel Geld. 
Es ist ja nun mal geschehen, dass das Welpenmädchen da ist, aber als gut gemeinten Rat an Mitlesende, die vielleicht mit dem ähnlichen Gedanken an einen Zweithund spielen:
Verschafft Euch VORHER den Wissensstand um darauf vorbereitet zu sein.
Leidtragende wird sonst der zuletzt hinzugekommene Hund sein, wenn er wieder "abgeschafft" wird,
weil man nicht klar kommt.

Und an die TE: achtet sehr darauf, die Rangordnung einzuhalten. Gleichberechtigte Behandlung ist eh schwer durchzuhalten, besonders wenn die Kleine ja sooo süüß ist. Und beide möglichst getrennt zu halten, wird Euch schnell überfordern und verschiebt im Grunde nur das Problem auf spätere Zeit. Ist die Kleine dann aber in der "Pubertät" wird es noch schwieriger.

Also, stärkt die Position der Älteren: in allem kommt erst sie bzw. natürlich erst der Rudelführer.
Beispiel: Erst geht der Mensch durch die Tür, dann die ältere Hündin und als letztes die Lütte.

Das beste wird wirklich sein, ihr nehmt für ein paar Stunden einen erfahrenen Hundetrainer hinzu.
Schau doch mal auf der website von Martin Rütter nach einem Trainer in Eurer Nähe. Da kann man wenigstens größtenteils sicher sein, dass diese eine gute Ausbildung hatten. Schließlich hat der Promi-Trainer einen Ruf zu verlieren.
marionlein hat geschrieben: Genau so ist es, in diesen Wochen lernen Welpen das Sozialverhalten von der Mutter !
Aber ist ja egal, Mensch will eben süßen Welpen und Welpenschule bringt Trainer viel Geld. 


Du hast die Züchter vergessen, die ein Vielfaches des Trainer-Honorars kassieren und ebenso auch die Tierärzte -sorry an alle guten und lieben TÄ-.
Soisses schrieb: "Es ist ja nun mal geschehen, dass das Welpenmädchen da ist, aber als gut gemeinten Rat an Mitlesende, die vielleicht mit dem ähnlichen Gedanken an einen Zweithund spielen: Verschafft Euch VORHER den Wissensstand um darauf vorbereitet zu sein. Leidtragende wird sonst der zuletzt hinzugekommene Hund sein, wenn er wieder "abgeschafft" wird, weil man nicht klar kommt."

Erstens: Das Wissen um mögliche Probleme mit einem Welpen zu einer 5-jährigen Hündin haben wir uns VOR der Anschaffung angeeignet und waren folgedessen vorbereitet darauf, dass möglicherweise nicht alles am Schnürchen laufen wird.

Zweitens: Wie weiss ich im Voraus, wie unsere Hündin wirklich auf die Kleine reagiert?

Drittens: Es ging mir nur darum, hier im Forum zu fragen, ob vielleicht jemand Erfahrung mit einer vergleichbaren Situation hat und evtl. einen Tipp geben kann. Besserwisserei oder Zurechtweisung ist nicht gewünscht.

Viertens: Selbstverständlich sind wir in Kontakt mit einer ausgewiesenen Hundetrainerin, bei welcher die Kleine inzwischen in die Welpenspielgruppe geht und die Grosse mit mir in einer entsprechenden Gruppe trainiert. 
Alles gut vorbereitet, alles im Lot und im Griff Dank Trainingsgruppen.....dann verstehe ich die Unsicherheit nicht, hier noch mal um Rat nachzufragen. Dein ET klang etwas anders.

Ausdrücklich schrieb ich an die Mitlesenden, die evtl. vor gleicher Situation stehen.
Mit keinem Wort davon habe ich Dich angriffen und verstehe jetzt Deine Reaktion nicht.
Warum hast Du denn nicht gleich geschrieben, dass Ihr vorbereitet wart und was ihr jetzt unternehmt, um das Miteinander der Hunde in den Griff zu bekommen?
Auch das wäre für andere, die demnächst einen Zweithund haben möchten, hilfreich gewesen und auch für die hier Dir Antwortenden.

Manche Menschen handeln einfach viel zu unbedarft beim Hundeerwerb. (und da sehe ich rot)
Alle Hunde, die bei mir lebten, waren solche, die "über" waren (darunter auch eine 7jährige Hündin,
die von einem Welpen "abgelöst" wurde).
Wir haben gerade die Geschenkezeit hinter uns und nun werden die Tierheime in diesen Tagen wahrscheinlich wieder reichlich Zuwachs bekommen.
Darum geht es mir auch mit meinem Appell.
nicht erwünscht, ja nun.

Ich  wünsche mir auch einiges und einiges nicht, hält sich auch keiner dran, lach

Und ein ausgewiesener  Hundetrainer, was ist das denn??

Es kann sich übrigens jeder Depp Hundetrainer nennen, da gibt es keine staatlich anerkannte Ausbildung für.

Ach ja, vergessen, Sozialverhalten lernen Welpen von ihren Müttern oder älteren erfahrenen Hunden.

Wie machen das eigentlich Welpen untereinander in sogenannten Welpengruppen, wenn Welpen doch so gar nicht sozialisiert  sind, da alle ja so früh von Mutter weg sind?