Die älteren von euch erinnern sich sicher noch an die "Antennenwälder" auf den Hausdächern oder auch die messingfarbenen Hausantennen, die auf den riesigen TV-Empfängern standen. Ach ja, da gab es dann noch die riesigen Ostzonenantennen, wie meine Eltern sie damals bezeichneten, mit diesen Dingern konnte man mit etwas Glück das Fernsehen der DDR empfangen. Vereinzelnd sieht man ja noch  verrostete Exemplare auf den Hausdächern. Waren das noch Zeiten, der Fernsehabend wurde noch richtig durchgeplant, die Mutter schmierte ein paar Schnittchen, der Vater stellte sich sein Bierchen auf den Tisch und dann wurde der Fernseher eingeschaltet. Zuerst passierte meistens nix, die Mattscheibe zeigte nur Schnee oder ein paar verrauschte Doppelbilder. Jetzt begann der Antennen-Tanz! Es wurde gedreht, hochgehalten, geflucht. Stühle, Leitern und Drahtbügel sollten für ein perfekte Bild sorgen. Während die gewünschte Sendung begann, stand mein Vater noch immer vor dem Fernseher und hielt die Antenne in die Höhe, während sich meine Mutter durch ein “so ist gut”, “besser” und “Ton ist weg” als Antennen-Navigator betätigte. Dann konnte ein entspannter Fernsehabend beginnen. Es gab nur ein Programm, keine Werbung mitten im Spielfilm und um Mitternacht war Sendeschluss. Dann konnte man bestenfalls das Testbild angucken.
Hallo xbe2000,

für mich als Sachsen ist es zunächst interessant, dass es "Wessis" gab, die das DDR-Fernsehen empfangen wollten. Ihr habt tatsächlich mit Antennen experimentiert und das gleiche Problem gehabt, wie wir in der entgegengesetzten Richtung? Finde ich einfach toll!!!
In der Ost-West-Richtung kam noch Eines dazu:
Meine Mutter saß an einem bestimmten Vormittag in der Woche (ich glaube, es war der Sonntag) immer mit Stift und Notizblock am Fernseher. Da wurde nämlich im Westfernsehen das Programm der kommenden Woche angesagt. Sie hat alles mitgeschrieben, mit der Schreibmaschine aufgeschrieben, und auch an gute Bekannte weitergegeben. "Gute Bekannte" deshalb, weil sie sich sicher war, dass auch die Stasi daran interessiert war. Probleme hat sie aber nie bekommen, vielleicht war unsere Familie ein hoffnungsloser Fall.
Lach*

hier ein paar solcher Fernseher-Episoden vom berühmten HB-Männchen:

https://www.youtube.com/watch?v=g5rnoI9lgC8


Das gehörte zugleich auch zu dieser Zeitepoche...
:lol: :lol: :lol:
herrlich :D
Und da war´n da noch diese Witzchen:

Is weiß ne Farbe? - Ja, isses.
Is schwarz ne Farbe? - Klar, isses auch.

Naja, dann hab ich ja auch´n Farbfernseher!

Wir hatten ein 37er Bild mit Vorsatzlinse, noch bis 1972! Und auf die Bildröhre wurde eine Farbfolie geklebt, oben mit Blau- unten mit Brauntönen.

Ja, und bevor das Testbild kam, hat uns Kulenkampf in den Schlaf erzählt, da konntich noch ohne Schlafmittel sogar im Fernsehsessel einpennen :lol: :twisted:
Chri51 hat geschrieben: Lach*

hier ein paar solcher Fernseher-Episoden vom berühmten HB-Männchen:

https://www.youtube.com/watch?v=g5rnoI9lgC8


Das gehörte zugleich auch zu dieser Zeitepoche...



Das ist wirklich toll! Ich lach mich gerade schlapp. Wie schnell wir uns doch an die Fortschritte in Wissenschaft und Technik gewöhnen und solche bösen Überraschungen von früher vergessen. Obwohl ich es dem HB-Männchen auch heute noch nachempfinden kann, wenn mein PC aufgrund der lahmen Internetleitung bei mir auf dem "Land" für ähnlichen Ärger sorgt, weil es einfach nicht weiter gehen will. Aber noch kann ich mich beherrschen. Meine Nachbarin würde sich auch wundern, wenn ich ihr durch die Decke käme
Natürlich kann ich mich noch gut an die Zeiten der "Drahtharken" erinnern denn als Elektriker hatte ich damals so manche Gemeinschaftsantennenanlagen gebaut. Dazu gehörte auch eine fast 2 Meter lange Kanal11-Antenne für den DDR Empfang, hier war das im gesamten Hamburger Stadtgebiet möglich gewesen das FS1 zu empfangen, wenn man die Antenne und den Verstärker dazu hatte.
Je mehr es Richtung Grenze ging, war auch FS2 möglich gewesen, da wo wir damals unseren Campingplatz hatten ( Nähe Mölln) war das kein Problem gewesen.
Bei der Einführung des ersten Inselbetriebes von Kabelfernsehen der Deutschen Bundespost so um 1976 war auch FS2 also DDR2 in einigen Teilen von Hamburg zu empfangen.
Jo, war extrem nervig.
Meine Eltern kauften 1962 oder 63 ein Fernsehgerät und waren somit auserkoren, am Samstag abend die gesamte Verwandtschaft zu beherbegen.
Werbung gab es auch, die war aber viel lustiger als heute und es gab die Eigenwerbung mit dem Hinweis: "schwarz hören und sehen - kommt teuer zu stehen!"
Die Post fuhr mit ihren Messwagen jeden Abend einige Straßenzüge ab.
Unsere Antenne, ein Monster von fast 1,5 m hing auf dem Dachboden und wehe es stieß jemand an die Antenne!
Und dieses Gerät war einfach nur riesig, von dem Stromverbrauch gar nicht zu reden.

Das Programm startete am frühen Abend und endete um 22:00 Uhr und der Fernseher wurde nur dann eingeschaltet, wenn man ganz bewusst eine Sendung schauen wollte.

Allerdings war man auch sehr fortschrittsorientiert und fabulierte über zukünftige TV-Geräte, die man wie ein Bild an die Wand hängen könne und von Raum zu Raum tragen könne, dort wo es gebraucht würde. Dann lachten alle, wegen so einem Spoikenkram.

Ja bei uns daheim wurde viel DDR Fernsehen geschaut. Für uns Kinder gab es den "Meister Nadelöhr" und das Sandmännchen. Die Erwachsenen "ergötzten" sich an "Karl Eduard von Schnitzler".

Etwas später kam dann das ZDF, wir konnten es nicht empfangen und landläufig war das Adenauerprogramm auch nicht sehr beliebt. Aber man köderte die Zuschauer mit Bonanza und Co. und einem attraktiven Samstag Abend Programm.
Da kann ich mich als "Jungspurn" dieses Forums nicht wirklich dran erinnern , zumal das auf dem Dorf , auf dem Land nicht so das riesen Problem war , weil nicht alles zugebaut war 

es muss ungefähr 1970 gewesen sein wo meine Eltern einen Schwarz - weiss TV kauften , aber den habe ich nur in Erinnerung weil der Fernseher nachher noch ein paar Jahre in Vaters Büro stand

im Jahre 1973 bekamen wir einen Farbfernseher und kurz danach erwichte es die Antenne von einem Blitz , die zuvor an einem Mast auf der Wiese stand der auch als Wächeleinenhalter diente
 
danach kam eine neue Antenne mit 3 Antennen auf das Dach , ARD , ZDF , HR3 und SWR3 

das sah aber nicht so wüsst aus , jedes Haus hatte so ein Teil auf dem Dach aber da die Häuser am Dorfrand , damaliges Neubaugebiet weit auseinanderstanden , war das eigentlich kein optischer Störfaktor

in den späten siebzigern , nachdem ich eine Ausbildung als Fernsehtechniker begann wurde die Antenne noch einmal erweitert unter dem Dach kam eine UKW Antenne hinzu und es wurde ein Verteiler gesetzt für 3 TV Anschlüsse

1982 kam dann Kabelfernseh mit 11 Programme und 1985 baute ich dann die Antenne komplett ab  
Mein Stiefvater kletterte des Öfteren nach einem Sturm aufs Dach unseres Mehrfamilienhauses um die Antenne wieder gen West auszurichten.

Meine Mutter hockte vorm Röhrenfernseher bei offenen Fenster und brüllte gut oder schlecht nach oben, wo der Herr Drahtseilartist für die Glotze sein Leben aufs Spiel setzte. :lol:
Und dann gab es ja auch noch die Telefone mit "Strippe". Ganz unglücklich, wenn das Telefon im gleichen Raum stand wie der Fernseher! Wir wohnten damals in einem 4-Familienhaus, die einzige Familie mit Telefonanschluss und Ferseher waren wir. Eine Nachbarin ließ sich regelmäßig bei uns Samstagsabend anrufen, wir vermuteten, damit sie eine bestimmte Fernsehsendung bei uns sehen konnte, denn das Telefonat beschränkte sich immer nur auf wenige Worte, danach blieb sie aber regelmäßig noch ewig im Wohnzimmer stehen und starrte auf den Fernseher. Nachdem mein Vater die Telefonstrippe hatte so verlängern lassen, dass das Telefon im Flur stehen konnte und die Nachbarin im Flur telefonieren musste, ließen die Anrufe ganz schnell nach.
Apropos Telefon.
Wir hatten während meiner Kind und Jugendzeit keines.

Eines Tages bekam mein kleiner Bruder mitten in der Nacht hohes Fieber. So bedenklich, das wir einen Notarzt gedachten zu brauchen.

Meine Mutter wies mich an einen Notruf am nächsten "Fernsprecher" zu machen, so nannten wir die Telefone jedenfalls damals, :lol: der ca. 1 km entfernt war.

Die Dame in der Notrufzentrale war gar nicht so erbaut, aus ihrem vermutlichen Tiefschlaf gerissen zu werden und empfahl mir ziemlich ernsthaft, das fiebernde Kind auf dem Balkon zum abkühlen zu bringen. :shock:

Krasse Zeiten damals :lol:

Mein kleiner Bruder hat das dennoch überlebt. :wink:
Ich denke auch immer wieder darüber nach, wie es früher so war. Unser erster Fernseher konnte nur nur das erste Programm. Telefon bekamen wir ziemlich spät. Und könnt ihr Euch nach an die Tauchsieder erinnern?
Als ich hierher kam, gab es in Österreich Viertel-Telefone! Ein Glück, wenn man eine freie Leitung bekam. :?
Der Tauchsieder, ein revolutionäres Teil das im Urlaub nicht fehlen durfte!  :D