Danke Streicheleinheit, du hast geschrieben was ich auch in etwa schreiben wollte.

Ich lebe nach dem Grundsatz: Hast du Gutes getan, vergiss es; hast du Gutes empfangen, denke daran.

Aber das spielt sich bei mir nur innendrin ab und geht die Welt wirklich nichts an.

Das Zauberwort heisst gelebte Menschlichkeit.

Gross darüber nachzudenken erübrigt sich für mich.
Irgendwie meine ich mich zu erinnern, dass die Straßen der Innenstadt heute aufgrund des Lockdowns so wirken, wie damals in meiner Kindheit. Herrscht doch dort nun weniger Hektik und Trubel als in den Jahren zuvor. Das liegt zum einen an den geschlossenen Geschäften sowie zum anderen natürlich an den fehlenden Weihnachtsmärkten, die immer reichlich Menschen in die City gelockt haben.

Aber fehlt uns das wirklich? Machen uns diese ruhigeren Tage nicht das vorstehende Weihnachtsfest bewusster? Fehlt uns tatsächlich die Suche in den Kaufhäusern bzw. Malls nach einem passenden Geschenk für unsere Liebsten und der anschließende Umtrunk und Imbiss auf dem Weihnachtsmarkt? Und nervt es uns wirklich, dass unsere Ehefrauen jetzt nicht als Verkaufspersonal in den Geschäften stehen und stattdessen bei uns Ehemännern, den Kindern und Enkeln zuhause hocken?

Ich denke Nein. Vielleicht ist das jetzt die Gelegenheit, uns wieder auf das Wesentliche zu besinnen und damit auch, dass wir auch ohne große und teure materielle Geschenke unseren Liebsten die ihren gebührende Wertschätzung zeigen können. Vielleicht spielen wir mal wieder miteinander die alten Gesellschaftsspiele oder hören uns einfach mal nur in Ruhe zu, ohne uns gleich ins Wort zu fallen. Oder nehmen uns in den Arm, um den Atem unserer Partnerin oder Partners zu spüren, der uns vielleicht dann sogar kostbarer erscheint, als dass teuerste Parfüm, dessen eigentlich bei Douglas vorgesehener Erwerb uns der Lockdown nun unmöglich gemacht hat.

So überraschend und verstörend die vorstehenden Verhaltensweise vielleicht im ersten Moment auf unsere Liebsten wirken sollten, so wird sich aber möglicherweise bereits schon kurz darauf neben Verwunderung auch zunehmend Freude einstellen. Vielleicht erst eine klitzekleine Freude, die aber anwachsen wird und erkennen lässt, dass es auch die kleinen Dinge oder Verhaltensmuster sein können, die für weihnachtliche Überraschung sorgen können. Und vielleicht tut es einer Beziehung ja auch besser, wenn einmal keine materiellen Dinge in Erwartung eines Dankes verschenkt werden, sondern wir unsere Liebsten einmal „nur“ mit Zeit, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und auch Liebe beschenken.

Leider bin ich selbst nicht mehr in der Situation, entsprechend zu handeln. Aber Ihnen wünsche ich, einmal wieder zu sich selbst und ihren Liebsten zu finden. Ich wünsche Ihnen ein Frohes Weihnachtsfest.
... sprichst mir sehr aus der Seele. ... einfach weniger Erwartungshaltung, dafür mehr Zeit füreinander nehmen. Wertschätzende Umgangsformen sollten sowieso und immer zur "Default-Einstellung" gehören. Ein paar nette Worte oder ein Lächeln sind oft mehr wert als teure Geschenke.

Habe das "entschleunigte" Weihnachten heuer sehr genossen.