Also ich will solche Eier nicht essen, hab aber gelesen, dass auch die Küken von Bio Bauern in Fabriken gekauft werden, wo männliche Küken getötet werden. Jedenfalls, dass man nicht sicher sein kann. Oder gibt's auch für die Herkunft von Küken irgendne nummer, wo man das sehen kann?
Alles, was Du isst, war mal lebendig und ist auf irgendeine Art umgebracht worden.
Absolut alles.
Deine Existenz beruht auf dem massenhaft wiederkehrenden Tod von Lebewesen.
(nebenbei erwärmst Du andauernd das Klima).

Da könnte man nun in Depressionsstarre verfallen, und sich, zum Bleistift, tot saufen.
Was, rein chemisch, einer Rest-Aufoxidation von Alkohol mit anschließender Kompostierung entspricht. Absolut sinnlos, jedenfalls global gesehen.

Der Pragmatiker gibt seinem Leben einen Sinn, indem er Prioritäten setzt.
Etwa: wegen mir soll keine kanarigelbe Federflauschkugel sinnlos ihr Leben lassen müssen.
(auch als Tick-Trick-Track-Taktik-Trick bekannt).

Du könntest also auf's Land ziehen, und Dich mit der Oma vom benachbarten Bauernhof anfreunden (das ist die, die im Regelfall für die Hühner zuständig ist). Wenn sie Dich sympathisch findet, schenkt sie Dir Ostern ein paar Eier, und überlässt sie Dir ansonsten zum Vorzugspreis.
Aber, Vorsicht: Großmütter haben es faustdick hinter den Ohren, und frag sie besser nicht, was sie mit überzähligen männlichen Küken macht!

Die andere Möglichkeit ist, die Eier zu stempeln. Ein handelsüblicher Datumstempel kostet nicht die Welt, und ist sehr variabel und anpassungsfähig. Von einem gestempelten Ei geht eine ungeheuere Überzeugungskraft aus, wie Konsumforscher und Verbraucherschützer seit langem wissen. Am besten mit verschiedenfarbigen Stempelkissen.

Und schließlich noch die erwähnten Nummern. Die werden ebenfalls gerne gestempelt, neuerdings auch verchipt, weil etwas, was nicht digital ist und keinen Strom verbraucht, nichts taugt. Also: EU-konformmäßig. Allerdings ist so eine Nummer auch wieder nur ein Etikett, und sagt so viel wie "vom ADAC empfohlen" oder "gut bürgerliche Küche" oder so. Da stecken keine Garantien drin, für nichts. Die kann sich niemand leisten.

Hilft also nur: selber machen. Machen lassen, vom eigenen Huhn. Da weißt Du was drin ist, dem entsprechend was raus kommt, und Du kannst es bei Bedarf rupfen.

Falls Du Skrupel beim Schlachten hast: vergiss nicht, dass auch es das Klima erwärmt.
Du tust etwas Gutes.
Immer.
@Fagus, dein Humor ist unschlagbar! :mrgreen:
Oder soll ich es unter eher unter dem Begriff Satire laufen lassen?

Wo du recht hast, hast du recht!

Ganz ehrlich, machen MIR nicht die getöteten Hähnchen das Leben unerträglich (wegen deines Depri-Hinweises), sondern die Art, dass auch beim Töten derselben dramatisch gepfuscht wird, um des lieben Gewinnes willen...

Jedes tote Nutztier ist ein *glückliches* Nutztier, mag makaber klingen, ist aber m.E. sehr wahr!

Schwerleidend sind meist jene, die weiter leben dürfen und gewinnmaximierend bis zur Schlachtstunde ein unerträgliches Dasein fristen müssen... Diese Federschwestern beneiden insgeheim ihre Brüder, die einem langen Leidensweg ausgekommen sind!

@easy54,
um aber auch deinen Leidensdruck zu mindern, gebe mal bei Google "Bruderhahn" ein, dann findest du deine gesuchten Bezugsquellen...
Übrigens:

die moderne Bäuerin mit einem kleinen Haufen zumindest halbglücklicher Hofhühner braucht sich um die Hähne nicht zu kümmern! Sie kauft mittlerweile schon beim "Erzeuger" bereits die Weiberschar ohne Männchen...
Dann klappt das auch besser mit "ihrem Nachbarn", wegen der lästigen Kikeriki-Rufe...die nicht selten vor einem Kadi landen!