Was ist denn schlimm daran, wenn man den einen oder anderen Tag vetrödelt? Ich genieße es auf jeden Fall, manchmal einfach in den Tag hinein zu leben, ohne Plan, ohne Struktur .... einfach nur nach Lust und Laune.
Die strukturierten und oft auch nach Zeitplan bzw. Flugplan gestalteten Tage hatten mich mehr als 40 Jahre viel zu oft im Griff und daher komme ich heute ganz gut ohne aus.
Valentin, man kann auch Struktur und Trödeltag kombinieren. Struktur als Grundgerüst und drum herum einfach nur tun, was Spass macht, so wie die Kletterrose am Spalier.

Regelmässige Aufstehzeiten und einigermassen regelmässige Essenszeiten brauche ich einfach, sonst fühle ich mich nicht wohl und dann ist der Tag gelaufen. Aber dann irgendwo mit dem Wind davon, das tut gut. Frei wie der Wind selber.
Ich hab' noch ein paar Jahre Berufstätigkeit, rechnerisch so etwa 3+.
Bis vor geraumer Zeit bin ich auch davon ausgegangen, dass dann auch so sein wird. Habe mir auch überlegt wie ich dann die 'viele Zeit' fülle. Ich wäre gerne viel gereist - erst mal.
Und ja, ich denke auch, dass Struktur gut und wichtig ist. Wie viel und wie stramm? Na ja, vllt 50:50?
Aber jetzt denke ich eher daran länger zu arbeiten, einfach auch des Geldes wegen.
Hallo Erika,

Es ist ja nicht so, dass ich nicht weiß, wie ich die jetzt gewonnene Zeit irgendwie „ausfüllen“ kann. Es ist eher fast das Gegenteil: Ich habe eine ganze Menge Hobbies, die ich während meiner hektischen Berufszeit sehr vernachlässigen musste und auch noch eine ganze Menge Pläne, die ich gern noch verwirklichen möchte.

Du merkst, worauf ich hinauswill? Das Wörtchen „noch“ deutet darauf hin: Man kann es drehen und wenden wie man will, aber die verbliebene „Restlaufzeit“ ist deutlich geschrumpft. „Noch“ kann man vieles machen und fühlt sich auch „noch“ bereit dafür. In der Jugend sah es ja etwas anders aus: Da war das Zauberwort: Das kann ich „schon“ alles machen. Trotz aller positiver Denkweise oder ähnlicher hilfreichen Tools kann man an diesen Tatsachen nichts ändern.

Mir geht es also eher darum, wie ich diese verbliebene Zeit mit so vielen wie möglichen für mich lebenswerten Inhalten sinnvoll ausfüllen kann. Da ist natürlich ein gewisser Widerspruch. Einerseits möchte ich das Vor-Ruhestandsleben ganz gern etwas „ruhiger“ angehen und natürlich auch genießen, andererseits aber auch gern etwas „Sinnvolles“ tun. Das für mich „Richtige“ und dann die entsprechende Kombination zu finden ist allerdings gar nicht so einfach, wenn es zu viele Optionen gibt.

Insofern kann ich Deinen Standpunkt, eventuell länger als bis zum Renteneintritt arbeiten zu wollen (jetzt einmal abgesehen vom angesprochenen finanziellen Aspekt) gut nachvollziehen. Wenn die Arbeit an sich wenigstens hin und wieder Freude macht und das soziale Umfeld am Arbeitsplatz stimmt, ist das sicherlich gar nicht einmal so „abwegig“. Gewisse soziale Kontakte, die ich während meiner Arbeitszeit geknüpft hatte, vermisse ich doch hin und wieder. Nicht unbedingt die Arbeit an sich, da gibt es auch andere Sachen, wo man sich gut einbringen kann.

Ich wünsche dir, dass Du die für Dich richtige Entscheidung in den nächsten 3 Jahren treffen wirst.
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Hallo Patriarch,

jetzt im Winter ertappe ich mich bei scheußlichem Wetter wie heute doch des öfteren beim Faulenzen - lesen - auch hier, aber auch Kontakte halten, die es wert sind.
Rentner bin ich noch nicht und werde es wohl auch nie werden, zumindest wird mir die Arbeit nie ausgehen. Eine Aussicht, die mir keine Angst macht. Im Gegenteil, als Rentner wäre ich nicht mehr nur auf das schnöde Geldverdienenmüssen angewiesen. Wobei ich bei der Wahl meiner Jobs immer mehr Wert darauf gelegt habe, daß ich mich mit dieser Aufgabe wohlfühle, als ein besseres Einkommen.

Deine zwangsläufige Begrenzung der Beiträge wegen der Nichtpremiummitgliedschaft finde ich gut und werde es ähnlich machen. Ende März endet mein Premium, dann habe ich wieder viele andere Arbeiten draußen bis zur Dunkelheit und kann hier nicht so viel Zeit vertun.

Mein Tagesablauf an freien Tagen hat trotzdem eine feste Struktur - ich lebe in einer WG und wir essen meist zusammen, da muß man sich auf eine gemeinsame Zeit festlegen. Bei der Gelegenheit tauscht man sich über Neuigkeiten und Tagespläne aus.
Aber Tage wie heute schaffen auch Unzufriedenheit, was hätte ich alles erledigen können...
Mich erwischt die Arbeitswut daheim immer anfallsweise und seltsamerweise stets dann, wenn der Job kaum Zeit dafür läßt. Im Sommer kann ich oft kein Ende finden. Gibt es dieses Phänomen nur bei mir? Es ist bei mir schon immer so, ich brauche immer einen gewissen Druck.

Langeweile ist mir ein unbekannter Begriff und der TV ist sehr selten in Betrieb. Lieber höre ich interessante Radiosendungen direkt oder als Podcast nach, das geht auch neben einer wenig anspruchsvollen Arbeit.
Ganz allein in ein Museum oder Konzert zu gehen, bedarf aber einem ordentlichen eigenen Schubs, der bei einer entsprechenden Verabredung mit einem Anderen nicht nötig ist.
Ich bin aber auch gern allein, weil ich dann auf niemanden Rücksicht nehmen muß.
Letzendlich empfindet und löst das Problem jeder für sich anders.
Eigentlich mache ich nur noch das , was mir guttut! :P Möchte mal einfach nixtun und dann wieder aktiv sein!
Mache Aktivurlaube, um mich daheim wieder erholen zu können , das ist einfach toll!
Ansonsten plane ich meine Zeit ums tägliche schwimmen herum:
möchte spontan sein können für Treffen und nicht immer sagen ,"keine Zeit"!
Streß war früher,jetzt möchte ich nix mehr müssen! :lol:
Wobei es immer noch so einige "Pflichtübungen" natürlich gibt, aber die haben wir ja alle!
Struktur sind meine Mahlzeiten, die ich jetzt in Ruhe zubereiten und genießen kann!
Ich genieße jetzt mein Leben, denn es kann sich schnell ändern und dies wünsche ich euch auch :wink: !
@Swimmy
gut auf den Punkt gebracht !
Hallo Lupinasolum,

Danke für Deinen Beitrag! Es ist immer wieder interessant zu lesen, welche anderen Lebensentwürfe es gibt und wie sie umgesetzt werden. Das Leben in einer WG stelle ich mir sehr anspruchsvoll vor, vor allem, weil im Interesse eines halbwegs harmonischen alltäglichen Zusammenlebens doch dauerhafte Kompromisse gefunden werden müssen. Das ist in der wohl immer noch vorherrschenden klassischen “Zweierbeziehung“ manchmal schon schwierig genug; wieviel schwieriger muss das erst in einer Wohngruppe sein, deren Mitglieder ja auch nicht alle paar Wochen wechseln sollten.

Leider merke ich auch bei mir, dass ich immer mehr „Druck“ von außen brauche, um erst einmal überhaupt sinnvoll in die Gänge zu kommen und dann auch nicht gleich wieder etwas anderes machen zu wollen. Das kannte ich in meiner Berufszeit überhaupt nicht – da waren die festen Strukturen wahrscheinlich hilfreich.

Diesen „Druck“ von außen, wie Du es nennst, kann man auch ganz gut selbst aufbauen. Ganz einfach kleinere, realistisch erreichbare Teilziele formulieren und mit einem festen Termin verbinden und das Ganze auch mit jemanden kommunizieren, der dann gewissermaßen "abfragt", was denn alles geschafft wurde bzw. warum es nicht wie geplant verlaufen ist. So lange man das nicht übertreibt, so dass es wirklich in „Arbeitsstress“ ausartet, funktioniert das ganz gut.

Auch das gute alte „Tagebuch“ habe ich seit ein paar Wochen wieder entdeckt. Das schriftliche Formulieren von exakten, konkret abrechenbaren Zielen ist die erste Herausforderung, die zweite ist dann zu überlegen, warum es nicht wie geplant gelaufen ist und wie man es dann beim nächsten Mal besser machen könnte.

Ich gebe zu, das klingt alles sehr verkrampft (und ist es wahrscheinlich auch), aber für die „neue Freiheit“ mit ihren schier unendlichen Optionen zur spontanen Lebensgestaltung bin ich noch ganz fit.



Ja, Swimmy, vielleicht schaffe ich es eines Tages auch, mein Leben so locker und zufriedenstellend wie Du zu gestalten. Klingt auf eine gewisse Art sehr reizvoll. Darum könnte ich Dich fast beneiden…
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Ein sehr interessantes Thema wurde hier angeschnitten!

Ich hab mit 60 meinen Laden dichtgemacht und mich gefreut auf all die Aktivitäten, die ich immer ins Rentenalter verschoben hatte.

Ein Jahr lang habe ich es genossen, so locker in den Tag hineinzuleben, bis...
Ja, bis ich dann bemerkt habe, dass man auf diese Art schrecklich schnell alt wird.
Ich hab mich dann ganz schnell am Riemen gerissen und begonnen, wieder ein wenig zu arbeiten (gottseidank ist das in meinem Beruf möglich) und wieder eine Außenstruktur zu finden, die mich wieder ein wenig fordert.
Ich habe bemerkt, dass ich Herausforderungen brauche - mir genügt es nicht, ganz einfach so dahinzuleben.
Mein innerer Schweinehund flüstert mir dauerd zu, dass ich es mir doch bequem machen soll, und dass man fast alles auf morgen oder später verschieben kann...

Ich will das nicht!

Ich habe mich wieder diszipliniert - ih stehe zu einer vernünftigen Zeit auf, habe Pläne und Vepflichtungen, auf die ich mich freue und hoffe, dass ich so noch lange dranbleibe am kreativen Leben.

Ich mache wieder Vieles, aber mit etwas mehr Gelassenheit als früher.
Tage ohne eine von außen vorgegebene Struktur empfinde ich auf diese Art als Geschenk, und die werden oft gnadenlos verfaulenzt.
ich genieße es immer noch locker in den Tag hineinzuleben und fühl mich trotzdem noch nicht besonders alt :D
@Patriarch,
mit diesem "Druck" , den du da beschreibst, arbeiten auch die Psychotherapeuten.
Sie fordern ihre Patienten auf, ihre Termine aufzuschreiben, sie möglichst einzuhalten und dann auch schriftlich darzustellen, wie sie sie empfunden haben.
Wenn sie ihre Termine nicht eingehalten haben, müssen sie das begründen.
Es findet keinerlei Zensierung statt.
Für depressive Mennschen ist es ein Schritt in die Gesundheit, wenn sie dazu befähigt werden, wieder ihren Alltag strukturieren zu können.
Ich allerdings bin entsetzlich faul.
Ich war über 30 Jahre wie in einem Hamsterrad.
Diese Emsigkeit reicht für mein ganzes weiteresLeben. Es gibt für mich viel zu wenige Tage, an denen ich keinen Termin habe,
Allerdings weiß ich auch, dass ich die Möglichkeit hätte, mich jederzeit wieder mehr betätigen ui können.
Danke Gundel 11:45h :) ,ich versuche es immer auf den (.)zubringen, es wird nur oft nicht verstanden :lol: :lol:

liebe barbera,sieh es als DEIN Problem...dich "schnell" alt werde zu lassen! Ich fühle mich überhaupt nicht so, ganz im Gegenteil, ich fühle mich jünger als manche junge "Alte"!
Die Leute,die immer so "g'schaftig" wie der Bayer sagt ,herumrennen, schaffen weniger als......die scheinbar "Undisziplinierten" :D

Auch ich habe es lernen müssen,zufrieden zu sein, mit dem was ist, eine wunderbare Erfahrung,nach meinem arbeitsreichen,wandelbaren Leben!Bin 18 mal umgezogen durch ganz DE (von Süd bis Nord) und muß jetzt gar nix mehr!
Aber.... es ist total legitim, arbeiten um weiter zu leben :oops: , wenn es Freude macht,ansonsten sehe ich nur hängende Mundwinkel,sorry :roll:

Es gibt soviel Interessantes,(habe einiges davon in meinem Profil erwähnt),daß ich jetzt schon aufpassen muß,im Kalender notiertes nicht zu vergessen!
Patriach,Du machst es schon richtig,Deine Gedanken sind schon eine guter Teil des Weges!Mach weiter so, dann wirst auch du ein Lebenskünstler! :lol:
P.S. es ist doch legitim und eigentlich nicht der rede wert, ins Profil anderer zu schauen, dafür ist's ja schließlich da , oder???Ich mache es so oft ich will und vorrausgesetzt,...............der Zeitaufwand lohnt sich :lol: :lol:

Carpe diem!
Liebe swimmy -
ich hab erzählt, wie es mir geht und wie ich meine späten Jahre gestalte.

Du darfst das machen, wie du willst, ohne dich von mir angegriffen fühlen zu müssen.
Das Schöne am Älterwerden ist doch, dass man sich aussuchen kann, wie man leben will.

Ich lass dir deine Freud - lass du mir meine!
Shekinah hat geschrieben: Valentin, man kann auch Struktur und Trödeltag kombinieren. Struktur als Grundgerüst und drum herum einfach nur tun, was Spass macht, so wie die Kletterrose am Spalier.

Regelmässige Aufstehzeiten und einigermassen regelmässige Essenszeiten brauche ich einfach, sonst fühle ich mich nicht wohl und dann ist der Tag gelaufen. Aber dann irgendwo mit dem Wind davon, das tut gut. Frei wie der Wind selber.


Diese beiden "Ereignisse" halte ich auch ein, nur kam mir nie die Idee, dass ich dadurch mein Leben strukturiere. Aber vielleicht auch nur deshalb, weil ich nicht darüber nachgedacht habe, somit danke ich dir für diese Erkenntnis. "Mit dem Wind davon" gefällt mir auch schon sehr :D
Es gibt für alles einen Begriff, Valentin.
Einfach so vor sich hinleben geht gar nicht :-))))))))))))
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