Und wieder einmal ist zu konstatieren: "Und ewig grüßt das Murmeltier" - denn das hatten wir hier alles schon:


Verdandi hat geschrieben: » 15.12.2020, 11:58h (S. 77)

Zum Beitrag von Filofaxi » 14.12.2020, 23:34h

Bei Karl Popper ist die Falsifizierbarkeit das entscheidende Kriterium dafür, dass ein Satz wissenschaftlich ist. In dem Fall ist er solange richtig, bis erwiesen ist, dass er falsch ist.

Wenn also jemand behauptet: "Alle Schwäne sind weiß", muss nicht die Richtigkeit dieser Aussage bewiesen werden – was ein Ding der Unmöglichkeit wäre, weil man dafür alle Schwäne der Erde ausfindig machen müsste.
Es muss stattdessen versucht werden, diese Aussage zu falsifizieren, also einen andersfarbigen Schwan aufzutun. Da es bekanntlich auch schwarze Schwäne gibt, ist die Aussage also erwiesenermaßen falsch.

Kein wissenschaftlicher Satz wäre die Aussage: "Schwäne sind weiß", weil man sich hier nicht auf "alle" bezieht, so dass die Aussage zwar richtig, aber nicht falsifizierbar ist. Sie ist aber auch nicht interessant.

Wird die Aussage gegen Falsifizierung immunisiert, eine solche also von vornherein ausgeschlossen, ist der Satz nicht wissenschaftlich, sondern dogmatisch. Dieses ist bei den meisten religiösen und etlichen politischen Aussagen der Fall – z.B. beim Marxismus.


Bild

Schwarzer Schwan im Westfalenpark Dortmund / Foto von mir.


filofaxi hat geschrieben: Die wissenschaftliche Methode des Zweifelns anstatt des blinden Glaubens bedeutet in der Tat, eine Sache nicht nur von ihrer positiven, weil nützlichen, Seite für das eine Ziel zu akzeptieren, sondern auch ihre gleichzeitig negative, weil schädliche, Seite für ein anderes Ziel zu betrachten, was die Dialektik der Betrachtungsweise ausmacht, um dabei nicht in subjektive, zweckgerichtete Einseitigkeit zu verfallen.

Insofern gehört zum wissenschaftlichen Arbeiten beim Aufstellen einer Hypothese zunächst die induktive Rektifikation (anstatt von Verifikation) ...

Dann habe ich mal nachgeschaut, was induktive Rektifikation bedeutet, denn lesen bildet:
1) induktive Rektifikation (in der Wissenschaft) -> nichts gefunden
2) Rektifikation
2A) im Duden gibt es drei Bedeutungen:
Bestimmung der Bogenlänge einer Kurve -> Gebrauch Mathematik
das Rektifizieren (2) -> Gebrauch Chemie
Richtigstellung, Berichtigung -> Gebrauch bildungssprachlich veraltet
2B) wiki Begriff in der Verfahrenstechnik
... auch Gegenstromdestillation genannt, ist ein thermisches Trennverfahren zum Auftrennen einer homogenen Lösung aus zwei oder mehr Stoffen.

"Die wissenschaftliche Methode des Zweifelns anstatt des blinden Glaubens bedeutet in der Tat, ..." mal wieder einen Beitrag eines selbsternannten Filosofen zu hinterfragen und mit den ersten Zweifeln an der fachlich nicht zutreffenden Bedeutung von Wörtern, den gesamten Artikel als einen Beitrag aus einem Buch für Sagen oder Märchen zu deklarieren.

Nun @ filofaxi, es kann sein, dass ich mich mit dem Begriff "induktive Rektifikation" "zum wissenschaftlichen Arbeiten beim Aufstellen einer Hypothese" getäuscht habe. Ich sehe aber ernst zunehmende Zweifel.

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Meine Anfrage [CornusMas) vom 14.01.2021, 00:12 zu deinen Unterstellungen in meine Richtung wurde noch nicht beantwortet.
Der Vollständigkeit halber hier nochmal das zugehörige Zitat zu meiner Feststellung vom, 13.01.2021, 23:18 : …..Nach einem kurzen Exkurs in die Praxis, bei der die Frage von CornusMas nach dem wirtschaftspolitischen Sein und dem Sein-Sollen im Vordergrund stand, …..

von CornusMas » 10.01.2021, 22:20

....Diese Überlegungen sind aus meiner Sicht auf die Gesellschaft übertragbar. An dieser Stelle meine ich mit Gesellschaft die Einwohner der Bundesrepublik Deutschland, wobei es breite Parallelen auch zu anderen europäischen Ländern gibt / geben sollte.

Die Gesellschaft kann man in einem IST-Zustand beschreiben, was natürlich nach Veröffentlich eigentlich ein Vor-kurzem-war-Zustand ist, was aber vernachlässigbar sein müsste.
Daraus kann man einen gesellschaftlichen Soll-Zustand bestimmen und sich Maßnahmen überlegen, das führt zu neuen Gesetzen, um diesen Zustand zu erreichen. In der Praxis sieht das eher so aus, dass man sich diesem gesellschaftlichen Soll-Zustand "nur" annähern kann, da die Gesellschaft sich immer in irgendeine Richtung entwickelt. Die Gesellschaftliche Entwicklung steht damit immer im Kontrast zu einer Definition von Sein und Seiend. ....


Nun weiter zur Wissenschaftstheorie:

Man kann keinen Satz gegen wissenschaftliche Falsifizierung immunisieren, sondern der ist von selber solange dagegen immun - und muss daher wissenschaftlich auch als richtig gelten - , bis er es nicht mehr ist, und somit als falsch gilt.

Unter den vorher definierten Vorbedingungen wäre es logisch richtig (nämlich folgerichtig), zu sagen: „Wenn alle Schwäne weiß sind, weil weiß als unverwechselbares Wesensmerkmal von Schwänen betrachtet wird, dann kann ein ähnlich aussehender schwarzer Schwimmvogel kein Schwan sein!“, sodass die Behauptung, er sei dennoch ein Schwan, logisch zwar richtig, aber ontologisch falsch ist.

In Sätzen hingegen wie: „Es muss einen Weltenschöpfer geben oder zumindest gegeben haben, weil sonst Niemand da gewesen wäre, der Himmel und Erde hätte erschaffen können!“ wird das, was man damit beweisen will, bereits als gegeben vorausgesetzt, sodass nur noch unter Gleichgesinnten abgestimmt zu werden braucht, um sich mehrheitlich bestätigen zu lassen, dass jegliche Existenz immer eine vorsätzlich erschaffene sein müsse, und daher niemals von selber entstanden sein könne.

Ähnlich gehen auch Anhänger von Ideologien vor, wie Popper es selber tut, wenn er den Liberalismus dem Sozialismus aus irgendwelchen persönlichen Gründen vorzieht und ihn damit auch als für alle Anderen als die bessere Alternative zu beweisen versucht, was natürlich genauso wenig funktioniert, wie bei seinen politischen Kontrahenden, sodass es da ebenfalls bei einem irrationalen Missionierungsversuch bleiben muss.
@ Verdandi vom 14.01.2021, 10:33 Uhr

Ich habe den Eindruck, dass unsere Meinungen relativ nah zusammen liegen, auch wenn ich Unterschiede in einigen Details feststelle.

Vorbemerkungen:

Die Erkenntnisse von Philosophen sollte man immer aus der Sicht ihrer Zeit sehen und dabei heraus arbeiten, was heute noch zutreffend ist.
In der Zusammenfassung von getabstract.com zu Karl Popper ist mir eine fehlerhafte Stelle aufgefallen:

"... Marx: Der Marxismus ist die reinste, am weitesten entwickelte und gefährlichste Form des Historizismus. Was Karl Marx allerdings von seinen historischen Vorläufern ebenso unterscheidet wie von den Faschisten, ist der humanitäre Impuls. Im Gegensatz zu Hegel ging es Marx ernsthaft darum, seine Theorien auf die drängenden sozialen Probleme seiner Zeit anzuwenden. Er wollte Methoden entwickeln, mit denen die Lage der leidenden und ausgebeuteten Menschen verbessert werden konnte. Trotzdem ist er nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch gescheitert. Noch verhängnisvoller aber ist, dass seine Lehre nach wie vor unzählige Leute beeinflusst, die guten Willens sind und die eigentlich eine offene Gesellschaft unterstützen möchten. ..."

Ich bin kein Anhänger des Marxismus. Wenn man aber die Zeit seiner Geburt bis zum 03. Oktober 1990 in der DDR gelebt hat und sich mit dem Marxismus auseinader zu setzen hatte, dann weiß man folgendes:

1) China predigte den Maoismus.
2) Jugoslawien und Albanien sowie Kuba gingen eigene Wege des Sozialismus. War das Marxismus?
3) Die Sowjetunion und die von ihr nach dem zweiten Weltkrieg beeinflussten Staaten nannten die Gesellschaftslehre Marxismus-Lenismus, in dem ein gewisser Anteil Stalinismus (vor allem in der Sowjetunion) enthalten war.
Das war kein reiner Marxismus!
Reiner Marxismus hat also in den sozialistischen Staaten nie existiert.
Wie kann Marxismus praktisch, wenn er nie vorhanden war, und vor allem theoretisch gescheitert sein?

Hauptbeitrag:

Ich habe immer darum gebeten, die Interaktionen des einzelnen Menschen speziell innerhalb der Gesellschaft zu sehen.

"... Popper appelliert nachdrücklich an die Verantwortung des Einzelnen ..." Das ist ein äußerst wichtiger Kern.

Ich plädiere dafür die Verantwortung des Einzelnen (Menschen) angemessen zu betrachten.

Da gibt es für mich zwei unterschiedliche Seiten, die ich für äußerst bedenklich halte und vor denen ich eindrücklich abrate:

A) Die Heroisierung eines Indiviuduums
Der "Befreier" erscheint und wird zeit seines Lebens gehuldigt. Das gab es schon zweimal in der deutschen Geschichte in den letzten rund 100 Jahren.

B) Die Unterordung der Individuen - hängt oft mit A) zusammen - in ein bestimmtes politisches System.

Aus deinen Antworten lese ich bis jetzt heraus, dass die Bedeutung des Individuums ergebnisoffen zu diskutieren wäre. Dazu passen allerdings nicht die Einschränkungen in dem Beitrag über Karl Popper. Auch meine Bemerkungen A) und B) passen nicht dazu.

Würde man für das Individuum den gesellschaftlichen Rahmen festlegen, dann könnte man negative Ergebnisse schon von Anfang an ausschließen.

Zum Beitrag 14.01.2021, 22:52h

>>Man kann keinen Satz gegen wissenschaftliche Falsifizierung immunisieren, sondern der ist von selber solange dagegen immun - und muss daher wissenschaftlich auch als richtig gelten - bis er es nicht mehr ist, und somit als falsch gilt.<<

Doch man kann!
Einen Satz nicht widerlegen zu dürfen, ist ja etwas völlig anderes, als ihn (noch) nicht widerlegen zu können:

Er wurde im ersten Fall durch ein ideologisches Dogma, das nicht hinterfragt werden darf, vor Widerlegung geschützt ("immunisiert") und im zweiten Fall konnte er in der Sache selbst noch nicht  widerlegt werden, obwohl dieses erlaubt ist. 

Alle totalitären (feudalistischen, 
faschistischen, kommunistischen, ...) gesellschaftlichen Systeme sind darauf ausgerichtet, unter allen Umständen zu verhindern, dass sie in Frage gestellt werden. Die positiven Behauptungen über sich selbst (zum Beispiel eine menschenfreundliche und gerechte Gemeinschaft zu sein) stehen grundsätzlich nicht zur Debatte, sondern sind als unbedingte Wahrheiten zu akzeptieren und dürfen niemals angezweifelt werden. Jeder, der gegen diese Doktrinen verstößt, muss damit rechnen, verfolgt, interniert oder sogar umgebracht zu werden - was man ja in China und Russland immer wieder beobachten kann. 

>>Unter den vorher definierten Vorbedingungen wäre es logisch richtig (nämlich folgerichtig), zu sagen: „Wenn alle Schwäne weiß sind, weil weiß als unverwechselbares Wesensmerkmal von Schwänen betrachtet wird, dann kann ein ähnlich aussehender schwarzer Schwimmvogel kein Schwan sein!“, sodass die Behauptung, er sei dennoch ein Schwan, logisch zwar richtig, aber ontologisch falsch ist.<<


Im oben vorgebrachten Fall wurde schon als erwiesen vorausgesetzt, dass alle Schwäne weiß seien, so dass einem offensichtlich schwarzem Schwan die Schwan-Eigenschaften kurzerhand aberkannt werden, um das Dogma aufrechterhalten zu können.

Der Fehler liegt ganz offenbar in der Verifikation der Farbe Weiß, die nun wie ein Dogma aufrecht erhalten wird, um zu verhindern, dass das Kartenhaus durch Falsifikation zum Einsturz gebracht werden kann. - Das ist alles andere als wissenschaftlich. Und die behauptete Logik funktioniert nur in diesem falschen geschlossenen System. - Hier trifft genau das zu, was im folgenden "Weltenschöpfer"-Beispiel wie ein vorgeblich gegensätzliche Fall ("hingegen") dargestellt wird. 

Karl Popper war alles andere als ein Ideologe. 
Diese beliebig daherkommende Kritik an ihm erscheint vielmehr als genau das, was sie anzuprangern meint und stellt somit eine klassische Projektion dar und ist wiederum bloß eine Methode der Indoktrination innerhalb geschlossener Systeme. 

 


Zum Beitrag 14.01.2021, 22:52 Uhr

"... Man kann keinen Satz gegen wissenschaftliche Falsifizierung immunisieren, sondern der ist von selber solange dagegen immun - und muss daher wissenschaftlich auch als richtig gelten - bis er es nicht mehr ist, und somit als falsch gilt. ..."

Das ist doch Wortakrobatik- wie so oft - falsche Begriffe - wie so oft - Unterstellungen gegenüber anderen - wie so oft - und dann habe ich folgendes gefunden:

"... Ein größerer Teil der Hegel’schen Schriften sei – so Popper – zudem absichtlich unverständlich formuliert, um Kritik unmöglich zu machen. Mit diesem Versuch, durch unverständliche Sprache tatsächlich fehlende inhaltliche Substanz vorzutäuschen, habe Hegel in der Philosophiegeschichte eine neue Epoche eingeleitet, die nicht auf Gedankenaustausch und Argumentation, sondern auf Beeindruckung und Einschüchterung ausgerichtet gewesen sei. Dieser ‚Jargon‘ habe zunächst intellektuelle und dann auch moralische Verantwortungslosigkeit nach sich gezogen. Popper versucht auch Verbindungen dieses Denkens zu Zentralismus, Etatismus und Nationalismus und Faschismus aufzuzeigen. ..."

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper#Gesellschaftstheorie


Das kommt mir irgendwie bekannt vor, wenn man einen Namen ändert.

@ CornusMas (14.01.2021, 23:41h)

Der Marxismus in Reinkultur konnte gar nicht umgesetzt werden, weil die Theorie als Idee für eine konkrete Utopie nicht praxistauglich also umsetzbar war.

Dafür können etliche Gründe aufgeführt werden: Widersprüche und lose Enden im Werk (Marx starb zu früh oder war nicht in der Lage, es zu Ende zu denken - vermutlich aber gibt es da auch keine Vollendung!) sowie die sich letztlich immer wieder als falsch herausstellende Überzeugung, dass Geschichte Gesetzmäßigkeiten entwickelt, so dass ihre Entwicklung nur in die richtige Richtung gebracht werden muss, um sich automatisch positiv zu vollenden.

Marx ging davon aus, dass die Verhältnisse den Menschen prägen und bloß verbessert werden müssten, um ihn in seiner Gemeinschaft zufrieden und glücklich werden zu lassen. Damit unterschätzte er jedoch den starken individuellen Willen nach Selbstverwirklichung. - Im Übrigen war Marx kein Politiker oder Soziologe und schon gar kein Psychologe, sondern ein Philosoph und sozialkritischer Ökonom seiner Zeit, der gar nicht absehen konnte, welche Dogmen die Kommunisten später in ihren geschlossenen totalitären Systemen aus seiner Lehre ableiten würden.

Das ist meine Sicht - ob diese in allen Details mit Popper übereinstimmt, weiß ich nicht einmal genau. Für mich ist der Kommunismus endgültig erledigt. Und ich habe auch nicht vor, nur wegen des Anspruchshaltung der Ewiggestrigen und Unverbesserlichen wieder tief in diese Materie einzusteigen.

Die These von Popper von der Immunisierung gegen die Wahrheit und hierdurch Schaffung von Dogmen innerhalb geschlossener Systeme finde ich sehr gut verständlich und nachvollziehbar.

Der einzige Weg einer sozialen Verbesserung ist der mögliche und legitime innerhalb eines freiheitlichen  demokratischen Rechtsstaates. Dafür braucht allerdings niemand einen "Ismus"!

Das ist auch meine Antwort auf Deinen Schlusssatz:
>>Würde man für das Individuum den gesellschaftlichen Rahmen festlegen, dann könnte man negative Ergebnisse schon von Anfang an ausschließen.<<

Der gesellschaftliche Rahmen ist der freiheitliche demokratische Rechtsstaat. Weitere Einschränkungen für das Induviduum halte ich nicht für notwendig!

Allerdings sehe ich Handlungsbedarf für Industrie, Wirtschaft - insbes. Finanzwirtschaft, Energieerzeugung,  Gesundheitssystem und andere institutionelle Bereiche, um die Lebens- und Umweltbedingungen zu verbessern.


___________________


Bei der Heroisierung einer Person - im Rahmen des sogenannten "Führerprinzips" - geht es nicht um die betreffende Person als Individuum, sondern als Symbolfigur mit Identifikationsfunktion für ein bestimmtes geschlossenes politisches oder religiöses System - in sogenanntem Gottesstaaten ist es beides zugleich.



Man kann keinen wissenschaftlichen Satz dagegen immunisieren, als richtig (bzw. wahr) oder falsch (bzw. gelogen) betrachtet zu werden, sondern nur Menschen geistig dagegen immunisieren, einen Satz kritisch zu überprüfen, und damit wissenschaftlich zu denken, indem man ihnen einsuggeriert, bereits die Wahrhaftigkeit eines Verkünders sei ein Garant dafür, dass das, was er verkündet, auch mit der Realität übereinstimme, sodass man getrost auf eine eigene Vergewisserung verzichten könne.

Das gilt allerdings nicht nur für Verkünder von gesellschaftlichen Ideologien, sondern auch von Wissenschaftspäpsten, die so auf ihre Erkenntnisse fixiert sind, nachdem sie auch von Gleichgesinnten eine große Anerkennung erfahren haben, dass es Niemand von ihnen mehr wagt, den weltanschaulichen Unsinn, den die jeweilige Ikone außerdem noch als „Weisheit“ von sich gegeben hat, in Frage zu stellen.

Die jeweiligen Anhänger eines Personenkultes - der davon lebt, dass die Person, die sie verehren, gegensätzlich gegen eine Andere abgrenzen, die sie verachten - , tendieren dazu, besonders schnell Opfer solcher Verkünder mit machtpolitischen Interessen zu werden, nachdem ihnen die geistige Distanz zur Sache verloren gegangen ist.

So wittern sie bereits durch den einfachen Satz, wie etwa: „Der schwarze Schwan schwimmt auf See des Dortmunder Westfalenparks!“ bei ihren Gegnern sofort eine Irreführung, wenn sie bisher davon ausgegangen sind, dass Schwäne nur weiß sein können, um sich rechthaberisch über ihren Gegner zu erheben, während die Anhänger sofort bereit sind, sich dem Angebeteten zu unterwerfen und dabei ihr falsches Vorurteil zu korrigieren, um ihm zu gefallen, wobei dieses jedoch nicht durch wissenschaftliche Falsifikation geschieht, sondern durch braves Nachplappern als Akt ihres bereitwilligen Gehorsams.

Die Trotzreaktion bei der Abwehr unangenehmen (An-)Eerkennens, dass das, was eine unliebsame Person verkündet hat, richtig ist, weil es mit der Realität übereinstimmt, kann bei besonders fanatischen und damit auch ignoranten Gegnern auch dazu führen, dass sie sich an Details festbeißen, die gar nicht wesentlich sind, wie etwa, dass sich der schwarze Schwan ja auch im Essener Grugapark habe befinden können, was jedoch mit dem Wesen des Schwans genauso wenig zu tun hat, wie mit dem landläufigen, falschen Vorurteil, dass die Farbe Weiß dazugehöre, sodass ein weißer Schwan eine Tautologie sei.

In Bezug auf eine sogenannte „Verantwortung“ dafür, was Jemand wie verstanden hat, anstatt der Verantwortung eines Verkünders für das, was zu verkünden er beauftragt wurde, so ist hierbei der Begriff "Verantwortung" genauso unangebracht, wie der der „Verifikation“ (dh. Bewahrheitung durch Glaubhaftmachung) eines Glaubwürdigen, wenns in Wirklichkeit um die ontologische „Richtigkeit“ der Behauptung etwa eines Zeitzeugen im Sinne der "Abbildungsgleichheit (oder Gleichgerichtetheit) seiner Aussage mit der vergangenen Realität" geht, bei der trotz seiner Wahrhaftigkeit ein Perspektiven- und damit Ansichtsbedingter Irrtum niemals ausgeschlossen werden kann.

Außerdem kann nicht eine Ansicht richtig oder falsch sein, sondern höchstens das, was der Betrachtende daraus folgert, wobei das, was er logisch richtig daraus schließt, während er das Offensichtliche ignoriert, sowohl der größte Unsinn sein kann, als auch der Weisheit letzter Schluss, wie es bei Analogien der Fall ist, die ein höheres Verständnis für dieselbe Struktur erfordern, wenn man mit ihnen Etwas beschreiben will, was ein Anderer noch nie selber erlebt hat, sodass bei ihm wenigstens eine ähnliche geistige Vorstellung davon entsteht, wenns schon nicht dieselbe ist.

Da man die „Rektifikation“ eher im Sinne einer „nachträglichen Richtigstellung“ als Rechtfertigung seiner eigenen Schlussfolgerung gegen die negative Kritik durch Andere anwendet, gerät man damit genauso in Widerspruch gegenüber Demjenigen, der Etwas Anderes gesagt hat, wie mit einer „Falsifikation“ der nur scheinbar richtigen Behauptung eines Anderen durch den Beweis der Richtigkeit des Gegenteils.

Das führt leicht zur Auseinandersetzung mit der Person des Anderen, anstatt nur mit seiner Aussage – so, als habe man ein Recht auf Richtigkeit oder gar Wahrhaftigkeit bei ihm, welches es einzufordern gilt.

Bei der eigenen wissenschaftlichen Überprüfung seiner Aussagen hingegen, wird wohl eher eine vorher als richtig angesehene Folgerung nachträglich falsifiziert, bevor man sie tätigt, anstatt umgekehrt eine vorher als falsch erkannte Folgerung nachträglich rektifiziert, wobei sich dem Wissenschaftler die Frage nach der eigenen Wahrhaftigkeit und der Enttarnung einer eigenen Lüge durch nachträgliche „Verifikation“ und die damit bewirkte Wiederherstellung der eigenen Glaubwürdigkeit gar nicht stellt.
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Die Möglichkeit menschlichen Handelns innerhalb einer menschlichen Gemeinschaft wird nicht unbedingt von allgemeinen, sozial notwendigen Regeln begrenzt, sondern hauptsächlich von der Macht, die Jemand hat, und mit der er selber bestimmen kann, was zu geschehen hat: nämlich das, was für die eigenen Zwecke nützlich zu sein scheint, und damit für ihn selber und Seinesgleichen richtig ist – auch, wenn es für alle Anderen schädlich und damit falsch ist.

Damit wird eine zielgerichtete Entwicklung der Menschheit oder einer menschlichen Kulturgemeinschaft weder von zufälligen und daher unbeabsichtigten Umständen entscheidend beeinflusst, noch von Menschen, die vorsätzlich die Geschicke der Menschen zum Allgemeinwohl lenken, sondern vorwiegend von Denen, die ihren Eigennutz auf Kosten der Gemeinschaft dabei verfolgen.

Gäbe es die nicht, wäre es auch nicht nötig, Korrekturvorschläge zu machen oder gesetzliche Zwangsmaßnahmen zu fordern, um die Einhaltung von sozialen Regeln zum Zwecke des Schutzes der Schwächeren vor der Willkür der Stärkeren notfalls auch gegen deren Willen mehrheitlich durchzusetzen, was bekanntlich eine Sache der Unmöglichkeit ist, wenn man nicht über die nötige Stimmenmehrheit im demokratischen Kampf um die Vormacht verfügt.

Das liberalistische Gewährenlassen der wirtschaftlich Mächtigen wird von deren Opfern zwar als willkürlich betriebener Sozialdarwinismus und damit moralisch als unanständig betrachtet, lässt sich aber dennoch prima von den Tätern damit rechtfertigen, dass ein mutmaßlich allmächtiger Weltenlenker das ja verhindert hätte, wenn es nicht sein ausdrücklicher Wille gewesen wäre, dem sich die reichen Gewinner im Kampf um die Vormacht ebenso wenig entziehen können, wie die armen Verlierer.

So muss immer das als richtig für den Schädiger gelten, was falsch für den Geschädigten ist, und umgekehrt das richtig für den Geschädigten, was falsch für den Schädiger ist, weil es aufgrund der Ungleichheit der Betreffenden eben keine Richtigkeit für Alle geben kann.

Und was die Verantwortlichkeit des eigenmächtig Entscheidenden betrifft, so ist nur Derjenige verantwortlich, der zur Verantwortung gezogen werden kann, und ihn notfalls auch gegen seinen Willen dazu zwingen, das kann nur ein Stärkerer den Schwächeren, und niemals umgekehrt - auch wenn sich der tatsächlich Schwächere noch so sehr einbildet, vorstellt oder sich gar von einem eingebildeten Hirngespinst wünscht, der Stärkere von Beiden zu sein.

Die Hegelsche dialektische Erkenntnis Dessen, was notwendigerweise geschehen muss, weil es aufgrund der jeweiligen Umstände gar nicht anders geschehen kann, wie es nun mal geschieht - worin sie der Schopenhauerschen gleicht - , kann sich übrigens ebenfalls nur auf die Erkenntnis der Vergangenheit beziehen, und nicht auf die Zukunft, welche in ihrer konkreten Zusammensetzung und in ihrem notwendigerweise Entstanden-Sein erst dann erkannt werden kann, wenn sie zur Vergangenheit geworden ist.

Was im Nachhinein noch möglich ist, sind interessengebundene, geistige Ursachenzuschreibungen, mit denen man sich unter konsequenter Ignoranz der Realität anmaßen kann, die Richtigen selbstbewirkt zu haben, während die Falschen auf das Konto Anderer gingen.

Toleranz sollte auch ein Ende haben dürfen!

„Damit möchte ich nicht sagen, dass wir z.B. intolerante Philosophien auf jeden Fall gewaltsam unterdrücken sollten; solange wir ihnen durch rationale Argumente beikommen können und solange wir sie durch die öffentliche Meinung in Schranken halten können, wäre ihre Unterdrückung sicher höchst unvernünftig. Aber wir sollten für uns das Recht in Anspruch nehmen, sie, wenn nötig, mit Gewalt zu unterdrücken, denn es kann sich leicht herausstellen, dass ihre Vertreter nicht bereit sind, mit uns auf der Ebene rationaler Diskussion zusammenzutreffen, und beginnen, das Argumentieren als solches zu verwerfen; sie können ihren Anhängern verbieten, auf rationale Argumente – die sie ein Täuschungsmanöver nennen – zu hören, und sie werden ihnen vielleicht den Rat geben, Argumente mit Fäusten und Pistolen zu beantworten.

Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die die Intoleranz predigt, außerhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels.“

„Weniger bekannt ist das Paradoxon der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“


Karl Popper, "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" (1945)


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Karl Popper (1902-1994), Büste (Bronze) im Arkadenhof der Universität Wien





"Damit möchte ich nicht sagen, dass wir z.B. intolerante Philosophien auf jeden Fall gewaltsam unterdrücken sollten; solange wir ihnen durch rationale Argumente beikommen können und solange wir sie durch die öffentliche Meinung in Schranken halten können, wäre ihre Unterdrückung sicher höchst unvernünftig. Aber wir sollten für uns das Recht in Anspruch nehmen, sie, wenn nötig, mit Gewalt zu unterdrücken, denn es kann sich leicht herausstellen, dass ihre Vertreter nicht bereit sind, mit uns auf der Ebene rationaler Diskussion zusammenzutreffen, und beginnen, das Argumentieren als solches zu verwerfen; sie können ihren Anhängern verbieten, auf rationale Argumente – die sie ein Täuschungsmanöver nennen – zu hören, und sie werden ihnen vielleicht den Rat geben, Argumente mit Fäusten und Pistolen zu beantworten.


Herr Popper

Wie kommt es, dass ein so kluger Mann wie Sie den Umweg einer Aussage über das Objekt benutzt, anstelle der Personen die die Objekte vertreten?

Denken Sie tatsächlich es gäbe da einen Unterschied im Verhalten d e r Menschen, die eine verschleierte, Gewalt beinhaltende Unterdrückungspolitik betreiben, aufrüsten bevor ein Dialog hat stattfinden können, zu d e n Menschen die Toleranz nicht als ein "in Schach halten" verstehen und folgedessen ihrer Empörung Ausdruck verleihen?

Toleranz Herr Popper, muss gelehrt und gelernt werden, da sind wir uns wohl einig, aber bitteschön nicht ohne das dazu benötigte und korrekt angewandte Werkzeug.

Frau Mehusae,
der kluge Herr Popper hat es mir (weil ich ein
Ohr für ihn habe) für Sie aus dem Totenreich zugeflüstert:

Was Sie Objekt nennen, meine Liebe, ist tatsächlich der geistige Brandstifter, auf den sich der Intolerante beruft und  zum Anhänger machen lässt. Es gibt in dieser Konstellation nur ein vermeintliches Objekt: nämlich das des zum Schuldigen stilisierten Opfers; tatsächlich ist es derjenige, der sich tolerant bis zu Äußersten gibt und damit untergeht, weil er sich vom Intoleranten mundtot machen lässt. Das gilt es zu verhindern!

Ansonsten gilt: Als Erwachsener ist jeder Intolerante selbst für seine Intoleranz verantwortlich, Erziehung hin oder her!




>>...
Nur die Freiheit macht menschliche Verantwortung möglich. Aber ohne Verantwortung geht die Freiheit verloren; vor allem ohne intellektuelle Verantwortung.“

Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde II. Falsche Propheten Hegel, Marx und die Folgen. Hrsg.: Hubert Kiesewetter. 8. Auflage. Tübingen 2003, ISBN 3-16-148069-4, S. 362.

Die Grundforderung nach Freiheit und Verantwortung führt zu Pluralität. Deswegen ist dem Kritischen Rationalismus oft vorgehalten worden, eine liberalistische Position zu vertreten. Doch ob eine Politik konservativ, liberal oder sozialistisch ausgerichtet wird, ist eine Frage des Diskurses. Die Philosophie kann diesen Diskurs nur begleiten, indem sie die Logik der Argumente prüft, indem sie prüft, ob Sollen auch Können beinhaltet, und indem sie auf die Einhaltung der Rationalität drängt. Poppers Philosophie beinhaltet auch eine Kritik am Laissez-Faire-Liberalismus. Dieser ist insofern eine Ideologie, als er den ‚freien Markt‘, der alles zum Guten regelt, als empirisches Naturgesetz oder als Ergebnis der Wissenschaft auffasst. Aber weder die Wissenschaft noch die Natur können sagen, was das Gute ist:

„Well, I still do believe that in a way one has to have a free market, but I also believe that to make a godhead out of the principle of the free market is nonsense."

["Nun, ich glaube zwar immer noch, dass man in gewisser Weise einen freien Markt haben muss, aber ich glaube auch, dass es Unsinn ist, aus dem Prinzip des freien Marktes eine Gottheit zu machen."]

Adam J. Chmielewski, Karl R. Popper: The future is open. A conversation with Sir Karl Popper. In: Ian Jarvie, Sandra Pralong (Hrsg.): Popper’s Open Society After Fifty Years, S. 36.
...<<


Quelle: Wikipedia, Kritischer Rationalismus





Toleranz (Bewegungsspielraum) gewähren kann nur Derjenige, der auch die Macht des Vermögens hat, und nicht nur das launenbedingte, vorgestellte Mögen.

Dazu gehört auch, dass das, was er vorhat, nicht zu viel und nicht zu wenig Spielraum eingeräumt bekommt, sondern den Erfordernissen so weit wie möglich angemessen ist, weils sonst nicht funktionieren kann.

Da man das aber nicht schon vorher weiß, sondern erst dann, wenn die Sache in Betrieb genommen wird, muss ständig nachgebessert werden, wobei jede Starrheit zum Energieverlust durch Reibung führt. Deshalb ist die Flexibilität umso nötiger, je schneller sich die Umstände ändern.

Das betrifft auch die Verwendung von Begriffen, die den aktuellen Umständen nicht mehr entsprechen, sodass man das, was man früher damit richtig abbilden und verstehen konnte, irgendwann nicht mehr kann.

Begriffe, die früher richtig - weil passend - waren, werden dann irgendwann unpassend und damit falsch, sodass sie infolgedessen korrigiert werden müssen, um weiterhin ihren Zweck zu erfüllen, wobei man toleranterweise eine gewisse Zeit verstreichen lassen muss, bis sich die Benutzer sich drauf eingestellt haben.

Dafür sind Linguisten zuständig (und nicht "verantwortlich"), die auch die Wörterbücher erstellen, was nicht willkürlich geschieht, sondern nach geisteswissenschaftlichen Vorgaben, um sich einerseits nicht allzu weit von dem Ideal zu entfernen, welches darin besteht, traditionelle Gepflogenheiten und gegenwärtige Erfordernisse so weit wie möglich miteinander in Einklang zu bringen.

Angewendet auf gesellschaftliche Vorgänge, ist das Argument der ökonomischen Nützlichkeit, welches das jeweilige System für den entsprechenden Nutzer wertvoll macht, und für einen anderen nicht, sowohl von seinen echten als auch vorgestellten Bedürfnissen abhängig, sodass zwar Alle die Diktatur bevorzugen, bei der sie unabhängig vom Diktat Anderer sind, aber die unterschiedlichen Machtverhältnisse dazu führen, dass nicht Alle Herren sein können, wobei die Schwächeren automatisch zu Dienern werden.

Das Ziel der „Unabhängigkeit durch Herrschaftsfreiheit“ bedingt auch eine Gleichheit der Machtverhältnisse, die durch Niemanden gewährleistet werden kann, weil der ja über mehr Macht verfügen müsste, um alle Anderen gleichzuschalten. Daher ist zB die Forderung des Schwächeren nach Gleichberechtigung mit dem Stärkeren mit der Formulierung: „MAN muss Dieses oder Jenes dafür tun, um z.B. Gleichberechtigung zu erlangen" zu unbestimmt, weil das eben nicht JEDERMANN tun kann, sondern nur ein eigens dazu fähiger Herr, der über alle Anderen regiert (herrscht).

Wenn der seine Vormachtstellung nicht aufgeben will, gibt es für seine Diener kein "zulassendes Dulden dieses Missstandes", welches ausschließlich Demjenigen vorbehalten ist, der auch über die nötige Macht verfügt, ohne sich dabei zu verausgaben, sondern nur noch ein "Erdulden Desjenigen, der den Umstand erleiden muss", weil er ihn eben aufgrund seiner zu geringen Machtfülle nicht ändern kann.

Was nun die Akzeptanz ethischer Regeln betrifft, die für Alle gleichermaßen gelten sollen, sind die ebenfalls nur diktatorisch durchsetzbar, und können nicht dem Gutdünken eines Jeden selber überlassen werden, um damit seine eigenen Regeln zu seinem Vorteil aufzustellen.

Den kategorischen Imperativ eines übersinnlichen Weltenherrschers, der den Menschen angeblich von Geburt an klar gemacht hat, dass sie Andere nicht zu ihrem Nachteil schädigen sollen, wenn sie nicht dafür bestraft werden wollen, gibt es leider nur so lange, bis der Betreffende dieses Täuschungsmanöver durchschaut hat, und ohne schlechtes Gewissen Denjenigen Rücksichtlosen und Intoleranten nacheifert, die sich auch nicht dran halten, und dennoch sehr erfolgreich sind.

Damit wird auch die allgemeine Empfehlung, Vernunft walten zu lassen, um nicht als unvernünftig zu gelten, ad absurdum geführt, weil eben das, was für den Einen vernünftigerweise als zweckmäßig und damit richtig gilt, für den Anderen noch lange nicht für seine Zwecke geeignet sein muss, und damit völlig falsch sein kann.