Der Co-abhängige ist so krank wie der Alkoholiker. Wie bei ihm braucht es zuerst eine Krankheitseinsicht, damit er sich selbst ändert und seine ihm selbst schadenden Gewohnheiten langsam verliert. Nach meiner Erfahrung kann eine entsprechende Selbsthilfegruppe sehr viel helfen.

Andere Cos suchen eine Beratungsstelle auf, andere bleiben ein leben lang krank, andere enden in der Psychiatrie, andere sterben an ihrer Coabhängigkeit.

Ohne sichtbares Suchtmittel sind Cos ernsthaft krank, diese Krankheit kann im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Was bringt Veränderung?

Ich möchte hier auf zwei kleine Bücher hinweisen und damit eine erste Möglichkeit aufzeigen, wie der Co beginnen kann, sich zu ändern.
Mir geholfen haben sog. Wortmeditationsbüchlein. Für jeden Tag des Jahres sind eine halbe Seite, eine Seite hilfreicher Gedanken zu den unterschiedlichsten Themen aufgeschrieben. Wie das Zähneputzen, kann das Lesen dieser Texte einer Routine werden, die für die Gesundheit wichtig ist.

Viele lesen diese Texte am Morgen und beginnen den Tag mit diesen guten Gedanken.

Das eine Buch ist von Melody Beattie, "Kraft zum Loslassen, Tägliche Meditationen für die innere Heilung"
das andere "Mut zur Veränderung, Einen Tag nach dem andern in Al-Anon II"
Dieses zweite Buch ist nur über die Al-Anon Familiengruppen zu kaufen und nicht im anderen Buchhandel erhältlich.

Ich habe nicht geprüft, ob die beiden Bücher aktuell noch zu kaufen sind. Meine Ausgaben sind von 1990 bzw. 1996. Die beiden Büchlein sollen einen Wegnfang zeigen.

Wer sich verändern will, braucht einen ersten Schritt. Der kann ganz verschieden aussehen. Mein erster Schritt, war damals mehr ein Stolpern, als ein echter Schritt. Was habe ich mich gewunder, dass ich in diese Situation gekommen war und durfe ich überhaupt in eine Selbsthilfegruppe gehen, weil ich unter dem Alkoholkonsum eines mir nahe stehenden Menschens so unglaublich litt? Übertrieb ich nicht masslos? Lange roch ich die Fahne nicht, erst als ich im vierten Monat schwanger war und das in zweiter Ehe. Wie mir schien eine unmögliche Situation, völlig ohne vernünftige Lösung, verdammt zum Leiden bis in alle Ewigkeit. - Um es höflich auszudrücken: Ich war überfordert und das restlos. Und in der Gruppe wurde ich liebevoll aufgenommen und es wurde mir immer aufs Neue versichert, dass ich willkommen und da völlig richtig sei. "Mein" Betroffener war nie völlig knülle. Er war ein klassischer Pegeltrinker. Zuviel oder zuwenig war gar nicht gut.

Soviel für den Moment. Das Thema ist riesig und das erste Stolpern oder der erste Schritt ist klein. - ich will niemanden "zutexten".
Ein alkoholkranker Mensch der es geschafft hat im Moment trocken zu bleiben, bleibt in der Zeit die er lebt immer gefaehrdet rueckfaellig zu werden.

Wie ist das mit der Coabhaengigkeit, kann ich das Ablegen wie ein Handschuh im meinem Leben? Oder wird mich diese Coabhaengigkeit immer einholen, trotz Selbsthilfegruppen, ich frage mich was ist das fuer ein Prozess, manch ein Psychotherapeut verkennt die Situation!
Gestern abend auf dem2.Programm sah ich eine Sendung ueber die Sucht, manches kam mir sehr vertraut vor, jedoch wurde nach meiner Meinung zum Schluss die Situation von einer Frau die sich nachdem sie von ihrem Mann getrennt hatte, der nicht nur getrunken hatte sondern sie und ihre Kinder misshandelt hatte, ein neues Leben zu leben. Sie bildete sich weiter im Beruf lernte einen neuen Mann kennen und ist hoffentlich gluecklich bis ins hohe Alter. Mir kam das vor wie in einem kitschigen Film und ueberhaupt nicht realistisch, deshalb meine Frage ist alles vergessen, 15 Jahre war sie mit dem Mann verheiratet, es ist ja auch gut wenn sich das Glueck wieder einstellt, hat es wirklich eine Chance? Oder wird die Coabhaengigkeit jeden wieder einholen, das ist meine Frage
Meine Erkenntnisse, einmal Co immer Co.
Gluecksbaerchen,

kannst du deinen Text nochmals lesen - vorallem im Mittelteil. Irgendwas stimmt da nicht... sorry soll nicht vorwurfsvoll ein, aber sehr klar liest sich ein Text auch nicht.
@Uccellino,

vll. solltest Du den Beitrag von @Gluecksbaerchen genauer lesen. Es fehlen paar Commas (vll. schreibt sie am Handy, da kann's passieren), doch der Text ist (zumindest für mich) ganz klar und deutlich. Und ihre Frage am Schluß umfasst das Ganze.

LG
Gluecksbaerchen hat geschrieben: Ein alkoholkranker Mensch der es geschafft hat im Moment trocken zu bleiben, bleibt in der Zeit die er lebt immer gefaehrdet rueckfaellig zu werden.

Wie ist das mit der Coabhaengigkeit, kann ich das Ablegen wie ein Handschuh im meinem Leben? Oder wird mich diese Coabhaengigkeit immer einholen, trotz Selbsthilfegruppen, ich frage mich was ist das fuer ein Prozess, manch ein Psychotherapeut verkennt die Situation!
Gestern abend auf dem2.Programm sah ich eine Sendung ueber die Sucht, manches kam mir sehr vertraut vor, jedoch wurde nach meiner Meinung zum Schluss die Situation von einer Frau die sich nachdem sie von ihrem Mann getrennt hatte, der nicht nur getrunken hatte sondern sie und ihre Kinder misshandelt hatte, ein neues Leben zu leben. Sie bildete sich weiter im Beruf lernte einen neuen Mann kennen und ist hoffentlich gluecklich bis ins hohe Alter. Mir kam das vor wie in einem kitschigen Film und ueberhaupt nicht realistisch, deshalb meine Frage ist alles vergessen, 15 Jahre war sie mit dem Mann verheiratet, es ist ja auch gut wenn sich das Glueck wieder einstellt, hat es wirklich eine Chance? Oder wird die Coabhaengigkeit jeden wieder einholen, das ist meine Frage


Ja Glücksbärchen, ähnlich habe ich auch gedacht...Happy end gibt es nur im Film... Denn ich erlebe es heute nach 12 Jahren Trennung/Scheidung immer noch so und gebe froggy somit völlig Recht... einmal Co immer Co... Denn wenn der Trinkende aufhört zu saufen..stellt er das Gesöf bei Seite...Damit kann der Coabhängige nicht so einfach aufhören Co zu sein...weil das helfen wollen, auch was mit dem Herzen zu tun hat...meine Erfahrung.... Der ganze Mist hat was mit der frühkindliche Erziehung, Wertschätzung und Selbstwertgefühl zu tun...
Rabea, ich kann dir nicht so ganz zustimmen.

Eine sogenannte Co-Abhängigkeit wird immer im Hintergrund vorhanden sein, auch wenn man sehr viel dagegen unternommen hat, aber es gibt hervorragende Möglichkeiten, etwas zu tun....wobei man dabei auch in die Lage versetzt wird, an sich selber zu denken und auch wieder die Fähigkeit zu erhalten, eigene persönliche Entscheidungen zu treffen.
Vom Selbstwertgefühl brauche ich gar nicht zu reden.

Ich habe diese jahrelange Prozedur hinter mir, nachdem ich viele Jahre mit meinem alkoholkranken Partner zusammengelebt habe.
Diese Abhängigkeit kam schleichend, habe es selber gar nicht wahrhaben wollen...und habe mich natürlich dahinter verschanzt. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich meine soziales Netz genauso schleichend verabschiedet hat.
Die Entscheidung , etwas für mich zu tun , kam von einer Freundin meiner Tochter.......die meine Veränderung bemerkte.....und mir dann diverse Tipps gab.

Nach Beratung eines Psychologen im Gesundheitsreferats und diverser Literatur war ich dann " bereit" für den Besuch einer Selbsthilfegruppe " ALANON" , die Angehörigengruppe von den AA`s.
Das war das Beste, was mir passieren konnte. Ich besuchte die Gruppe 1 x pro Woche in einer ausgesprochen freundlichen Gruppe, in der wir wie bei den AA`s die 12 Schritte durchgingen oder einfach auch nur Gespräche führten.

Es dauerte zwei Jahre , in den ich mich NUR FÜR MICH veränderte, lernte, meinem Partner wieder SEIN Leben zurückzugeben......egal, wie dies ausfiel.

Und ich lernte, immer wieder zu verzeihen und auch den Begriff "Demut" zu schätzen und die ständigen Schuldgefühle abzubauen......

Meine Tochter, die damals noch in unserem Haushalt lebte, profitierte davon....und ging einen guten Weg.

Die Entscheidung , wie es weitergehen könnte, musste ich ganz alleine treffen. Meine Erkenntnis dabei war, dass ICH gehen musste, was dann emotional sehr hoch angesiedelt war.......und unendlich viel Kraft gekostet hat.............in Liebe loslassen ging nicht mehr.

Anschließend bin ich noch ein paar Jahre in die Gruppe gegangen, was sehr gut tat, besonders als meine ehemaliger Partner ein halbes Jahr nach der Trennung an seiner Krankheit verstarb.

Heute , denke ich, gehe ich eine guten Weg........weiß auch, dass ich nach wie vor "gefährdet" bin , lese immer wieder in meinen Büchern auch ,wie Lioness sagt, die Tages- Meditationsbüchlein und immer wieder mal die 12 Schritte.
Und ich habe mein soziales Netz wieder aufbauen können....
Mizzi vielen Dank für dein Satement...bei mir lief es nicht so glatt, denn beim lesen, deines Kommentar, fiel mir auf, dass mir etwas wesentliches fehlte. ZEIT

Ich hatte damals auch mein soziales Netz verloren und konnte es bis heute nicht wieder aufbauen...
Jan2004 Trennung, Mai 2004 Hinterwandinfarkt, Mai 2004 3 fachBypass-OP, Juni 2004 1. Schlaganfall, Juli2004 2. Schlaganfall von Juli bis Dez. 2004 Reha, von 2004 bis 2010 fand meine Genesung statt, Logopäde, Physio, Psychotherapie usw usw...ich schrieb in meinem Blog mal, wie ich meine Tochter geb.1993 aus den Augen verlor, nichts mitbekam, dass sie abrutschte in Form von Alkohol, Rauchen, Selbstverletzung, weil sie meine und ich ihre Rolle übernahm, nicht bewußt, bis ich meine Tochter morgens in ihrem Bett blutüberströmt fand, wir hatten einige Zeit keinen Kontakt, was uns Beiden gut tat...sie ging mit 16 ihremn eigenen Weg mit dem Jugendamt(weil ich damals noch nicht wieder lesen und schreiben konnte) in eine Wohngruppe, dies war es so besser für meine Tochter und für mich, sie machte ihr Fachabi, letztes Jahr machte sie ihren Gesellenbrief als Akustik/Augenoptikerin mit Bravur...ich lernte von 2012 bis eigentlich heute wieder lesen und schreiben, seit 2014 arbeite ich wieder Teilzeit, mit dem Geld komme ich gerade so aus... Doch fand ich bis heute keine ZEIT mich von meinen Schuldgefühlen zu verabschieden... Mich zu finden..die Psychotherapie damals galt meiner Genesung,meinen Körper und mich mit meinen Defiziten anzunehmen, wie er war...ich erinner mich nicht, ob wir auch über Schuldgefühle sprachen...die ich sehr wohl noch habe...Glaube mir schon wenn ich nur von der Zeit meiner Tochter schreibe, treibt das Tränen in meinen Augen... Ich weiß nicht, wie ich das heute noch aufarbeiten kann...
Hallo Rabea,

deinen sehr schweren Weg habe ich ja auch zum Teil über deine Blogs mitbekommen, und du hast , denke ich , für dich das Beste daraus gemacht und mit viel Kraft einen Neuanfang gestaltet.

Da sind ja enorm viel "Baustellen" zu verarbeiten.

Deine Co-Abhängigkeit hängt mit deinem Ex-Partner UND deiner Tochter zusammen........da sind schon sehr massive Dinge passiert, was ich aber nicht beurteilen kann und darf.


Du hast immer noch die Möglichkeit , einen guten Weg zu gehen, um deine Co-Abhängigkeit zu verarbeiten.........da geht gehört auch , dass du dir selber verzeihen kannst.....das ist ein kleiner Bruchteil von vielen kleinen Schritten.

Meine Tochter hat viel Glück gehabt, heil aus dieser unrühmlichen Geschichte herauszukommen, hätte auch ganz anders ausgehen können, wenn ich heute zurückdenke.
Ihre noch relativ junge Lebensgeschichte hat viele dunkle Stellen.......soll aber hier kein Thema sein.

Ich wünsche dir, dass du wenigsten einen kleinen Teil einer erfolgreichen Genesung erleben kannst.

Lieben Gruß
Ich denke das die Menschen in einer Beziehung der Coabhaengigkeit erfahren haben, ich spreche jetzt nur von Suchtkranken, denn die Coabhaengigkeit ist auch in anderen menschlichen Beziehungen zu erfahren, wo sich keiner von frei sprechen kann. Mir ist nur aufgefallen, das wir Frauen sozialer eingebunden sind, als Maenner! Der Mensch der an einer Suchterkrankung verstorben ist, ist von allem erloest. Doch die Familie hat mit der Sucht und der Bewaeltigung im realen Leben zu meistern. Mir ist es aufgefallen, das ohne zu wollen, wirklich wahr, ich habe spuerbar immer noch in meinem Umfeld mit Menschen zu tun die entewder selbst abhaengig sind oder mit einem Suechtigen zusammen leben, es ist wie ein Magnet. Ich wuerde nie mehr bei Gott mich in den Faengen der Krake Alkohol einlassen, ich bin nie suechtig gewesen, jedenfalls nicht in Form von Zigarretten und Alkohol, ich weiss wohl das es Suechte gibt die uns Menschen koerperlich nicht schaden, suchtlos gibt s wohl nicht auf dieser Erde. Zum Schluss uns die Coabhaengig sind waren, bleibt nichts anderes uebrig daran zu arbeiten, dass das Leben positiver gestaltet werden kann
Du brauchst keine Schuldgefuehle gegenueber Deiner Tochter zu haben, sie wird eine kleine Persoenlichkeit sein, so wie Du schreibst Rabea, sie wird ihren Weg gehen, wir Eltern koennen unsere Kinder auf ihrem Weg begleiten und wir gehen unseren eigenen weiter, Dir wuensche ich viel Kraft und Gesundheit :D
Salut !
Gerade entdecke ich auch Euch.
Wie schön !
Die Columbine.
das andere "Mut zur Veränderung, Einen Tag nach dem andern in Al-Anon II"
Dieses zweite Buch ist nur über die Al-Anon Familiengruppen zu kaufen und nicht im anderen Buchhandel erhältlich.


Diese beiden Büchlein sind noch immer bei den AL Anon Gruppen erhältlich !
"Mut zur Veränderung, Einen Tag nach dem andern in Al-Anon II"ist bei booklooker für 7,70 € erhältlich.
Ich habe die Büchlein alle aus meiner Zeit bei "AL-ANON".....auch wenn ich sei nicht so sehr mehr brauche, schaue ich immer mal wieder rein....tut gut......