froggybln hat geschrieben: Meine Erkenntnisse, einmal Co immer Co.

Dem kann ich nur zustimmen.

Eine frühere Freundin ging jahrelang weiter zu den Al-Anon, über die Scheidung hinaus und auch noch Jahre, nachdem der Ex bereits verstorben war.
Ich riet ihr, die Gruppe zu verlassen, und sich in einer Therapie zu befreien. Sie lehnte ab, sie wolle nicht ihre Freunde verlieren. Da machste nix.

In Al-Anon-Selbsthilfegruppen soll Angehörigen von Alkoholkranken geholfen werden. Dabei können sie sich selbst nicht einmal helfen.

Beispiele hätte ich noch mehr.
Ja, und jedes Jahr liest man etwas Neues aus dem alten Text !
In diesen Gemeinschaften habe ich die treuesten Freunde der letzten neunzehn Jahre gefunden.
Sei es Al Anon, Erwachsene Kinder oder bei den gemeinsamen Meetings der AA' s.

Ich habe meine ersten Narben auf der Seele als Kind in einem trinkenden Elternhaus bekommen.
Später mir (natürlich) einen trinkenden Ehemann ausgesucht.
Jahrelang gar nicht erkannt, was war.
Später nicht wahrhaben w o l l e n !
Erst als ich bei den Al Anons ( Gruppen für Angehörige von Alkoholikern) war, im Glauben, dort zu erfahren , wie ich meine Ehe retten kann......
erst dort lernte ich was "alkoholkrank" bedeutet.
Und wie sehr auch der Partner des Alkoholkers der Hilfe bedarf.
Meine Ehe konnte ich trotz aller Hoffnungen und Bemühungen nicht retten.
Drei Jahre mit vielen Gruppenbesuchen halfen zwar mir, geistig-seelisch wieder stabiler zu werden;
Aber meinem damaligen Mann war der Alkohol wichtiger als unsere Ehe.
Dann ging ich.
Das war schwer .
Und später lernte ich dort meine große Liebe kennen.
Einen seit dreißg Jahren trockenen Alkoholiker.
Der es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht hatte, anderen zu helfen, auch aus der Sucht zu kommen.
Eine in sich gefestigte Persönlichkeit voller Mitgefühl für die Schwachen und Gescheiterten.
Von ihm habe ich viel gelernt.
Nun ist er seit drei Jahren auf der anderen Seite des Lebens.
Manchmal denke ich, er darf nun den edelsten Wein dort genießen. Jetzt aber ganz ohne Suchtgefahr.......
Ich grüße alle hier mit einem Lächeln.
Die Columbine.
Hallo Columbine,

ja das kenne ich ebenfalls aus meiner Kindheit zur Genüge!
Hat etwas prägendes für's ganze Leben!
Ich habe daraus gelernt nur soviel zu trinken das es niemals ausartet. Ich trinke ein gutes Gläschchen Wein als Genuss und manchmal auch zwei! Betrunken zu sein kann ich überhaupt nicht leiden, den das hat mit Genuss überhaupt nichts mehr zu tun !
Immer schön den Deckel draufhalten sage ich mir immer wenn manchmal doch das Verlangen nach einem weiteren Gläschen aufkommt!
Trotzdem bin ich mir bewusst das auch ich ein wenn auch kleiner Alkoholiker bin!
Aber damit kann ich leben, habe weder gesundheitliche noch psychische Probleme damit!

Liebe Grüße
Hans
Hans, danke für Deinen Kommentar.
Aber schon, wenn jemand sagt, er sei nur ein kleiner Alkoholiker, gehen bei mir alle roten Lämpchen an.
So mancher Alkoholiker sagt von sich, er sei nur ein Genußtrinker.
Was i s t ein k l e i n e r Alkoholiker ???!
Was verstehst Du darunter ?
Columbine, das bewundere ich, dass du den Mut hattest, trotz deiner ersten Ehe mit einem Alkoholiker einen Neuanfang mit einem trockenen Alkoholiker zu wagen.

Nach meiner Ehe mit einem Alkoholiker käme für mich nie wieder ein Mann in Frage, der Alkoholiker war. Dafür ist meine Angst einfach zu groß. Diese Enttäuschung, die nach jedem Entzug meines Mannes kam, wenn ich merkte, dass er wieder trinkt, möchte ich nie mehr im Leben mitmachen.
Ich hab hier schon über meine Erfahrungen mit AA und Al-Anon geschrieben.
Es gibt sie - die positiven Erfahrungen!
Mein Mann schaffte es in und mit AA ein nüchternes Leben zu leben. Noch lange Jahre machten wir beide in den AA und Al-Anon-Gruppen mit. Aus Dankbarkeit, um den Menschen, die mitten in den Problemen steckten Mut zu machen, zu vermitteln, dass es zu schaffen ist!

Wir hatten noch 30 gute, "nüchterne" Jahre miteinander. Und noch heute, nach mehr als 40 Jahren habe ich Freundinnen aus dieser Zeit. Wir treffen uns einige Male im Jahr und es ist immer gut!

Alkoholismus ist eine Krankheit. AA sagt: " Es ist keine Schande, krank zu sein. Es ist aber eine Schande, nichts dagegen zu tun." Tun muss man und es ist harte Arbeit.- Und es lohnt sich!
Malavera.
Ja. das verstehe ich nur zu gut !
Mir geht es geanuso. Ich kann mit angetrunkenen Menschen gar nicht mehr um.
Mein zweiter Mann war eine in sich gefestigte sehr starke Persönlichkeit.
Er war nicht mehr gefährdet.
Hinzu kam, dass er einen wunderbaren Charakter hatte.
Ich glaube, ihn hätte ich nicht einmal wieder verlassen, wenn er tatsächlich rückfällig geworden wäre.
Alkoholiker sind ja nicht alle gleich.,
Es gibt auch unter ihnen sympathische und unsympathische .....
Meine Schwester sagte mir einmal : Der Alkohol holt nur das raus, was im Menschen drin ist !
Hingegen würde ich jeden Partner verlassen, wenn er mich wiederholt schlecht behandeln würde.
Das hatte ich ausreichend in meiner Kindheit und Jugend, später in der Ehe.
Dann lebe ich lieber allein. Das ist das kleinere Übel.
Das Risiko, zum Alkoholiker zu werden ist bei jedem Menschen gegeben, nicht nur die Rückgefallgefahr bei trockenen Alkoholikern.
@Columbine, mein Mann war ein herzensguter Mensch, daher war es für mich umso schwerer, auch nach unserer Scheidung, mitanzusehen wie er sich zu Grunde richtet. Im Dezember 2015 ist er mit 55 Jahren gestorben.

Ich selbst hab den Fehler gemacht, mir damals keine Hilfe zu suchen, zu Lasten meiner Gesundheit
Shekinah hat geschrieben: Das Risiko, zum Alkoholiker zu werden ist bei jedem Menschen gegeben,

Das ist so nicht richtig, denn es müssen gewisse Voraussetzungen gegeben sein.
Und die wären?

Erkläre mir dann bitte auch, wie überzeugte Abstinentler durch einen schweren Schicksalsschlag zum Alkoholiker werden konnten.

Ich trinke aus Überzeugung keinen Alkohol, aber ich würde nicht einmal für mich garantieren, dass es nicht dumm laufen könnte. Kein Mensch ist 100 % suchtresistent.
Suchtresistenz ist reine Übungssache
Nicht jedeR hinkt durchs Leben, kaum eineR wid einE begnadete BergsteigerIn und die, die es betriff, werden suchtkrank, andere deshlb Co-abhängig.

Besonders Kinder, Alateens, sind dem hilflos ausgeliefert.
Ich habe an eigenen Leib erlebt, wie der Sohn eines nüchternen, begnadeten, vorbildhaften AA's zugrunde ging.

Wer seine eignen Probleme erkennt und sie angeht der oder die macht eine Veränderung. Wann die blaue Blume gepflückt werden kann, kommt auf die Anzahl der Steine in dem berühmt-berüchtigten Rucksäckchen an. Meines hat mich fast zu Grunde gerichtet.