….Immerhin muss der Bevorzugte nicht fürchten grundlos geschädigt zu werden, was meines Erachtens beim nicht Bevorzugten schon durch die Wahrnehmung dieses Umstandes der Fall sein kann, weil er daher an seinem Selbst-verständnis zweifelt und im Wert für Andere u. U. permanent in Frage gestellt ist. …..

Wenn das Selbst-Verständnis nur die Vorstellung des Wertes ist, den man selber beim Anderen genießt, so kann die natürlich einer Fehleinschätzung entsprechen – umso mehr, als dass man sich nicht vergewissert, welchen Wert man tatsächlich bei ihm genießt, vielleicht aus Angst davor, doch nicht (mehr) so wertvoll für ihn zu sein, wie man es bislang erhofft hatte, oder wie man es vor Kurzem noch war.

Da sowohl jede Schädigung als auch Begünstigung nicht grundlos geschieht, ist die Tatsache, dass sie einen Grund hatte, noch keine Rechtfertigung dafür, auch der Situation Desjenigen angemessen zu sein, der sich darüber freuen darf oder der darunter leiden muss.

Die „Begünstigung als Ausdruck der positiven Wertschätzung“ ist – wie gesagt – mehr als nur die „Bekundung eines besonderen Mögens (Liebens)“, sondern stellt auch die „Würdigung der durch eigene Leistung erworbenen Verdienste des Geliebten“ dar, die der Nutznießer derselben dem Erbringer schuldet.

Hier spielt es ethisch keine Rolle, ob er ihn jetzt nicht mehr so mag, nachdem er Jemanden kennengelernt hat, der ihm einen größeren Nutzen in Aussicht stellt, sodass sein vormaliger Partner für ihn nun verhältnismäßig weniger wertvoll IST (und ihm nicht nur so erscheint), oder ob er ihn weiterhin aus Gewohnheit und Nostalgie als einen „Hoffnungsträger in Bezug auf zukünftigen Nutzen“ betrachtet – nach dem Motto: „alte Besen kehren gut!“

Da das Selbst-Verständnis nicht nur das Verständnis des Betreffenden von sich selbst betrifft, um es vom dem Verständnis eines Anderen zu unterscheiden, welches der von ihm hat, sondern sondern vor Allem das Ansehen, was er bei Anderen genießt, und worauf deren Wertschätzung beruht, die er tatsächlich bei ihnen genießt, ist das Wissen darum, was man wem wert ist, im Rahmen eines Selbst-Verständnisses, welches das eigene Selbstbild ausmacht, unverzichtbar, wenn man mit seinen falschen Hoffnungen und Befürchtungen nicht an der sozialen Realität scheitern will.

….Hier muss zwingend die Frage gestellt werden, weshalb überhaupt erst mit Honig geschmiert wird.
Was führt dazu auf diese Weise mit Mitmenschen umzugehen, und ebenso von Wichtigkeit, wer lässt sich am Honig festkleben?
Hier sind Antworten vielleicht nicht so leicht zu finden und dennoch gehört es zur Frage, was der Mensch tun kann, wie zum Beispiel hier, um sich aus dem zuckersüssen "Verfängnis" befreien zu können. …..


Die Schmeichelei, mit der man dem Umschmeichelten ein besseres Selbstbild vermittelt, als es der Realität entspricht, soll dem Betreffenden suggerieren, dass er mit den Besseren durchaus mithalten kann, sofern er sich genügend darum bemüht, genauso gut zu sein, wie sie, weil er angeblich von Geburt an auch das Zeug dazu habe.

So setzt man Kinder mit überhöhten Heilserwartungen unter einen enormen Leistungsdruck, dem die sich dann auch irgendwann selber unterziehen, um von ihren Eltern oder späteren Vorgesetzten gemocht und auch gewürdigt zu werden – selbst wenn die Würdigung ihrer tatsächlichen Verdienste gar nicht vom Gemocht-Werden abhängig ist, sondern von den Vereinbarungen, die man mit dem Leistungsempfänger getroffen hat, und die korrekterweise eine konkrete Entlohnung für die erbrachte Leistung miteinschließt.

Nun ist aufgrund der Kette von Ursache und Folge mit der gemeinsam erlebten Vergangenheit auch immer eine bewertende Erwartungshaltung hinsichtlich der Zukunft verbunden, die sich in positiver Weise als Hoffnung und in negativer Weise als Befürchtung darstellt.

Das bedeutet, dass man besonders bei einer erfolgreichen Zusammenarbeit in der Vergangenheit dazu tendiert, den vorgestellten zukünftigen Nutzwert seines Partners stärker zu bewerten, als den von ihm real in der Vergangenheit erbrachten – nach dem Motto: „Sollte das schon Alles gewesen sein, oder geht da nicht noch mehr?“ - ohne dabei zu berücksichtigen, dass aufgrund altersbedingten Nachlassens der Leistungsfähigkeit die positive Erwartung (Hoffnung) einer Steigerung ebenso unrealistisch und damit falsch ist, wie die Erwartung der Aufrechterhaltung derselben bis in alle Ewigkeit.

Weil Niemand weiß, was die Zukunft bringt, bevor sie zur Gegenwart geworden ist, ist es auch müßig, überhaupt einen vorgestellten zukünftigen Nutzwert als Entscheidungsgrundlage dafür zu benutzen, um Jemanden als wertvoll oder wertlos einzuschätzen, denn das geht nur in Hinsicht auf die gegenwärtige Situation, die man dabei immer im Auge behalten sollte, um den Bezug zur gegenwärtigen Realität nicht völlig zu verlieren.

Da Gegenwart folgerichtig und damit zwangsläufig aus der Vergangenheit hervorgegangen ist, und – gemeinsam mit den zukünftigen Umständen – ebenso notwendigerweise die Voraussetzung für die Zukunft bildet, ist ein entsprechend begründeter, realer Wertverlust oder Wertzuwachs bei Anderen für den Auf- oder Abgewerteten unvermeidbar - ganz gleich, was er von sich selber halten mag, oder wie sehr er sich auch immer um Aufwertung oder Werterhalt seiner Person durch Diejeningen, von denen er abhängig ist, bemüht.

Die mit der Bewertung verbundenen Selbsterkenntnis betrifft jedoch keinen absoluten Selbstwert, sondern vor Allem den Wert, welchen Andere dem gemeinsamen Verhältnis mit ihrem Partnern beimessen, was auch deren soziale Einstellung widerspiegelt, die sie dem Bewerteten gegenüber einnehmen, welche sie in positiver Weise dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie ihn auch dann für seine Verdienste würdigen, wenn er keinen besonderen vorgestellten zukünftigen Nutzwert für sie mehr zu haben scheint, und sie auch nicht mehr auf seine weitere Leistungen angewiesen sind.
Da das Selbst-Verständnis nicht nur das Verständnis des Betreffenden von sich selbst betrifft, um es vom dem Verständnis eines Anderen zu unterscheiden, welches der von ihm hat, sondern vor Allem das Ansehen, was er bei Anderen genießt, und worauf deren Wertschätzung beruht, die er tatsächlich bei ihnen genießt, ist das Wissen darum, was man wem wert ist, im Rahmen eines Selbst-Verständnisses, welches das eigene Selbstbild ausmacht, unverzichtbar, wenn man mit seinen falschen Hoffnungen und Befürchtungen nicht an der sozialen Realität scheitern will.

Grundlage eines Selbstverständnisses ist ein unbehindertes „Geworden-sein“ des Menschen, das ihn dazu befähigt sich verbal, gestikulierend und oder schriftlich klar zu verständigen.
Was ein Gegenüber in Worten, die zwar nicht immer genau das beschreiben was gemeint ist oder was wirklich damit gesagt werden will, versteht, verstehen will oder eben nicht, dafür benötigen wir treffende Formulierungen, die klar und deutlich d a s Aussagen was gemeint ist, und keine unbeabsichtigten oder auch beabsichtigten Doppeldeutungen und irreführende Ausdrücke.

https://www.youtube.com/watch?v=fw1GYidfiWw

Selbst-Verständnis bedeutet doch auch zu wissen wie man mit seinem Körper, mit seinem Geist und mit seiner Beziehungs(un)fähigkeit leben und umgehen kann, was auch bedeutet, dass man nicht immer ein Rezept, zur Behebung einer Behinderung des Körpers oder unangenehmen und unerwarteten Situationen ausserhalb des Körpers, zur Hand hätte.

Das Erkennen, wie und wo man auf welche Umstände, Gegebenheiten und Vorkommnisse aus einem Selbstverständnis heraus reagiert, bedeutet ja noch nicht Sicherheit im Umgang mit jeder uns präsentierenden Situation.
Wie schnell diese ins Wanken gerät und wir vom Trauen, Vertrauen in andere Menschen abhängig sind, ist uns in der gegenwärtigen Zeit deutlich bewusst geworden.
Hier sollte man sich nicht von Schlagwörtern gewisser Autoritätspersonen und Statistiken täuschen lassen. Gestorben wurde zu allen Zeiten.

So setzt man Kinder mit überhöhten Heilserwartungen unter einen enormen Leistungsdruck, dem die sich dann auch irgendwann selber unterziehen, um von ihren Eltern oder späteren Vorgesetzten gemocht und auch gewürdigt zu werden – selbst wenn die Würdigung ihrer tatsächlichen Verdienste gar nicht vom Gemocht-Werden abhängig ist, sondern von den Vereinbarungen, die man mit dem Leistungsempfänger getroffen hat, und die korrekterweise eine konkrete Entlohnung für die erbrachte Leistung mit einschließt.

Es könnte aber auch sein, dass gerade dadurch, bei noch so intensivem Einsatz, ein stetiges Empfinden des nicht genügen Könnens folgt, da die in der Gegenwart falsch erwartete Belohnung, - in jenem Ausmass gemocht zu werden, wie dies als Heranwachsender gerne erlebt worden wäre - gewiss weiterhin ausbleiben wird.
Kann dieser Umstand nicht bewusst erfahren und auch überwunden werden, folgt irgendwann unausweichlich der Zusammenbruch.
Ermutigung ist sicher die bessere Alternative zu Lob und Tadel (Zuckerbrot und Peitsche) im Umgang mit Kindern.
….Grundlage eines Selbstverständnisses ist ein unbehindertes „Geworden-sein“ des Menschen, das ihn dazu befähigt sich verbal, gestikulierend und oder schriftlich klar zu verständigen. …..

Grundlage eines Selbstverständnisses ist vor Allem die Fähigkeit, sich als einen Bestandteil einer Gemeinschaft mit Anderen erkennen zu können. Dazu ist es nötig, auch eine Idealvorstellung davon vermittelt zu bekommen, was man tun und lassen muss, um für die Gemeinschaft nicht nur erträglich, sondern auch nützlich zu sein, was man bereits im Kindergarten lernt, wo es darum geht, der beruflich als Erzieherin qualifizierten Kindergartentante zu gefallen, um nicht von ihr sozial geächtet zu werden.

Daher lernt der Mensch auch noch lange danach für den Lieblingslehrer, der ihm als (gutes oder auch schlechtes) Vorbild dient, und nicht für sein Leben, wie er es eigentlich sollte.

Diejenigen, die sich sogar noch im Erwachsenenalter weigern, einen guten Rat von Jemandem anzunehmen, den sie nicht sympathisch finden, reagieren sogar beleidigt darauf, wenn sie in negativer Weise dabei kritisiert werden, und vergeben selbst dem Freund nur mit Vorbehalt und aus lauter Gnade, wenn er das bei ihnen auch zu tun wagt – ohne jedoch dabei den Sinn der Botschaft zu begreifen, die da lautet, dass sie ihr schlechtes Sozialverhalten gefälligst zu ändern und ihr gutes beizubehalten haben, um für Andere so wertvoll zu sein, wie sie es sein wollen.

…..Was ein Gegenüber in Worten, die zwar nicht immer genau das beschreiben was gemeint ist oder was wirklich damit gesagt werden will, versteht, verstehen will oder eben nicht, dafür benötigen wir treffende Formulierungen, die klar und deutlich d a s Aussagen was gemeint ist, und keine unbeabsichtigten oder auch beabsichtigten Doppeldeutungen und irreführende Ausdrücke. ….

Die sprachliche Kompetenz ist natürlich unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Kompetenz, die man fälschl. auch als „emotionale Intelligenz“ bezeichnet, wobei es bei der Intelligenz nicht um ausgedrückte Befindlichkeiten (die man auch als Gefühlsausdruck bezeichnet) oder um das nachdrückliche Äußern sozialer Anliegen mit Hilfe von Emotionen geht, sondern um Vorstellungen, die sich Jemand von einem Sachverhalt macht, der er selber erfahren oder von Anderen vernommen hat, die zum Verständnis desselben führen.

Gerade bei der Vermittlung abstrakter Sachverhalte, wozu auch die sozialen gehören, spielt eine dem sprachlichen Verständnisvermögen des Adressaten angemessene Darstellungsweise die Hauptrolle, weil sonst alle Mühen für die Katz wären. Das geschieht zunächst meist mit Hilfe von bildhaft anschaulichen (konkreten) Symbolen, bei denen jedoch immer die Gefahr besteht, dass sie wörtlich genommen werden, was dem Verständnis dessen, wofür sie stehen, eher abträglich ist.

Ansonsten helfen auch Beispiele aus dem Erfahrungsbereich des Gesprächspartners, ein tiefer gehendes Verständnis für abstrakte Sachverhalte zu erlangen, wie etwa die unsichtbaren Beziehungen zwischen sich und seiner Umwelt, die man eben nicht mit der Hand „erfassen oder begreifen“ kann, sondern nur symbolisch mit dem Geiste.

Fehlen Einem jedoch die passenden Begriffe z.B. für soziale Sachverhalte, auf die man unwillkürlich mit irgend einem Verhalten reagiert, so ist man nicht in der Lage, sie mit einem geistigen Abstand zu betrachten und sie ihrem Wesen nach zu erkennen, sodass nicht nur der Satz von Wittgenstein gilt: „Was man nicht klar mit Worten beschreiben kann, dazu muss man schweigen!“, sondern auch seine Folgerung daraus: „Die Sachverhalte, wofür man keinen passenden Begriff hat, kann man sich auch nicht vorstellen!“

Diese Beschränktheit des Vorstellungsvermögens aufgrund von fehlender sprachlicher Kompetenz ist noch gravierender als ein Mangel an Bildung von der zweifelhafte Art, mit der Menschen erfolgreich zugeschüttet werden, damit sie nur nicht merken, dass z.B. das Verständnis wesentlicher sozialer Zusammenhänge dabei überhaupt nicht gefördert wird, und man am Ende den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, wenns etwa um das Verständnis der Bedeutung der eigenen Taten geht, welche den Sinn des eigenen Lebens für sich und für seine Mitmenschen ausmachen, die Jemanden wiederum auch genau danach bewerten, wenn es um seine scheinbare Nützlichkeit für sie in der Zukunft geht.

... https://www.youtube.com/watch?v=fw1GYidfiWw ....


Da man – wie in der Geschichte von Buridans Esel gezeigt wird – nicht Allen gleichermaßen gefallen kann, muss man sich darauf beschränken, Denen zu gefallen, die Einem selber am meisten von Nutzen sind - mit der unangenehmen Begleiterscheinung, dass man allen Anderen dafür nicht gefällt.

Es geht dabei jedoch nicht um ein Ganz- oder Garnicht-Gefallen, sondern immer nur um ein mehr oder Weniger-Gefallen als Jemand, der mehr oder weniger gefällt, als man selber, und der dadurch mit zum eigenen Maßstab wird.

Die Forderung, nur das Verhalten - unabhängig von der sich verhaltenden Person - zu bewerten, ist dabei genauso unrealistisch, wie die Forderung, die ganze Person zu betrachten und zu akzeptieren, und nicht nur ihre Verhaltensweisen.

Ebenso unrealistisch ist es, positive und negative Anteile eines Menschen so zu vermischen, dass gar keine Bewertung mehr möglich ist, sondern man sollte das Negative negativ bleiben lassen und das Positive positiv, um überhaupt noch das Eine vom Anderen unterscheiden zu können. Hierbei ist es wichtig, immer zu sagen, WOFÜR Etwas positiv oder negativ ist.

Eine konstruktive Kritik am Verhalten seines Partners sollte auch immer den Hinweis auf eine machbare Verhaltensverbesserung beinhalten, was nicht darauf abzielt, den Anderen zu diskreditieren, um sich als wertvoller darzustellen, als man es selber ist, sondern um ihm helfend die Hand zu reichen, damit er zumindest für Einen selber liebenswerter werden kann, sofern ihm daran gelegen ist.

Insofern ist es auch nicht die Eitelkeit, die den Eitlen (Selbstgefälligen) so asozial macht, sondern seine Überheblichkeit, die darauf abzielt, sich mit seinesgleichen gegen Andersgeartete oder Andersdenkende zu solidarisieren, um sie nicht nur zu diskreditieren, sondern auch zu diskriminieren und sie zum Feindbild zu missbrauchen, mit dem man öffentlich von der eigenen Fremdenfeindlichkeit ablenkt.

Das Argument, man sei selber auch diskreditiert worden, und müsse Allen nun beweisen, dass man Andere nun ebenfalls diskreditieren müsse, um im Vergleich zu ihnen als der Bessere und damit auch Wertvollere zu erscheinen, ist natürlich genauso daneben, weil dies lediglich einen Racheakt an Stellvertretern darstellt, mit dem man sich keine Freunde macht – selbst wenn man eine Anhängerhaft dabei um sich schart, die sich zunächst gerne davon blenden lässt, aber später genauso hinter Jemand Anderem hinterherläuft, der sich mit derselben Taktik der Negativ-Werbung in ein besseres Licht zu stellen weiß, um seine offensichtlichen Mankos zu verbergen, wie man selber.

Der Wettbewerb der Angeber und Selbstdarsteller im Rahmen einer öffentlichen Talkrunde stellt also keine friedliche, informelle Gesprächsrunde dar, sondern ein kriegerisches Streitgespräch, bei dem es um das Erringen der Vormacht Desjenigen geht, der sich dabei die meisten Lacher durch Spaß auf Kosten Derer, die den Schaden davon haben, sichert.

Wer nun als Moderator eine Meinungsvielfalt anbieten will, um umfassend über ein Problem zu informieren, muss natürlich auch Diejenigen zu Wort kommen lassen, die eine andere Position vertreten, als er selber, und darf auch nicht Denen das Sonderrecht erteilen, ihre Meinung als „richtig“ bestätigt zu bekommen, die seine Meinung teilen, sondern sollte als Gesprächsleiter zum Zwecke des besseren Verständnisses besser die Verbindung zur Ansicht der Meinenden herstellen, die sie aufgrund ihres situationsbedingten Standortes zwangsläufig haben müssen.

Damit würde klar, dass es für diese auch vernünftig ist, eine extreme Meinung zu vertreten – selbst wenn sie nicht dazu taugt, um eine Einigkeit zu erzielen, welche auf „Gleichheit der Ansichten“ beruht, denn das würde bedeuten, dass sich Alle auch in derselben Situation befänden, was ja gar nicht möglich ist – außer man lädt nur Gleichgeartete zur Gesprächsrunde ein, was wiederum auf Kosten der Meinungsvielfalt ginge – ähnlich, wie es bei politischen Veranstaltungen der Fall ist, wo man nicht nur informiert, sondern vor Allem manipuliert, indem man den Anhängern einer Ideologie bestimmte Informationen vorenthält, um sie besser bei der Stange zu halten.

Dass man selber immer auch auf eine Weise bewertet wird, die Einem nicht gefällt, sofern man in Erscheinung tritt – und sogar dann, wenn man sich nicht ins Licht der Öffentlichkeit begibt, wo man den Attacken der Herrsch- und Geltungssüchtigen schutzlos ausgeliefert ist, ist leider genauso wenig zu vermeiden, wie der Umstand, dass man von sich Reden macht, sodass sich Diejenigen, die nicht wagen, Einen offen zu diffamieren, weil sie Angst vor der Rache haben, dieses eben hinten rum tun.

Es braucht sich also Niemand zu wundern, wenn sein Ruf auch dann ruiniert ist, nachdem er sich Nichts-ahnend unbeliebt gemacht hat, ohne ein negatives feedback als Vorwarnung erhalten zu haben, denn das ist noch kein Beweis dafür, das die Anderen etwa einen falschen Eindruck von Einem hätten, sondern lediglich dafür, dass sie sich nicht mit Einem deshalb anlegen wollten.

Die Behauptung, man könne Niemanden hassen, wenn man seine Beweggründe kennt, ist natürlich falsch, denn das bedeutete, die Ursache für diese persönliche Bewertung zu ignorieren, was das Wesen der Verdrängung ist, die man dann praktiziert, wenn man es nicht aushält, mit Menschen zu tun zu haben, die Einem fortwährend schaden, sodass man sich auf irgend Etwas fixiert, was sie mit Einem gemeinsam haben, - und sei es nur ihr Menschsein - , was sie dann doch irgendwie liebenswert für Einen macht.

Diese Art der Täuschung durch Verdrängung des Offensichtlichen findet auch bei der Verherrlichung der personifizierten Güte (Gott) statt, die man zugleich als allmächtig darstellt, sodass scheinbar auch das Böse (Teufel) als ihr Produkt erscheint, und das Gegenteil davon auf diese Weise komplett aus dem Blickwinkel gerät.

Hier schafft nicht die Sprache die Welt, sondern nur die Vorstellung von der Welt, mit der es dann zwangsläufig auch zur falschen Bewertung derselben, sowie auch einer unangemessenen Reaktionsweise auf das, was man dort erlebt, führt.

Auch geht’s nicht um die Verallgemeinerung einer individuellen „Wahrheit“, sondern einer „Erkenntnis“, die man für die einzig richtige hält, und somit für eine „Weisheit“, die nicht nur für Einen selber gilt, sondern auch für alle Anderen.

Insofern ist es der überhebliche Anspruch auf alleinige Gültigkeit der eigenen Weisheiten (und nicht Wahrheiten), die dazu führt, Andere als dumm zu bezeichnen, die diese nicht als solche anerkennen wollen, und zu versuchen, ihnen zu verbieten, sie überhaupt zu äußern, damit sie nicht auch noch Dritte mit ihrer vorgeblichen Dummheit infizieren können.

….Selbst-Verständnis bedeutet doch auch zu wissen wie man mit seinem Körper, mit seinem Geist und mit seiner Beziehungs(un)fähigkeit leben und umgehen kann, was auch bedeutet, dass man nicht immer ein Rezept, zur Behebung einer Behinderung des Körpers oder unangenehmen und unerwarteten Situationen ausserhalb des Körpers, zur Hand hätte.....

Das ist richtig, denn die Gefahr erkannt zu haben, heißt noch lange nicht, dass sie deshalb auch schon bereits gebannt sei – genau wie das Wissen um seine Fähigkeiten alleine auch noch nicht die ganze Macht ausmacht, die der Mensch braucht, um das zu erreichen, was er erreichen will, oder idealerweise erreichen sollte, um als wertvoll für Andere gelten zu können.

…..Das Erkennen, wie und wo man auf welche Umstände, Gegebenheiten und Vorkommnisse aus einem Selbstverständnis heraus reagiert, bedeutet ja noch nicht Sicherheit im Umgang mit jeder uns präsentierenden Situation.....

Die Selbsterkenntnis bezieht sich natürlich immer nur auf die Vergangenheit, wo man einmal oder immer wieder auf ganz spezielle Weise auf eine Konfrontation reagiert hat, und heißt nicht, dass dieses Verhalten in Zukunft auch noch richtig oder falsch sein muss, sofern die Umstände sich gravierend ändern – wie etwa die wirtschaftlichen Vermögensverhältnisse, aufgrund derer man nicht mehr kleine Brötchen backen muss, sondern sich auch größere leisten kann.

Die Behauptung, dass eine hohe Machtposition den Mächtigen zwangsläufig dazu korrumpiert, sie auch zum Nachteil Anderer, die weniger mächtig sind, zu missbrauchen, ist nur insofern richtig, wenn der Betreffende schon vorher asozial war, aber bislang noch keine Gelegenheit hatte, Andere in einem besonderen Maße zu ihrem Nachteil zu schädigen.

Die Selbsterkenntnis, die zum Selbstbewusstsein führt, hat Nichts mit der Selbstsicherheit zu tun, mit der Jemand handelt, der der Meinung ist, dass seine Selbsteinschätzung richtig sei, obwohl sie auf einem Irrtum oder einer vorsätzlichen Selbsttäuschung beruht, um keine Gewissensbisse dabei haben zu müssen, wenn er Andere zu ihrem Nachteil schädigt, womit er sich selber unter Umständen sogar daran hindern täte, wenn er sich dessen bewusst wäre.

…..Wie schnell diese ins Wanken gerät und wir vom Trauen, Vertrauen in andere Menschen abhängig sind, ist uns in der gegenwärtigen Zeit deutlich bewusst geworden.
Hier sollte man sich nicht von Schlagwörtern gewisser Autoritätspersonen und Statistiken täuschen lassen. Gestorben wurde zu allen Zeiten.....


Die Sicherheit, mit der man meint, unabhängig von Anderen zu sein, ist auch noch kein Indikator dafür, dass man auch tatsächlich unabhängig von ihnen IST, wie sich spätestens dann herausstellt, wenn man ohne sie nicht mehr weiter kommt.

Hier geht’s nicht um die Treue, ihre Verspechen einzuhalten, die man damit bei ihnen erzwingen kann, indem man ihnen blind vertraut, sondern darum, dass man sich ihnen auf Gedeih und Verderb ausliefern muss, um zu überleben. Solange man sich das noch leisten kann, auf ihren Beistand zu verzichten, kann die Not noch nicht groß genug sein.

Das sieht man auch bei Bettlern die zu eitel sind, um Hilfe zu erbitten, weil sie sich damit auf übermäßige Weise dem Gönner zu Dank verpflichten. Diese Eitelkeit kann sich Derjenige nicht mehr leisten, der tatsächlich keine andere Alternative mehr hat, als darum zu bitten, wenn er nicht verhungern will.

Einem selbstgerechten Fanatiker hingegen, der mit seinem Tode Andere der Herzlosigkeit überführen will, nachdem sie nicht von selber gemerkt haben, wie schlecht es ihm geht, weil er sie vorsätzlich nicht mit der Bitte um Hilfe darauf aufmerksam gemacht hat, ist die Opferung seines eigenen Lebens diese Demonstration wert.

Ob damit aber die vermeintlichen Übeltäter lebenslang ihr schlechtes Gewissen quält, wie er es sich dabei erhofft hat, ist auch fraglich, wenn sie die Strategie erkannt haben, denn wenn ihre Einstellung gar nicht so bösartig und ihr Handeln gar nicht so schlecht war, ist die Kritik an ihrer vorgeblichen Schlechtigkeit wirkungslos.

…..Es könnte aber auch sein, dass gerade dadurch, bei noch so intensivem Einsatz, ein stetiges Empfinden des nicht genügen Könnens folgt, da die in der Gegenwart falsch erwartete Belohnung, - in jenem Ausmass gemocht zu werden, wie dies als Heranwachsender gerne erlebt worden wäre - gewiss weiterhin ausbleiben wird.......

Dass man einmal nicht genügen konnte, heißt ja nicht, dass man deshalb völlig wertlos sei, sodass für den Eindruck, nicht liebenswert für seine Eltern zu sein, schon eine dauerhafte Ächtung erfolgen muss, wie es z.B. bei dem permanenten Vorziehen eines Geschwisternteils der Fall ist, der Einem als unerreichbares Vorbild vor Augen geführt wird, sodass man sich Nichts mehr erhofft, als dass der unwillkommene Konkurrent im Wettkampf um die alleinige Gunst der Eltern endlich von der Bildfläche verschwinden möge.

Gleichzeitig jedoch dient der auf diese Weise verinnerlichte Wertmaßstab dazu, dem verhassten Konkurrenten immer noch nachzueifern, um ihn sogar dann noch zu übertrumpfen, wenn er gar keinen Konkurrenten mehr darstellt, und es auch keine Eltern mehr gibt, denen man mehr gefallen muss, als der Andere, um ihre Gunst zu erlangen, nachdem sie schon längst gestorben sind.

Hier bedarf es einer aufklärenden Filotherapie, um zu erkennen, worauf dieser Wertmaßstab beruht, und inwieweit er dennoch Gültigkeit hat, um sich nicht weiterhin trotzig und gegen jede Vernunft zu sträuben, seine Richtigkeit anzuerkennen - aus Angst, aufgrund des eigenen Unvermögens noch einmal einem besseren Konkurrenten im Kampf um die Gunst eines Dritten zu unterliegen.

…..Kann dieser Umstand nicht bewusst erfahren und auch überwunden werden, folgt irgendwann unausweichlich der Zusammenbruch.
Ermutigung ist sicher die bessere Alternative zu Lob und Tadel (Zuckerbrot und Peitsche) im Umgang mit Kindern. ….


Der unbedingte Wille, seine eigenen Wertmaßstäbe durchzusetzen, weil man den allgemein gültigen nicht entsprechen will, wird immer dann zur Todesfalle, wenn man seine eigene Macht überschätzt, sodass es unerträglich für Einen wird, sich mit seinem Unvermögen abzufinden.

Man seinem Kind jedoch auch noch keinen Gefallen damit, wenn man es wegen jedes Pupses in den Himmel lobt, weil man ihm auf diese Weise ein völlig falsches Selbstbild vermittelt, denn zur richtigen Beurteilung des eigenen Verhaltens gehört auch das Wissen darum, wozu man (noch) nicht in der Lage ist, und es vielleicht - aus welchem Grund auch immer - auch niemals sein wird.

Da es für Jeden auf der Welt einen eigenen Weg gibt, den er nicht nur beschreiten kann, sondern sogar muss, um am Leben zu bleiben, ergibt sich seine Einsatzfähigkeit für die Rolle, die er dabei in der Gemeinschaft spielt, praktisch von selber, sodass er sich nur damit einverstanden zu erklären braucht, um nicht am eigenen Widerwillen zu zerbrechen.

Ansonsten ist schon viel damit getan, wenn man sein Bestes tut, um als anständiger Mensch zu gelten, auch wenn Andere das nicht tun, oder es nicht zu schätzen wissen, denn so hat man immer ein gutes Gewissen, welches nicht auf der Verdrängung der Realität beruht, der man selber auch angehört, sondern auf richtiger Erkenntnis derselben.
Fehlen Einem jedoch die passenden Begriffe z.B. für soziale Sachverhalte, auf die man unwillkürlich mit irgend einem Verhalten reagiert, so ist man nicht in der Lage, sie mit einem geistigen Abstand zu betrachten und sie ihrem Wesen nach zu erkennen, sodass nicht nur der Satz von Wittgenstein gilt: „Was man nicht klar mit Worten beschreiben kann, dazu muss man schweigen!“, sondern auch seine Folgerung daraus: „Die Sachverhalte, wofür man keinen passenden Begriff hat, kann man sich auch nicht vorstellen!“

Doch, ansonsten hätten alle "sprachausdrucksbehinderten" Menschen (und noch nicht sprechenden Kinder), die sich nicht mit Worten sondern eher mit Gesten und Geschrei ausdrücken, zu schweigen, und das sollten sie sich, - wann immer sie auch von nicht behinderten erwachsenen Menschen daran gehindert werden wollen - keinesfalls gefallen lassen.
Sie sind das beste Beispiel, dass man sehr viele Sachverhalte gut auch über das Weinen und Schreien, über die Gestik, Mimik und einer bezeichnenden Körperhaltung zur Sprache bringen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=_I5PytM ... 6e&index=1

Die Selbsterkenntnis, die zum Selbstbewusstsein führt, hat Nichts mit der Selbstsicherheit zu tun, mit der Jemand handelt, der der Meinung ist, dass seine Selbsteinschätzung richtig sei, obwohl sie auf einem Irrtum oder einer vorsätzlichen Selbsttäuschung beruht, um keine Gewissensbisse dabei haben zu müssen, wenn er Andere zu ihrem Nachteil schädigt, womit er sich selber unter Umständen sogar daran hindern täte, wenn er sich dessen bewusst wäre.

Mir scheint als müsse man sich seiner erst bewusst sein, bevor die Selbsterkenntnis geschehen kann.
Aus der Selbsterkenntnis folgt die Selbstsicherheit, ansonsten bliebe Verunsicherung an sich, die eben nur mit dem schonungslosen Erkennen-Wollen der Selbsttäuschung in der Rückbesinnung überwunden werden kann.

https://www.directupload.net/file/d/589 ... ut_pdf.htm

@ Mehusae,

Deine Argumente sind überzeugend! Zum ersten Fall möchte ich noch ergänzen: Menschen mit einem eidetischen Gedächtnis haben meist eine sehr klare visuelle Vorstellung von Sachverhalten, bevor sie nach den passenden Begriffen suchen und falls sie diese nicht parat haben, das Gemeinte zu umschreiben versuchen. Auch Menschen mit Sprachstörungen (Störung der Begriffsbildung), haben stattdessen oft sehr klare Bilder von Inhalten im Kopf.

Wichtig ist die Tatsache, dass nicht alles über die jederzeit zielgenau sein sollende Sprache laufen muss, um etwas verstehen und sich adäquat äußern zu können.




@ mehusae

….Doch, ansonsten hätten alle "sprachausdrucksbehinderten" Menschen (und noch nicht sprechenden Kinder), die sich nicht mit Worten sondern eher mit Gesten und Geschrei ausdrücken, zu schweigen, und das sollten sie sich, - wann immer sie auch von nicht behinderten erwachsenen Menschen daran gehindert werden wollen - keinesfalls gefallen lassen.
Sie sind das beste Beispiel, dass man sehr viele Sachverhalte gut auch über das Weinen und Schreien, über die Gestik, Mimik und einer bezeichnenden Körperhaltung zur Sprache bringen kann. …..


Nein, kann man leider nicht, denn durch das Schreien alleine lässt sich noch nicht vermitteln, WARUM man schreit - außer, man will damit lediglich seinen Unmut oder seine Verzweiflung zum Ausdruck bringen. Für die frühkindliche Vermittlung der eigenen Bedürftigkeit bedarf es daher noch einer zusätzlichen Sprach-Zeigehandlung.

Wenn es jedoch um die Vermittlung von komplexeren oder gar abstrakten Sachverhalten geht, kann sich der Sprachlose sein Schreien genauso gut auch sparen, und sollte seine Energie besser dazu verwenden, erst mal die Sprache zu lernen, um sein Anliegen für Andere verständlich zu gestalten und auch richtig verstanden werden zu können.

Unter Erwachsenen, die der Sprache zumindest in ihren Grundzügen bereits mächtig sind, werden von Denen, die noch nicht in der Lage sind, weitergehende begriffliche Differenzierungen vorzunehmen, welche wichtig wären, um komplexe Sachverhalte zu verstehen, gerne Kampfstrategien angewendet, um den Gegner zur Einsicht zu zwingen, dass etwa die eigenen Argumente die besseren seien, indem sie versuchen, ihn zu überreden, anstatt ihn zu überzeugen, wie es auch bei aggressiven Verkäufern zu beobachten ist.

In dem Falle gehen bei dem Betreffenden Dummheit und Aggressivität ein unheilvolles Bündnis ein, weil er sich damit weder Freunde macht, die ihn dennoch zu verstehen versuchen, noch Diejenigen dazu zu nötigen vermag, ihm zu folgen, wenn sie nicht drauf angewiesen sind, mit ihm gut Freund zu sein, weil sie auch gut ohne ihn überleben können.

…..Mir scheint als müsse man sich seiner erst bewusst sein, bevor die Selbsterkenntnis geschehen kann.......

Nicht die Bewusstheit, sondern das Wissen über sich selbst, dessen man sich bewusst wird, sobald man es braucht, ist für die Selbsteinschätzung, bzw. die Einschätzung der Situation, in der man sich gerade befindet, unumgänglich.

Dieses Wissen kann jedoch richtig oder auch falsch sein, nachdem man sich z.B. was zurechtgesponnen hat, oder sich von Komplimenten oder Schmähungen Anderer hat beeinflussen lassen, sodass es unweigerlich zu einer falschen Selbsterkenntnis kommt – auch wenn man sie noch so sehr für richtig hält, weil sie Einem gut gefällt.

….Aus der Selbsterkenntnis folgt die Selbstsicherheit, ansonsten bliebe Verunsicherung an sich, die eben nur mit dem schonungslosen Erkennen-Wollen der Selbsttäuschung in der Rückbesinnung überwunden werden kann. …..

Der Dummdreiste, der sich für den Größten hält, ist sich dessen so sicher, wie er nur sein kann, dass er es auch tatsächlich sei, und damit ist er auch bombensicher vor der Erkenntnis, wie es sich tatsächlich verhält, wie die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern eindrücklich zeigt.

Die Unsicherheit bei der Selbsteinschätzung erfolgt hingegen vor Allem bei Denjenigen, die sich NICHT auf diese Weise überschätzen, sondern dem Zweifel mehr Raum geben, dass sie sich vielleicht auch geirrt haben könnten, sodass sie sich eher unterschätzen, was natürlich ebenso falsch sein kann.

Oft wird die Selbstsicherheit auch nur vorgetäuscht, damit man nicht in den Verdacht gerät, ein Versager zu sein, weil Jemand, der mehr darzustellen scheint, als er ist, auch besser bei Denen ankommt, die eine hohe Erwartung an ihn stellen - in der Hoffnung, dass er sie auch erfüllten kann, während der Selbstkritische den Eindruck vermittelt, er wüsste selber nicht, was er will oder was er ist, und sei daher auch nicht in der Lage, Anderen gerecht zu werden, was wiederum Beides ein Irrtum und gerade andersrum der Fall sein kann.

….https://www.directupload.net/file/d/589 ... ut_pdf.htm …..

Wichtig bei der Selbsteinschätzung ist es in jedem Fall, den Unterschied zu begreifen zwischen dem, was man IST, und dem, wovon man sich vorstellt, was man sei, was das Selbstbild ausmacht, welches man entweder von Anderen über sich vermittelt bekommen hat, oder was man sich selber von sich gemacht hat, und von dem man vermutet, dass es auch weitestgehend der Realität entspricht, und nicht nur eine Fantasievorstellung darstellt, oder ein Idealbild, dem man gerne ähnlich sein möchte, ohne es jedoch zu sein.

Für den Fall, wo man noch nicht IST, wie man sein SOLLTE, um den Wert für Andere zu verkörpern, den man verkörpern will, dient das ideale Selbstbild dazu, sich bei seinem Streben daran zu orientieren, während die Hoffnung dazu dient, die Geduld solange nicht zu verlieren, bis man am Ende das Optimum erreicht hat, denn mehr geht ja nun mal nicht.

Die Befürchtung hingegen, dass man immer nur einer Selbsttäuschung beim Hoffen erliegen könne, nachdem nach man nach einem herben Rückschlag auf ernüchternde Weise festgestellt hat, dass man selbst im günstigsten Falle dieses Ziel nicht annähernd erreichen kann, ist ebenso unrealistisch wie destruktiv, weil sie nicht nur schlechte Laune verursacht, sondern auch den Elan blockiert, mit dem der Narr bedenkenlos Risiken eingeht, die selbst die Weisen nicht einzugehen wagen.

Das ist zwar noch kein Beweis für seine richtige Selbsteinschätzung, denn unvorsichtige Menschen scheitern genauso an ihrem Unvermögen, wie übervorsichtige, aber der blinde Optimismus, mit dem man in die Zukunft schaut, bestärkt Einen dennoch darin, mutig voranzuschreiten, und immer wieder aufzustehen, nachdem es Einen umgehauen hat, bis vielleicht doch irgendwann das scheinbar Unmögliche eintritt, nachdem sich die ungünstigen Umstände in günstige verwandelt haben.

So dient die wohldosierte Hoffnung vor Allem dem nützlichen Zweck, die unmäßige Befürchtung zu begrenzen - ganz gleich, ob sie angebracht scheint, oder nicht - , solange die Mutlosigkeit nicht in Übermut ausartet.

Sprache ist zwar ein hochentwickeltes System von Zeichen – aber was die Entstehung der Erkenntnisfähigkeit an sich betrifft, bedurfte es lediglich eines einfachen Systems von Zeichen auf einer relativ primitiven vorsprachlichen Basis.

Erwiesen ist, dass höher entwickelte Tiere, so wie unsere menschlichen Vorfahren, Vorstufen des abstrakten vorsprachlichen Denkens dadurch entwickelt haben, dass sie fähig wurden, die räumliche Wirklichkeit in ihrer Vorstellung nachzubilden, in der sie ihre künftigen Handlungen mental erproben konnten. Alle weiteren Stufen der Erkenntnisfähigkeit, dann auch in Zusammenhang mit Sprache, entwickelten sich aus diesem „Raummodell“.


http://www2.vobs.at/bio/evolution/e-eet9.php

>> ... "Der gleiche neurale Apparat der Gestaltwahrnehmung, der den konkreten, individuellen Umweltgegenstand in unserer Erscheinungswelt erst schafft und damit die Grundlage aller höheren Objektivierungsleistungen herstellt, schafft damit in unserer Innenwelt die Grundlage zur Bildung abstrakter, überindividueller Gattungsbegriffe . . . Niemand wird die engen Beziehungen leugnen wollen, die zwischen den hier besprochenen Leistungen gestalteter Wahrnehmung und echter Begriffsbildung bestehen." (Lorenz, 1943)
Allerdings ist auch die Abstraktionsleistung der Gestaltwahrnehmung vorsprachlicher Natur. Beispiele dafür sind die Fähigkeit des Kunstkenners, an einem ihm unbekannten Werk den Komponisten, Maler oder Dichter zu erkennen, oder das "systematische Taktgefühl" des Biologen, der ein nie gesehenes Tier der richtigen Gattung oder Familie zuordnet. Beide können auch bei genauer Selbstbeobachtung nicht wirklich die Merkmale angeben, die für die Zuordnung maßgebend waren. Diese "abstrahierende" Leistung der Gestaltwahrnehmung geht der Bildung eines Begriffs wohl immer voraus. Auch in der Stammesgeschichte dürfte zwischen Gestaltwahrnehmung und Begriffsbildung ein ähnliches Verhältnis bestehen...<<


Das Denken als Voraussetzung (!) für Sprache (zunächst als Lautsprache) konnte sich zwar dann nur in der menschlichen Gemeinschaft optimal weiter entwickeln, allerdings ausgehend von einem bereits erreichten vorsprachlichen Status der Erkenntnisfähigkeit.

http://www.subjekte.de/Propaedeutikum/Erkenntnisbegriff_2.htm

>>Das Zeichen entwickelt sich als Instrument des Denkens, als "Denkzeug" aus dem Werkzeug, das zum Insignium geworden ist. Das Werkzeug erhält in der kollektiven Tätigkeit mit der Zeichenfunktion eine zusätzliche Funktion. Zum Zeichen i.e.S. wird es, indem Werkzeuge hergestellt werden, deren Funktion die Zeichenfunktion ist. Wie gezeigt wurde, erfordert Denken mittels solcher Zeichen keine Sprache (..) Das Denken mittels solcher Zeichen vollzieht sich in der Planungsphase der kollektiven Tätigkeit und erfolgt gemeinschaftlich und gleichzeitig. Denken mittels Zeichen ist also von Anfang an auch eine kommunikative Aktion und als diese eine soziale Leistung.<<



Die Diskussion spricht mich sehr an, deshalb von mir jetzt vorsprachliches Denken mal aus entwicklungspsychologischer Sicht:
Vorsprachliches Erkennen ist ganz eng an die Sinneswahrnehmung gebunden, eine besondere Rolle hat dabei das Greifen. Jedes Kind kommt mit einem überlebenswichtigen Greifreflex zum Festhalten zur Welt. Und so „begreift " es dann die Umwelt. Was es begreift, ist für es existent. Es begreift aber auch die haptische und räumliche Unterschiedlichkeit seiner Umgebung: ein Apfel fühlt sich anders an als eine Flüssigkeit. Aber ganz zu Beginn...d.h. die ersten Monate... erkennt es noch nicht, dass Gegenstände auch dann vorhanden sind, wenn sie aus seinem Gesichtsfeld verschwinden, wenn man sie z.B. abdeckt.. Erst wenn es erkennt, dass Gegenstände oder auch Personen auch dann existieren, wenn sie nicht zu sehen sind, besteht die Notwendigkeit, sie sich vorzustellen, um sie sich "anzueignen" ;und zu diesem Zeitpunkt beginnt dann seine sprachliche Entwicklung, denn aufgrund der Vorstellungen, die es von den Dingen hat, entwickeln sich auch „Planungen“, was es mit dem „Ding“ anstellen kann. Im allereinfachsten Fall: Es hebt das Tuch ab, mit dem der Gegenstand verdeckt ist.
Es ist gut vorstellbar, dass in der Phylogenese die Entwicklung der Denkprozesse in ähnlicher Weise erfolgt ist, allerdings
im Ablauf großer Zeiträume.
Ein bisschen OT: Wenn man bedenkt, dass das Verb "begreifen" für den Sachverhalt des Verstehens, Erkennens steht, muss man den Menschen, die diese Bezeichnung gewählt haben, Hochachtung für ihre Beobachtungsgabe und Erkenntnisfähigkeit aussprechen, noch im AHD bedeutete "begrîfan" daneben auch noch betasten.Ihnen muss klar gewesen sein, welche Rolle die Tätigkeiten des Greifens, Fassens bei der Entwicklung der Erkenntnisfähigkeit spielen.
Beim Begreifen, Erfassen oder Verstehen etc, geht es physikalisch um ein sinnliches Erleben oder Erfahren, was im Gedächtnis abgespeichert wird und als Vorlage zum (Wieder-)Erkennen dient, sobald eine erlebte Situation sich wiederholt.

Das macht das Lernen aus, was genauso zwanglos geschieht, wie das Erinnern, wobei das Erfahrene als ein geistiges Abbild der Erfahrung wiedergeholt wird, um es mit dem, was man gerade erlebt, zu vergleichen. Sobald hier ein Stressfaktor einsteht, wird dieser Prozess blockiert und man kommt solange nicht mehr an die erinnerte Erfahrung dran, wie der geistige Krampf anhält.

Daher sind mentale Entspannungstechniken so wichtig, damit besonders in eigentlich unnatürlichen Prüfungssituationen das Erinnern möglichst störungsfrei verläuft.

Da Begriffe als Abstraktion für einen Sachverhalt symbolhaft für ganze Situationen stehen, ist es jedoch wichtig, ihre Bedeutung richtig verstanden zu haben, weil sonst nur auf autistische Art stur auswendig gelernt, bzw. als Bild abgespeichert und auf Knopfduck reproduziert wird, was als Vorerfahrung für das Wiedererkennen besonders von sozialen oder theoretischen Sachverhalten untauglich ist.

Der Übergang von der alltäglichen Umgangssprache zur Fachsprache mit Spezialbegriffen aus dem jeweiligen Fach bleibt damit der Verständigung zwischen vorgebildeten Fachleuten vorbehalten.

Da das Denken auch eine kreative Dimension hat, indem man gerade bei abstrakten Dingen die Verbindungen zwischen dem Einen und dem Anderen analysiert und fortwährend neu bewertet, um sich den unterschiedlichsten Gegebenheiten entsprechend angemessen verhalten zu können, muss man den Unvorgebildeten das Unbekannte mit Hilfe des ihnen bereits Bekannten erklären, bis sie die Bedeutung des neuen Begriffs zusammen mit dem, was mit ihm ausgedrückt werden soll, richtig verstanden haben.

So bleiben Diejenigen, die die Begriffe nicht kennen, auch von der Erkenntnis des Unterschiedes zwischen dem einen Sachverhalt und einem ähnlichen ausgeschlossen, während sie weiterhin in der Meinung verbleiben, es handle sich dabei um ein und denselben.
Die​ Greif- , Sprach- ​ und​ Lernfähigkeit​ des Menschen entsteht nach und nach während des Werdens im Säuglings- und Kleinkindalter ​in einer Selbstverständlichkeit. 
Damit er nicht in "grenzenlose Abgründe" fällt, ist das Festhalten​-Können ​an allem was sich in seiner Nähe befindet ​sein erstes​ und nützlichstes​ ​"​Selbstbehauptungs-Mitbringsel​".
Danach geht​ e​s in seiner Entwicklung rasant ​vorwärts​, ausruhen tut der kleine Mensch kaum, ausgenommen sein Umfeld ist nicht optimal und das Kind muss sich für seine Pflege und Bedürfnisbefriedigungen enorm verausgaben.
Muss sich der kleine Mitbürger hingegen nicht zu sehr dafür anstrengen und er hat das Glück Eltern oder ein Elternteil zugeteilt bekommen zu haben, von denen er gut umsorgt wird und von ihnen die Zuwendung bekommt, die er für seine persönliche Entwicklung benötigt, so kommt das Kind erholt in die mehr und weniger schmerzhafte Zahnphase, zum Durchbruch der Zähne, und es weint oft bei Tag und bei Nacht.
​Trost und Beistand ist, nebst dem kühlen der Durchbruchstellen der Zähne, das, was alle Angehörigen im Umfeld für das geplagte Kind tun können.
Schon vor und während dieser Zeit kam und kommt die Langue, die Lingua (Wort für Zunge und Sprache) immer häufiger zum Einsatz. 
Mit der Lautbildung folgt die Silbenbildung und man vernimmt vom Kind die ersten Worte.

Hier unbeschadet angekommen ist das Kleinkind fähig Worte ohne Stockung oder Stottern auszusprechen und kann die Dinge beim Namen nennen.

Verdandi
Sprache ist zwar ein hochentwickeltes System von Zeichen – aber was die Entstehung der Erkenntnisfähigkeit an sich betrifft, bedurfte es lediglich eines einfachen Systems von Zeichen
auf einer relativ primitiven vorsprachlichen Basis.


Die "Sprache" des Säuglings und Kleinkindes ist sehr konkret, sie fordert auf sich auf das wesentliche zu konzentrieren.
Dies steht ganz zu Beginn der menschlichen Entwicklung, was nicht das Einzige ist was sich daneben auch noch weiter entwickeln soll.

Flippa
Vorsprachliches Erkennen ist ganz eng an die Sinneswahrnehmung gebunden,...

Erst nach und nach muss der Mensch sich in die abstrakte Welt der Worte und Sätze einüben, kann er dies, aus was für Gründen auch immer, nicht, entsteht die Sprachbehinderung.

filofaxi
Beim Begreifen, Erfassen oder Verstehen etc, geht es physikalisch um ein sinnliches Erleben oder Erfahren, was im Gedächtnis abge-speichert wird und als Vorlage zum (Wieder-)Erkennen dient, sobald eine erlebte Situation sich wiederholt.

I​ch denke, dass die Erinnerungen nicht einzig über das Denkvermögen abgespeichert sind, da ist noch das Unterbewusstsein, was möglicherweise ganz speziell auf erlebte Gerüche, Laute, Bildeindrücke, Farben, Gesten usw. reagiert, und das Gehirn dabei lediglich noch kombiniert.

@ Mehusae

Ich beobachte das, was Du als Idealfall beschreibst, zurzeit bei meinem Großneffen, der gerade vier Monate alt geworden ist: Ich habe noch nie so liebevolle Eltern gesehen wie meinen Neffen und seine Frau. Das Kind ist überall dabei, „beteiligt“ sich an allen Gesprächen – in allen Tonlagen, Geschwindigkeiten, Höhen und Tiefen, brabbelnd, lallend, jauchzend – und wirkt rundum fröhlich und zufrieden.

Seine Eltern haben mir erzählt, dass er fast gar nicht mehr schreit, sondern schon sehr deutlich durch Mimik und Tonlage die Art seiner Bedürfnisse deutlich machen kann – zumindest für sie gut erkennbar, denn sie sind sehr aufmerksam und achten auf alle Regungen ihres Kindes. Sie kommen mir dabei gar nicht mal „perfekt“ in ihrer Elternrolle vor, sondern einfach nur natürlich, liebend.

Jedenfalls genießt der Kleine nun die besten Voraussetzungen, um die schmerzhafte Zahn-Phase gut zu überstehen – und das Sprechen zu lernen.





….Ich denke, dass die Erinnerungen nicht einzig über das Denkvermögen abgespeichert sind, da ist noch das Unterbewusstsein, was möglicherweise ganz speziell auf erlebte Gerüche, Laute, Bildeindrücke, Farben, Gesten usw. reagiert, und das Gehirn dabei lediglich noch kombiniert. ...

In diesem thread geht’s ja vorrangig um die ethische Vorgabe dessen, was man tun SOLL, im Sinne von tun MÜSSEN, und eventuell auch darum, was man tun SOLLTE, um im Rahmen eines Abkommens mit Anderen eine entsprechende Reaktion erwarten zu DÜRFEN, bzw. auch zu KÖNNEN, nachdem man mit seinem Verhalten einer gegenteiligen Reaktion die Voraussetzung entzogen hat, sodass man nach dem Reflexionsprinzip mit dem, was man an Gutem für Andere bewirkt, eher Gutes als Schlechtes erwarten (dh erhoffen) kann, und durch das Schlechte, was man für Andere bewirkt, auch eher Schlechtes erwarten (dh befürchten) muss, anstatt Gutes.

Dieses Prinzip wird auch schon vom Kleinkind verinnerlicht, wobei es seine Erwartungshaltung hinsichtlich der zukünftigen Reaktionen von Seiten der Eltern oder der gesamten Umwelt, alle auf sich und seine eigenen Aktionen bezieht, wodurch es in seiner Vorstellung zum Nabel seines vorgestellten Einflussbereichs wird, den es aufgrund von mangelnder Erfahrung noch für die gesamte Welt hält.

Das ändert sich mit der Zeit, je mehr es begreift, dass es eben nicht das Zentrum der Galaxis ist, und auch nicht ständig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit seiner Eltern oder Sonstwem stehen kann, weils eben auch noch andere Menschen auf der Welt gibt, die ein Recht auf deren Aufmerksamkeit haben.

Die narzisstischen Kränkungen, die durch die Beschädigung des falschen Selbstbildes - etwa durch negative Verhaltenskritik - erfolgen, sollten möglichst sofort geheilt werden, indem man möglichst vermeidet, dem Kind im Rahmen einer Personenkritik jeglichen Wert abzusprechen, den es für Einen als Elternteil hat, sondern ihm versichert, dass es lediglich um ein Fehlverhalten geht, was man nicht mag.

Dazu gehört, dass man ihm begreiflich macht, dass man es etwa wegen seiner lobenswerten anderen Verhaltensweisen dennoch so wertvoll findet, dass es nicht zu befürchten braucht, deswegen gleich ins Erziehungsheim gesteckt zu werden, womit Eltern früher besonders ihren halbwüchsigen Kindern zu drohen pflegten, wenn sie nicht selber mit ihnen fertig wurden.

Tut man das nicht, riskiert man damit, dass das Kind zum echten Narzissten wird, der geistig sein schönes Selbstbild, was er sich gemacht hat, als einen besseren Ersatz für die schlechtere Realität eintauscht, sodass er dieses nicht mehr nur für eine Idealvorstellung davon hält, wie er sein sollte, um gesellschaftlich akzeptiert zu werden, sondern am Ende sogar meint, dass er es bereits so sei, und sich daher auch nie mehr zum Besseren ändern müsse, wodurch er für jede zukünftige, anders lautende Verhaltenskritik unempfänglich wird.

Diese Einstellung, mit der er dann ins Leben geht, um unangreifbar in seinem Glorienschein zu sein, wird natürlich unbewusst gepflegt, was nicht heißt, dass es das Unterbewusstsein sei, was das bestimmt, sondern das ist nur der Zustand, indem sich der Mensch geistig befindet, während er quasi in schlafwandlerischer Sicherheit von diesem verinnerlichten falschen Selbstbild als Fundament seiner bewussten, ganz vernünftigen Entscheidungen ausgeht.

Die können aber dennoch unangemessen sein, wenn das soziale Bewusstsein dafür fehlt, mit dem man die Reaktionen seiner Mitmenschen als eine Art Spiegel benutzt, um zu erkennen, ob man sich Denen gegenüber, die Einem wichtig sind, richtig verhalten hat, um es sich nicht mit ihnen zu verscherzen, oder nicht.

Wenn man das einmal begriffen hat, kann man auch ein Gesetz befolgen, was Einem vorschreibt, auch mit Denen achtsam umzugehen, die nicht wichtig für die eigenen Ziele sind, oder die man eben nicht liebt, sondern hasst, weil sie Einem nicht von Nutzen und daher wertlos sind, wie etwa die Hilflosen im persönlichen Umfeld, denen man per Gesetz zur Hilfeleistung verpflichtet wurde, obwohl man gar nicht vorher um seine Einwilligung dazu gebeten worden ist.
In diesem thread geht’s ja vorrangig um die ethische Vorgabe dessen, was man tun SOLL, im Sinne von tun MÜSSEN, und eventuell auch darum, was man tun SOLLTE, um im Rahmen eines Abkommens mit Anderen eine entsprechende Reaktion erwarten zu DÜRFEN, bzw. auch zu KÖNNEN, nachdem man mit seinem Verhalten einer gegenteiligen Reaktion die Voraussetzung entzogen hat, sodass man nach dem Reflexionsprinzip mit dem, was man an Gutem für Andere bewirkt, eher Gutes als Schlechtes erwarten (dh erhoffen) kann, und durch das Schlechte, was man für Andere bewirkt, auch eher Schlechtes erwarten (dh befürchten) muss, anstatt Gutes.

Es geht auch darum, was Menschen einander (an)tun können und dies beginnt schon sehr früh.

Verdandi:
Natürlicherweise sollten Säuglinge und Kleinkinder im gesellschaftlichen​ Leben so gut wie nur möglich, angepasst teilhaben​​, also dabei sein können.

Hier kann man jedoch schlecht erkennen, wann die Eltern selbst zum Schaden des Kindes dabei sein wollen.
Ist das Kind ausgeruht und gerade gestillt in seinen Bedürfnissen, kann die Familie im Moment sicherlich eine entspannte und harmonische Familiensituation sehen lassen, quengelt ein Kind jedoch in Gesellschaft, werden daraus gleich falsche Schlüsse gezogen.
Nicht selten werden die Bedürfnisse des Kindes konsequent ignoriert und man vergisst nur zu schnell, dass sich ein Säugling nicht selbst aus einer ungewollten und ihn überfordernden Situation befreien kann.
Die gute Miene zum „bösen Spiel“ herzeigen kann auch das kleinste Kind schon ziemlich schnell und gut, wenn es seinerseits auch nur mit einer stillen Hoffnung verknüpft ist, dann selbst auch bald das zugestanden zu kriegen, was es selbst bedarf.

Wenn man das einmal begriffen hat, kann man auch ein Gesetz befolgen, was Einem vorschreibt, auch mit Denen achtsam umzugehen, die nicht wichtig für die eigenen Ziele sind, oder die man eben nicht liebt, sondern hasst, weil sie Einem nicht von Nutzen und daher wertlos sind, wie etwa die Hilflosen im persönlichen Umfeld, denen man per Gesetz zur Hilfeleistung verpflichtet wurde, obwohl man gar nicht vorher um seine Einwilligung dazu gebeten worden ist.

 
Können wir das immer so genau wissen, wer für uns von Wert ist und wer nicht?
Ich meine, wenn wir jedem Menschen vorbehaltlos begegnen können, ist das doch schon mal eine gute Voraussetzung Erlebnisse, die man selbst durch Andere erfahren hat, nicht auf ihn zu projizieren.
Mir ist allerdings nicht klar, ob das überhaupt im Umgang mit Anderen möglich sein kann.

„Ist Jener nicht einer der meinem Bruder, Vater, so ähnlich ist, und Jene dort meiner Schwester oder Mutter?“

Also kann Jemand unverdienter massen von uns zum Vornherein positiv bewertet und gemocht aber auch abgelehnt werden, so wie Jemand der in der Vergangenheit achtsam oder unfreundlich mit uns umgegangen ist.
Ist der Mensch sich dieser Beweggründe immer bewusst?

Hassen tut der Mensch ziemlich schnell und keiner erträgt das Gehasst-Werden gleichermassen.
Ich denke, dass Menschen die uns nicht gut gesinnt sind nicht zwangsläufig gehasst werden müssen, distanzieren und sich von ihnen abgrenzen tut man ganz von selbst, falls es sich nicht um unbeabsichtigte Kränkungen und Rufschädigungen handelt.
…..Können wir das immer so genau wissen, wer für uns von Wert ist und wer nicht? …..

Die ethische Vorschrift, Rücksicht nehmen (respektieren) zu sollen, bezieht sich nicht nur auf Diejenige, die Einem nur unnütz zu sein scheinen, sondern auch auf Diejenigen, die es sogar tatsächlich sind - ganz gleich, ob man das nun richtig beurteilt, oder falsch.

Darüber hinaus geht es in christlichen Ethik sogar darum, auch die Schädlichen, wie etwa Diejenigen, die Einem beim eigenen Erfolgsstreben versehentlich im Weg stehen, rücksichtsvoll zu behandeln, indem man barmherzig ist und sie am eigenen Erfolg teilhaben lässt, und sogar seine Feinde, die Einen vorsätzlich bekämpfen, nicht einfach tothaut, nachdem man sie besiegt hat, sondern ihnen gegenüber gnädig ist.

Bei den Nützlichen hingegen - wozu auch Diejenigen gehören, die Einem nur nützlich zu sein scheinen, ohne es tatsächlich zu sein - könnte man meinen, dass der Mensch schon freiwillig Rücksicht auf sie nimmt, weil er ja noch Etwas von ihnen haben will, sodass dafür nicht extra ein Gesetz nötig sei.

Dass dies jedoch ein Irrtum ist, sieht man daran, wie die Herren mit ihren von ihnen abhängigen Dienern umgehen, die sie einfach gegen andere austauschen, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben, sofern man sie gewähren lässt.

Das Gleiche gilt auch für die geliebten Freunde, die im Namen der (einseitigen) Freundschaft verschlissen und anschließend entsorgt werden, während man ihnen die Würdigung ihrer Verdienste (Paragraf 1 der deutschen Verfassung) schuldig bleibt.

…..Ich meine, wenn wir jedem Menschen vorbehaltlos begegnen können, ist das doch schon mal eine gute Voraussetzung Erlebnisse, die man selbst durch Andere erfahren hat, nicht auf ihn zu projizieren. …...

Da das Bewerten Anderer einen spontanen, unwillkürlichen Akt darstellt, mit dem wir uns im sozialen Raum orientieren, können wir uns nicht vornehmen, Jemanden zu lieben, den wir gar nicht mögen, weil er Ähnlichkeit hat mit Jemandem, den wir früher schon mal nicht gemocht haben, oder – umgekehrt – Jemanden hassen, den wir eigentlich mögen, weil er Ähnlichkeit mit Jemandem hat, den wir früher schon mal gemocht haben.

Diese richtigen und falschen Vorurteile bilden die Basis für jede erste Bewertung, um schnell eine Entscheidung treffen zu können, und nicht wie gelähmt dazustehen, während das Unglück uns überrollt, bzw. während wir die große, vielleicht einmalige Chance auf unser Lebensglück verpassen.

Andererseits dienen wohlbegründete Vorbehalte dazu, keine vorschnelle Entscheidung zu treffen, nachdem man eine Situation spontan als positiv oder negativ beurteilt hat, indem man sie besser noch eine Nacht überschläft, wenn man damit etwas Folgenschweres bewirkt, um eventuell in einer anderen Stimmung auf angemessenere Weise reagieren zu können.

….Mir ist allerdings nicht klar, ob das überhaupt im Umgang mit Anderen möglich sein kann.

„Ist Jener nicht einer der meinem Bruder, Vater, so ähnlich ist, und Jene dort meiner Schwester oder Mutter?“....


Dadurch, dass der familiäre Status von Blutsverwandten keine Garantie für ein positives Verhältnis miteinander darstellt – auch wenn es wünschenswert wäre, weil Blut dicker als Wasser ist, und vielfach Traditionen mit ungeschriebenen Gesetzen dort ihre Gültigkeit haben – kann die Ähnlichkeit auch eine negative sein, sodass man immer wieder die Heimatglocken läuten hört, sobald Jemand auftaucht, der das altbekannte Beute- oder Feindbildschema erfüllt, und sich quasi als Stellvertreter für das Original anbietet, dem man entweder noch einen Dank schuldet, oder der Einem seinerseits noch Etwas schuldig ist, sodass man hofft, dass der Stellvertreter Einem diesen Dank an dessen Stelle erweist, oder dessen Bußschuld tilgt, bzw. sich umgekehrt anbietet, auch unverdientermaßen den Dank an seiner Stelle anzunehmen, ober aber die fremde Bußschuld an sich begleichen zu lassen – besonders dann, wenn sein Vorgänger schon längst tot ist.

Die gnostischen Vorstellung der Wiedergeburt eines Menschen, die in einer ähnlichen oder anderen Gestalt stattfindet, damit der Sünder seine Schuld nachträglich tilgen kann, oder der Verdienstvolle nachträglich doch noch gewürdigt werden kann, schlägt sich auch in der hinduistischen Ethik nieder, nach der man auch achtsam mit Tieren umgehen sollte, weil man nie wissen kann, ob es nicht die geliebte Großmutter ist, die gerade als schillernder Schmetterling den Kopf umkreist, sodass man ihr einen Bärendienst erweisen würde, wenn man sie aufspießen und in einem Schaukasten ausstellen täte.

Hier hat Buddha mit dem Unsinn aufgeräumt, indem er die Lehre von der „ ewigen Wiedergeburt ein- und desselben Menschen“ auf die „ewige Wiederkehr desselben Problems, was man nicht löst“ reduziert hat, was impliziert, dass es eben nicht mehr wiederkehren kann, nachdem man es erfolgreich gelöst hat, sodass man sich der Lösung anderer Probleme widmen kann.

…..Also kann Jemand unverdienter massen von uns zum Vornherein positiv bewertet und gemocht aber auch abgelehnt werden, so wie Jemand der in der Vergangenheit achtsam oder unfreundlich mit uns umgegangen ist.
Ist der Mensch sich dieser Beweggründe immer bewusst? ….


Ja natürlich kann man Jemanden auch falsch beurteilen und ihm bei der Entscheidung, sich ihm gegenüber positiv oder negativ zu verhalten, nicht gerecht werden.

Diese Entscheidung kann aufgrund eines Irrtums sogar ganz bewusst erfolgen, und auch im Nachhinein nicht als falsch eingesehen werden, sofern man nicht bereit dazu ist, seinen Fehler zuzugeben, und ihn vielleicht sogar wieder gutzumachen, indem man seine Entscheidung rückgängig macht.

Allerdings ist es ziemlich schwer für einen selbstkritischen Menschen, wider besseren Wissens dennoch falsch zu handeln, obwohl man genau weiß, dass man im Irrtum ist, während Jemand, der meint, er irre sich nicht, sich auch dann nicht eines Besseren belehren lässt, wenn er dadurch erhebliche Nachteile in Kauf nehmen muss, denn gegen Dummheit kämpfen bekanntlich Engel selbst vergebens (denn Götter können nicht kämpfen, weil sie keine Personen sind).

….Hassen tut der Mensch ziemlich schnell und keiner erträgt das Gehasst-Werden gleichermassen. …


Sofern das Gehasst-Werden noch nicht mit Nachteilen verbunden ist, weil der Hassende nicht die Macht hat, dem Gehassten zu schaden, ist die Verfluchung genauso wirkungslos, wie der Glückwunsch des Liebenden, der Jemanden zwar liebt, aber sich ansonsten nicht weiter drum bemüht, ihm zu nutzen, um für den Geliebten ebenfalls liebenswert zu werden, sodass die Liebe einseitig bleibt.

Um das Gehasst-Werden zu beseitigen, braucht man sich eigentlich nur freundlich zu verhalten, sodass man dem Anderen lieblich anstatt hässlich erscheint, und man für den Anderen automatisch vom übelwollenden Feind zum wohlwollenden Freund wird – selbst wenn der Einem ansonsten piepwurschtegal ist, und man damit nur seiner gesetzlich vorgeschriebenen Friedenspflicht nachkommt.

….Ich denke, dass Menschen die uns nicht gut gesinnt sind nicht zwangsläufig gehasst werden müssen, distanzieren und sich von ihnen abgrenzen tut man ganz von selbst, falls es sich nicht um unbeabsichtigte Kränkungen und Rufschädigungen handelt. …..

Nun – es gibt auch geliebte Feinde, die man sich mit Absicht hält, um sich nach Herzenslust mit ihnen rumstreiten zu können – nach dem Motto: „wenns schon nicht auf gütige Weise klappt, dann wenigstens auf boshafte“, oder aber man rühmt sich noch mit seiner Unfähigkeit, sich keine Freunde machen zu können, indem man behauptet: „Viel Feind – viel Ehr!“

Und wenn der Feind dann eines Tages nicht mehr da ist, heult man sich die Augen aus – und zwar nicht aus Freude über die Erleichterung, sondern aus Trauer um einen großen Verlust.

Ansonsten ist es auf jeden Fall besser, noch zu Lebzeiten Blumen zu schenken, als danach, wenn der Andere tot ist, und Nichts mehr davon hat, denn: „Et gibt nix GUTET, außer man TUTET!“, wie man bei uns im Ruhrpott zu sagen pflecht (wobei der Schweizer sicherlich einen ähnlichen Spruch auf Lager hat, schmunzel....).
Darüber hinaus geht es in christlichen Ethik sogar darum, auch die Schädlichen, wie etwa Diejenigen, die Einem beim eigenen Erfolgsstreben versehentlich im Weg stehen, rücksichtsvoll zu behandeln, indem man barmherzig ist und sie am eigenen Erfolg teilhaben lässt, und sogar seine Feinde, die Einen vorsätzlich bekämpfen, nicht einfach tothaut, nachdem man sie besiegt hat, sondern ihnen gegenüber gnädig ist.

Beim Letzteren sehe ich das Problem darin, dass sich der Begnadete umdreht und die Perlen zertritt, weil er gar nicht sehen kann was ihm da entgegen gebracht wird.
Daher ist wohl die Vorsicht immer die Mutter der Porzellankiste und ab und zu muss man diese Kiste aus dem Weg räumen, damit es nicht (noch) mehr Scherben gibt.

Diese richtigen und falschen Vorurteile bilden die Basis für jede erste Bewertung, um schnell eine Entscheidung treffen zu können, und nicht wie gelähmt dazustehen, während das Unglück uns überrollt, bzw. während wir die große, vielleicht einmalige Chance auf unser Lebensglück verpassen

Nun, man sagt sich ja erst einmal guten Tag und da läuft schon so Einiges ab, wenn man die Gestik und Mimik überhaupt bereit ist zu sehen und die Tonlage der Stimme auf sich wirken zu lassen.
Das setzt natürlich voraus, dass man nicht zu sehr mit seinen eigenen Vorstellungen und Zielen beschäftigt ist, sodass man zwar vor diesem „Vorgestellten“ Menschen steht, aber eben gar nicht vorbehaltlos bei ihm IST.
Wie auch immer, ist es so oder so nicht einfach im Augenblick zu sein, wenn man sich nur schwer auf eine Sache, oder einen Menschen zu konzentrieren vermag, vor allem wenn man überall gleichzeitig dabei sein will.

...... sodass man immer wieder die Heimatglocken läuten hört, sobald Jemand auftaucht, der das altbekannte Beute- oder Feindbildschema erfüllt, ....

Ich meine, dass man sicherlich letztendlich ab dem 50. Altersjahr, in der Rückbesinnung hat herausfinden können, wie man sich von dem Gebimmel distanzieren will und ob man der Einfachheit oder Bequemlichkeit halber mit den Glocken die altbekannten Lieder weiter summt, ohne dabei jemals darüber nachgedacht zu haben was die Worte darin nebst der schönen Melodie sonst noch bezwecken.
Altbekanntes und Vertrautes kann zwar dazu verleiten, sich in Sicherheit zu wähnen, was aber gekonnt von aussen inszeniert wird, kann zum eigenen Käfig werden, wo der Hamster nur noch im Rad seine eigenen Runden zu drehen vermag.

Und wenn der Feind dann eines Tages nicht mehr da ist, heult man sich die Augen aus – und zwar nicht aus Freude über die Erleichterung, sondern aus Trauer um einen großen Verlust.

Wenn des Feindes Zeit abgelaufen ist, ist dies eine Erleichterung, da gibt's kaum was zu heulen, ausser man hat sich auf sein Verhaltens- und Kom-munikationsniveau herabgelassen und kommt mit der entstandenen Leere die ein solches Miteinander zurücklässt nicht zurecht.

(wobei der Schweizer sicherlich einen ähnlichen Spruch auf Lager hat, schmunzel....)

Im Sprüche klopfen sind wir Schweizer von den Deutschen Landsleuten nicht mal so verschieden, allerdings heisst es bei uns:

"Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es" („Tutet“ heisst bei uns übrigens hupen. Schmunzele zurück)

"Es git nüt wo's nit git"