….Eine sonderbare Sache mit der Scham. Die Einen schämen sich schon dann, wenn sie Bedürfnisse haben und die auch zu befriedigen versuchen und andere schämen sich nicht mal wenn sie Jenen ihre Bedürfnisse verwehren und sie auf selbstverständliche Art und Weise ihrer Rechte und Habe berauben. ….

Dass man die Rechte, die man selber in Anspruch nehmen will, Anderen nicht zugesteht, weil man sie zB im Sinne eines exklusiven Nutzungsrechtes ganz alleine zu besitzen begehrt, ist ein ganz natürliches Bedürfnis – auch wenn es nicht auf soziale Weise befriedigt werden kann.

Hier ist es in dem Falle, wo man diese Rechte zB als Interessengruppe im Parlament gemeinsam einfordert, zwar möglich, sie sich miteinander zu teilen, indem eine Krähe der anderen keine Auge aushackt, aber nicht gleichzeitig auch mit allen anderen Gruppen, denen gegenüber man diese Vorrechte beansprucht, weil sie sonst ja keine Exklusivrechte mehr wären.

So ist Derjenige, der sich seiner Sache sicher ist, weil er sie selber vertritt, sodass man ihn fälschlicherweise als selbstsicher bezeichnet (denn er kann sich ja seiner selber nicht sicher sein, sondern nur dessen, was er gerade für richtig oder für falsch hält), auch frei von Zweifeln, die sich auf einen Sachverhalt beziehen, und nicht etwa auf die Existenz seiner Person.

Je weniger man dabei auf die Belange Anderer Rücksicht nimmt, in der Meinung, etwas Besseres zu sein oder verdient zu haben, desto vehementer wird man auch seinen Irrtum als das Maß aller Dinge gegen jede Kritik verteidigen, und seine nicht gerechtfertigten Ansprüche gegen die Bedürfnisse Anderer durchsetzen, ohne sich im Geringsten zu schämen darüber, dass man Andern dabei ein angemessenes, gutes Benehmen schuldig bleibt, damit sie Einem freiwillig geben, was man von ihnen haben will.

Ist man jedoch der Meinung, weniger verdient zu haben, und damit weniger wert zu sein, als Andere, und fordert dann spontan und unüberlegt dennoch mal Sonderrechte, die Einem gar nicht zustehen, schämt man sich über die eigene mangelnde Disziplin (Selbstdisziplin, die sich auf die Kontrolle das eigenen spontanen Verhaltens bezieht).

Die Scham bezieht sich vor Allem auf die VORSTELLUNG, nicht genügt zu haben, selbst wenn man sich gar nicht falsch verhalten hat, sowie darauf, einen Anspruch nicht erfüllt zu haben, den auch Andere nicht erfüllen konnte, weil er einer Idealvorstellung entspricht, welche nur als ungefähre Vorgabe dient, um sein Verhalten danach auszurichten, was einer mangelnden Kenntnis der Rechtslage entspricht, sodass sich der vermeintlich Schuldige sogar aus Scham über sein angebliches Versäumnis oder seine spontane, unkontrollierte Reaktion pflichtgemäß entschuldigt, obwohl er sich dabei überhaupt nichts zuschulden hat kommen lassen.

Derjenige hingegen, der Andere vorsätzlich (zB aus Rache) schädigt, schämt sich nicht, weil er sich im Recht dazu wähnt, und der Fanatiker, der Andere aus sportlichem Wetteifer schädigt, oder in den Krieg zieht, um einen vermeintlichen Feind zu bekämpfen, wird sich auch nicht schämen, seine Luftüberlegenheit dem schwächeren Gegner gegenüber schamlos auszunutzen, um ihn nach allen (Spiel-)Regeln der Kriegskunst auf „faire Weise“ zu vernichten, wie es bereits in der hinduistischen Mahabharata ausführlich ethisch begründet wurde.

Das Beispiel von den beiden Piloten des Atombombenabwurfs in Hiroshima und Nagasaki zeigt anschaulich den Einen, der sich wegen dieser Tat so sehr schämte, und den seine Gewissensbisse ein Leben lang dermaßen quälten, dass er die japanische Bevölkerung um Vergebung seiner Schuld bat, während der Andere prima schlafen konnte in der Gewissheit, den Krieg mit der Tötung vieler Menschen, die auch noch Jahre danach an den Folgen der radioaktiven Verseuchung qualvoll starben, was er jedoch als notwendigen Kollateralschaden ansah, beendet zu haben, damit nicht noch viel mehr (vor Allem natürlich Amerikaner) hätten sterben müssen, wenn ers nicht getan hätte, sodass er selbstgerechterweise natürlich nicht um Vergebung einer Schuld bat, die er meinte, gar nicht zu haben, nachdem er sie nach guter alter Milchmädchen-Manier gegen seine viel höher bewerteten Verdienste angerechnet hatte.

Es ist also die ethische Gesinnung, welche die Einstellung zum Anderen prägt, und die ihn nur dann sensibel für fremdes Leid macht, wenn er selber auch meint, den Anderen zu Unrecht (also versehentlich oder im Affekt einer Wutattacke spontan vorsätzlich) geschädigt zu haben, sodass er sich im Nachhinein seiner Tat schämt, und eventuell um Vergebung der Schuld des Schadensausgleichs bittet, falls er ihn nicht leisten kann, damit der Andere es ihm nicht weiter nachträgt, dh ihm seine Tat verzeihen kann.

Wenn hier allerdings noch die Feigheit hinzukommt, die auf der Angst des Narzissten beruht, seinen guten Ruf als Mr. Perfect zu verlieren, wird er sich wohl kaum dazu bewegen lassen, seine Schuld öffentlich zuzugeben, sondern sie zumindest kleinreden, um sein falsches Selbstbild vom unfehlbaren Helden, welches er bei Andern als seine Maske zur Schau trägt, zumindest bei denen weiterhin aufrecht erhalten zu können, die er damit über die Erkenntnis seines tatsächlichen Wesens bisher erfolgreich hat hinwegtäuschen können.

So ist das beste Mittel gegen die Angst, als minderwertiger erkannt zu werden, als man es gerne wäre, die Eitelkeit, bzw. der Hochmut, etwas Besseres zu sein, als alle Anderen, oder auch nur – etwas bescheidener - die das Pflegen der Hoffnung darauf, dass Niemand jemals erkennen möge, was für ein kleines Würstchen man tatsächlich ist, verglichen mit Anderen, die besser sind, als man selber, um sich zB nicht mehr seiner niederen Herkunft oder eines anderen an Einem haftenden Makel schämen zu müssen.

….https://www.youtube.com/watch?v=Da4I0y57n_Y

Aus dem Beitrag:

Weshalb empfindet jemand Scham der sich nichts zu Schulden hat kommen lassen?
Eine Welt ohne Scham wäre eine Welt ohne objektive Ordnung. Es würde uns nicht gelingen die Welt zu begreifen, es würde nicht gelingen das Selbst zu begreifen. ….


Hier wird die Ursache - nämlich die Erkenntnis der eigenen Minderwertigkeit im Verhältnis zu Anderen - mit der Folge daraus - nämlich der Scham darüber, minderwertiger zu sein - verwechselt, wobei man davon ausgehen muss, dass die Erkenntnis unbewusst erfolgt, und man sich mit der Schamreaktion diese Erkenntnis erst bewusst macht.

Da unbewusste Erkenntnisse auf irgendwann mal abgespeicherten Vorurteilen beruhen, mit denen der Sachverhalt unbewusst bewertet wird, sodass man auch schnell drauf reagieren kann, ohne jedes mal an der Richtigkeit der Urteile oder sogar des gerade Erlebten selber zweifeln zu müssen, dient die Scham über das eigene Versagen - oder im gegenteiligen Falle der Stolz über das erfolgreiche Gelingen - als natürlicher Indikator dessen, was man davon hält.

Wenn man hier dennoch zögert, anstatt spontan einfach das zu tun oder zu lassen, was man schon immer in diesem Falle getan hat, weil es sich als erfolgreich bewährt hat, dann liegt dieser plötzliche Zweifel an der Richtigkeit in diesem Falle darin begründet, dass die Situation vielleicht doch eine andere ist, als man meinte, sodass eine Korrektur entweder des in dem Falle falschen Vorurteils nötig ist, oder aber der darauf begründeten falschen Einstellung und des daraus folgenden Verhaltens, um weiterhin erfolgreich sein zu können.

….Das Sein ist der Tod weil es absolute Erstarrung bedeutet, es ist kein Abstand mehr möglich. ….

Nicht das Sein bedeutet (körperliche) Erstarrung, sondern die Fixierung auf ein geistiges Abbild vom Sein, wovon man sich vorstellt, dass es so (gewesen) sei oder (in Zukunft) genau so sein sollte, wie man es gerne hätte, und nicht anders.

Durch die oft gewohnheitsbedingte mangelnde Flexibilität, von seiner womöglich falschen Einstellung gegenüber dem, was IST; ablassen und sie gegen eine richtige auszutauschen, bewirkt man unabsichtlich die eigene geistige Erstarrung, die sich natürlich auch in einer entsprechend starren Körperhaltung somatisieren kann, wobei man den Altersstarrsinn wohl nicht als Ursache für nachlassende körperliche Beweglichkeit ansehen kann, sondern eher organischen Verschleiß.

Was den Abstand betrifft, den man braucht, um eine möglichst unbeteiligte Haltung zu einem Sachverhalt einzunehmen, wenn man ihn von mehreren Seiten her betrachten will, so führt der beim Elfenbeinturmgelehrten leicht dazu, dass er den Kontakt mit der materiellen oder sozialen Wirklichkeit verliert, und nur noch geistig involviert ist, sodass seine Erkenntnisse sich nicht mehr in die soziale oder materielle Wirklichkeit umsetzen lassen.

Hier wäre es zweckmäßig, wenn der Theoretiker und der Praktiker zusammenarbeiteten, damit die daraus resultierenden Handlungsanleitungen auch Hand und Fuß haben, was oft bei moralischen Vorgaben nicht der Fall ist, sodass sie für Diejenigen, die sie befolgen sollen, böhmische Dörfer bleiben.

…..Das Problem einer jeden Revolte ist der Vorwurf der Gewalttätigkeit, wobei da Gewalt gegen Gewalt als Reaktion angewendet wird. Eine Gewalt die sich gegen die institutionalisierte Gewalt erhebt....

Dass der Ungehorsam der Diener gegen ihren Herrn bereits als ein Akt gewalttätiger Rebellion angesehen wird, dient Letzterem zur Rechtfertigung, diese Revolte zum Anlass zu nehmen, auch physisch gegenüber seinen Dienern gewalttätig zu werden, um den Widerwillen der Aufständischen zu brechen, was natürlich nicht funktionieren kann, weil die Entscheidung zum Ungehorsam frei ist von der Möglichkeit, tatsächlich Widerstand leisten zu können, sodass allenfalls eine Scheinanpassung dabei heraus kommt, die der Herr dann als Bereitschaft zum Gehorsam akzeptieren kann, womit aber noch keine Gesinnungsgenossenschaft bewirkt wird.

…..Man muss frei sein um die Knechtschaft zu akzeptieren, frei sein von der Logik der Ohnmacht, die dazu dient einen Status Quo aufrecht zu erhalten. ….

Da die Ohnmacht, bzw. besser: die Machtlosigkeit keine totale ist, sondern vor Allem eine soziale, besteht die Macht der freien Entscheidung immer noch im Geiste, worauf besonders die Armen ihr Himmelreich vorgestellter Freuden im Sinne einer Hoffnung auf bessere Zeiten begründen, wo sie schon nicht einflussreich genug sind, um sich das Paradies auch im sozialen und physischen Sinne auf Erden zu bereiten.

Dass die Diener sich dabei in die Illusion der Freiheit von der Knechtschaft flüchten, entspricht der Vorstellung eines verzweifelten Gefangenen, der die Mauern seines Gefängnisses nicht als eine Grenze definiert, die ihn unfrei macht, sondern als Grenze, die einen Freiraum definiert, die er für seine Zwecke erst dadurch voll nutzen kann, dass er weiß, wie weit er gehen kann, ohne gewaltsam daran gehindert zu werden, sie zu überwinden.

Es ist also die Freiheit des Bewertens gemeint, mit der von den geistig mächtigen Vertretern der Kaste des gebildeten Clerus die Grenzen eines althergebrachten Ordnungssystems aufgehoben werden können, und nicht die Freiheit von der weltlichen Macht der wirtschaftlichen, militärischen oder sozialpolitischen Vormacht der Verteter der drei anderen Kasten oder mittelalterlichen Ständen, die auf ihren Gebieten stärker sind, als er.

So kommt es, dass gesellschaftliche Revolutionen meist von den Gebildeten angezettelt werden, denen das aufgewiegelte Volk nur dazu dient, mit der Masse der Unzufriedenen gegen die Herrschenden vorzugehen, um selber an die Macht zu gelangen, woraufhin die Revolution am Ende immer ihre eigenen Kinder frisst, weil sich damit an den real existierenden Herrschaftsverhältnissen, die es angeblich - einer gut durchdachten, sozial (partnerschaftlich) idealen Vorgabe - abzuschaffen gilt, überhaupt nichts ändert.

…..Wie geht man mit dieser Sinnschicht um, die einem Sein aufgedrängt wird?
Zuhören, hinsehen, eine wichtige Form von Engagement. ….


Die Idealvorstellung einer besseren Welt für die Schwächeren, die sich nach subjektivem Dafürhalten aufgrund einer ungleichmäßigen Verteilung der Güter als benachteiligt sehen und sich dementsprechend auch für ungerecht behandelt halten, setzt voraus, dass es Jemanden gibt, der von höchster Stelle diese gleichmäßige Verteilung gleicher Rechte und Pflichten für Alle vorgenommen habe, was natürlich nicht der Fall ist.

Insofern ist diese ungleichmäßigen Verteilung der Machtbefugnisse auch nicht sinn- oder zwecklos, sondern hat nur einen anderen Sinn, als denjenigen, den sich die Schwächeren idealerweise vorstellen, nämlich: die bestehenden Machtverhältnisse zugunsten der Mächtigeren aufrecht zu halten.

…..Man könnte Scham auch mit „Wut über sich selber“ definieren, ....

oder Trauer? ….


Die Scham geht üblicherweise mit einem Zustand der Resignation einher, dh mit der Melancholie oder Schwermut, durch den der Hoffnungslose bei wiederholten Misserfolgen immer tiefer in einen Zustand dauerhafter Depression gerät, in der das Durchhalten mit jedem Schritt immer schwerer fällt.

Hier kommt zur Angst davor, dass Andere die eigenen Schwächer erkennen, und sie zum eigenen Vorteil ausnützen könnten, noch die Wut des von infantilen Allmachtsfantasien besessenen Narzissten über das eigene Unvermögen hinzu, die ihm - anstatt der Scham, die man irrtümlich für Wut hält, weil sie Einen aus Verlegenheit ebenfalls erröten lässt - das Blut in den Kopf treibt, während er verzweifelt gegen Windmühlenflügel ankämpft, und damit noch sinnloserweise seine letzten Reserven verplempert, bis am Ende der burnout mit dem physischen Zusammenbruch steht, bei dem das ganze System automatisch in einen Zwangs-Ruhezustand namens Ohnmacht versetzt wird, um noch Schlimmeres zu verhindern.

…..Vielleicht kommt Scham auch nur dann auf, wenn das Kind/ der Erwachsene nicht bloss im Wert einer bestimmten Sache für jemand Anderer disqualifiziert wird, sondern gleich die ganze Person damit.
Also so ähnlich wie bei der Personen- statt Verhaltenskritik und in Fragestellung einer Sichtweise.....


Dass die Überforderung durch eine Idealvorstellung die man dem Kinde als real erreichbares Ziel vorschreibt, anstatt sie ihm lediglich zur Orientierungshilfe für rechtes soziales Denken und Handeln zu empfehlen, trägt auf jeden Fall zu dieser infantilen narzisstischen Sichtweise bei, Alles zu können, wenn man es nur genügend will, welche auch noch im Erwachsenenalter beibehalten wird, um denen zu gefallen, die Unmögliches von ihm verlangen, nur um von Ihnen dafür im Gegenzug das Notwendigste zu bekommen, was es zum Leben braucht.

Ein anderer Fall, bei dem Allmachtsvorstellungen dabei helfen, die Erinnerung an die Erfahrung völliger Machtlosigkeit zu verdrängen, ist das Ausgeliefert-Sein an Stärkere im Kriegsfall oder im dem Falle, wo man ohne bewusstes Dazutun zum Opfer eines Verbrechens wird. Hier tauscht man bewusst die Gewissheit seiner tatsächlichen Machtlosigkeit aus der Vergangenheit gegen die Vorstellung einer potenziellen Machtfülle, mit der das, was passiert ist, nicht passiert wäre, und – da man heute mehr weiß, als damals - auch in Zukunft nie wieder passieren kann.

Ähnlich ist es auch mit den lange gepflegten Rachefantasien, die dem Opfer dabei helfen, sich nicht seiner früheren und gegenwärtigen Machtlosigkeit schämen zu müssen, indem es zumindest im Geiste den Ausgleich dazu schafft, der in der Realität nicht zu erzwingen war oder ist, weil es des Täters nicht mehr habhaft wird, und daher den Schaden bereits selber beglichen hat, oder aber indem es dem Täter wenigstens in seiner Vorstellung auf magische Weise mit der Formel: „Möge dich Allah dafür strafen!“ eigenmächtig die Pest an den Hals wünscht, damit der vor weiteren Schädigungen Abstand nimmt, weil der Gesetzgeber die Tat für zu unerheblich hält, um den Täter an Stelle des Opfers dafür zu bestrafen.

…..Also, ich denke, dass derjenige, der u.U. sehr lange einer Provokation standgehalten hat, bei der Geschichte schon etwas besser wegkommen sollte, immerhin benötigt er dabei meist eine ganze Menge an Kraft, Widerstand und Ausdauer, wobei dies immer auch von seiner Nervenkraft abhängig ist. …..

Wer sich bereits durch eine Meinung, die von seiner eigenen abweicht, zum Zurückschlagen provoziert wähnt, sollte schon mal Etwas an seiner zumutbaren Toleranzgrenze arbeiten, weil die zwingend erforderlich ist, um sich in diesem Falle noch sozial angemessen verhalten zu können, denn alleine die Tatsache, dass er nicht dazu bereit ist, rechtfertigt noch nicht, dass er es nicht tut.

Deshalb sind die gesetzlich vorgegebenen Toleranzgrenzen so großzügig bemessen, dass auch das Leiden eines Empfindlichen innerhalb des Erträglichen bleibt, wenn er nur bis zur Schmerzgrenze frustrationstolerant sein kann, und nicht darüber hinaus.

….Der Schaden wird also nicht geteilt sondern einseitig dem Provokateur weniger belastet.
Hier kann ich keine gute Präventionsabsichten erkennen und auch keine Motivation nicht sofort zurückzuschlagen. …..


Dass natürlicherweise immer die letzte Tat zum Anlass genommen wird, um einen eigenmächtigen Ausgleich vorzunehmen, führt – wie gesagt – dazu, dass die Kette von Rache und Gegenrache nicht abreißt, selbst wenn der Schwächere von Beiden erstmal zum Racheverzicht gezwungen wird, um nicht noch mehr Schädigung über sich ergehen lassen zu müssen, gegen die er sich nicht aktiv wehren kann.

In dem Sinne bedeutet dass Nachgeben des Klügeren nicht nur die Verhinderung eines weiteren Schadens, sondern auch das Schaffen eines Freiraums, in dem er wieder zu Kräften kommen kann, um später Rache zu üben, indem er den Überraschungsvorteil nutzt, wenn der Gegner schon längst nicht mehr damit rechnet.

Dass es damit natürlich nur zu einem zeitlich begrenzten, weil aufgezwungenen Frieden kommen kann, ist logisch, aber ist von Streithammeln, die ständig ihre Überlegenheit beweisen wollen, vielleicht auch gar nicht beabsichtigt.

…..Ich meine, Bemühungen zur Beherrschung sollten, schon wegen der Vorbildlichkeit, immer belohnt werden.
Deshalb ist hier die Teilung des Schadens nicht förderlich, weil der Provozierte in seinen Bemühungen nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten, bestraft wird. ….....


Da die Sicherheit bei der Inanspruchnahme von Rechten nur dadurch gewährleistet werden kann, indem man es Denjenigen, die sie Anderen nicht freiwillig zugestehen wollen, weil sie damit des Vorteils des Stärkeren verlustig gingen, die Rücksichtnahme auf Schwächere zur Pflicht macht als Voraussetzung dafür, dass sie auch ihrerseits in den Genuss dieser Schutzrechte gelangen, sofern sie mal ihrer bedürfen sollten.

Dass Mächtige, die unabhängig von der Gunst Anderer oder von der Hilfe durch Sozialgesetze sind, natürlicherweise höchst selten in die Situation der Bedürftigkeit kommen, führt zu der falschen Schlussfolgerung, dass sie die dazu nötigen Auflagen auch nicht erfüllen müssen. Daher wird ihnen als Lohn für ihre Anpassungsleistung des eigenmächtigen Racheverzichts auch Straffreiheit zugesichert, sofern das Gesetz des sozialen Ausgleichs auch für sie gilt, obwohl sie es nicht zum eigenen Vorteil nutzen können, weil sie es auch nicht brauchen.

Das heißt nun nicht, dass der Bedürftige deshalb bei uns das Vorrecht hat, das Gesetz zur Schadensminimierung zum eigenen Vorteil zu missbrauchen, indem er etwa einen Millionär auf einen höheren Schadensausgleich verklagt, als einen armen Schlucker, was in Amerika wohl anders gehandhabt wird, wie man an den Gepflogenheiten bei der Schadensregulierung im Scheidungsfall sehen kann.

….Da wären dann wohl Tagebuchführung/Zeugennennung vom Beginn der Provokation, also die Durchhaltezeit des Provozierten, bis zur Eskalation, ein Massstab hinsichtlich des Anteils der Schuld. …..

Das gilt in der Tat für die Bemessung der Bußschuld, die der Täter beim bestrafenden Gesetzgeber hat, der ihn damit nach dem Verursacherprinzip bestraft, aber nicht nach dem Gesichtspunkt der Bußschuld des Schadensausgleichs beim Geschädigten, mit dem es wieder ein friedliches Miteinander zu gestalten gilt, um nicht weiteren eigenmächtigen Racheakten auf beiden Seiten Vorschub zu leisten.

Hier von Seiten des Bankräubers seine langjährige Leidenszeit, wo er auf das Geld verzichten musste, in Rechnung zu stellen, sodass er sich den Erlös aus dem Bankraub zum Ausgleich redlich verdient hat, widerspricht dem Grundsatz des Schutzes der Eigentumsrechte der Bank gegenüber Bankräubern, die dessen Besitzrechte nicht achten wollen, wobei es sogar zu einer Sache all Derjenigen wird, die ihr erspartes Geld extra dort deponiert haben, um es vor dem Zugriff Unbefugter in Sicherheit zu bringen, was die Bankbetreiber ihrerseits zu einer besonderen Sorgfalt im Umgang mit dem anvertrauten Geld verpflichtet.

Dass der Unvermögende die Vermögenden natürlicherweise beneidet und ihnen besonders das durch fremde Arbeit oder durch Spekulationsgewinn leicht erworbene Vermögen missgönnt, darf nicht zum Anlass genommen werden, um sich selber auf unredliche Weise ebenfalls daran zu bereichern, nach dem Motto: „Wenns Andere tun (dürfen), dann ist es ganz normal, dass ich es auch tu!“, denn Bankraub ist nirgendwo erlaubt, sondern sogar ausdrücklich verboten, sodass die Norm, dass man eine Bank überfallen müsse, um als ehrenwerter Bankräuber zu gelten, nur unter Bankräubern gilt, und keiner gültigen Rechtsgrundlage für Alle entspricht.

Wer sich also hier das Leben erleichtern will, sollte sich wenigstens an allgemeingültige Regeln halten, um nicht in Konflikt mit denen zu geraten, die stärker sind, als er, wenn er schon nicht über den nötigen Gemeinsinn verfügt, der ihm die Einsicht ermöglicht, dass das Chaos herrschte, von dem nur die wirklich Stärkeren profitieren, und in dem alle Anderen ohne irgend eine Sicherheit untergehen, sobald Alle nur das täten, was ihnen gerade recht ist.
https://www.youtube.com/watch?v=Da4I0y57n_Y

Ich bin noch etwas an der Sinnschicht aus meinem letzten Beitrag hängen geblieben wo es noch immer um die Scham geht und mir scheint dieser Gesichtspunkt von Hadi Rizk doch wert zu sein um ihn nicht zu ignorieren.


Er äussert sich im Video bei 23:00 darüber wie folgt:

Wenn wir uns im Bereich des Seins bewegen, dann ist Scham eine Form der Anerkennung dessen, was ich bin durch den Blick und die Tat der Anderen.
Abgesehen davon bleibt eine Frage offen, nämlich die der moralischen Dimension.
Das heisst, neben dem Blick der Anderen, wie verhalten sie sich mir gegenüber und wie reagiere ich darauf?
Wie gehe ich mit dieser Sinnschicht um die meinem Sein aufgedrängt wird?
Mit anderen Worten, alles bleibt offen, es liegt an einem selbst dem Schicksal Diesen oder Jenen Sinn zu geben. Das ist meine Freiheit und die kann sich nötigenfalls auch in einer Revolte äussern. Nach dem Motto, der Andere drängt sich mir auf aber ich werde selbst aktiv und befreie mich von seinem Einfluss.
Darum geht es nicht nur um Anerkennung sondern um mehr.
Es ist ein Kampf Bewusstsein gegen Bewusstsein.



Ich verstehe nicht, weshalb dieses Bewusstwerden, Bewusstsein, hier in der Erfahrung durch die Spiegelung eines Anderen, grundsätzlich gegeneinander sei.
Dies wäre doch erst dann der Fall, wenn die Begegnungen nicht durch friedliche sondern durch kämpferische, nach Macht heischende Absicht stattfinden würde.
Dass der Pegel der Bewertungen dauernd am steigen und sinken ist, ist ja ganz natürlich und durchaus verkraftbar, doch ich denke auch, dass durch die Begegnung mit vormals narzisstisch stark gekränkten Menschen, welchen dies nicht bewusst ist, Gespräche schwieriger und oft auf Grund dieses bewirkten Umstandes, schlecht bis gar nicht sachlich stattfinden können.

Diese „Anerkennung“ wie Rizk es nennt, kann durch die kämpferische Haltung doch vom tatsächlichen Wert erheblich abweichen.
Dies ebenso durch fixierte Projektion der eigenen Idealvorstellung wie man das Gegenüber gern hätte oder es zu sein hat aber eben nicht sein kann oder auch nicht sein will.
….Wenn wir uns im Bereich des Seins bewegen, dann ist Scham eine Form der Anerkennung dessen, was ich bin durch den Blick und die Tat der Anderen. Abgesehen davon bleibt eine Frage offen, nämlich die der moralischen Dimension....

Zumindest ist es ein Zugeständnis von Seiten des Abgewerteten, dass der Bewertende mit seiner Minderbewertung dessen, was der Andere nach seinen Maßstäben wert ist, richtig liegt, dh das Eingeständnis seines eigenen Minderwertes gegenüber Jemandem der scheinbar stärker ist, als er selber, und dessen Bewertungsdiktat er sich freiwillig unterwirft, um nicht noch mehr Nachteile dadurch zu haben, wenn er sich vergeblich dagegen auflehnte.

Dabei wird dann mitunter auch das Menschenverachtende dabei gar nicht mehr als moralisch zweifelhaft angesehen, sondern sogar noch für richtig gehalten, wie etwa bei Sokrates, der sich – anstatt zu fliehen, als ihm Verhaftung und Todesstrafe wegen aufrührerischen Verhaltens drohte – angeblich sogar freiwillig nach dem selber mitbeschlossenen Gesetz rechtskräftig dazu verurteilen ließ, den Schierlingsbecher zu trinken, und damit für seine Tat zu büßen, um sich nicht noch an der Himmelstür zu einem Paradiese nach dem Tode deswegen schämen zu müssen, den eigenen Ansprüchen ans eigene Leistungsvermögen, worauf auch die Ansprüche der Anderen an ihn beruhten, nicht genügt zu haben.

Moralisch gesehen wäre es in der Tat angemessener, wenn Beide nicht den ganzen Menschen hinsichtlich der Eignung zum Partner ständig aufs Neue auf- oder abwerteten, sondern nur die erbrachte Leistung, die in einem vorher gemeinsam vereinbarten Zeitraum zu den für Beide gewinnbringenden Konditionen erbracht worden ist, und auch entsprechend vergolten werden muss – selbst wenn Einer von Beiden noch innerhalb dieses Zeitraumes ihrer nicht mehr bedarf.

Da man aber Niemandem vorschreiben kann, wie er Einen bewerten soll, geschweige denn, ob er das überhaupt tun sollte, oder nicht, sollte man seine Erwartungen an ihn besser auf das vereinbarte Entgelt für eine erbrachte Leistung beschränken, denn die Entscheidung, ob Einem Jemand sympathisch oder unsympathisch wegen irgendwelcher Taten oder Eigenschaften ist, sollte sich nicht darauf auswirken dürfen, ob er gewissenhaft seine Pflichten erfüllt oder ob er sie willkürlich zu Lasten des Partners vernachlässigt, was damit verhindert wird, dass man korrekterweise für diesen Fall eine rechtlich einklagbare Schadensausgleichszahlung vereinbart.

….Das heisst, neben dem Blick der Anderen, wie verhalten sie sich mir gegenüber und wie reagiere ich darauf? ….


Die eigenmächtige Bestimmung der Anforderungen, die Jemand zu erfüllen hat, um wohlgelitten zu sein, ist natürlich keiner gleichberechtigten Partnerschaft dienlich, weil sie immer zu Lasten des Schwächeren gehen. Deshalb gibt’s in einer demokratischen Gesellschaft soziale Gesetze, mit denen diese sittenwidrigen Verträge, bei der Einer den Anderen zu dessen Nachteil ausbeuten darf, für ungültig erklärt werden, selbst wenn menschenverachtende Vorurteile, die ihren guten Grund haben, dabei weiterhin gepflegt werden, auch wenn sie nicht rechtens sind.

….Wie gehe ich mit dieser Sinnschicht um die meinem Sein aufgedrängt wird?.....

„Sinnschicht“ ist ein seltsamer Begriff, womit suggeriert wird, dass es auch noch unsinnige Schichten in der menschlichen Vorstellung gäbe, die es dagegen abzugrenzen gilt. Daher würde ich ihn lieber eintauschen gegen „die Fremdbestimmung, so sein zu müssen, wie man für Andere sein soll, um für sie als Partner von Nutzen sein und eine entsprechende Gegenleistung dafür verlangen zu können“.

Mit anderen Worten, alles bleibt offen, es liegt an einem selbst dem Schicksal Diesen oder Jenen Sinn zu geben. Das ist meine Freiheit und die kann sich nötigenfalls auch in einer Revolte äussern. Nach dem Motto, der Andere drängt sich mir auf aber ich werde selbst aktiv und befreie mich von seinem Einfluss.

Die eigenmächtige Bestimmung dessen, wie man selber sein will, führt leider oft auch zur eigenmächtig angemaßten Bestimmung dessen, wie der Andere geistig beschaffen sein sollte, um Einen so zu sehen, wie man es gerne hätte, was man ja selber als Fremdbestimmung ablehnt, wenn man fremdbestimmt oder auch nur ungünstig durch Andere bewertet wird, sodass man daher auch nicht verlangen kann, dass Andere das dann dennoch für gut heißen sollen.

…..Darum geht es nicht nur um Anerkennung sondern um mehr.
Es ist ein Kampf Bewusstsein gegen Bewusstsein. ….


Nein nicht das Bewusstsein kämpft, denn es ist keine Person, sondern nur ein geistiger Zustand, in dem sich eine Person befindet, sondern es kämpfen zwei Menschen schlicht und ergreifend um Vorrechte, damit sie alleine bestimmen können, wie sich der Andere zu verhalten hat, um straffrei auszugehen, was dem dann als Lohn für die Anpassungsleistung auseichen muss - ganz so, wie es der höchste Gesetzgeber ihnen auf ganz eigenmächtige Weise selber ständig vormacht.

….Ich verstehe nicht, weshalb dieses Bewusstwerden, Bewusstsein, hier in der Erfahrung durch die Spiegelung eines Anderen, grundsätzlich gegeneinander sei.
Dies wäre doch erst dann der Fall, wenn die Begegnungen nicht durch friedliche sondern durch kämpferische, nach Macht heischende Absicht stattfinden würde.....


Wenn Frieden zu eigenen Konditionen nur durch einen gewonnenen Kampf um Vorrechte bewerkstelligt werden kann, dient die Auseinandersetzung mit dem Anderen der Feststellung der realen Machtverteilung, und nicht der beidseitigen Bereicherung, indem man sich stattdessen gemeinsam mit einem Thema auseinandersetzt.

Die Distanzierung zum Thema macht eine vorurteilsfreiere Betrachtungsweise möglich, während die Distanzierung zu seinem Partner gerade dieses Verständnis für ihn verhindert, welches nötig wäre, um an der richtigen Stelle Toleranz üben zu können, nämlich da, wo man ihm seine momentane Schwäche eben nicht zum Verhängnis werden lässt, indem man gleich seine ganze Person in ihrer Eigenschaft als Partner mit abwertet.

...Dass der Pegel der Bewertungen dauernd am steigen und sinken ist, ist ja ganz natürlich und durchaus verkraftbar, doch ich denke auch, dass durch die Begegnung mit vormals narzisstisch stark gekränkten Menschen, welchen dies nicht bewusst ist, Gespräche schwieriger und oft auf Grund dieses bewirkten Umstandes, schlecht bis gar nicht sachlich stattfinden können....

Das mag an der falschen Erwartung des Narzissten liegen, aufgrund der erlittenen Abwertung seiner Person als Partner ein lebenslanges Recht auf Schadensersatz zu haben, den er auch gegen Nachfolger des Schädigers, dh, Diejenigen, die ihm aufgrund irgendwelcher Merkmale ähnlich zu sein scheinen, geltend machen kann, sodass er Jene an seiner Stelle dafür bestraft, um sein beschädigtes, falsches Selbstbild, welches mit einem gewünschten, aber nicht vorhandenen Recht auf eigenmächtige Rache zur Abschreckung vor weiteren Schädigungen ausgestattet ist, wieder herzustellen.

….Diese „Anerkennung“ wie Rizk es nennt, kann durch die kämpferische Haltung doch vom tatsächlichen Wert erheblich abweichen. ....

Eine Anerkennung als Beweis der Anpassungsleistung des Gehorsamen, welcher sich freiwillig aus Angst vor Strafen dem Diktat des Stärkeren unterwirft, ist leider nur vorgetäuscht, denn man kann Niemanden dazu zwingen, Einen als seinen Herrn nicht nur zu fürchten, sondern auch zu lieben, selbst wenn der noch so schwach ist, und gar keine andere Wahl hat, als zu gehorchen, indem er sich, bzw. sein Verhalten an die vom Stärkeren vorgegebenen Notwendigkeiten zum Schein anpasst.

So kann man sich auch freiwillig seinem Schicksal beugen, indem man es stoisch erträgt, um nicht gewaltsam dazu gezwungen zu werden, wobei man bereitwillig auf unnötige Gegenwehr verzichtet, welche die eigenen Kräfte noch mehr verzehren würde, sodass das Überleben unter schwierigen Bedingungen noch schwieriger würde, als es ohnehin schon ist.

….Dies ebenso durch fixierte Projektion der eigenen Idealvorstellung wie man das Gegenüber gern hätte oder es zu sein hat aber eben nicht sein kann oder auch nicht sein will. ….

Was man Alles kann, weiß man immer erst, nachdem man es getan hat, sodass es wohl dem Impulsiven und damit auch Übermütigen überlassen bleibt, ohne Bedenken immer wieder - sogar trotz besseren Wissens - an seine Grenzen zu gehen, um sie als Beweis seiner tatsächlichen, momentanen Kraft erfolgreich zu überwinden, und sich dabei mit der Zeiten gründlich die Hörner abzustoßen.

Der weniger Temperamentvolle hingegen tendiert eher zur Übervorsichtigkeit, und zieht sich selber eine Grenze, oder aber akzeptiert die bereits vorhandenen Grenzen – egal, ob sie als Vorschrift von Anderen gezogen wurden, oder ob sie ein Ergebnis der momentanen Umstände sind - , um sich lieber innerhalb dieser Grenzen zu verwirklichen, was seine Anpassungsleistung darstellt, für die er all seine Lebenskraft verbraucht.

Derjenige, der Grenzen nur als Beschränkung seiner (Wahl-)Möglichkeiten ansieht, die es aufzuheben gilt, um sie zu vermehren, obwohl er immer jeweils nur eine davon in die Tat umsetzen kann, ist gar nicht in der Lage, die bereits vorhandenen und auch die gerade neu entstandenen Möglichkeiten im vollständigen Umfange zu nutzen, sodass der Kampf gegen Widerstände, um sie zu bezwingen, zum Selbstzweck wird - so, wie bei Sisyphus, der sich am Erfolg des auf den Berg gerollten Steines nur sehr kurz erfreuen kann, weil der danach sofort auf der anderen Seite wieder runter rollt.

Dieses deshalb jedoch gleich als sinnlos zu bezeichnen, wird der dafür aufgewändeten Leistung auch nicht gerecht, sodass man selbst ein mühsames Leben ohne angemessenen Lohn nicht deswegen abwerten sollte, nur weil es nicht so leicht vonstatten ging, wie man es erhofft und sogar einst von seinen Eltern fest versprochen bekommen hat, wenn man nur das tun würde, was sie von Einem verlangten.

So wird für einen infantilen Animisten aus einem Menschen, den er als Partner persönlich liebt oder hasst, die ganze Welt zu einem übermächtigen, launischen, mal gerechten und mal ungerechten Partner, der ihm auf unpersönliche Weise scheinbar mal in friedlicher Absicht entgegentritt, um ihn dafür zu belohnen, dass er sich angepasst hat, oder aber ein anderes Mal als ein Gegner erscheint, der ihn in feindlicher Absicht für seinen Ungehorsam scheinbar dafür bestraft, dass er sich den Notwendigkeiten des Lebens nicht beugen wollte.

Dabei bleibt es der eigenen willkürlichen Ursachenzuschreibung überlassen, ob er dieses als dem eigenen Bedürfnis nach Selbst- und damit auch Welterkenntnis angemessen und daher gerechtfertigt ansieht, oder als einen reinen Willkürakt, bei der er selber lediglich ein rechtloses Opfer höherer Gewalt bleibt, wie es auch tatsächlich oft der Fall ist.
Entschuldige meine verzögerte Antwort, die Technik, seufz.


….Wenn wir uns im Bereich des Seins bewegen, dann ist Scham eine Form der Anerkennung dessen, was ich bin durch den Blick und die Tat der Anderen. Abgesehen davon bleibt eine Frage offen, nämlich die der moralischen Dimension....



Zumindest ist es ein Zugeständnis von Seiten des Abgewerteten, dass der Bewertende mit seiner Minderbewertung dessen, was der Andere nach seinen Maßstäben wert ist, richtig liegt, dh das Eingeständnis seines eigenen Minderwertes gegenüber Jemandem der scheinbar stärker ist, als er selber, und dessen Bewertungsdiktat er sich freiwillig unterwirft, um nicht noch mehr Nachteile dadurch zu haben, wenn er sich vergeblich dagegen auflehnte.

Es bleibt eine weitere Frage offen, nämlich die der gezielten Manipulation des Bewerters und der Charakterstärke sowie das Bewusstsein des Manipulierten.
Ich denke dies war auch mit der offenen Frage der moralischen Dimension gemeint.

Wenn wir uns die Kniffs und Tricks der Werbeleute genauer anschauen, erkennen wir die subtilen
Minderbewertungsunterschiebungsabsichten an das Zielpublikum.
Eine Absicht also, die den „scheinbar“ Stärkeren noch stärker werden lässt, so der Mensch nicht bereit ist zu prüfen, was an und mit ihm mehr und mindert bewertet werden will.

Zusätzliche Fragen stellen sich in Bezug zur Spontanität durch seine momentane „Sinnschicht“ (Stimmungslage) und um beabsichtigte (Vor) Täuschungen.


….Ich verstehe nicht, weshalb dieses Bewusstwerden, Bewusstsein, hier in der Erfahrung durch die Spiegelung eines Anderen, grundsätzlich gegeneinander sei.
Dies wäre doch erst dann der Fall, wenn die Begegnungen nicht durch friedliche sondern durch kämpferische, nach Macht heischende Absicht stattfinden würde.....



Die Distanzierung zum Thema macht eine vorurteilsfreiere Betrachtungsweise möglich, während die Distanzierung zu seinem Partner gerade dieses Verständnis für ihn verhindert, welches nötig wäre, um an der richtigen Stelle Toleranz üben zu können, nämlich da, wo man ihm seine momentane Schwäche eben nicht zum Verhängnis werden lässt, indem man gleich seine ganze Person in ihrer Eigenschaft als Partner mit abwertet.


Ersteres ist klar, was aber bei der Distanzierung zum Partner nicht heissen muss, dass Verständnis verhindert wird.
Können beide Seiten eine vorübergehende Distanzierung gestatten, so dient dies nicht zuletzt auch einer ganz persönlichen Lagebestimmung und steht meiner Meinung nach jedem Menschen zu, es sei denn er befinde sich in der Situation eines Sklaven dem nichts anderes bleibt, als die (Zuge) Hörigkeit zu akzeptieren.
Du magst einwänden, dass wir alle in einem bestimmten Masse distanzlos sein müssen, nur, da bleibt dennoch ein Stückchen Narrenfreiheit was sich beim Weben ganz persönlichen Gedankenmuster in die Bäume hängen lässt.
….Entschuldige meine verzögerte Antwort, die Technik, seufz. ….

Deine Schuld ist dir natürlich vergeben, und ich hoffe, auch du vergibst mir meine, denn ich konnte mich ebenfalls aus Urlaubsgründen eine Weile lang nicht filosofisch betätigen, wie es meine Pflicht als Gesprächspartner gewesen wäre.

Entschuldigen muss man sich im Übrigen immer selber, aber wenn man das nicht kann, sollte man statt dessen um Vergebung der Schuld bitten, die Einem auch aus Dankbarkeit dafür gewährt wird, dass man dem Anderen auch schon mal seine Schuld vergeben hat, sodass das Schuldenkonto ausgeglichen ist.

War das bislang noch nicht der Fall, kann man dennoch darum bitten, dass Einem die Schuld vergeben wird, in der Hoffnung auf die Gelegenheit, dem Anderen in Zukunft dafür als Dank ebenfalls seine Schuld vergeben zu können.

Nun könnte man natürlich meinen, dass wenn sowieso jeder Freund dem Anderen seine Schuld vergibt, weil dieses im Rahmen der gegenseitigen Dankespflicht automatisch mit zum Freundschaftsvertrag dazugehört, könne man sich die Bitte genauso gut auch sparen.

Hier scheiden sich allerdings die Geister, denn wer meint, er brauche sich als Freund gar nicht mehr zu entschuldigen, indem er seine Bußschuld oder Dankesschuld eigenmächtig mit der Schuld des Anderen verrechnet, macht sich verdächtig, diese Milchmädchenrechnung heimlich zu seinen Gunsten aufzusetzen, was den Partner in seinem Mitbestimmungsrecht ausgrenzt und der Freundschaft nicht förderlich ist.

Jemand, der ein feines Rechtsempfinden für diese Prozesse hat, wird sich eher schämen, dem Anderen Unrecht getan zu haben, indem er ihm etwa vorschnell unredliche Absichten unterstellt hat, weil der sich seiner Ansicht nach nicht vereinbarungsgemäß verhalten hat, als Jemand, der meint, er habe als Stärkerer die Vorfahrt gepachtet, und dürfe sich daher schamlos und ohne Zweifel an der Richtigkeit der eigenen Bewertung über den Kopf des Anderen hinwegsetzen – mit der Begründung, sei ja zu dessen eigenem Besten.

Dass die übertriebene Scham dazu führt, sich auch für Etwas zu entschuldigen, wessen man sich gar nicht schuldig gemacht hat, weil Niemandem dadurch ein Schade entstanden ist, lässt Diejenigen natürlich aufjubeln, die darin eine Unterwerfungsgeste des Schwächeren sehen, der sich ihrem Gesetz freiwillig beugt, sodass sich der Verschämte faktisch selber damit schadet

….Es bleibt eine weitere Frage offen, nämlich die der gezielten Manipulation des Bewerters und der Charakterstärke sowie das Bewusstsein des Manipulierten.
Ich denke dies war auch mit der offenen Frage der moralischen Dimension gemeint.....


Wenn man das eigene Verhalten mit dem Maßstab eines Anderen bewertet, ist man ja selber der Bewerter, und wenn die Beurteilung negativ ausfällt, und man sich schämt, diesem Maßstab nicht genügt zu haben, beschädigt man damit allenfalls das eigene, nach diesem Maßstab falsche Selbstbild, welches man irrtümlich für ideal gehalten hat.

Nun kann es sein, dass man für Denjenigen, nach dessen Maßstab man den eigenen Anforderungen nicht genügt, ja trotzdem wertvoll ist, weil er gerade niemand Anderen hat, der noch besser ist, als man selber, sodass der Minderwert der erbrachten Leistung in Bezug zu dem, wovon man selber meint, dass es notwendig sei, durch den momentanen Seltenheitswert dieser Leistung ausgeglichen wird, sodass man es als einziger Retter in der Not sogar unabsichtlich zum Helden bringen kann, indem man einfach das tut, was Einem gerade möglich ist.

Hier ist der Spielraum für eigenmächtige Manipulationen im Leben längst nicht so groß, wie man vielleicht meinen mag, denn die scheinbar festen Bewertungsmaßstäbe werden von den Menschen auch nur je nach Angebot und Nachfrage benutzt, um dabei den jeweils maximal möglichen Nutzen herauszuschlagen.

Der scheinbar Bescheidene, der sich nicht zu großen Hoffnungen hingibt, stellt sich hier langfristig eigentlich als der geschicktere Taktiker heraus, indem er sich als Pessimist lieber positiv enttäuschen lässt, nur um sich als Optimist nicht negativ enttäuschen lassen zu müssen.

Das sogenannte Fremdschämen geschieht möglicherweise - genau so, wie das Schämen über das eigenen Versagen - lediglich aus Angst davor, für das Versagen der Mitglieder der eigenen Gruppe mit zur Verantwortung gezogen zu werden, dh aus purer Angst vor Strafe.

Die würde jedoch gar nicht erfolgen, wenn man sich etwa auf einer einsamen Insel unkorrekt verhielte, wo es Niemanden stört, außer man geht davon aus, dass big brother auch dort überall seine Überwachungskameras aufgestellt hat, um dem armen Sünder sogar noch die Hölle im selbstverdienten Südseeparadiese zu bereiten.

…...Wenn wir uns die Kniffs und Tricks der Werbeleute genauer anschauen, erkennen wir die subtilen Minderbewertungsunterschiebungsabsichten an das Zielpublikum.....

Die Menschen, die in den Augen ihres Herrn und seinen Handlangern sowieso alle gleich wertlos sind, brauchen sich eigentlich gar keine Mühe zu geben, besser zu sein, als Andere, und könnten theoretisch nach dem Motto leben: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich völlig ungeniert!“ oder: „nur als Narr kommt man in den Genuss, Narrenfreiheit in Anspruch nehmen zu dürfen!“, oder biblisch gesprochen: “Selig sind die Bekloppten, denn sie brauchen keinen Hammer, bzw ihrer ist das Himmelreich!“

…...Eine Absicht also, die den „scheinbar“ Stärkeren noch stärker werden lässt, so der Mensch nicht bereit ist zu prüfen, was an und mit ihm mehr und mindert bewertet werden will......

Der scheinbar Stärkere ist insofern wirklich der Stärkere, und unterliegt somit auch keinem Größenwahn, als dass er mit seinem Handeln erfolgreicher ist, als der Schwächere.

Die Frage dabei ist allerdings, ob das zwanghafte Streben nach Vormacht als Selbstzweck nicht letztlich da kontraproduktiv wird, wo man sich statt dessen sein Leben auch wesentlich weniger mühselig gestalten könnte, wenn man auf diese Vormacht einfach mal verzichten täte, und statt dessen Andere sich zu Tode schuften ließe, um ihrem Herren zu gefallen, der ihnen dann einen Blechorden als Bestätigung dafür überreicht, dass sie die Drittgrößten sind – nach ihm selber und seinem Lieblingspudel.

….Zusätzliche Fragen stellen sich in Bezug zur Spontanität durch seine momentane „Sinnschicht“ (Stimmungslage) und um beabsichtigte (Vor) Täuschungen. …..

Bei der Sinnestäuschung können weder die Sinne getäuscht werden, noch der bewertende Mensch selber, sondern es kann nur das, was ihm als Realität erscheint, gegen die Idealvorstellung von der Realität ausgetauscht werden, also das Bild, was der Mensch durch seine Sinne empfängt (Sinneseindruck), gegen das, was er sich geistig vorstellt.

Dass diese Täuschung nicht nur bei Anderen bewirkt werden kann, die sich gerne täuschen lassen, weil sie zu bequem sind, sich von der Richtigkeit dessen zu vergewissern, was ihnen ein scheinbar Glaubwürdiger verkündet, um ihn anschließend als Betrüger zu verklagen, der sie sogar um ihr scheinbares Recht auf Richtigkeit betrogen hat, und nicht nur auf ihr Recht auf Wahrhaftigkeit, sondern auch bei Einem selber, der sich gerne von Anderen über sein klägliches Los hinwegtäuschen lässt, haben wir ja bereits schon an anderer Stelle diskutiert.

Hier als Erwachsener zu behaupten, man sei völlig ahnungslos wie ein Kind dem Betrüger auf den Leim gegangen, wirkt mit zunehmender Lebenserfahrung immer unglaubwürdiger, während es schon mal passieren kann, dass man ganz bewusst einem jovialen Impuls folgt, dem netten Staubsaugervertreter an der Haustür das Gerät zum überteuerten Preis abzukaufen, um ein gutes Werk zu tun, nachdem der sich alle Mühe gegeben hat, Einem zu gefallen, auch wenn das Gerät selber den Preis gar nicht wert war.

…..Ersteres ist klar, was aber bei der Distanzierung zum Partner nicht heissen muss, dass Verständnis verhindert wird. …

Die Gefahr bei zu großer Nähe ist die der Identifikation mit dem Anderen, wobei man dem Anderen leicht die eigenen Fehler vorwirft, die man mit ihm gemeinsam hat, und ihn sogar dafür hasst. Umgekehrt sind es oft die eigenen Vorzüge, die man mit ihm gemeinsam hat, und um deretwillen man ihn liebt.

Das Vorwerfen jedoch funktioniert nur aus der Distanz heraus, womit die soziale Distanz noch vergrößert wird, weil hier scheinbar das Verständnis und die Toleranz fehlt, mit der man über diese Mankos hinweggehen würde, weil man sich von den positiven Eigenschaften mehr verspricht.

Oder anders gesagt, die Täuschung durch die bewusste Unterbewertung der schlechten Seiten zugunsten der guten kann besser aus der Nähe heraus geschehen, während die bewusste Überbewertung der schlechten zuungunsten der guten Seiten leichter aus der Distanz heraus geschieht, denn es ist kaum möglich, Jemandem in böser Absicht die Hände zu reichen, weil das ja die gute Absicht, also genau das Gegenteil, signalisiert.

….Können beide Seiten eine vorübergehende Distanzierung gestatten, so dient dies nicht zuletzt auch einer ganz persönlichen Lagebestimmung und steht meiner Meinung nach jedem Menschen zu, es sei denn er befinde sich in der Situation eines Sklaven dem nichts anderes bleibt, als die (Zuge) Hörigkeit zu akzeptieren. ….

Eine wohlmeinende Kritik ist besser aus der kritischen Distanz heraus zu erbringen, und dient dazu, dem Partner sein momentanes Verhalten zu spiegeln, damit er überhaupt erkennt ob es der Situation angemessen ist, oder nicht (und nicht, um sich selber zu erkennen, wie man grundsätzlich beschaffen sei).

Sobald die Distanz zu eng wird, ist wie gesagt, die Übermittlung eines negativen Eindrucks kaum noch auf eine Weise möglich, die den Anderen nicht beleidigt, was sich gut in dem Beispiel mit der anzüglichen Vertraulichkeit von Kollegen zeigt, die sich nicht mehr siezen, um sich einander zu achten, sondern meinen, sich hemmungslos kumpelhaft mit derben Schimpfwörtern betiteln zu müssen, sobald sie sich gegenseitig duzen, und diese Rücksichtslosigkeit gegenüber Schwächeren, die sich nicht dagegen wehren können, auch noch mit Ehrlichkeit rechtfertigen.

….Du magst einwänden, dass wir alle in einem bestimmten Masse distanzlos sein müssen, nur, da bleibt dennoch ein Stückchen Narrenfreiheit was sich beim Weben ganz persönlichen Gedankenmuster in die Bäume hängen lässt. ….

Nun – die Gedanken sind natürlich frei von unliebsamen Reaktionen Anderer, solange man sie nicht äußert. Die Freiheit, seine Gedanken jedoch in die Tat umsetzen zu können, ohne dass Andere Einen dran hindern können, erfordert die nötige Macht dazu, denn nur so schafft man die Voraussetzung dafür, dass die einzige Möglichkeit, die wir haben, auch soziale Wirklichkeit werden kann.

Ansonsten gilt der Spruch für die Bäume: „Was kratzt die Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr reibt?“ auch im übertragenen Sinne für Menschen, die stoisch über sich ergehen lassen, wofür es sich nicht lohnt, sich übermäßig darüber aufzuregen.
Oh Filiofax, oh Filiofax,
ein Mann des Wortes.
Auch der Tat?
Dies Bildnis ist bezaubernd schön.
Aber mit Worten lässt sich's trefflich streiten
Heinrich, mir graut vor Dir.
Es zieht mich hin, es zieht mich her.
Doch klüger werd ich draus nimmermehr.
@filofaxi

Eine wohlmeinende Kritik ist besser aus der kritischen Distanz heraus zu erbringen, und dient dazu, dem Partner sein momentanes Verhalten zu spiegeln, damit er überhaupt erkennt ob es der Situation angemessen ist, oder nicht (und nicht, um sich selber zu erkennen, wie man grundsätzlich beschaffen sei).


Nun, ich meine ein aufgeweckter und merkiger Mensch der dem anderen gegenüber sitzt, kann sich nicht gut herausreden, er sehe und höre die Anmerkungen, schlimmstenfalls auch wiederholenden Versuche, SEIN Anliegen, seine Gedanken und Meinungen ins Gespräch einzubringen nicht.

Auch hier scheint der Stärkere zu siegen, obwohl ihm schlussendlich klar sein müsste, dass mit einem Gesprächspartner der nicht die Geduld aufzubringen bereit ist, seinem Gegenüber ebenfalls die Zeit die er für seine Gedankenformulierung und dessen Ausdruck benötigt, dieser sich irgendwann nicht mehr auf die Zuhörerbank verweisen lässt.

Ich bezweifle nicht, dass Eine/r mal etwas ausführlicher schildern MUSS, was Sache ist, nur sollte dem Gegenüber die gleiche umfangreiche Toleranz gewährt werden, auch wenn man MEINT, bestens zu wissen, was der Andere auch (empfindungsmässig) zu sagen hat, denn ohne dies kommt auch wenig Gedankliches zu stande.
Ein Nachvollziehenkönnen was der Andere mit meinem Verhalten erduldet oder erfreut, ist unabdingbar, wenn es darum geht, Andere verstehen und achten zu WOLLEN.
Dies IST nun mal Grundvoraussetzung menschlichen wohlwollenden Verhaltens, wer dies nicht erfassen kann und will, befindet sich IMMER in einem Machtkampf, da hilft alles Schönreden nichts.
….Nun, ich meine ein aufgeweckter und merkiger Mensch der dem anderen gegenüber sitzt, kann sich nicht gut herausreden, er sehe und höre die Anmerkungen, schlimmstenfalls auch wiederholenden Versuche, SEIN Anliegen, seine Gedanken und Meinungen ins Gespräch einzubringen nicht. …

Es gibt diese selbstbezogenen Menschen, die meinen, sie seien allein auf der Welt, weil ihnen mal Keiner zugehört und Verständnis entgegengebracht hatte, sodass sie es auch nicht als ihre Pflicht ansehen, ihrerseits jemand Unbekanntem gegenüber ohne Vorkasse mit dieser Vorleistung entgegenzutreten.

Sind nun Beide auf die gleiche Weise voreingenommen und erwarten vom Anderen jeweils ein Entgegenkommen, für welches sie sich dankbar erweisen können, indem sie ihm die von ihm erwartete Beachtung schenken, bleiben beide tatenlos voreinander stehen, und bezichtigen einander der Rücksichtslosigkeit durch mangelnde Großzügigkeit, die jede Freundschaft miteinander vereitelt, und höchstens zu einer Partnerschaft unter der erschwerten Bedingung des größeren aufeinander Angewiesenseins taugt, wo schließlich der Bedürftigere nachgibt.

...Auch hier scheint der Stärkere zu siegen, obwohl ihm schlussendlich klar sein müsste, [dass sich Jemand von] einem Gesprächspartner, der nicht die Geduld aufzubringen bereit ist, seinem Gegenüber ebenfalls die Zeit [zu opfern], die er für seine Gedankenformulierung und dessen Ausdruck benötigt, irgendwann nicht mehr auf die Zuhörerbank verweisen lässt. …

Auch da wird er vernünftigerweise erst dann dem stärkeren Gesprächspartner die weitere Kommunikation verweigern, und sich damit möglicherweise einen erbitterten Gegner schaffen, sobald er eine Gelegenheit gefunden hat, sich in Sicherheit zu bringen, bis er was Besseres gefunden hat.

Dass er sich damit auch die Freundschaft mit dem (vermeintlich schlechten, weil nicht wohlmeinenden) Partner verscherzt, den er dann zum Feind hat, ist klar, denn man kann zwar einen Partner haben, mit dem man auch befreundet ist, aber keinen Freund, mit dem man keine Partnerschaft mehr eingehen mag, weil man sich mit ihm als Gegner auf keine gemeinsame Basis mehr einigen kann – also auch nicht auf die des gegenseitige Wohlwollens, was ja die Basis einer Freundschaft ist.

...Ich bezweifle nicht, dass Eine/r mal etwas ausführlicher schildern MUSS, was Sache ist, nur sollte dem Gegenüber die gleiche umfangreiche Toleranz gewährt werden, auch wenn man MEINT, bestens zu wissen, was der Andere auch (empfindungsmässig) zu sagen hat, denn ohne dies kommt auch wenig Gedankliches zu stande. ….

Wenn sich Jemand ständig wiederholt, um das für ihn selber Unbegreifliche, was er erlebt hat, für sich selber begreiflicher zu machen, indem er versucht, es sprachlich in Worte zu fassen und damit mental beherrschbar zu machen, kann ihm ein verständnisvoller (anstatt einfühlsamer) Gesprächspartner da sehr von Nutzen sein, um die richtigen Worte dafür zu finden.

Dazu muss er sich natürlich erst mal um Verständnis bemühen, und – wie du richtig sagst - den Anderen ausreden lassen, anstatt ihn abzuwürgen oder teilnahmslos danebenzustehen und Alles an sich vorbeirauschen zu lassen, weil er sich aus irgendwelchen Gründen nicht dafür interessieren mag.

Die permanente Abgelenktheit durch eigene Belange, die ihm wichtiger sind, als die des Anderen, kann da schon als eine Art Bösartigkeit interpretiert werden, weil der Gleichgültige hier einen eigenmächtigen Handel zu seinem Vorteil und zum Nachteil des Anderen abschließt, von dem er verlangt, seine Bedürfnisbefriedigung ihm zuliebe einseitig hinten anzustellen.

….Ein Nachvollziehenkönnen was der Andere mit meinem Verhalten erduldet oder erfreut, ist unabdingbar, wenn es darum geht, Andere verstehen und achten zu WOLLEN. …

Der Spruch von Kant: „Handle nur so, wie es wünschenswert ist, dass es zum allgemeinen Gesetze werde!“ setzt ein Bewusstsein über die Wirkungsweise des eigenen Handelns bei Anderen voraus, welches bei Kindern aufgrund von fehlenden Erfahrungen noch nicht vorausgesetzt werden kann.

Diese Erfahrungen mit den dazugehörigen narzisstischen Kränkungen, wobei man mit der Zeit feststellt, wo die eigenen Schwächen im Umgang mit dem Anderen liegen, die es möglichst zu beheben gilt, um mit ihm klar zu kommen, sind immer unangenehm – auch wenn die Kritik wohlmeinend war, und nicht nur, wenn gar keine Kritik erfolgte, sondern einfach nur als Reaktion auf eigenes Fehlverhalten eine ähnliche Rücksichtslosigkeit von der anderen Seite kommt, womit der seinerseits von Einem Vorgeschädigte sich dafür rächt, ohne dass man jedoch genau weiß, wofür, wenn er es nicht begründet.

...Dies IST nun mal Grundvoraussetzung menschlichen wohlwollenden Verhaltens, wer dies nicht erfassen kann und will, befindet sich IMMER in einem Machtkampf, da hilft alles Schönreden nichts. …..

„Wohlwollen“ und „Wohlkönnen“ sind zweierlei, und wenn man “wohl“ mit „gut“ verwechselt, anstatt es als „gütig“ zu sehen, was lediglich die soziale Haltung des Zugeneigt-Seins bezeichnet, aber noch nicht die die Tauglichkeit zum Handelspartner, so kanns schnell passieren, dass man sogar die wohlgesonnensten Freunde mit seinen für sie unerfüllbaren Partnerschaftserwartungen überfordert.

Sind nun Beide auf die gleiche Weise voreingenommen und erwarten vom Anderen jeweils ein Entgegenkommen, für welches sie sich dankbar erweisen können, indem sie ihm die von ihm erwartete Beachtung schenken, bleiben beide tatenlos voreinander stehen, und bezichtigen einander der Rücksichtslosigkeit durch mangelnde Großzügigkeit, die jede Freundschaft miteinander vereitelt, und höchstens zu einer Partnerschaft unter der erschwerten Bedingung des größeren aufeinander Angewiesenseins taugt, wo schließlich der Bedürftigere nachgibt.


In diesem Falle ist es gut wenn Keiner auf den Anderen angewiesen ist und beide sich nur dann begegnen "müssen", wenn die Zeit, das jeweilige Wohlbefinden optimal und günstig ist.

…Auch da wird er vernünftigerweise erst dann dem stärkeren Gesprächspartner die weitere Kommunikation verweigern, und sich damit möglicherweise einen erbitterten Gegner schaffen, sobald er eine Gelegenheit gefunden hat, sich in Sicherheit zu bringen, bis er was Besseres gefunden hat.

Sich einem Gespräch zu entziehen kann vielerlei Gründe haben und muss nicht gleich grund-sätzlich Verweigerung bedeuten.
Wer Kommunikation jedoch über eine bedachte Annäherung stellt, den könnte eine Entziehung vermutlich schon ins Mark treffen und sie in der Hitze des Gefechtes als böswilliger Akt inter-pretieren.
Selbst wenn es tatsächlich zur Gesprächs-verweigerung kommen sollte, müsste der stärkere Gesprächspartner dennoch daran interessiert sein und in Erfahrung bringen wollen weshalb sich der Partner verweigert.

Dass er sich damit auch die Freundschaft mit dem (vermeintlich schlechten, weil nicht wohlmeinenden) Partner verscherzt, den er dann zum Feind hat, ist klar, denn man kann zwar einen Partner haben, mit dem man auch befreundet ist, aber keinen Freund, mit dem man keine Partnerschaft mehr eingehen mag, weil man sich mit ihm als Gegner auf keine gemeinsame Basis mehr einigen kann – also auch nicht auf die des gegenseitige Wohlwollens, was ja die Basis einer Freundschaft ist.


"Vermeintlich" gute oder schlechte zukünftige Gesprächspartner bestimmt selbstverständlich nicht nur der Stärkere der beiden möglichen Partner.
Hier wird dann der Stärkere aufgefordert sich zu überlegen ob ihm sein Geltungsbedürfnis und im Gespräch dominieren zu wollen wichtiger ist als mit einem möglicherweise guten und fairen Gesprächspartner eine angenehme Gesprächskultur zu pflegen.
Ob er sich nach anderen Gesprächspartnern umsieht, die sich nicht anmassen werden ihm die Stirn zu bieten bleibt ihm überlassen.

...Ich bezweifle nicht, dass Eine/r mal etwas ausführlicher schildern MUSS, was Sache ist, nur sollte dem Gegenüber die gleiche umfangreiche Toleranz gewährt werden, auch wenn man MEINT, bestens zu wissen, was der Andere auch (empfindungsmässig) zu sagen hat, denn ohne dies kommt auch wenig Gedankliches zu stande. ….

Ergänzend sei hier noch zu erwähnen, dass ja nur der aktive Zuhörer weiss, wie stark und durch was er selbst während eines Gespräches abgelenkt ist und dass daher auch der Ort einer bevorstehenden Kommunikation mit bedacht ausgewählt werden sollte.

Wenn sich Jemand ständig wiederholt, um das für ihn selber Unbegreifliche, was er erlebt hat, für sich selber begreiflicher zu machen, indem er versucht, es sprachlich in Worte zu fassen und damit mental beherrschbar zu machen, kann ihm ein verständnisvoller (anstatt einfühlsamer) Gesprächspartner da sehr von Nutzen sein, um die richtigen Worte dafür zu finden.


Im Wechselverkehr oder Reissverschlusssystem ganz passabel, klar.

Dazu muss er sich natürlich erst mal um Verständnis bemühen, und – wie du richtig sagst - den Anderen ausreden lassen, anstatt ihn abzuwürgen oder teilnahmslos danebenzustehen und Alles an sich vorbeirauschen zu lassen, weil er sich aus irgendwelchen Gründen nicht dafür interessieren mag.


Letzteres wäre dann eigene Spekulation.

Die permanente Abgelenktheit durch eigene Belange, die ihm wichtiger sind, als die des Anderen, kann da schon als eine Art Bösartigkeit interpretiert werden, weil der Gleichgültige hier einen eigenmächtigen Handel zu seinem Vorteil und zum Nachteil des Anderen abschließt, von dem er verlangt, seine Bedürfnisbefriedigung ihm zuliebe einseitig hinten anzustellen.

Diese Interpretation hinkt (i.w., hinken kann nur eine Person, lach) und Weitsichtigkeit bleibt auf der Strecke.
Ein behinderter Mensch kann selten bis nie die gleiche Konzentrationskraft aufbringen wie ein nicht behinderter Mensch.
Daher ist, durch welche Art und Weise auch immer, vorab zu klären ob der Wunsch nach Kommunikation die dafür benötigte Zeit und sonstigen Voraussetzungen grundsätzlich gegeben sind.
…..In diesem Falle ist es gut wenn Keiner auf den Anderen angewiesen ist und beide sich nur dann begegnen "müssen", wenn die Zeit, das jeweilige Wohlbefinden optimal und günstig ist. ….

Der scheinbar verpflichtende Zwang der Notwendigkeit, der nicht von Demjenigen ausgeübt wird, von dessen Gunst oder Vermögen man innerhalb einer Partnerschaft abhängig ist, sondern von den gerade existierenden Umständen selber - die allerdings keine Personen sind und auch keine Alternative haben, anders zu sein, als sie nun mal sind - stellt einerseits eine Begrenzung der gewünschten, aber nicht realisierbaren, grenzenlosen Freiheit dar, macht aber andererseits überhaupt erst eine realistische, gegenwartsbezogene Orientierung möglich, um das erkennen zu können, was tatsächlich der Fall ist, und was auch die einzige Möglichkeit darstellt, die man realisieren kann, auch wenn man es erst im Nachhinein mit Gewissheit sagen kann.

Insofern kann auch eine unerwartete oder sogar unangenehme Begegnung, bei der man in eine Abhängigkeit vom Anderen gerät, dazu führen, dass sich zwei Personen im gemeinsamen Leide finden und einander helfen, um es zusammen zu bewältigen. Diese gezwungene Partnerschaft in schlechten Tagen gerät dann in eine Sinnkrise, wenn die schlechten Tage für Einen von Beiden vorbei sind, und es kein Motiv mehr gibt, gemeinsam im Leide mit dem Anderen auszuharren - es sei denn, man hat sich als Freunde gegenseitig zur Hilfeleistung verpflichten lassen, sodass man bei Pflichtvergessenheit damit rechnen muss, in schlechten Zeiten von dem schlechten, weil ebenfalls untreuen Freunde, den man in guten Zeiten im Stich ließ, seinerseits im Stich gelassen zu werden.

…...Sich einem Gespräch zu entziehen kann vielerlei Gründe haben und muss nicht gleich grund-sätzlich Verweigerung bedeuten....

Das Entziehen eines dem Anderen zuvor zugestandenen Nutzungsrechtes bedeutet auch immer die Verweigerung der dem Anderen zugestandenen Pflicht – in dem Falle die Pflicht zur Kommunikation. Hierfür steht Demjenigen, dem sein Recht verweigert wurde, ein angemessener Schadensausgleich zu, damit die Freundschaft erhalten bleibt - selbst wenn jener zuvor nicht korrekterweise vereinbart wurde, sondern nur aufgrund von allgemein geltenden Konventionen besteht.

Dabei reicht es nicht, sich mit einer Ausrede vor der Tilgung seiner Bußschuld zu drücken, indem man die Schädigung des Anderen mit einer „höheren Notwendigkeit“ zu rechtfertigen versucht, oder den Schaden mit Hilfe einer Zauberformel namens „Schulligung“ symbolisch ungeschehen zu machen, und den Anderen in Wirklichkeit auf seinem Schaden sitzen zu lassen.

….Wer Kommunikation jedoch über eine bedachte Annäherung stellt, …..

Das Verhältnis von Annäherung und Kommunikation musst du mir näher erläutern, weil ich davon ausgehe, dass die Kommunikation ja ein Bestandteil jeder Annäherung darstellt, und damit keine Alternative von Entweder-Oder ist.

…..den könnte eine Entziehung vermutlich schon ins Mark treffen und sie in der Hitze des Gefechtes als böswilliger Akt interpretieren....

Von einem Feind erwartet man ja sogar Böses, sodass es Einen wohl nicht bis ins Mark trifft, wenn der Einem dann die Kommunikation verweigert, auf die man vielleicht so sehr angewiesen war, dass man sogar einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist, nur um sie nicht missen zu müssen.

….Selbst wenn es tatsächlich zur Gesprächsverweigerung kommen sollte, müsste der stärkere Gesprächspartner dennoch daran interessiert sein und in Erfahrung bringen wollen weshalb sich der Partner verweigert....

Wenn er stark genug ist, um notfalls auf den Anderen verzichten zu können, MUSS er sich dafür gar nicht interessieren, wieso der die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllt, wie man jeden Tag sehen kann, wenn der Stärkere dem Schwächeren untreu wird, indem er sein gegebenes Versprechen bricht.

"Vermeintlich" gute oder schlechte zukünftige Gesprächspartner bestimmt selbstverständlich nicht nur der Stärkere der beiden möglichen Partner.

Mit „vermeintlich“ meinte ich die Einschätzung des Anderen hinsichtlich seiner Vertrauenswürdigkeit, die bei einem guten Freund in der Bereitschaft besteht, sich gerne zur Treue verpflichten zu lassen die er auch pflichtgemäß leisten wird, sofern es ihm möglich ist, was der schlechte Freund nicht tut, weil er zB nur für Tage taugt, an denen es Einem gut geht – ganz unabhängig davon, ob er der Stärkere oder Schwächere von Beiden ist.

…..Hier wird dann der Stärkere aufgefordert sich zu überlegen ob ihm sein Geltungsbedürfnis und im Gespräch dominieren zu wollen wichtiger ist als mit einem möglicherweise guten und fairen Gesprächspartner eine angenehme Gesprächskultur zu pflegen.

Ein Wichtigtuer sucht sich sowieso nur Jemanden aus, dem er imponieren kann, und der ihn dann für wichtiger hält, als er vielleicht in Wirklichkeit für ihn ist. Hier spielt nicht ein objektives wichtig-Sein die Rolle bei der Einschätzung des Anderen, sondern das Für-Jemanden-wichtig-Sein, welches in der Art der Partnerschaft begründet ist, die gerade dazu taugt dieser Notwendigkeit, füreinander wichtig sein zu können oder zu müssen, zu entsprechen.

…..Ob er sich nach anderen Gesprächspartnern umsieht, die sich nicht anmassen werden ihm die Stirn zu bieten bleibt ihm überlassen. …..

Das bleibt ihm als eigenmächtig wählbare Alternative nur dann freigestellt, bzw selber überlassen, sofern der Andere ihn nicht dazu zwingen kann, sich für die Alternative zu entscheiden, die vereinbart wurde. Selbst dann jedoch, wenn er die Macht hat, den Vertrag ungestraft zu brechen, bleibt er dem betrogenen Partner dennoch ein Leben lang einen Schadensausgleich dafür schuldig.

...Ich bezweifle nicht, dass Eine/r mal etwas ausführlicher schildern MUSS, was Sache ist, nur sollte dem Gegenüber die gleiche umfangreiche Toleranz gewährt werden, auch wenn man MEINT, bestens zu wissen, was der Andere auch (empfindungsmässig) zu sagen hat, denn ohne dies kommt auch wenig Gedankliches zu stande.

Ergänzend sei hier noch zu erwähnen, dass ja nur der aktive Zuhörer weiss, wie stark und durch was er selbst während eines Gespräches abgelenkt ist und dass daher auch der Ort einer bevorstehenden Kommunikation mit bedacht ausgewählt werden sollte. …..


Auch der Mindestumfang der zu gewährenden Toleranz ist Bestandteil eines konventionellen Freundschaftsvertrages, und die beginnt da, wo man Rücksicht (Re-spekt) auf den schwächeren Andersdenkenden nimmt, indem man ihn vorher nach seinem Befinden gefragt hat.

Die Wahl des Schlachtortes überlässt man natürlich nicht seinem Feind, aber da es unter Freunden keine Schlacht gibt, die es zum eigenen Vorteil zu gewinnen gilt, wäre es ein guter Kompromiss, dem weniger Einfallsreichen eine Alternative zum Wählen anzubieten, um ihn am gemeinsamen Entscheidungsprozess zumindest gleichberechtigt zu beteiligen.

.....Letzteres wäre dann eigene Spekulation.

Um den fatalen Folgen der eigener Fehlspekulationen entgegenzuwirken, muss man sich von der Realität vergewissern, selbst wenn sie so unangenehm ist, dass man sie am liebsten nicht (ein-)sehen und daher auch nicht hinschauen, bzw. nicht hinhören will, was der Andere sagt oder sogar verlangt, und daher lieber nicht fragt, oder sich angesichts seiner ungebeten geäußerten, scheinbaren Ausreden taub stellt, denn nur so kann die Situation richtig bewerten.

Ein unangemessenes Misstrauen gegenüber dem bislang Vertrauenswürdigen ist in einer Freundschaft nicht angebracht, weil man damit dem treuen Freund die rechtmäßig erworbene Würde nicht anerkennt, und ihn damit um die ihm dafür zustehende Ehre - die zB in einer erhöhten Toleranz in Bezug auf seine Schwächen bestehen könnte - betrügt.,

.....Diese Interpretation hinkt (i.w., hinken kann nur eine Person, lach) und Weitsichtigkeit bleibt auf der Strecke.

Ein behinderter Mensch kann selten bis nie die gleiche Konzentrationskraft aufbringen wie ein nicht behinderter Mensch.

Daher ist, durch welche Art und Weise auch immer, vorab zu klären ob der Wunsch nach Kommunikation die dafür benötigte Zeit und sonstigen Voraussetzungen grundsätzlich gegeben sind. ...


Genauso ist es. Nachdem der bislang treue Freund gefragt wurde, wie es ihm geht, und der Einem sagt, warum er nicht so kann, wie mans von ihm erwartet, sollte man ihm nicht nur glauben, sondern (sich) ihm auch weiterhin (an-)vertrauen in der berechtigten Hoffnung darauf, dass der Freund tatsächlich zu Einem steht – selbst wenn es nicht so sein sollte, und man sich zum eigenen Schaden geirrt hat.

In dem Falle hat man seiner Freundespflicht genüge getan, bleibt ohne Schuld, und hat ein gutes Gewissen. Und das ist bekanntlich das beste Ruhekissen,
Um nochmal auf die paulinischen drei Säulen menschlichen Glückes: „Glaube, Hoffnung und Liebe“ zurückzukommen, so sollte man die vielleicht besser mit „Vertrauen (in die Treue des Freundes), Hoffnung (auf Erfolg beim eigenen Handeln), sowie die optimistische Bereitschaft zur positiven Bewertung (dessen, was gut für Einen war und immer noch ist, damit es seinen Liebens-Wert auch angesichts all des - ebenfalls damit verbundenen - Schlechten und damit Hässlichen, bzw Hassenwerten im Leben dauerhaft beibehält)“ bezeichnen.

Damit werden alle drei zu willentlich bewirkbaren Haltungen hinsichtlich einer erwartbaren Zukunftsaussicht, die nicht nur vom unwillkürlichem Mögen (Lieben) oder Nichtmögen (Hassen) des aktuellen Zustandes abhängig ist, sondern auch davon, was bisher der Fall war, wobei man damit – sofern es dabei um die bewusste Bewertung menschlicher Eigenschaften geht – auch die erbrachten Vorleistungen in der Vergangenheit miteinbezieht, und damit würdigt, um ihrem Besitzer gerecht zu werden.

Das ist bei der erhofften Zukunft selber natürlich nicht möglich, weil sie keine vertrauenswürdige Person darstellt, die einer anderen Person treu sein könnte, indem sie bereit ist, ihre gegebenen Versprechungen auch gewissenhaft einzuhalten.

Hier geht man optimistischerweise davon aus, dass sich eine bereits in der Vergangenheit bewährte Strategie auch in der Zukunft als erfolgreich erweisen wird, obwohl Einem klar ist, dass sich Nichts genauso wiederholen kann, weil sich die Umstände und damit auch die dafür nötigen Voraussetzungen ständig ändern und eben Nichts genauso bleibt, wie es mal war.

Hier beginnt das Gewähren eines Toleranz-Spielraumes, den man – notfalls auch noch über die Schmerzgrenze hinaus - zu dulden, und sogar zu er-dulden (erleiden) bereit ist, um sein Ziel zu erreichen, wobei dem Leiden(sbereit)schaftlichen das, was er dafür opfern muss, die Sache auch wert ist.

Damit bestimmt er selber den Preis, den er für Etwas zu zahlen bereit ist, was Anderen völlig wertlos erscheinen mag – nicht, weil sie es bereits besitzen, und daher nicht mehr zu schätzen wissen, sondern weil sie es nicht mehr zu begehren brauchen – während er selber es nicht besitzt und es ihm aufgrund seines Seltenheitswertes das Wertvollste erscheint, was es auf der ganzen Welt für ihn gibt.

Diese Liebhaberei lässt sich der passionierte Betreiber, den man auch als Fanatiker bezeichnen könnte, natürlich eine Menge kosten, was ihn zu einem willkommenen Opfer von Betrügern macht, die aus seiner selbstbewirkten Bindung ans Objekt seiner Begierde ihren Vorteil ziehen, indem sie ihm vortäuschen, ihm für den hohen Preis auch genau das zu beschaffen, was er so dringend braucht.

Hier stellt sich allerdings die Frage, ob man sich eigentlich selber positiv täuschen kann, um eine unrealistische Hoffnung nicht als solche erkennen zu müssen, indem man sie einfach gegen eine realistischere austauscht, sodass eine zukünftige, herbe Ent-Täuschung gar nicht mehr möglich ist, denn das würde ja voraussetzen, dass man die Zukunft schon bereits kennt, bevor sie überhaupt existiert oder entstanden ist.

Da der Weg in die Zukunft aber erst mit dem Gehen entsteht, bleibt er solange für den Gehenden unerkennbar, bis er sein Ziel erreicht hat. Ob dieses auch das ist, was er erreichen wollte, oder das, was er erreichen konnte, weils die einzige Möglichkeit für ihn war, die von ihm verwirklicht werden konnte, stellt sich ebenfalls erst im Nachhinein heraus.

Die Abhängigkeit von Beweggrund, Weg und Zielsetzung macht es auch unmöglich zu sagen, ob das Ziel dem Beweggrund entsprach, und damit das richtige war, oder ob es das falsche war, weil es ihm nicht entsprach. Ebenso ist es mit dem richtigen Weg, welcher der Zielsetzung entsprechend richtig war, sodass man es auch erreichen konnte, oder ob der zu einem anderen Ziel führte, und daher falsch war.

Jedoch davon ausgehend, dass das Ziel notwendigerweise immer von dem Bedürfnis abhängt, einen Mangel zu beseitigen, kann weder der Beweggrund noch das Ziel falsch sein, sondern höchstens falsch erkannt und zugeordnet werden.

Es ist also immer ein Akt des Wiedererkennens dessen, was wesentlich die Ursache dafür war, dass es schon einmal unter ähnlichen Umständen erfolgreich war, was die Vermutung nahelegt, dass es auch dieses Mal zumindest so ähnlich sein wird, wie damals, wenn nichts Hinderliches dazwischenkommt.

Daher kann man am Besten das Beste hoffen, nachdem man sein Bestes getan hat, denn mehr geht nicht.


@ filofaxi
Um nochmal auf die paulinischen drei Säulen menschlichen Glückes: „Hoffnung und Liebe“ zurückzukommen, so sollte man die vielleicht besser mit „Vertrauen (in die Treue des Freundes), Hoffnung (auf Erfolg beim eigenen Handeln), sowie die optimistische Bereitschaft zur positiven Bewertung (dessen, was gut für Einen war und immer noch ist, damit es seinen Liebens-Wert auch angesichts all des - ebenfalls damit verbundenen - Schlechten und damit Hässlichen, bzw Hassenwerten im Leben dauerhaft beibehält

Ich würde es eher so bezeichnen:

Sich um das Vertrauen in die Fähigkeiten des Wesens das man ist bemühen und fördern. Dazu gehört das Trachten danach es an Leib, Seele und Geist gesund zu halten oder gesunden zu lassen.
Das Andere wie Freundschaft, Wohlstand, dauerhaftes Wohlbefinden usw. ergibt sich daraus.
Die Hoffnung erübrigt sich durch das Stärken und Schützen seines Leibes, welcher die Werke an sich und Anderen bewirkt.
Auch hier hat der Mensch Entscheidungsfreiheit zum Wohlwollen oder zur Destruktivität.

Die Hoffnung lenkt von der Gegenwart ab und verhindert Wirkmöglich-
keiten im JETZT.

Was gut für Einen ist, kann für Andere schlecht sein, deshalb würde ich hier, als weitere Säule, ein permanentes sowie umfangreiches in Fragestellen meines eigenen Tuns und Handelns in Bezug und im Hinblick auf all die Menschen mit denen ich in meinem Umfeld zu tun habe und letztendlich mir selbst gegenüber, vorschlagen.

Hier stellt sich allerdings die Frage, ob man sich eigentlich selber positiv täuschen kann, um eine unrealistische Hoffnung nicht als solche erkennen zu müssen, indem man sie einfach gegen eine realistischere austauscht, sodass eine zukünftige, herbe Ent-Täuschung gar nicht mehr möglich ist, denn das würde ja voraussetzen, dass man die Zukunft schon bereits kennt, bevor sie überhaupt existiert oder entstanden ist.

Sobald der Mensch eine unrealistische "Vorstellung", "Erwartung", während einer diesbezüglichen realistischen Erfahrung sich enttäuschen lassen kann, benötigt er auch die positive Selbsttäuschung nicht mehr.
Positiv täuschen kann man sich ja alleweil, auch voll bewusst, damit man unerträgliche Situatioen besser überstehen kann.
…...Sich um das Vertrauen in die Fähigkeiten des Wesens das man ist bemühen und fördern. …..

Das, was man auch als Selbstvertrauen bezeichnet, hat mit der eigenen Vertrauenswürdigkeit gegenüber Anderen nichts zu tun.

Da man jedoch nur eine Person ist, welcher andere Personen vertrauen könnten, weil man ihnen treu ist, indem man die ihnen gegebenen Versprechen einhält, und nicht zwei, wobei Einer dem Anderen vertraut, wie Dr Jekyll dem Mr Hyde, bezeichnet dieses Selbstvertrauen nur die Unbeirrbarkeit, mit der man ohne Zweifel sein Ziel verfolgt, in der festen Vorstellung, dass es dann auch gewiss gelingen werde.

Diese Vorstellung, welche auf einer Vermutung beruht, hofft man dann, mit Sicherheit in die Tat umsetzen zu können, was man fälschlicherweise auch als Glauben bezeichnet, wofür aber ein Glaubwürdiger existieren müsste, der es Einem auf glaubwürdige Weise verkündet hat, und dem man blind glaubt, weil man sich nicht selber davon vergewissern konnte, ob er die Wahrheit sprach oder nicht.

Da ein zukünftiger Erfolg jedoch selbst von einem glaubwürdigen Wahrhaftigen nicht voraussehbar ist, beruht es auf einem Betrug, wenn der behauptet, das zu können, womit er seine Vertrauenswürdigkeit als Berater sofort verlöre – und zwar schon bereits bevor es sich herausstellt, ob er richtig geraten hat, oder nicht.

….Dazu gehört das Trachten danach es an Leib, Seele und Geist gesund zu halten oder gesunden zu lassen.
Das Andere wie Freundschaft, Wohlstand, dauerhaftes Wohlbefinden usw. ergibt sich daraus.....


Dass es sich Jemand gut ergehen lassen will, bedarf noch keine besonderen Willensleistung, sondern einer ganz natürlichen Zielsetzung, die notwendigerweise aus der aktuellen Bedürftigkeit resultiert, wie etwa das Begehren dessen, was man braucht und was man ganz besonders mag (liebt).

…..Die Hoffnung erübrigt sich durch das Stärken und Schützen seines Leibes, welcher die Werke an sich und Anderen bewirkt.....

Da bei aller Sorgfalt niemals alle Unwägbarkeiten auszuschließen sind, welche in letzter Sekunde den Erfolg vereiteln könnten, bleibt am Ende immer die gute Hoffnung, dass es dennoch gelingen möge, womit man die Vorfreude bewirkt, selbst wenn es gar keine Aussicht auf Erfolg gibt.

Insofern ist die Hoffnung das beste Mittel gegen die Befürchtung, dass das Projekt trotz allen Bemühens doch noch scheitern könnte, mit der man sich genau so gut auch schon vorher selber zu Tode ängstigen könnte.

…..Auch hier hat der Mensch Entscheidungsfreiheit zum Wohlwollen oder zur Destruktivität. …..

Das Wohl- oder Übelwollen gegenüber Anderen hat mit dem, was man für sich selber will, um glücklich zu sein, erst in zweiter Linie Etwas zu tun - nämlich dann, wenn man auf ihre Mitarbeit angewiesen ist.

…..Die Hoffnung lenkt von der Gegenwart ab und verhindert Wirkmöglichkeiten im JETZT.....

Nicht die Hoffnung lenkt Einen quasi gegen den eigenen Willen vom Wesentlichen ab, sondern man selber, indem man meint, die Hoffnung sei bereits erfüllt, sobald man nur genügend hofft, auch ohne die notwendigen Voraussetzungen für einen Erfolg bewirken zu müssen.

…..Was gut für Einen ist, kann für Andere schlecht sein, deshalb würde ich hier, als weitere Säule, ein permanentes sowie umfangreiches in Fragestellen meines eigenen Tuns und Handelns in Bezug und im Hinblick auf all die Menschen mit denen ich in meinem Umfeld zu tun habe und letztendlich mir selbst gegenüber, vorschlagen. ….

Diese soziale Forderung zu erfüllen, wird erst dann zur zwingenden Notwendigkeit, wenn man nicht die Macht besitzt, selber für sein Wohl zu sorgen, was wiederum erst dann der Fall wäre, wenn man sich völlig unabhängig von Anderen machen könnte.

…..Sobald der Mensch eine unrealistische "Vorstellung", "Erwartung", während einer diesbezüglichen realistischen Erfahrung sich enttäuschen lassen kann, benötigt er auch die positive Selbsttäuschung nicht mehr. ….

Ich bezweifle, dass sich der Mensch gerne freiwillig enttäuschen lässt, nachdem er es gerade mühevoll geschafft hat, sich erfolgreich über seine Unzulänglichkeit, aufgrund derer eher ein Misserfolg erwartbar wäre, hinwegzutäuschen, indem er sie schlichtweg ignoriert.

Insofern wird er eher Alles ihm Mögliche unternehmen, um den Zustand der Vorfreude so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, wie es die Junkies dieser Welt auch mit anderen Rauschmitteln erfolgreich praktizieren, und den ernüchternden Kater als Preis dafür gerne in Kauf nehmen.

...Positiv täuschen kann man sich ja alleweil, auch voll bewusst, damit man unerträgliche Situatioen besser überstehen kann. …..

Nach Schopenhauer hat der Mensch leider nicht die freie Wahl, sich für eine Illusion zu entscheiden, oder für eine Vorstellung von der Welt, wie sie gerade tatsächlich ist, weil es immer nur eine von beiden Alternativen schafft, als einzig realisierbare Vorstellung von der zukünftigen Wirklichkeit auch tatsächlich verwirklicht zu werden.

Dieses geschieht nicht, weil wir es gerade eben mal so wollen, sondern aus der Notwendigkeit der jeweils dazu geeigneten Umstände heraus, aufgrund derer nicht mal eine einzige andere Möglichkeit denkbar ist, welche nicht nur ein Hirngespinst wäre.

Aus seinem Satz des notwendigen Grundes heraus, bedeutet dies, dass der Mensch bei seinen Entscheidungen NICHT frei von seinen eigenen körperlichen und sozialen Voraussetzungen und auch nicht von seinen eigenen gewohnheitsbedingten Vorstellungen über die Realität ist, denen er unweigerlich auch dann folgen muss, wenn sonst Niemand da ist, der sie ihm vorschreiben könnte.

Insofern KÖNNTE er sich auch nicht selber aus freien Stücken (die es gar nicht gibt, weil Alles bedingt ist auf der Welt) dazu entscheiden, sich über seine aktuelle Leistungsfähigkeit hinwegzutäuschen oder nicht - selbst wenn er es noch so sehr wollte - , sondern MÜSSTE dies sogar notwendigerweise zwangsläufig wollen, sofern er die Gewissheit seiner Ohnmacht nicht anders ertragen kann.

….Dazu gehört das Trachten danach es an Leib, Seele und Geist gesund zu halten oder gesunden zu lassen.
Das Andere wie Freundschaft, Wohlstand, dauerhaftes Wohlbefinden usw. ergibt sich daraus....


Dass es sich Jemand gut ergehen lassen will, bedarf noch keine besonderen Willensleistung, sondern einer ganz natürlichen Zielsetzung, die notwendigerweise aus der aktuellen Bedürftigkeit resultiert, wie etwa das Begehren dessen, was man braucht und was man ganz besonders mag (liebt).


Das gut Ergehen lassen ist eine komplexe Geschichte. Gehen wir mal davon aus, dass wir uns nur auf den Körper und seine hinreichenden Funktionsfähigkeiten beschränken können, funktioniert sehr viel reflexartig, "vollautomatisch" und unbewusst.
Da der Mensch nun aber mal keine Maschine ist, die auch dementsprechend funktioiert, sind noch andere Komponenten neben dem Willen von grundlegender Bedeutung und auch unverzichtbar, die berücksichtigt und einkalkuliert werden müssen um eben nicht einem blinden Lebenstrieb nachgeben zu wollen.
(Der Mensch kann zwar tun was er will, aber nicht wollen was er will).

....Die Hoffnung erübrigt sich durch das Stärken und Schützen seines Leibes, welcher die Werke an sich und Anderen bewirkt....


Da bei aller Sorgfalt niemals alle Unwägbarkeiten auszuschließen sind, welche in letzter Sekunde den Erfolg vereiteln könnten, bleibt am Ende immer die gute Hoffnung, dass es dennoch gelingen möge, womit man die Vorfreude bewirkt, selbst wenn es gar keine Aussicht auf Erfolg gibt.
Insofern ist die Hoffnung das beste Mittel gegen die Befürchtung, dass das Projekt trotz allen Bemühens doch noch scheitern könnte, mit der man sich genau so gut auch schon vorher selber zu Tode ängstigen könnte.


So kann also Befürchtung und Hoffnung immer nebeneinander hergehen, daher bleibt es eine aufreibende Sache.
Diese Energie kann man sinnvoller investieren und ebenso Freude dabei empfinden.

Wenn der Mensch alles in seiner Kraft und seinen Möglichkeiten für ein Gelingen getan hat, sollte er besser Vorbereitungen treffen und ein weiteres Projekt planen, das die Funktion eines Netzes hat welches er unter das vorhergehende an Hoffnung geklammerte spannt, um beim Scheitern noch ein weiterer Plan in vorbereiteter Auflage zu haben und um nicht ins bodenlose zu fallen.
Dies hilft alleweil über ein eventuelles Scheitern eines Projektes auch ohne sich die Zeit mit werklosem Hoffen um die ohren zu schlagen.

Insofern wird er eher Alles ihm Mögliche unternehmen, um den Zustand der Vorfreude so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, wie es die Junkies dieser Welt auch mit anderen Rauschmitteln erfolgreich praktizieren, und den ernüchternden Kater als Preis dafür gerne in Kauf nehmen.


Wie wir wissen zwingt die Not zum nüchternen Nachdenken und lässt so manchen Menschen vernünftig werden oder mindestens eine ultimative Entscheidung treffen.
So wird ein Süchtiger überlegen, ob er sich für die Selbsttötung den "Goldenen" setzt oder für eine radikale Umkehr seiner Lebensgewohnheiten entscheiden wird, wenn er den Kreislauf von Ernüchterung und Rausch nicht mehr erträgt.

Nach Schopenhauer hat der Mensch leider nicht die freie Wahl, sich für eine Illusion zu entscheiden, oder für eine Vorstellung von der Welt, wie
sie gerade tatsächlich ist, weil es immer nur eine von beiden Alternativen schafft, als einzig realisierbare Vorstellung von der zukünftigen Wirklichkeit auch tatsächlich verwirklicht zu werden.


Dies setzt voraus, dass man etwas bewirken will, also nehmen wir mal an eine Vorstellung von der Welt.
Besteht da tatsächlich Bedarf oder gar Notwendigkeit sich so eine innere
Parallelwelt aufzubauen?
Ist es nicht auch die vom Menschen geschaffene Umwelt, - Städte in welchen Kinder nicht mehr mit der Natur, unverbautem Boden, Bäume auf die sie klettern dürfen, in Berührung kommen -, die ihnen dadurch die Flucht in Fantasiewelten geradezu aufdrängt?
Ganz wichtig und nicht zu vergessen wäre hier noch die permanente Ablenkung vom Innenleben (Selbstentfremdung) durch Anhäufung materieller Güter und eben des nicht erkennen Wollens der momentanen Wirklichkeit.

Aus seinem Satz des notwendigen Grundes heraus, bedeutet dies, dass der Mensch bei seinen Entscheidungen NICHT frei von seinen eigenen körperlichen und sozialen Voraussetzungen und auch nicht von seinen eigenen gewohnheitsbedingten Vorstellungen über die Realität ist, denen er unweigerlich auch dann folgen muss, wenn sonst Niemand da ist, der sie ihm vorschreiben könnte


Dass er bei seinen Entscheidungen NICHT frei ist, ist klar, nur, bei den gewohnheitsbedingten Vorstellungen über die Realität bin ich nicht deiner Meinung.
Wir können und müssen uns in der Not auch ohne Diktat von aussen von gewissen Vorstellungen lösen, und dies meist blitzartig, ansonsten wir eben ungewöhnlich untergehen.
...Das gut Ergehen lassen ist eine komplexe Geschichte. Gehen wir mal davon aus, dass wir uns nur auf den Körper und seine hinreichenden Funktionsfähigkeiten beschränken können, funktioniert sehr viel reflexartig, "vollautomatisch" und unbewusst.
Da der Mensch nun aber mal keine Maschine ist, die auch dementsprechend funktioiert, sind noch andere Komponenten neben dem Willen von grundlegender Bedeutung und auch unverzichtbar, die berücksichtigt und einkalkuliert werden müssen um eben nicht einem blinden Lebenstrieb nachgeben zu wollen.
(Der Mensch kann zwar tun was er will, aber nicht wollen was er will).....


Zur erfolgreichen Bedürfnisbefriedigung benötigt man genügend Macht (Willenskraft + Wissen + Gelegenheit durch günstige Umstände). Reicht die eines Tages nicht mehr aus, um sich am Leben zu halten, stirbt man. Insofern nützt dem Menschen auch nicht die beste Absicht, um allein damit den Unbilden des Lebens erfolgreich entgegentreten zu können – ähnlich wie eine Maschine, deren Stromquelle langsam versiegt, sodass sie immer weniger Leistung bringt, bis sie an Ende still steht, auch wenn die Maschine nur das wollen kann, was sie – nach dem Willen ihres Erbauers – wollen können und auch tun können soll.

Wenn man das Wollen nun auch als ein geistiges Tun ansieht, müsste man korrekterweise sagen: „der Mensch kann weder tun, noch wollen, was er mag, indem er lediglich seine Willenskraft als eine zwar notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung dafür einsetzt“, denn wo gerade mal ein Wollen da ist, ist noch lange kein Weg in Sicht, wenn man aufgrund von Verwirrtheit den ganzen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen vermag, sodass es erst der günstigen Gelegenheit bedarf, um als Einbrecher tatsächlich zum erfolgreichen Dieb zu werden, der es sich dann verdientermaßen auf anderer Leuts Kosten gut gehen lassen kann.

…..So kann also Befürchtung und Hoffnung immer nebeneinander hergehen, daher bleibt es eine aufreibende Sache.
Diese Energie kann man sinnvoller investieren und ebenso Freude dabei empfinden......


Sofern die positive Erwartung eines Erfolges nach der optimal genutzten Gelegenheit, die man Hoffnung nennt, und die negative Erwartung eines Misserfolges nach versäumter Gelegenheit, die man Befürchtung nennt, lediglich auf einer positiven oder negativen Stimmung beruht, und nicht auf einer als richtig erkannten Tatsache, bleibt der Mensch ein Opfer seiner eigenen Launen, sodass er zur erfolgreichen Selbsttäuschung nur noch die passende Ursachenzuschreibung benötigt, womit er diesen Zusammenhang leugnen und sich dennoch allmächtig wähnen kann..

Beruhen diese Erwartungen jedoch auf richtig erkannten Tatsachen, braucht man ihre Berechtigung – zumindest was die positiven betrifft - nicht zu leugnen, und verschafft sich obendrein selber die damit verbundene Vorfreude auf den mutmaßlichen und auch redlich verdienten Erfolg, was bekanntlich die beste, weil am längsten andauernde Freude ist.

…..Wenn der Mensch alles in seiner Kraft und seinen Möglichkeiten für ein Gelingen getan hat, sollte er besser Vorbereitungen treffen und ein weiteres Projekt planen, welches die Funktion eines Netzes hat welches unter das vorhergehende an Hoffnung geklammerte spannt, um beim Scheitern noch ein weiterer Plan in vorbereiteter Auflage zu haben und um nicht ins bodenlose zu fallen.
Dies hilft alleweil über ein eventuelles Scheitern eines Projektes auch ohne sich die Zeit mit werklosem Hoffen um die ohren zu schlagen.....


Das zwanghafte Streben nach immer neuen Zielen entsteht aus der mangelnden Muße, die nötig ist, um sich nicht nur über den bewirkten Erfolg, sondern auch über den noch in Aussicht stehenden Erfolg freuen zu können, denn der Lohn der Hoffnung ist die damit bewirkte Vorfreude, um die man sich selber bringt, während man nur auf den Misserfolg wartet.

Hier müsste der Spruch von Churchill „Let's prepare for the worst and hope for the best!“ zeitlich andersrum lauten, denn nachdem man sich bereits auf das Schlimmste eingestellt hat, kann man das Beste praktisch nicht mehr Hoffen. Umgekehrt kann man jedoch dadurch, dass man trotzdem auf das Bestmögliche hofft (was man fälschl. auch „dran glauben“ nennt), überhaupt erst mit vollem Eifer sein Bestes geben, um das Schlimmste zu verhindern.

….Wie wir wissen zwingt die Not zum nüchternen Nachdenken und lässt so manchen Menschen vernünftig werden oder mindestens eine ultimative Entscheidung treffen.
So wird ein Süchtiger überlegen, ob er sich für die Selbsttötung den "Goldenen" setzt oder für eine radikale Umkehr seiner Lebensgewohnheiten entscheiden, wenn er den Kreislauf von Ernüchterung und Rausch nicht mehr erträgt....


Die Not kann den mutlosen und verzweifelten Pessimisten auch dazu treiben, in einem Anfall von Schwermut sogar noch die letzte, angebrachte Hoffnung aufzugeben, nachdem er seine real geschaffenen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gelingen radikal mit entwertet hat, um zu beweisen, dass es eh alles falsch war, was er getan hat oder versäumt hat zu tun.

Deshalb tötet sich ein Junkee, der den schönen Zustand des Betäubt-Seins mit dem der Leidensfreiheit gleichsetzt, auch niemals vorsätzlich, sondern überfordert seinen Körper versehentlich im Bestreben, mit der Erhöhung der Dosis seines Schmerzmittels einer damit einhergehenden Desensibilisierung des Körpers gegen die Betäubung, welche die Schmerzempfindlichkeit wiederum noch mehr steigert, erfolgreich entgegenzuwirken.

Radikale Maßnahmen führen dabei nur zu extremen Belastungen, die ein ohnehin anggeschlagener Organismus erst recht nicht verkraftet. Daher ist es besser, das vorhandene, Nützliche zu bewahren und zu pflegen, statt es im Übereifer auch noch durch dumme, nachträgliche Abwertung zunichte zu machen, nach dem Motto: „Alles, oder Nichts!“ bzw „Ganz oder Garnicht!“, womit man das, was man bereits erreicht hat, nachträglich noch selber zerstört, nur um eitlerweise zu beweisen dass man – wo man schon nichts Konstruktives bewirken konnte, wenigstens was Destruktives bewirken kann.

Das Bewahren des Guten, indem man es nicht schlecht macht, wird bei den paulinischen Glücksstrategien unpassenderweise mit „Lieben“ bezeichnet, was eher einer unbewussten, positiven Bewertung im Sinne eines besonderen Mögens entspricht, und daher mehr von den Gewohnheiten und momentanen Befindlichkeiten des Bewertenden abhängt, als von seinem bewussten Willen zu einer Bewertung, die seiner ebenso bewussten Zielsetzung angemessenen ist, und ihr damit gerecht wird.

Hier geht’s also nicht um die Schönfärberei des Schlechten, sondern darum, das Gute auch in schlechten Zeiten noch als gut anzuerkennen, bzw den guten Menschen aufgrund seiner guten Taten auch zu würdigen, indem man ihn dafür ehrt, anstatt ihn nur wegen seiner Versäumnisse als völlig unnütz zu verachten.

….Dies setzt voraus, dass man etwas bewirken will, also nehmen wir mal an eine Vorstellung von der Welt.
Besteht da tatsächlich Bedarf oder gar Notwendigkeit sich so eine innere
Parallelwelt aufzubauen?....


Eine Vorstellung von der Welt, um sie als solche zu erkennen, schafft sich der Mensch unbewusst von selber, sodass dafür keine bewusste Entscheidung vonnöten ist. Erst wenn er merkt, dass diese nicht mit der tatsächlichen Welt übereinstimmt, begibt er sich bewusst auf die Suche nach der Ursache dieser mangelhaften Übereinstimmung zwischen dem, was eigentlich passieren müsste, wenn die Vorstellung richtig gewesen wäre, und dem, was tatsächlich passiert, sodass seine Vorstellung von der Welt falsch war und korrigiert werden muss.

…..Ist es nicht auch die vom Menschen geschaffene Umwelt, - Städte in welchen Kinder nicht mehr mit der Natur, unverbautem Boden, Bäume auf die sie klettern dürfen, in Berührung kommen -, die ihnen dadurch die Flucht in Fantasiewelten geradezu aufdrängt?
Ganz wichtig und nicht zu vergessen wäre hier noch die permanente Ablenkung vom Innenleben durch Anhäufung materieller Güter. …..


Die Vorstellung von der Welt ist genauso wenig die Welt selber, wie die Vorstellung vom Menschen der Mensch selber ist. Insofern ändert man mit einer anderen Vorstellung auch nur die Vorstellung, und noch nicht das Vorgestellte selber - auch wenn man das noch so gerne können möchte, weil es leichter zu sein scheint, seine Vorstellungen zu ändern, als das, wovon man sich nur eine Vorstellung machen kann, wie es sein sollte, ohne es jedoch tatsächlich dahingehend zu verändern, damit es tatsächlich so ist, wie man es haben will.

Die Bezeichnung Anderswelt oder Innenwelt, wo das Innenleben stattfindet, wie man es sich geistig vorstellt, steht für den geistigen Teil der Welt, wo auch die Pläne entstehen, nach denen man die physischen und sozialen Teile der Welt mitgestalten kann, soweit man die dafür nötige Macht besitzt, aber nicht für einen hypothetisches Paralleluniversum, wo all das verwirklicht ist, was man in diesem nicht zu verwirklichen vermag, und wo man sich beliebig hinbegeben kann, wenn Einen hier die nötigen Voraussetzungen fehlen, indem man es einfach nur ganz heftig so WILL.

…..Dass er bei seinen Entscheidungen NICHT frei ist, ist klar, nur, bei den gewohnheitsbedingten Vorstellungen über die Realität bin ich nicht deiner Meinung.
Wir können und müssen uns in der Not auch ohne Diktat von aussen von gewissen Vorstellungen lösen, und die meist blitzartig, ansonsten wir eben ungewöhnlich untergehen. ...


Dass wir dies können sollten oder sogar können müssten, um zu überleben, heißt nicht, dass wir es deshalb auch tatsächlich denken oder tun können, denn sonst wären wir allmächtig, was wir offensichtlich jedoch nicht sind, auch wenn wirs noch so gerne wären.

Daher könnte auch niemand den Lauf der Welt alleine bestimmen, solange es noch andere Menschen auf der Welt gibt, die das auch wollen, sodass immer ein entweder absichtlich bewirkter Kompromiss dabei herauskommt, auf den man sich gemeinsam geeinigt hat, oder ein weniger ausgewogenes Resultat, welches mehr den Interessen des momentan Stärkeren als denen des Schwächeren entspricht.
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