Natürlich führt die Schwarz-Weissmischung zu Grau, sozusagen zu einer Vernebelung.
So wird gerne das was Andere einem zu Gute haben kommen lassen auch schnell im Nebel der Vergesslichkeit verschwunden sein.
Mit etwas Selbstdisziplin sowie Stärkung des persönlichen Rückgrates ist dies vermeidbar und Uebung macht ja bekanntlich den Meister.
@Verdandi
Aber Leben findet in den Zwischenräumen statt!


so ist es
und das meinte ich mit den schwarz/weiß Extremen.....
vielleicht bin ich in meiner Ausdrucksweise zu wenig philosophisch geschult....

meiner Meinung nach ist das Leben nach Extremen ein armseliges Leben....
einem Menschen bringt es viel mehr, die große bunte Palette, die dazwischen liegt, zu nutzen....

für mich ist es wichtig, mir mein flexibles Denken zu erhalten.....
mehrere Seiten einer Medaille sehen zu können....
und ich sage immer wieder zu mir:
pass auf - wehre den Anfängen......gerade beim Älterwerden.....

@Mehusae
ich habe übrigens in den ganzen Jahren hier noch nie jemand gesperrt..... :wink:

@ Mehusae

Wer sprach denn von einer Mischung? Es ging um Pole, Entweder/Oder, Alles oder Nichts - ohne Zwischenstufen. Was da "vernebelt" wird, ist der Blick für die Realität zugunsten einer Ideologie.


Ohne die Eckwerte Schwarz und Weiß kann es auch keinen Zwischenraum (zwischen was?) geben, wobei jeder Bildgestalter weiß, dass auch Schwarz und Weiß nur Schattierungen sind, die jedoch erst dann erkennbar sind, wenn sie mit einem noch dunkleren oder noch helleren Schwarz oder Weiß verglichen und damit bewertbar werden.

Wer also als Optimist die Dinge grundsätzlich positiv bewertet, verdrängt das Negative nicht nur (aus seinem geistigen Blickwinkel), sondern setzt es sogar noch mit dem Positiven gleich, um es nicht mehr als solches (an-)erkennen zu müssen – so, wie es die Kreationisten tun, die meinen, Alles, was den Menschen durch ihren Herrn widerfährt, sei zu ihrem Besten, weil von ihrem angeblich allmächtigen Vater im Himmel von vorneherein so gewollt.

Das Motiv des Pessimisten hingegen ist ein anders, wenn er das Positive anzuerkennen verweigert, wozu auch die Hoffnung gehört, mit der er seine Angst vor der scheinbar noch schlechter werdenden Zukunft bekämpft, sodass er meint, nur noch positiv enttäuscht werden zu können.

Dass er sagen kann: „Ich habe es ja gewusst, dass Alles nur noch schlechter werden konnte!", setzt allerdings ebenfalls voraus, dass er das, was früher besser war, zuvor auch als solches anerkennen muss, weil ihm sonst der Vergleichsmaßstab genauso fehlt, wie dem Optimisten, der beharrlich leugnet, dass früher doch nicht Alles optimal war, sodass Vieles heute tatsächlich schlechter sein muss, als vorher.

Und so kann Etwas zwar noch schlimmer kommen, als es ohnehin schon ist, aber auch nur noch besser werden, nachdem es seinen Tiefpunkt erreicht hat.

Da man das allerdings noch nicht beurteilen kann, solange es noch nicht stattgefunden hat, sondern immer erst im Nachhinein, bekämpft Jeder seine momentanen Stimmungen (und nicht etwa nur Gefühle), wie die übertriebene Angst, deren Ursache er einer vermeintlich schlechten Zukunftsaussicht zuschreibt, oder die übertriebene Wut oder Trauer über die vermeintliche Machtlosigkeit, die er in der bisherigen Vergangenheit erleiden musste, mit der Hoffnung auf zukünftige Besserung, um damit die Stimmungen der Angst, der Wut und der Trauer durch die der Vorfreude auf bessere Zeiten zu ersetzen.

Jedoch auch dann, wenn die Besserung in der erhofften Form vielleicht niemals eintreten wird, weil die Hoffnungen und die darauf beruhenden völlig übertriebenen Heilserwartungen, (welche man fälschl. auch „Glauben“ nennt), - wie etwa das seelsorgerisch verheißene „ewige Leben im Paradies nach dem Tode“, die niemals zur Realität werden können - , bleibt jedoch immer noch die Vorfreude, die - nach der Schadenfreude - bekanntlich die beste aller Stimmungen ist, und die erst dann stirbt, wenn die Hoffnung auch gestorben ist.

Da man also über die selbstbewirkte Erwartungshaltung die jeweils aktuelle eigene Stimmung beeinflussen kann, ist der Spruch: „Solange wir atmen, lasst uns hoffen“ eine Empfehlung, die sich jederzeit in die Tat umsetzen lässt - such ohne dass man dafür die Existenz der aktuellen Realität leugnen muss.

Die positive „Selbsttäuschung“ bei der Bewertung der Dinge zu den eigenen Gunsten“, indem man willkürlichen das Negative mit dem Positiven vertauscht, ist – wie an früherer Stelle bereits erwähnt - solange keine Selbstbetrug, wie man sich selber damit nutzt und nicht schadet.

Die "Täuschung Anderer ohne deren Einverständnis" wird von ihnen hingegen gerne als Betrug um ein vermeintliches Recht auf Wahrhaftigkeit und damit als sträfliche Lüge bewertet – selbst dann, wenn man ihnen mit dieser Lüge gar nicht schadet, sondern vielleicht sogar nützt, indem man sie damit vielleicht vor der vorzeitigen Erkenntnis ihrer misslichen Lage bewahrt, bei der sie vielleicht in Panik gerieten, überreagierten und infolge dessen vorzeitig zu Tode kämen, sodass diese Lüge aus Barmherzigkeit in dem Falle eine lässliche darstellt.
Die "Täuschung Anderer ohne deren Einverständnis" wird von ihnen hingegen gerne als Betrug um ein vermeintliches Recht auf Wahrhaftigkeit und damit als sträfliche Lüge bewertet – selbst dann, wenn man ihnen mit dieser Lüge gar nicht schadet, sondern vielleicht sogar nützt, indem man sie damit vielleicht vor der vorzeitigen Erkenntnis ihrer misslichen Lage bewahrt, bei der sie vielleicht in Panik gerieten, überreagierten und infolge dessen vorzeitig zu Tode kämen, sodass diese Lüge aus Barmherzigkeit in dem Falle eine lässliche darstellt.

Ich denke, dass dich Keiner darum bitten würde, ihn absichtlich zu täuschen. Jeder richtet sich sein Leben nach seinen Bedürfnissen, so gut es eben geht, ein.
Man hat Pläne und auch Vorhaben mit welchen man sich Zeit lässt oder die eben kein Aufschub mehr dulden.
Masst sich dann Jemand an, z.B. über das Mass der Schmerzgrenze eines anderen ein Bild machen zu können, ist dies ein Umstand der nicht nur von Ueberheblich-keit gegenüber dem Betroffenen zeugt, sondern auch einer gewissen Feigheit der Realität und der damit verbundenen gemeinsamen Situation nicht ins Auge sehen zu wollen.
Ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch Ausnahmen gibt, wobei zuvor im Gespräch darüber abgeklärt werden kann, was ein Betroffener selber wünscht.
Eine Fremdbestimmung würde meines Erachtens den Betroffenen bevormunden, ihm einen nicht wirklichkeitsnahen Zustand von ihm selbst vorgaukeln und ihm die Möglichkeit entziehen darüber noch selbst entscheiden zu können, wo er, in der Zeit die ihm bleibt, Prioritäten setzen will.
Besser als die Meinung „ich weiss schon was für dich gut ist“, ist Aufrichtigkeit und eine Begleitung, die für beide Seiten so erträglich wie nur möglich gestaltet werden soll.
filofaxi hat geschrieben: Ohne die Eckwerte Schwarz und Weiß kann es auch keinen Zwischenraum (zwischen was?) geben, wobei jeder Bildgestalter weiß, dass auch Schwarz und Weiß nur Schattierungen sind, die jedoch erst dann erkennbar sind, wenn sie mit einem noch dunkleren oder noch helleren Schwarz oder Weiß verglichen und damit bewertbar werden.

Wer also als Optimist die Dinge grundsätzlich positiv bewertet, verdrängt das Negative nicht nur (aus seinem geistigen Blickwinkel), sondern setzt es sogar noch mit dem Positiven gleich, um es nicht mehr als solches (an-)erkennen zu müssen – so, wie es die Kreationisten tun, die meinen, Alles, was den Menschen durch ihren Herrn widerfährt, sei zu ihrem Besten, weil von ihrem angeblich allmächtigen Vater im Himmel von vorneherein so gewollt.

Das Motiv des Pessimisten hingegen ist ein anders, wenn er das Positive anzuerkennen verweigert, wozu auch die Hoffnung gehört, mit der er seine Angst vor der scheinbar noch schlechter werdenden Zukunft bekämpft, sodass er meint, nur noch positiv enttäuscht werden zu können.

Dass er sagen kann: „Ich habe es ja gewusst, dass Alles nur noch schlechter werden konnte!", setzt allerdings ebenfalls voraus, dass er das, was früher besser war, zuvor auch als solches anerkennen muss, weil ihm sonst der Vergleichsmaßstab genauso fehlt, wie dem Optimisten, der beharrlich leugnet, dass früher doch nicht Alles optimal war, sodass Vieles heute tatsächlich schlechter sein muss, als vorher.

Und so kann Etwas zwar noch schlimmer kommen, als es ohnehin schon ist, aber auch nur noch besser werden, nachdem es seinen Tiefpunkt erreicht hat.

Da man das allerdings noch nicht beurteilen kann, solange es noch nicht stattgefunden hat, sondern immer erst im Nachhinein, bekämpft Jeder seine momentanen Stimmungen (und nicht etwa nur Gefühle), wie die übertriebene Angst, deren Ursache er einer vermeintlich schlechten Zukunftsaussicht zuschreibt, oder die übertriebene Wut oder Trauer über die vermeintliche Machtlosigkeit, die er in der bisherigen Vergangenheit erleiden musste, mit der Hoffnung auf zukünftige Besserung, um damit die Stimmungen der Angst, der Wut und der Trauer durch die der Vorfreude auf bessere Zeiten zu ersetzen.

Jedoch auch dann, wenn die Besserung in der erhofften Form vielleicht niemals eintreten wird, weil die Hoffnungen und die darauf beruhenden völlig übertriebenen Heilserwartungen, (welche man fälschl. auch „Glauben“ nennt), - wie etwa das seelsorgerisch verheißene „ewige Leben im Paradies nach dem Tode“, die niemals zur Realität werden können - , bleibt jedoch immer noch die Vorfreude, die - nach der Schadenfreude - bekanntlich die beste aller Stimmungen ist, und die erst dann stirbt, wenn die Hoffnung auch gestorben ist.

Da man also über die selbstbewirkte Erwartungshaltung die jeweils aktuelle eigene Stimmung beeinflussen kann, ist der Spruch: „Solange wir atmen, lasst uns hoffen“ eine Empfehlung, die sich jederzeit in die Tat umsetzen lässt - such ohne dass man dafür die Existenz der aktuellen Realität leugnen muss.

Die positive „Selbsttäuschung“ bei der Bewertung der Dinge zu den eigenen Gunsten“, indem man willkürlichen das Negative mit dem Positiven vertauscht, ist – wie an früherer Stelle bereits erwähnt - solange keine Selbstbetrug, wie man sich selber damit nutzt und nicht schadet.

Nein, von Selbstbetrug würde ich nur reden, wenn ein Schaden damit verbunden ist.
Die meisten Menschen aber positionieren sich zwischen den Polen negativ …positiv in einer Haltung, die von Situation zu Situation , aber auch von der persönlichen Befindlichkeit und der eigenen Wahrnehmung her anders ausfallen kann, es setzt gewissermaßen ein Abwägen ein, ein Prüfprozess mit der Zielsetzung, sich der Realtität anzunähern, so weit es möglich ist. Es ist realistisch, auch das Positive an etwas zu sehen, falls es vorhanden ist. Und es ist realistisch, das Negative nicht zu leugnen, ansonsten leide ich unter einem Realitätsverlust.




Die "Täuschung Anderer ohne deren Einverständnis" wird von ihnen hingegen gerne als Betrug um ein vermeintliches Recht auf Wahrhaftigkeit und damit als sträfliche Lüge bewertet – selbst dann, wenn man ihnen mit dieser Lüge gar nicht schadet, sondern vielleicht sogar nützt, indem man sie damit vielleicht vor der vorzeitigen Erkenntnis ihrer misslichen Lage bewahrt, bei der sie vielleicht in Panik gerieten, überreagierten und infolge dessen vorzeitig zu Tode kämen, sodass diese Lüge aus Barmherzigkeit in dem Falle eine lässliche darstellt.




Dass sich Menschen um ihr "vermeintliches Recht auf Wahrhaftigkeit " betrogen fühlen, ist nur ein Aspekt. Der weitergehendere und wichtigere scheint mir zu sein, dass sie sich in solchen Fällen um ihr Recht auf Eigenbestimmung betrogen sehen , unmündig gemacht und der Möglichkeit beraubt, zu handeln. Da stimme ich ausdrücklich dem zu, was @ Mehusae schon ausgeführt hat.
Da es Situationen gibt, in denen manche Menschen die volle Wahrheit nicht verkraften können, bleibt...anstelle der Lüge...immer noch , sich an den Fragen des anderen zu orientieren, die ja in den meisten Fällen erkennen lassen, wieviel er wissen bzw nicht wissen möchte, deshalb sollte man also nur so viel Information geben, wie erbeten. Denn auch Schweigen...partiell oder total... kann eine Lösung sein.
@ Filippa1

….es setzt gewissermaßen ein Abwägen ein, ein Prüfprozess mit der Zielsetzung, sich der Realtität anzunähern, so weit es möglich ist ….

Die (An-)Erkenntnis der Realität, wie sie gerade ist, mag vielleicht das Ziel von Filosofen auf ihrem Weg nach der geistigen Klarheit sein, aber nicht das Ziel Derer, die die Klarheit der Erkenntnis ihrer tatsächlichen Misere nicht auszuhalten vermögen, sodass sie sich an jeden Strohhalm klammern, um die Hoffnung nicht zu verlieren, dass es doch noch auf wundersame Weise eine Rettung daraus geben möge, wie zB die vom besseren Leben nach dem Tode.

Insofern sind sie den Seelsorgern sogar dankbar für die Täuschung, indem sie sie reichlich dafür entlohnen, um ihre Seelenfrieden zu erlangen, obwohl überhaupt kein Anlass dazu besteht.

Handelt es sich hingegen dabei um eine Irreführung, mit der sie dazu veranlasst werden sollen, die reale Chance der Befreiung von dem Übel in Hinblick auf einen noch reicheren Lohn im Reich des Geistes, der jenseits der Materie existiert, oder gar in einem fiktiven, nachtodlichen Paradiese ungenützt verstreichen zu lassen, kann man das schon als sträfliche Lüge bezeichnen, denn der Nutznießer des Verzichts ist natürlicherweise immer Derjenige, der den Anderen über seine mögliche Chance, seine Lage verbessern zu können, vorsätzlich hinwegtäuscht.

@ mehusae

......Eine Fremdbestimmung würde meines Erachtens den Betroffenen bevormunden, ihm einen nicht wirklichkeitsnahen Zustand von ihm selbst vorgaukeln und ihm die Möglichkeit entziehen darüber noch selbst entscheiden zu können, wo er, in der Zeit die ihm bleibt, Prioritäten setzen will. .....

Um der eigenmächtigen Vorteilnahme des Lügners zuvorzukommen, ist der Mensch natürlich in erster Linie an der Überprüfung der Wahrhaftigkeit seiner Mitmenschen interessiert - in der trügerischen Vorstellung, ihr Handeln damit besser kontrollieren zu können, wenn er weiß, was sie tatsächlich denken - selbst wenn mit der geäußerten Meinung des Wahrhaftigen die unangenehme Erkenntnis verbunden ist, dass die eigene Lage doch nicht so gut ist, wie man das bislang gedacht hat.

Daher würden die Geheimniskrämer dem Verräter eines von ihnen sorgfältig gehüteten Geheimnisses, welches sie aus dem sonst ganz Offensichtlichen gemacht haben, bis es als unerkennbares Mysterium gilt, schon bereits allein wegen der taktlosen Offenheit seines Tabubruchs am liebsten wieder den Mund verbieten.

Doch selbst wenn man den Überbringer einer Hiobsbotschaft köpfen würde, um den eigenen Zustand der seligen Unwissenheit wieder herzustellen, ist das nicht möglich, weil zwar die Aufklärung über ein Ereignis nachträglich wieder rückgängig gemacht werden kann, indem man sich einer Illusion (falsche Vorstellung) darüber hingibt, aber das Ereignis selber leider nicht.

.....Besser als die Meinung „ich weiss schon was für dich gut ist“, ist Aufrichtigkeit und eine Begleitung, die für beide Seiten so erträglich wie nur möglich gestaltet werden soll. ......

Man kann nicht nur auf die eigene Meinung darüber, was in Zukunft geschehen könnte, jederzeit mit der positiven Illusion der Hoffnung Einfluss nehmen, um der ebenso spekulativen Illusion der Befürchtung wirksam entgegenzutreten, sondern auch auf die Meinung Anderer, denen man damit hilft, diese Illusion als gerechtfertigt zu betrachten, sofern es um deren eigenes Wohl dabei geht.
Um der eigenmächtigen Vorteilnahme des Lügners zuvorzukommen, ist der Mensch natürlich in erster Linie an der Überprüfung der Wahrhaftigkeit seiner Mitmenschen interessiert - in der trügerischen Vorstellung, ihr Handeln damit besser kontrollieren zu können, wenn er weiß, was sie tatsächlich denken - selbst wenn mit der geäußerten Meinung des Wahrhaftigen die unangenehme Erkenntnis verbunden ist, dass die eigene Lage doch nicht so gut ist, wie man das bislang gedacht hat.

Ich denke, man will einfach wissen woran man beim Gegenüber ist, man will sich ausrichten, vereinbaren und auf Jemanden verlassen können, wo es dann in einzelnen Beziehungen durchaus auch angebracht ist zu prüfen mit wem man es zu tun hat.
Dies würde ich dann eher als Abklärung zum Selbstschutz und als Achtsamkeit für die eigene Planung bezeichnen.
In Beziehungen mit negativen Erfahrungen müsste man dann den Standpunkt vertreten, dass Vertrauen gut sei aber Kontrolle in diesem Falle eben doch besser.

Man kann nicht nur auf die eigene Meinung darüber, was in Zukunft geschehen könnte, jederzeit mit der positiven Illusion der Hoffnung Einfluss nehmen, um der ebenso spekulativen Illusion der Befürchtung wirksam entgegenzutreten, sondern auch auf die Meinung Anderer, denen man damit hilft, diese Illusion als gerechtfertigt zu betrachten, sofern es um deren eigenes Wohl dabei geht.

Vielleicht sehen wir dies vorab nochmals aus der Perspektive Derjenigen die getäuscht werden sollen/wollen.
Dieser Umstand setzt Jemanden der lieber im Nebel als in der Klarheit wandelt voraus.
Ob er selbst nur Etwas ahnt, - bei einer Krankheit kommt er an den eigenen Schmerzen oder dem Unwohlsein nicht ohne es zu fühlen vorbei - oder es selbst auch weiss, sei mal dahingestellt.
Wäre aber in diesem Fall nicht geteiltes Leid auch halbes Leid?
Natürlich ist der Wunsch nach Täuschung zu respektieren, wobei es da noch einen weiteren Umstand gibt und das wäre dann jener des Wissenden.
….Ich denke, man will einfach wissen woran man beim Gegenüber ist, man will sich ausrichten, vereinbaren und auf Jemanden verlassen können, wo es dann in einzelnen Beziehungen durchaus auch angebracht ist zu prüfen mit wem man es zu tun hat. …..

Dieses Wissen ist ein Teil der Macht die man besitzen muss, um das Recht auf Gleichberechtigung notfalls auch gegen die Allmachtsbestrebungen seines Partners verteidigen und damit auch gegen dessen Willen durchsetzen zu können.

….Dies würde ich dann eher als Abklärung zum Selbstschutz und als Achtsamkeit für die eigene Planung bezeichnen. …..

Die geistige Macht des Wissens alleine reicht allerdings noch nicht aus, wenn man nicht auch die soziale und die wirtschaftliche hat, um unabhängig von der Willkür eines Anderen oder von den jeweiligen situationsbedingten Umständen, wie etwa der momentanen, eigenen Gesundheit, handeln zu können.

….In Beziehungen mit negativen Erfahrungen müsste man dann den Standpunkt vertreten, dass Vertrauen gut sei aber Kontrolle in diesem Falle eben doch besser. ….

Das auf Gedeih und Verderb einem Mächtigeren Ausgeliefert-Sein hat Nichts mit einem freiwilligen An-Vertrauen zu tun, was nur dann möglich ist, wenn man auch eine Alternative hat, bei der man unabhängig von seiner Willkür ist.

Daher ist es sinnvoll, sich in wichtigen Situationen lieber nicht den Vertrauensunwürdigen anzuvertrauen indem man sich blind drauf verlässt, dass sie Einen nicht zum eigenen Nachteil schädigen, nachdem sie bereits für ihren Machtmissbrauch zum eigenen Vorteil berüchtigt geworden sind.

Was den von dir zitierten Spruch betrifft, so sind das Vertrauen und die Kontrolle keine gleichwertigen Alternativen, sondern müssen beide in der Reihenfolge angewendet werden, dass zuerst die Vertrauenswürdigkeit überprüft wird, die einen wichtigen Teil seiner Ehrlichkeit ausmacht und seiner Ehrenhaftigkeit entspricht, welche wiederum zur Ehrwürde führt, bevor man sich seinem Partner anvertraut, in der Hoffnung, dass er Einem auch weiterhin treu bleibt, indem er das sein Versprechen einhält, Andere nicht zu ihrem Nachteil zu schädigen.

…..Vielleicht sehen wir dies vorab nochmals aus der Perspektive Derjenigen die getäuscht werden sollen/wollen.
Dieser Umstand setzt Jemanden der lieber im Nebel als in der Klarheit wandelt voraus.
Ob er selbst nur Etwas ahnt, - bei einer Krankheit kommt er an den eigenen Schmerzen oder dem Unwohlsein nicht ohne es zu fühlen vorbei - oder es selbst auch weiss, sei mal dahingestellt. ….


Um sich zwischen der richtigen, aber unangenehmen (An-)Erkenntnis - und der damit verbundenen geistigen Akzeptanz - seiner tatsächlichen Lebensumstände und der falschen, aber angenehmen Illusion entscheiden zu können, muss man Beide bereits als solche erkannt haben.

Erst dann beginnt der mühsame Prozess der geistigen Verdrängung des Einen zugunsten des Anderen, was mit dem Aufschub oder der Verweigerung der Lösung eines Problems noch Garnichts zu tun hat, sodass man – bekifft mit einer schönen Vorstellung von der Welt, wie sie sein sollte – auch nicht mehr leiden muss darunter, wie sie gleichzeitig nun mal IST – auch wenn man ihre Existenz noch so sehr leugnet, indem man sich weigert, sie als solche anzuerkennen.

Zwar wird in bei den psychologischen Abwehrmechanismen unterschieden zwischen der „unwillkürlichen Verdrängung als einer Art unbewusstes Notfallprogramm, um noch handlungsfähig zu bleiben“, und der „Leugnung, um sein Wissen von dem, was man selber erkannt hat, nicht Anderen preisgeben zu müssen, von deren Willkür man abhängig ist, um sich nicht für sie kontrollierbar und damit noch leichter beherrschbar zu machen“, dient aber Beides dem eigenen Machterhalt – ganz gleich, ob man diese Macht nur zu Verteidigungszwecken einsetzt, oder ob man sie auch dazu benützt, um soviel Macht über Andere zu erlangen, bis man selber über Jene zu herrschen vermag, ohne dass sie sich gegen Einen wehren können.

Insofern ist es auch nicht der Zustand der Unklarheit, den Jemand anstrebt, sondern er ordnet seine Vorstellungen lediglich in einer Weise um, sodass sie seinen Zielen am ehesten entsprechen, was auch die Legitimierung seiner Untaten gegenüber Anderen miteinschließt, weswegen weltanschauliche Sekten auch so erfolgreich mit ihrem Seelenfang sind, indem sie mit der Genehmigung ihrer Opfer deren persönliche Denkfreiheit gegen eine weltfremde Heilserwartung eintauschen, welche ihnen dabei hilft, ihren Lebensmut nicht aufzugeben.

….Wäre aber in diesem Fall nicht geteiltes Leid auch halbes Leid?
Natürlich ist der Wunsch nach Täuschung zu respektieren, wobei es da noch einen weiteren Umstand gibt und das wäre dann jener des Wissenden. ….


In einer Handelsbeziehung zwischen einer politischen Organisation, wie die von mächtigeren Kirchenvorständen, und ihren weniger mächtigen Gemeindemitgliedern, werden die Leiden sicher genauso wenig gleichmäßig verteilt, wie die Freuden, denn nur mit einem Ritual des Segnens und einem scheinheiligen „Glückauf“ alleine, ist noch Niemandem geholfen, und erst recht nicht mit dem zynischen Spruch: „Hilf dir selbst, dann hilft dir auch dein Vater im Himmel!“

Also wäre eine echte Sozialhilfe in der Not schon erforderlich, um wieder auf die Beine zu kommen, und auch tatsächlich einen echten Anlass zur Lebensfreude zu haben denn Niemand wird ein Leben lang gerne freiwillig von Almosen leben wollen, die gerade mal zum Überleben reichen – selbst wenn ihm für den freiwilligen Verzicht auf die Befriedigung seiner eigenen Grundbedürfnisse zugunsten Anderer noch so ein schönes Paradies nach seinem Tode in Aussicht gestellt wird.
@ Filippa1
Es ist realistisch, auch das Positive an etwas zu sehen, falls es vorhanden ist. Und es ist realistisch, das Negative nicht zu leugnen, ansonsten leide ich unter einem Realitätsverlust.

Eigenartigerweise schwimmt meist das negative an Erlebtem oben auf, warum ist das so, obwohl es uns ja besser ginge, wenn wir uns auf positive Ereignisse fokussieren würden?
Ich sehe den Realitätsbezug auch als Prävention und vor allem auch als vorteilhafter an, um sich auf Das einrichten zu können, was uns noch geschehen könnte, wenn wir uns eben nicht noch selbst vorgaukelten, dass nicht ist, was nicht sein darf.
Natürlich ist dies, im wahrsten Sinne des Wortes, mit der Tendenz an Unannehmlichkeiten verbunden, doch dies sollte zur Vermeidung von schlechten Ereignissen angenommen und auch ausgehalten werden können.

Und dann, ich zitiere:

“.... - Reine Fiktions-Welt unterscheidet sich dadurch sehr zu ihren Ungunsten von der Traumwelt, dass letztere die Wirklichkeit wiederspiegelt, während sie die Wirklichkeit fälscht, entwerthet, verneint.
Nachdem erst der Begriff „Natur“ als Gegenbegriff zu „Gott“ erfunden war, musste "natürlich" das Wort sein für „verwerflich" - jene ganze Fiktions-Welt hat ihre Wurzel im Hass gegen das Natürliche (- die Wirklichkeit! -), sie ist der Ausdruck eines tiefen Missbehagens am Wirklichen....“

Der Antichrist 15 (unzensierte Zulu Ebooks Version)
Jemand, der die Anerkenntnis seiner realen Erlebnisse verweigert, indem er die Vergangenheit leugnet, muss sie ja bereits schon erfahren haben, um die Erinnerung daran anschließend erfolgreich verdrängen zu können, womit nicht die Realität selber geleugnet wird, sondern die Erinnerung daran.

Das selbe gilt für die Anerkenntnis seiner gegenwärtigen Lebensumstände, in denen er sich ja auch dann real befinden, wenn er sie nicht als solche anerkennen mag, weil sie nicht mit seinen Idealvorstellungen von der Realität übereinstimmen, sodass er sie mit Leugnung dieser dennoch erfahrenen Tatsache Anderen gegenüber am liebsten ungeschehen zu machen versucht.

Hier manipuliert er sich nur scheinbar selber, indem er durch das Ignorieren einer fremden, gegenteiligen Meinung über seine gerade erlebte Situation, die mehr damit übereinstimmt, als seine Wunschvorstellung davon, keine Rückmeldung mehr darüber bekommt, mit der er das, was er sich als Meinung über die Realität zugelegt hat, als falsch erkennen kann.

Beim realistischen Hoffen ist das zwar so ähnlich, nur dass man eben zugunsten des Erhoffens dessen, was Einen in eine fröhliche Stimmung der Erwartung auf etwas Positives versetzt, das ignoriert, was man befürchtet, weil es Einen in die Stimmung der Angst vor etwas Negativen versetzen würde.

Wenn das bewusst praktiziert wird, sodass man immer noch in der Lage ist, das Positive vom Negativen so zu unterscheiden, wie die (An)Erkenntnis der persönlichen Situation von seiner Idealvorstellung davon, ist gegen diese Art Täuschung Nichts einzuwänden, um damit den Schmerz der unangenehmen Erkenntnis so lange zu vermeiden, bis sich die nicht änderbare unangenehme Situation von alleine verbessert hat.

Die Situation selber hingegen wird alleine durch das Ignorieren derselben jedoch noch nicht besser, die davon ausgehenden Fehlentscheidungen nicht richtiger und die realen Leiden aufgrund der Folgen dieser Fehlentscheidung auch nicht geringer.

Dass Nietzsche sich in Heldenträume geflüchtet hat, die er zum Maßstab für die Selbstbewertung nahm, ist seinem aussichtslosen Kampf gegen seine Krankheit geschuldet, die eine tägliche Überwindung seiner natürlichen Impulse verlangte, sich deswegen umzubringen, was in seiner anerzogenen christlichen Vorstellung als Feigheit galt, für die man nach dem Tode in die Hölle kam, welche angeblich noch schlimmer sein sollte, als seine real erlebte, krankheitsbedingte Hölle auf Erden, die zu überwinden seine Macht nicht ausreichte.

Aus dem Nihilismus der Verweigerung, die Realität anzuerkennen als das, was sie ist, lässt sich der narzisstische Allmachtsanspruch eines Despoten gegenüber Schwächere genauso ableiten, wie der Anspruch des diensteifrigen Emporkömmlings an seine eigene Leistungsfähigkeit, womit der durch Erziehung zu Höchstleistungen Angehaltene sich irgendwann selber zugrunde richtet, weil sich die angestrebte, ideale Perfektion eben nur in dem geistig-weltanschaulichen Bereich der Vorstellungen von der Realität verwirklichen lässt, und nicht auch im körperlich-physikalischen und seelisch-sozialen Bereich der Realität selber.

Hier wäre die Mäßigung im Anspruch hilfreicher, um die Freiheit von der Willkür Anderer, die man tatsächlich hat, auch erkennen und für die eigenen Zwecke optimal nutzen zu können, anstatt ewig nach einem Zustand der Allmacht zu streben, um sich von jeglicher Fremdherrschaft befreien zu können, oder sich danach zu sehnen, dass sie Einem derselbe Vater im Himmel vererben möge, der Einen überhaupt erst unter diesen Leistungszwang gestellt hat, um seines unendlichen Wohlwollens würdig zu werden.
Wenn das bewusst praktiziert wird, sodass man immer noch in der Lage ist, das Positive vom Negativen so zu unterscheiden, wie die (An)Erkenntnis der persönlichen Situation von seiner Idealvorstellung davon, ist gegen diese Art Täuschung Nichts einzuwenden, um damit den Schmerz der unangenehmen Erkenntnis so lange zu vermeiden, bis sich die nicht änderbare unangenehme Situation von alleine verbessert hat.

Die Situation selber hingegen wird alleine durch das Ignorieren derselben jedoch noch nicht besser, die davon ausgehenden Fehlentscheidungen nicht richtiger und die realen Leiden aufgrund der Folgen dieser Fehlentscheidung auch nicht geringer.

Warum dann also warten und hoffen, könnte man mit seinem aktiven Tun zumindest etwas in eine Richtung verändern, was den unangenehmen Zustand zu einem angenehmeren verändern könnte, anstatt lediglich einem dauerhaften Zustand der Hoffnung zu frönen, bis er zu einem hoffnungslosen degeneriert ist?
Mit dem Zuwarten und Hoffen, dass sich eine unangenehme Situation von alleine zum eigenen Wohle verbessern täte, wird nicht selten mit der Aktion Anderer spekuliert, u.U. sogar mit der Absicht dass sich besser Jene die Finger verbrennen, als man selber die eigenen.
So ist man doch auch fein raus, falls dabei etwas in Schieflage gerät und kriecht dann aber schon noch hinterm Ofen hervor um nach Herzenslust Jene zu kritisieren, die ein Wagnis eingegangen sind und dabei nicht gewonnen haben, ausser dass sie nun wissen, dass wer Etwas wagt eben nicht immer gewinnt, auch wenn die Sonne scheinbar freundlich am Himmel aufgehe.

https://www.youtube.com/watch?v=CXTMDmr9n-M
…..Warum dann also warten und hoffen, könnte man mit seinem aktiven Tun zumindest etwas in eine Richtung verändern, was den unangenehmen Zustand zu einem angenehmeren verändern könnte, anstatt lediglich einem dauerhaften Zustand der Hoffnung zu frönen, bis er zu einem hoffnungslosen degeneriert ist?.....

Mit dem in dem Beresinalied besungenen Mut zur Hoffnung, was dem „passivischen Sehnen“ entspricht, lässt sich auch der Mut zum Handeln fördern, welcher dem „aktivischen Streben“ entspricht, welcher allerdings im Übermaße zur Selbstüberschätzung (Überschätzung der eigenen Fähigkeiten) und damit auch zur Überschätzung der eigenen Möglichkeiten führt, die zwangsläufig zu einer umso schwereren Enttäuschung führt, je größer die Differenz zwischen dem Erhofften und dem tatsächlich Erreichten ist.

Das Dilemma bei jeder Kalkulation ist, dass man das, was man erhofft, nur mit dem vergleichen kann, was bisher der Fall war, bzw. was gerade der Fall ist, aber nicht mit dem, was der Fall sein wird, weil das noch gar nicht stattgefunden hat.

Damit bleibt das „realistische Hoffen und Planen“ ein Glücksspiel mit der Unwägbarkeit nicht voraussehbarer Lebensumstände, an die man sich nur auf hypothetische Weise anpassen kann, indem man für jeden Plan A noch einen Plan B in der Tasche hat, falls es nicht sofort gelingt, Ersteren in die Tat umzusetzen, was jedoch nicht heißen muss, dass es deshalb überhaupt nicht gelingt.

So präsentiert sich das Temperament des Ungeduldigen im Wankelmut des Rastlosen, der sich im positiven Sinne schnell auf geänderte Lebenumstände einstellen kann, während der Mut zur Beharrlichkeit des beständigen Ausharrens, bis die Umstände für seine Pläne günstiger sind, dem Temperament des Geduldigen entspricht.

Hier eine moralische Bewertung der Vorgehensweise vorzunehmen, ist insofern nicht angebracht, als dass sich das Temperament nicht ändern lässt, wobei man dennoch sagen kann, welches Vorgehen in welcher Situation erfolgreicher wäre.

….Mit dem Zuwarten und Hoffen, dass sich eine unangenehme Situation von alleine zum eigenen Wohle verbessern täte, wird nicht selten mit der Aktion Anderer spekuliert, u.U. sogar mit der Absicht dass sich besser Jene die Finger verbrennen, als man selber die eigenen....

Die unbeirrbare Erwartung, dass sich Jemand auf eine wünschenswerte Art und Weise verhalten werde, welche man fälschl. auch gerne mit „an Jemanden glauben“ oder mit „Jemandem (Etwas an-)vertrauen“ beschreibt, um die Dringlichkeit des Wunsches hervorzuheben, mit dem man sein Ziel erreichen will, ändert jedoch Nichts daran, dass es die Hoffnung ist, die man damit nährt – selbst wenn sie unter den aktuellen Umständen niemals zu verwirklichen ist.

Es ist somit nicht der Mut (oder auch Übermut) des Optimisten, der die Hoffnung auch dann aufrecht erhält, wenn gerade keine Aussicht auf Besserung besteht, sondern es ist umgekehrt die willentlich aufrecht erhaltene Hoffnung, mit dem man den Mut zum Weitermachen fördert, wo Einem die Macht zur Änderung oder Beibehalten der Umstände selber fehlt.

….So ist man doch auch fein raus, falls dabei etwas in Schieflage gerät und kriecht dann aber schon noch hinterm Ofen hervor um nach Herzenslust Jene zu kritisieren, die ein Wagnis eingegangen sind und dabei nicht gewonnen haben, ausser dass sie nun wissen, dass wer Etwas wagt eben nicht immer gewinnt, auch wenn die Sonne scheinbar freundlich am Himmel aufgehe. ….

Auch wenn man die Entscheidungen Anderen überlässt, um sie dann, wenn diese nicht zum eigenen Erfolg beigetragen haben, für den dadurch entstandenen Schaden regresspflichtig machen zu können, trägt man selber mit dazu bei, denn auch mit dem Nichts-Tun wird eine Folge bewirkt, die man nur abschätzen kann, indem man sie mit früheren Erfahrungen vergleicht, die dafür als Bewertungsmaßstab gelten.

Sind die Umstände jedoch andere - was immer der Fall ist, weil man nie zweimal in das selbe Wasser eines Flusses springt -, so sind auch die Folgen ein und derselben Entscheidung immer andere.

Daher kann man eine Entscheidung in dem Moment, wenn man sie trifft, nur auf ihre Folgerichtigkeit und auf ihre Zielgerichtetheit hin überprüfen, und nicht daraufhin, ob sie in Bezug auf die zukünftige Situation richtig sein wird, oder falsch, denn das erweist sich erst dann, wenn die Zukunft zur erfolgreichen oder erfolglosen Gegenwart geworden ist.

Bis dahin jedoch gilt es, die gute Laune aufrecht zu erhalten, indem man das Beste hofft, nachdem man im Glücksspiel des Lebens - etwa durch Risikostreuung anstatt von Wahrscheinlichkeitsberechnung, mit der nur die Häufung von richtigen oder falschen Mutmaßungen in der Vergangenheit gemessen werden - sein Bestes getan hat, um noch Schlimmeres zu verhindern, was man sich dann aufgrund von Übermut oder von Mutlosigkeit selber zuzuschreiben hätte.

Was übrigens die Erfüllung der Friedenspflicht betrifft, mit der man sich "in den Augen des Herrn" das Recht erwirbt, mit anderen Friedlichen gemeinsam zu dessen Konditionen in Frieden leben zu dürfen, so besteht die natürlich für Denjenigen nicht, der das gar nicht will, sodass ihm aus dem Willen zum ewigen Streiten allenfalls die Konsequenz der Kriegspflicht erwächst.

Damit wird man nicht nur für seine ebenso streitsüchtigen Feinde, die man sich dadurch zu Freunden macht, ein würdiger Gegner, sondern auch für den selbstherrlichen "Herrn" selber, indem man sich mit einem anderen machtgierigen "Herrn" gegen Ersteren verbündet, um ihn zu entmachten, wie es bei jeder erfolgreichen Revolte der Fall ist, was an der Machthierarchie selber jedoch nicht das Geringste ändert.
Damit bleibt das „realistische Hoffen und Planen“ ein Glücksspiel mit der Unwägbarkeit nicht voraussehbarer Lebensumstände, an die man sich nur auf hypothetische Weise anpassen kann, indem man für jeden Plan A noch einen Plan B in der Tasche hat, falls es nicht sofort gelingt, Ersteren in die Tat umzusetzen, was jedoch nicht heißen muss, dass es deshalb überhaupt nicht gelingt.

Mir scheint das zu​​sehr auf der Basis abstrakter Denkweise zu beruhen, die ist ziemlich männlich einseitig​,​ das soll bitte nicht als Angriff auf die Männlichkeit verstanden werden, sondern als Vorschlag dieses Denken so zu durchleuchten, begreifen und zu verstehen, wie es sich durch die meisten erlebbaren, sichtbaren und unsichtbaren Lebensbereiche unserer Gesellschaft zieht.

Es bedarf meist auch der ​Notwendigkeiten und der Voraussetzungen für eine Planung und die sind ​eben ​oft nicht geplant, sondern erst heimlich und dann unheimlich sichtbar gewachsen (Corona), entstanden.

http://gfk.wiki/images/1/1a/Arno_Gruen- ... Selbst.pdf

So präsentiert sich das Temperament des Ungeduldigen im Wankelmut des Rastlosen, der sich im positiven Sinne schnell auf geänderte Lebensumstände einstellen kann, während der Mut zur Beharrlichkeit des beständigen Ausharrens, bis die Umstände für seine Pläne günstiger sind, dem Temperament des Geduldigen entspricht.

Auch hier ist ein Gespür von Dringlichkeiten und das Drängen sich damit zu befassen, was dann gerne als Ungeduld interpretiert wird, auch mal ganz nützlich, sowie man ein Gespür für das Aufbringen von Geduld oder auch Duldsamkeit in bestimmten Situationen sogar zwingend aufbringen muss.

Es ist somit nicht der Mut (oder auch Übermut) des Optimisten, der die Hoffnung auch dann aufrecht erhält, wenn gerade keine Aussicht auf Besserung besteht, sondern es ist umgekehrt die willentlich aufrecht erhaltene Hoffnung, mit dem man den Mut zum Weitermachen fördert, wo Einem die Macht zur Änderung oder Beibehalten der Umstände selber fehlt.

Wenn der Mensch in aussichtslosen Situationen weiter macht, dann ​ ​t​ ​u​ ​t​ ​ er zwar was, aber ich sehe darin eher die Furcht darüber, dass er meint, wenn er nichts täte, frühzeitig untergehen werde. 
Wenn er soweit entkräftet ist, ist es eher der Überlebenstrieb als der Mut der ihn zum Weitermachen antreibt, vielleicht folgt der Mut​ wenn es ihm gelingt sich auf's Neue zu stärken.
….Mir scheint das zu sehr auf der Basis abstrakter Denkweise zu beruhen, die ist ziemlich männlich einseitig, das soll bitte nicht als Angriff auf die Männlichkeit verstanden werden, sondern als Vorschlag dieses Denken so zu durchleuchten, begreifen und zu verstehen, wie es sich durch die meisten erlebbaren, sichtbaren und unsichtbaren Lebensbereiche unserer Gesellschaft zieht. ...

Abgesehen davon, dass „DIE Denkweise“ - aus welchem Grunde auch immer – als weiblich betrachtet wird und „DER Denkansatz“ als männlich, so gilt „DAS Denken“ als geschlechtsneutral und ist damit von dem Geschlecht des Denkenden unabhängig, und hängt viel mehr von der gesellschaftlichen Situation ab, in welcher er sich jeweils befindet.

Deshalb gibt es jedoch noch genauso wenig zwei verschiedene Arten der Logik für Besitzende und für Besitzlose, wie es die gesellschaftskritischen Rationalisten der Frankfurter Schule behaupteten, wie es zwei Personen in ein- und demselben Körper gibt, wie nicht nur die Priester sondern auch die Freudianer wie Arno Grün behaupten, um damit dem Verbrecher die Absolution für seine Taten zu erteilen, für die er nicht büßen will, indem sie behaupte, es sei sein anderes Ich gewesen – auch wenn es manchmal tatsächlich den Anschein hat, dass der Wankelmütige nicht alleine in seinem Kopfe wohnt, wenn er einmal zu dem tendiert, was er tun soll und ein anderes Mal dazu, was er tun will.

….Es bedarf meist auch der Notwendigkeiten und der Voraussetzungen für eine Planung und die sind eben oft nicht geplant, sondern erst heimlich und dann unheimlich sichtbar gewachsen (Corona), entstanden. …..

Die notwendigen Voraussetzungen für eine Planung sind immer andere, als die für die Durchführung des Planes, wobei die Planung zwar notwendig sein kann, um komplizierte Vorgänge geistig vorwegzunehmen, indem man sie sich zumindest als hypothetisches Szenario vorstellt, aber alleine dennoch nicht hinreicht, um sie auch erfolgreich in die Tat umzusetzen.

Da erfordert es ein gewisses Improvisationsgeschick, um auf Ereignisse angemessen reagieren zu können, die man nicht in seine Pläne miteingeschlossen hat – nicht, weil man etwa zu leichtsinnig war, oder über zu wenig Erfahrung verfügte, sondern weil man sich nicht auf alle vorstellbaren Umstände vorher einstellen KANN.

Diese Flexibilität ist nur begrenzt trainierbar, und hängt wesentlich von der Beschaffenheit des Temperamentes der jeweiligen Person ab.

So muss Einer, der eher schwerfällig reagiert, entsprechend mehr Vorsorge treffen, als Jemand, der sich schnell auf geänderte Umstände einstellen kann, und dementsprechend auch in der Lage ist, altbewährte Prinzipien über Bord zu werfen, um sich nicht selber mit einem Wissen zu blockieren, welches früher mal lebensnotwendig für ihn war, aber heute nur noch hinderlich auf dem Wege zum Erfolg ist.

Dieses Wissen betrifft auch die als allgemeingültig geltenden, von den Eltern vermittelten Weltbilder, deren Sinn darin besteht, mit seinem Leben besser klar zu kommen, was natürlich dann nicht der Fall ist, wenn man ganz anders lebt, als man es von den Eltern vorgelebt und als optimal und somit richtig dargestellt bekommen hat, um für sie nicht nur als liebens- sondern auch versorgenswert gelten zu dürfen.

Wenn nun im Weltbild der Antike alles Passive mit der Eigenschaft der Weiblichkeit und alles Aktive mit der der Männlichkeit identifiziert wird, so dient das natürlich nur der Veranschaulichung, und bedeutet nicht etwa, dass es deshalb keine aktiven Frauen oder passive Männer gibt.
Da das passiv abwartende Hoffen auf bessere Zeiten natürlich auch ein aktiver Akt ist, den man willentlich bewirken oder auch verweigern kann, habe ich ihn der besseren Unterscheidung wegen als passivisch bezeichnet – so, wie auch das passivische Nichthandeln im Sinne eines „Nichteingreifens in den Lauf der Dinge“, zum fälschlicherweise meist als rein aktivisch betrachteten Handeln dazugehört.

….Auch hier ist ein Gespür von Dringlichkeiten und das Drängen sich damit zu befassen, was dann gerne als Ungeduld interpretiert wird, auch mal ganz nützlich, sowie man ein Gespür für das Aufbringen von Geduld oder auch Duldsamkeit in bestimmten Situationen sogar zwingend aufbringen muss. …..


Das, was Jemand tun sollte und was er tun soll, ist genauso zweierlei, wie das, was er tun müsste, und das, was er tun muss, denn im ersten Falle handelt es sich um eine Idealvorstellung davon, was er unter den jeweiligen Umständen tun sollte, was sich jedoch niemals vollständig in die Tat umsetzen lässt, und im zweiten Falle um die unausweichliche Folge der vorherigen Voraussetzungen, die etwa ein Diener entweder auf eine für seinen Herren positive Weise erfüllt hat, um dafür belohnt zu werden, oder aber auf eine negative, sodass er von ihm dafür bestraft wird.

Das Schicksal hingegen ist ebenso wenig ein Person, die Jemanden bestrafen kann für das, was er falsch gemacht hat, sodass seine Bemühungen erfolglos waren, wie auch die sogenannten „herrschenden Umstände“, keine bestechlichen Personen sind, welche man sich mit einem kleinen Opfer gewogen stimmen kann.

Insofern lässt sich auch mit Hilfe von Menschenopfern kein Regen erzwingen, wie es die Mayapriester vorgaben, um ihre angebliche Macht über die Elemente zu demonstrieren, sondern man muss ausreichend große Wasser-Reservoirs anlegen, um dort in der Regenzeit genügend Wasser für die Trockenperiode sammeln zu können, und ansonsten hoffen, dass dann auch genügend Regen fällt, weil man sonst auswandern muss in Gebiete, wo das Überleben leichter ist.

Die Entscheidung hängt nicht von einem Gespür ab, weil dieses auch von dem abhängig ist, was früher mal Gültigkeit hatte, sondern von dem Toleranzspielraum, den man im Plan A einkalkuliert hat, bevor man zum besser geeigneten Plan B übergeht.

….Wenn der Mensch in aussichtslosen Situationen weiter macht, dann t u t er zwar was, aber ich sehe darin eher die Furcht darüber, dass er meint, wenn er nichts täte, frühzeitig untergehen werde. ….

Was die Motivation beim aktiven Tun betrifft, so entspringt die weniger der Furcht davor, das Falsche zu tun, als vielmehr dem Impuls des Rastlosen, der sich in blinder Betriebsamkeit darüber hinwegzutäuschen versucht, dass er damit genauso wenig erreicht, als wenn er nicht aktiv handelte, wobei er am Ende seines fruchtlosen Bemühens immerhin sagen kann, dass er seinem Temperament entsprechend sein Bestes gegeben habe – nach dem Motto: „ Wer nicht kämpft, hat den Kampf bereits verloren, bevor er überhaupt damit angefangen hat!“

Das gilt allerdings auch für den Kampf gegen seinen eigenen Starrsinn, mit dem er – wenn er Nichts dagegen unternimmt – unweigerlich die falschen Maßnahmen ergreift, nachdem das, was früher noch als richtig gilt, heute genau das Falsche geworden ist, weil er es selbst beim besten Willen nicht zu verhindern vermochte, und auch für die Zukunft nicht zu verhindern vermag, solange er sich weigert, es überhaupt als falsch zu anerkennen.

Dass er Frucht davor hat, aufgrund seiner nicht ausreichenden Macht, untergehen zu können, ist ein ganz natürliches Regulativ, was den Übermut des Größenwahnsinnigen verhindert, der meint, er sei allmächtig und damit auch auf keine Unterstützung durch Andere angewiesen, womit er seinen Untergang nur noch mehr beschleunigt, weil Niemand ohne einen Anderen lange zu überleben vermag.

….Wenn er soweit entkräftet ist, ist es eher der Überlebenstrieb als der Mut der ihn zum Weitermachen antreibt, vielleicht folgt der Mut wenn es ihm gelingt sich auf's Neue zu stärken. …

Dieser sogenannte „Mut der Verzweiflung“ ist eher eine unwillkürliche Panikreaktion, mit der man dazu tendiert, das Kind mit dem Bade auszugießen – nur, um sich selber in Sicherheit zu bringen - , womit man Alles noch viel schlimmer macht, als es ohnehin schon ist, weil man damit nicht nur sich selber, sondern auch noch Anderen schadet, anstatt eines willentlich aufgebrachten Vorsatzes, noch einmal sein Glück zu versuchen, indem man es selber mitbewirkt, anstatt darauf zu warten, dass es Einem von alleine in den Schoß fällt.

Die eigene Stärkung durch Regeneration hingegen ist ein natürliches Gebot der Vernunft, welches auch aus der Einsicht der eigenen, begrenzten Leistungsfähigkeit resultiert, um sich nicht durch unvernünftiges Handeln selber mehr zu schaden als zu nützen – nur, um zu beweisen, dass man willentlich dazu in der Lage ist.

Insofern ist auch die unangenehme Kritik am eigenen Verhalten eine Chance zur Erkenntnis dessen, wozu man NICHT in der Lage ist, sodass man sich besser mit dem begnügt, was man zu leisten imstande ist - wozu auch die mutige Inanspruchnahme der Hilfe seitens seiner Mitmenschen gehört - , und ansonsten den Vater im Himmel einen guten Mann (gewesen) sein lässt, anstatt vergeblich darauf zu hoffen, dass auch ein Toter die Bitten eines Lebenden noch erhören möge, wozu der bekanntlich nur solange in der Lage ist, wie er selber noch lebt, und über seine Ressourcen frei von hinderlichen Umständen verfügen kann.