Hallo cat,

diesen thread habe ich Dir zu Ehren eröffnet, weil in dem anderen thread dein Ruf nach mitschreiben ins Leere gelaufen zu sein scheint.

Hier bitte ich nun keine, aber wirklich keine Kommentare dazwischen zu schreiben, damit sich die Geschichte fortlaufend schreiben und lesen lässt.

Beim Schreiben bitte ich nun so zu verfahren, dass jeder, der mitschreiben will,
einfach an das Vorstehende anknüpft.

Falls sich jemand nicht an die von mir für diesen thread gegebene Vorgaben hält, versuche ich seinen Beitrag durch den Admin löschen zu lassen, damit der Fortgang der Geschichte nicht unterbrochen wird.

Ansonsten lade ich jeden, der sich an die Vorgaben hält, gerne ein, sich am Schreiben der Geschichte zu beteiligen.

Insbesondere würde es mich natürlich freuen, wenn Du, liebe Cat, an dieser Geschichte weiter "stricken" würdest.

Liebe Grüße vom Rinderbaron
Der Fremde aus dem net, der mir immer mehr gefiel

In einem gut frequentierten Forum las ich ihn zum ersten Mal.
Er, ein Mittfünfziger, gut aussehend, sportlich, hatte eine Art zu schreiben, durch die unschwer zu erkennen war, dass er intelligent und rethorisch gut auf der Höhe war.
Mit seinen Tages Beschreibungen zog er die Userinnen förmlich in seinen Bann.
Er schrieb von seinem Leben auf einem großen Hof, Pferden, seinem Hund, Sonnenuntergängen und den schnell vorbeieilenden Jahreszeiten.
Man konnte teilnehmen an seinem Leben, an seinen kleinen Niederlagen, an seinen Erfolgen, man schmeckte förmlich den Wein auf den Lippen, welchen er sich nach seinem Tages Werk gönnte.
Man roch den Duft der abgemähten Felder in den Träumen, in die er einen regelmäßig zu versetzen vermochte.
Irgendwann wollte ich diesen Mann am Telefon hören dürfen. Ich wollte wissen, ob mich seine Stimme zum Schwingen bringen konnte.
So schickte ich ihm eine persönliche Nachricht und bewunderte ihn ein wenig bezüglich seiner Texte.
Im P.s. setzte ich hinterher, dass Frau schon ein bisschen neugierig wäre, auch einmal die Stimme des tollen Schreibers bei einer Lesung oder anderen Gelegenheit kennen lernen zu dürfen.
Prompt kam seine Telefonnummer per mail zurück mit der Bitte, seine Stimme doch auf diesem Wege kennen zu lernen.
Am folgenden Abend juckte es in meinem rechten Zeigefinger so lange, bis ich diese Nummer endlich anwählte.
"Mayer, guten Abend.", tönte eine ziemlich aufgewühlte Männerstimme in meinem Telefonhörer.
"Hallo, äh, bitte verzeihen Sie, sind sie Mr. Ruf-mich-an aus der 50+ community?", stammelte ich etwas verlegen in mein schnurloses Telefonhörerchen.
"Wie bitte, äh, ach so .............sie sind die Dame, der ich gestern Abend meine Telefonnummer ins net geschrieben habe."
"Ja, richtig, die Frau, die gerne wissen wollte, wie sich die Stimme dieses Mannes anhört, der in unserer community viele Frauen nervös macht."
"Soo, tut er das, dieser Lausbub?", grinste er durch die Telefonleitung zurück.

"Äh ja, das tut er..." stammelte ich nervös. Herrn Mayer schien dies sehr zu freuen. "Und Sie habe ich ganz besonders nervös gemacht?" wollte er wissen. Das konnte ich natürlich nicht zugeben und brachte noch heraus: "ja, wie Sie schreiben, man fühlt förmlich, dass alles wirklich erlebt ist - man kann das Heu riechen - ähm, ja, Sie haben sicher schriftstellerisches Talent!"
Herr Mayer lachte geschmeichelt: "Nun, ich schreibe eigentlich nur zu meinem Vergnügen, aber das freut mich natürlich, dass Ihnen meine Texte so nahe gegangen sind. Aber sie wollten ja in erster Linie meine Stimme hören - nun - zufrieden?"
Ich konnte es nicht leugnen - er hatte die Stimme eines geborenen Verführers - warm, volltönend, aber auch sensibel und eine Spur väterlich.

Aber nun wusste ich nicht weiter, am liebsten hätte ich gleich wieder aufgelegt und er half mir nicht.

Im Hintergrund war ein dumpfes Poltern zu hören, ein kaum unterdrückter Fluch und dann eine entnervte Frauenstimme: "Hans-Herbert, hilf mir doch mal mit dem Wäschekorb - die Kellertür klemmt schon wieder".
Mir gefror das Blut in den Adern. "Deine Frau?" hauchte ich. "Wer? Ach so, nun ja - äh, wir leben getrennt.....hmmm, aber wie auch immer, ich glaube, ich muss da mal helfen, grüßen Sie doch die anderen Damen recht herzlich von mir". "Mach ich", erklärte ich eifrig, froh, mit gutem Gewissen auflegen zu können.
Kaum eine Stunde später erhielt ich im net eine persönliche Nachricht, kurz PN, von Herrn Mayer, in der er mir seine familiäre Situation erläuterte.
Irgendwie schien es ihm ein Bedürfnis zu sein, mich wissen zu lassen, dass er in seinem großen Wohnhaus in der obersten Wohnung für sich alleine lebt.
Seine Frau wohne mit ihrem neuen Lebensgefährten im Stockwerk darunter und im Erdgeschoss wohne der Vorarbeiter seines Hofgutes, ließ er mich weiter wissen.
Zum Schluss lud er mich ein, in seinem Gästehaus auf seine Kosten, demnächst ein paar Tage Ferien auf dem Bauernhof zu machen.
Schließlich könnte einer Städterin ja ein wenig Landluft nicht schaden.
Vor dem Zubettgehn pflegte ich mein abendliches Ritual duschen, ein wärmender Tee oder ein kühlendes Blondes, ein paar Seiten in einem herzschmerzbewegenden Buch zu lesen.
Doch dieser Abend brachte mich um die beruhigende Stimmung, meine Haut, die sich sonst leicht kühl anfasste erschien mir eine weiche erwämte Oberfläche bekommen zu haben. Gedankenleer streifte ich ich durch die Wohnung im Versuch mein Ich unter Kontrolle zu bekommen. Das Angebot war zu verführerisch, um es auszuschlagen, doch eine sofortige Zusagen sah mehr als gierig aus, obwohl ich mich bereits im Zustand einer gewissen Begierde befand.

Jedenfalls hatte er einen Köder ausgeworfen, und ich war im Begriff diesen einer Ertrinkenden gleich, zu schnappen. Wie konnte ich nur so haltlos sein, nur weil ich mich in einem bejammernswerten Lebenszustand glaubte und er das Bild der Verkörperung des niederträchtigen Verführers abgab?
Mein ruheloses Wandern durch meine Wohnung fand dadurch ein jähes Ende, dass ich im Kühlschrank auf der Suche nach etwas Süßem auf die Flasche Prosecco gestoßen war, die ich eigentlich für Freitag bereits kühl gestellt hatte, um mit meiner besten Freundin das Wochenende einzuläuten.
Kurzerhand öffnete ich die Flasche und schenkte mir ein Gläschen ein.
Nach dem fünften Gläschen löste sich mein Problem in Wohlgefallen auf, sodaß ich mich gegen zwölf Uhr ins Bett legen und wenig später friedselig einschlafen konnte.
der Schlaf hielt nicht lange an und ich wurde zeitig durch die ersten vorwitzig tanzenden Sonnenstrahlen auf meiner Nase wach gekitzelt.

Der Kopf war geistig nicht auf der Höhe und ich musste in der Dusche ein up date machen, damit ich mir den gestrigen Abend bewusst wurde. Während das körperwarme Wasser von der Duschbrause über meine nackte Haut floss, fing ich an, den Bruch in meinem Körper auszugleichen und kam auf den Boden meines Lebens zurück. Was sollte ich mit Luftschlössern, aufsteigenden Ballons und der scharfer Leidenschaft eines wie von Michelangelo geformten Körpers anfangen? Meine Naivität zu denken, er meinte wirklich mich, begann immer mehr abzubröckeln.
Und so kämpften in mir Engel und Teufel , Realität und Traum , es wechselte wie das Duschwasser,
kalt und heiss..
aber dann streckte ich meinem Spiegelbild die Zunge raus und sagte mir was solls, ich lebe heute...
und warum nicht mal was wagen, etwas tun was wahrscheinlich sämtliche Nachbarn dazu bringen würde
sich die Zunge kaputt zu wetzen
Ich rubbelte meinen Körper trocken und sah vor meinem inneren Auge wie sein bewunderndes Lächeln auf meinem
Körper ruhte, spürte Streichelhände auf meiner Haut, ich spürte das Leben pur...
    . . . . und noch etwas spürte ich, welches mir ein Kribbeln verursachte, denn ein Song ging mir nicht mehr aus dem Kopf, dieser Mann summte ihn und ich bekenne, es war auch mein favorite song . . . ich wollte nie erwachsen sein . . . sollte es ein Zeichen sein, dass 2 Menschen, die sich nicht kennen, aber den selben Song lieben . . . was nur sollte dieses Zeichen mir sagen? Was nur? . . . . seufz - ich verfiel in Tagträume . . .

Diese Tagträume wurden durch ein schrilles Läuten meines Telefones jäh gestört. "Ja", sagte ich nur und erkannte sofort das mir gestern zum ersten Mal begegnete Räuspern am anderen Ende der Telefonleitung.
Bevor er jedoch nur ein Wort sagen konnte, schoss es wie aus einer Pistole aus mir heraus: "Woher kennst Du, äh, kennen Sie meine Telefonnummer?"

"Tja, verehrte Neugierige, sie sollten ihre Telefonnummer künftig unterdrücken lassen, wenn sie fremde Herren mit einem Telefon anrufen, dessen Display die anrufende Telefonnummer verrät!", kam es aus der Telefonmuschel zurück.

Nach meinem ersten Schock an diesem Morgen konnte ich ein genüssliches Schmunzeln nicht unterdrücken, was kurz danach in ein gemeinsames Lachen auf beiden Seiten mündete.
"der lässt nicht locker" dacht ich und fühlte mich gebauchpinselt. Etwaige Hintergedanken auf seiner Seite kamen mir gar nicht in den Sinn.

Diese frivole Stimme mit dem lockenden Ton suggerierte mir süffisante Gedanken und Schmunzeln im Gesicht.
    ich sehe ihn förmlich vor mir, wie er mit einem dampfenden Kaffee im Heu sitzt und mit mir telefoniert . . .

    reiß dich zusammen . . .
    oder auch nicht . . .
    langsam raubt mir dieser Mann meine innere Ruhe . . .
    aber was will ich machen . . .
    ne aber auch ne . . .
    das wird mir hier zu heiß . . .

    so grübelte ich . . .
    tu ich es oder tu ich es nicht . . .
    um Gottes willen, welche Gedanken gehen mir durch den Kopf . . .
    mich kann man doch nicht so leicht haben . . .
    potz blitz, was geschieht mit mir . . .

Weil das gemeinsame Lachen am Telefon auch wieder ein Ende finden wollte, fragte ich ihn mit meinem Business Ton: "Kann die Ferienwohnung auch von mehreren Personen genutzt werden?"
Ein wenig kühl retournierte er, dass in der gerade frei werdenden Wohnung insgesamt drei Schlafgelegenheiten vorhanden wären.
Kurz entschlossen ließ ich ihn wissen, dass mir seine Einladung zu den Ferien auf dem Bauernhof gefallen würde und ich am kommenden Sonntagnachmittag mit meiner Freundin für fünf Tage bei ihm einkehren würde, falls ihm dies so recht sei.
Herr Mayer ließ mich nur noch schnell wissen, dass ihm alles recht sei, was ihm zu meinem Erscheinen auf seinem Hofgut dienlich sei, während die Stimme seiner Noch-Frau im Hintergrund immer lauter zu vernehmen war.

"Tschüß.". "Tschüß." und das Telefonat war beendet.
er ist so verdammt cool und ich sitze hier mit Schweißausbrüchen, mache mir meine Gedanken, während er mir vom Hörer in mein Ohr flüstert. Meine Güte, gottseidank konnte er mich nicht sehen, wie ich errötete.
Daß er in meinen Hörer flüsterte - das hatte ich mir doch nur eingebildet :shock:
oder spielten meine Hormone inzwischen so verrückt...?
Ich setzte mich an meinen PC um Nachforschungen anzustellen. Das machte ich immer, wenn ich jemanden kennengelernt hatte. Ein Spleen von mir, doch als Tochter eines Kriminalbeamten -was sag ich, Oberinspektor war Paps gewesen !

Also: Was wußte ich von ihm, der mein Herz zum klopfen brachte ?
Eigentlich hatte ich in Verbindung mit dem Fremden aus dem net nur eine zuverlässige, weil selbst verprobte Information. Seine Telefonnummer.

Deshalb rief ich die Auskunft an, nannte der Dame die von Herrn Mayer erhaltene Telefonnummer und bat sie, mir die dazu passende Adresse zu benennen.

Die freundliche Frauenstimme gab mir folgende Angaben:
Ambrosius Mayer mit ay, Hinterhofweg 7 -9, 88918 Amselschwang.

Soso, Ambrosius Mayer aus Amselschwang!

Wieso eigentlich Ambrosius, schoss es mir plötzlich in den Kopf. Da stimmt doch etwas nicht. Hat ihn seine Frau nicht mit Hans-Herbert gerufen?

Irgendwie lief mir ein kleiner Schauer über den Rücken bei dem Gedanken, dass mich dieser Stimmerotiker an der Nase herum führen könnte.

Lange gefackelt hat er ja nicht bei unseren ersten Kontakten mit der Einladung für die Ferien auf seinem Bauernhof.

Während dieses Sinnieren fiel mir wieder ein, dass mir Ambrosius oder Hans-Herbert empfohlen hatte, meine eigene Telefonnummer unterdrücken zu lassen.
Doch dann sieht meine Mutter ja auch nicht mehr, dass ich es bin, wenn ich künftig bei ihr anrufe. Das kann ich ihr nicht antun.

Was ich aber in solch einem nächsten Fall unbedingt tun sollte, wäre das Telefonieren mit dem Handy, denn diese Nummer steht ja aus Gründen der Anonymität in keinem öffentlichen Verzeichnis.