Direkt vor meiner Nase, da sitzt einer, den ich heiß liebe. Er versitzt mir die Sicht zum Bildschirm und schaut mich herausfordernd an. Wenn er sich hinlegen oder wenigstens ducken würde, dann könnte ich, mit einer kleinen Verrenkung über ihn hinwegsehen. Er scheint zu wissen, dass man über einen Stubentiger seines Kalibers nicht so einfach hinwegsehen kann. Jedenfalls drückt das seine Miene unmissverständlich aus.

 Samtpfote berührt meinen Arm. „Streichle mich“, scheint sie zu sagen, „dann lege ich mich vielleicht der Länge nach über deine Tastatur. Dann kannst du zwar diesen doofen Monitor anstarren, aber deine Hände streicheln mich - nur mich - und nicht diese alberne Buchstabentafel.“

Ich flehe ihn an: „DaVinci, bitte, ich will meinen Traum aufschreiben. Das muss jetzt sein, sonst vergesse ich ihn wieder.“ Noch bevor ich meinen Satz gesprochen habe, weiß ich, dass ich gegen DaVincis beginnendes Wohlfühlschnurren keine wirkliche Chance habe. Seinen Blick interpretiere ich als Aufforderung, meine Traumgeschichte einfach zu erzählen. Er kennt die meisten meiner Geschichten.

Heute ist es eine von-Nase-zu-Nase-Geschichte. Weil ich sie nur meinem Kater erzählt habe und aus den genannten Gründen nicht aufschreiben konnte, steht sie auch nicht hier. DaVinci und ich bitten das zu entschuldigen.

©halifax