Bedenke : " Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben." Augustinus Aurelius

.......ohne Erinnerung, ohne dieses verbindende Glied zwischen Gegenwart und Vergangenheit mit Blick und Ausrichtung auf die Zukunft hätten wir keine Vorstellung unserer eigenen Stetigkeit, wir besäßen keinen Begriff von der Einheit unseres Selbst, also auch keinen Maßstab für unser zukünftiges Handeln.Ohne Gedächtnis gäbe es auch keine Einheit unseres Bewusstseins, keine Identität.
Deshalb bleiben nur die schönen Erlebnisse in meiner Erinnerung, um die Einheit nicht zu spalten.
"Im Wesentlichen Einheit,
im Zweifelhaften Freiheit,
in allem Liebe."
Augustinus Aurelius
Da muss ich dem sehr verehrten Augustinus widersprechen:
"Deshalb bleiben nur die schönen Erlebnisse in meiner Erinnerung, um die Einheit nicht zu spalten."
Das ist nicht nur falsch, es ist auch unlogisch. Ein Kind fasst nur einmal an eine heiße Herdplatte. Und was das jetzt mit Freiheit zu tun hat?
Nun, das Gedachte ist 1600 Jahre alt.
Das war er über Zeit (Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft) geäußert hat, das gilt als genial für diese Zeit und hat heute noch Bestand. Deswegen ist es auch mein Verehrter. Außerdem mochte er die Frauen mit allen Konsequenzen. Wenn er über Liebe spricht, dann meint er schon "richtige" Liebe.
Felix
....Augustinus Aurelius mochte die Frauen mit allen Konsequenzen ??
Er war Philosoph und Theologe !
....nur die Zitate sind von ihm .
Gruß,
E.....
Dann schau einmal auf sein Leben vor seinem kirchlichen Werdegang..Ich glaube, diese richtige Kenntnis des Lebens hat sein Denken auch so groß gemacht. Sex-Skandale um Augustinus.
Felix
Da ich leider zur Grenzdebilität neige, habe ich absolut keine Ahnung, wie ich "richtige" Liebe verstehen muss.
Mein lieber Garuda,
Du kriegst das raus. Augustinus sorge schon vor 1600 Jahren für Skandale.
Grüße
Felix
everyone hat geschrieben:

Bedenke : " Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben." Augustinus Aurelius

.......ohne Erinnerung, ohne dieses verbindende Glied zwischen Gegenwart und Vergangenheit mit Blick und Ausrichtung auf die Zukunft hätten wir keine Vorstellung unserer eigenen Stetigkeit, wir besäßen keinen Begriff von der Einheit unseres Selbst, also auch keinen Maßstab für unser zukünftiges Handeln.Ohne Gedächtnis gäbe es auch keine Einheit unseres Bewusstseins, keine Identität.
Deshalb bleiben nur die schönen Erlebnisse in meiner Erinnerung, um die Einheit nicht zu spalten.
"Im Wesentlichen Einheit,
im Zweifelhaften Freiheit,
in allem Liebe."
Augustinus Aurelius

Die Einheit unseres Selbst? Vielleicht ist hier eher die Fähigkeit des kohärenten, also des in sich zusammenhängenden und logischen Denkens gemeint? Das Zentrum unseres Bewusstseins erscheint uns geschärft, auf das Wesentliche und Notwendige fokussiert, während den widersprüchlichen, zum Teil gegenteiligen Wahrheiten mehr und mehr bloß periphere Bedeutung zuerkannt oder diese gar ausgeblendet werden (müssen), um die für den Seelenfrieden und die Selbstorganisation vermeintlich notwendige (Pseudo-) Einheit zu konstruieren. Allein das ist eine menschliche Höchstleistung, die für eine lange Weile ihren Zweck zu erfüllen vermag. Aber nicht für jeden auf Dauer.

Ein „Charakterpanzer“ (s. Wilhelm Reich) wächst nach innen weiter und verringert den persönlichen Freiraum zunehmend, je länger er aufrechterhalten wird. Die einst errungene vermeintliche Einheit wird auf diese Weise zunehmend zum Kerker ihrer selbst. Menschen, die sich nicht daraus zu befreien wagen, befürchten zu Recht eine große Krise, aber zu Unrecht, dass das daraus entstehende Chaos wiederum bleibt, was es ist.

Tatsächlich kann der Mensch gar nicht anders, als sich stets auf Neue aus jedem Chaos neue Ordnungen zu schaffen. Er sollte nur auch aufs Neue bereit dafür sein, diese selbst wieder zu zerstören, um das jeweils nächste Level seiner Entwicklung erklimmen zu können.

Ich nutze die Film-Trilogie „Matrix“ gern als symbolische Fundgrube - und als Metapher für das gerade Geschilderte fällt mir eine Schlüssel-Szene mit dem erweckten Neo ein, dessen Blick letztlich den Schein der schönen Welt durchdringt und den ihr zugrunde liegenden Algorithmus (im Film als eine rasende Abfolge grüner Ziffern auf schwarzem Grund verbildlicht) direkt erfasst. Er hatte sich am Anfang für die Wahrheit entschieden und begonnen, damit umzugehen. Der schöne Schein vermeintlicher Einheit vermag ihn nun nicht mehr zu blenden.


______________


>>… Der Mensch muss sich sein eigenes Wesen schaffen; indem er sich in die Welt wirft, in ihr leidet, in ihr kämpft, definiert er sich allmählich; und die Definition bleibt immer offen; man kann nicht sagen, was ein bestimmter Mensch ist, bevor er nicht gestorben ist, oder was die Menschheit ist, bevor sie nicht verschwunden ist.<<

>>Der Mensch kann nichts wollen, wenn er nicht zunächst begriffen hat, dass er auf nichts anderes als auf sich selber zählen kann, dass er allein ist, verlassen auf der Erde inmitten seiner unendlichen Verantwortlichkeiten, ohne Hilfe noch Beistand, ohne ein anderes Ziel als das, das er sich selbst geben wird, ohne ein anderes Schicksal als das, das er sich auf dieser Erde schmieden wird.<<


(Jean-Paul Sartre, „Zum Existentialismus. Eine Klarstellung“, in „Der Existentialismus ist ein Humanismus - und andere philosophische Essays, 1943 – 1948“, Hg. Vincent von Wroblewski, Rowohlt TB, 2000)



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Und was die Liebe betrifft: Je mehr sie von allem, das sie hervorgebracht hat und mit dem sie interagiert, abgesondert wird, um sie als Einzigartigkeit zu betrachten und zu bewahren, desto mehr verliert sie von ihrer Kraft der Ursprünglichkeit und schwindet dahin wie alles, das im Leben nur um seiner selbst willen festgehalten und von ihm isoliert wird und somit wahrlich nur in der Erinnerung weiter existieren kann. So wie ein reines Wunschgebilde in einem Traum.

Die sich wie das Leben selbst stets erneuern müssende Liebe dagegen benötigt die Freiheit, sich zu entwickeln und zu wandeln, um zu verschwinden und fernzubleiben oder zurückzukehren im neuen Gewand, ganz so wie der Mensch sich wandelt. Ihre größte Tiefe und Treue kommen ganz unspektakulär daher, wie nebenbei sich ergebend – hoffentlich wahrgenommen, still und ohne Anspruch genossen und dann einfach … gelebt.

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>> In Wirklichkeit gibt es für den Existentialisten keine andere Liebe als jene, die gelebt wird, es existiert keine andere Möglichkeit der Liebe als die, die sich in einer Liebe ausdrückt …<<

(Jean-Paul Sartre, „Der Existentialismus ist ein Humanismus“, in „Der Existentialismus ist ein Humanismus - und andere philosophische Essays, 1943 – 1948“, Hg. Vincent von Wroblewski, Rowohlt TB, 2000)



Gähn... Es lebe das kopieren!

Ich rolle mich auf Sofa und bin zufrieden
......alles was man zum Leben braucht, ist Unwissenheit, ein Sofa und Zufriedenheit....... die Vermehrung unnötiger " Notwendigkeiten" hat ein Ende !
Über Unwissenheit und Zufriedenheit verfüge ich, was mir noch fehlt ist ein Sofa...
Sommer0511 hat geschrieben: Gähn... Es lebe das kopieren!

Ich rolle mich auf Sofa und bin zufrieden

Vielleicht spielt es keine Rolle, aber es könnte ja immerhin runterlaufen:

Originelles Profilbild zum 200.
Glückwunsch!


Auch wenns die Obrigkeit anders sieht.
Uiuiui, der Sinn des Lebens.
Nicht gerade ein bescheidenes philosophisches Thema.
Obwohl, für manche ist es vielleicht recht einfach. Die TE verteilt gezielte Nadelstiche, freut sich diebisch, wenn die Leute drauf anspringen, dreht sich auf dem Sofa und hat somit den Sinn in ihrem Leben gefunden. Läßt die Wirkung nach, einfach nachschieben, eine Sofadrehung und wieder fängt das Ganze von vorne an.
Wie beim Sysiphus.
Da stellt sich schnell die Frage, wofür steht sein Stein ?
Ist es wurscht egal, womit man sich wieder und wieder beschäftigt ?
Sinnfrei ist keine Tätigkeit. Die kleinen oder größeren Wellen, die jedes Tun auslöst, bewirken was. Vielleicht ist es gut, zu schaun, was man bewirken will.
Die TE hat jedenfalls, obwohl wahrscheinlich ungewollt, bewirkt, dass ich hier mal wieder aufschlage.
Freudig treff ich ein paar mir liebe und vertraute Mitredner.
Einige Kommentare waren sehr anregend. Den Camus hatte ich fast vergessen.
@Susanne2009,

Da stellt sich schnell die Frage, wofür steht sein Stein ? Ist Unterhaltung - belegen des engen Bewusstseins (Flaschenhals) mit Fernsehen, Lesen usw. - auch Arbeit des Frontalhirns und Zähmung der Amygdala? Sicher doch.
"Brot und Spiele für das Volk." Eine Uraltgeschichte.
Wer den Menschen unterhält, der hat ihn mit Werbung im Griff. Daran schließt sich logisch an: die Macht der Quote, der Programmgestalter: 30 Krimis pro Tag als Kulturleistung. 30 Mal Leiche hingelegt, wer war es? Und das wird uns mit Zwangsgeld aufs Auge gedrückt.
Nichts gegen die Leichen, der Konsument hat mit Quotenerfassung dafür gestimmt. "Man muss sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen." (Camus). Es hat ihn von trüben Gedanken abgelenkt.
Das gelegentliche Drehen auf dem Sofa ist nur zu Zweit ein Stein:-)
Felix
BilderBerger hat geschrieben:
Sommer0511 hat geschrieben: Gähn... Es lebe das kopieren!

Ich rolle mich auf Sofa und bin zufrieden

Vielleicht spielt es keine Rolle, aber es könnte ja immerhin runterlaufen:

Originelles Profilbild zum 200.
Glückwunsch!


Auch wenns die Obrigkeit anders sieht.


Das hat sie bestimmt wegen dem Orange aufgelegt, mit dem sie zum Fußball Preußen Münster gegen Hansen um 19 Uhr am Gästebierwagen treffen wollte, siehe Trannung wird nicht akzeptiert :idea:

Sofa oder ICE mit Netflix, sie ist beschäftigt, andere sollen die Steine rollen, ich rolle bestimmt nicht, da bin ich nicht mehr schnell genug um wegzuspringen :wink:

Da würde ich doch mal gerne wissen, ob der Orange das mitbekommen hat, Fraudoktor Sommer, würdest du berichten :?:

2.
Da wir durch unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Vergangenheit auf eine einzige, und damit folgerichtige Denk- und Handlungsweise festgelegt sind, was den Umgang mit der gegenwärtigen Situation betrifft, die gestern noch in der Zukunft lag, welche man sich nur als Möglichkeit vorstellen konnte, und erst heute zur unleugbaren Tatsache und damit zur Gewissheit wurde, gibt es eine Alternative dazu nicht, und die von allen aus der Vergangenheit stammenden Voraussetzungen und von allem gegenwärtigen Umständen freie Entscheidung ist lediglich eine schöne Wunschvorstellung Desjenigen, der nach der Vormacht über alle Anderen strebt, das Maß der Freiheit und Sicherheit, die er vor Ihnen haben will, selbst zu bestimmen.

Hier vom Ziel der Verantwortung, die man gerne für sein Handeln freiwillig übernehmen will, zu reden, ist scheinheilig, weil ebendies nicht mehr nötig ist, wenn man die Vormacht erlangt hat, und weder die Rache für seine Untaten fürchten muss, noch auf die Hilfe Andere mehr angewiesen ist, sodass man seine Freiheit auf Kosten der Freiheit Anderer ungehindert ausweiten kann, was auch der Sinn des Vormachtstrebens ist, nachdem die Notsituation der Rettung des eigenen Lebens vorbei ist, mit der man natürlicherweise als ein nach der Vormacht Strebender sein rücksichtsloses Vorgehen gegenüber Anderen gesetzlich legitimiert hat.

Dass der Mensch jedoch ein von den eigenen Voraussetzungen Getriebener ist, und daher NICHT frei davon sein Leben selbst bestimmen kann, bedeutet nicht, dass sein Leben daher sinnlos ist, sondern höchstens widersinnig (absurd) in Bezug zu dem, was er sich als Lebensziel vorgenommen hat, und wovon er meint, dass er nur damit glücklich werden könne, wenn er die Realität seinen Idealvorstellungen darüber anpasst, anstatt umgekehrt wenigstens die Idealvorstellungen der Realität anzupassen, wie sie nun mal ist, wenn er sie schon nicht ändern kann.

Die Lösung von der Fixierung auf ein selbstbestimmtes Lebensziel bedeutet in dem Moment zwar Freiheit von diesem Ziel, aber nicht Freiheit vom Denken selber, und schon gar nicht Freiheit beim Handeln, um die Realität so zu ändern, oder beizubehalten, wie man es gerade will, und damit die Einheit von Wunsch und Wirklichkeit zu erzielen, die man auch Glück nennt.

Aus Trotz darüber, von einer Zielsetzung überhaupt abhängig zu sein - mit der man sich vorstellt, wie es im Leben weiter gehen könnte, wenn es so käme, wie es kommen sollte, mit dem Risiko, sich auch irren zu können - lieber überhaupt keine sinnstiftenden Pläne aufzustellen, und nichts zu erwarten, um die Macht zu beweisen, dass man auch unvernünftig, dh gegen seine Interessen handeln kann, ist, genau genommen, gar nicht möglich, weil der Mensch zwar automatisch bewusst vorzudenken beginnt, wenn er unbewusst keine erfolgreiche Handlungsstrategie parat hat, aber ansonsten weitgehend unbewusst die Entscheidungen trifft, die er notwendigerweise treffen muss, um erfolgreich zu sein.

Dass das dann mit dem Spruch erklärt wird: „Der Mensch denkt – der Herr lenkt!“ suggeriert, dass es zwei Personen seien, aus denen der Mensch besteht, und die ganz unterschiedliche Ziele verfolgen können, sodass man erst dann Ruhe findet, wenn man beide Persönlichkeitsanteile dazu gebracht hat, derselben Meinung zu sein, anstatt sich einfach für diejenige von zwei Alternativen bewusst zu entscheiden, die der eigenen Zielrichtung entspricht, welche notwendigerweise immer in die entgegengesetzten Richtung führt, als Diejenige, aus der man herkommt.

In dem Moment braucht man einfach nur an der Wand entlangzugehen, und auch keine Angst mehr vor den Konsequenzen einer falschen, freien Entscheidung zu haben, bzw davor, den falschen Weg zu beschreiten, denn es gibt nur einen einzigen Weg, den man beschreiten kann – auch wenn man den erst dann erkennt, wenn man das Ziel, was man aus den Augen verloren, aber trägheitshalber trotzdem immer noch weiter verfolgt hat, endlich erreicht hat.

Der Rest ist Illusion (falsche Vorstellung von der Wirklichkeit), die man besser als solche anerkennen sollte, anstatt sie im Nachhinein doch noch als richtig umzuinterpretieren, weil man es nicht erträgt, sich bei seiner ganzen Lebenserfahrung doch mal geirrt zu haben, was die Zukunftsprognose betrifft, die immer nur eine Vorstellung von der zukünftigen Realität sein kann, die man erhofft oder befürchtet, aber nicht die Realität selber.

Das Glück des Sisyphos lag also nicht darin, dass er ein Ziel hatte, denn das hat Jeder im Leben, sondern dass er es als das einzig Mögliche und damit Sinnvolle (bedeutungsvoll) in seinem ewig dauernden Leben erkannte, wo er zwar irgendwann jeden Tag auf mehr oder weniger die gleiche Weise als eintönig erlebte, aber auch gleichzeitig ohne Angst vor unliebsamen Überraschungen seinen Reichtum genießen konnte, den er sich mühsam erarbeitet hatte, was dem Genuss entspricht, den Stein ganz von selber den Berg runterrollen zu lassen, sodass er sich währenddessen von seinem Tagewerk erholen konnte, um es am nächsten Tag gut gelaunt und ausgeruht aufs Neue zu verrichten.