wie eine Eisblume am Fenster
Freudentränenreiche Zeit
wundervoller Sinnlichkeit
glückseelig, Herzallerliebst
wenn dem Tage du dich gibst
so bezaubernd und so zart
was sich hier nun offenbart
hin und wieder etwas kühl
und doch voller Mitgefühl
Jahrmarkt-Kinderaugen gleich
staunend und so herzensreich

Nachts dann Splitterfasernackt
wenn die Lust das Dasein packt
sinnlich und hingebungsvoll
Liebestrunken, liebestoll
samtweich und so anschmiegsam
wie ein ausbrechender Vulkan
überkommt uns butterweich
samtig Pferdenüsterngleich
lustvolle Freudentränen
die uns frei von Ängsten wähnen

Schwimme ich von Kuss zu Küste
tauche ein in deine Lüste
hinab in deine Seele
zum Herz - das ich nicht stehle
wäre ich nur geschwommen
ich wär nie angekommen
in tiefsten Seelengründen
konnt ich es endlich finden
Glitzernd Perlentaucherglück
kitzelt hin und dich zurück
Freudentaumel honigsüß
wenn der Augenblick uns grüßt.

Bereit, den Preis zu bezahlen,
trotze ich den Sonnenstrahlen
und sollt ich schmelzen und zerfließen
sei du mein Fenster zum ergießen

(Gerhard Feil)
Als wie im Herbst

Als wie im Herbst ein bleiches Blatt,
so fällt ein Leben müd und matt.
Wer will sein Fallen merken?
Es muss im Eilen stille stehn,
vom Atmen und von Arbeit gehn -
muss fort von allen Werken.

Sei still, du Herz - das Blatt, das fällt,
fällt doch mitnichten aus der Welt,l
ist nur am andern Orte.
Und wenn du fällst, verfällst du nicht,
gehst andern Weg in anderes Licht
durch eine andere Pforte.

Gustav Schüler
@renate. ..das gefällt mir gut☺

Danke fürs teilen
Leben ohne Beziehung



Eine Beziehung braucht immer zwei. Einen der sich bezieht und einen auf den sich bezogen wird. Du und ich, wir sind natürlich zwei. Ich bin ich und Du bist Du. Du bist eine andere Perspektive, die das Leben eingenommen hat. Du siehst anders aus als ich. Du hast andere Erfahrungen als ich. Dein Flussbett, durch das die Lebensenergie fließt, ist anders geformt als meines. Wir können uns darauf einigen, dass es so aussieht. Von außen gesehen haben wir eine Beziehung zueinander, weil wir offensichtlich zwei sind. Und doch …

Jetzt kommt es darauf an, wie es in Dir und in mir aussieht. Hast Du eine Beziehung zu Dir? Das würde bedeuten, Du wärest in Dir zwei. Höchstwahrscheinlich ist das so. In den meisten Menschen wohnen mindestens zwei Instanzen. Eine Instanz, die etwas erlebt und eine, die das Erlebte kommentiert, bewertet und einordnet. Dieser Umstand hat sich früh gebildet und resultiert aus dem Wertesystem, das uns vermittelt wurde.

Und hier liegt auch der Knackpunkt. Wir sind es nicht gewöhnt, diesen Umstand – zwei in uns zu sein – zu hinterfragen. Oftmals fällt er uns noch nicht mal auf. Die Kommentare, denen wir ausgesetzt sind, nennen wir einfach Denken. Obwohl wir meistens darunter leiden, nehmen wir es genauso hin wie wir unsere Eltern als gegeben hinnehmen. Mit dem gleichen vertrauten Gefühl dahinter, das wir kennen. Irgendwann einmal kippt dieses Gefühl zu unseren Eltern. Vielleicht kennst Du das.
Dein Bewusstseinsraum wächst

Dann hast Du plötzlich das Gefühl, über Deine Vorstellung von ihnen hinausgewachsen zu sein. Dein Blick auf sie und Dein Gefühl für sie verändern sich. Es ist, als würden sie auf einmal in Dir Platz haben. Du nimmst sie nicht mehr nur als Deine Eltern in Bezug zu Dir als Kind wahr, sondern sie bekommen ihre menschliche Dimension hinzu. Sie bekommen ihr eigenes Leben dazu, was vorher für Dein Kind-Ich nicht sichtbar war.

In diesem Moment ist der Bewusstseinsraum in Dir gewachsen. Du hast Dich aus der Verschmelzung mit Deinen Eltern gelöst. Dieser Akt lässt Dich mehr sehen und er ist gleichzeitig irreversibel. Du kannst nicht mehr zurück. Er lässt Dich sehen, was schon immer da war, was Du aber bis dahin nicht wahrgenommen hast: Das von Dir unabhängige Leben Deiner Eltern.

So ist es auch mit dem so genannten Denken. So lange wir mit dem zwanghaft ablaufenden Gedankenstrom identifiziert, also verschmolzen sind, haben wir nicht genug Bewusstseinsraum, um zu erkennen, dass dieser Strom in uns, als dieser Raum, abläuft. Es ist der gleiche Akt. Plötzlich wird etwas sichtbar, was schon immer da war. Deshalb sagen alle Weisheitslehren: Du bist es schon.

Es geht lediglich darum, den Wahrnehmungsraum so weit zu bekommen, dass sichtbar wird, was tatsächlich stattfindet. Aus der Identifikation heraus können wir nichts sehen. Wir sind dazu verdammt uns für das zu halten, was wir denken. Daraus gibt es kein Entrinnen. Außer, es tut sich eben eine Lücke auf. Ein Riss in unserer Realität, dem wir unsere Aufmerksamkeit schenken.
Ein Riss in der Realität

Du bist in Dir zwei, weil in Dir Wahrnehmung stattfindet, die permanent kommentiert wird. Dadurch entsteht eine Beziehung zwischen Deinem Erleben und Deiner Haltung zum Erlebten. Du findest es gut oder schlecht oder so lala. Du findest es jedenfalls immer „irgendwie“. Und hier ist das Problem. Das, was Du so findest, baut auf dem auf, was Du gelernt hast, wie die Dinge zu sein haben. Und eben diese Sicht begrenzt sowohl Deine Möglichkeit etwas (neues) zu erfahren als auch Deine Haltung dazu zu hinterfragen. Das ist die Gefangenschaft in Deinem Wertesystem, mit dem Du identifiziert bist.

Sobald Du dieses Wertesystem als irrelevant für Dein Leben erkennst, bist Du frei. Dann ist Dein Bewusstseinsraum so weit, dass alles, was Dir erscheint, hineinfällt. Es fällt in Dich als die Wahrnehmung dessen, was ist. Die Beziehung löst sich auf, denn in Dir bist Du nur noch eins: Sein. Unkommentiertes Erleben, das alles, was es zu wissen gibt, aus diesem Erleben erfährt. Und nicht aus dem Denken.

Denken geschieht von selbst, wenn es erforderlich ist. Denn Denken ist funktional. Es wird für alles Planerische und Organisatorische gebraucht, nicht aber, um Dich über Dein Erleben zu informieren. Was Du fühlst, willst und tun sollst ergibt sich aus dem, was Du erlebst. Denn wenn das automatische Denken in den Hintergrund tritt, fühlst Du direkt, was los ist. Und das reicht allemal für alles, was Du brauchst.

Aber: Sein Wertesystem in Frage zu stellen ist das Schwerste, was ein Mensch vollbringen kann in seinem Leben. Weil das kollektive Bewusstsein selbst noch im Überlebensmodus ist. Deshalb ist es noch immer „normal“, zu denken, wie wir es tun, weil wir noch immer glauben, dass es unerlässlich ist für unser Überleben in dieser Welt. Daher ist die Energie, die uns in der Gefangenschaft unserer konditionierten Denksysteme hält, sehr hoch. Die Aufmerksamkeit ist hier einfach noch zu stark gebunden.
Inneres Einssein

Zahlreiche Menschen aber, deren Bewusstsein sich tatsächlich erweitert hat und die unermüdlich davon berichten, wie anders das (Er)Leben aus dem inneren Einssein heraus ist, beweisen jedoch, dass es möglich ist. Und das ist auch der einzige Umstand, den es erfordert: Für möglich zu halten, dass Du selbst, als dieser Mensch mit all seinen Problemen, Ideen und Meinungen, bereits das bist, was Du Dir tief im Inneren wünschst: Heil. Ganz. Unversehrt.

Für möglich zu halten, dass dieses Heilsein lediglich überdeckt ist von einem Netz aus Vorstellungen darüber, was Unheil und was Heil ist.

Sobald Du dem unermüdlichen Gedankenstrom in Dir keine Aufmerksamkeit mehr gibst, wird er verblassen und zu Tage tritt Deine einfache, freie Anwesenheit genau da, wo Du Dich befindest. Hier ist es un-beschwert, weil das Korsett aus Gedankeninhalten Dich nicht mehr halten kann. Es löst sich auf. Du fällst in Dich als Wahrnehmung und verschmilzt mit dem, was Du wahrnimmst. Da ist nichts mehr zwischen Dir und dem, was Du siehst, hörst, fühlst, riechst, schmeckst. Kein Gedanke über Dein Erleben, der Dich von diesem Erleben trennt.
Beiß in den Apfel, statt ihn zu studieren

Diese Erfahrung kann sich der denkende Verstand nicht vorstellen, weil sie etwas völlig anderes ist als er. Du kannst den Apfel studieren, oder hineinbeißen. Wenn Du hineinbeißt, weißt Du, wie er schmeckt und ob er Dir schmeckt. Hier gibt es keine Beziehung mehr, kein Ich und Du. Kein Ich und der Apfel. Sondern nur noch Schmecken. Nur noch So-sein. Hier reagierst Du einfach, wie Du reagierst. Hier agierst Du einfach, wie Du agierst.

Du brauchst keine Angst davor zu haben, das, was Dir so sicher erscheint, nicht mehr festzuhalten. Denn die scheinbare Sicherheit, die Dir das Denken gibt, ist der Grund dafür, dass Du glaubst, Sicherheit zu brauchen. Das System erhält sich selbst durch Deine Aufmerksamkeit. Systemfrei zu leben ist eine lebensbedrohliche Vorstellung für das Ursystem in uns: unseren denkenden Verstand. Deshalb tut er alles dafür, um uns von direkten Erfahrungen abzuhalten.

Er erklärt uns die Gefährlichkeit von Liebe, vom sich Einlassen, von zarter Berührung, von hilfloser Schwäche angesichts unseres großen Nichtwissens darüber, was Leben überhaupt ist. Er hält unsere Aufmerksamkeit in der Angst vor der Lebendigkeit gefangen, um sein Überleben zu sichern. Und damit Deines. Solange Du das glaubst, wirst Du an ihn gebunden sein und gefesselt von Freiheit träumen. Doch einmal auf den Geschmack echter Gefühle gekommen, wirst Du Dich nicht länger an der Nase herumführen lassen können.
Die Plastikwelt nicht mehr schützen …

Dann erkennst Du die Plastikwelt in der Du lebst und bist nicht mehr länger bereit sie zu schützen. Dann fängst Du an direkt zu fühlen was Berührung ist, die Dich voll erreichen kann, weil Du Dich nicht mehr davon ablenken musst, aus Angst davor, von ihr überwältigt zu werden. Dann wirst Du bereit für Überwältigung, bereit für Nacktsein, bereit für den Wind in Deinem Haar … Ohne zu wissen, wo das hinführt.

Dann schlägt Dein Herz doppelt so laut und Deine Augen glänzen. Dann spürst Du den Regen auf Deiner Haut, die ewige Frische Deines Hierseins und die direkte Verbindung zu Dir selbst, die gar keine Verbindung mehr ist, sondern einfaches Hiersein. Reine Liebe ohne Beziehung. Eins in Dir als das Leben, das sich durch Deine Sinne erfährt. Von hier aus gibt es keinen Plan, dem es zu folgen gilt. Von hier aus gibt es nur das, was jetzt geschieht.



N. Paskow
https://www.maennersache.de/f-ich-dich- ... Hu2Ad5VpA4


....schwer einzusehen, aber einige Lebewesen brauchen unsere Hilfe gott sei dank nicht........... :wink:
Was mich schon lange brennend interessiert: ist es Now -here, oder
No-where---???
darlingcompanion hat geschrieben: Was mich schon lange brennend interessiert: ist es Now -here, oder No-where---???


Für mich von anfang an >>nirgends, nirgendwo, nirgendwohin << *lach*
Wenn L I E B E zum Ziel, zur Hoffnung, zum menschlichen, sozialen, moralischen, ethischen, evolutionären, spirituellen Ideal, Ziel und Zwang erklärt wird, ist die Trennung vollzogen und die Katastrophe programmiert.

Es wird dann immer zu inneren und äußeren Widersprüchen und daraus folgenden, schmerzhaften Konflikten und Kämpfen kommen: soll und muss ich einen Menschen, die Familie, Verwandte, Bekannte, Menschen oder andere Wesen, Dinge, gut oder böse mehr oder weniger lieben oder bin ich gar verurteilt, immer und überall jeden und alles zu lieben, auch wenn das total gegen mein innerstes Wesen und empfinden geht?

LIEBE ist schon, jede Idee, sie erreichen oder verbreiten zu können, trennt augenblicklich davon ab.

LIEBE ist reines SEIN, kein Urteilen, Anstreben, Erzwingen, Urteilen und bekämpfen von Gefühlen.

LIEBE ist das, was jetzt und hier ist, nicht was irgendwo irgendwelche anderen Menschen oder Wesen vielleicht oder sicher gerade erleben und fühlen.

LIEBE ist ganz im Einklang sein mit dem, was geschieht, jenseits jeglichen Urteils, Ideals, jeder Angst, jedem Ideal, JEDEM GEFÜHL.


R.Baba
Wenn mich ein Obdachloser in der Fussgängerzone anbettelt, um sich etwas zu Essen zu kaufen. Dann ist das seine Angelegenheit.
Ob ich ihm glaube und Geld gebe ist seine Angelegenheit.

Wenn ich ihm das Geld gebe, wessen Geld ist dann?
Seins!
Und was er damit tut?
Seine Angelegenheit.

Wenn er sich Schnaps kauft kann ich jetzt Ärger, Frustration, Enttäuschung und Schmerz empfinden, oder...?

Ich bin frei.

Ich habe (hoffentlich) bedingungslos gegeben.
Er kann machen was er will.
Ich weiss: Es ist nicht mehr mein Geld, und damit auch nicht mehr meine Angelegenheit (was er damit tut).

Manche Menschen sagen die Wahrheit.
Andere nicht, immer.
Und manchmal glaube ich solchen.
Meine Wahrheit ist meine Angelegenheit.
Wenn ich nicht in Ihren Angelegenheiten bin, dann bin ich immer frei, und dann geht's mir immer gut.

"In deinen eigenen Angelegenheiten bleiben“. Wie geht das?

Ich kann nur drei Arten von Angelegenheiten im Universum finden: meine, deine und Gottes. (Für mich bedeutet das Wort „Gott“ Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist Gott, weil sie herrscht. Alles, was außerhalb meiner oder deiner Kontrolle oder der Kontrolle von irgendjemand sonst liegt, nenne ich Gottes Angelegenheit.)

Ein großer Teil unseres Stresses kommt daher, dass wir uns gedanklich außerhalb unserer eigenen Angelegenheiten befinden. Wenn ich beispielsweise denke: „Du brauchst eine Arbeit; ich will, dass du glücklich bist; du solltest pünktlich sein; du solltest dich besser um dich kümmern“, dann bin ich in deinen Angelegenheiten.

Wenn ich mir Sorgen mache über Erdbeben, Überflutungen, Kriege oder um den Zeitpunkt meines Todes, dann bin ich in Gottes Angelegenheiten. Wenn ich gedanklich in deinen oder in Gottes Angelegenheiten bin, dann bewirkt das Trennung.

Wenn ich mich beispielsweise gedanklich in die Angelegenheiten meiner Mutter begeben habe, mit einem Gedanken wie: „Meine Mutter sollte mich lieben, unterstützen, verstehen etc.“, dann habe ich sofort ein Gefühl der Einsamkeit erlebt.

Und ich erkannte, dass ich mich jedes Mal in meinem Leben, wenn ich mich verletzt oder einsam fühlte, in den Angelegenheiten eines anderen befand.

Wenn du dein Leben lebst und ich gedanklich dein Leben lebe, wer ist dann hier und lebt mein Leben? Wir sind beide da drüben. Gedanklich in deinen Angelegenheiten zu sein, hält mich davon ab, mit mir selbst gegenwärtig zu sein. Ich bin von mir selbst getrennt und frage mich, warum mein Leben nicht funktioniert.

Wenn ich denke, dass ich weiß, dass es für den anderen das Beste ist mit mir zusammen zu sein, statt mit dem anderen, dann befinde ich mich außerhalb meiner eigenen Angelegenheiten.

Wenn ich denke, dass ich weiß, dass es für den anderen das Beste ist, mich zu lieben, statt den anderen, dann befinde ich mich außerhalb meiner eigenen Angelegenheiten.

Wenn ich denke, dass ich weiß, was für irgendjemand anderen das Beste ist, dann befinde ich mich außerhalb meiner eigenen Angelegenheiten.

Sogar im Namen der Liebe ist das pure Arroganz und das Resultat ist Anspannung, Sorge und Angst.

Weiß ich, was für mich das Richtige ist? Das ist meine einzige Angelegenheit. Lass mich daran arbeiten, bevor ich versuche, die Probleme anderer Menschen zu lösen.

Wenn du die drei Arten von Angelegenheiten genug verstehst, um in deinen eigenen Angelegenheiten zu bleiben, könnte dies dein Leben auf eine Art befreien, die du dir noch nicht einmal vorstellen kannst.

Frage dich das nächste Mal, wenn du Stress oder Unbehagen spürst, in wessen Angelegenheiten du dich gedanklich befindest, und vielleicht wirst du lauthals loslachen.

Diese Frage kann dich zu dir selbst zurückbringen. Und vielleicht entdeckst du, dass du nie wirklich gegenwärtig warst, dass du gedanklich dein ganzes Leben in anderer Menschen Angelegenheiten verbracht hast.

Allein zu bemerken, dass du dich in den Angelegenheiten einer anderen Person befindest, kann dich zu deinem eigenen wundervollen Selbst zurückbringen.

Und wenn du das eine Zeitlang trainierst, dann wirst du vielleicht feststellen, dass du keinerlei Angelegenheiten hast und dass dein Leben wunderbar von selbst funktioniert.


Byron Katie
Einer trage des anderen Last ...

... ist nicht nur ein Spielfilm.
... es kann auch eine Einstellung sein, Menschen nicht allein zu lassen.
@Cornus
gute Einstellung :D

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Leiden machen den Menschen stark, oder sie zerbrechen ihn, eines oder das andere, je nach seinem Fond, den er in sich trägt. Man glaubt nie im Glück, was man aushalten kann im Leid; dann erst lernt man sich kennen.

Carl Hilty (1831 - 1909), Schweizer Staatsrechtler und Laientheologe
https://youtu.be/MaxIGsn0yxQ


....selbst zum nein sagen, muss ich ja sagen.....
Den Buddha-Weg erfahren bedeutet, sich selbst erfahren. Sich selbst erfahren heißt, sich selbst vergessen. Sich selbst vergessen heißt, sich selbst wahrnehmen - in allen Dingen. Dies erkennen bedeutet, dass das Unterscheiden aufhört: von Leib und Geist, von mir selbst und von den andern. So verschwinden die Spuren der Erleuchtung, und zugleich ist sie da, jederzeit und überall, ohne dass wir daran denken.

Dogen Zenji
Apropo Vor-Urteile ausräumen: Man kann nicht NICHT werten, genauso wie man nicht NICHT kommunzieren kann.
Das größte Vor-Urteil ist es, das Werten als negativ/böse zu werten. Es geht nicht darum, sich des WErtens zu enthalten, sondern sich des Wertens bzw. seiner Identifizierung damit gewahr zu werden. Bewusstheit bzw. Gewahrsein löst die Identifizierung auf.
Nochmal: nicht das Werten hat sich jenseits von Ego aufgelöst, sondern die Identifizierung damit. In transegoischer Sicht fällt sogar jede Bedeutungsvergabe, jede Eigenschaft, jedes Adjektiv in die Rubrik "Wertung".


M. Schulte