Bei manchem stehen einfach ein paar rum, weil sie eben da sind...
Manche mögen sie ganz gern und schmökern ab und zu darin...
Andere lesen und lesen und lesen sie...
Bücher.

Es gibt auch Leute, die haben nur eins: ein Kochbuch oder eine Bibel.

Wie ist das bei Euch?
Lest Ihr gern?
Wenn nein, warum nicht?
Wenn ja, was und warum?

Wie wärs, wenn jeder ein bis drei Buchempfehlungen hier einstellt und begründet, warum er/sie diese Bücher empfiehlt?

Vielleicht entsteht so eine interessante und abwechslungsreiche Bücherliste...

Ich fang mal an:

Mit Ephraim Kishons "Und die beste Ehefrau von allen" - absolut lesenswert, weil Lachtränengarantie. In der Übertreibung liegt die Anschaulichkeit und so schildert Kishon mit ebenso viel Liebe wie Humor die kleinen Schwächen und wunderbaren Charakterzüge seiner "besten Ehefrau von allen". Köstliche Beschreibungen wie die ebenso hindernisreiche wie überflüssige Tortur, von Brille auf Kontaktlinsen umzusteigen, oder der Rückblick auf eine Silvesternacht, in welcher sich seine Frau vor dem Gang zur Party anzog und auszog und anzog und wieder auszog, ihre Habseligkeiten aus der großen in die kleine Handtasche und wieder zurück beförderte, sich schminkte und wieder abschminkte und schminkte... sorgen dafür, dass die Zeit beim Lesen verfliegt und dem Blick auf die Uhr das Erstaunen darüber folgt, wo nur plötzlich all die Stunden hin sind.
Dieses Büchlein eignet sich übrigens auch besonders zum gemeinsamen Lesen für Paare (einer liest und beide lachen) als tolle Alternative zum Fernsehabend auf der Couch :-)

Und jetzt Ihr!
Ich stmme bei den Kishon-Büchern zu. Die sind einfach köstlich!
Ich bin immer wieder im wahren Leben an Ausschnitte davon erinnert.
M
Bücher - eine meiner ganz großen Lieben neben Musik und Theater. Ich hatte das Thema hier auch schon einmal angeschnitten - leider erfolglos. Vielleicht klappt es bei Dir besser - würde mich freuen.

Ich habe gerade auf meine alten Tage Hesse entdeckt. Mit Siddharta habe ich angefangen. Als ich es wieder weglegen wollte erschloss sich mir ganz plötzlich der Inhalt. Jetzt lese ich Narziß und Goldmund. Davor war es Das Bildnis des Dorian Gray und die Märchen von O. Wilde.

Ich bin nicht unbedingt ein Krimifan - aber Lauf Jane, lauf habe ich verschlungen. Und ablachen konnte ich bei Maria, er mag mein Essen nicht...oder so ähnlich. Könnte ich aber raussuchen - bin jetzt nur zu faul dazu.

Meist lese ich drei Bücher gleichzeitig - ist abhängig von meinem Müdigkeitsgrad :)

Hoffen wir mal wieder - auf rege Beteiligung.

ginger
ich hab das schon mal hier geschrieben......

Zeig mir deine Bücher, sagt man, und ich sage dir, wer du bist. Niemand verschließt die Augen vor dem Bücherregal eines Menschen, den er kennen lernen will. Und wenn man genau hinsieht, entdeckt man die abgegriffenen Bücher. Abgegriffen, weil sie nicht nur gelesen, sondern benutzt wurden und werden.
In meinem sehr großen und vollen Regal finden sich Bücher zum Gebrauch: Lexika, Rohland Barthes "Fragmente einer Sprache der Liebe", das Tagebuch meiner Kindertage - und einige Gedichtbände. Bücher, zu denen ich greife, wenn ich etwas Bestimmtes suche: den einen Begriff, einen ganz besonderen Satz oder eine außergewöhnliche Stimmung. Ich stehe im ständigen Dialog mit den konzentrierten Wörtern, die Wissen und Gefühle transportieren.
So wie abgegriffene Bücher sind auch Gedichte eine persönliche Angelegenheit. Für mich sind Gedichte Helfer in meiner Not und Sinnbilder meiner Lust. Gedichte sind intim und subjektiv. "Das Gedicht ist", um Joachim Sartorius zu zitieren, "neben anderem, auch einer der stärkstmöglichen Ausdrücke von Intimität. "Ein Gedicht verdichtet Sprache, macht sie eigen. Es trifft den Nerv, den Ton. Wie Musik. Das Liebesgedicht ist wohl intensivste Verdichtung: Es spricht vom Ich und meint das Du. Es ist subjektiv und betrifft doch alle. Wer jemals geliebt hat, der hat auch nach Wörtern gerungen, die man dem geliebten Menschen aufsagen könnte.
Meine besten Freunde sind, neben abgegriffenen Büchern, jene Menschen, die wissen wollen, wohin die Kraniche ziehen, auf welcher Seite Anna Blume geschrieben steht oder die mich drängen, ihnen ihr "Museum der modernen Poesie" auszuhändigen.
"...Zeige mir deine Bücher und ich sage dir, wer du bist.."
Ein Satz, den ich voll und ganz unterschreibe.

Zu Gedichten habe ich erst sehr spät Zugang gefunden. Vielleicht weil Mädchen damals meist so zuckersüsse Zeilen schön fanden, bei denen mir nur schlecht wurde. Erst viel später - besonders über F.Villon, Baudelaire oder Tucholsky fand ich Zugang zu Lyrik.

Bücher findet man in meinem Haus überall. Aus den Titeln kann man keine Rückschlüsse auf mich ziehen - höchstens den, dass ich viel und gern lese. Meine wirklichen Schätze, die Bücher, die ich immer wieder benutze, in denen Anmerkungen von mir zu finden sind - die stehen gut verschlossen in einem Bücherschrank direkt hinter meinem Arbeitsplatz.. Das ich sie oft benutze, erkennt man wohl am besten daran, dass ich vor kurzem den Griff der Tür erneuern musste - er hatte den Geist aufgegeben. Hoffen wir, dass uns das nie passiert :wink:

ginger
+++
Mein ganzes leben begleiten mich Bücher. Als Buchhändlerin kein Wunder.
Menschen ohne Bücher ........ schade.
z. Zt. lese ich Grass: Beim Häuten der Zwiebel, Trojanow: Der Weltensammler, Giordano: Ostpreußen ade und Buddhistische Märchen aus dem alten Indien.
Bin ich traurig greife ich zu Siegfried Lenz: So zärtlich war Suleyken - und ich kann lachen.
Und de Saint-Exupéry : Der kleine Prinz, begleitet mich immer.

Katia
leer
Hier möchte ich mich jetzt einreihen in die Vielleser - aber dazu auch sagen, dass ich seit meinem Umzug von Berlin keine Bücher mehr kaufe. Man kann also in meiner Wohnung nicht unbedingt feststellen, was ich so in den letzten Jahren gelesen habe. Einer meiner Söhne schenkt mir regelmässig Bücher und dann bin ich in der Städtischen Bücherei, manchmal nehme ich etwas mit, dass ich bereits gelesen habe und manchmal kommt es auch zu Fehlgriffen, die ich dann anlese und wieder zurückbringe.
Im Moment lese ich fast nur Theaterstücke, moderne Theaterstücke, die zu einem Wettbewerb eingereicht wurden. Der Dramaturg des Thalia-Theaters in Hamburg läßt sie uns über ein Seminar an der Uni zukommen.

Da ich davon aber öfters Abstand brauche, besonders zwischen zwei Stücken, liegt noch Der Weg nach Bagdad da, von Güneli Gün.
Also....ich lese sehr gerne, schon seit meiner frühesten Jugend.

Wie Robin auch, so mit ca. 16, war die Zeit für sog. "Schundromane" wie uns unsere Lehrer einredeten.
Jerry Cotton, Billy Jenkins, Science Fiction-Romane....damit konnte ich meine ganzen Ferien verbringen. Während andere draußen spielten, habe ich gelesen.

Heute bin ich froh, wenn ich in einer Woche meinen "Spiegel" mal zu Ende lesen kann, weil mir jetzt die Zeit zum Lesen fehlt. Wie einige vielleicht schon wissen, bin ich jede freie Minute mit dem Rad unterwegs.

Danach lese ich viel im Internet. Und wenn ich dann mal doch etwas Zeit habe, lese ich z.Zt. "Illuminati" von Dan Brown, oder auch Bücher über Astronomie, z. B. "Eine kurze Geschichte der Zeit" von Stephen Hawkins.

newhope
Auch ich konnte mich als Kind schon mit meinen Büchern vergraben.. :D habe nichts mehr mitbekommen..weil ich mich total in ein Buch reinversetzen /konnte kann. Wenn nicht, ist es auch nicht interessant für mich.
Als ich jung war, :roll: hab ich nächtelang mit Schwiegermutter Romane gelesen..*lächel*...aber es war schön....warscheinlich deshalb, weil wir zusammen im Bett lagen und uns wohlfühlten.
Heute lese ich was leicht zu lesen ist und vor allem mag ich Gedichte, Meditation,Tantra, Engelbücher von Anselm Grün, Der kleine Prinz und Bücher über Esoterik. Kann mich in Münster auch stundenlang in die Buchhandlung setzen und Bücher anlesen...wenn es mir interessant scheint, nehm ich es mit. Eine gute Möglichkeit, ohne dass man kauft, was dann doch Zuhause langweilig erscheint.
Hallo @all,

das liest sich ja alles ausgesprochen interessant :-)

@ginger: das mit den drei Büchern haben wir gemeinsam. Meist sind es bei mir zwei Fachbücher und ein literarisches Werk. Zur Zeit Viktor Manns "Wir waren fünf".

@Rangie: Ich würde Dich gern mal zu mir einladen, Dich ein Stündchen in meiner Bibliothek allein lassen und mir nachher von Dir erzählen lassen, wer ich bin ;-) Nein, im Ernst, seit frühester Kindheit gehöre ich zu dem Menschenschlag, den man landläufig als "Leseratte" bezeichnet. Und so wie mensch sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt, so entwickelt oder verändert sich wohl auch sein Lesegeschmack. Aber Gedichte mag ich auch sehr. Mein Lieblingsgedichtband ist von Rotraut Wieland "Ich hab einmal Suleika geheißen" ... wunderbare Bilder, knisternde Erotik, traumhaft lyrische Sprache.
Aber ich mag auch sehr die Gedichte von Heine, Tucholsky, Brecht, Schiller...

@Eva: Möwe Jonathan halte ich ebenfalls für ausgesprochen empfehlenswert... auch der Film hat sich mir sehr eingeprägt, die Schallplatte mit der Filmmusik läuft bei mir recht häufig;

@Katia: der "Kleine Prinz" ist wohl ein Standardwerk, das aus vielen Bücherregalen nicht wegzudenken ist :-) Ich habs mir bereits ein zweites Mal schenken lassen, weil im ersten mein Junior und ich so häufig gelesen haben, dass es der kleinen Taschenbuchausgabe nicht wirklich bekommen ist. Wie gefällt Dir "Beim Häuten der Zwiebel"? Ich habs vor ein paar Wochen zu Ende gelesen und hatte im Nachhinein noch weniger Verständnis für den Medienaufstand, der unmittelbar nach Erscheinen des Buches losgetreten wurde, habe aber meine alte Olivetti angegrinst... ist eben doch nicht tot zu kriegen.

@Robin: Was ist "ein ganz normaler Leser"? Die von Dir offen gelassene Beurteilung würde mich doch sehr interessieren. Jerry Cotton gehörte auch mit zu den ersten jugendlichen Leseerfahrungen meines Mannes, wie er mir erzählte. Ich dagegen kannte den gar nicht, was aber wohl daran lag, dass es Jerry Cotton bei uns nicht gab.
Samy Molcho halte ich für einen sehr begabten Lehrer. Auch ich kann seine Bücher empfehlen, wenngleich ich der Meinung bin, dass man nicht alles, was da steht, vollkommen kritiklos aufnehmen sollte.

@Ashoggi: Güneli Gün... hmm... den (oder die?) kenne ich noch nicht. Würdest Du "Den Weg nach Bagdad" empfehlen?

@Newhope: Aus gleichem Grund habe ich mein Spiegel-Abo vor einem halben Jahr gekündigt. Ebenso die Tageszeitung. Geblieben ist mir nur noch die "Zeit"... Frühstückslektüre für eine Woche.

@Butterfly: Was sind Engelbücher?
Ist ja interessant hier zu L E S E N :wink:

Ich denke, es gibt Leser, die meist Vielleser sind, und Nicht- oder Ganzwenig-Leser . Ich beziehe das mal auf Bücher und nicht auf Zeitung, Zeitschriften und Internet.

Ich würde mich nicht als belesen bezeichnet, das klingt mir zu anmaßend, aber ich lese gern und viel und meine Bücher sind meine Freunde.
Deshalb verleihe ich auch nur sehr selten meine Bücher, denn in vielen stehen sehr persönliche Notizen.

Mich würde einmal interessieren: Wie wird man zum Leser ?
Ich habe ein Kind, das verschlingt Bücher seit seinem 6. Lebensjahr bis heute und eines, das liest bestenfalls email, icq-nachrichten und seine Studienunterlagen.
Obwohl ich beiden gleichviel vorgelesen habe und bei beiden versucht habe, die Lust am Lesen zu wecken .
Bei dem einen Kind kam die Lust zum Lesen wie von selbst und bei dem anderen war der Versuch zum Scheitern verurteilt.

Was oder Wer hat euch denn zu Lesen gebracht ???

Ich hab hier drei Bücher, die ich euch vorstellen möchte - mal ganz was anderes wie bei den Beiträgen vorher.
Ich hab festgestellt, daß eine akzentuierte Aussage nur sehr wenig Worte braucht und der Ausspruch "ein Bild sagt mehr als tausend Worte" auch hier stimmt.
Es sind drei Bilderbücher , von denen ich denke, daß sie auch uns Erwachsenen gut tun:

Frederick von Leo Lionni
- die kleine Maus Frederick sammelt nicht wie allen anderen Mäuse im Sommer Nahrung für den Körper sondern für die Seele - und so überstehen sie alle den kalten Winter auch als die Nahrung knapp wird.

7 Blinde Mäuse von Ed Young
- 7 blinde Mäuse versuchen ein Geheimnis zu ergründen, jede auf ihre "Sicht"weise. Young erzählt hier mit einem weisen Schmunzeln von der Wahrheit , die so schwer zu finden ist .

und last but not least

Stellaluna von Janell Cannon
- die Geschichte eines Flughundes (Stellaluna) und eines Vogelkindes, die lernen , dass es nicht notwendig ist einen anderen zu imitieren und ihre Verschiedenartigkeit akzeptieren und darin das große Geheimnis erkennen, gerade deshalb Freunde sein zu können.

Und das Allerwichtigste ab 50+ : Zu wissen, wo die Lesebrille liegt !! :wink:

- hab nochmal Korrektur-Gelesen - :wink:
An Ginger ,

Entschuldigung Ginger! Grad hab ich gesehen, daß es noch einen Thread über das Lesen gibt .
Da hätt es ja auch gepasst .

Gibt es da nicht den Ausdruck "Querverweis" oder so ??? :roll:
+++
cron