Hallo,

ich bin Mitarbeiterin einer großen Stadtbibliothek. Wir überlegen gerade, ein besonderes Angebot zu erarbeiten, dass für die Generation 50+ gedacht ist. Es wäre hilfreich für mich, wenn Sie mir mitteilen könnten, was Ihnen dazu einfällt.
Was wünschen Sie sich von Ihrer Bibliothek?
Nutzen Sie überhaupt eine Bibliothek? Wenn nicht, aus welchem Grund nicht?
Denken Sie, dass Angebote für ältere Menschen überhaupt notwendig sind?

Alle Antworten helfen mir weiter und ich danke schon einmal für die Hilfe.

Schöne Grüße

Kristin
Hallo Kristin,

bin selbst wissenschaftliche Bibliothekarin in einer pädagogischen Bibliothek und würde mir von einer allgemeinen Stadtbibliothek zum Thema Generation 50+ mehr medizinische Ratgeber (vor allem Alternativmedizin) für dieses Alter (Klimakterium, Prostataerkrankungen, nachlassende Libido + Stoffwechsel) wünschen sowie Ratgeber und Hinweise, wie man sich in der Pensionierung weiterhin sinnvoll beschäftigen kann.

In einer Bibliothek würde ich Lesungen veranstalten, Diskussionsrunden, kleinere Konzerte, um neue Künstler zu fördern. Ebenso würde ich einen Fixtermin pro Woche zum Vorlesen von Lieblingsgeschichten und -märchen von Älteren für Kleinkinder anbieten, da das Lesen in der jungen Generation bedingt durch die Zeitknappheit der Eltern und die Allmacht des Computers fast völlig verlorengeht.
Ein Beispiel dazu: ein türkischer Volksschüler brachte ein ausgeborgtes Buch mit nach Hause, das die Schüler im Auftrag der Lehrerin lesen sollten, um danach darüber zu reden. Helle Aufregung in der Familie: Er war der Erste in der Familie, der ein Buch hatte und darin sogar las!! Ich glaube, daß dieses Beispiel nicht nur Migranten betrifft.

Ein besonderes, persönliches Anliegen ist mir natürlich Frauenliteratur querfeldein von Anja Meulenbelt über Rosa Luxemburg bis zu Lucie Irigaray und Schwarzer & Co.
Die alte Stadtbibliothek in Wien hatte dafür einen eigenen "Frauenturm" aufgestellt, um den stets großes Gedränge herrschte.

Es ist wohl redundant zu erwähnen, daß Bibliotheken zu meinen Lieblingsplätzen gehören und ich sie dementsprechend nutze.

Ich hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen und aus meiner tiefsten Bibliotheksseele Wünsche äußern, deren Umsetzung sich oft an geringen Budgetmitteln und kurzsichtigen Politikern stößt.

Viele Grüße Marion
Noch ein Vorschlag:

Meine Mutter war viele Jahre - vor ihrer Erblindung - schon stark sehbehindert. Sie hatte aber immer Freude am Lesen. Deshalb war es für sie wie ein Geschenk, als ihr Bücher im Großdruck angeboten wurden. Leider war die Auswahl sehr begrenzt!

Nachdem sie blind war, hat sie mit viel freude Hörbücher ausgeliehen.

Vielleicht kann dies als Vorschlag aus der Praxis für die Praxis eine Tipp sein.

Viele Grüße

Hanna
hallo kristin ,
sicherlich ist die größe der schrift für viele älere menschen ein problem -dies als anregung .
wie schon gesagt ist ein ratgeber in vielerlei hinsicht immer gefragt.
liebe grüße hermi
@krissie

Mal abgesehen von der Schriftgröße, die sicher für ältere Menschen ein Problem sein kann, halte ich ein Angebot für die sog. ältere Generation für überflüssig.

Es gibt Menschen die viel lesen und welche, die wenig lesen. Die Geschmacksrichtung dabei dürfte so vielfältig sein wie das Angebot.

Ich bin über 50 und lese Tucholsky (Lieblingsschriftsteller) und Eco. Blättere gern mal in nem Petterson und zieh mir auch schon mal nen comic rein. Interessiere mich für Kirchengeschichte (Reizthema) und Reisebeschreibungen. Liebe Biografien und mehr.
Andere lesen anderes - also, wo willst Du da anfangen??

ginger
meiner Meinung nach, sollte auch alten Menschen jegliche Literatur zur Verfügung stehen, auch die gerade aus dem amerikanischen übersetzten.Bücher.
Die Welt ist so vielseitig und je mehr Informationen man bekommt, desto besser.
Wenn ich eine Bibliothek hätte, würde ich für alte Menschen Kurse zum Internet anbieten.
Von einem Übermaß an medizinischer Literatur rate ich persönlich ab.
Es gibt schon so viele Fernsehsendungen zu diesem Thema. Und je mehr man sich damit beschäftigt, desto kränker kann man werden. Es gibt Menschen, die sich nur noch mit sich selbst beschäftigen und ständig in sich hineinhorchen, bis ihnen dann irgendetwas spanisch vorkommt :oops: :oops:
:D
Liebe Krissi - wie schön, Du bist beruflich nur von Buchstaben umgeben.
Als neues Angebot zum Lesen für 50plus gibt es ja manche Möglichkeit.
Zum Beispiel - die Klassiker sind ja auch wieder im Kommen.
Oder die guten englischen Lady-crimes., Sachbücher über Kochen,
Malen, Basteln, only doing, Wellness, Gesundheit, Umwelt, Pflanzen,
Reisen, Computer, Musik, Schauspiel, Theater, Kunst.
Als Wegbegleiter für einen neuen Zeitabschnitt ist ein lesenswertes
Buch immer hilfreich. Freue mich, im Detail von Dir zu hören.

liebe Grüsse :idea: :idea: :idea:

Monica
Hallo, Bücher sind meine Welt. Meistens nutze ich das Internet zur Büchersuche.
In einer Bibliothek bin ich selten. Eher wenn ich spezielle Literatur suche für Recherchen , z. B. Zeitgeschichte, alte Presseartikel u. ä. in spezialisierten Bibliotheken.
Buchlesungen oder Vernissagen in einer Bibliothek wirken jedoch wie ein Magnet auf mich. Wenn das Umfeld stimmt, bin ich bestimmt bei so einer Veranstaltung dabei. Dann auch mit Obulus.
Achim
Hallo Krissie
und die anderen natürlich auch!

Selbst für mich Bücherwurm wäre es nicht einfach,
ein Angebot für 50+ler zu erstellen.
Meines Erachtens sind Bücher nicht altersbezogen.
Wahrscheinlich werden die wenigsten Märchenbücher von 3-jährigen gekauft. :wink:
Es soll ja 70-jährige geben die Comics lesen und 20-jährige die sich mit Gesundheitsfragen beschäftigen
… na und? Jeder wie er will…
Wäre doch traurig, wenn sich Menschen über 50 nur noch mit Prostataproblemen,
dem Klimakterium usw beschäftigen würden. :roll:
Vor Jahren konnte ich die vielen Romane die ich las gar nicht mehr finanzieren
und versorgte mich in der Bibliothek.
Inzwischen lese ich mehr Fachliteratur u.ä. die ich mir doch lieber kaufe.
Deshalb finde ich es heeerrrlich in Buchläden zu stöbern …

schwärmt
… tedesca


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Hallo,
na hier wird man auch nicht grade glücklicher :lol: sind wohl alle am lesen :D

Hoffe bald ein Lebenszeichen/ Lesezeichen = Buch Tipp von euch zu erblicken ?
:lol:
LB
Hallo LaBelle,
das ist ein wenig schwierig, kenne ja Deine Literatur-Richtung nicht.
LG
Irmgard
Hallo Irmgard,
schön daß du dich gemeldet hast. Nein, ich habe gar nicht so an mein (Buch)richtung gedacht, viel mehr wollte ich allgemein erfahren, wer gerade was liest, ob es sich lohnen könnte.

Was mich angeht, lese alles was mir unter die Nägel kommt :lol:

Derzeit von Heidegger, in der Hoffnung, endlich erleuchtet zu werden :lol:
z.b. "Was heisst Denken"; "Der Ursprung des Kunstwerks" ; "Gelassenheit" - aber das kann noch dauern...

Aber auch Patrick Süßkind, Arnold Stadler, Botho Strauß...ach wenn der Tag nur mehr Std. hätte...:cry:
Zum Entspannen :lol: quasi als Kontrast, laß ich unlängst "Mein Chef ist ein Arschloch, ihrer auch?" von Margit Schönberger :lol: :lol: :lol:
Ja und wer Charles Baudelaire oder gar Georges Bataille mag, ist mir schon eh sympathisch.

Ja...so in etwa ist es in meinem Bücherregal :lol:


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LB
hallo Labelle - im Moment lese ich "Gilead" von Marilynne Robinson, im krankenhaus las ich "Das Wüten der ganzen Welt" von Maarten t Hart und "Quecksilber "von Amelie Nothomb und "andere Orte" von Nikolaj Frobeniius.
Im Radio( Radio Tonkuhle) empfahl ich "Beerholms Vorstellung" von Daniel Kehlmann.
Durch die Bank weg alles zu empfehlen...... viel Spaß
Ach ja, Bücher vorstellen oder ...was lese ich gerade...
Manchmal glaube ich dann nicht so ganz, was andere "gerade" lesen :wink:
(dies sage ich ganz allgemein, also nicht persönlich nehmen)

Hilfreich wäre es, zu erfahren, was ist das für ein Buch, worum geht es, gefällt es oder auch nicht. Dabei stellt man dann natürlich fest, die "Geschmäcker der Gestecker sind verschieden".

Ich lese ziemlich viel, aber eigentlich kaum Krimis. Irgend jemand hat dann mal im forum gesagt, "Lauf, Jane lauf" wäre gut. Gekauft, gelesen und toll gefunden. Wäre ich allein nie rangegangen.
Es gibt Bücher, die lese ich zur Entspannung ohne großen Anspruch, es gibt Bücher, die "muss" ich lesen (oft mühevoll)....und nie genug Zeit, um all das zu lesen, was ich gern möchte.

ginger
Hallo ihr Bücherwürmer,

da sind wir ja wieder bei den Büchern - wäre schön, wenn auch Vivara hierher findet ... :)

Daniel Kehlmann habe ich auch gerade beim Wickel - "Die Vermessung der Welt".
Jostein Gardner kann ich empfehlen, seine philosophischen Spielereien geben mir immer wieder zu denken ...

In letzter Zeit in die Hände bekommen und gelesen: Arved Fuchs` "Grenzen sprengen" , zur Entspannung und Ablenkung Charlotte Link "Das Haus der Schwestern" ... besonders lesenswert fand ich Alan Isler "Der Prinz aus der West End Avenue".

... und dann liegt da noch Brian Greene, den ich mir vorgenommen habe ...

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