Viele machen sich nur Gedanken ausschließlich über eine Patientenverfügung, aber die Stunde X kann für so manchem Alleinstehenden sehr verhängnisvoll, bzw. gegen seinen Willen enden:
per Vormundschaftsgericht bekommt man einen fremden Betreuer bestellt.

Zu beachten bleibt, daß nicht in jedem Falle automatisch die Kinder heran gezogen werden, bei mir z.B. ist es schon fraglich, weil beide Kinder weit weg wohnen, eines sogar im Ausland!

Hier wichtige Auszüge aus:
http://www.dgvbv.de/html/betreuung.html

"Durch die vernünftige Kombination von Betreuungsverfügung bzw. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kann erreicht werden, dass der Wille des Betroffenen weitestgehend durchgesetzt wird."


"Was ist besser für mich: Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Der Bevollmächtigte bedarf – außer in schwerwiegenden Fällen wie der Zustimmung zu risikoreichen Heilbehandlungen oder zu freiheitsentziehenden Maßnahmen – keiner Genehmigung des Vormundschaftsgerichts. Damit kann er freier handeln als ein Betreuer. Diese Freiheit birgt aber andererseits auch eine Gefahr, denn es findet keine institutionalisierte Überwachung des Bevollmächtigten statt; das Vormundschaftsgericht kann aber, wenn es entsprechenden Handlungsbedarf sieht, für den Bevollmächtigten einen Betreuer bestellen, der die Aufgabe hat, den Bevollmächtigten zu kontrollieren und ihm im Fall des Missbrauchs die Vollmacht zu entziehen. Ist dies der Fall, muss durch das Gericht ein Betreuer bestellt werden, der den Bevollmächtigten ersetzt.
Wer einer Person voll und ganz vertraut und sich sicher ist, dass dieses Vertrauensverhältnis auch in Zukunft noch bestehen wird, sollte eine Vorsorgevollmacht erteilen. Zu bedenken ist dabei aber, dass private Vollmachten insbesondere von Banken und anderen Institutionen möglicherweise nicht anerkannt werden. In einem solchen Fall muss dann doch wieder ein Betreuer bestellt werden, der beispielsweise die Bankgeschäfte durchführt.
Wer meint, dass eine gewisse Kontrolle der handelnden Person notwendig und sinnvoll ist, sollte lieber eine Betreuungsverfügung verfassen."
Wichtige Ergänzung:

http://www.vollmacht-muster.de/diverse-vollmachten/betreuungsvollmacht/

Vollmachtbeispiel, ist auf der verlinkten Seite ganz unten zum Downloaden(!):

Betreuungsvollmacht
Vollmachtgeber

Name
Anschrift
Geburtsdatum, Geburtsort

Für den Fall, das ich meine Angelegenheiten nicht mehr oder nur noch eingeschränkt selbst regeln kann und ein Betreuer für mich bestellt werden muss, lege ich hiermit fest, dass Herr/Frau

Name
Anschrift
Geburtsdatum, Geburtsort

zu meinem Betreuer bestellt wird. Ersatzweise soll Herr/Frau

Name
Anschrift
Geburtsdatum, Geburtsort

zu meinem Betreuer bestellt werden.

Auf keinen Fall soll Herr/Frau

Name
Anschrift
Geburtsdatum, Geburtsort

zu meinem Betreuer bestellt werden.

Die von mir bevollmächtigte Person ist befugt, mich in Angelegenheiten bezüglich:

der Gesundheitsvorsorge sowie ambulanter und stationärer Behandlung, Pflege und Betreuung
aller Aufenthalts- und Wohnungsfragen
der Vermögensverwaltung
rechtlicher und versicherungstechnischer Fragen
zu vertreten.

Diese Vollmacht enthält jedoch nicht die Befugnis Untervollmachten zu erteilen.

Da diese Vollmacht eine vom Gericht angeordnete Betreuung vermeiden soll, bleibt sie auch dann in Kraft, wenn ich geschäftsunfähig werden sollte.

Diese Betreuungsvollmacht ist nur dann wirksam, wenn Herr/Frau (Vollmachtnehmer) diese Vollmachturkunde bei der Durchführung von Rechtsgeschäften im Original vorlegen kann.

Ort, Datum

(Unterschrift Vollmachtgeber) (Unterschrift Vollmachtnehmer)
Danke @Chri51, ich finde diese Infos sehr wichtig
...auch ich bedanke mich bei Chri51
agapos hat geschrieben: Danke @Chri51, ich finde diese Infos sehr wichtig


Formulare für eine Vorsorgevollmacht gibt es auch bei den Amtsgerichten. Jedenfalls hier in Hannover.
Können auch im Internet heruntergeladen werden. Ebenso Patientenverfügungen.
Auch von mir ein Danke für das Erinnern.

Testament und Patientenverfügung haben meine Frau und ich bereits gemacht. Die Vorsorgevollmacht hatten wir uns auch schon seit längerem vorgenommen, aber sie fiel der Aufschieberitis zum Opfer.


Was ich allerdings nun auch gemacht habe, ist, dass ich alle Passwörter und sonstige Zugangsberechtigungen notiert habe, damit im Fall der Fälle meine Nachkommen nicht vor "verschlossenen Türen" stehen. Diese Aufstellung kommt in ein verschlossenes Kuvert und wird mit den obigen Dokumenten sicher verwahrt.

Beispiele:
Passwort für Smartphone
Passwort für PC, vor allem der Zugang als Administrator
Passwort für Online-Banking
Passwort für Mail-Konto, dort ist zwar ne Menge Werbung, aber auch immer mal was Wichtiges
Passwort für WLAN

und, und, und - da hat jeder sicher noch einiges, was weitergegeben werden sollte.
Das mit den Passwörtern ist wirklich eine gute Idee, um den Nachkommen Probleme zu ersparen, danke.
Ja, das mit den Passwörtern wird oft nicht bedacht, ich weiß das, seit mein Lebenspartner verstarb... :shock:

Banken anerkennen privat erstellte Vollmachten nicht, meine beiden Töchter sind mittlerweile von mir extra mit einer Bankvollmacht ausgestattet.
Dazu mußten beide ihre Ausweisdokumente der Bank übermitteln und einen von der Bank ausgefüllten Bogen unterschreiben.
Somit können beide über meine Konten verfügen, Überweisungen veranlassen, Geld abheben usw.
Auch im Fall meines Ablebens bleibt der Zugriff erhalten, es wird nicht automatisch der Zugriff gesperrt, bis ein Erbschein vorliegt.

Ich vervollständige derzeit einen eigenen Ordner mit allen Unterlagen:

1. Geburtsurkunde!!! (Sehr wichtig bei Tod, nur so kann man eine Person amtlich abmelden!)
2. Bankvollmachten
3. Betreungsvollmacht
4. Patientenverfügung
5. Sterbekasse-Police
6. LV-Policen (wenn vorhanden, bei mir nur Sterbeversicherung)
7. Liste mit allen Passwörtern
8. Testament, soweit notwendig
9. Bestattungswünsche + Bestattungsvollmacht***

*** darauf hat mich per PN eine Userin hingewiesen, danke!

Ganz wichtig für evtl. Betreuungsvollmachten:

http://www.vorsorgeregister.de/

Hier können alle Ämter und Gerichte sofort prüfen, ob eine Vollmacht existiert, sofern man sich natürlich registiert. Das kostet unter 15 €...

Da kann man "für Privatpersonen" anklicken, alles ausfüllen und das Formular für den eigenen Leitzordner auch gleich ausdrucken...und fertig!
Wenn man das alles so liest und berücksichtigt, möchte man am liebste nicht sterben :D :lol:

Spass beiseite, nochmals danke für deine guten Informationen
@agapos :lol:

Ja, sterben ist auch ziemlich kompliziert mit allen Amtsfakten...! :D

Aber viel wichtiger sind die meisten Dokumente, wenn man nicht mehr geschäftsfähig ist, bzw. u.U. gar nicht mehr bei Bewußtsein! :cry:
cron