Wo wartet die (große) Liebe auf uns?

Was tun, wenn man plötzlich allein ist?

Aktionistisch werden und sich im Fitness-Studio anmelden?
Single-Reisen buchen?
Sich ins Getümmel in der Statdt am Samstag Abend stürzen?
Was jedoch, wenn man im Dorf wohnt?
An der Kasse beim Netto, ALDI oder LIDL warten, bis die/der Richtige kommt?
Zum Hausarzt gehen, in der Hoffnung im Wartezimmer findet man die Richtige?

Was tun, wenn man nach einer Trennung, egal ob durch Scheidung, Trennung oder Tod plötzlich allein in der Welt steht?
Nicht jeder hat eine Fülle von Freunden oder Familie, die einen auffängt?

Wie fängt man sich selbst auf? Welche probate Wege gibt es für die einzelnen Situationen?

Es würde mich freuen, hier einige Anregungen zu bekommen. Vielleicht könnten manche von Euch einmal aus eigener Erfahrung reden.

Würde mich sehr freuen! Ich mache gerade solch eine Phase durch. Meine Frau verstarb vor fast vier Monaten und nun ist da immer noch dieses fiese dunkle Loch, aus dem dem ich doch immerhin langsam wieder "herauskrabbele".

Liebe Grüße an alle, die sich hier vielleicht mal zu Wort melden wollen/möchten.

Franz
https://youtu.be/Qk51-vjcZ-Y

"Around The World"

Around the world I've searched for you
I traveled on, when hope was gone, to keep a rendezvous

I knew somewhere, sometime, somehow
You'd look at me, and I would see the smile you're smiling now

It might have been in County Down
Or in New York, in Gay Paree, or even London Town

No more will I go all around the world
For I have found my world in you

It might have been in County Down
Or in New York, in Gay Paree, or even London Town

No more will I go all around the world
For I have found my world in you
Hallo Franz!

Ich kenne deine Situation und auch genau dieses tiefe Loch. Bin mir nicht sicher, ob Freundeskreis und Familie da wirklich helfen können. Ein klein wenig mildern sicherlich, aber so richtig helfen?

Ich bin damals zum Doc und habe mir eine psychosomatische Kur zur Trauerbewältigung verordnen lassen. Die hat mir sehr gut getan und mich wieder auf die Füße gestellt. Dann kam noch eine große Portion Glück hinzu und ich habe hier meinen Stern gefunden.

Alles Gute für dich!

Gruß vom Camper1955
@Oberschlesier ,

der Verlust eines lieben Partners - egal, ob durch Trennung oder Tod - ist immer schmerzhaft. Und es braucht Zeit, bis die Seele diesen Schmerz verarbeitet hat. Es gibt Phasen, die - das ist erwiesen - jeder Trauernde durchläuft. Gib Dir und Deiner Seele die Zeit dafür. Vier Monate ist eine zu kurze Zeitspanne dafür - aus meiner Sicht. Infos zum Trauerprozess kannst Du sicher auch im Internet finden oder in entsprechender Literatur. Das Hintergrundwissen wird helfen, sich selbst und das eigene Verhalten in den verschiedenen Phasen zu verstehen und zu tolerieren und damit auch geduldiger mit sich selbst zu sein.

Mir war es z. B. immer wichtig, einen Rückzugsort zu haben, in dem ich mich sehr wohlfühle: meine Höhle, mein Schutzraum. Und das ist mein Zuhause. Dieses Zuhause richte ich so schön und gemütlich ein, daß ich immer gerne dort bin. Ich pflege es auch regelmäßig, so wie ich mich selbst, meine Seele und meinen Körper pflege. Das sind für mich Anhaltspunkte, daß ich mir selbst wichtig bin. Denn eines habe ich gelernt: ich darf mein Glück nicht nur von dem Vorhandensein eines Partners abhängig machen.

Sich selbst genügen ist auch ein Lernfeld. Glücklichsein können auch ohne "Anhang". Die Welt, die Dinge um mich herum wert zu schätzen, auch ohne, daß ich sie mit einem Gegenüber teilen kann. Das kann ich schaffen, indem ich meine bewußte Wahrnehmung schule und ausbaue.

Genau so gehört für mich dazu, daß ich mir auch "nur" für mich selbst ein Essen zubereite. Das muß nicht aufwendig sein, aber liebevoll zubereitet und angerichtet: ich bin es mir wert.

Durch den Verlust eines Partners entsteht meist ein großes Loch. Aus meiner Sicht helfen neue Rituale, dieses Loch zu füllen. Und wenn ich Dein Profil lese, dann finde ich, daß Du ganz gute Voraussetzungen dazu mitbringst: Du bist sehr gerne in der Natur, Du engagierst Dich in Umweltprojekten und gehst gerne walken (tu es künftig in einer Gruppe). Und Du hast auch noch eine Familie.
Meine Empfehlung wäre, jeden einzelnen Tag mit einer Aktivität zu spicken und das als ein zu diesem Tag zugehöriges Ritual anzusehen und durchzuführen. So hast Du jeden Tag Anlaß, in die Welt hinaus zu gehen. Du triffst Leute. Du bist aktiv. Du machst neue (Selbst-)Erfahrungen. Du unterstützt Andere. Aber dann darfst Du auch wieder zuhause in ein Loch fallen und traurig sein. Aber der nächste Tag fordert Dich wieder.

Die Vor- und die Nachbereitung all solcher Aktivitäten nehmen auch Zeit in Anspruch. Betrachte sie nicht als lästig, sondern als Teil der Aktivität und übe sie mit Hingabe aus. Das schafft Zufriedenheit. Befriedigung. Ausgeglichenheit. Und all das ist auch in einer möglicherweise neu sich anbahnenden Verbindung hilfreich.

Meine Anregungen können sich nur auf das Äußere, die Gestaltung des Alltags, des äußeren Rahmens beziehen. Deine Seele (das Innere) heilt dann entweder im Laufe der Zeit von alleine. Andernfalls kannst Du Dich einer Selbsthilfegruppe für Trauernde anschließen oder professionelle Hilfe holen.

Ich wünsche Dir alles Gute und hab Geduld mit Dir selbst.
Insbesondere finde ich es wichtig, dass man nicht gleich wieder ein/e potentielle/n neue/n Partner/in im Focus hat. Das Alleinesein wieder zu erlernen, auszuhalten und sogar zu genießen, ist ein wichtiger Schritt. Das dauert seine Zeit. Eine neue Partnerschaft ist damit in der Regel überfordert, weil die fehlende Trauerphase immer wieder den Alltag beherrscht.

Ich weiß, wovon ich schreibe, denn ich war in meiner zweiten Ehe die neue (Ehe-)Partnerin eines Witwers, der es eilig hatte.
Schwerer Tobak
1. Zunächst sei glücklich darüber, daß dir soviel Zeit mit einem liebenden Partner geschenkt wurde GANZ WICHTIG!
2. Realisiere dass die Verstorbene dir den Auftrag erteilt hat, weiter zu leben
und glücklich zu sein.
3. Gebe dir eine Richtung vor, in die deine Zukunft führen soll, ein ZURÜCK wird es nicht geben.
4. Wähle deine Freunde noch sorgfältiger aus, denn du bist verletzlich und sollst
keinen weiteren Schaden durch falsche Sympathisanten erleiden
5.Fokussiere dich auf das Wesentliche und laufe nicht allen Schalmeienklaengen hinterher. Auch hier nicht!

Tja ich habe ein großartiges Hobby gefunden, welches sowohl die Einsamkeit als auch ein neues Leben mit einer dynamischen Persönlichkeit möglich macht. Denn alles kann, aber nichts muss.

In dem Sinne: Be careful