In den letzten Jahren habe ich einige "Bekanntschaften" mit Anwälten/Notaren machen "dürfen".
Bislang ist nicht eine einzige Begegnung positiv verlaufen.
Da ich selber ja nun keine Ahnung von der Materie hatte/habe, brauchte ich einen Anwalt.
Gut, es war kein 08/15-Fall. Erst beim vierten Anwalt konnte ich erkennen, dass er in meinem Sinne handeln würde.
Heute habe ich Post bekommen und habe beschlossen, im nächsten Leben Jura zu studieren.
Der Endrechnungsbetrag hat mich glatt vom Hocken gehauen!

Wie sind denn eure Erfahrungen mit Anwälten?
hat er nicht nur in Deinem Sinne gehandelt, sondern hast Du auch Recht bekommen?

bei manchen Anwälten war es ein Genuss, ihre Schriftsätze zu lesen, bei anderen wieder weniger;

ach ja, über die anfallenden Kosten (und vor allem wer sie zu tragen hat) sollte man vorher reden

(alter Spruch: wie erkennt man, ob ein Anwalt lügt? er bewegt seine Lippen)
Hast du eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen? Das finde ich sehr wichtig!
Nein, Mila, habe ich nicht. Es war eine "eheliche" Angelegenheit.
Aber du hast recht. Ich werde mich mal schlaumachen über so eine Versicherung.

bergfex....Ja, gibts ein nächstes Mal, dann bin ich schlauer. Kosten vorher erfragen steht auf meiner Liste ganz oben!
Die Rechtsschutzversicherung muss schon ein Vierteljahr abgeschlossen sein, dann greift sie, wenn ich mich nicht sehr irre. Bei Altfällen springt eine neue Rechtschutzversicherung nicht ein. Die Rechtsanwälte, die ich beschäftigte - und es waren einige ( Wohnungsangelegenheiten ) - wandten sich jeweils an meine Rechtsschutzversicherung und fragten an, ob sie den Fall übernehmen würde. Da diese in allen Fällen einverstanden war, hatte ich keine Kosten mehr.
So viel ich weiß, sind Scheidungsfälle bei vielen Rechtsschutzversicherungen ausgeklammert.

Anwälte sind Berater im Gesetzesdschungel. Und zwar entweder für oder gegen einen; beides geht nie.

Manche geben sich als Beschützer von Witwen & Waisen, oder kämpfen für "das Gute"; hier ist grundsätzlich Vorsicht angeraten. Ganz schlechte Erfahrungen habe ich mit Anwältin gegen Anwältin - seit ich auf dieser Plattform bin, weiß ich, was Zickenkrieg ist.

Mein bester Anwalt war ein alter, erfahrener Haudegen von der falschen Partei.
(und die Anwältin der Gegenpartei war ehemalige Praktikantin von ihm).
Seine erste Frage war "wer ist der Richter?"
O ja, @ Rotkappe, eine solche Erfahrung musste ich auch machen, damals, als es um die Scheidung ging. 

Meine Anwältin schickte mir eine hohe Rechnung für einen Termin bei ihr, die mir ungerechtfertigt erschien.

  Glücklicherweise  hatte  der Freund meines Sohnes gerade frisch sein Jura- Examen in der Tasche, und wusste offenbar schon besser Bescheid über anwaltliche Gebühren, als die langjährig praktizierende Dame.

Mit seiner Hilfe teilte ich meiner Anwältig schriftlich mit, dass ich die geforderte
 Summe nicht bezahlen würde - und begründete diese Entscheidung mit den erforderlichen Paragrafen.   

Sie akzeptierte es.  
Es gibt da ein gutes Forum, vielleicht von Interesse für Nachfolgefälle?

http://www.recht.de/
Ich habe auch in mehreren Fällen fast nur schlechte Erfahrungen gemacht mit Anwälten und einer Anwältin die z.B. nur an ihren Gewinn gedacht hat und alle Termine und Fristen versäumt hat.

Schlimmer noch sind Notare, da sind die Honorare echt gesalzen und trotzdem muß man sich selber schlau machen. So einem Notar habe ich einen Verlust von mehreren Tausend Euro zu verdanken weil er einen Vertrag falsch verfasst hat. Aber beweise das mal.
Leider muss man sich darauf verlassen, was die Anwälte/Notare machen/sagen. Welcher Laie kennt sich schon mit den Gesetzen aus....

Monty, danke für den Link. Hab mal reingeschnuppert.

Marge, du Glückliche! Du hast jemanden an der Hand gehabt, der dir helfen konnte.
In meinem Fall ist das letzte Wort aber auch noch nicht gesprochen.
Bitte....ich hoffe dir kann da geholfen werden, Rotkappe. Meine Erfahrungen mit der Seite sind sehr gut und durch die Expertenratschläge habe ich so manchen Euro gespart.

Viel Glück!
Hallo Rotkappe,

mir gings auch fast so wie Dir.
Mein erster Scheidungsanwalt hat so abenteuerliche Behauptungen zu meinen Ungunsten aufgestellt, dass ich mich veranlasst fühlte, selbst in nächtelangen Studien am PC zu recherchieren was mir rechtlich zustehen könnte und was nicht..

Ein Auszug an Gesetzestexten findet sich hier:
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1361.html

(zumindest hilft dieser Überblick auch die Anwaltsbriefe besser nachzuvollziehen , in denen ja die Paragraphen mit angegeben sind.)

Ich bekam damals Prozeßkostenhilfe.
Je nach den wirtschaftlichen Verhältnissen kann bei einem neuen Fall Prozeßkostenhilfe beantragt werden.
Weiss ja nicht, ob Du da drunter fallen könntest.

Ich habe mich dann auf die Suche nach einem anderen Anwalt gemacht, wurde fündig und war sehr zufrieden.
Nur, wie einen finden ?
Habe bei Personen, von denen ich wusste, dass sie sehr vermögend sind und öfters einen Anwalt benötigen nachgefragt, welche Kanzleien sie empfehlen können.

Eine andere Möglichkeit wäre hier nachzuschauen:
http://www.bestlawyers.com/Germany

Viel Erfolg !

Grüße
Dragonfly

PS. In allen Berufen gibt es Menschen die ihren Beruf mit ganz unterschiedlichem Engagement ausführen, Menschen die gut oder weniger gut in dem sind was sie beruflich machen , Menchen die nur sich selber und ihren Erfolg sehen wollen , oder auch nach Lösungen suchen, die für alle Beteiligten zufriedenstellend sind.

Warum sollte es bei den Anwälten anders sein ? .

Nur weil sie ein Studium absolviert haben, das als sehr schwierig gilt, heisst das noch lange nicht, dass man Ihnen vertrauen kann. Im Gegenteil ...

Aus meiner eigenen Beobachtung würde ich so 2-3 Kaliber eher in die Ecke größenwahnsinnig und völlig ohne Gewissen einstufen. Sie würden ohne mit der Wimper zu zucken, Menschen ins Verderben reissen.

So und nun ein Link, den ich mir einfach nicht verkneifen kann, so als Erinnerung an so manchen Anwalt der mir schon begegnet ist:
http://www.welt.de/gesundheit/psycholog ... athen.html

http://www.welt.de/regionales/nrw/artic ... athen.html
Normalerweise rede ich hier generell nicht mehr mit, egal um welche Thematik es sich handelt.
Ich bin inzwischen ein „stiller Leser“ geworden!

Sich einen Anwalt/in zu nehmen bedarf meiner Ansicht nach zumindest – wenn auch kurzfristig – gerade wenn es „brennt“ trotzdem einer ganz genauen Prüfung.

Warum?
Viele Anwälte bieten derart viele Rubriken in ihrem „Programm“ – um es mal seicht zu auszudrücken.

Was brauche ICH?

Das ist die entscheidende Frage – aus meiner Sicht!

Was bringt es mir, vom Hören/Sagen – der Anwalt ist gut, wenn dieser in einem ganz anderen Bereich erfolgreich war?

Ich weiß insofern wovon ich rede, weil ich gerade in einem bestimmten Bereich ziemlich gut erfolgreich war und weiteres noch in der Schwebe ist…
… aber ganz so schlecht, auch wenn ich möglicherweise Abstriche machen müsste, sieht es momentan nicht aus!

Um es etwas zu erklären, als ich mich sehr gedrängt fühlte, wirklich arg, mit möglichen Konsequenzen behaftet…
… suchte ich einen Anwalt, der genau meine derzeitigen Belange vertreten könnte!
Ich suchte speziell!!!
Nur der/die – der/die sich hauptsächlich darauf spezialisiert hatte - kontaktierte ich.

Hätte ich mich bei meiner endgültigen Auswahl niemals wohl- und aufgehoben gefühlt, was nicht geschah, wäre ich auf erneute Suche gegangen.
Ich hatte das Glück, die richtige Wahl getroffen zu haben.


Auf Rechtsschutzversicherungen zu kommen:

Gesetz den Fall – ich hätte eine – ich sag` mal für „ALLES“ – was auch immer für Streitfälle relevant gewesen wäre!?

Was kann man bei einer Rechtsschutzversicherung überhaupt alles versichern lassen???
Bestimmt eine Menge!
Und nach eigenem Bedarf auch?
Nein – eben nicht – nur meistens im Paket – aus meiner Erfahrung!
Aus diesem Grund habe ich mich nie darauf eingelassen.
Von monatlichen Zahlungen ganz abgesehen – bin ich nun – trotz ganz schönen Honoraren – trotzdem weitaus besser bedient worden – wenn ich rückblickend viele Jahre eingezahlt hätte.
Ich hatte zwar zuletzt eine Fachanwältin. Sogar eine auf Empfehlung eines Bekannten.
Was mich stört: das Endergebnis (ein Vergleich) war deshalb für mich zufriedenstellend, weil ich selber mich weit mehr (im "Untergrund") darum bemüht habe, als die Anwältin. Sie schwebte mehr oder weniger nur über allem.

Aber bei jedem Reinfall lernt man ja dazu. Auch wenn manches einen hohen Preis hat.
Zum "Vergleich":

Richter neigen dazu, streitende Parteien zu einem Vergleich zu überreden.
Manche (viele) Rechtsanwälte raten gerne zur Annahme des Vergleichs..

Dann bekommt er nämlich obendrauf noch eine „Belohnung“, nämlich eine 1,0-Gebühr wie dargelegt. z.B.: Streitwert 13.000 € - zusätzliche 526,00 € für den Anwalt.
Wenn wundert's, wenn da der Mandant zum Vergleich gedrängt wird.

Deshalb immer, wenn der Anwalt zum Vergleich überreden will: Bedenkzeit und den Anwalt fragen, nach dem dann fälligen Honorar fragen und dann ausrechnen, was bei einem Vergleich 50:50 übrig bleibt.
Am besten schon vor dem Verhandlungstag sich dies ausrechnen und seine Schmerzgrenze festlegen.

Wird man von Richtern/Anwalt weich geklopft, auch in einen Vergleich 30:70 oder gar 20:80 einzuwilligen, zahlt man sogar noch weiter drauf, denn dann bleiben auch noch 80 % der Gerichtskosten und 80 % der Kosten beider Anwälte an einem hängen.

Also: vorher rechnen, sich am besten vor Klageeinreichung vom Anwalt die möglichen finanziellen Folgen (seine Gebühren im Normalfall UND alle Kosten im Vergleich außergerichtlich wie auch im Verfahren) genau ausrechnen lassen.

Was ja im Grunde nichts anderes als ein Kostenvoranschlag ist. Bei Handwerkern hat man ja auch keine Hemmungen, sich das schriftlich geben zu lassen.
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