Ich mag Meredith Monk sehr, insbesondere "Dolmen Music" inspiriert mich. Viele Künstler haben ja von ihr gelernt wie Kate Bush, Björk etc.. Als sie einmal gefragt wurde, weshalb sie "Minimal Art" macht, sagte sie: "Ich mache keine Minimal Art, meine Musik ist maximal."
Eine Aufnahme von "Gotham Lullaby" habe ich mal angehängt.


https://www.youtube.com/watch?v=SSf0FmXB_6M
Frank Zappa war schon als junger Mann das Paradebeispiel eines innovativen Künstlers. 1963 gab Zappa in der Steve Allen Show sein "Concerto For Two Bicycles" zum Besten und bestach mit einer dadaistischen Avantgarde-Performance. Den Auftritte habe ich für Interessierte angehängt.
Ich habe auch nicht den Eindruck, dass er das Thema nur gewählt hat, um in die Show zu kommen. Es war für ihn ein durchaus interessanter Ansatz.

https://www.youtube.com/watch?v=1MewcnFl_6Y
Laurie Anderson - O Superman

Einige Bemerkungen zum Song "O Superman", mit dem Laurie Anderson Platz 2 der UK Charts erreichte. Das Lied entstammt der Live Performance "United States" und ist Jules Massenet gewidmet, dessen Oper "El Cid" sie inspirierte.

O Superman. O judge. O Mom and Dad. Mom and Dad.
O Superman. O judge. O Mom and Dad. Mom and Dad.
Hi. I'm not home right now. But if you want to leave a
message, just start talking at the sound of the tone.
Hello? This is your Mother. Are you there? Are you
coming home?
Hello? Is anybody home? Well, you don't know me,
but I know you.
And I've got a message to give to you.
Here come the planes.
So you better get ready. Ready to go. You can come
as you are, but pay as you go. Pay as you go.

And I said: OK. Who is this really? And the voice said:
This is the hand, the hand that takes. This is the
hand, the hand that takes.
This is the hand, the hand that takes.
Here come the planes.
They're American planes. Made in America.
Smoking or non-smoking?
And the voice said: Neither snow nor rain nor gloom
of night shall stay these couriers from the swift
completion of their appointed rounds.


'Cause when love is gone, there's always justice.
And when justive is gone, there's always force.
And when force is gone, there's always Mom. Hi Mom!

So hold me, Mom, in your long arms. So hold me,
Mom, in your long arms.
In your automatic arms. Your electronic arms.
In your arms.
So hold me, Mom, in your long arms.
Your petrochemical arms. Your military arms.
In your electronic arms.

Natürlich bezieht sich das Lied auf einen anderen Kontext, aber betrachtet man die oben hervorgehobenen Zeilen, so lässt sich eine Assoziation zum 11 September kaum vermeiden. Dies empfanden auch viele Besucher ihres Konzertes, dass in der folgenden Woche in NY stattfand und von dem es auch einen Live Mitschnitt gibt.
Das Video:
http://www.youtube.com/watch?v=vzYu88jIDYs
und noch eine Wicki Seite
http://en.wikipedia.org/wiki/O_Superman


Für Bowie Fans noch dessen Cover Version
http://www.youtube.com/watch?v=E5dRY_EHMjU
Die Äolsharfe

Die Äolsharfe, auch Windharfe oder Geisterharfe genannt, ist ein historisches Instrument, das heutzutage relativ unbekannt ist und vielen eher durch die Literatur geläufig ist. Ihr Name leitet sich von Aiolos, lateinisch Aeolus, dem Beherrscher der Winde in der griechischen Mythologie, her. Nach ihrer Bauart gehört die Äols- oder Windharfe fast immer zur Familie der Zitherinstrumente.

Im 18. Jahrhundert, von England ausgehend erfuhr die Windharfe -überwiegend aus Holz gebaut- größere Verbreitung.

Obwohl alle Saiten gleich gestimmt sind, hört man meist verschiedene Töne.
Ändert sich die Windgeschwindigkeit, springen die Töne von einem zum anderen (Ober)-ton über, so dass verschiedene Akkorde und zuweilen kleine Melodiefolgen zu hören sind.

Wenn ich das Instrument höre, fällt mir unwillkürlich ein Vers ein

"Es schläft ein Lied in allen Dingen
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort"
(Joseph v. Eichendorff)

Ganz hervorragend kommt das Instrument auf der LP "Dis" von Jan Garbarek zur Geltung. Der Klang der Windharfe, hoch über einem Fjord aufgestellt, im Zusammenspiel mit dem melancholischen Saxophon erzeugt eine ganz eigene Stimmung.

Zwei Klangbeispiele der Windharfe habe ich angehängt:
https://www.youtube.com/watch?v=X6U-MZYpCCE


Wer noch mehr wissen möchte, kann auf Wicki nachschauen:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84olsharfe
John Cage 4‘33

Das Stück gilt als ein Schlüsselwerk der Neuen Musik. Da es ohne einen Ton auskommt und Zuhörer und Komponisten zum Nachdenken anregt. Ganz wesentlich beeinflusst wurde es vom Zen Buddhismus.

Die Partitur:
I
TACET
II
TACET
III
TACET

Eine Aufführung:
http://www.youtube.com/watch?v=JTEFKFiXSx4

Faszinierend an dem Stück finde ich, dass alles, was man bei der Aufführung an Lauten hört, nicht vom Komponisten komponiert wurde. Der Komponist hat sich also quasi selbst aus seinem Werk herausgenommen; eine Komposition ohne den Komponisten. Eine vergleichbare Metapher ist für mich ein „leerer Spiegel“ (siehe das Buch von Janwillem van de Wetering); die Auflösung des Ich!
Der Georgische Gesang

"Was die Georgier singen ist wichtiger als alle Neuentdeckungen der modernen Musik. Es ist unvergleichlich und einfach. Ich habe nie etwas Besseres gehört!"
IGOR STRAWINSKY

Der georgische Gesang zählt zu den kostbarsten Schöpfungen der Menschheit. Volkslieder und georgische Choräle weisen einen hohen Grad an Harmonienkomplexität auf mit drei bis vier eigenständigen Stimmen. Die archaischen Tonfolgen sind schlicht und entfalten in der Mehrstimmigkeit eine außergewöhnliche Spannung und Intensität.

Ursprung und Entstehung der Musik liegen im Dunkeln. Der griechische Historiker Strabon beschreibt im 1. Jh. v. Chr. die mehrstimmigen Gesänge der in den Kampf reitenden georgischen Krieger und nannte die Georgier ein "singendes Volk".

Historische Quellen aus dem 8. Jh. v. Chr. enthalten bereits Verweise auf die weite Verbreitung ritueller Lieder. Archäologische Funde von Musikinstrumenten in Georgien weisen bis in das 15. Jh. v. Chr. zurück.

Georgische Volksmusik ist seit der Antike polyphon. Es ist nicht verwunderlich, dass der weltliche mehrstimmige Gesang, in heidnischer Zeit geboren, großen Einfluss auf die Konzeption und Entwicklung der mehrstimmigen Formen in der georgischen christlichen Liturgie hatte.

"Tsintskaro" ( წინწყარო), ein beeindruckendes Beispiel von Hamlet Gonashvili & Rustavi Ensemble:

"Tsintskaro chamoviare, tsintskaro (...Tsintskaro chamoviare).
Tsin shemkhvda qali lamazi tsin shemkhvda (...koka rom edga ganzeda).
Sitkva vut'khar da itskina, sitkva vutkhari (...ganriskhda gadga ganzeda).
Tsintskaro chamoviare, tsintskaro (...tsintskaro chamoviare)."

http://www.youtube.com/watch?v=Vu3boYzcBuo


Falls es einigen bekannt vorkommt: Werner Herzog nutzte es im Film „Nosferatu“ und Kate Bush in „Hello Earth“ (Im Internet findet man häufig und fälschlicherweise „Hounds of Love“).

http://www.youtube.com/watch?v=AvrBWCtylyI
Joik – Der Gesang der Samen

Die Samen leben im nördlichsten Zipfel von Skandinavien, über vier Länder verstreut: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Lange waren sie ein Volk von nomadisierenden Jägern, Fischern und Rentierzüchtern und ursprünglich eine schamanische Kultur. Da liegen die Wurzeln des Joik.

Joik ist möglicherweise die älteste Gesangsform Europas. Joik diente und dient in der erhaltenen Form noch immer der Bewahrung kollektiver Erinnerungen mit sehr starker sozialer Funktion. Gejoikt wird nicht über eine Person, über ein Tier, ein Ereignis oder eine Landschaft, auch nicht von ihnen, sondern die Person wird gejoikt, ein bestimmter Hütehund wird gejoikt, ein Ereignis wird gejoikt, die Landschaft selbst wird durch den Joik in der Vorstellung des Joikenden und seiner Zuhörer lebendig, eine kollektive Erinnerung. Der Vortragende mag seine Interpretation und seine emotionalen Assoziationen einfließen lassen, durch die Färbung seiner Stimme, durch Tempus und Stimmdruck, sogar seine jeweilige Stimmung im Augenblick des Vortrags fließt ein und die Stimmung der Anwesenden. Im "Personenjoik" wird dies besonders verstehbar: Wenn eine Person gejoikt wird, vor Menschen, dann entsteht diese Person in den Vorstellungen der Anwesenden. Die alten Auffassungen der Samen von "Leben" sind etwas anders, als die unseren; wenn wir an jemanden, zum Beispiel einen verstorbenen Vorfahren, denken, von ihm träumen oder ihn joiken, dann ist er lebendig, auch ohne physische Existenz. Im aller engsten ursprünglichsten Verständnis des Joiks ist es also eigentlich nicht möglich, den Joik aus seinen sozialen Kontext zu lösen und vor einem fremden Personenkreis ("Publikum") auf einer Bühne vorzutragen, vor Menschen, die "nur zuhören". Und eigentlich also nicht auf eine CD gebrannt und wieder abgespielt.

Der Joik war ursprünglich immer ohne Instrumente, übrigens auch ohne Trommel, denn die Trommel der samischen Schamanen war kein Musikinstrument, vielmehr Gerät zur Kommunikation mit dem Göttlichen und zur Unterstützung bei der Erlangung des Trancezustandes. Joik bedarf auch keiner Worte, keines Textes. Werden Worte verwendet, müssen nicht durchgängige Texte entstehen. Es genügen auch einzelne mitunter mehrfach wiederholte Worte oder Phrasen. Denn Silben, Töne, sind das Ausschlaggebende. Meist werden keine Einzelnoten gesungen, sondern Gleittöne, dazu Wechsel zwischen Brusttönen und Kopftönen.

Im 17. Jahrhundert begann die systematische Christianisierung der Samen. Fast alle Schamanentrommeln wurden vernichtet, viele Schamanen umgebracht und das Joiken verboten. Beinahe 300 Jahre lang blieb der Joik dann unterdrückt. Erst in den 1970er-Jahren begann sich etwas zu ändern. Die Samen formierten sich in einer Art Unabhängigkeitsbewegung, forderten selbstbewusst wieder mehr Rechte. Im Zuge dieser neuen Identitätssuche kam es auch zu einem Revival des Joik. Er hatte als tiefes Symbol der Sami-Kultur irgendwie überlebt in der abgeschiedenen Natur.

Noch zwei Beispiele:
Ulla Pirttijärvi
https://www.youtube.com/watch?v=VUd82rLXUyY
und Marie Boin
https://www.youtube.com/watch?v=6z-fjtf0Cpo
"Gaudete" stammt aus dem "Piae cantiones", von 1582.

Es wird keine Musik für die Verse in "Piae cantiones" mitgegeben. Sie stammen aus dem böhmischen Lied "Ezecheelis Porta", mit dem finnische Klerusschüler in Prag aufgetreten sind und das sich eine Melodie mit einem tschechischen überlieferten Weihnachtslied geteilt hat. Finno, der Herausgeber der "Piae cantiones", war wohl für den Refrain verantwortlich. Er entnahm die Worte einem der mittelalterlichen Verse und passte sie der Musik an, die in verschiedenen Formen im prostetantischen Deutschland vor dem Mahl vor Luthers "Danket dem Herrn" gesungen wurde.
Vers drei bezieht sich wohl auf das östliche Tor von Hesekiels Vision (Hesekiel 44). Das Tor ist ein traditionelles Symbol der Maria als ewige Jungfrau.

Die vorliegende Version von "Gaudete" stammt von Folk-Rock-Gruppe "Steeleye Span", 1972. Die Melodie der Verse unterscheidet sich von der ursprünglichen Version, aber der Refrain ist genau der gleichen.
https://www.youtube.com/watch?v=EDc2FD-vy8M
Refrain:
Gaudete! gaudete!
Christus est natus ex Maria virgine,
gaudete!
1. Tempus adest gratiae, hoe quod optabamus;
carmina laetitiae devote reddamus. Refrain
2. Deus homo factus est, natura mirante;
mundus renovatus est a Christo regnante. Refrain
3. Ezecaelis orta clausa per transistur;
unde lux est orta, salus invenitur. Refrain
4. Ergo nostra contio psallat iam in lustro;
Benedicat Domino; salus regi nostro. Refrain
Original Big surprise for Bride and Groom...Chris and Leah Wedding 5 April 2014
https://www.youtube.com/watch?v=XYKwqj5QViQ
suchenix hat geschrieben: STOMP - Kitchen
https://www.youtube.com/watch?v=XXD76CSpfc0


Percussion Ensebles insbesondere in der Verbindung Percussion & Performance haben zunehmend Erfolg. Hierzu gehören Gruppen wie Stomp, Blue Man Group und weitere.
Kompositionen, in denen speziell auch die Bedeutung der Percussion Instrumente betont wurde, gab es schon seit Anfang des letzten Jahrhunderts von Komponisten wie Bela Bartok, John Cage usw., später auch Stockhausen.

Auch in die Kirchenmusik fanden die Percussion Eingang. Als Beispiel sei die auf kongolesischer Musik basierende Missa Luba genannt
Sanctus https://www.youtube.com/watch?v=iggcBB3NQ-c
Kyrie – Gloria https://www.youtube.com/watch?v=wgoNdokLSa8
Bekannt wurde die Missa Luba durch den Film „if..“ von 1968 mit Malcolm McDowell
https://www.youtube.com/watch?v=MEbdNvdhpUA

Auch in der Popmusik wurden Percussionsgruppen verstärkt aufgenommen.
Schon vor dem Trend zur „Weltmusik“ bei Joni Mitchell in „The Jungle Line“ aus 1975 https://www.youtube.com/watch?v=vF2_1Jfgo4I
mit den Drummers of Burundi https://www.youtube.com/watch?v=kZxEI9E ... Eo&index=6

Bekannt geworden ist die Grupo Cultural Olodum durch Lieder wie Michael Jacksons “They Don't Care About Us” https://www.youtube.com/watch?v=97nAvTVeR6o
oder “The Obvious Child” von Paul Simon https://www.youtube.com/watch?v=9HKNAhAxMAk
es steht sogar die ganze CD im netz wie ich gestern feststellte !

STOMP - Out Loud - FULL 45min footage

https://www.youtube.com/watch?v=fN5T8y8bCJ4

kommt besonders gut mit den quadral titan in meiner 12x12m großen werkstatt
wenn einem bis zu 16hz in den magen gehen  :wink:



kodo  

https://www.youtube.com/watch?v=uqjMBr8BuU0
Sifa Voices Kenya- Enda Nasi [OFFICIAL MUSIC VIDEO]
https://www.youtube.com/watch?v=w80pUez ... 0d&index=2
christian naujoks - chamber two


https://www.youtube.com/watch?v=i50uxLbrj7k
Max Raabe/.Dream a little dream (1931)
https://www.youtube.com/watch?v=lgscfzH1Pe0

Max Raabe - J'Attendrai
https://www.youtube.com/watch?v=T-r8wV_29KE