sonnenkind51 hat geschrieben: "erstens kommt es anders und zweitens als man denkt"
ein spruch, den ich schon aus kindertagen kenne :?
oder wie ein film heisst"sag niemals nie" ..... :?:

bei uns ist jetzt ein privates altenheim geschlossen worden:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/moenchengladbach-altenheim-schliessung-aufsicht-100.html
(meinen kommentar werde ich noch an die zust. sozialdezernentin schreiben!)

allerdings stehen bei mir mehr fragezeichen im kopf, als menschen dort wohnen, denn noch am freitag nachmittag habe ich eine patientein in einem städt. altenheim besucht, die völlig aufgelöst durch einen bestimmten vorfall war und in meinem beisein von der leitung "zusammengefaltet" wurde - auf meine frage hin wurde ich rausgeschickt, weil ich ja kein verwandter wäre (die dame hat keine angehörigen mehr)
seit 5 jahren erlebe ich dort den fortschreitenden "verfall" von pflege und betreuung, zu wenig personal etc......ja und auch gebrauchter tupfer mit blut lagen neben dem trinkbecher, tupfer der wundversorgung(dekubitus) und gebr. handschuhe offen im zimmer .....

auch meine mutter hat die letzten 5 jahre ihres lebens auf eigenen wunsch in einem altenheim gewohnt "um uns nicht zur last zu fallen" .... ihr großer wunsch ist in IHREN AUGEN nicht in erfüllung gegangen und daran ist sie fast verzweifelt ....

altersheim oder suizid hier möchte ich keine wahl treffen
erst recht nicht nach der wertigkeit was "besser" ist

allerdings kenne ich BEIDE überlegungen auch aus meinem leben :shock:
situationen können einen einfach so "überrollen" ......und man sieht erst mal keine lösung

ich habe allerdings ZU OFT erlebt, dass die menschen (mich eingeschlossen) nicht das bekommen haben, was sie wollten, sondern das, was sie "brauchten" , um letztendlich zu sich zu stehen und für sich einzustehen und sich nicht aus lauter angst "anzupassen" und zu "verbiegen"

angst und verdrängung sind die denkbar schlechtesten ratgeber, die uns über den weg laufen können
die angst will angeschaut werden und oft erscheint die situation in der rückschau komischerweise gar nicht mehr so bedrohlich, wie wir zuerst dachten...

das thema sterbefasten gibt es auch in deutschland - sogar von einem arzt unterstützt: https://www.sterbefasten.com/
es läuft sogar eine petition von barbara rütting(mittlerweile 42000 unterschriften):
https://www.change.org/p/gestorben-wird-zuhause-ja-zum-sterbefasten?signed=true

auch meine mutter wurde trotz patientenverfügung nach ihren schlaganfällen in der klinik heimlich vom personal gefüttert - wir wurden vorher raus geschickt - angeblich sollte sie gepflegt werden ...

Palliativnetze/Infos unter https://www.palliativ-portal.de/start
Danke dir Sonnenkind51

Das war sehr aufschlussreich
Danke für diese Informationen
Muss mich mal umhören wie das bei uns in Ö. Gehandhabt wird.
LG M.Ch.
Warum sind alle Menschen so netzgläubig?????
lesru65 hat geschrieben:
sonnenkind51 hat geschrieben: "
auch meine mutter wurde trotz patientenverfügung nach ihren schlaganfällen in der klinik heimlich vom personal gefüttert - wir wurden vorher raus geschickt - angeblich sollte sie gepflegt werden ...

Palliativnetze/Infos unter https://www.palliativ-portal.de/start


Wenn ich das lese, dass Angehörige "hinausgeschickt" wurden, dann bekomme ich einen dicken Hals.

Desweiteren gibt es Pflegedienstleitung, Beschwerdemanagement usw., um sich zu wehren bzw. um zu erfahren, warum, weshalb etwas getan oder nicht getan wurde.
Und wenn schriftlich fixiert wurde, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen wie z.B. PEG (Magensonde) gewünscht wird, dann ist das so.
Inwieweit "heimlich" Essen zugeführt wurde .....
Das kann ich nicht nachvollziehen.

Essen/Trinken anreichen kann im Beisein von Angehörigen durchgeführt werden.
Oft ist das Personal auch froh, wenn die Angehörigen das "Essen anreichen" übernehmen.
*wollte ich nur mal bemerken
@lesru

Warum bekommst du bei Tatsachen einen "dicken Hals"....
Ich glaube nicht, dass es sich so abgespielt hat.
Ich kann mir das einfach nicht vorstellen.

Das heißt nicht, dass ich meine, die Kommentatorin lügt. Ich nehme einfach nur an, dass sie "aus ihrer Sicht" die Situation dargestellt hat. :)
@lesru

Was soll ich sagen....nix.
Ich glaube der "Kommentatorin" alles.
Habe auch erlebt, dass die Pflege eher genervt war, wenn die Angehörigen kamen.
Dann konnten sie mit den "Insassen" nicht so verfahren, wie es beliebte.
@lesru ES HAT SICH SO ABGESPIELT :wink: es ist nicht meine sicht der dinge, ja, es ist meine formulierung - aber auch meine schwester war dabei ...

meine mutter (85) hat nach der 4. op's am gleichen bein(innerhalb 1,5j) am tag drauf den ersten schlaganfall bekommen - ist selber krankenschwester gewesen und hat es sofort gemerkt - wurde in ein anderes krankenhaus verlegt mit stroke unit bekam trotz patientenverfügung magensonde (wurde dann nach "einspruch" entfernt) - wir hatten eine tolle ärztin auf dieser abteilung, die uns sofort unterstützt hat - nachts kam der zweite schlaganfall und es ging nichts mehr ... dann verlegung auf die neurologie und hier gab es einfach personal, was wohl mit dem tod/wunsch nach sterben nicht so umgehen konnte - man hatte den joghurt unter anderen dingen versteckt - zu dem zeitpunkt hatte meine mutter ca. 3 tg nichts gegessen nur zu trinken bekommen
wer schon mal gefastet hat weiß, dass das kein problem ist

gerade zum ablauf des sterbeprozesses hat dr. matthias thöns in dem video gesagt, dass sterben eigentlich ganz friedlich abläuft - ab 14.min - wer das andere nicht hören will:
https://www.youtube.com/watch?v=ybT4B8ffEhM

ich bin seit 20 jahren in dem thema unterwegs - wobei meine ersten kontakte über elisabeth kübler ross bereits 30 jahre alt sind ....und ich habe sogar IMMER verständnis für BEIDE seiten...
Natürlich gibt es Pflegeheime,Seniorenstifte,
in denen Bewohner nicht immer adäquat versorgt werden.
Das kann von unzureichender Hygiene bis zu gefährlicher Pflege alles beinhalten.

Manchmal ist es schwierig, hinter die Kulissen zu schauen. Angehörige oder Betreuer sollten bei Auffälligkeiten selbstverständlich nachhaken.
Auch ich und andere als Angehörige haben diesbezüglich Erfahrungen gemacht, haben uns beschwert, so dass die Heimaufsicht tätig wurde.
In Absprache mit zuständigen Ärzten wurden Auffälligkeiten aufgezeigt, so dass letztendlich in der Leitung des Heimes "Köpfe rollten".

Andererseits hatte ich beruflich mit Heimen zu tun, die sich von der Geschäftsleitung bis zur Pflegehelferin "Beine ausrissen", um den Bewohnern dort, das Leben so gut wie möglich lebenswert zu gestalten.
Angehörige waren dort sehr geschätzt, wurden über alle notwendigen Pflegemaßnahmen informiert und auf Wunsch auch mit einbezogen.

Dennoch gab es hier und da auch Angehörige, die von den Pflegeheimen Wunder erwarteten, Da war die Devise, "Wir bezahlen und Sie haben zu liefern".
Tja, was soll man da sagen?
@ sonnenkind

Dr. Thöns hat drei meiner Liebsten aus der Familie in den Tod begleitet, ging zuhause ein und aus.
Er und sein Pflegeteam sind mir durch berufliche Kontakte seit Jahren bekannt.

Ich kann nur sagen. ein Segen seine Arbeit.
@nettestierfrau

"nicht immer adäquat versorgt werden"

Nett ausgedrückt für die Tatsache, dass Menschen zu Tode gebracht werden....
Gepardin hat geschrieben: @nettestierfrau

"nicht immer adäquat versorgt werden"

Nett ausgedrückt für die Tatsache, dass Menschen zu Tode gebracht werden....


Pauschalisieren möchte ich das nicht.
Meine Schwester (73) war sehr arm, -schlecht betreut im Pflegeheim,
lag jahrelang alleine im Zimmer.
Ich versuchte sie, 1x pro Woche zu besuchen und brachte ihr
Blumen und Obst....
Nach Brustkrebs OP und 8 Wirbelbrüchen brachte man sie nicht mehr
auf die Beine. Die tägliche Reinigung im Bett war schmerzhaft.
Man ließ ihr dann einen künstlichen Darmausgang operieren...war 'bequemer'.... setzte sie unter so starke Berühigungsmittel, daß sie kaum reden konnte.
Sie konnte die Arme kaum heben,- man stellte das Wasser so weit weg, daß
sie es nicht erreichen konnte- nicht
aus Bosheit, sondern ohne Mitdenken...
Einmal nahm ihr eine Schester un 17Uhr das Glas Wasser weg und sagte,
sie bringt gleich ein neues....
Als meine Schwester um 23Uhr schon starken Durst hatte und niemand
trotz wiederholtem Läuten kam, rief sie die Polzei an.
Anders wußte sie sich nicht mehr zu helfen.
Die Schwester gab an, sie hätte wegen einem Todesfall auf das Wasser vergessen..,,Ich sagte ihr,- sie soll sich um die noch Lebenden kümmern!
Die Tote kann warten......

So eine Betreuung Pflegestufe 5 - kostet ca 4000€ / Monat

Die Patienten fürchten, daß sie 'auf der Strasse' sind, wenn sie sich wehren!
Meine Schwester sagte oft, sie wolle sterben....
Ich hoffe, das war ein Einzelfall...
nettestierfrau hat geschrieben: Pauschalisieren möchte ich das nicht.


Du merkst es nicht aber Du pauschalisierst immer, denn nicht kein und nie werden vom Unterbewußtsein weggefiltert oder gestrichen. Denn etwas nicht zu Pauschalisieren ist schon eine Pauschalisierung. 8) :lol:
Es gibt hervorragende Seniorenheime UND die reinsten Gruselkabinette - so ist das leider.

Ich habe etwas gefunden, bei www.silbereulen.ch , was man tun kann, wenn man Missstände beobachtet. Das ist zwar ein schweizer Verein, aber die Tipps sind auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar:

So können sich Bewohner, Angehörige und nahestehende Personen sowie Mitarbeitende über Missstände in einem Alters- und Pflegeheim beschweren:

Suchen Sie das Gespräch mit dem Pflegepersonal, wenn Sie Mängel in der Pflege und Betreuung feststellen (z.B. fehlende/falsche Körperpflege, Ernährung/Essen, Aktivierung, Sauberkeit, Kommunikation)
Handelt es sich um gravierende Probleme und/oder körperliche Verletzungen (Wundliegen, falsche Medikation, nicht angemessene persönlicher Umgang durch das Personal), wenden Sie sich an die Pflegedienstleitung und/oder an die Heimleitung. Verlangen Sie eine Aussprache.
Fühlen Sie sich von der Pflegedienstleitung/Heimleitung nicht ernst genommen, richten Sie eine schriftliche Eingabe/Beschwerde an die Trägerschaft der Institution (Stiftungsrat, Verwaltungsrat). Verlangen Sie eine Eingangsbestätigung.
Finden Sie beim Stiftungsrat kein Gehör, wenden Sie sich an die kantonale Ombudsstelle oder an die Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter (UBA).
Kontaktieren Sie bei gravierenden Missständen (z.B. Verstösse gegen die körperliche und psychische Integrität) die kantonale Aufsichtsstelle (Gesundheitsdirektion, Sozialdirektion, Kantonsarzt) oder reichen Sie Strafanzeige ein.
Beschwerden an den Stiftungsrat oder an die kantonale Aufsichtsstelle können auch anonym eingereicht werden.
Bewohnerinnen und Bewohner sowie nahestehende Personen haben ein Einsichtsrecht in die Patientendokumentation.
Pflegeheim-Abrechnungen werden immer komplexer und sind oft nur schwer verständlich. Lassen Sie sich die Zusammenstellung der Kosten von der Administration erklären. Finden Sie kein Gehör, wenden Sie sich an eine Ombudsstelle oder an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für das Alter (UBA)
Stellen Sie Fehler in der Abrechnung fest, gelangen Sie an die Heimleitung. Bei gravierenden Fehlern oder wenn Sie mit einer Einstufung nicht einverstanden sind, können Sie sich auch an Ihre Krankenversicherung wenden.
Quelle: www.beoachter.ch