Hallo Zusammen

Vielleicht ist Sterbefasten in der Schweiz erlaubt
Der Artikel ist vom CH Tagblatt

Ich habe diesen Beitrag von Anfang mitgelesen.
Finde voll interressant welche Meinungen und Aussagen da kommen.
Ich finde es nur schade das es zwischenmenschlich immer wieder stutenbissige Kommentare gibt.
Wir sind doch alle Erwachsene und gebildete Menschen und brauchen uns nicht beleidigen oder unter der Gürtellinie angreifen.
Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann:
Beim Thema zu bleiben, allen ihre Meinung und Ansichten gelten lassen, und einen freundlichen und menschlichen Umgang miteinander.
GANZ WICHTIG IST MIR WIEDER!!!!
ICH MÖCHTE HIER NIEMANDEN PERSÖNLICH ANSPRECHEN ODER GAR BELEIDIGEN
SONDERN: nur aufzeigen vielleicht etwas mehr Gelassenheit, Humor (zu manchen Themen) einfach einen Kommentar zum Thema ohne Spitzfindigkeiten.
PS: Danke dass ihr Euch so toll einbringt in den versch. Themen. Voll interessant und auch Lehrreich .Man erfährt auch viel Neues.
Vielleicht noch eines; warum ich mich wenig zu den Themen melde; ich bin retorisch absolut schlecht im Schreiben.
Danke und weiter so. Ganz liebe Grüsse
Aus Linz MonCherie7
@M. Ch.

Ich glaube so gewisse Antipatien sind nicht zu verhindern...
Finde ich auch ok. ich mag nicht Jede/n und nicht Jede/r mag mich.
Kann ich gut mit leben.

Und stapel mal nicht so tief, ich mag es, wie du schreibst.
Wir müssen doch nicht mit Schriftstellern wetteifern :wink:
Chri51 hat geschrieben:
adimus hat geschrieben: Bin auf einen eindrucksvollen Artikel gestossen, den ich gerne hier einstellen möchte, da er genau dem Threat-Thema entspricht, aber schwerpunktmässig die Entscheidung des begleitenden Sterbe-fastens anspricht.
https://www.tagblatt.ch/panorama/sterbe ... -ld.932731


Diesen Link finde ich hochinteressant und wichtig, vielen Dank für das einstellen...


***

Viele alte Menschen, die ich im Heim begleitet habe, machten einfach den Mund nicht mehr auf,
So signalisierten sie, dass sie "nicht mehr wollten".

Und wenn rechtzeitig schriftlich fixiert wurde, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen gewünscht wurden, dann war es das dann.

In meinem Beitrag (weiter vorne, Seite 2 ) beschrieb ich Situationen aus dem Pflegealltag - wie ich diesen sah.
Vieles hat sich verändert in den 8 Jahren, die ich nicht mehr berufstätig bin. Jedoch habe ich Kontakt zu ehemaligen Kolleginnen.

Der Beitrag von @Melissa gefällt mir gut. :-))
(S.5 )

***

Ich hebe das jetzt noch einmal hervor, da dies in meinem Beitrag offenbar nicht deutlich genug herauszulesen war:
Viele alte Menschen begehen einen "versteckten Suizid", indem sie ihre Medikamente bewußt nicht oder zu viel davon einnehmen, in dem Bewußtsein, "einfach nicht mehr zu wollen".
Die Entscheidung hängt von einigen Prämissen ab:

1. Kann der alte Mensch klar denken - oder nicht?
Kann er selbst entscheiden?

Wenn nicht, wäre es gut, rechtzeitig früher mit den Angehörigen darüber zu reden, oder die Entscheidung schriftlich bei einem Notar zu hinterlegen.
Vor allem bei einem Wunsch nach Euthanasie müssen eigene 'Kinder' durch ein offenes Gespräch miteinbezogen werden.
(Ich hab erfahren, daß ein Suizid der Eltern besonders belastend für sie ist).

2. Ist der alte Mensch mit dem eigenen Haushalt überlastet oder vereinsamt? Dann ist ein Altersheim gut geeignet, ihm eine Tagesstruktur und Kontakte zu bieten.

3. Hat der Mensch Schmerzen, die nicht durch Medikamente beherrschbar sind?Ist seinem Empfinden nach sein Leben nur mehr ein Dahinsiechen ohne Hoffnung auf Besserung?
Wünscht er Euthanasie?
Leidet er nicht nur an einer vorübergehenden, therapierbaren Depression?
Dann sollte seinem Wunsch entsprochen werden.

Die Altersheime sind qualitativ sehr verschieden.
Leider ist das Personal überall überlastet.
Man kann aber nicht einfach irgendwelche Leute zur Pflege von alten Menschen einstellen, da für diese Arbeit charakterliche Eigenschaften und fachliche Fähigkeiten notwendig sind.
Die Achtung vor den alten Menschen muß in jeder Situation (z.B. Reinigung) gewahrt bleiben.

Viele alte Menschen wollen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben,- da genügt oft eine mobile Schwester, die 2x täglich kommt.
Wenn die räumlichen Möglichkeiten vorhanden sind, kann eine 24 Stunden Pflegerin in Anspruch genommen werden, die in der Wohnung wohnt.
Sie bleibt im Wechsel alle 14 Tage mit einer zweiten Pflegerin.
Eines ist doch den Bewohnern eines Heimes klar....sie wissen von der "letzten Station" ihres Daseins.
Sicher gibt es gute Heime, aber letztendlich kommt es wirklich auf die personelle Zusammensetzung an. Und da wird m.E. leider zusammengespart, ohne sich Gedanken zu machen, was der Alte Mensch auch jenstseits von 8o an sozialen Kontakten benötigt, um nicht in die Gedankenschleife eines Suizides zu geraten. Satt und sauber reicht eben nicht!
Mein 33-jähriger Sohn z.B. ist als Ergotherapeut in einer gut geführten Einrichtung im Schichtdienst u.auch am Wochenende für die Bewohner und ihre Belange da.
Bevor er diesen Job angefangen hat, las er sich zunächst ein in die Literatur der "Kriegsgeneration", z.B. das Buch " Die dunklen Schatten der Vergangenheit" v. Hartmut Radebold....oder "die vergessene Generation" v. Sabine Bode.
Er machte Zusatzworkshops in Musiktherapie und Kunstherapie....
Gestaltherapie mit Biografiearbeit. So kann er sich individuell auf die Bewohner einstellen.
Nebenbei handhabt er gemeinsam die Aufstellung der Möbel seiner Klienten, indem er über Jahre schon (auch ich sammel für ihn auf Flohmärkten) kleine antike Puppenstubenmöbel mit viel Eifer und Biografiearbeit voll Begeisterung und Erinnerungen in die Gespräche mit einbezieht.
da funkeln die Augen der Bewohner und ihr Langzeitgedächtnis bekommt Futter......so soll es sein!
Auch Parkinson-Demente, die sich längst im Rollstuhl niederließen, bekommen wieder die Unterstützung zum freien Laufen.
Nur so geht das!
Über die trostlosen Angebote für die Bewohner sollten sich die Heime Gedanken machen....das Pflegepersonal kann nun wirklich nichts dafür...und ein Jens Spahn wird auch so schnell nichts bewirken können.
Mehr Personal- mehr Geld, dann gehts. Ich mag gar nicht schreiben, welch ein miserables Gehalt mein Sohn bezieht.... ach, lassen wir´s! Aber er akzeptiert das....die Ansprache zu seinen Bewohnern mit ihrer Zufriedenheit bestätigen ihm, dass zumind. Er einen Teil dazu beiträgt,die Würde des Menschen zu erhalten und positiv mitzugestalten.....
nettestierfrau hat geschrieben:
Und genau gegen die Pauschalisierung Altenheim = naher Tod möchte ich mich aussprechen.
Dort leben Menschen immer noch zum großen Teil jahrelang bis manchmal jahrzehntelang.
Ebenso leben dort auch Menschen, die gerade mal 30 Jahre oder gar jünger sind, nur weil sie zuhause nicht versorgt werden können.
Dort leben Menschen, die daheim einsam zugrunde gegangen wären, im Heim erst wieder in die Gesellschaft integriert werden konnten und dort durchaus wieder Freude am Leben bekamen.


Du ziehst das Thema schon wieder in deine spezielle Denkrichtung.
Du brauchst dich nicht zu wehren...ich arbeite in diesem Bereich der Pflege und kenne einige der Pflegeeinrichtungen und somit auch die Zustände dort.
Ich spreche ja auch gar nicht gegen die Tatsache, das dort Menschen leben, die die 30 Jahre und jünger sind, oder die einsam zu Grunde gegangen wären und viele das als Bereicherung ihres restlichen Lebensabschnittes sehen.

Noch mal: Es geht um ein übergelagertes Thema und nicht darum irgendetwas schlecht zu machen...du scheinst dich da permanent irgendwie persönlich negativ getroffen zu fühlen....wieso auch immer du diese "Stellvertreterrolle" einnimmst??
nettestierfrau hat geschrieben: Palliativversorgung erfolgt auf Wunsch auch zuhause oder in Heimen.
Ein entsprechender Arzt muss kontaktiert werden.


Theoretisch ist das korrekt.....aber praktisch ist das eher nicht so pauschal umzusetzen, da auch hier die Fachkräfte fehlen.

...es sei den die finanzielle Ausstattung des zu Betreuenden ist besser...dann geht das fast ohne Probleme.
@Aquamarin50
Mir geht das Herz auf.
Deinen Sohn hätte ich gern in meinem Team gehabt!

Ich freue mich auch immer wieder, wenn ich höre/lese, dass Mitarbeiter aus eigenem Antrieb sich fortbilden ( obwohl der Arbeitgeber heutzutage die MA zu Fortbildungen schickt, um "Auflagen" zu erfüllen).

Herzliche Grüße an Deinen Sohn.

"Den alten Menschen etwas Würde geben/erhalten" - einfach nur schön!
Aquamarin,
dieses Heim in welchem Dein Sohn arbeitet könnte man fast beneiden. Solche Mitarbeiter sind doch sehr rar in unserer Ellenbogengesellschaft. Ich kenne auch das Gegenteil durch die Betreuungstätigkeit, die ich so nebenbei mache, und da kann man manchmal nur noch den Kopf schütteln, wie unsere Senioren da kaltherzig abgefertigt werden.

Ich denke auch nicht, das es nur an der Bezahlung liegt, wenn Menschen diesen Beruf, der eine Berufung ist, ablehnen.
Durch mehr Geld kann man keinen Respekt oder Empathie einkaufen.
Mikkaele hat geschrieben: ....


Ich denke den meisten werden die “Zustände“ in Alten-/Pflegeheimen zumindest aus den Medien bekannt sein ......



Ohne deine Einstellung kommentieren zu wollen, ist ja schließlich deine Angelegenheit, möchte ich doch auf diesen einen Satz eingehen. Welche Zustände sprichst du da an? Selbst gemachte Erfahrungen oder was du gehört bzw. gelesen hast? Ist doch klar, dass in den Medien meist nur über Negativa berichtet wird, denn was dort OK ist, ist ja vollkommen "natürlich" und keinen Bericht wert. Somit ist es besser, nicht nur zu diesem Thema sondern grundsätzlich, solche Verallgemeinerungen zu vermeiden.

P.S. Meine beiden Elternteile und somit auch ich, waren mit der Betreuung in ihrem selbst gewählten Altersheim nicht nur zufrieden, sondern haben sich dort auch sichtlich wohl gefühlt.
@Valentin

ich möchte nicht sagen, dass es vielleicht nicht auch andere Einrichtungen gibt.
Was ich in denen, die ich betreute, alles gesehen habe, war eine Schande.
Die Kanülen meiner tracheotomierten Patienten lagen im Waschbecken, neben einem Waschlappen mit Exkrementen.
Die Ärzte wunderten sich über die Keime, die der Patient hatte.
Bei Patienten die schwierig waren, wurde ich aufgefordert,denen doch ruhig eine zu "scheuern".
Ich habe das Gesundheitsamt eingeschaltet, wegen diverser Mängel, was dazu führte, dass man versucht hat, meine Patienten gegen mich aufzubringen.
Erstaunlich war, dass einige dieser "Einrichtungen" die Note sehr gut hatten, bis heute.
Wie gesagt, es mag andere Einrichtungen geben.....
Mikkaele hat geschrieben:
........du scheinst dich da permanent irgendwie persönlich negativ getroffen zu fühlen....wieso auch immer du diese "Stellvertreterrolle" einnimmst??


Zuviel der Ehre, so wichtig fühle ich mich nicht.
Bin nur Vertreterin meiner Meinung, genau wie du oder andere hier. :)
Mikkaele hat geschrieben:
nettestierfrau hat geschrieben: Palliativversorgung erfolgt auf Wunsch auch zuhause oder in Heimen.
Ein entsprechender Arzt muss kontaktiert werden.


Theoretisch ist das korrekt.....aber praktisch ist das eher nicht so pauschal umzusetzen, da auch hier die Fachkräfte fehlen.

...es sei den die finanzielle Ausstattung des zu Betreuenden ist besser...dann geht das fast ohne Probleme.


Mag sein, dass nicht in allen Bundesländern die ambulante Palliativversorgung ausreicht, dennoch steigen die Verträge solcher Versorgung stetig.
Hier bei uns zumindest ist sie in den nicht wenigen Fällen, die mir durch berufliche als auch private Erfahrungen bekannt sind, auf Wunsch immer gewährleistet gewesen.
Und mit Geld hatte das nichts zu tun. Das Gros der Patienten war normal krankenversichert.
Suizid
Nein.

Wäre in meiner Vorstellungskraft nicht denkbar.

Ein Altenheim oder Seniorenstift bedeutet nicht unbedingte eine starke Pflegebedürftigkeit.
Sondern man kommt ohne Hilfe anderer Menschen alleine nicht mehr klar.

Was die meisten Mitmenschen vergessen, dass viele ältere Menschen vereinsamen und in ihren Wohnungen regelrecht verkommen.

Sich nicht mehr körperlich pflegen da keinerlei oder kaum soziale Kontakte mehr vorhanden sind, körperlich zerfallen, nicht mehr kochen da kein Hunger und Durstgefühl mehr vorhanden ist und den Haushalt nicht mehr "wuppen" können.

Genau dort könnte eine Wohnanlage zwischen betreuten Wohnen und Altenheim die bessere Alternative darstellen.
"erstens kommt es anders und zweitens als man denkt"
ein spruch, den ich schon aus kindertagen kenne :?
oder wie ein film heisst"sag niemals nie" ..... :?:

bei uns ist jetzt ein privates altenheim geschlossen worden:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/moenchengladbach-altenheim-schliessung-aufsicht-100.html
(meinen kommentar werde ich noch an die zust. sozialdezernentin schreiben!)

allerdings stehen bei mir mehr fragezeichen im kopf, als menschen dort wohnen, denn noch am freitag nachmittag habe ich eine patientein in einem städt. altenheim besucht, die völlig aufgelöst durch einen bestimmten vorfall war und in meinem beisein von der leitung "zusammengefaltet" wurde - auf meine frage hin wurde ich rausgeschickt, weil ich ja kein verwandter wäre (die dame hat keine angehörigen mehr)
seit 5 jahren erlebe ich dort den fortschreitenden "verfall" von pflege und betreuung, zu wenig personal etc......ja und auch gebrauchter tupfer mit blut lagen neben dem trinkbecher, tupfer der wundversorgung(dekubitus) und gebr. handschuhe offen im zimmer .....

auch meine mutter hat die letzten 5 jahre ihres lebens auf eigenen wunsch in einem altenheim gewohnt "um uns nicht zur last zu fallen" .... ihr großer wunsch ist in IHREN AUGEN nicht in erfüllung gegangen und daran ist sie fast verzweifelt ....

altersheim oder suizid hier möchte ich keine wahl treffen
erst recht nicht nach der wertigkeit was "besser" ist

allerdings kenne ich BEIDE überlegungen auch aus meinem leben :shock:
situationen können einen einfach so "überrollen" ......und man sieht erst mal keine lösung

ich habe allerdings ZU OFT erlebt, dass die menschen (mich eingeschlossen) nicht das bekommen haben, was sie wollten, sondern das, was sie "brauchten" , um letztendlich zu sich zu stehen und für sich einzustehen und sich nicht aus lauter angst "anzupassen" und zu "verbiegen"

angst und verdrängung sind die denkbar schlechtesten ratgeber, die uns über den weg laufen können
die angst will angeschaut werden und oft erscheint die situation in der rückschau komischerweise gar nicht mehr so bedrohlich, wie wir zuerst dachten...

das thema sterbefasten gibt es auch in deutschland - sogar von einem arzt unterstützt: https://www.sterbefasten.com/
es läuft sogar eine petition von barbara rütting(mittlerweile 42000 unterschriften):
https://www.change.org/p/gestorben-wird-zuhause-ja-zum-sterbefasten?signed=true

auch meine mutter wurde trotz patientenverfügung nach ihren schlaganfällen in der klinik heimlich vom personal gefüttert - wir wurden vorher raus geschickt - angeblich sollte sie gepflegt werden ...

Palliativnetze/Infos unter https://www.palliativ-portal.de/start
cron