Danke, Timarisu! Ich habe mit der Heimleitung gesprochen.
Meine Schwester hat eine Tochter,
die alle Vollmachten hat und keinen Kontakt mit der weiteren Familie will...
Sie hat leider nicht einmal zugelassen, daß Ihr jetzt 15 jähriger Sohn
seine Omi besucht (seit 5 Jahren....).Lieblos.....
Leonetta, das klingt wirklich schlimm.
Aber vielleicht könnt Ihr als ebenfalls nahe Angehörige dagegen angehen.
Vollmachten werden zwar gerichtlich erteilt oder abgesegnet, können aber immer angefochten werden, wenn berechtigte Gründe hierfür vorliegen.
Ich würde mich mal entsprechend informieren.
Danke dir, Timarisu!
leonetta hat geschrieben:
Man ließ ihr dann einen künstlichen Darmausgang operieren...war 'bequemer'....


Hast du einen "bequemen" Darmausgang schon mal versorgt ?
Also ich fand die Versorgung in keinster Weise bequem, weder für die Patienten noch für die Pfleger.
Timarisu hat geschrieben: Es gibt hervorragende Seniorenheime UND die reinsten Gruselkabinette - so ist das leider.

Ich habe etwas gefunden, bei http://www.silbereulen.ch , was man tun kann, wenn man Missstände beobachtet. Das ist zwar ein schweizer Verein, aber die Tipps sind auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar:

So können sich Bewohner, Angehörige und nahestehende Personen sowie Mitarbeitende über Missstände in einem Alters- und Pflegeheim beschweren:

Suchen Sie das Gespräch mit dem Pflegepersonal, wenn Sie Mängel in der Pflege und Betreuung feststellen (z.B. fehlende/falsche Körperpflege, Ernährung/Essen, Aktivierung, Sauberkeit, Kommunikation)
Handelt es sich um gravierende Probleme und/oder körperliche Verletzungen (Wundliegen, falsche Medikation, nicht angemessene persönlicher Umgang durch das Personal), wenden Sie sich an die Pflegedienstleitung und/oder an die Heimleitung. Verlangen Sie eine Aussprache.
Fühlen Sie sich von der Pflegedienstleitung/Heimleitung nicht ernst genommen, richten Sie eine schriftliche Eingabe/Beschwerde an die Trägerschaft der Institution (Stiftungsrat, Verwaltungsrat). Verlangen Sie eine Eingangsbestätigung.
Finden Sie beim Stiftungsrat kein Gehör, wenden Sie sich an die kantonale Ombudsstelle oder an die Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter (UBA).
Kontaktieren Sie bei gravierenden Missständen (z.B. Verstösse gegen die körperliche und psychische Integrität) die kantonale Aufsichtsstelle (Gesundheitsdirektion, Sozialdirektion, Kantonsarzt) oder reichen Sie Strafanzeige ein.
Beschwerden an den Stiftungsrat oder an die kantonale Aufsichtsstelle können auch anonym eingereicht werden.
Bewohnerinnen und Bewohner sowie nahestehende Personen haben ein Einsichtsrecht in die Patientendokumentation.
Pflegeheim-Abrechnungen werden immer komplexer und sind oft nur schwer verständlich. Lassen Sie sich die Zusammenstellung der Kosten von der Administration erklären. Finden Sie kein Gehör, wenden Sie sich an eine Ombudsstelle oder an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für das Alter (UBA)
Stellen Sie Fehler in der Abrechnung fest, gelangen Sie an die Heimleitung. Bei gravierenden Fehlern oder wenn Sie mit einer Einstufung nicht einverstanden sind, können Sie sich auch an Ihre Krankenversicherung wenden.
Quelle: http://www.beoachter.ch


Optimale Tipps,

wenn der Kranke noch klar bei Verstand ist und sprechen/telefonieren kann...

Und Angehörige nah wohnen, nicht so wie es z.B. bei mir wäre!
(per Flugzeug oder mit Urlaubstag einen ganzen Tag unterwegs...)

Mich plagen zu recht Ängste, nicht mehr "Herr der Lage" zu sein!
Gepardin hat geschrieben: @Valentin

ich möchte nicht sagen, dass es vielleicht nicht auch andere Einrichtungen gibt.
Was ich in denen, die ich betreute, alles gesehen habe, war eine Schande.
Die Kanülen meiner tracheotomierten Patienten lagen im Waschbecken, neben einem Waschlappen mit Exkrementen.
Die Ärzte wunderten sich über die Keime, die der Patient hatte.
Bei Patienten die schwierig waren, wurde ich aufgefordert,denen doch ruhig eine zu "scheuern".
Ich habe das Gesundheitsamt eingeschaltet, wegen diverser Mängel, was dazu führte, dass man versucht hat, meine Patienten gegen mich aufzubringen.
Erstaunlich war, dass einige dieser "Einrichtungen" die Note sehr gut hatten, bis heute.
Wie gesagt, es mag andere Einrichtungen geben.....


Alles klar, du hast eben schlechte Einrichtungen gesehen und erlebt, ich eben glücklicherweise eine wirklich gute, obwohl es sich um eine non-Profit-Organsation handelte :!:
Daher nochmals an Alle: bitte keine Pauschalierungen, egal zu welchen Themen
@Valentin,

ich berichte einfach, was ich erlebt habe.
Sollte mir eine Einrichtung begegnen, die
ich als geeignet betrachte, dann werde ich darüber berichten, natürlich.
Eine Pflege- oder Altersheim in Deutschland ist immer ein Profit-Unternehmen!
Gerade deshalb wird ja überall der Rotstift intensiv benutzt, zu Lasten aller!
Sowohl zum häufigen Nachteil der Bewohner und auch für die Pfleger!

Es gibt Hospize als gemeinnützige Einrichtungen, dort ist eine Optimal-Betreuung + Palliativbehandlung üblich und auch als solche bekannt.
So erlebte ich es auch, als mein verst. Lebenspartner dort aufgenommen wurde!

In ein Hospiz kommen aber nur austherapierte Patienten mit nur noch kurzer Lebensdauer, keine Langzeitpflegefälle!

Deshalb sähe ich als möglicher Krebspatient mehr Chancen, in Würde sterben zu dürfen, als wenn ich mit Schlaganfall oder Demenz in einem Pflegeheim lande...
(traurig, aber wahr)
@Leonetta
Sie hat leider nicht einmal zugelassen, daß Ihr jetzt 15 jähriger Sohn
seine Omi besucht (seit 5 Jahren....).Lieblos.....

warum darf er das nicht? weisst du das??!!!
ich kenne aus meiner hospizausbildung schilderungen der teilnehmer über "begegnungen" mit dem tod/sterben, dass manchmal aus "falscher rücksichtnahme" - : sie soll so in erinnerung bleiben, wie sie in guten zeiten war oder das können /wollen wir demjenigen nicht "zumuten" handeln - ob das immer zum besten des anderen ist, wage ich zu bezweifeln

allerdings weiß ich noch sehr genau, dass mein damals 16 jähriger sohn nicht zu meiner mutter /seiner oma ins krankenhaus wollte und auch nicht zur beerdigung mitging ... die beiden hatten ein sehr besonderes verhältnis... ich habe seine entscheidung damals einfach akzeptiert (die meinung der anderen trauer"gäste" war mir da egal.. :wink: )
und das klingt jetzt für den ein oder anderen hart und herzlos ist aber nicht so gemeint: ist das dann "hochmut(falscher stolz) kommt vor dem fall"

@Chris51
Mich plagen zu recht Ängste, nicht mehr "Herr der Lage" zu sein!


wir werden dann nicht mehr "herr der lage" sein, wenn wir so stolz auf unsere eigene kraft sind, dass wir hilfe - auch in kleinigkeiten - nicht zulassen, wenn sie uns ein anderer quasi "schenken" möchte..... ist schwierig schriftlich "auszudrücken" - doch diese beobachtung konnte ich vielfältig machen

@valentinAK
es mag sein, dass die entsprechenden einrichtungen in österreich "anders gestrickt" sind :roll:
doch auch das beste heim hier in deutschland - so hab ich es auch immer wieder erlebt - fängt an zu stolpern, wenn nicht genug personal vorhanden ist - sei es durch zu wenig fachkräfte, zu hoher krankenstand uvm....dann ist einfach nicht tzu schaffen, was man sich vorgenommen hat - genauso bescheiden finde ich es , wenn sich das fachpersonal um die verköstigung kümmern muss und abends ncoh die küche der etage aufräumen muss, weil man an hauswirtschaftlichem personal spart !!!!!
die alltags helferinnen , die vor fünf jahren noch vorhanden waren, siehst du heute gar nicht mehr :shock:
und dann braucht es im arbeitsalltag noch so motivierter pflege schon einen zweiten blick, bis "endlich" registriert wird , dass der bewohner langsam wirklich nicht mehr die dinge kann, die er bisher gemacht hat - hat bei meiner patientin ein halbes jahr gedauert !!!!
also immer mal den zweiten blick und sich nicht unbedingt vom ersten eindruck täuschen lassen ...

doch denken wir wirklich ernsthaft über alternativen nach ? wgs für >50/60 jährige - die beiträge hier bei 50 plus in diesem forum sind teilweise "asbach uralt" :D
ja, jeder müsste von seiner individualität u.u. etwas "aufgeben" , aber man hätte dann im bedarfsfall auch die möglichkeit EINE pflegekraft auszugucken, die individuelle versorgung macht und nicht mit der stoppuhr - und die hätte z.b. nur EINEN anfahrweg .... schieben wir gern auf bis zum "sanktnimmerleinstag" oder bis es "knallt" und dann schnellschusslösungen getroffen werden müssen
(so ein exemplar war meine schwiegermutter .... bis zum letzten moment - sie hat nach 3 monaten krankenhausaufenthalt die eigene wohnung nicht mehr gesehen und musste akzeptieren, was ihre kinder entschieden haben - sie ist aber auch mal für wochen "von der bildfläche verschwunden" und meldete sich lapidar zurück mit den worten "war mal eben im krankenhaus und hab mir die gebärmutter wegen krebs rausnehmen lassen")

auch ich bin im febr. d.j. gesundheitlich "gestolpert"( das erste mal in 66j) - doch seit der zeit drehen hier einige uhren langsam aber sehr sicher anders :oops:
sonnenkind51 hat geschrieben:
@Chris51
Mich plagen zu recht Ängste, nicht mehr "Herr der Lage" zu sein!


wir werden dann nicht mehr "herr der lage" sein, wenn wir so stolz auf unsere eigene kraft sind, dass wir hilfe - auch in kleinigkeiten - nicht zulassen, wenn sie uns ein anderer quasi "schenken" möchte..... ist schwierig schriftlich "auszudrücken" - doch diese beobachtung konnte ich vielfältig machen



Dieser Begriff von mir ist aus dem Konsens gerissen nicht richtig verstanden!
Mich plagen genau jene Ängste, die für einen hohen Anteil aller Pflegefälle als Vision gegeben ist:

Selbst nichts mehr tun zu können, um unerträgliche Zustände zu erläutern, weil z.B. die Sprache gar nicht mehr funktioniert... oder eine Demenz fortgeschritten ist!

Glaube mir, ich bin nicht in Medizin ausgebildet und habe da auch nie gearbeitet, aber ich habe genug Krankheitsfälle und Pflegefälle innerhalb der eigenen Verwandtschaft und Partnerschaft erlebt.../auch gepflegt)

...und MIR braucht keiner eine immer schlimmer werdende Pflegesituation "schönreden".
Ist die Pflege im Osten besser?

Vor kurzem war ich in der Geburtsstadt meines Mannes und habe seinen Neffen besucht, der in einem Pflegeheim ist, seit etwa drei Jahren.

Liebevoller Umgang mit den Bewohnern, dies war mein erster Eindruck.
Bekocht wurde im Haupthaus, das Personal musste keine Küche aufräumen.
Hier und da sah ich Personal, welches sich angeregt mit einem Bewohner unterhielt, und am Eingang traf ich auf eine Gruppe Rollstuhlfahrer, die gerade von einem " Spaziergang " im Park zurück kam.

Sind die Leute im Osten noch nicht so geldgeil wie die westlich geprägten?
"Alt werden ist nichts für Feiglinge",
so ein Satz, der provozierend auch Wahres enthält.

Wer will denn schon gerne jahrelang bettlägering sein,
wer will jahrelang nicht mehr Herr/Frau der eigenen Sinne sein,
wer will denn gerne künstlich ernährt werden,
wer will denn gerne gewaschen und gewindelt werden?
Niemand.

Aber kann man es sich aussuchen?
Nicht in jedem Fall.
Vorsorgen und sich selbst zu helfen?
Im Vorfeld leicht ausgesprochen, wenn es soweit ist, versagen oft die Kräfte oder der Überlebenswille meldet sich doch.
"Im Vorfeld leicht ausgesprochen, wenn es soweit ist, versagen oft die Kräfte oder der Überlebenswille meldet sich doch. "

Dieser Austausch hier ist halt diesbezüglich reine Theorie.

Die Praxis hat so an sich, dass sie dann doch meist ein bisserl anders ausschaut.

AK
Meist hängt man doch irgendwie am Leben.
Und da die Unselbständigkeit im Alter langsam voranschreitet, gewöhnt man sich wohl an Hilfestellungen. Es bedarf immer etwas mehr und letztlich wird man gewickelt und gefüttert.
Aus unserer jetzigen Sicht ist diese Vorstellung ein Graus!

Ich denke da an meinen behinderten Sohn.Er lebt in einer Einrichtung und muss dort (und monatlich auch bei mir, wenn er hier ist) gewickelt und geduscht werden.
Geistig ist er gut drauf, fährt alleine in die Stadt, spielt Gitarre in einer Behindertenband.
Seine Zimmernachbarin muss zusätzlich sogar gefüttert werden.
Beide kennen es nicht anders. Es gibt keine Alternative...falls jemals bei ihnen der Gedanke an Rebellion aufgekommen sein sollte (spätestens in der Pubertät hat man ja sowas).

Und vielleicht denken wir im Alter auch so? Ertragen es irgendwie....
(Ausnahmen gibts natürlich immer.)
cron