Gerd1955 hat geschrieben: @ juwigu.

Gratuliere.
Das Leben ist zu schön, um es in Alkohol zu ertränken.
Es gibt keinen Grund für uns, wieder zu "saufen". Keinen.

Bleib tapfer und gute 24 Stunden,

Gerd

Hallo
kann mich deinen Worten nur anschließen, es gibt keinen Grund wieder zur Flasche zu greifen. Ich habe gerade die 1. Augen-OP hinter mir, aber auch das ist im klaren Kopf gut zu ertragen. Die 2. OP folgt dann am 10.10.2013 darum kann ich zur Zeit nur bedingt auf Beiträge in diesem Forum reagieren. Werde aber trotzdem von zeit zu zeit reinschauen, denn dieses Forum liegt mir sehr am Herzen. So für heute genug geschrieben bis bald
GLG
Lebensfroh 
juwigu hat geschrieben: Ich trinke seit über 5 Jahren kein Alkohol mehr !

Warum habe ich Alkohol getrunken ?

Die Gründe waren das alleine sein, eine längere Zeit der Arbeitslosigkeit, Verlust des
sozialen Umfeldes.

Dadurch wurde ich damals depressiv und " versank " immermehr zu Hause im Alkohol !

Mal konnten es 2-3 Flaschen  Pils - mal bis zu 10 Flaschen Pils am Tag sein - die mein
Körper, letztendlich von mir verlangte.

Nach 3 Entgiftungen und einer Therapie  kann ich heute sagen, daß ich es hoffentlich
jetzt endgültig, durch meinen Willen nicht mehr zu trinken, geschafft habe mit dem " Saufen "
aufzuhören.

Soetwas kann nur funktionieren, wenn der Wille da ist - man will ja noch weiterleben -
und freue am Leben haben - so denke ich !

Daher kann eine Partnerschaft nur klappen - wenn der Partner , meiner Meinung nach,
von Anhang mich als " ehemaligen " Alkoholiker ( " Trockenen " ) voll und ganz akzeptiert.

Ich spreche, daß Thema " Alkohol " beim Kennenlernen ´- von  Anfang an !

Ich kann und möchte darüber sprechen - und bestimmt andere davor warnen -
übermäßig und unkontrolliert regelmäßig zu trinken !!!

juwigu     



Ja, es gehört auf jeden Fall der Wille dazu, dem vermeintlichen "Freund" Alkohol den Garaus zu machen. Dieser "Freund" macht es einem nicht immer leicht, denn seine hintertückische Art sucht sich oft ein Eckchen um wieder präsent zu sein. Der Anfang vom Ende, leider.

Ob man nach jahrelanger Trockenheit weiter eine SHG besucht oder nicht, ist sehr individuell.

Ich für mich habe irgendwann - nach sehr intensiver SHG-Zeit - entschieden, dies nicht mehr zu tun. Denn trotz abstinentem Leben hat in gewisser Weise der Alkohol ja immer noch mein Leben bestimmt, wenn auch der, den andere tranken. Und da war ich raus, ich wollte nimmer.

Das Leben ist schön UND auch mal nicht schön. Beides bekommt man ohne Alkohol einfach besser geregelt.

Meine Prämisse ist eben nicht, ich DARF nicht trinken, sondern...

ich MÖCHTE es nicht !!!


allen einen guten tag
@kleine Chaotin :

genau.

Ich möchte leben.

Mit Alkohol geht das bei mir nicht.
Deshalb trinke ich andere Sachen.

Gute 24 Stunden
Hallo

ja, Hanna, beim Lesen deiner Zeilen fühlte ich mich zeitlich quasi zurück versetzt.
Deine Geschichte kann ich so gut nachempfinden.
Mein letzter Partner war als wir uns kennen lernten nach 32 Entgiftungen ca. 2 Jahre lang "trocken" und er hat mir nach ca. einer Woche gesagt das er Alkoholkrank ist.
Mir selber ist es auch nicht aufgefallen, das er bei unseren Dates nur Cola oder Tonic trank, ich habe mir aber wie du, nichts dabei gedacht...

Wir sind ziemlich schnell zusammen gezogen und alles war 6 Jahre lang gut.
Als er dann seine Arbeit verlor, erlebte ich Sachen die ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorgestellt hätte. Das war Co-abhängigkeit vom Feinsten. Mit Bedrohung, Polizei und Feuerwehr im Haus... Als dann auch eine 26-Wochen-Therapie nicht fruchtete, in der ich zu ihm gestanden habe, habe ich die Reißleine gezogen und mich von ihm getrennt.

Ich habe manchmal darüber nach gedacht ob ich gleich damals, nach seinem "Eingeständnis" das er Alkoholkrank ist hätte sagen sollen: Komm, wir lassen das.

Keine Ahnung, was richtiger (?) gewesen wäre. Hat nicht Jeder eine zweite Chance verdient?

Noch soviel. Mein damaliger Partner lebt nicht mehr- und trotz neuer, glücklicher Partnerschaft, ich denke sehr, sehr oft an ihn.

Freundliche Grüße von Annie L
Annie_L hat geschrieben: Hallo

ja, Hanna, beim Lesen deiner Zeilen fühlte ich mich zeitlich quasi zurück versetzt.
Deine Geschichte kann ich so gut nachempfinden.
Mein letzter Partner war als wir uns kennen lernten nach 32 Entgiftungen ca. 2 Jahre lang "trocken" und er hat mir nach ca. einer Woche gesagt das er Alkoholkrank ist.
Mir selber ist es auch nicht aufgefallen, das er bei unseren Dates nur Cola oder Tonic trank, ich habe mir aber wie du, nichts dabei gedacht...

Wir sind ziemlich schnell zusammen gezogen und alles war 6 Jahre lang gut.
Als er dann seine Arbeit verlor, erlebte ich Sachen die ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorgestellt hätte. Das war Co-abhängigkeit vom Feinsten. Mit Bedrohung, Polizei und Feuerwehr im Haus... Als dann auch eine 26-Wochen-Therapie nicht fruchtete, in der ich zu ihm gestanden habe, habe ich die Reißleine gezogen und mich von ihm getrennt.  Ich habe manchmal darüber nach gedacht ob ich gleich damals, nach seinem "Eingeständnis" das er Alkoholkrank ist hätte sagen sollen: Komm, wir lassen das.

Keine Ahnung, was richtiger (?) gewesen wäre. Hat nicht Jeder eine zweite Chance verdient?

Noch soviel. Mein damaliger Partner lebt nicht mehr- und trotz neuer, glücklicher Partnerschaft, ich denke sehr, sehr oft an ihn.

Freundliche Grüße von Annie L

Hallo Anni_L
ich kann sehr gut verstehen, dass du manchmal darüber nachdenkst, ob es nicht besser gewesen wäre, du hättest beim Outen deines Partners keiner Beziehung bzw. Zusammenziehen zugestimmt. Wie du ja bestimmt weißt, ist die Alkoholkrankheit eine Rückfallerkrankung. Du konntest ja nicht ahnen, dass nach 6 Jahren der Abstinenz durch ein persönliches Ereignis (Verlust des Arbeitsplatzes) eine erneute Gefahr für deinen Partner bestand, und er keinen anderen Weg sah, als wieder zum ALk zu greifen. Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen, nehme die schöne Zeit aus dieser Beziehung mit, und schaue nach vorne. Keine Zeit ist eine verlorene Zeit. Nimm das Beste mit und lebe jetzt deine glückliche Beziehung aus. Wünsche Dir Kraft und Zuversicht und alles Gute, in dem Sinne
Lebensfroh
 
Annie_L hat geschrieben: Hallo

ja, Hanna, beim Lesen deiner Zeilen fühlte ich mich zeitlich quasi zurück versetzt.
Deine Geschichte kann ich so gut nachempfinden.
Mein letzter Partner war als wir uns kennen lernten nach 32 Entgiftungen ca. 2 Jahre lang "trocken" und er hat mir nach ca. einer Woche gesagt das er Alkoholkrank ist.
Mir selber ist es auch nicht aufgefallen, das er bei unseren Dates nur Cola oder Tonic trank, ich habe mir aber wie du, nichts dabei gedacht...

Wir sind ziemlich schnell zusammen gezogen und alles war 6 Jahre lang gut.
Als er dann seine Arbeit verlor, erlebte ich Sachen die ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorgestellt hätte. Das war Co-abhängigkeit vom Feinsten. Mit Bedrohung, Polizei und Feuerwehr im Haus... Als dann auch eine 26-Wochen-Therapie nicht fruchtete, in der ich zu ihm gestanden habe, habe ich die Reißleine gezogen und mich von ihm getrennt.

Ich habe manchmal darüber nach gedacht ob ich gleich damals, nach seinem "Eingeständnis" das er Alkoholkrank ist hätte sagen sollen: Komm, wir lassen das.

Keine Ahnung, was richtiger (?) gewesen wäre. Hat nicht Jeder eine zweite Chance verdient?

Noch soviel. Mein damaliger Partner lebt nicht mehr- und trotz neuer, glücklicher Partnerschaft, ich denke sehr, sehr oft an ihn.

Freundliche Grüße von Annie L



@Anni:

6 Jahre sind doch eine recht lange Zeit, die Ihr glücklich miteinander wart.
Es gibt nun leider im Leben keine Garantie auf Glück. Und auch ein "Normaltrinker"
kann zum "Vieltrinker" oder zum "Zuvieltrinker", sprich zum Alkoholiker werden,
manchmal geht das recht schnell. Jedermann hat das Recht auf Hilfe, wenn er sie benötigt,
aber niemand ist verpflichtet, Hilfe zu leisten, die ihn massiv überfordert, oder sogar selber
hilfebedürftig macht.

Meine Partnerin weiß um mein Handikap, ich bin mehr als 20 Jahre trocken, sie geht
das Risiko ein, weil sie mich liebt. Ich würde aber meiner Partnerin nie zumuten,
die Rolle des Co-Alkoholikers zu übernehmen.

Wenn ich wieder Alkohol trinken würde, wäre alles aus, so schmerzlich das für uns beide
sein würde.

Gerd
Hallo, ich möchte Dir einfach mal schreiben. Ich finde es sehr toll das Du es geschafft hast. Ich hatte mal einen Freund er war trockener Alkoholiker, er ist zu den AA gegangen, damit ich ihn besser verstehen konnte bin ich auch mit gegangen. ( ich habe kein Alkoholproblem) .Die Truppe dort war super, wir haben sogar Silvester gefeiert ohne einen Tropfen. Leider ist die Versuchung immer sehr groß. Mein Freund war in einer Leitenden Funktion, zu jeder Gelegenheit gab es ein Glas Sekt. Irgendwann konnte er nicht wieder stehen. Der Alkohol machte unsere Beziehung kaputt. Wir trennten uns, aber ich weiß er hat es wieder geschafft, Ich ziehe vor jedem den Hut, der das Problem Alkohol kennt und trocken ist.
123456hj hat geschrieben: Hallo, ich möchte Dir einfach mal schreiben. Ich finde es sehr toll das Du es geschafft hast. Ich hatte mal einen Freund er war trockener Alkoholiker, er ist zu den AA gegangen, damit ich ihn besser verstehen konnte bin ich auch mit gegangen. ( ich habe kein Alkoholproblem) .Die Truppe dort war super, wir haben sogar Silvester gefeiert ohne einen Tropfen. Leider ist die Versuchung immer sehr groß. Mein Freund war in einer Leitenden Funktion, zu jeder Gelegenheit gab es ein Glas Sekt. Irgendwann konnte er nicht wieder stehen. Der Alkohol machte unsere Beziehung kaputt. Wir trennten uns, aber ich weiß er hat es wieder geschafft, Ich ziehe vor jedem den Hut, der das Problem Alkohol kennt und trocken ist.



Hallo, ich habe Deinen Beitrag hierher verschoben; ich denke er paßt recht gut.

Ich finde es klasse, daß Du die Trockenheit Deines ehemaligen Freundes so mitgetragen hast. Und nicht nur, daß Du ihn verstehen wolltest... nein, Du hast die Trockenheit auch mit ihm gelebt.

Ja, die Gefahr des Rückfalls ist immer gegeben, und das hat Dich bestimmt schwer enttäuscht. Eine Trennung ist da einfach ein Muss, denn sonst kann das eine unendliche Leidensgeschichte werden.

Nun, ich gehe mal davon aus, daß Du dennoch nicht den Glauben an eine glückliche Beziehung verloren hast, wer weiss.... :-)


Liebe Grüße

klein_chaotin
Hallo, nein ich habe wieder eine neuen Partner gefunden. Mit meinen damaligen Freund oder Partner, wir haben ja sieben Jahre zusammen gelebt, mit ihm stehe ich immer noch in Verbindung.
Eigentlich hätte ich mich auch nicht von ihm getrennt, wenn die Angst nicht da währe. Ich arbeitete in drei Schichten und ich hatte immer Angst meine Kinder bei ihm zu lassen. Dann wollte er mich heiraten und noch ein Kind und das wollte ich nicht. Ich wollte aber auch nicht sein Wunsch im Wege stehen. Nun ist er verheiratet und hat ein Kind.
Er hatte auch mal wieder einen Rückfall, aber zum Glück hat er gute Freunde die ihn auffangen. Ich kann mich noch an früher erinnern, wenn es mal so weit war rief ich einen Freund von den AA an, sie sind sofort gekommen und halfen weiter. Besorgten einen Platz im Krankenhaus oder er bekam einfach so viel Unterstützung wie er brauchte. Das waren echte Freunde.
Ich glaube wer Probleme mit dem Alkohol hat, kann sich sorglos an diese Gruppe wenden, man braucht dort nicht viel sagen, das zuhören hilft einem auch schon weiter. Auch den Angehörigen! denn die fühlen sich manchmal alleine gelassen. Man will vor Scharm nicht über solche Probleme mit anderen reden. So ging es mir auch.
Prima, daß Du einen neuen Partner hast und glücklich bist.


In der Beziehung mit einem süchtigen Partner können natürlich die Selbsthilfegruppen - gerade auch für die Angehörigen - eine enorme Unterstützung bieten. Man merkt eben, daß man nicht allein ist.

Aber, ich gebe zu..ich bin persönlich kein Fan von den AA's, da dort genau das praktiziert wird, was meiner Meinung nach nicht so hilfreich ist. Einer redet, alle anderen hören zu. Ich halte es da eher mit dem gemeinsamen Reden, sowohl für Betroffene wie auch für Angehörigen. Und wenn man erst mal seinen eigenen Kummer, seine Nöte rausgelassen hat, wird die Scham von Mal zu Mal kleiner.

Und ein Angehöriger "lernt" auch recht schnell, daß es keinesfalls sein Versagen war, was die Abhängigkeit des Partners ausgelöst hat und macht sich - hoffentlich - frei von jedweden Schuldgefühlen.
Das ist nämlich etwas, was der Abhängige meisterhaft beherrscht, Anderen die Schuld zuzuweisen.
Kenne das von der Arbeit her, dir Rückfallquote ist sehr hoch und in den meisten Fällen auch der Job weg...
Imagine58 hat geschrieben: Kenne das von der Arbeit her, dir Rückfallquote ist sehr hoch und in den meisten Fällen auch der Job weg...


Ja, Imagine, die Rückfallquote ist leider immer noch viel zu hoch. Und auch wenn Alkoholismus - ich geve davon aus, das meinst Du jetzt ??!! - eine anerkannte Erkrankung ist, schützt das nicht mehr vor einer Kündigung. Und dann verliert der Süchtige erst recht den Boden unter den Füßen.

Aber jeder kann, wenn er/sie wirklich nicht mehr so weiterleben möchte, sich Hilfe suchen.Und Selbsthilfegruppen gibt es immer mehr, sie unterstützen in Krisensituationen und sind auch da, wenn der Suchtdruck nahezu zu stark wird.


kleine_chaotin
Hallo, ich möchte noch einmal etwas zu diesem Thema schreiben. Bei den AA,s redet nicht nur Einer, nein jeder sagt was ihn bedrückt. Ich meinte, wenn einer nichts sagen möchte, dann kann er zuhören.
Zur Kündigung, möchte ich sagen, bei mir im Betrieb wird Alkoholismus als Krankheit anerkannt und deshalb wird keiner entlassen. Im Gegenteil, es wird geholfen.
Ich muss sagen ich arbeite in einem Pflegeheim das auch viele Alkoholkranke beherbergt. wenn ich sehe was der Alkohol anrichten kann, dann vergeht mir oft einen guten Tropfen zu trinken.
Manchmal sage ich immer, man sollte der Jugend mal zeigen wie der Alkohol den Menschen kaputt machen kann.
Kündigung :
Praxis :1. Abmahnung mit dem Angebot eine Therapie
zu machen.
Bei einem Rückfall erfolgt die 2. Abmahnung, muss aber noch
nicht die Kündigung sein!! Wiederholte Therapie.
Erst bei einer 3. Abmahnung ist eine Kündigung wirksam.
So entscheiden die Arbeitsgerichte.


Und zur Prävention. Sie ist notwendig und gut, auch wenn nur eine Person davon profitiert.
Ich habe in meiner Präventionstätigkeit ( Schulen, Betrieben usw ) immer von meiner "Säuferkarriere"
erzählt, ob es was genutzt hat ??? aber das Angebot sollte sein.
Liebe Leute,

da der "Baron" es nicht für nötig hielt, eine Antwort zu geben, gehe ich davon aus, daß sein Beitrag lediglich als Posse dienen sollte.

Aber, das Thema ist zu ernst, als daß man sich über Betroffene oder auch evtl. Betroffene einfach nur lustig macht.

Daher...hab' ich den Beitrag gelöscht..



kleine_chaotin
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