Genährt durch diverse Foren- und Blogeinträge in den letzten Tagen, habe ich eben die Informationen zu dem Thema, die Wikipedia bereit stellt, gelesen. Ehrlich gesagt: Als ich am Ende angekommen war, wurde mir mulmig. Erschreckend, was dieses Gift so alles auslöst und kaputt machen kann. Und dennoch ist es an jeder Ecke nahezu rund um die Uhr erwerblich. Da tun sich Unmengen von Fragen auf. Zum Beispiel, warum nicht in Sachen Alkohol, wie beim Tabak, deutliche Warnungen aufgedruckt werden. Liegt es daran, dass Alkohol in Wohlstandsgesellschaften eine enorme Lobby hat? Oder ist es schlicht die Unfähigkeit der EU-Politiker, die sich lieber mit dem Krümmungsgrad von Bananen oder Gurken, oder dem Durchmesser und der Abrolllänge von Kondomen befassen? Fragen über Fragen, Fakten über Fakten, die durchaus zu einer munteren >fairen< Diskussion dienlich sind.

Doch hier zunächst der Wiki-Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholkrankheit
(Bitte Zeit nehmen! Sehr langer Eintrag!)

.
Unter Themengruppe, Sucht, wird über Alkoholkrankheit schon diskutiert.
Die Gefahr die vom Alkohol ausgeht weiss wohl jeder, sogar die Jugendlichen sind informiert. Dazu brauche nicht ständig vom Staat verordnete Horrorbilder mir anzuschauen. Ein gutes Glas Wein in Ehren kann niemand verwehren.
Wer sich in die Sucht begibt ist selber schuld. Der kann auch nur selber wieder raus.
@catdog:
alles richtig, was Du sagst. Es geht auch nicht darum, jemandem sein tägliches Viertele zu verbieten.
Werden daraus aber täglich zwei, vier oder sechs Viertele, dann ist Gefahr im Verzug.
Darum geht es. Ehrlich zu sich selber sein, und schaun, ob es auch mal vier Wochen mit Null Viertele geht.

Geht es nicht oder nur sehr schwer, gibts nur eines : Dauerhaft Null Viertele.

Null Viertele gibt es nicht auf Rezept. Das kann nur der Trinker selber. Kapitulation heißt das Zauberwort. Sich selber zugeben, dass man nicht mehr ohne Alkohol kann.

Ohne Kapitulation geht's geradewegs ins Desaster.
Was Alkoholismus nun mit Gesundheit und Wellness zu tun hat,
weißt sicher nur der TE allein 8)
Mahala :

Alkoholismus ist eine Krankheit. Sie ist unheilbar.
Sie kann aber zum Stillstand gebracht werden.
Bei uns sagt man statt Prost beim Anstossen: "Gsundheit". Vielleicht ist das gemeint.

Was die Wellness betrifft habe ich noch nichts von Weinbäder gehört, sehr wohl aber von Milchbädern...

Schön finde ich auch, dass man sich bei Wiki bitteschön informieren solle. Was, wenn das Leben mich schneller informiert hat? Müsste ich dann schweigen?
Gerd, ich weiß das, aber es ist auch eine Sucht, daher wohl besser im
diesbezüglichen Forum aufgehoben, wo auch ausführlicher schon darüber diskutiert
wurde und der TE noch mehr *neue Erkenntnisse* gewinnen könnte.
Frank :

zu Deiner ursprünglichen Fragestellung : ich finde es auch mehr als absurd, dass in Tankstellen Alkohol zu kaufen gibt. Wahrscheinlich sind es die lukrativen Gewinne, die hier zu Angebot und Verkauf führen.

Aber : jeder Mensch soll selber bestimmen, was er zu sich nimmt, die Menge macht's. Und ja, Aufklärung tut not, schon alleine, damit keiner sagen kann, er war sich der Suchtgefahr nicht bewußt.

Die Alkoholwirtschaft hat wohl den entsprechenden Einfluß,
ob nun ein Aufdruck auf den Flaschen wirken könnte, weiß ich nicht.
Mahala,

ja klar, der Thread gehört mehr in die Suchtkategorie, es schadet doch aber der sachlichen Diskussion nichts, wenn er in "Gesundheit" bleibt.
@ Gerd

Ich erinnere mich an die Äusserung eines Alkoholkranken, bei dem die Alkoholkrankheit mit dem ersten Schluck ausgebrochen ist. Die Menge macht es nicht. Einer kann mit einem Glas Wein pro Tag bereits suchtkrank sein.
Ob ein Suchtproblem vorliegt, ist oft bei den Angehörigen eher zu erkennen, als beim Suchtkranken selbst.
Wenn schon informiert werden soll, dann bitte offen und nicht mit Klischees.
Nun wird doch wohl nicht ein jeder, der mal ein Glas Wein trinkt oder trank gleich ein Alkoholiker sein, oder ?

Nein, die Menge alleine macht es nicht, sondern der Umstand, dass diese Menge da sein muß, und konsumiert sein muß. Suchtverhalten also.

Süchtig kann einer sein, lange bevor das Umfeld davon beeinträchtigt wird. Der Süchtige selbst wird es wohl zuerst merken. Ob er es sich eingesteht, ist eine andere Frage.

Kann mir doch keiner erzählen, dass er nichts dabei findet, wenn er regelmäßig blau ist oder ?

Wenn der Job weg ist wegen Alkohol, oder der Führerschein oder die Familie kaputt, dann ist nicht fünf vor zwölf, dann ist halb eins !
@ Gerd

Du liegst hier total falsch. Die Menge macht es eben gerade nicht. Es kann der erste Schluck reichen und schon hat es einen. Daumenregel: Je jünger der Mensch, desto rascher wird das Kinder- oder Jugendgehirn süchtig.
Darum sollen alkoholische Getränke nicht an die Kleinen abgegeben werden.

Der Alkoholkranke ist mir noch nicht begegnet, der vor seiner Familie/Arbeitgeber/Umfeld zur Einsicht gekommen ist, dass er was ändern will. Nein, die Einsicht zur Änderung kommt erst, wenn einiges oder alles den Bach runtergegangen ist und das Umfeld seit Jahren oder Jahrzehnten leidet oder fortgegangen ist.
Dienstagabend besuchte ich den hiesigen Weihnachtsmarkt. Speziell die Glühweinstände waren schwer belagert. Allein schon der Geruch des Zeugs in unmittelbarer Nähe macht fast hai. Als ich sah, was die Grüppchen an den Stehtischen sich so reinpfeifen, wurde mir ganz anders. Die holen sich den warmen gezuckerten und gewürzten Panschrotwein nicht in Tassen, nein, sie ordern gleich ganze Thermoskannen, die man sonst vom Kaffee her kennt. Ich bin nicht vom Fach, aber wer solche Mengen vertragen kann, muss meiner Meinung nach grundsätzlich 'in der Übung' sein. Sonst würden die doch alle lang den Meter aufs Pflaster kippen.

Weiterhin fand ich eben eine interessante Zahl des Statistischen Bundesamts. Legt man die Summe des in 2012 verkauften Alkohols auf die Haushalte um, so trifft man (rein statistisch) hinter jeder 3,48. Wohnungs/Haustür auf einen alkoholkranken Menschen. Erschreckend!
Lioness,

wir sind hier bei 50 plus. Also reden wir von Erwachsenen. Dass man Minderjährigen keinen Alkohol zum Trinken gibt, ist doch wohl klar. Jedenfalls mir.

Nochmal : wenn einer wirklich durch einen einzigen Schluck Wein, Bier oder Schnaps zum Alkoholiker wird, dann ist es eine ebenso seltene Ausnahme, wie der der täglich einen Kastemn Bier verputzt (10 Liter), und trotzdem sofort aufhören kann.

Die Menge macht es nicht alleine, sagte ich bereits, sondern das unstillbare Verlangen, dass diese Menge sofort verfügbar und konsumierbar ist.

Das ist der erste Sensor.

Ich sehe doch, was ich trinke, während die anderen viel geringere Mengen oder garnix trinken.

Jeder merkt, wenn das grob was nicht stimmt.

Ob er die entsprechende Notbremse zieht, ist die andere Frage, manche brauchen vom Merken bis zum Kapitulieren Jahre, Jahrzehnte, ja, die überwiegende Zahl geht daran kaputt, und mit ihnen oft ganze Familien.