Lioness hat geschrieben: @ Ettorio

Wie kommst du auf deine Schlussfolgerung? - Ist nicht genau das Gegenteil gemeint?


..sorry - mit User, die Unterstellungen "anbieten" - mag ich nicht...ok ?
lg
Ettorio hat geschrieben:
FrankGT hat geschrieben: @ Beatrixe:

Das ist bekannt Deutschlandtypisch. Unsere Kfz-Steuer landet auch nicht im Straßenbau. Sonst würden wir auf edelsten Autobahnen fahren und vor allem gäbe es keine maroden Brücken.

Vielmehr scheint mir die Lobby des Alkohols viel zu hoch sein, als das sich irgendein politisches Wesen auf Staats- oder EU-Ebene darüber die Finger verbrennt. Gestern Abend viel mir beim sinnieren über das Thema ein Spiegel-Bericht von vor sehr vielen Jahren ein, in dem festgestellt wurde, dass ca. 20% aller Politiker alkoholkrank sind. Das ist wie gesagt viele Jahre und heute dürfte sich die Prozentzahl im einiges erhöht haben.



 ..und weshalb, so aus deiner Sicht sollte diese Sucht in den Kreisen der Politik geringer sein ?
in den westlichen Demokratien - werden sie vom Volk gewählt..
daher ist jede "Regierung" (also alle Politiker) ein Spiegel des Volkes..
heißt es nicht - jede Gesellschaft (Volk) hat die Politiker, die es verdient..
lg



 
Ich lese hier lediglich, dass vor vielen Jahren ca. 20 % der Politiker  alkolkrank waren und die Prozentzahl wahrscheinlich heute höher ist. Das ist für mich lediglich eine Feststellung.
Wo steht, dass dieser Prozentsatz bei den Politikern geringer sein sollte?
Ettorio hat geschrieben:
Lioness hat geschrieben: @ Ettorio

Wie kommst du auf deine Schlussfolgerung? - Ist nicht genau das Gegenteil gemeint?


..sorry - mit User, die Unterstellungen "anbieten" - mag ich nicht...ok ?
lg




Sorry, die Unterstellungen sehe ich bei Lioness nicht. Nur zwei Sätze mit Fragezeichen.
Oder habe ich etwas Wesentliches übersehen? 
Beatrixe hat geschrieben:
Ettorio hat geschrieben:
Lioness hat geschrieben: @ Ettorio

Wie kommst du auf deine Schlussfolgerung? - Ist nicht genau das Gegenteil gemeint?


..sorry - mit User, die Unterstellungen "anbieten" - mag ich nicht...ok ?
lg




Sorry, die Unterstellungen sehe ich bei Lioness nicht. Nur zwei Sätze mit Fragezeichen.
Oder habe ich etwas Wesentliches übersehen? 

zur geschätzten info
..Unterstellungen - bezogen auf den gestrigen Austausch mit angesprochener Userin..
weiters war mein Statement bezogen - auf die "Wahrscheinlichkeitsform" - dürfte - im Beitrag von FrankGT...
ok ??
lg
Ettorio hat geschrieben:
FrankGT hat geschrieben: @ Beatrixe:

Das ist bekannt Deutschlandtypisch. Unsere Kfz-Steuer landet auch nicht im Straßenbau. Sonst würden wir auf edelsten Autobahnen fahren und vor allem gäbe es keine maroden Brücken.

Vielmehr scheint mir die Lobby des Alkohols viel zu hoch sein, als das sich irgendein politisches Wesen auf Staats- oder EU-Ebene darüber die Finger verbrennt. Gestern Abend viel mir beim sinnieren über das Thema ein Spiegel-Bericht von vor sehr vielen Jahren ein, in dem festgestellt wurde, dass ca. 20% aller Politiker alkoholkrank sind. Das ist wie gesagt viele Jahre und heute dürfte sich die Prozentzahl im einiges erhöht haben.

..und weshalb, so aus deiner Sicht sollte diese Sucht in den Kreisen der Politik geringer sein ?
in den westlichen Demokratien - werden sie vom Volk gewählt..
daher ist jede "Regierung" (also alle Politiker) ein Spiegel des Volkes..
heißt es nicht - jede Gesellschaft (Volk) hat die Politiker, die es verdient..
lg




Entschuldige aber ich könnte eine ganze Reihe einbringen, die möglicherweise allesamt der Spiegel der Nation waren, wenn auch nur vor einem Spiegel-Scherben-Haufen.

Von Uwe Barschel angefangen bis Franz Josef Straußß nebst seine Amigos, alle mit zerbrochenen Spiegeln standen sie da! Ist doch kein Wunder, wenn man nix sehen kann... trifft übrigens auch ganz normale wie du und ich.
Ja, wirklich sehr erschreckend, dass in Sachen Alkohol nicht mehr Aufklärung betrieben wird. Es gibt zwar satt Broschüren zum Thema, z.B. auch von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), aber wer bestellt sich die schon?

Selbst in der Veröffentlichung der jährlichen Todesfallstatistik wird immer Lungenkrebs usw. vorn angestellt, obwohl Todesfolgen durch Alkohol nahezu genauso hoch sind.

Also alles ganz klar der Lobby geschuldet.
Angenommen, ein Destillateur oder Brauerei meldet Kurzarbeit an.
Wer schreitet ein?
Wer schreit nach Arbeitsplatz Erhaltung?
Ist nicht anders als die Erzeuger von Tabak.
Solange die vom Staat subventioniert werden
ist alles nur Halber Kram...
Und der Anblick eines jeden Besoffenen ist zwar abstoßend,
aber das Thema ist um so komplexer als auf dem Ersten Blick.
@ Beatrixe

Ich verstehe die Texte anders als Ettorio sie interpretiert. Ich habe FrankGT so gelesen und verstanden, wie du ihn wiedergibst. Danke.
Hallo
Ich habe mich sehr über die angeregte Diskussion gefreut, konnte leider wegen Internetproblemen nicht partizieren.
Hier wurde viel über Viertele , Wellness und sogar über Gesundheit geschrieben.
Man sollte doch nicht versuchen, etwas zu verharmlosen, was gefährlich ist. Schon der Anfang ist doch manchmal schon das Ende.
Natürlich ist jeder für sich selbst verantwortlich, aber die Menschen durch Verharmlosung wie das gemütliche Viertele oder sogar Wellness etwas Gutes zu suggerieren, ist doch eindeutig fehl am Platz.
Unsere Suchtgruppe will Menschen helfen, wieder zu sich selbst zu finden. 
Und dazu gehört nicht die Kapitulation, sondern den Kampf anzunehmen.
Ich bin Stolz auf Alle, die den täglichen Kampf ausfechten und gewinnen.
Ich möchte Allen frohe Festtage wünschen und viel Kraft und Erfolg im neuen Jahr 2014
Lebensfroh
 
Der Thread wurde aus Gesundheit und Wellness nach Sucht verschoben.

Ich erinnere immer gern daran. Es gibt nicht nur die Suchtbetroffenen sondern auf jeden solchen Menschen treffen im Durchschnitt fünf Mitbetroffene.
In diesem Forum tummeln sich beiderlei. Dies ist nämlich kein geschlossenes Onlinemeeting für nur Suchtbetroffene.
Es würde mich ungemein, sehr, sehr freuen, wenn zumindest die Moderation beide Seiten der Medaille gleich berücksichtigen würde. Die Sichtweise der Dinge ist naturgemäss eine andere. Und noch was ganz Wichtiges: Angehörige können für sich selbst denken und schreiben. Vielen Dank.
FrankGT hat geschrieben: Mich beschäftigt schon seit gestern Abend die Frage, was wohl passieren würde, wenn z.B. ein Schützenfest, Stadtfest, oder aktuell ein Weihnachtsmarkt völlig alkoholfrei stattfinden würde?



Er würde von Familien mit Kindern und einigen wenigen, überzeugten Nichttrinkern besucht, insgesamt aber vermutlich Verluste schreiben. 

In München habe ich 2 Nichtraucherlokale kommen und wieder pleite gehen sein (ich war damals als Veranstaltungsredakteurin für ein Gay-Magazin aktiv, beide Lokale versuchten per Anzeigen und Berichterstattung bekannt zu werden, war noch vor der Zeit des Rauchverbots in Lokalen).

Ich könnte mir vorstellen, daß das mit alkoholfreien Veranstaltungen ähnlich wäre, aus zweierlei Gründen: zum einen ist Alkohol wie das Rauchen auch immer auch mit sozialer Interaktion verknüpft. Selbst Nichtraucher haben sich sehr oft in Pausenräumen der Raucher (an div. Arbeitsstellen so erlebt) oder Raucherlokalen eingefunden, weil's einfach bequemer ist als den Rauchern auf die Straße zu folgen oder auch  nur Gesprächspausen in Kauf zu nehmen, weil sich die Raucher "schnell mal" zwischendurch eine reinziehen wollen. Ähnlich wird's beim Alkohol auch sein, wobei zumindest die Belästigung durch alkoholtrinkende Gesprächspartner noch in Grenzen hält.

Das andere aber - zumindest für Lokale gilt das: die meisten Gaststätten, Partyveranstalter usw. finanzieren sich hauptsächlich über den Umsatz von alkoholischen Getränken. Angebotene Speisen bringen bei weitem nicht den Umsatz, mit dem sich ein Lokal wirklich finanzieren kann: Einkaufspreis, Energiekosten, vor allem aber die Personalkosten für die Essenszubereitung und die Auflagen, die notwendig sind, um Lebensmittel zu verkaufen, sind so hoch, daß unter'm Strich das Essen so teuer sein müßte, daß es kaum jemand zahlen würde - sprich: ob sich ein Gaststättenbetrieb halten kann ist immer auch vom Umsatz alkoholischer Getränke abhängig. Inwieweit das auf Weihnachtsmärkte o.ä. umsetzbar ist: ich weiß es nicht, ich bezweifle aber, daß es wirklich Massen anlocken würde.

Was mich betrifft: ich habe beide Seiten kennengelernt. Es gab eine Zeit, da stand ich hart an der Kippe zur Alkoholsucht, das ging rapide: ein, zwei Gläser und ich konnte "frei Schnauze" reden, wo ich sonst zu schüchtern war. Ich wußte, was Alkoholismus bedeutet, mein Vater war einer und ich hatte mir geschworen, niemals selbst zum Säufer zu werden, aber es hat kein Jahr gedauert, da soff ich - anders kann ich's heute nicht bezeichnen - fast jede Nacht bis zum völligen Filmriß. Natürlich auch durch mein damaliges Umfeld  mit bedingt: Kneipen"szene", immer auf Achse, Interviews und Berichterstattungen aus dem Veranstaltungsbereich, natürlich auch der Reiz des Flirts innerhalb dieser Szene und mein Faible für's Darten - ein Spiel, das nun mal überwiegend in Kneipen gespielt wird und oft über "eine Runde ausspielen" läuft, wie auch immer. Egal, ich hab mich gründlich verschätzt, auch in meiner Fähigkeit, jederzeit wieder aufhören zu können. So lange es "gut läuft" hört man nicht auf, alle Relativierungen oder "och, ich brauche das  nicht" ist nur Augenwischerei.

Als ich dann aufhören mußte (mein Glück im Unglück, die Sauferei hatte so schwerwiegende gesundheitliche Folgen für mich, daß  nur die Wahl blieb: weitersaufen oder ab über'n Jordan) war ich allein, von den "Freunden", die ich entweder selbst verprellt hatte oder die ich lediglich aus diesem Kneipenumfeld kannte, war jedenfalls niemand mehr da. Da steckte ich wirklich bis zur Halskrause in der Scheiße (sorry) und das war bitter. Und heilsam auch, weil: ich glaube nicht, daß ich anders zur Einsicht gekommen wäre, daß ich auf dem besten Wege war, mich selbst zu zerstören. Dazu hat's dieses "ganz unten" gebraucht. 

Später war ich mit einer Alkoholikerin liiert. Auch hier: Schönfärbereien. Obwohl ich's doch hätte besser wissen müssen, bildete ich mir ein, ihr "helfen" zu können. Ich konnte nicht, im Gegenteil, ich wurde co-abhängig in dem Sinn, daß ich mir mehr über ihre Trinkerei Gedanken machte und wie ich sie "da rausholen" könnte, als über mich bzw. unsere Beziehung. Trennen konnte ich mich erst, als ich krank wurde und ihre Hilfe gebraucht hätte und merkte, daß sie mir die gar nicht geben konnte. Die Trennung war bitter, ich hatte das Gefühl, sie im Stich zu lassen, das hat mich lange beschäftigt, schließlich mochte ich sie ja. Wie auch immer, auch diese Erfahrung war gut, da habe ich immerhin gelernt, wie wichtig es ist, auch NEIN sagen zu können, auch dann wenn man liebt oder zu lieben glaubt.

Heute bin ich froh, nicht so abhängig geworden zu sein, daß ich bei jedem Hustentropfen, bei jedem Konfekt oder jeder Einladung darauf achten muß, ob evtl. Alkohol drin ist, ich kann mir mal ein, zwei Becher Glühwein gönnen, ich tu's nur selten, so wahnsinnig lecker schmeckt das Zeug ja nicht. Bei fast allen Feiern, an denen ich teilnehme, wird Alkohol getrunken, gerade um diese Jahreszeit werden Weinflaschen verschenkt und geschenkt usw. - es ist gesellschaftlich so "normal" und akzeptiert, das macht Alkohol so brisant, finde ich. Und wenn dann jemand strauchelt oder in der Abhängigkeit landet, wird immer noch verurteilt, ist derjenige immer noch so "dumm, inkonsequent, ein Säufer" - das macht den Ausstieg nicht gerade leicht. Eigentlich eine absurde Doppelhaltung, wenn man sich's recht überlegt. 
Nach meinem Dafürhalten werden genug alkoholfreie Alternativen auf allen ordentlichen Festivitäten angeboten, sodass sich di Frage nach alkoholfreien Festen gar nicht stellt.
was mir allerdings Sorgen in dem Beitrag von Fritzi macht, ist die Aussage, dass Alkoholiker lernen können, mit Alkohol umzugehen.
Diese Fehleinschätzung hat lekder schon viele Alkoholiker die bewundernswerterweise die Abhängkeit unter Kontrolle hatten, wieder rückfällig werden lassen.
Darum ,fnde ich es gar nicht gut,  wenn solches in Beiträgen als Erfahrung weitergegeben wird.
Wer sich am Abgrund fühlte und danach kontrolliert trinken kann, der war nie am Abgrund, wer am Abgrund war, der kann nie mehr kontrolliert trinken, denn das erste Glas bringt ihn an den Abgrund zurück und das zweite Glas schubst ihn darüber hinaus.  
 
Nach meinem Dafürhalten werden genug alkoholfreie Alternativen auf allen ordentlichen Festivitäten angeboten, sodass sich di Frage nach alkoholfreien Festen gar nicht stellt.
was mir allerdings Sorgen in dem Beitrag von Fritzi macht, ist die Aussage, dass Alkoholiker lernen können, mit Alkohol umzugehen.
Diese Fehleinschätzung hat lekder schon viele Alkoholiker die bewundernswerterweise die Abhängkeit unter Kontrolle hatten, wieder rückfällig werden lassen.
Darum ,fnde ich es gar nicht gut,  wenn solches in Beiträgen als Erfahrung weitergegeben wird.
Wer sich am Abgrund fühlte und danach kontrolliert trinken kann, der war nie am Abgrund, wer am Abgrund war, der kann nie mehr kontrolliert trinken, denn das erste Glas bringt ihn an den Abgrund zurück und das zweite Glas schubst ihn darüber hinaus.  
 
Lebensfroh hat geschrieben: was mir allerdings Sorgen in dem Beitrag von Fritzi macht, ist die Aussage, dass Alkoholiker lernen können, mit Alkohol umzugehen.
 



Nanu? Ich wüßte nicht, wo ich eine solche Aussage getroffen hätte.   

Was deinen übrigen Beitrag angeht, @Lebensfroh: mehr als eigene Erfahrungen sind in einem Forum mit eher privatem Schwerpunkt nicht zu erwarten, es ist für mich allerdings befremdlich, daraus allgemeingültige Aussagen ableiten zu wollen oder individuelle Erfahrungen anderer in Frage zu stellen. 

Zum Thema "kontrolliertes Trinken" bin ich selbst skeptisch, da stehen sich auch Fachleute ziemlich kontrovers gegenüber. Ich weiß zu wenig über Suchtforschung oder medizinische Zusammenhänge, um beurteilen zu können, ob "kontrolliertes Trinken" bei Alkoholabhängigen sinnvoll ist, meiner Überzeugung nach können Lösungsansätze aber nie für alle gelten. Letzten Endes wird immer die Biografie, die Willensstärke und auch die Begleitumstände des Betroffenen die Hauptrolle dabei spielen, wenn es darum geht, Wege aus der Sucht heraus zu finden.  
Grüß Dich Lioness,

Es gibt nicht nur die Suchtbetroffenen sondern auf jeden solchen Menschen treffen im Durchschnitt fünf Mitbetroffene.


Ich habe zu dem Thema schon viel in Foren gelesen, aber diese Aussage von Dir zum ersten Mal in einem Forum.

Die Aussage kenne ich ursprünglich aus einem Buch, ich weiß nur leider nicht mehr genau aus welchem (ich habe einige gelesen).

Wenn man sich diese Dimension vorstellt, denn aus den fünf Betroffenen werden ja in der Regel Primär- oder Sekundärsüchtige, so kann man die Ausmaße gar nicht mehr richtig erfassen. Oder - wie es Anne Wilson-Schaef schreibt - dass es nur noch Süchtige gibt.

Was denkst Du?

LG - AK :-)