Hier ist gewagt worden, das Thema anzusprechen, aber die Resonanz ist dürftig. Es lohnt sich, sein Leben wieder lebenswert zu gestalten.

Wir gaben unser höheren Macht , uns selbst und anderen Menschen gegenüber unsere Fehler zu....

Man muss sich den Alkoholismus nicht auf die Stirn schreiben, aber man muß in der Lage sein, darüber zu reden, wenn es erforderlich ist undI man muss zu seiner Krankheit stehen. Ich muss damit nicht hausieren gehen, die meisten können eh nichts damit anfangen....aber über eins muss ich mir bewusst sein, Ich bin für Mich verantwortlich.
Du hast recht schmeis das zeig in denn gulli, da ist es besser aufgehoben und die kanalisation wird gereinigt.
Darüber reden braucht mann dan nicht mehr nur weg!!!!!!.
Hallo strolchy,

es gibt nur wenige Ausnahmen bei alkoholkranken Menschen, die in der Trockenheit ohne
Gespräche auskommen. Wer es versäumt auf sich zu achten, nach dem letzten Glas denkt, jetzt ist alles vorbei, der wird oft eines besseren belehrt. Die Rückfallquote ist erschreckend hoch.
Es ist wichtig, sich die Kraft für die Trockenheit in Selbsthilfegruppen zu holen, über sich und seine Krankheit zu reden und sich die Erfahrungen der anderen Gruppenmitglieder zu Nutze machen.
Ganz wichtig sind die, die nach ihrem Rückfall darüber reden können. Die zeigen den anderen, dass es sich nicht lohnt, mal wieder einen Schluck zu probieren. Die erkennen, dass sie das nicht nachmachen müssen. Ich habe Menschen getroffen, die nach 20-jähriger Trockenheit noch immer in Gruppen gehen.
Alles Gute für dich.
Gruppenbesuche bleiben bis an mein Lebensende das A und O meiner Trockenheit.
Für diese Zuversicht wünsche ich dir viel Glück. Ich denke, du tust das auch regelmäßig.
Es soll Menschen gegeben haben, die das nicht getan haben und irgendwann hat der Partner gesagt,
dass es mal wieder Zeit wird in Gruppen zu gehen. Zu viele alte Verhaltensweisen hatten sich wieder eingeschlichen, die man selbst nicht bemerkt hatte.
Mich wundert gar nicht, dass so wenig Kommentare zu diesem Thema kommen. Betroffene werden sich schon gar nicht outen... weil sie ja zuerst mal sich selbst eingestehen müssten, süchtig zu sein. Davon sind viele meilenweit entfernt.

Ich beglückwünsche jeden, der es geschafft hat, die Sucht zu besiegen und offen über dieses Thema sprechen kann!
Ich finde den eingestellten Text sehr gut.
Ich frage mich, ob ein Betroffener, der das liest, dadurch ein AHA-Erlebnis haben könnte.
Konkret:
Könnte es was nützen, diesen Text jemandem zu schicken, der anscheinend noch nicht an seinem persönlichen Tiefpunkt angelangt ist, aber auf dem besten Weg dorthin?
Eher nicht, Lottesprotte. Ich habe meinem Ex-Betroffenen Texte über Texte über Texte geschickt... aufgewacht ist er erst ein halbes Jahr nachdem ich ihn verlassen hatte. Aber du kannst es ja versuchen. Ist ja nicht jeder gleich.
Ob es was nützt oder nicht, es ist einen Versuch wert.

Aber es gibt auch Menschen, da nützt der tiefste Punkt nichts, die trinken weiter
bis zum Tod.
Ich bin seit 2006 trockene Alkoholikerin.
25 Jahre habe ich getrunken. In der Woche soviel, dass ich meine Arbeit ohne Probleme erledigen konnte, und am Wochende mehr. Es gab viele Gründe warum ich getrunken habe, persönliche Schicksalsschläge, Stress im Beruf usw.. Der Alkohol war Mittel zum Zweck, ich habe mich runter getrunken, kein Kopfkino mehr und ich konnte schlafen. 2006 ging es nicht mehr weiter so, ich merkte, dass der Alkohol das Wichtigste in meinem Leben war. Einladungen von meiner Familie oder von Freunden nahm ich nur noch im äußersten Notfall an, soziale Kontakte Fehlanzeige. Es ging mir mittlerweile so schlecht, dass es aus meiner Sicht nur zwei Möglichkeiten gab, LEBEN oder STERBEN.
Ich wollte mein besoffenes Leben nicht mehr. Das war mein Tiefpunkt, ich lag in meiner persönlichen Gosse.
Meine Familie fiel aus allen Wolken, als sie erfuhren, was mit mir los war. Ich hatte doch alles, einen guten Job, eine schöne Wohnung, ein Auto usw. Eine Alkoholikerin die nicht obdachlos ist, die ihre Arbeit und ihren Führerschein noch hat, gib es das?
Mein Entschluss stand fest, ich musste weg von dem Zeug.
Dann ging alles seinen Gang, zum Arzt, Entgiftung in der Klinik und anschließend eine Langzeittherapie.
Die Therapie war kein Zuckerschlecken, nüchtern alles zu ertragen, über Probleme zu sprechen, die ich im Alkohol ertränkt habe. Aber es hat sich gelohnt, seit fast 10 Jahren bin ich FREI.
Ich glaube, dass viele Betroffene Angst vor den Kliniken haben. Es kusieren ja die schlimmsten Schauermärchen. Der Patient wird eingewiesen auf die Geschlossene, wird eingesperrt, das ist totaler Quatsch. Dann nehmen viele an, dass der Entzug fürchterlich sei, auch das ist Blödsinn. Man bekommt Medikamente gegen die Entzugserscheinungen.
Wichtig ist, eine Klinik aufzusuchen, in der eine qualifizierte Entgiftung durchgeführt wird. Die Ärzte und das Stationspersonal haben eine spezielle Ausbildung.

So, und jetzt noch eine Sache, die mich richtig wütend macht.
Als Alkoholkranke muss ich mich nicht OUTEN. Ich bin keine Aussätzige, ich muss mich auch nicht schämen. ich habe ein gesundheitliches Problem. Solange sich Betroffene verstecken und ihre Erkrankung verheimlichen, solange wird sich auch in den Köpfen der Anderen nichts verändern.
Geredet wird sowieso, oder glaubt jemand von euch, dass es noch niemandem aufgefallen ist, dass ihr zu viel trinkt. Ihr seit auch nicht die einzigen Menschen auf der Welt, die dieses Problem haben.
Ich kann sagen, wenn meine Erkrankung zur Sprache kam, habe ich zu 98% positive Erfahrungen gemacht. Plötzlich hatte der Eine einen abhängigen Vater, der Andere eine trinkende Schwester usw.. Auf die schlechten Erfahrungen von 2% sch......... ich.
Ein anderes Ärgernis für mich ist, bietet mir jemand Alkohol an und ich sage nein, kommt garantiert die Aussage, komm, einen kannst du doch. Wird einem Nichtraucher eine Zigarette angeboten und dieser sagt nein, dann kommt niemand auf die Idee zu sagen, komm, eine kannst du doch.

Jetzt habe ich mir viel von der Seele geschrieben, traut euch, macht den ersten Schritt in die FREIHEIT,
geht zum Arzt, der wird euch helfen. ES LOHNT SICH.
Danke für Deine Offenheit. Auch ich bin eine seit 30 Jahren trockene Alkoholikerin. Es sind die besten Jahre meines Lebens. Natürlich war die Langzeittherapie kein Zuckerschlecken, aber ich habe so viel über mich gelernt, das möchte ich nicht mehr missen. Es war das Rüstzeug für ein meues, trockenes und zufriedenes Leben.
Ich kann dir nur beipflichten.
Jetzt ist es soweit meine Nichte ist zum Entzug in die Klinik gekommen, ich hatte den Verdacht
schon lange, aber die ganze Familie hat es entrüstet von sich gewiesen, selbst der Ehemann
(wollte) hat es nicht wahrgenommen, jetzt war sie soweit das sie sich Wodka gekauft hat jeden
2. Tag eine Flasche,mir wurde das gesagt von einer Freundin die in dem Laden arbeitet,obwohl sie es
nicht durfte,aber aus Sorge hat sie mir das gesteckt und ich habe den Ehemann informiert, der
"angeblich" aus allen Wolken gefallen ist. Gemeinsam sind sie zum Arzt und der hat sie in die Klinik
eingewiesen zum Entzug. Ich mache mir solche Sorgen, weil meiner Meinung nach die Familie noch
nicht realisiert hat das der schwerste Weg erst wieder beginnt wenn sie nach Hause kommt, sie nehmen
das alles zu locker, denn das Mädel ist sehr labil und war vor 2 Jahren auch längere Zeit wegen Depressionen in der Klinik. Sie hat eine 7 jährige Tochter, die meines Erachtens das alles mitbekommen hat, denn die hat jetzt auch schon Schlafstörungen und Essprobleme, es ist furchtbar mit anzusehen
wie die Familie leidet, aber irgendwie nicht damit umgehen kann. Ich frage mich was ich tun kann.
Liebe Gelika, 
ich würde dir gerne was tröstliches schreiben.
Du bist eine Frau, die mit beiden Beinen mitten im Leben steht, realistisch ist,  
selbst aber auch schon viel Kummer erlebt hat.

Was du machen kannst, ist, der Familie mit deiner Lebenserfahrung zur Seite zu stehen.
Deinen Verstand und deinen Kopf einsetzen und wenn es bei denen nicht mehr geht,
da zu sein. Du kannst der Felsen in der Brandung sein, aber die Probleme dieses Paares nicht
lösen. Nur sie vielleicht zwischendurch mal auffangen.
 
Du wirst selber wissen, wie gefährdet Ehen oder Beziehungen sind, in denen Depressionen
oder Alkoholismus oder andere Suchtkrankheiten vorkommen.
Hier kommen einige Probleme zusammen.  
Erst mal wünsche ich Deiner Nichte alles Gute.
Hoffentlich hat sie selbst den Willen, mit dem Trinken aufzuhören,
sonst bringt kein Entzug was.
Die Familie leidet sicher sehr unter der Situation.
Es wäre sicher hilfreich, wenn sie sich an eine Al-Anon Gruppe
http://al-anon.de/gruppe-finden/ wenden würden.
Besonders für das Kind wäre es wichtig, Unterstützung zu bekommen.

Ganz viele gute Wünsche Euch allen!