Du bist nicht schuld Rita.

Schade ist, dass Deine Kinder das nicht verstehen.

Ich war vor vielen Jahren bei einem Angehörigenseminar. Dort fragte ein Sucht-Psychologe die Angehörigen, ob sie sich denn vorstellen können, warum die Alkoholiker trinken?

Es kamen alle möglichen Antworten von "schwere Kindheit", "Ärger in der Arbeit", "Ärger zuhause" usw. Mir war irgendwie eigenartig bei der Frage und ich habe nichts gesagt.

Der Therapeut hat in die Runde geschaut und gesagt:

"Falsch! Sie trinken, weil sie trinken wollen!"

Und genau so ist es Rita. Nichts und niemand zwingt sie dazu.

Vielleicht magst mit Deinen Kindern mal zu einem Psychologen gehen, damit er ihnen erklärt, wie das ist. Oder in eine Suchtberatung. Wichtig wäre, dass auch Deine Kinder die Mechanismen verstehen, weil sie sonst Gefahr laufen, zu Co-Abhängigen zu werden.

AK
rita wenn einer im alkohol versinkt dann kann es unmöglich nur immer an einem liegen.
denn glaube mir jeder ist für sich selber verantwortlich,also lasse es das du dir vorwürfe machst.
also kopf hoch und denke nur daran das du wieder auf die beine kommst und dein leben wieder schön wird.
Für einen (nassen) Alkoholiker gibt es genau sieben Gründe, um zu Trinken:
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag

Der Alkoholiker selbst sieht das naturgemäß anders - und manchmal leider auch das Umfeld.
In diesem Fall kann eine Angehörigen-Selbsthilfegruppe hilfreich sein.
So ist ähnlich ist es, @richie. Er braucht einen Grund, der Wochentag ist es aber nicht, das wäre zu simpel.

Er erträgt etwas nicht, darum muss er sich mit Alkohol betäuben.

Er erträgt nicht, dass
es regnet
die Frau im Widerworte gibt
der Nachbar so komisch guckt
die Leute ihn nicht mit dem ihm zustehenden Respekt behandeln
er nicht im Mittelpunkt des Universum steht
u.s.w. u.s.f.

lg Mambo
Rita, niemand hat schuld, wenn ein anderer trinkt. Der Alkoholiker trinkt, weil er betrunken werden will, und weil er glaubt, die Probleme "wegtrinken" zu können. Es gibt Leute, die trinken zu viel, ganz ohne Probleme zu haben, siehe "Belohnungsbier".

Lasse Dir diese Rolle nicht ans Bein binden.

Und trocken wird ein Alkoholiker nicht durch einen Wechsel, sei es des Partners, der Arbeit oder des Wohnorts. Die Sucht wandert immer mit. Trocken wird man nur durch Abstinenz. Je früher, desto besser.

Gerd, seit 7985 tagen trocken.
Mambo2013 hat geschrieben: Er braucht einen Grund, der Wochentag ist es aber nicht, das wäre zu simpel.

Natürlich, dieser Satz ist ja humorvoll gemeint. Dahinter steht, dass der Alkoholiker wohl jeden Tag einen Grund finden wird...
Hunger braucht Essen.
Durst braucht Trinken.
Sucht braucht Stoff.
Gerd1955 hat geschrieben: Rita, niemand hat schuld, wenn ein anderer trinkt. Der Alkoholiker trinkt, weil er betrunken werden will, und weil er glaubt, die Probleme "wegtrinken" zu können. Es gibt Leute, die trinken zu viel, ganz ohne Probleme zu haben, siehe "Belohnungsbier".

Lasse Dir diese Rolle nicht ans Bein binden.

Und trocken wird ein Alkoholiker nicht durch einen Wechsel, sei es des Partners, der Arbeit oder des Wohnorts. Die Sucht wandert immer mit. Trocken wird man nur durch Abstinenz.



danke für eure Meinungen, ich habe ja nun auch ein neues Leben, durch die Trennung
und gehöre somit nicht zu den "Angehörigen", die es mit ihm durchleben müssen.
die farbigen Worte meine ich, passen zu seinem Fall, aus einem "Feierabendbier" wurden immer drei bis fünf......
Hallo, Rita ich war auch einmal mit einem Alkoholiker zusammen. Ich bin mit ihm zu den AA gegangen, es war eine tolle Gemeinschaft. Er hatte einen Leitende Position und es gab viele Empfänge. Alles war sehr schwierig für ihn. Zu diesem Zeitpunkt waren meine Kinder noch klein und da er dann doch ab und zu zum Alkohol griff hatte ich Angst um meine Kinder. Denn zu diesen Zeitpunkt musste ich ab und zu mal beruflich Unterwegs sein. Ich trennte mich lieber.
Wir gingen in Freundschaft auseinander, sein Leben heute bewies mir, das ich alles Richtig gemacht habe.
Hallo Drachenkuss,

es ist sehr schön vor Dir, dass Du so ehrlich bist. Du hast es genau auf den Punkt
gebracht wie mit einem Alkoholproblem umgegangen werden muss.

Erst total am Boden liegend, keine Familie mehr, die Freunde (die richtigen) alle weg,
die Arbeit verloren, Wohnung wenn es so weiter geht wahrscheinlich auch.

Dann noch einmal ein heller Gedanke im Kopf, wo ist die Hilfe die ich so dringend und
sofort benötige. Ein Entschluss und.......fort in die Fachklinik.

Ein langer und sehr schwerer Weg in ein neues Leben beginnt. Trocken bleiben egal wie.

 Später nicht mehr so oft daran denkend, denn ein anderes Ich hat nun begonnen. 

Du bist auf dem besten Weg, denn Du hast dir weiter Hilfe gesucht.

Ich drücke dich mal ganz fest. 
Meine Erfahrungen und Nachforschungen zum Thema Sucht allgemein und Alkoholismus im Besonderen haben zu folgender Haltung geführt:
Es nutzt überhaupt nichts, einem Abhängigen die Schädlichkeit seines Verhaltens deutlich zu machen oder via Appellieren an den Verstand zu versuchen, sein Verhalten zu verändern.
Die Einsicht ist ja durchaus meistens da und derjenige möchte in den meisten Fällen ja selbst ein suchtfreies Leben führen.
Was ihn aber daran hindert ist die empfundene innere Leere, die Ziellosigkeit im Leben , oftmals gepaart mit einer gefühlten Macht- und Ratlosigkeit, ein erfülltes Leben selbst gestalten zu können.
Gewissermaßen sind die meisten von uns in irgendeiner Weise süchtig.
Alkohol,aber auch alle anderen Substanzen und anderes Suchtverhalten helfen kurzfristig aus der gefühlten Verzweiflung auszubrechen. Leider mit den bekannten Nebenwirkungen.
Meiner Erfahrung nach hilft bei Suchtproblematik nur eins: Gib dem Süchtigen etwas an die Hand. das es ihm ermöglicht, ein glückliches Leben zu führen. Das macht die Flucht in bewusstseinsverändernde Substanzen einfach überflüssig. Alles andere ist über kurz oder lang immer zum Scheitern verurteilt. Nichts passiert ohne Grund. Und schon gar kein Suchtverhalten. Wenn man nur an den Symptomen dreht, wird sich nichts nachhaltig ändern.